Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 23 (1937)
- Issue
- 17 (30.4.1937)
- Date
- 1937-04-30
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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.׳. .ssiiiiäf; ‘'‘**י'■'*“‘”, IlMiiiMNliliNMIMIMIMHIflNiaMMitflMWMiiitfNaNNiMllliNIMMilMtiilllMMMiMliaaiMIMMHH Atfkinfifi Endlich^ Inmitten den allgemeinen Preissteigerung ist die in Betrieb gesetäte Wurst- und Selchwarenfabrik doch in der Lage, der jüdischen Be*; völkerung alle Serien la streng erth. גשו Selchwaren zu bedeutend reduzierten Preisen zu liefern! Bin gros! En detail! Einmaliger Versuch genügt! Unter Aufsicht des ehrw. Rabbinates der ״Adas Jisroel“ (Schiffschul), -.־■׳־ v Fleischhauerei Brüder Stadler Tel.: A-43-S-20. II., Im Werd Nr. 1. dasf Golusbewußtsein und die alte' Hoffnung auf die dereinstige wahre Wiederaufrichtung des Königtums G-ttes sich an die Ruinen! der Westmauer flüchten Und dort in den Tränen der Awele Zion w׳Jeruscholajim sich ausweinen könnte. . Aber ein tiefer Riß mitten durch das jüdische Volk, tiefer noch als der heute bestehende, und dabei für die Staatsbürger Westpalästinas die furchtbare Hybris eines gefälschten jüdischen Geschichtsbewußtseins, das das Golus beendet wähnt und das עול מלכות שמים erst .recht■ abschüttelt, wären die unvermeidlichen Folgen der neuen Staatskonstruktion. G־tt schütze sein Volk vor diesem Spiel mit dem Feuer! Wäre es da nicht besser -— Realpolitik statt Fassadenpolitik zu treiben, 'ein palästinensischarabisches Königreich mit Emir Ab du 11a an der;Spitze, mit binationaler Staats- Verwaltung/ arabischen und / jüdischen Ministern und gesicherter.;jüdischer Ein- Wanderung zu schaffen, die jüdische Wirtschaftskraft mit dem arabischen Prestige zu verbünden und so — unter der bewaffneten Garantie Englands — eine Politik der Versöhnung und Interessengerneinschaft anzubahnen? Dann wüßten wir, daß wir auch in Erez Jisroel im Golus sind, und daß das Ende des, Golus nur, um den Preis sittlichen Auf stieges, nicht aber durch Kraftmeiertum und Ge- Walt, nicht durch jüdische Legionen, aber auch nicht durch ein mit 'Stacheldraht eingezäuntes westpalästinensisches Staats-Spielzeug erobert werden kann. Was uns fehlt, sind nur ein paar mutige politische Führer, die sich vom Geschrei der Straße nicht einschüchtern lassen. * Emir Abdulah mit Teilung Palästinas einverstanden T Die syrische Tageszeitung ״Alif Ba" veröffentlicht ein Interview mit Emir Abdulla, in dem dieser erklärt, er und die .gemäßigten Elemente unter den Arabern Palästinas •würden sich dem Plan einer Teilung Palästinas nicht widersetzen, falls die Gerüchte über eine beabsichtigte Teilung Palästinas sich bewahrheiten sollten und der arabische Teil Transjordanien angeliedert werden würde' Soweit er unterrichtet sei, solle aber Palästina nicht in zwei Staaten; sondern nur in jüdische und arabische Gebiete geteüt werden. Sir Horace Rumbold habe ihm mitgeteilt, daß es einen Plan für die Angliederung der arabisehen Gebiete Palästinas an Transjordanien gebe und daß die Palästina-Regierung bei der Errichtung des Jüdischen Nationalheims zu hastig vor gegangen sei. Damit habe sie das Mandat verletzt. (?) Bericht der Kgl. Kommission wird dem Parias ment vorgelegt Im Unterhaus gab Premierminister Stanley Baldwin auf eine Anfrage bekannt, daß der Bericht der Kgjl. Kommission voraussichtlich dem Parlament zugäng- JÜDISCHE PRESSE flöh gemadht־ werden! walk bevor ״die Regierung ihre Entsebeiduiig trifft.: Auf eine weitere Anträge erklärte Köionienminister öfffisbjf-Gnf 6* daß er Mt aer gegenwärtigen Lage in Palästina im allgemeinen •zufrieden sei. Bie-britischen und jüdlaehen Polizeikräfte amen verstärkt Wörden und zeigten sich, zusammen mit der ärabisehen Polizei, ihrer Aufgabe^ gewachsen. ' Verlegung des Militärkommandos aus Aegypten nach Palästina Einer Meldung der ״Sunday Dispatch" zufolge soll das Hauptkommando der britischen Truppen im Nahen Osten in nächster Zeit aus Aegypten n a c h P a 1 ästina verlegt werden. Die Kommandostellen in Kairo und Alexandrien sollen sich künftig in Jerusalem und Haifa befinden. Die Bewachung des äueZ-Kanals wird dem Militär-Oberkommando in Palästina unterstellt sein. Laut englischen Pressemeldungen soll die Kgl. Kom- : '־ י־ : ffcvl? mission bei der Bearbeitung,'ihres Berichtes diese militäriseh-strategischefl Agnderühgltt berücksichtigt haben. ־Bölite dieJRgl. Kommfesion eine *!Peilung Palästinas in jtäntöne öder in zwei /Staaten‘ empfehlen., dann wüMen ^erusaiem^ndE Haifa äll ,höüitäriaebe Basis Unter\ eifl&n Mandatsregime verbleiben öder zu einem britischen Kolonialgebiet pröklamiert werden, RekorcLGetreideeriite erwartet ׳ Dank dem reichlichen Regenfall in der letzten Zeit wird in Palästina eine besonders reiche Ernte ah Weizen, Gerste und anderem Brotgetreide erwartet. Es dürfte dies die größte Ernte seit sieben Jahren Werden. Man schätzt die kommende Weizenernte .>׳ mit ziemlicher Bestimmtheit auf das Doppelte des Vorjährigen׳ Ernteertrages. Damit wird der Eigenbedarf des Landes an Brotgetreide fast vollständig gedeckt. Ebenso befried!- gend ist der Stand der Gerste. Es ist möglich, daß Palästina, wie schon einmal vor einigen Jahren, imstande sein wird, Gerste zu exportieren. Und darum... .1 Nathans Birnbaums Hand ist die streitbare Feder entsunken. Er kann sfdh nicht mehr wehren; gegen zweifelhaftes Lob ebensowenig wie gegen unzweifelhaften Tadel. Und darum haben die zionistischen Schreiber und Schreier den traurigen Mut, ihn, der als Lebender ihnen nichts zu sagen hatte, jetzt, da das ewige Schweigen über ihn gekommen, zu — ״würdigen‘.‘. Wie die Mäuse um die gefällte ®liehe, stehen sie um den großen Toten herum, betrachten ihn von allen Seiten und bewundern ihn. Natürlich, von ihrer Perspektive aus: Was er selbst zuletzt für Verfehlung hielt, erscheint ihnen groß, was er bereute, dünkt ihnen gut. Was abef den Höhepunkt seines Erdenwallens, das Ziel seines steilen Lebensweges bildete, das wird in großzügigster Weise übergangen. Mit einer Zeile oder ein paar Worten Wird es abgetan, daß er ״später sich zur Orthodoxie bekannte". Dabei wird mit Absicht der Anschein erweckt, als ob die Orthodoxie, zu der Nathan Birnbaum sich' bekannte, ein nebulöser, verwaschene!; Begriff wäre, ein Synonym für weitabgewandte Frömmigkeit, und nicht der Inhalt der zielbewußten, kämpferischen Agudas Jisroel, zu deren führenden Geistern Birnbaum eben gehörte. ־ Mit Unaufrichtigkeit und Fälschung wird das Andenken des strengen Wahrheitsfanatikers gefeiert, der um der heiligen Wahrheit willen auf Kar: riere und Wohlstand verzichtet, der sie, die Wahrheit, sein Leben lang gesucht, aber auch am allerwenigsten dort gefunden hat, woher jetzt diese, tendenziösen Nachrufe kommen. Damit aber in diesem traurigen Spiel auch für eine heitere Note gesorgt sei, hat Herr Dr. Plaschk e s, der Führer der Wiener Radikalen Zionisten, ein Referat über Nathan Birnbaum mit den Worten ge-• schlossen: ״Und darum spendet für den Keren Kajemeth!" Jawohl, darum! Das Leben und Wirken Birnbaums ist eine Mahnung an die Nachwelt, den Keren Kajemeth, das Finanzinstrument der Zionistischen Organisation, zu unterstützen. Meint Dr, Plaschkes. Wie aber meinte Nathan Birnbaum selbst,? ... Wir!blättern in ,einer Broschüre von Nathan Bim- ,bäum. ״In Golus bei Jiden" ist in volkstümlichem Jiddisch geschrieben, das unumwunden und geradeheraus zum gewohnlichen Manne spricht. Wenn sich auch gewisse Formulierungen ins Deutsche nicht übersetzen lassen und gerade die beißende Ironie und der ätzende Sarkasmus dieser Anklageschrift Birnbaums nicht wiedergegeben werden können, seine Ansichten als solche sind aber auch in übertragener Fassung klar erkennbar. Wir lesen dort: zum Einreiben und Massieren Franzbranntwein ALPA ״Ihnen ist Erez Jisroel eine Art Flüchtlingsasyl: man hat die Jüdischkeit erstickt — und nicht immer bloß fahrlässigerweise — Und da, flüchten jetzt die Mörder dahin. Ihnen ist es ein fremdes Land, das sie eines schönen Tages mir nichts dir nichts zu ihrem ״Vaterland" erklärt haben, zu einem Vaterland, wie es all die anderen Vaterländer sind: ohne die jüdische Idee, ohne G-tt und ohne seine heilige Thora." ״Ihnen ist Hebräisch nicht die heilige!Sprache, in der uns das Wort G-ttes überliefert wurde. Für sie ist Hebräisch ein nationales Element: wer sich dessen bedient, ist ebenso Jude wie der Türkischsprechende Türke." 1״Sie;bauen das neue Glück auf Zuchtlosigkeit und Entartung. Anstatt das Volk aus dem Pfuhl zu führen, stoßen sie es noch!tiefer hinein!" ״Wenn sie uns ,unsere Kinder rauben, sie der Thora und dem Judentum entfremden — gibt es ein ־ schlimmeres Golus als dieses?" ׳ ״ :■Und wenn sie die Lüst ankomt oder sie — sagen wir — die ״Pflicht" fühlen, uns zu helfen, und sie also uns mit Wohltaten überhäufen, derart, daß wir uns nicht mehr rühren, daß wir den Mund nicht mehr öffnen können — befinden wir uns da nicht im tiefsten Golus?" . ״Und wenn sie gerade Ehrgeiz verspüren, so befriedigen sie ihn an uns: sie werden unsere Führer, unsere Fürsprecher bei der Außenwelt. Sie belegen uns mit Beschlag, wir werden gleichsam ihr Eigentum und sogar unser Judentum wird es, auf das sie sich berufen. Nun, sind wir nicht bei ihnen im Golus?" S o dachte Nathan Birnbaum über den Zionismus. Daraus die moralische Forderung abzuleiten, daß ihm. dem Zionismus, Mittel zur Fortführung seines Werkes gespendet werden sollen, blieb Herrn Dr. Plaschkes vorbehalten. Und wenn der Zionismus auch keinen ganz hoffnungslosen Fall, darstellt — da, wie Dr. Plaschkes meinte, Birnbaum den Zionisten ״immer voraus“ war und sie erst später dahin gelangten, wo er längst gewesen war, und also die. frohe Aussicht besteht, daß auch diese verlorenen Söhne einst ins Vaterhaus der Religion heimkehren — ein Vorschuß an Vertrauen.wäre jedoch, wie die Dinge nun einmal liegen, k e i me sw e g s zu rechtfertigen. Starkes Rauchen verursacht Bildung gelber, brauner oder schwarzer Beläge auf den Zähnen. Für Raucher ist daher die regelmäßige, täglich mehrmalige Zahnpflege mit Odol-Zahnpasta eine unbedingte Notiwendigkeit, wenn sie der Verfärbung der Zähne vorbeugen wollen. Odol-Zahnpasta macht weiße Zähne und verleiht reinen Atem. Odol-Zahlpasta wird erzeugt nach den von der W. V. der Zahnärzte Wiens approbierten Rezepten und unter ständiger Kontrolle der Zahnärztliehen und Pharmakognostisohen Institute der Universität Wien. Das ist das Frühjahr: wie man sich anzieht, macht ratans falsch! Zieht man sich leicht an, frierts, ׳zieht man sich warm an, ist's heiß: auf jeden Fall aber kriegt man einen Schnupfen, wenn man sich nicht durch regelmäßige Einreibungen mit dem Alpa-Franzbranntwein abhärtet und schützt. Alpa-Einreibungen regulieren den Blutkreislauf, härten den Körper ab und bannen die typische Frühlingsmüdigkeit! Alpa!wird aus reinem Alkohol erzeugt! I FEUILLETON ■ POmet Ut fkee&t Von Rabbiner Josef Adler, Schäßburg. Zu den nachhaltigsten Eindrücken, die ich im Kreise einer siebenbür gischen orthodoxen Reisegesellschaft vor zwei Jahren in Erez Jisroel in mich aufgenommen habe, gehört das Lag-b’Omer-Fest in Meron. Ben Vortag verbrachten wir in Safed, in dessen Mauern dieser Tag als galiläisches Volksfest gefeiert wird, an dem sich aber nicht nur die einheimische Bevölkerung, sondern auch viele Tausende aus allen Weltgegenden herbeigeströmte Juden beteiligen. Die uniibersehbare Menge der Fremden kommt hierher, um in dem nahegelegenen Meron, an der Grabstätte des R. Simon ben Jochai, dessen Jahr zeitstag zu begehen. Das lokal- ,patriotische Fest der Stadt Safed, das eigentlich am Lag b’Omer statt finden sollte, wird tatsächlich am Vortag begangen; es bildet den großartigen Auftakt zu den Jahrzeitsveranstaltungen zu, Ehren des heiligen Tanaiten. Am 32. Omertag versammelt sich eine Schar der Erlesenen, sowohl der einheimischen Bewohnerschaft als auch aus den Reihen der Fremden, in der sogenannten Ri-Abuhab-Synagoge, von der aus sich der große lfmzug in Bewegung setzt, ln dieser ehr furcht gebietenden, vielhundertjährigen Synagoge sind in vier Schreinen sehr viele, alte Sifre-Thora von unschätzbarem Werte untergebracht. Ein Sefer-Thora hat einen besonderen Ehren-■ platz und genießt ganz außergewöhnliche Hochachtung, Es wird als Sefer des Ri Abuhab bezeichnet, der uns als Verfasser des Menorath-Hamaor bekamt ist und in dem wir eine der größten talmudischen Zelebritäten des iS. Jahrhunderts und einen der hervorragendsten Ethiker aller Zeiten verehren. Das mit?einem Namen verknüpfte Sefer soll er eigenhändig geschrieben haben und, als Safed — im Jahre 1758 — von einem schrecklichen Erdbeben heimgesucht wurde, fiel ihm auch die Synagoge zum Opfer, bis auf den Teil der Mauer, der eben das Sefer des Ri Abuhab barg. Allerdings ist es ein Rätsch wie dieses ins Heilige Ztomd kam, da doch der Ri A.buhab ursprünglich in Spanien lebte und von dort an der Spitze von 20.000 Auswanderern nach Portugal flüchtete, wo er auoh einige Monate später gestorben ist. Die mündliche TJeberlieferung erklärt demgegenüber, daß Abuhab die Absicht gehabt hätte, nach Safed zu übersiedeln; da es ihm. aber nicht gegönnt *war, seinen Herzenswunsch aus- Zufuhren, sorgte er dafür, daß sein Sefer-Thora dahin gelange. Auch soll es sein testamentarischer Wille gewesen sein, daß aus seinem Sefer nur an drei Tagen gelesen werde: am Schewuos, Rosch-Haschono und Jomkippur. Dieses Sefer wird nun am Nachmittag vor Lag b’Omer unter einem Baldachin aus der Synagoge und durch die ganze Stadt bis nach Meron getragen. Der Jude kann sich eben keine Freude ohne die Thora vorstellen. Unter der Fahne der vorangetragenen Thorarolle sammeln sich die jüdischen Menschenheere aus Ost und West, Süd und Nord, Länder, Sitten, Kulturen mögen sie vielfach trennein, die Thora schlingt das einigende Band um sie alle. Mit der Rezitierung des Sch’ma- Jisroel-Bekenntnisses, das das jüdische Kind als ersten Satz aus der Thora lernt; das dem aus dem Leben scheidenden jüdischen Menschen noch ins Jenseits nachgerüfen wird, mit dem auf den Lippen Himderttausende für ihre Religion gestorben sind Und mit dem im Herzen wir alle Unbilden der Zeiten überleben werden, mit' diesen sechs Worten also, die den sechs Jahrtausenden der Weltgeschichte Sinn und Inhalt geben, setzt sich der Zug in Bewegung. Längs der Straßen stehen dichte Menschen- Spaliere, die ־׳ Fenster und Dächer der׳ geschmückten Häuser sind voll besetzt mit Frauen und Kindern, die alle dem immer mehr anschwellenden, grandiosen Zug zujubeln. Am Stadtende waften zahllose Autobusse und Taxi, um die vielen Fremden nach Meron zu bringen, Hier, an den heiligen Gräbern, treffen sich Juden aus allen Zonen: Europäer, Jemeniten, Buoharen, Menschen aus den Welt- Städten und aus einsamen Dörfern, aber alle mit Gebeten, Wünschen und Hoffnungen im Herzen. Als die Zeit zur Verrichtung udes ffinohagebets gekommen war, konnte man kein Plätzchen mehr in den zwei Hallen finden, in denen die Grabdenkmäler von Rabbi Simon ben Jochai und seines Sohnes, Rabbi Elosor, sich befinden. Hunderte Kerzen und Oellampen verur- Sachen eine unerträgliche Hitze und Rauch und machen den Aufenthalt in den Hallen zu einem wahren Opfer, das man aber auf dem Altar der aufrichtigen Pietät und des ehrenden Gedenkens gerne bringt. Um neun Uhr abends beginnt die sogenannte Hadloko, die Festillumination, die auf dem Dache stattfindet. Eine vieltausendköpfige Menschenmenge steht da bis Mitternacht zusammengepfercht, um Zeuge der Verehrung zu sein, die man dem großen Lehrer und Meister der Mystik und der Verinnerlichung der jüdischen Gesetzeslehre mit gen Himmel emporsteig enden, weithin leuchtenden, reinen Flammen, mit von religiöser Glut erfüllten Gesängen und mit in hinreißendem Schwung aufgeführten Reigentänzen zollt, Bekanntlich hat sich der Chasam Sofer_, Jöre-Deo, Resp, 233, im allgemeinen kritisch über die Veranstaltung solcher Feiern geäußert und sogar den Ausspruch gewagt, daß er für seine Person sich nicht in Safed niedergelassen hätte, um sich weder als Eigenbrötler vom Feste zurückziehen, noch dem Usus anpassen zu müssen. Diese Abneigüng tmseres gefeierten Altmeisters der Halacha gegen die Abhaltung des Festes überhaupt kam mir in den Sinn, als ich es mit eigenen Augen erlebte, Ich mußte daran denken, daß der Chasam Sofer, wenn er von den Formen Kenntnis gehabt hätte, in denen sich heute die Feierlichkeit abspielt, gewiß sein gewichtiges Wort dagegen erhoben haben würde. Das Durcheinander der Geschlechter, das bei der Lag-b’Omer-Feier in Meron in sehr auffälliger und störender Weise in Erscheinung tritt, sollte aber auch die verantwortlichen Autoritäten von heute auf den Plan rufen. Die ״großen Vorkehrungen", von denen die Mischna spricht und die einst in den Tempelhallen anläßlich der Freudenfeste in den Sukkothnächten getroffen wurden, sind ein mahnendes Beispiel. Voriges Jahr mußte die Meronfeier infolge der arabischen Schreckensherrschaft unterbleiben; auch dieses Jahr wird sie mit Rücksicht auf die noch immer unsichere Lage voraussichtlich überhaupt nicht oder nicht im gewohnten. Maße stattgefunden haben. Nach Wiederherstellung der Ordnung im Lande aber sollte auch eine Neuordnung der Lag-b’Omer-Feier dürohgefühvt werden, die dem Geiste der einschlägigen, Gfesetzesyorschriften entsprechender und des Helden des Tages würdiger wäre.