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Jüdische Presse · 1937-04-30 · 17 (30.4.1937) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
17 (30.4.1937)
Date
1937-04-30
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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seit* 4 jüdische bkess^ Nr. it Erhöhung des Steuermaximums der Wiener Kultus* gemeinde. Bei der letzten!Plenarversammlung der Kultusgemeinde würde gegen die Stimmen der dreizehn Mitglieder der Union österreichischer Juden das bisher geltende Höchstmaß der Kultussteuer von 600Ö auf 9000 S pro Jahr erhöht. Gleichzeitig wurde der Vorstand ermächtigt, die Kultussteuefü um höchstens 50 Prozent in einem Gebarungsjahr zu erhöhen für den Pall, daß diese Erhöhung. Zur Bedeckung des Abganges dieses Jahres oder eines außerordentlichen Aufwandes notwendig erscheint. Eine Gruppe ehemaliger Jeschhvabachurlm Innerhalb der Agudas-Jisroel-Jugendgruppe hat sich eine Sondergruppe ehemaliger Jeschiwab a c h u r i m konstituiert. Die Gruppe, die an die fünfzig Jüteiei, Uftrtn, Golduttd SÜ6«W*rfen, lfttbesondere »11p צלי, Sederschüssel, Menoras,, Leuchter und Bestecke in großer Auswahl, »tich Mitglieder zählt, hat bereits mehrere Zusammenkünfte veranstaltet. * Agudas Jisroel Jugendgruppe, Wien, II. Jeden Dienstag finden von a/-*8 bis 9 Uhr abends im Dianabad Schwimmabe'nde statt. Beitrag 70 Groschen. Agudas-Jisroel-Mädchengruppe Unser dieswöchiger Schabbosvortrag findet Um halb 11 Uhr Vormittags in der ״Wienea" statt. Thema: ״Ziel und Zweck der Agudas Jisroel." * CH EC OS Präsident Dr, Benesch in Bratislava Am 21. April fand in Bratislava die feierliche Promotion des Präsidenten Dr. Beneä zum Ehrendoktor der juridischen Fakultät der Komensky-Universität statt. Der Präsident traf Mittwoch in Begleitung des Schulministers Dr, Franke und des Justizministers Dr. DCrer in Bratisläva ein, wo er von der gesamten Bevölkerung ohne Unterschied der Nationalität und Religion stürmisch begrüßt wurde. Gegen halb 11 Uhr begab sich der Präsident vom Hotel Carlton in die Aula des neuen Universitätsgebäudes, wo die Feier der Promotion stattfand. Nach mehreren Ansprachen ergriff der Präsident das Wort zu seiner philosophisch-politischen Rede, in der er über die moräiische und geistige Krise der Jetztzeit sprach. Der Präsident sprach über seine demokratischen Grundsätze, die er wiederholt auseinandergesetzt habe. In der ganzen Welt und zu allen Zeiten habe der Kampf zwischen dem humanistischen Gedanken und dem nationalen oder Staatliehen, der Kampf zwischen dem religiösen und politischen Exklusivismus geherrscht. Die Weltgeschichte kennt genügend Beispiele von dem Kampf der Aegypter gegen die Juden bis zur Auseinandersetzung zwischen Humanismus und Renaissance, zwischen Demokratie und Monarchismus, von der französischen Revolution bis zum Liberalismus des neunzehnten Jahrhunderts mit dem sozialen Einschlag, vom Weltkrieg bis zu den Wilsonschen Thesen und dem Völkerbund bis zur heutigen Reaktion. Immer handelt es sich um eine gedankliche und moralische Krise. In einer solchen befindet sich das heutige Europa, aber Präsident Beneä ist überzeugt, daß der rettende Weg gefunden werde.!Zur slowakischen Jugend gewendet, führte der Präsident zum Schluß aus: ״Und schließlich möchte ich eine letzte Sache hervorheben. In den alten österreichischen Zeiten hatten die Tschechen in ihrem Zentrum Prag die Tendenz, sich in sich abzuschließen, ihre Ausschließlichkeit zu pflegen und sich weiterhin einem gewissen tschechischen Provinzialismus hinzugeben. Masaryk hat dagegen stark angekämpft. Ihr slowakische ־ Studenten und das ganze slowakische (Leben könnten gleichfalls leicht in diesen Zustand verfallen. Die heutige Zeit mit ihrem großen technischen ׳Fortschritt ist dem allerdings weniger günstig, aber auch so will ich darauf aufmerksam machen: ׳Seid ׳Slowaken, vergesset aber nicht, Tschechoslowaken zu sein, und seid — Europäer! ,Sich nicht in sich selbst und in der Slowakei verschließen! Die heutige Welt will Menschen mit einem großen Horizont, mit europäischem und Weltgeist.“ Bei der Besichtigung des prächtigen Gebäudes des Hochschulinternats begann der Präsident seine Ansprache mit dem bedeutsamen Satz: ,,,Schon nach der äußerlichen Besichtigung kann ich sagen, daß dieses Heim gemütlich ist. Die Erbauer haben im Sinne, Ihnen die Studienbedingungen durch Sicherstellung der physischen Bedürfnisse zu erleichtern, und sie haben vorausblickend dafür gesorgt, daß Sie hier einträchtig alle unter einem Dache ohne Unterschied der Nationalität, des religiösen Bekenntnisses und der politisehen UÜberzeugung leben. SDP beantragt Errichtung nationaler Kataster Die •Sudetendeutsche Partei hat ,im Abgeordnetenhause sechs Gesetze eingebraeht, darunter ein Gesetz über die Errichtung nationaler ׳Kataster, welches bestimmt, daß jeder Staatsbürger das Recht und die Pflicht habe, sich zu seinem Volk zu bekennen׳, dem er von Geburt angehört. In Zweifelsfällen entscheidet ein Katastergericht. Eine Ausnahme gilt dem Antrag gemäß für die Juden, denen das Recht zustehen soll, sich entweder zu der jüdischen Nation oder zu jener Nation zu bekennen, deren Sprache sie sprechen. Ein Aufruf karpathorussischer Geistlicher gegen die Judenverfolgungen in Deutschland Der Verband der griechisch-orthodoxen Geistlichen in Karpathorgßland richtete einen Aufruf an seine Mitglieder, in welchem die Verfolgungen der Juden in Deutschland aufs schärfste verurteilt werden und darauf hingewiesen wird, daß die heutigen Geschehnisse in Spanien wo hunderttausende Menschen und ungeheures Vermögen zum! Opfer fallen, Beispiele genug dafür liefern, daß Verfolgungen an Juden nicht ungesühnt bleiben. Zum Schlüsse werden die angehörigen Geistlichen aufgefordert, in den Kirchen in diesem Sinne zu predigen. Der Handelsininister und das Sonntagsruhegesetz Anfang dieser Woche weilte Handelsminister Dr. Najman in Bratislava, wo eine Delegation der Kaufmannschaft in Angelegenheit der gesetzlich projektierten Sonntagsruhe bei ihm vorsprach. Der Handelsminister, der die Wünsche der Kaufmannschaft entgegennahm, erklärte, daß man selbstverständlich, wie vje zuvor) auf die besonderen wirtschaftlichen •Verhältnisse der Slowakei Rücksicht wird nehmen müssen. Diese Erklärung des zuständigen Ressortministers hat im Kreise der hiesigen Kaufmannschaft begreiflicherweise besondere Befriedigung hervorgerufen. 2Jur Rafibinerfrage In Presov Im verflossenen Sommer kam zwischen dem jetziger! Piotrkower Raw, Rabb. M. Ch, Lau, und der Preäover Gemeindeleitung eine schriftliche Vereinbarung zustande, wonach Oberräbbiner Lau dann — und auch nur dann — aufhört, Oberrabbiner von Preäov zu sein, sobald ihm der Rückstand seines Gehaltes ausbezahlt wird, was allerdings bisnun nicht geschah. Demgegenüber wurde dem ehrw. Oberrabbiner Lau seitens der Gemeindeleitung mitgeteilt, daß er seine im Gemeindehause befindliche Wohnung gänzlich zu räumen habe. Ferner richtete der neue Gemeindepräses Dr. J. Spira an sämtliche Tempel־‘ Vorsteher eine Zirkularverordnung, wonach sie darauf zu achten haben, daß in Hinkunft der bislang dem Oberrabbiner gemachte ״offizielle Mischeberech" bei ״Alijas ha Thora" zu unterbleiben habe. Diese Verordnungen, Welche übrigens ganz ohne praktischen Wert sind, werden allgemein als eine bewußte Provokation des populären und beliebten Oberrabbiners Lau aufgefaßt, deren Reaktion nicht ausbleiben kann. Uebrigens hat Oberrabbiner Lau auf diese Provokation mit der Anrufung eines ״Din Thora" geantwortet. Als Pikanterie sei noch mitgeteilt, daß als Spiritus rector des Abkommens zwischen Gemeinde und Oberrabbiner Herr Dr. J• Spira anzusehen ist, der sich scheinbar, nach seiner Wähl zum Gemeindepräses, eines ״Besseren" besonnen hat. L. R. Rabbiner D. Lissauer in Presov Vergangenen ‘Schabbos hielt der hier zu Gast weilende Rabbiner David Lissauer aus Michalovce, Mitglied der •tschechoslowakischen Agudo-Leitung, im Vereinslokal der ״Poale Zedök" einen ,Vortrag. In seiner einstündigen Rede erläuterte der eloquente Referent die Aufgaben des religiösen Judentums gegenüber Erez Jisroel und Kduschas Hoorez. Die formvollendete Rede des Herrn Lissauer fand!den allgemeinen (Beifall des zahlreichen׳ Publikums. Zu Ehren des ilustren Gastes veranstaltete die Agudo - Jugendgruppe eine gutgelungene ״Melawo de Malko", an welcher sich auch prominente Mitglieder der Ortsgruppe beteiligten. L. R, Bau einer neuen Mikwoh in Vrbove Auf Einladung der hiesigen orthodoxen jüdischen Kultusgemeinde haben sich am 22. d. M. die ehrw. Herren Oberrabbiner S. D. Ungar (Nitra), Oberrabbiner M. Strasser ׳(jSala)i!und Rabb.-Kand. M. B. Weißmandel (Nitra) eingefunden, um im Einvernehmen mit dem hiesigen Rabbinat die Mikwoh zu besichtigen. Sie haben einvernehmlich ihr Urteü dem Gemeindevorstand bekanntgegeben, daß die bestehende alte Mikwoh nicht mehr den Anforderungen einer jüdischen Gemeinde entspricht. Der Vorstand hat diesen Ausspruch zur Kenntnis genommen und bei großer Beteiligung unter dem Vorsitz des Gemeindepräses M. Schönfeld. am 25. d. M. beschlossen, einen Kredit von 80.000 ÖK, zahlbar durch. Amortisation in sechzehn Jahren, aufzunehmen. Der Kredit wird weder die Gabela noch die Kultus- Steuer belasten. Die Gemeinde sichert sich die, Einnahmen der neuen Mikwoh und wird mit diesen die alljährlichen Annuitäten bezahlen, zumal sie auch bis jetzt die Erhaltungskosten der alten Mikwoh aus eigenem leistete. Die Mehrkosten der Bedienung wird sie ausreichend aus der Ersparnis an Holzmaterial und Reparaturen, die sie immer bei der alten Mikwoh hatte, bestreiten können. Außerdem wird eine Subvention vom Ort und von der Behörde angestrebt. Den Rest der Bausumme werden hierortige wohltätige Vereine, darunter die Chewra Kadischa, beisteuern. Die vorbereiteten Vorschläge werden am 2. Mai der Generalversammlung zur Genehmigung vorgelegt werden. Rumänien (Von unserem Korrespondenten) Die ״Union Rumänischer Juden“ veranstaltete ein Meeting, auf welchem Dr. Fildermann an der Hand ausführlicher Materialien die Grundlosigkeit der antisemitisehen Anklagen bewies. In* einer Polemik mit Dr. Filder- . mann behauptet nun der ״Universul“ nochmals, daß ein Zusammenhang zwischen Judentum und Bolschewismus besteht, und führt als Beweis Agudas Jisroel an. ״A. J., die bekannte mitteleuropäische Organisation der Juden, hat stets mit Sympathie und Liebe die kommunistischen Bestrebungen begleitet und diese mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützt und ermuntert.M Die jüdischen Blätter Rumäniens müssen nun das Blatt darüber auf klären, daß A. J, die Organisation der orthodoxen Massen ist, daß sie überall wirkt, nur im kommunistischen Rußland verboten ist und daß sie mit dem atheistischen Kommunismus selbstverständlich noch weniger als nichts zu schaffen hat. . Das Organ der orthodoxen Zentralkanzlei für Siebenbürgen, ״Hoemesz", teilt in seiner neuesten Nummer, mit, daß die jüdischen Mittelschüler in Rumänien wieder gezwungen werden, am Schabbos zu schreiben. Das Schulinspektorat in Klausenburg (Cluj) hat in einem Rundschreiben, den Ministerialerlaß Nr. 188.152 vom 14. Dezember 1934, welcher auf mehrfache Intervention der Zentralkanzlei die jüdischen Schüler vom Zwang des Schreibens am Schabbos befreit hat, für nichtig erklärt und angeordnet, daß־: sämtliche Schüler, die am Schabbos nicht schreiben wollen, sofort aus den Schulen entfernt werden. Eine Intervention der. Zentralkanzlei beim Inspektorat blieb erfolglos, Nun sieht sich die Zen-, tralkanzlei bemüßigt, im Einvernehmen mit den führenden jüdischen Persönlichkeiten des Altreiches nochmals den ganzen Fragenkomplex aufzurollen und im Ministerium vorstellig zu werden. /. ' Residenz* Atelier föf moderne Photographi I, Fleischmarkt 1,Tel. R-29-2-8• 1 Bild und 4 Karlen vört S 15.-־* HO KURHAIi Aufsicht der Ada WIENER FGASTEIN ($ WESTEND / STRENG כשר Jisroel Schiffschul, Wien. Thermalbäder im Hause KÜCHE MASSIGE PREISE Dr.-Krüger-Heim Ker Streng rituell geführtes M&DCHENIN TERN AT. Günstige Pauschalabkommen Juni bis September mit Besuch der Universitäts-Sommerkurse für Deutsch orth. כשר Neueröffnet! BUDAPEST Neu eröffnet 1 PENSION KARMEL orth. כשר Sary Friedmann unter Aufsicht des ehrw. Rabbinates der orth. Israel. Kultusgemeinde Budapest in schönster Straße des herrlichen Budapest A N D R A S S Y S T R A S S E 43 Hochelegante Zimmer, 1- und 2-bettig — Fließendes Kaltu. 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Tag Fh cä H? . p, ’5j דף יומי משנה יומית ספירת העומדן 1 מנחות מעים פרק ]משנה Kalendanum Freilag 19 30 פט ט יג לד Samstag 20 1 צ י <ל לה פ׳ אמור, ,פרק ד׳ Sonntag 21 2 צא יא מ לו Montag 22 3 צב יב » לז Dienstag 23 4 צג א יד לח Mittwoch 24 5 צר ב 1) לט Donnerst. 25 6 צה ג מ מ Freitag 26 7 צו ד » מא Samstag 27 8 צו ה יי מב פ׳ בהר-בחקותי, מבד,׳ח, פיה Gebetzei ten פ׳ א ם ו ר WIEN UrtATlSLAVA Uhr Min. Uhr; Min. 3 25 3 j 25 הנחת תפילין בשעת הדחק. 7 22 7 j 20 סוף זמן קריאת שמע של שחרית. 7 10 7 j 00 6 30 6 j 30 השכמה ........... 9 30 9 i 30 3 30 — i — פרקי אמת . . . . . . 4 00 •<־>» CO o מנחה . ... 8 00 7 j 50 מעריב במוצשיק ... , 5 15 —־ i ■י— בחול: ■ השכמה ... . . . . . . 6 00 6 | 15 שהריח .. 7 15 7 j 30 מנחה . . . . . . . . , , י, 8 00 — i — . מעריכי כימי המכיייה ... Eigentümer, Herausgeber, Verleger und . Schriftleiter: David Tür kl (für den ״Jüdisch-orthodoxen Preßverein“), Wien, II., Malzgasse 13 a. Für den Inhalt verantwortlich im Sinne, des Preßgesetzes; Mendel Geldwert!», Wien, II״ Große Ffarrgasse 3• —־ Verantwortlicher Redakteur für die Tschechoslowakei: Siegfried Frommer, Bratislava, Zochgasse 22/XIV/II. — Druck: Druckerei- und Verlags-A.-G. Ig. Steinmann, Wien, IX״ Universitätsstraße 6/8,

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