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Jüdische Presse · 1937-04-09 · 14 (9.4.1937) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
14 (9.4.1937)
Date
1937-04-09
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 Nr. 14 JÜDISCHEPRESSE Karriere verzichtend und nur die Wahrheit suchend und ihr dienend, bekennt sich der Mann, der an der Wiege des '!Zionismus ■ gestanden, zur Agudas Jisroel, in deren Rahmen er ״Im Dienste der Verheißung“ — wie der Titel einer (1927 erschienenen) Schrift von ihm lautet arbeitet, ln dem gedankentiefen Referat, das er bei der Eröffnung der 2* Kenessiö Gedaulo gehalten hat, spiegelte sich das Weltbild, zu dem er sich in schwerem Ringen und nach langem Suchen durchgekämpft. Seine, letzten Lebensjahre verbrachte Nathan Rimbäum in Scheveningen, wo er der Mittelpunkt eines g-tt* suchenden, sich nach dem Höchsten sehnenden Kreises war. Besonders scharte Sich um ihn die enttäuschte deutsch-jüdische Jugend, die sich willig Von ihm den Weg Zu ״G-ttes Volk“ führen ließ. Seine publizistische Tätigkeil war m dieser Zeit fast ausschließlich dem von ihm herausgegebenen ״Ruf" gewidmet. Zur Lewajoh des großen Toten hatten sich zahllose Menschen eingefunden, die aus dem Haag, aus Rotterdam, Antwerpen und anderen benachbarten Städten herbeigeeilt waren, um Nathah Birnbaum die letzte Ehre zu erweisen. Von den Kindern des Heimgegangenen sind der Jiddischist Dr, Salomon und der Zeichner und Dichter Üriel Birnbaum der breiteren Oeffentlichkeit bekannt. min• 3 7.6« undlärbig S 6*86, 9.aof 12.- feinster Haarfilz S 16.—, 19*• 23*•»** Extra •Velours ln jeder Sassen II, Taborstrafte Nr. 39 XIV, Sechshauserstraße 39, XVII, Kalvarienberggasse 34!Hit Metren in ach wart Imhi Ein Jahr Am 27. Nissan!wird es ein Jahr, daß die Kat aatrophe über das Heilige Land hereingebrochen ist, deren Ende heute noch weniger absehbar ist, als es damals erscheinen mochte. An einem Sonntag war es, da von gewissenlosen Agitatoren verhetzte arabische Massen aus Jaffa gegen Tel-Aviv zogen und auf dem Wege dahin sich an den Juden, deren sie habhaft wurden, ihr Mütchen kühlten. Neunzehn. Tote hat dieser Tag gefordert. Seither kommt Palästina nicht ,zur Rühe. Mehrere hundert Menschen — darunter 120 Juden — sind gefallen, zahllose verwundet worden, von den materiellen und wirtschaftlichen Schäden schon gar nicht zu sprechen. Die Aussichten, die sich dem jüdischen Auf bauwerk für die nächste Zukunft eröffnen, berechtigen keineswegs zü Optimismus. Die Königliche Kommission, von deren Gutachten die weitere Gestaltung der Dinge in Erez Jisroel .abhängt, sieht sich vor die unüberwindliehe Aufgabe gestellt, diametrial entgegengesetzten Interessen gerecht zu werden. Eine'Lösung, die den Er- Wartungen entspricht, die das leidende jüdische Volk an das neuerdings verheißene Land der Verheißung geknüpft, ist jedenfalls undenkbar. Die Kompromiß- Vorschläge, mit denen sich gegenwärtig die Weltpresse beschäftigt und die eine Kantonisierung Palästinas oder die Schaffung eines jüdischen ■Dominions im Rahmen des British Empire vorsehen, sind höchst unbefriedigend, da sie den Juden nur einen Zipfel vom jüdischen Lande überlassen würden. Andere Möglichkeiten, den noch immer unverminderten Trotz der Araber und ihren durchaus nicht erlahmenden Angriffsgeist zu brechen, sind aber nicht zu finden. Das gepeinigte und gemarterte jüdische Volk, auf dem das Golus immer schwerer und drückender lastet, sieht ein Tor zufalfen, sieht sich um eine große, belebende Hoffnung ärmer und ist grausam und bitter enttäuscht. Enttäuscht? — Das sollte es eigentlich nicht sein! Denn noch immer hat das Psalmwort seine Geltung: ״Wenn׳ G-tt das Haus nicht baut, mühen sich die Baumeisten vergeblich daran!“ Die Baumeister aber, die im Heiligen Lande das Haus für das jüdische Volk zimmem!wollten, haben es fürwahr ohne G-tt getan! ״Die Wind säen, werden Sturm ernten“, spricht der Prophet. Wer hat denn die halbwilden, in mehr tierischem als menschlichem Zustand dahinlebenden Araber Palästinas zu ihrem fanatischen Selbstbewußtsein geweckt,!wenn nicht der jü dis ch e N a.tionalismus, der ihnen Beispiel und Vorbild wurde? Wer hat ihnen die ge-, fährlichen Begriffe und die giftigen Kampfmittel der Zeit' in Hirn und Hand gegeben, wenn nicht der mit allen Krankheiten des zwanzigsten Jahrhunderts behaftete Zionismus? Es hätte anders werden können, wenn ein Volk ins Land gekommen wäre, das die Greuel Europas, die modernen Toewaus Mizrajim hinter sich gelassen hat, von seinem hohen Beruf durchdrungen, auf heiligem Boden .selbst heilig zu werden. .Der Thora, die von Zion — dem Wort G-tt es, das von Jeruscholajim ausginge,!würden die. Araber nicht ihre Revolver und Bomben entgegenhalten; in einem auf den Grundlagen der Religion errichteten Werk könnten sie keine Bedrohung ihrer nationalen Interessen sehen, in Menschen, die im Geiste des jüdischen Gesetzes lebten, keine Todfeinde erblicken! Ein schweres, leidensreiches Jahr wird am 27. Nissan voll. Dieser Tag möge allen, die unser Volk und unser Land lieben, die Sehnsucht nach beider Freiheit und Glück in sich tragen, eine Mahnung sein, ein Memento, den Ruf •des uni Jeruscholajim und das Haus G-ttes trauernden Jermijohu zu beherzigen: ״!•aßt uns untersuchen und prüfen unsere Wege und zurückkehren zu G-tt!“ E. G. * Die Palestine (Defence) Order in Council 1937 Die Palestine (Defence) Order in Council 1937, durch die ähnliche, frühere Verordnungen zusammengefaßt und ihnen eine neue Rechtsgrundlage gegeben •wird, besagt unter anderem: ״Der High Commissioner kann solche Vorschriften erlassen, die ihm. nach seinem uneingeschränkten. Ermessen als notwendig oder angebracht erscheinen für die' Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit, der Verteidigung Palästinas, der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und der Unterdrückung von Meuterei, Rebellion und Aufruhr und für die Aufrecht- .erhaltung der für das Leben der Allgemeinheit lebensnotwendigen Hilfsmittel und Dienste.“ Ohne Beeinträchtigung der Allgemeingültigkeit der damit übertragenen Vollmachten wird weiters eine Reihe von einschneidenden Vorkehrungen aufgezählt, die zur Aufrechterhaltung der Ordnung getroffen werden können. Chefsekretär Hall verläßt Palästina Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, wird der Chefsekretär der Palästina-Regierung, John ,Hathorn Hall, aus dem Amte scheiden und Palästia am 16. April verlassen. Der ״Friedensaufruf“ des Obersten Arabischen Ausschusses Der Aufruf des Arabischen Ausschusses, von dem wir bereits gemeldet haben, lautet: ״Der Oberste Arabische Ausschuß hat die edle arabische Nation aufgefordert, Ruhe zu bewahren, nachdem von Ihren Majestäten und Hoheiten, den arabischen Königen und Fürsten, .ein hoher Befehl eingetroffen war, in dem volle Unterstützung zum Schutze der arabischen Rechte und zur Erfüllung der nationalen Forderungen zu* gesagt wurde, Der Ausschuß hat in diesem Augenblick die Emp- Endung, daß die Feinde der Nation bestrebt sind, die; Stimmung der Araber durch Provokationen, Morde und andere, dauernde, bedauerliche Angriffe, die gegen einige Unserer arabischen Mitbürger verübt wurden, zu erregen, in der Absicht, auf diese Weise die Atmosphäre des Landes vor der Veröffentlichung der Untersüchungsergebnisse der Königlichen Kommission zu verwirren. Der Oberste Arabische Ausschuß erkennt, daß es im nationalen Interesse notwendig ist, den Rat Ihrer Majestäten und Hoheiten auch weiterhin zu befolgen und vollständige Ruhe zu bewahren; der Ausschuß fordert die ehrenwerte• Nation auf, Erregung und Gewalttaten zu vermeiden und vollständig ruhig zu bleiben in Erwartung, der ihr verheißenen Gerechtigkeit, die Herzen voll Hoffnung und erfüllt von dem Bewußtsein der Gerechtigkeit der arabischen Sache." . , 1 Wieder arabische Delegation nach London Der Oberste Arabische Ausschuß hat beschlossen, eine Delegation nach London zu entsenden׳, die dort für den arabischen Standpunkt in der Frage der jüdischen ■Palästina-Einwanderung werben soll. Als Delegierte wurden bestimmt der Präsident der Palästinensischen Arabischen Partei, Jamal al Husseini, und Dr. Ozzat Tannous; beide waren im Juni vergangenen Jahres bereits in einer gleichen Mission nach London gegangen. Jamal al Husseini war einer der Sprecher vor der Königlichen Kommission. Petach Tikwa zur Stadtgemeinde erklärt Wie in der ״Official Gazette“ bekanntgegeben wird, ist die jüdische Kolonie Petach Tikwa nunmehr zur Stadtgemeinde erhoben worden. Der Stadtrat wird aus fünfzehn Stadtverordneten bestehen, einer von ihnen wird das Amt des Bürgermeisters, ein zweiter das des Vizebürgermeisters bekleiden. Die erste Wahl des Stadtrates findet frühestens in zwölf, spätestens in fünfzehn Monaten nach der Proklamierung der Erhebung zur Stadtgemeinde statt. Petach Tikwa, die zweite rein jüdische Stadt Palästinas, zählt heute 25.000 Einwohner. Ein Dollfuß־־Wald in Nazareth Laut Mitteilung des offiziellen Organs der Vaterländischen Front ist auf dem Boden des Oesterreichischen Hospizes in ׳Nazareth ein Wald gepflanzt worden, welcher zum Andenken an den Kanzler Dollfuß nach diesem benannt wurde. Der Wald umfaßt die stattliche Anzahl von 6000 Bäumen, von denen ein Teil von der Baumschule der britischen Mandatsregierung beigestellt wurde. Anläßlich der Einweihung des Dollfuß-Waldes wurden Tafeln mit dem ' österreichischen Kruckenkreuz an einer ״Dollfuß-Eiche" angebracht.. An der Feier beteiligten sich außer dem österreichischen Generalkonsul Dr. Jorda; in Palästina ansässige österreichische Juden. Dasselbe Blatt berichtet über die Gründung einer österreichischen Vaterländischen Front in Palästina mit dem Sitze in Jerusalem. Der antijüdische Boykott und Terror in Polen Die antijüdische Boykottagitation in Polen hat in den letzten Tagen sich weiter verschärft und Formen angenommen, die den völlständigen Ruin der jüdischen Kaufmahnschaft bewirken müssen. Die von den nationaldemokratischen Agitatoren betriebene Boykottpropaganda wird von den Beamten verschiedener Stadtverwaltungen unterstützt. So hat die Stadtverwaltung, von W1 o c 1 a w 1 k im Warschauer Distrikt beschlossen, den Wochenmarkt in der Stadt auf die Samstage festzusebzen, um auf diese Weise den jüdisehen Geschäftsleuten eine Teilnahme an den׳ Märkten unmöglich zu machen. In einigen polnischen Städten kam es vor, daß Beamte der lokalen׳ Behörden Kaufleute, die zu den Märkten kamen, aufforderten, sich •zu legitimieren, ob sie Juden oder Nichtjuden seien. Die jüdischen Geschäftsleute wurden dann einfach verjagt. Im Städtchen C h o z o w kam es am zweiten Pessachtage zu antijüdischen Exzessen, wobei viele Juden schwer geschlagen! wurden. Die Polizei verhaftete zehn nationaldemokratische Exzedenten. Ernste antijüdische Exzesse ereigneten sich auch in Kasow-Lacky im Distrikt Pokowo der Warschauer Provinz, und in S.okolow-Podalski. In dem Städtchen Krasnigrad, wo ein 14jähriges Mädchen knapp vor den Pessachtagen verschwunden war, haben nationaldemokratische Agitatoren das Gerücht verbreitet, daß die Juden das Mädchen zu ׳Ritualzwecken ermordet hätten. Durch die Verbreitung dieses Gerüchts aufgehetzt, nahmen die christlichen Einwohner eine drohende Haltung gegen die Juden ein. Die Behörden׳ mußten eine Absuchung des jüdischen Friedhofs anördnen. Schließlich wurde der Leichnam des verschwundenen Mädchens im Fluß gefunden und es konnte festgestellt werden, daß sie durch einen Unfall ertrunken war. # Bei der in Warschau vor kurzem abgehaltenen außerordentlichen Versammlung des Exekutivkomitees der polnischen Gewerkschaften wurde eine Resolution angenommen, in der die gegenwärtige antijüdische Boykottagitat.ion in Polen verurteilt und gefordert wird, daß die polnische Verfassung, die allen Bürgern des Landes ohne Ansehen der Rasse und der, Religion gleiche Behandlung zusichert, strikte befolgt werde. 3. Kenessiö Gedaulo im Elul in Marienbad Der Waad Hapoel der Agudas-Jisroel-Weltorgaiiisation hat beschlossen, die Dritte Kenessiö Gedaulo auf den 11. bis 16. E l u 1 dieses Jahres nach Marienbad einzuberufen. Die Landesorganisationen sind ersucht worden, am 15. Siwan Laiidesversammlungen größeren Stils zur Begehung des 25 jährigen Jubiläums der Kattowitzer GründungsverSammlung einzuberufen, die gleichzeitig der Vorbereitung der Kenessiö Gedaulo in den einzelnen Ländern dienen sollen. •#- Die Jerusalemer Zentrale der Agudas Jisroel hat in einem ausführlichen Memorandum an den Stellvertreter des High Commissioner, Chefsekretär Hall, ihren energischen Protest gegen den neu begonnenen arabischen Terror zum Ausdruck gebracht. Die Agudas Jisroel verlangt von der Regierung Garantien!. für Leben und Besitz der jüdischen Bevölkerung. - * Kurz vor Pessach fand in London unter dem Vorsitz des Präsidenten Jacob Rosenheim eine Keren- Hathora-Konferenz,statt, an der sich die leitenden Persönlichkeiten des Werkes beteiligten, Nach einem ausführlichen Rechenschaftsbericht des Direktors, Rabbiner W. S. Jacobson, sprach die Konferenz dem ver- Eine Wohltat für Rheumatiker Franzbranhfwefn ALPA dienstvollen Leiter den Dank für seine unermüdliche und aufopferungsvolle Tätigkeit im Dienste des Keren Hathora aus. Rabbiner Jacobson wird im Interesse der erforderlichen Konzentration in Zukunft ganz sich dem Beth-Jakob-Werk widmen, während die Geschäfte der Keren-Hathora-Zentrale durch die Londoner Exekutive besorgt werden sollen. * Anläßlich des zweiten Jahrzeitstages nach Frau Sara S!chenir׳er, veranstaltete der palästinensisehe Rundfunksender einen Vortrag über ״Sara Schenirer, Beth Jacob und Bnos Agudas Jisroel“. Den mit großem Beifall aufgenommenen Vorträg hielt Herr Rabbiner D. Z. ,Silberstein. Oberster Legislativrat Rumäniens gegen rassische Unterscheidung zwischen Bürgern Die höchste juristische Behörde Rumäniens, der ״ConcUiul legislativ“, hat festgestellt, daß Gesetze, die eine unterschiedliche Behandlung von Staatsbürgern auf Grund der Abstammung vorsehen, verfassungswidrig sind. Der Legislativ-Rat hatte sich über einen Gesetzes- Vorschlag zu äußern, demzufolge Landbesitz von Personen nichtrumänischer ethnischer Abstammung in einem 100 Kilometer breiten Streifen an der rumänisch-ungarisehen Grenze zugunsten des Staates enteignet werden sollte. Der Antrag war vor einiger Zeit von einer Gruppe antisemitischer Abgeordneter gestellt worden. Es sollten Angehörige der nationalen Minderheiten, die Ungarn, Juden usw., die im Grenzgebiet Besitzungen haben, diese verlieren und durch ״reinblütige“ Rumänen ersetzt werden, damit ״die Sicherheit des Landes besser gewährleistet“ sei. Der Legislativrat erklärt in seinem Gutachten, daß der Gesetzesvorschlag nicht im Einklang steht mit der Verfassung und den internationalen Verträgen, in denen bestimmt ist, daß zwischen Staatsbürgern •kein Unterschied der Rechtsstellung bestehen soll ohne Rücksicht auf ihre rassische, bekenntnismäßige oder sprachliche Zugehörigkeit. Die Bäume knospen, der Schnupfen blüht! Das ist der Frühling! Die Uebergangszeit mit ihren stets wechseln* den Temperaturen hat die meisten Verkühlungen auf dem Gewissen. Da heißt’s, sich besonders vorsehen: immer sollten Sie eine Flasche ALPA-Franzbranntwein im Haus haben, denn regelmäßige Alpa-Einreibungen machen den Körper widerstandsfähig und gefeit gegen Verkühlungen! Auch der Arzt empfiehlt ״Alpa־'*Massagen! AÜtöfahmhiile ,Atlaihof I, Franz*Josephs-Kai 3, Wiesingerstraße 9 ■ + Teilzahlungen! J

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