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Jüdische Presse · 1937-03-26 · 13 (26.3.1937) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
13 (26.3.1937)
Date
1937-03-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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m 13 jüdische presse Mitttsiifii im Judenviertel ran Tripolis Die offizielle italienische Agentur (Agenzia Stefaui) berichtet über die Fahrt des Regierungschefs Mussolini durch die Stadt Tripolis, wo er von der Bevölkerung be* grüßt tvurde. Der Radi der Moschee von Gürgi überreichte ihm eine Botschaft, in welcher ihm der Dank der 400 Millionen Mohammedaner für das, was Mussolini für den Islam gesagt und getan habe, ausgesprochen wird. Weiter berichtet die Agenzia Stefani: Im Juden* viertel, das der Duce hierauf durchschritt, wurde er begeistert akklamiert und vom Rabbiner begrüßt, der erklärte, die Juden Seien dankbar dafür, daß sie wie ihre Vorfahren unter dem Schutze Roms leben können. Die libysehen Juden bekennen auf diese Weise feierlich ihre Treue zu Italien und ihre Ergebenheit gegenüber dem faschistisehen Regime, das sie zu Teühabern an der Größe Roms macht, ihre geistigen Güter beschützt und den Fortschritt der Bürger fördert.'Der Duce erwiderte, daß er von dem Empfang und der Ergebenheitskundgebung tief ergriffen sei. Die antisemitische Bestie in Polen Die anti jüdische Unruhewelle in Polen dauert ununterbrochen an, es vergeht kein Tag, ohne daß an der einen oder der anderen Hochschule jüdische Studenten blutiggeschlagen werden oder daß in den Städten oder auf dem flachen Land Juden einzeln und in Gruppen überfallen werden und jüdische Habe zerstört oder geraubt wird. Diese Unruhen häufen sich so sehr, daß die jüdische Presse kaum noch Platz hat, um sie alle zu verzeichnen. In Radom wurden zwei Juden aus dem benachbarten Przytik, wo vor vielen Monaten ein Judenpogrom stattgefunden hat, ohne daß er bisher seine Sühne gefunden hat, von einem Huligan überfallen und niedergestochen. Beide, der 30jährige Sinai Den und der 65jährige Jakob Eisenberg, erlagen im Hospital ihren Verletzungen. Der Huligan Stefan Szymczyk wurde verhaftet, simuliert aber Irrsinn. Sir Austen Chamberlain Der dieser Tage verstorbene hervorragende englische Staatsmann und frühere Außenminister Sir Austen Chamberlain hat wiederholt zu jüdischen Problemen Stellung genommen und hiebei stets eine freundschaftliche Gesinnung gegenüber den Juden in. England und anderen Ländern bekundet. In den letzten Jahren ist Sir Austen Chamberlain einige Male bei offiziellen und inoffiziellen Anlässen für den Schutz bedrohter jüdischer Gemeinschaften und für die Erleichterung des jüdischen Aufbauwerkes in Palästina eingetreten. Für die Unterdrückung der Juden in Deutschland durch die Hitler-Regierung fand Sir Austen Chamberlain im Parlament und außerhalb desselben Worte tiefster Indignation; so oft er über dieses Thema sprach, fand er Widerhall weit über Englands Grenzen hinaus. Ein sonderbarer Vorfall ' Wie der ״Dawar“ berichtet, erschienen vor kurzem im Jerusalemer Rabbinat zwei Arbeiter, die• mit allen An- Zeichen des Entsetzens folgendes Erlebnis erzählten: Die beiden waren bei den Fundamentgrabungen zum Bau des Hadassa-Spitals auf dem Har Hazofim beschäftigt. Eines Tages waren sie auf menschliche Gebeine gestoßen. Der eine von ihnen hatte sie, ohne sich dabei etwas zu denken, in ein Stück Papier gewickelt und beiseite gelegt. In der Nacht darauf erschien ihm im Traume ein alter Mann, der ihm heftige Vorwürfe machte, daß er ihn in seiner Ruhe gestört habe. Der Arbeiter kümmerte sich darum nicht; auch nicht, als sich der Traum in der folgenden Nacht wiederholte. In der dritten aber schreckte ihn die Gestalt des Greises, der sich nun Ahron nannte und als Hohen bezeichnete, mit der Drohung, er werde ihm so lange keine Ruhe geben, bis er selbst seine Rühe habe. Am nächsten Morgen -begab sich der Arbeiter mit seinem Kameraden aufs Rabbinat nach Jerusalem, wo sie ihre Geschichte vorbrachten. Der Rabbinatsdiener ging mit ihnen an die betreffende Stelle, legte die Gebeine in einen Sarg und brachte sie zu! Kewer Jisroel. Seither hat der Arbeiter seine nächtliche •Ruhe wieder. Sedee... In der Rüstwoche des Pessachfestes jenes Jahres, ■das den Juden des Landes die unabwendbare Gewißheit brachte, daß die Führung des Reiches sie als Fremdlinge und Fremdkörper im Staate betrachtete, traf Bern- Jiard S. im Städtchen J. ein. Vor zwei Jahrzehnten war er dort zu Füßen des berühmten Rabbis gesessen. Ein Kind ’ frommer, g-ttesfürchtiger Eltern, hatte er hier aus der reinen Quelle der heiligen Lehre geschöpft, bis er dann, zum Jüngling herangewachsen, dem Strome der Zeit folgend, der Heimat Ade gesagt, um im Lande des Westens, dem Lande der heimlich bewunderten Kultur, sein Glück zu versuchen. TJnd er hatte es auch — zumindest dünkte es ihm *׳־־־ gefunden. Aus dem schüchternen Benjamin der östliehen Jeschiwoh war der angesehene Großkaufmann Bernhard geworden. Wohlstand und gesellschaftliche Stellung hatte er erobert und sich dem Kulturkreise seiner zweiten Heimat völlig eingefügt, sich aber auch der Lehre und dem Glauben seiner Jugend ganz entfremdet. Nichts schien seiner wohlgeordneten Lebensbahn hindemd im Wege zu stehen. Bis dann förmlich über Nacht die bittere Emüchterung kam. Noch konnte man es nicht fassen. Was seit Jahrzehnten festgefügt schien, war ins Wanken geraten. Halt- und ziellos waren die Menschen geworden. TJnd. wie der Sohn, der nach Jahren des Erlebens und Genießens — so ihn die' harte Hand des Schicksals ergreift — heimfindet in die Arme der Mutter, um dort Trost und Aufrichtung zu finden) so wendet sich unser Bernhard nach dem Städtchen seiner Jugendlehrzeit, um sich dort vor seinem einstigen Lehrer amuweisen und um vielleicht — ein leises Ahnen ließ ihn hoffen — Antwort zu finden auf die bange Frage des Schicksals ,זד ne ... m ועל סח ■ Man saß beim Seder, Dem Gaste war ein Ehrenplatz ganz in der Nähe des Rabbis zugewiesen, und so manche Quelle, die in den Jahrzehnten des Femseins versiegt und verschüttet gewesen, schien in Benjamin wieder bloß gelegt. Der Rabbi saß, in Weiß gehüllt, in engelhafter Erhabenheit an der Spitze der Tafel, Wort für Wort mit ■aufwühlender Andächtigkeit sprach er die wohlbekannten, uralten Sätze der Hagadah. Dem Gaste schien -es, als weise jeder Satz auf sein Schicksal hin, als gelte Wahlen in die jugoslawische orthodoxe zenterlkanxief Am t März fanden in Benin äi§ Wahlen in die Leitung der jugoslawischen orthodoxen Zentralkanzlei statt, nachdem das Miüistefiüm einem Prüfest gegen die Wahlen Vom Vorjahre stattgegeben hatte. Der Wahlver- Sammlung wohnte auch Oberrabbiner Dr. Alkaiay bei, der eine Überaus beifällig aufgenommene Segrüßungsansprache hielt. Die neugewählte Leitung setzt sich wie folgt zuaammeni Geschäftsführender Präses: Hermann Deutsch, Sübötica; Präses: Alexander Pollak, Senta; Vizepräses: Bernat Menczer, Stara Kanjiää; Sekretär: Rabbiner Josef Grün, Mol; Kassier: Aron Hohn, Senta. Verwaltungsrat: Ignaz Großberger, Sübötica; Josef Goldstein, Sübötica; Jäkob Glied, Sübötica; Moses Krojnik, Senta; Samuel Hoff mann, Senta; Martin Hohn, Ada; Filip Stern, Ilok; Fried Mavro Vilim, Ilok. Revisoren: Lipot Ungar, Senta; Lipot Weinberger, Senta; Sanäor Groß, Sombor. Wegen der Pessacft- Feiertage erscheint der ״Jüdis chen Pressey/ erst am dienächfte Nummer 9. April d. 1 Parabeln zur Hagada ״Dies ist das Brot des Elends, das gegessen haben unsere Väter im Lande Mizrajim.“ In manchen Hagodos heißt es ״diese s", in anderen ״wie dieses“. Es sind also verschiedene Lesarten, doch der Sinn scheint derselbe zu sein. Der berühmte Maggid, Rabbi Jakob aus Dubna, versucht durch ein ״Moschol“ beide Versionen zu rechtfertigen. In alten Zeiten lebte ein rechtschaffener, aber armer Mann, niedergedrückt von Kummer und Sorgen, mit den Seinen in tiefstem Elend. Alles, was er besessen, war bereits verkauft und die Kinder mußten sogar als Sklaven dienen. Da machte ihm eines Tages ein Jugendfreund, ein überaus reicher Mann und Großgrundbesitzer, den Vorschlag, als Verwalter auf eines seiner großen Güter zu ziehen; dann würde all die Not ein Ende haben. Der Arme willigte dankbar ein und nun begann ein Leben voll Glück und Freude, voll Wohlstand und Behagen. Doch an jedem Jahrestag des frohen-־Ereignisses zog der Vater zum Andenken an sein früheres Elend seine alten Bettlerkleider an, nahm Stock und י Ranzen zur, Hand, um in diesem Aufzug reiche Geschenke an Frau, Kinder und Gesinde zu verteilen. Das war dann ,stets eine große Freude, wenn die Kinder den׳Vater in den zerrissenen und beschmutzten Kleidern, erblickten״ die ihnen doch immer ein Fest versprachen; Da geschah es, daß der Verwalter den Zorn des Grundherrn auf sich lud und dieser ihn forttrieb und ihm alles nahm, was er besessen und ihm nichts ließ als das Bettlergewand, •das er mitgebracht hatte. Die Kinder jubelten, als sie den Vater in diesen Kleidern sahen. Dieser aber sprach traurig: ״Arme Kinder! Früher war es nur eine Erinnerung, ein Andenken; heute aber ist's bitterer Ernst.!“ Der arme Mann, dessen Kinder als Sklaven dienen mußten, ist Israel in Mizrajim. Da kam sein Jugendfreund, der Herr der Welt, und brachte ihn, Israel, in den herrlichsten Teü seiner Erde, in das Heilige Land. Da war eitel Wonne und Glück und Seligkeit! Und am Jahrestag der Erlösung sprachen!wir: ״Wie dieses, war das Brot des Elends; es ist nur eine Erinnerung, damit wir in dieser frohen Zeit des Elends nicht vergessen.“ jedes Wort und jede Deutung dem heutigen Geschick der Juden. Mitternacht war längst vorüber. Mit andächtig geschlossenem Auge und leiser Stimme begann der Rabbi nach beendetem Mahle: Als Jisroel aus Mizrajim zog, da.— so erzählt uns das heilige Soharbuch — ,טעמו טעם מיחד empfanden sie den Geschmack des Sterbens, bis Haschern sie davon heilte, denn so heißt es וזד הלך לב־ניהם und der Ewige zog vor ihnen. , - , Jahrhunderte qualvollster Knechtschaft hatte Jisroel in Mizrajim verbracht, grauenhafte Peinigung erlitten. Und doch hielt die Hoffnung auf die den Vätern versprochene Erlösung das jüdische Volk aufrecht. Generation für Generation hatte es der Vater dem Sohne, die Mutter dem Kinde eingeprägt: ', ״Erlösen wird uns der Ewige.(< Die Qualen arbeitsschwerer Tage, die Träume tränenreicher Nächte waren durch den Glauben an die Genloh erträglich gewesen. ’ ‘ Und endlich hatte die Stunde der Erlösung geschlagen. Doch — was war dies? Ein Morgen wie jeder andere zog herauf. Glühende Sonne strahlte vom Himmel, nichts schien in der Natur verändert. Da befällt ein lähmendes Gefühl die Kinder Jisroel. Die Erlösung ist da, wir haben das heißersehnte Ziel erreicht. Welchen Zweck hat jetzt unser Leben? Was nun? ,טעמו טעם מיחד Sie empfanden den Geschmack des Sterbens, denn sie waren ziellos geworden. Doch Haschern in seiner unendlichen Güte sandte bald die Heilung. ״ .וה׳יחלך לזניחםMir nachrief der Ewige den Erlösten zu, ,iEin 1Ziel habt ihr erreicht, ein treues Ziel sollt ihr erstreben, Ich führe euch zum Sinai, dort erhaltet ihr die Thora, die euch für alle Ewigkeit Halt und Inhalt gibt.e( Im Wandel der Zeiten, im Auf und Nieder der Menschengeschicke, ist die heilige Thora die Mutter, die alle Kinder und seien sie noch so ferne ייי ruft. Und welches Kand hört nicht auf die Stimme der innigstgeliebten Mutter! Als Benjamin nach den Festtagen, von den Segens• wünschen des Räbtn begleitet,׳ das Städtchen verließ, da wußte er, wohin ihn Gattes Ruf gestellt hatte. M, L<, Bratislava, Die Wiener Molkerei bringt auch heuer Pessäch-Köscherntiich in allen ihren Filialen zum Verkauf. Die Pessach- Koschermilch wird in ihren Meiereien in Niederösterreich unter streng ritueiler Aufsicht der von Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. Rosenmann bestellten, religiös verläßlichen Organe משגיחים erzeugt. Jede Kanne und jede» Flasche ist mit einer Plombe, resp. einer Schleife versehen mit dem Aufdruck חלב כשר של פסח WIENER MOLKEREI Bata befreit Hausfrauen vom Strümpfestopfen. Die größte!Sorge bereitete sowohl in Familienhaushalten als auch Junggesellen oder beruflich tätigen Frauen die Plage mit dem Strümpfe- und Sockenstopfen. Heute reparieren und waschen Strümpfe bei Bata geschulte Strumpf- Stopferinnen. Aber wir haben unseren Freund erzürnt und mußten׳ die Stätte unseres Glücks verlassen. So müssen wir denn wieder essen das Brot der Verbannung, und mit Wehmut und Bitternis sprechen wir es aus: ״Dies es ist das-Brot des Elends, das unsere Väter gegessen im Golus Mizrajim“, es ist nicht bloß Andenken, sondern traurige, furchtbare Wirklichkeit! * ... ״Jetzt hier, im künftigen Jahre imLande Israel, jetzt Knechte, im künftigen Jahre freieMänner« Diese Hoffnung wird am Anfang der Hagodo ausgesprochen, also noch bevor die eigentliche Erzählung beginnt. Der Dubnoer Maggid macht uns den Grund hiefür an einem Gleichnis klar: ״Ein armer Mann, der so wenig zu erwerben vermochte, daß er nur von Brot und Wasser leben mußte, gelangt plötzlich in den Besitz großer Reichtümer. Jahrelang lebt er nun in Wohlstand und Glück, sorglos und frohgemut. Damit aber sein Herz nicht übermütig werde und er niemals seines früheren Elends vergesse, gewöhnt er sich, jeden Mittag, nachdem er *sein aus köstlichen Speisen bereitetes Mahl zu sich genommen, ein Stückchen Brot, in Wasser getunkt, zu verzehren. Dies soll ihn an die Zeit erinnern, da er gezwungen war., mit dem Brot der Armut sein Leben zu fristen. Doch die Gunst des Schicksals ist nicht beständig. Unglückliche Zufälle berauben den1 Reichgewordenen seines! baren Vermögens, während die großen Außenstände ,festgefroren' sind und nicht eingehen. Wieder hält die Not bei ihm Einzug und wie ehedem muß , er in kärglicher Weise leben. Da wird er eines Tages von einem vornehmen Manne ׳zu Gaste geladen. Die köstlichsten Speisen werden aufgetragen und der Arme hat einmal wieder Gelegenheit, sich nach Herzenslust zu laben. Nach der Mahlzeit erbittet er sich — seiner Gepflogenheit gemäß — ein Stückchen grobes Brot und ein Glas Wasser. ,Törichter Mann‘, wundert sich da der Hausherr, ,bedarf es bei deiner jetzigen Lage der Erinnerung an dein einstiges Elend? Bist du doch arm wie zuvor!' ,Nicht doch‘, entgegnet der Gast, ״ich bin nur augenblicklich in Verlegenheit. Große Posten habe ich ausstehen und ich bin dessen sicher, daß sie einkommen werden, wenn der Zahlungstermin fällig ist•. Dann bin ich wie der ein reicher Mann!“ Wie diesem Manne ergeht es auch uns. Wir waren arm und elend in Mizrajim und unsere Unterdrücker gaben׳ uns das ״Brot des Elends“ zu essen. Doch G־tt befreite uns aus dem Sklavenjoch und gab uns das herr- Uchste Land der Welt zum Erbteil und machte uns groß und vornehm. Wir aber haben das Geschenk nicht mit gehöriger Sorgfalt behütet und haben unser Land und unsere Freiheit wieder verloren. Was, könnte man fragen; soll uns jetzt noch die Erinnerung an die Sklaverei in Aegypten? Alles, was ■wir bei der Erlösung aus Mizrajim erlangt haben, ist ja wieder verlorengegangen! Der Besitz des Heiligen Landes, unser Staat, unsere Freiheit, das erhabene Haus unseres G-ttes — alles ist ja dahin! Doch nein, nicht alles! Wir besitzen noch die heilige Lehre und ihre weisen Gebote. Das ist ein Dokument, das uns die höchsten Güter in sichere Aussicht stellt Wenn einst der ״Zahlungstermin“ kommt, wird es wieder wie einst und noch herrlicher. ״Jetzt hier, im künftigen Jahre im Lande Israel, jetzt Knechte, im künftigen Jahre freie Männer.“ * ■ .׳ ״Nicht uns, G-tt, nicht uns, sondern Deinem Namen gib Ehre!“ Die Wiederholung des ״nicht uns“ erklärt, Rabbi Jakob aus Dubna mit einem Geschichtchen: Ein armer Vater, der für seine Tochter ,einen Mann suchte״ ging den reichen Bruder um die Mitgift an. Dieser willfahrte der Bitte; doch der andere verwendete, wohl ohne schlechte Absicht und nur unter dem Zwang der Umstände, den Betrag in der Weise, daß er alte Schulden damit bezahlte und sich und die Familie mit dem Nötig!• sten versah. Und nun wollte er sich zum zweiten Male an die Freigebigkeit des Bruders wenden, Da meinte ein kluger Freund; ״Das wäre verkehrt, denn du hast deines Bruders Güte mißbraucht, Das mußt du anders ansteUew! Wähle erst deinen Choson und laß die Kinder sich ver? loben. Nachher führe den Bräutigam zu deinem Bruder und sprich zu ihm folgendermaßen; ,Sieh, ich will diesmal nichts für mich; nicht mir gib, auch nicht in meine Hand gib, was du zu spenden gedenkst, sondern ohne Umweg dem, den du beschenken willst!“; ״ Aehnüchen Sinn hat das Gebet Jisroels. Es hat die Gnade und Ailgttte G-ttes immer wieder mißbraucht und wagt sie nicht mehr in Anspruch zu nehmen. Darum flehen wir; ״Nicht uns und nicht in uuss.re Hände gib.* 0 G״tt, di.e Ehre,, •ö&r*• sie uumittclbar ihrer. Bestimmung zu, Deinem Namen gib Ehre!“

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