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Jüdische Presse · 1937-03-26 · 13 (26.3.1937) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
13 (26.3.1937)
Date
1937-03-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 13 JÜDISCH*; PKESS*. \ Mm 3 6116יי^-ספירת העומר• für das Jahr 28) מיצ׳ו. März bis 15. Mai 1937). Austdiheiden und aufbewahren I Hebet das Omee-iäkleH 3. B. M. 28, 9 bis lJf, ist die Vorschrift ausdrücklich genannt und 5. B. M. 16,9, ist sie in der Wiederholung der Gesetze angedeutet, daß am zweiten Tage des Pessachfestes ein Mehlopfer von der neuen Gerste dar gebracht werden sollte. Der erste Schnitt von der neuen Gerste wurde bei Beginn der Nacht nach dem Ausgang des ersten Pessachtages von der Gelehrtenvertretung des Volkes vor genommen. Die Gabe wurde dann am zweiten Tage des Pessachfestes als Mehlopfer dargebracht. In enger Verbindung mit diesem Gesetz steht dasjenige der. Omerzählung. Schon der Name ״Omer“ erinnert ja an das Opfer, das 1fno Epha faßte und dasjenige Maß darstellt, welches als eine Tagesration für einen Kopf als Nahrung ausreicht. Diese Omerzählung ist ein besonderes Gesetz. Es hat seine Quelle in den Versen 15—16 im erwähnten 23. Kapitel des 8. B. M. und der auch angeführte Vers 9 des 16. Kapitels des 5. B. M. bildet die eigentliche Wiederholung gerade. dieser Vorschrift zu zählen. Schon aus dem Zusammenhang der Omerzählung mit dem Omeropfer ergibt sich, daß die Zählung nur so lange eine Thoravorschrift war, als man das Omeropfer bringen konnte. Die Selbständigkeit wiederum der Vor- Schrift des Zählens hat die Weisen veranlaßt, die Zählung auch für die Zeiten festzuhalien, in denen" das jüdische Volk nicht mehr in der Lage ist, das Omeropfer darzubringen, um so wenigstens Geist und Bedeutung des Omer durch die Tat für alle■ Zeiten zu erhalten. Nach einigen Dezisoren ist das Zählen auch bei tms eine Vorschrift der Thora. Man hat möglichst bei Beginn der Nacht zu zählen, darf aber diese Pflicht erfüllen, solange die Nacht dauert. Hatte man am Abend oder während der Nacht zu zählen vergessen, kann man das Zählen am Tage nachholen, soll aber dann keinen Segensspruch vorher sprechen. Jedenfalls kann man aber bei dem weiteren Zählen an den folgenden Abenden den Segensspruch sprechen. Nur wenn man einen ganzen Tag in der Zählung hat ausfallen lassen, dann kann man weiterhin keinen Segensspruch vor dem Zählen sprechen, da die Zählung nicht mehr eine ״vollkommene“, das heißt, ununterbrochene ist. Weiß man sich aber nicht mehr zu erinnern, ob man an irgend einem Tage das Zählen vergessen hatte, dann kann man den Segensspruch wohl noch sprechen. Die Ausübung der Voschrift soll stehend vorgenommen werden, wie damals, als das Volk beim Getreideschnitt dabeistand. Die Pflicht, das Zählgebot zu beachten, ist eine persönliche und ist von jedem einzelnen zu erfüllen. Von dem Eintritt der Dämmerung an, soll man nicht mehr fragen: Wieviel Tage zählt man heute‘/ damit der andere nicht die Zahl nennt, die man nach Eintritt der Nacht erst zu sprechen hat. Man fragt vielmehr nach der gestrigen Zahl und in jedem Fall muß die Antwort immer lauten: ״Gest er n abend zählte man soundsoviel.“ Man soll erst den Segensspruch sprechen, wenn man weiß, wieviel Tage an diesem Abend gezählt werden. Man darf zwischen dem Segensspruch und der Zählung keinesfalls sprechen. Man muß die Tage und die Wochen zählen und nach dem Wortlaut der auf den Kalendern und Tabellen vorgedruckten Fassung. Wir zählen von Pessach bis Schwuos, um damit ״festzuhalten und . für das Leben zy, beherzigen, daß Pessach seine Vollendung nur in Schwuos finde, daß Freiheit und aller Segen, der in ihr liegt, nur erst Wert, Wirklichkeit und Bedeutung durch das Gesetz der Thora erhalte; wie denn nur, um Diener der Thora zu werden, Jisroel aus dem Dienste Mizrajims befreit wurde; wie denn auch gleich im ersten Befreiungsauftrag an Mosche dieses geistige Ziel der körperlichen Befreiung ausgesprochen wurde: ״Wenn du hinausgeführt hast das Volk aus Mizrajim, werdet ihr Diener G-ttes an diesem Berge (II. 8, 12) “ (Hirsch, Choreb § 2Dt.) Der sogenannte grüne Zahnbelag bei Kindern ist eine sehr häufig beobachtete Erscheinung, die dadurch entsteht, daß Speisereste Gärungssäuren bilden, die eine Besiedlung der Zähne mit grünen Fadenpilzen herbeiführen. Deshalb sollen auch die Zähne der Kinder mit einer geeigneten Bürste und Zahnpasta gründlich und regelmäßig gereinigt werden. Odol-Zahnpasta reinigt gründlich, ohne den Zahnschmelz anzugreifen, desinfiziert, ist von angenehmem, köstlichem Geschmack ׳und verleiht reinen Atem. Die Füße sind unzufrieden... Das schwere Winterschuhwerk fällt Ihnen schon zur Bast und sobald es schöneres Wetter gibt, ermüden sie schnell. Im Frühling braucht man aber einen festen, raschen Gang. Das bedeutet vor allem leichtere Schuhe — also Schuhe aus B a t a s Frühjahrs-Kollektion. 1 SO. H0.Di.lMI. 00. Ff kl Inf Vorabend des . . . 28 29,1 30J 31 — — _ Ma!z sind zu zahlen . 1 21 3! 4 Omertage Am Vorabend des . . . _ —; —! — 1 2 3 April sind zu zählen . 5 ö 9 Omertage Int Vorabend des , . . 4. 5.1 6j 7. 8. 9 10 April sind zu zählen . . 8 9\10\11 T2 13 14 Omertage Int Vorabend des . . . 11. 12.! 13J 14. 15. 16 17 April sind zu zählen . . 15 16 11? j 18 19 20 2T Omertage Am Vorabend des . . . 18. 19.: 20.! 21. 22. 23 24 April sind zu zählen . , 22 23 \ 24 \ 25 26 27 28 Omertage Am Vorabend des . . .;5. 26.1 27. | 28. 29. 30 _ April sind zu zählen . . 29 30 j31!32 33 34 Omertage Am Vorabend des . . . _ — : — I — _ _ 1. Mai sind zu zählen . . 35 Omertage Am Vorabend des . . . 2. 3.! 4.I 5. 6. 7 8 Mai sind zu zählen . . 36 37 j 38! 39 40 41 42 Omertage Am Vorabend des . . . 9. 10.| llj 12. 13. 14 15. Mai sind zu zählen . . 43 44:45! 46 47 48 49 Omertage DAS IST DAS ■ nerol NATURREINES KOKOSNUSSFETT Die Erzeugung steht unter Aufsicht Sr. Ehrwürden des Herrn Bezirksrabbiners S. Ehrenfeld zu Mattersburg. Haben die Juden in Rußland Mazzos? Aus Riga wird der ״Jüdischen Presse" geschrieben: Vor einiger Zeit haben in der jüdischen Presse Nachrichten kursiert, die davon wissen wollten, daß heuer in der Sowjetunion die Versorgung der Juden mit Mazzos in Frage gestellt sei. Auf eine diesbezügliche Intervention des Aguda-Führers und Präsidenten der Rigaer Kultusgemeinde, Deputierten D u b i n, bei der dortigen russisehen Gesandtschaft langte bei ihm folgendes, vom ersten Legationssekretär gezeichnetes Schreiben ein: ״Auf Ihre Anfrage vom 10. März, betreffend die Versorgung der Moskauer Juden mit Mazzos, habe ich die Ehre, Ihnen folgendes mitzuteilen: Im Jahre 1937 werden in Moskau Mazzos in derselben Bäckerei und von ׳denselben Bäckern wie in den vergangenen Jahren gebacken. Wie früher ist auch heuer die Bäckerei während des ganzen Jahres stillgestanden, außer Mazzos wird dort nichts erzeugt. Zur weiteren Information teile ich Ihnen noch mit, daß gegenwärtig auch in einer Reihe anderer Städte Mazzos hergestellt werden, und zwar in Leningrad, Kiew, Charkow, Minsk üsw. Ueberall sind die religiösen Vorschriften korrekt eingehalten worden." Wir geben diese Nachricht mit dem Vorbehalt wieder, der bei solchen Enunziationen am Platze ist. Don Jizchak Abarbanel Zur fünfhundertsten Wiederkehr seines Geburtstages Als .Takob weg- und ziellos durch die Nacht wanderte, erhob er hilfesuchend die Augen zu den Bergen. Unsere weisen Lehrer meinen aber, es waren nicht die הרים, die Bergwände, sondern die הורים Ahnen, zu denen er emporschaute, um sich an ihnen emporzurichten. So war und blieb es in Israel immer. So oft Ereignisse ein traten, die das Vergängliche all dessen, was ihm Stab und Stütze schien, dartaten׳, so schaute es zurück, zu dem. was, ewig und unantastbar, im Tresor seiner Geschichte ihm als eiserner Bestand aufbewahrt ist, und da fiel sein Blick auf die großen Führer, die die Hüter jener heiligen Substanz waren. So kam es denn, daß vor zwei Jahren viele den Rambam feierten, die ihn bisher nur dem Namen nach kannten und bei der Gelegenheit erst erfuhren, daß Rambam und Maimonides identisch seien. Damit erklärt sich auch, daß heute jüdische Menschen sich für Abarbanel interessieren, den sie bisher nicht einmal dem Namen nach kannten. ” Gerade Don Jizchak Abarbanel, der vor 500 Jahren (1437) in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon geboren wurde, zeigt uns in seiner Geschichte und in seinem Nachlaß, was vergänglich und was ewig ist an der nicht immer allein im jüdischen Bezirk verbrauchten jüdischen Kraft. Aeußere Erfolge waren Blumen am Rande des jüdischen Schicksalsweges, die verwelkten, die Schöpfungen aus der unermeßlichen Tiefe der jüdischen Volksseele heraus bleiben, und nach diesen greifen wir heute, wenn wir den fünfhundertsten Geburtstag Abarbanels begehen. Don Jizchak Abarbanel durchlief seine Lebensbahn in 68 Jahren, und wir kennen nicht einmal sein Grab, das sich in Padua einmal befunden hat. Dem Staatsmajnn und Finanzverwalter standen alle 'Staatskunst und das Finanzgenie nicht bei, als mit dem Wandel der Zeiten und Geschicke in Spanien auch ein Wechsel in der Fürstenlaune eintrat: was uns . blieb, ist der Lehrer, der Denker Abarbanel, der auf breiter, zu weilen, zu breiter Straße uns in die Tiefen׳ des jüdischen Gedankens hinabführt. Und auch darin ist Don Jizchak Abarbanel ein Symbol seiner Gemeinschaft: Es stand ihm nicht der Sinn nach Ehren und Aemtern. Er wäre wohl lieber bei den Büchern und Zahlen der Schrift geblieben, statt die chronischen Unterbilanzen der Fürsten und Könige ins Gleichgewicht zu bringen. Aber er wurde in sein Amt befohlen׳* Genau wie sein Volk in Spanien, das dem großen geschiehtlichen Ringen?wischen Kreuz und Halbmond gern aus dem Wege gegangen wäre, wäre es nicht als Puffer in die Mitte hineingeschoben worden, um den endlichen Sieg des Abendlandes nach der Einnahme Granadas mit seinem Gut und Blut, mit Heimat und Beben zu bezahlen. Das äußere Lebensbild des Menschen und Staat»- mairnes Die Familie Abarbanel stammte aus Sevilla, führte aber ihren Stammbaum nach Jerusalem bis zum König David zurück, dessen Harfe auf dem Wappen der Abarbanels zu sehen war. Schon der Vater, Juda, war am Hofe von Portugal angesehen und beamtet. Jizchak erhält eine seiner hohen Begabung angepaßte gediegene Ausbildung. Er ist ein ausgesprochener Maimon-Schüler, der den ״More" kennt, vorträgt, erklärt, glossiert und, wo er es für gut findet, auch bekämpft. Schon in ganz jungen Jahren wird er an den Hof und in den Dienst des Königs Alfons V. gezogen. Glück und Glanz begleiten ihn bis zur Lebensmitte. 1483 muß er aber nach dem Tode seines königlichen Gönners mit 46 Jahren die Heimat verlassen. Ein Emigrant in Toledo, verlassen und bar aller Mittel, gedenkt er nun seine in Lissabon begonnenen Kommentare zur Heiligen Schrift fortzusetzen und zu vollenden1, was ihm denn auch in einem Zeitraum von vier Monaten (10. Cheschwan bis 13. Adar) gelingt. Den Kommentar!zu den ״Königen" hat er zunächst zu erleben׳. König Ferdinando von Spanien läßt ihn kommen und legt ihm die spanischen Finanzgeschäfte in die Hand. Schon in s!einer Lissaboner Zeit bewährt sich Jizchak Abarbanel als Staatsmann von großem Ausmaß, als Staatsmann aber von der Größe eines Joseph, dessen Herz seinen notleidenden Brüdern ' gehört. Von Nordafrika hringt der König von Portugal ein paar hundert jüdische Sklaven als Kriegsbeute mit. Jüdische Sklaven darf es aber nicht geben. ״Denn mir sind Israels Söhne untertan und nicht Sklaven bei Sklaven", lautet ein Satz der. Schrift, den Abarbanel klar genug gedeutet hatte. Also folge der lebendige Kommentar. Nicht allein, daß alle samt und sonders ausgelöst werden, ist das Große an der Sache, sondern auch die Organisation, die der jüdische Staatsmann Abarbanel dafür schafft, könnte heute vorbildlich• sein. Zwölf Obmänner, נשיאים genannt, sorgen für die Aufbringung der Gelder., Nach der Befreiung werden die Fremden, die Brüder sind, in Schulen und Werkstätten in der portugiesischen Sprache und im Handwerk ausgebildet, so daß sie. in wenigen Jahren dem Leben׳ und dem Arbeitsprozeß im neuen Lande eingegliedert sind. Die Katastrophe Der heutige Mensch kann sich eine Vorstellung von dem jähen Zusammenbruch des spanischen Judentums nicht machen. Als am 2. Jänner 1492 Granada als letztes Bollwerk des Islam gefallen war, und man bereits davon munkelte, daß ein Austreibungsedikt' gegen die’ Juden im königlichen Archiv als Dankopfer der Kirche schon bereitliege, um zur gegebenen Stunde verkündet zu werden,, glaubten es die Juden einfach nicht. Es war schlechthin undenkbar, so undenkbar, wie etwa, daß mit einem Federstrich die Schöpfung upd die Weltordnung aufgelöst werden und das schöne' Spanien aufhören könnte, Und als am 31. März das Edikt mit Pauken und Trompeten dennoch in den Straßen der spanischen Städte verkündet wurde, da ,war eben jener Weltuntergang, den man sich nicht vorstellen könnte, wirklich da, Abarbanel hatte aper in der 53eit zwischen dem 3. Jänner und dem 31. März nicht geruht. Hielt sich sein Volk im Lande' unentbehrlich, so» wurde ihm seine ,j^nentbehrlichkeit bei Hof oft genüg bezeugt. Von drei Abwehrmitteln für

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