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Jüdische Presse · 1937-03-19 · 12 (19.3.1937) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
12 (19.3.1937)
Date
1937-03-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
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JÜDISCHE I*R|&S£ mm; 2 Nn 12♦; f9 w r?»Ty s0g {ri # * littLfaMKJUfcUu■ s 7.30 ]]NI# Marren ln schwartund Igtbta S 8.80, 9.00, 12.- feinster Haarfils SIS,-, 1933 ״,— extra •Velours ln jeder Fasson II, Taborstra Ae Nr. 3 9 XIV, Sechshauserstraße 39, XVII, Kalvarienberggasse 34 Gedaulim des Ostens überlassen werden, die allerdings, wie gesagt, ihr Urteil schon abgegeben haben? Bei dem dem autonomen Menschenverstand entsprungenen Gesetz liegen uns ׳Sinn und Zweck, Wirkungsbereich und Anwendungsbedingungen klar . vor Augen. Nicht so beim g-ttlichen Gesetz, dessen Hintergründe uns zu verschlossen sind, als daß eine Form gefuhden werdet! könnte, die -— wie die Breslauer ׳״Theologen״ es wünschen — ״aus dem inneren, Gehalt der Thora geschöpft״ ist. Wohl belehrt uns die ,Heilige Schrift gerade bei den Speisegesetzen über deren ethisches Motiv und ihr sittliches Hochziel, daß durch die Reinheit unserer Genüsse die Reinheit unseres Seelenlebens erreicht werden soll. Allein, wie sich aus dieser Tendenz die einschlägigen Vorschriften und die festgesetzten Modalitäten ableiten, entzieht sich unserer Kenntnis. Können da :Menschen, aus welchen Gründen immer, eingreifen? Dürfen da Menschen unter dem Diktat des Verstandes oder dem Zwang der Umstände revidieren? Die Berufung auf die ״zur Kräftigung ihres Körpers einer zweckentsprechenden Nahrung bedürftigen Kranken" ist eine unsachliche Phrase. Denn einem 86ובן ist es ohnehin gestattet* sogar« ausgesprochene Trefe-Kost zu sich zu nehmen. Für diesen Fall ist.׳also• ieift .ר\תף־ für Fleisch, das ״hälfe** oder' *״äreivfertei jfrfelö Mre.י völlig überflüssig, für jeden anderen hingegen durchaus dicht angängig. Wozu aber dann Selbstüftd Vplksbetrug? Das jüdische Volk.׳hat Während seiner matterreiChCn Geschieht# mehr entbehreh-müsSen, als den Fieigchgehüij. Und auch die deutschen Juden von heute tragen manch weit schwereres Opfer geduldig weil sich Mit Hitler eben kein Kompromiß schließen *läßt, G-tt aber glauben sie eines anbieten' zu dürfen. ׳JC den strengsten Diät- Vorschriften ihres Hausarztes fügen sie sich gehorsam, die religiösen Speisegesetze jedoch zu befolgen, fällt ihnen ZU schwer. Der alte Schrei nach den ״Fleischtöpfen Aegyptens" ist wieder laut geworden; Wieder betet ein Sklavengeschlecht den ״dümmsten der Götzen, den Magen", an. •< Wäre es da nicht die vornehmste und dringendste Aufgabe der jüdischen Seelsorger in Deutschland, die ״Lösung des Problems", zu der sie aufgerufen wurden, dermaßen in Angriff zu nehmen, daß Sie das Volk belehren und aufklären, es zur Entsagung und Zürn Verzicht erziehen? ״Wir fragen" — um mit dem oben zitierten Leitartikel zu sprechen — ״die Rabbiner, und zwar die orthodoxett und die liberalen!" Wäre es nicht ihre unausweichliehe Pflicht, den jüdischen Menschen den Sinn des ״Wehiskadaschtem", des ״Heiliget euch!‘*, das gleichsam das •Motto zu den Speisegesetzen bildet, zu vermitteln? Wenn die deutschen Juden einst, in der strahlenden Mittagssonne der Emanzipation, vermeinten, den schützenden Mantel der Tradition lockern oder gar abwerfen zu dürfen, so werden sie ihn jetzt, in der eisigen Kälte der Einsamkeit und Verlassenheit, umso fester umnehmen müssen. Denn was sonst könnte ihnen wahre Sicherheit und innere Geborgenheit gewähren?!. Eine bedeutungsvolle Tagung der Agudas Leitung Die 3. Kenessio Gedaulo soll noch in diesem Jahre in Zentraleuropa stattfinden. — Für strenge Beobachtung der Schmitto-Gesetze. Im großen Sitzungssaale der orthodoxen Gemeinde Antwerpen fand am vergangenen Sonntag und Montag eine geschlossene Sitzung der obersten Leitung der Agudas - Jisroel - Weltorganisation gemeinsam mit dem Keren-Hajischüw-Direktorium statt. Die Londoner Exekutive berichtete über ihre Tätigkeit auf den verschiedenen Gebieten der Agudo-Arbeit seit der Mariembader Kenessio Mechino. Sie beantragte die Einberufung der Kenessio Gedaulo auf den ElluT dieses Jahres nach einem zentraleuropäischen Orte, da leider keine Aussicht besteht, eine Kenessio Gedaulo im Laufe dieses Jahres im Heiligen Lande 'abhalten zu können. Die Mehrheit der Versammelten׳ sprach sich für diesen Antrag aus, der jedoch erst Rechtskraft erhalten soll, wenn die Mehrheit der Mitglieder des Geschäftsausschusses und des Zentralratspräsidiums zugestimmt haben. Voraussichtlieh wird' Marienbad oder Karlsbad als Ort der Tagung gewählt werden. Aus Anlaß des 25jährigen Gedenktages der. Gründüng der Agudas Jisroel in Kattowitz sollen die Landes- Organisationen am 15. Siwan dieses Jahres Landes- ״tagungen׳ in größerem ׳ Stile veranstalten,. ■ in denen insbesondere die Ideologie der Agudas Jisroel weiteren Kreisen ans Herz gelegt werden soll. Die Landestagungen werden im übrigen der Vorbereitung der Kenessio Gedaulo dienen. Im Mittelpunkt' der Erörterung des Keren- Hajischuw-Direktoriums standen die Lage der Kibbuzim der Poäle Agudas Jisroel und des Schul- : Werkes im Heiligen׳ Lande und die jetzt in Kraft tretende Neuorganisation■ des Zentraldirektoriums des Keren Hajischuw, das bekanntlich von London nach Jerusalem verlegt worden ist. Die Herren Rabbi Mosche Blau, Dr. Isaac Breuer und Dr. Salomon Ehrmann erstatteten eingehend Bericht über die Ergebnisse ihrer mehrwöchentlichen Reisen durch Polen, Litauen, Lettland, Tschechoslowakei, Jugoslawien und Rumänien, in denen überall eine Fundierung und teilweise Neuorganisation der Landesdirektorien des Keren Hajischuw vorgenommen wurden. Außer der Z e r t i f i k a t s f r a g e, die die Agudas Jisroel keineswegs als in ihrem Sinne befriedigend betrachtet, waren eingehende Beratungen der Beobachtung des bevorstehenden Schmitto-Jahres in den Kibbuzim der Agudas Jisroel und von seiten der landwirtschaftlich beschäftigten Poale Agudas Jisroel gewidmet. Die anwesenden Vertreter der Kibbuzim erklärten unter dem stürmischen Beifall der Versammelten, daß es ihr heißester Wunsch sei, nicht durch Hetterim irgendwelcher Art von der Verwirklichung des Schmitto- Gedankens auf dem Heiligen Boden entbunden zu werden. Eine positive Realisierung der Thora auf breitester Basis auf dem Heiligen Boden sei vielmehr das Ziel ihres ganzen Strebens. Es wird nötig sein, zu diesem Zwecke in den Kibbuzim handwerkliche Betriebe einzurichten, ferner aber eine. Anzahl ausgewählter Ohaluzim in einem der Kibbuzim zu einem einjährigen Jeschiwohkursus während der Dauer dieses Jahres zu vereinigen. Auf diese Weise soll das Sabbat jähr in gleicher Weise in den Dienst der geistigen Erhebung und der inneren .Vertiefung gestellt werden, wie der Sabbattag nach .beendeter Arbeitswoche. של.פסח Einzige כשי Konditorei של פסח . in Wien, die unter Aufsicht der Adas Jisroel (Schiffschul) sämtliche Schokoladen u. Konditoreiwaren selbst erzeugt. ׳ Alle npe של Kpnditoreiwaren bekommt man , ausschließlich vom einzigen כשר Erzeuger ABRAHAM LEIB POMERANZ Wien 1r, Herminengasse 13, Telephon A-41-7-78 Verkaufslokal; II, Floßgasse Nr. 7 Spezialität: Schokoladewaren und Haselnußtprten der berühmten Firma l* i s c h i n g e r Der Antwerpener Sitzung folgten Mittwoch und Donnerstag in London Beratungen der Bet h - Jakob- und K er e n- H a t ho r a - V erwaltun ge n. Landeskonferenz der Aguda in der Schweiz. Im Beratungssaal der Jüdischen Gemeinde zu Luzern fand unter Zahlreicher Beteiligung die Landes- Im herrlieh gelegenen Dubrovnik (Ragusa) Jugoslawien, verbringen Sie einen arigenehmen /fiög ini eratkläsfsfg geführten r - ר0ה. נשר^ ßestauram VI. Bieter, Dubrovnik, Mäßige Preise Straße des XIII. Novdflibef 10 Für פ0ח rechtzeitige Anmeldung erwünscht 0 Referenzen : Orthodoxe Landeskanzlei, Subotica Kundmachung Die Wiener Molkerei bringt auch heuer , Pessach-Koschermilch in allen ihren Filialen zum Verkauf. Die Pessach- Koschermilch wird in ihren Meiereien in Niederösterreich unter streng rituelier Aufsicht der von Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. Rosenmann bestellten, religiös verläßlichen Organe □משגיחי erzeugt. Jede Kanne und jede Flasche ist mit einer Plombe, resp. einer Schleife versehen mit dem Aufdruck חלב כשר של פסח WIENER MOLKEREI konferenz. der Aguda in der Schweiz statt. Der Vorsitzende der rLandesorganisation, Dr. Robert Guggenheim, erstattete den Tätigkeitsbericht und kündigte eine durchgreifende Reorganisation / aller, Agudagruppen zwecks Verstärkung der, agudistischen Arbeit in der Schweiz an. Arabischer Terror fordert neue jüdische Todesopfer l/fete WtäeäesHbM.. daß auph heuer zu Pessach .die vdrzüglichen ■ .*mp.* ׳ Feinwurst und Sefcnwaren' של in allen FiUalep und Verkaufsstellen zu haben sind fnv|^i*yer«a01i: II, ׳ Rotenstern'gas'se 12, B-47-0-80 Die Verhältnisse in Erez Jisroel verschlechT tern sich in beunruhigender Weise. Aus allen Teilen des Landes werden Raübtiber fälle und Bombenattentate der arabischen Terrorbanden gemeldet. Die Situation unterscheidet sich kaum noch von der vor Abbruch des Streiks. Besondere. Erbitterung im, Jischuw haben die neuesten Morde an Juden ausgelöst. Am Sams: tag, den 13. März, wurden;zwei Chaluzim, die die Schafherde der jüdischen ״ Kolonie Kfar Hachoresch hüteten, von arabischen Terroristen aus dem Hinterhalt beschossen. Die beiden Hirten erlagen den tödlichen Varletzungen. Die Terroristen raubten aus' der Herde 320 Schafe und entführten sie nordwärts. Im Gebiete des Sees Gene'zaret bei Tiberias, in der Nähe des Dorfes Jawniel, wurden am Sonntag vormittag drei jüdische Arbeiterkolonisten aus dem Hinterhalt erschossen. * Wie der Korrespondent der United Preß feststellt, sind seit der offiziellen Beendigung des arabischen Streiks 17 Juden den Kugeln der arabischen Terroristen zum Opfer gefallen. Zahlreiche jüdische Verwundete liegen in den Spitälern. Scharfer Protest der Aguda Die Leitung der Agudas Jisroel in Jerusalem hat sich mit. einem scharfen Protestmemorandum an den stellvertretenden High Commissioner Hall gewendet, in dem .. sie ihrer Beunruhigung• und Empörung über' die arabischen Terrorakte Ausdruck gibt. Die Aguda verlangt von der Regierung Garantien für die Sicherheit 'des Lebens und Eigentums der jüdischen Bevölkerung, Maßnahmen gegen den Terror und Bestrafung der Schuldigen. Neue Vernehmungen durch die Kgl. Kommission Die Kgl. Kommission hat, wie amtlich bekanntgegeben wird, neuerdings eine Reihe von Vernehmungen in geschlossener Sitzung; durchgeführt. Aussagen machten der Earl of Winterton, der sich im Oberhaus wiederholt für die Forderungen der Araber eingesetzt hat, der erste High Commissioner für Palästina, Sir Herbert Samuel, der frühere Kolonienminister Winston Churchill, unter äpm im Jahre 1922 das Weißbuch zur Interpretierung des Palästina-Mandats veröffentlicht wurde, und Sir Francis Humphrys, der seit Oktober 1929 High Gommis$ione1* für■ den Irak war. 'י " ' Transjordanien bleibt den Juden Weite1־hin ver־־ schlossen. , ־'׳• ה In ׳Beantwortung einer Anfrage erklärte der? Kolofeienminister Ormsby-Gore im Unterhaus, ,, was. die Ansiedlung von Juden in T r ä n s j o r d a'n i e n betreffe, so bleibe die Lage weiterhin so, wie sie vom früheren Kolonienminister geschildert wurde. Das Falä- Unter Aufsicht des ehrw, Herrn , נשר , .־ Rabbiner H. Schenk . של ססח werden heuer n ur die S C 110 IC 0 I3CI6 II Kakgopulver etc. der Margen ״jEmola“ u. ,.Gourmet“ deuChocolaterie Gourmet, Eugen Meiner Wien 11, Qr. jyfo.hrengasse 19, erzeugt . . .,. stina-Mandat. finde auch auf Transjordanien Anwendung und habe stets darauf Anwendung gefunden mit Ausnähme• gewisser. Bestimmungen;'darunter der über die Errichtung ein e.s jüdischen Nationalheims. Es ist erreicht! Im polnischen Senat wurde •von mehreren Rednern ein volistä'.ndiges Sc’hächtverbot •an Stelle der bisherigen Kontingentierung des zur rituellen Schlachtüng zugelassenen Schlachtviehes gefordert. Landwirtschaftsminister Poniatowski erwiderte, man müsse Geduld haben und die Auswirkungen des neuen Gesetzes abwarten. Da das, Gesetz efst seit, zwei Monaten in Kraft ■ist; könnten sich: die gewünschten Ergebnisse noch nicht restlos zeigen. 'Der Minister versicherte, daß aber schob jetzt 50 Prozent des Fleischhandels aus jüdisehen in nichtjüdische; Hände übergegangen seien. Er sei davon überzeugt, daß in •kürzester Zeit das Fleischergewerbe und der Fleischhandel zum größten Teil in nichtjüdischen Händen sein würden. Die volle Auswirkung des Gesetzes;müsse noch, abgewartet werden. In einer:• anderen Sitzung des Senats führte der Rektor der Warschauer Universität Prof. M i c h a 1 owicz aus: Wir trägen'die Schuld, an den furchtbaren Zuständen in den Hochschulen. Wenn wir nicht die Laster mit glühendem Eisen ausbrennen', wird über uns bald die moralische Katastrophe hereinbrechen. Man darf nicht schweigen, wenn man sieht, auf welchen Wegen der Grausamkeit und der Verlogenheit ein Teil der Jugend wandelt. Die heutigen Rassenkämpfe gegen die Juden sind nur ein Vorspiel zu anderen weit schlimmeren Leidenschäften. Auch die Mittelschulen werden von den Krankheiten der Lüge und der Brutalität ergriffen.! Der jüdische Senator Prof. Schorr wies darauf hin, daß die Summe, welche in das Kulturbudget zur Ber friedigung der religiösen :;Bedürfnisse von dreieinhalb Millionen Juden in Polen eingesetzt wurde, lächerlich gering sei sogar im Vergleich zu den Summen, die anderen weit kleineren religiösen Gruppen bewilligt wurden. Vernichtungsfeldzug gegen die Juden in der deutschen Wirtschaft. l^r' Der 'Wt iangem ,.‘Von '?ich; gehende VernichtungsT feldzug gegen die Juden in der deutschen Wirtschaft hat in 4er letzten Zeit eine bedeutende Verschärfung erfahren. Ddp vpn der Deutschen״Arbeitsfront inaugurierte Feldzug wird; jetzt mit amtlicher Assistenz geführt. Tausende» jüdische Industrielle und Geschäftsleute aus allen Teilen! Deutschlands sind' in ' den letzten Tagen in •Berlin ein■׳ getroffen; um vom Reichswirtschaftsminister. &r. Hjalmar ־ . Schacht ' Schutz und Hilfe gegen die Maßnahmen• zur Ausschaltung der Juden aus Handel und Industrie, die: unter offner und direkter Teilnahme der Behörden, be< sonders der Gestapo, vor sich geht, zu erbitten. Sie haben■ allerdings eine bittere Enttäuschung erlebt; Dr. Schacht empfing sie niefet, und seine ,Beamten erklärten, der Herr Reichswirtschaftsminister habe seine Haltung gegen׳•״ über den Juden geändert und : ist heute nicht mehr willens, seine alte These zu verfechten, daß die Juden auf wirtschaftlichem Gebiete nicht behindert werden! sollen. Eip Schnupfen dauert 9 Tage, sagt man. Welch' ,eine: ,uhäugepehme Zeit! Sie sind mißmutig, undverdjjpssen.;Ihre Tagesarfeeit leidet unter Ihrer körperlichen Indisposition; Setzep!. ״Sie sich splcbeu IJna1yi(ehmWQhhe.iten nicht aus;' Für ihre■' Gesundheit• ist ׳Abhärtung •geböten durph Regelmäßige Körpermassage mit dem Alpa-Franz* branntwein, . 1׳ ■ ■: * י.

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