Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 23 (1937)
- Issue
- 12 (19.3.1937)
- Date
- 1937-03-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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»mmm povoien« «ad»« post & ütegmldv v Bratislava eis. 41572-IH-20 Zeitungen vom Verleger Versendet Journal expsdte par F&titeüf V. b. | 3ÜDI8CH6 HHKsSiSils na Wm>BRATISLAVA * 1?> MÄRZ 193? ־1׳ ניסז תדצ< 23. Jahrgang / Nummer 12 Redaktion und Administration : Wien, II, Mateg. 12a, Telephon A-46-0-15; Tschechoslowakei: Bratislava, Republikplatz 37, Röstfach 381 / Erscheint jeden Freitag / Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonnementpreise: Ganzjährig{ für Oesterreich S16, Tschechoslowakei Kc 80, Jugoslawien Dinar 150, da» ' übrige Anstand Sein*. Fr* 14. Einzelnummer äst. Gr« 40. Zahlungen für ״Jüdische Fresse“, Wien, auf folgende Post* Sparkassenkonti: Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 126.058, Budapest Nr. 50.170, Warschau Nr. 193.316, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. Vffi, 4117, Berlin Nr. 122.619; für ״Jüdische Presse«, Bratislava: Prag Nr. 53.386. ORGfln für Die mieRessen Des orthodohgo JUDemums I hat Sr. Ehrwürden, der Herr .Oberrabbiner Simon Schreiber aus Erlau den AechtFrancn Kaffeezusatz befunden. Die Erzeugung die• ser guten u. billigen Kaffeewürze steht unter Aufsicht Sr. Ehrwürden des Herrn Oberrabiners und wird ständig von seinen Aufsehern kontrolliert. Verwenden Sie bitte daher nicht nur zu (Pessßckj sondern auch das ganze lahr hindurch Aecht Franck, der verlässlich koscher ist. Der ״große“ Sabbath Den Sabbath vor dem Pessachfest pflegen wir den ״großen Sabbath״ zu nennen,שבת הגדול. Nach der Ueberlieferung wird diese Bezeichnung von dem Wunder abgeleitet, das an dem Sabbath vor dem Auszug aus Aegypten sich vollzog. Am 10. Nissan nämlich nahm auf G-ttes Geheiß jeder jüdische;Familienvater da» Lamm für «ein Pessachopfer und band es daheim an seinen Bettpfosten an. Der 10. Nissan aber fiel damals auf einen Sabbath und da wunderbarerweise die Aegypter nichts gegen Israel zu tun vermochten, das sich anschickte, ihre ״Götter", die, Lämmer nämlich, zu schlachten, so nannte man diesen Sabbath den ״großen“ Sabbath.. Gegen eine derartige Begründung wird allerdings geltend gemacht, daß die Bezeichnung ״groß“ eigentlich dem 10. Nissan zu erteilen. wäre, nicht dem Sabbath vor Pessach, wie wir das zu tun pflegen, auch wenn er nicht gerade der 10. Nissan ist. Es war doch reiner Zufall, daß zur Zeit des Auszuges aus Aegypten der 10. Nissan auf einen Sabbath fiel. Ein sonstiger innerer Zusammenhang zwischen jenem Ness und dem Sabbath ist nicht vorhanden. Ünd doch ist es nicht ohne innere Berechtigung, die Größe jenes Wunders gerade mit dem Sabbath in steter Verbindung unserem Gedächtnis zu erhalten. Durch unser gesamt jüdisches Leben!und Bewußtsein zieht sich wie ein roter Faden die Erinnerung an den wunderreichen Akt des Auszuges aus dem Aegypterläride. Fast auf jeder Seite unseres Gebetbuches finden wir die Worte ״Secher l’Jezias Mizrajim“, in allen gehobenen Momenten unseres Religionslebens kehren sie wieder. Wurde doch Israels Existenz mit Jezias Mizrajim ״erst .. recht eigent-, lieh begründet, wurde doch erst damit ein freier ־Volks- ■ k ö r p e r geschaffen, dem eben am Sinai der Volksg e i s t eingehaucht werden sollte. Der Sabbath aber ist und bleibt eine ebenso starke Säule in unserem V o lk s d a s e i n wie Jezias Mizrajim und wir verknüpfen sprachlich und inhaltlich beide Vorstellungen dauernd miteinander, indem wir den ׳Sabbath vor dem Ueberschreitungsfeste Schabbos Hagodaul nennen, ohne Rücksicht auf das jeweilige Datum: Mit einem Sabbath wurde unsere Freiheit eingeleitet! Ja, der Sabbath vor Jezias Mizrajim war groß und bedeutungsvoll. Und der Sabbath vor Pessach ist darum für uns der ״große Sabbath". Allein, die anderen 'Sabbathe des Jahres sind nicht minder groß. Wir sprechen es wöchentlich aus : כי ווים זה גדול וקדוש הוא לפניך denn dieser Tag, groß und heilig ist er vor Dir! Der wahre Jude hat . jede Woche einen großen Sabbath גדול וקדוש er ist ihm groß, weil er ihm heilig ist! Die Sabbathe des Jahres sind die Pfeiler der Brücke, die zum ״großen Sabbath“ und endlich zum Pessachfaste führen;״ über sie schreitet die Zeit zum Feste unserer Erlösung hin.׳Die Sabbathe, ein Grundelement der jüdischen Religion und ein Prüfstein für den Grad unserer Glaubenstreue, bilden aber auch in einem anderen Sinne den Weg zu Geuloh — oder zu weiterem Goius. ״Wenn Israel zweimal den Sabbath nach Vorschrift beobachtete, würde es befreit werden“, sagen unsere Weisen. Das wäre dann der ״große“ Sabbath vor unserer endgültigen Befreiung; der שבת הגדול vor dem letzten יציאת מצרים. Ob und wann er kommt, das hängt nur vom jüdischen Volke ab, das jeden ''Sabbath zu eineim ״großen“, weil ihm heiligen zu gestalten ׳ hat. Au ff a I s c h e m We g e ף sZ6rtnrheu^■ ׳ •״fopfe“ £°W/.e PfSc״׳ner2e0 Als ihnen das Glück der Emanzipation lächelte, da glaubten die deutschen Juden in ihrer großen Mehrheit, sich mit der Gleichberechtigung allein nicht begnügen zu können; sie wollten• auch weitestgehende Gleichheit mit den anderen. Im Ueber-Mut ob der erlangten bürgerliehen Rechte vergaßen sie der alten jüdischen Pflichten, legten sie Hand an das heilige Erbe, das ihre Vorfahren für sie jahrtausendelang gehütet, an den strahlenden Schatz, der jenen die Nacht.des Ghetto erhellt und über den sie eifersüchtig gewacht, .daß ihn die ׳Kinder lichtvoller Tage unversehrt überkommen. Nicht etwa um ein lästiges Joch abzuschütteln, sondern vielmehr um den Beweis zu erbringen, daß sie des Geschenks der Freiheit würdig und wert wären, begaben sich die deutschen Juden in die geistige Knechtschaft der Umwelt, deren Sitten und Formen sie — bei gleichzeitiger Opferung der eigenen ■— bis ins G-tteshaus trugen. Wer auf , verläßliche, einwandfreie Pessachmilch reflektiert, dem empfehlen wir unsere Bezugsquellen, in welchen diese unsere Milch zum Ausschank gelangt. Die -0ste1reichische Molkerei Union Gegründet 1883 פסח “Mitcn bringt während des ganzen Jahres und speziell für Pessach פסח unter Aufsicht des ehr* würdigen Rabbinats der Adas Jisroel (Schiffschul) garantiert verläßliche Koschermilch 3שר in sämtlichen Bezirken Wiens in geschlossenen Kannen und Flaschen zum Verkauf, Jedes Gefäß ist mit der Marke (Plombe) der Adas;Jisroel (Sehiffschul) versehen, S. & G. PISK Wien, XX, Nordweslbahnstrafle 71 Telephon A*4»>0*38 nCD-BUTTER Von welchem Erfolg diese Entwicklung gekrönt war, das haben wir Zeitgenossen schaudernd erlebt. Das deutsche Judentum hat das verloren, was zu allen Zeiten Inhalt und Wert des jüdischen Lebens gebildet, nichts aber dafür ׳gewonnen. Diffamiert und rechtlos, Wirtschaftlieh und sozial in beispielloser Bedrängnis, steht es heute fremder denn je inmitten des deutschen Kulturkreises da. Welches sind nun die Konsequenzen, die die deutschen Juden aus dieser Sachlage ziehen?!Statt den Heimweg anzutreten zur geistigen und seelischen Heimat des Judentüms, statt Zuflucht zu suchen in der gerade in Deutsch-, land während des düsteren Mittelalters erprobten Schutz- und Trutzburg der Religion, schicken sich deutsche Juden an, unter dem Druck der Not das zu vollenden, was ihre Väter im Ueberschwang des Glücks begonnen haben. Deutsch-jüdische Zeitungen wenden sich, einer Anregung des Breslauer Rabbinerseminars — also eines wahren מקום מוכן לפורענות — folgend, in einem dringenden Appell an die deutschen Rabbiner, daß diese das ״Problem der Schechita“ doch endlich lösen. Einer dieser Artikel aus der Feder eines sehr liberalen — und nebenbei sehr zionistischen — Rabbiners trägt den aufschlußreichen Titel: ״Grenzen des Ritualgesetzes“ (!), womit das, worum er sich auf einigen Spalten in verklausulierter Form herumdrückt, klar und unmißverständlich ausgesprochen wird. Ja, wissen denn die Herren nicht, daß eine Lösung des Schechita-tProblems anstreben, die gleichzeitig dem in Deutschland wirksamen Staats- und dem im Judentum geltenden G-ttesgesetz ge- ״recht werden soll,״ so vier *bedeutet,• wie die Quadratur des Kreises suchen? Ist ihnen trotz aller Ignoranz in religiösen Dingen nicht bekannt, daß die jahrelangen. Versuche und Bemühungen auf diesem Gebiet nega ti v verlaufen sind? Haben sie. nicht gehört, welche Stellung; die wirk! i c to beruf enen jüdischen lnstanzen zu dieser Frage genommen haben, als kürzlich in Polen ein Schächtverbot diskutiert wurde, und wie eindeutig und kategorisch diese Stellungnahme war, daß sie die polnische Regierung schließlich zum Einlenken bewog? Können es die be• sorgten Artikeischreiber nicht begreifen, daß jedes Ko rnpro miß in Angelegenheit der Schechita •׳— da das Dritte Reich mit sich nicht spassen läßt — nur das Religionsgesetz kompromittieren würde? Und wenn schon nach einem Ausweg gesucht werden soll, sind׳ da —י mit) Verlaub — gerade die deutschen Rabbiner berufen undbefähigt, ihn zu finden? Sollte das nicht lieber den 1ב~ .Othmar-Schiff•Perücke || Wien I.KärntneHinfl 6 TeleptionU-43-0’16 •Stets Neuemugen am Lager! III