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Jüdische Presse · 1937-03-05 · 10 (5.3.1937) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
10 (5.3.1937)
Date
1937-03-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE PRESSE Nr. 10!Vergessen 1Wollte, nicht vergessen konnte, äaswardieThora. Die Thora, den Inbegriff des Ihnen geoffefibaften Ö«tteewillens, das wollte es nicht aufgeben. Die Thora aber ist nicht bloß die Reglerin des Ritus, die Lehrerin im Beth-Hamidrasch.!Sie will die Vielfältigkeiten des Lebens erfassen, die ׳Kultur, die Wirt- Schaft. Wie abey soll sie das, wenn ihr nicht die ganze Nation Zuf Verfügung gestellt, wenn ihr nicht ein Land Zur Herrschaft eingeräumt wird? Die Väter haben das Land und die Nation nicht preis geben wollen, weil die Thora ein Land und eine (Nation braucht. Wie konnte der jüdische Mensch sein Land Vergessen, wenn 50 Prozent der ׳MizwoS nur im Lande erfüllbar sind, wenn die Thora verstümmelt ist ohne Nation und Land! Das War das Weh unserer Väter, davon waren ihre Gebete erfüllt, sprachen ihre Lieder. Das war es, was sie sehnen ließ nach dem. Land und der Nation in diesem Land. Wir müssen den Völkern Rechenschaft ablegen für diese ״Energie", mit der wir gegen alles ankämpften, wir müssen in Erez Jisroel das jüdische Geheimnis bloßlegen, warum wir bleiben wollten und uns nicht aufgaben. Mit der Diesseitigkeit der anderen aber ist unsere Vergangenheit sinnlos! Die Zionisten wollen uns so ״normal" werden lassen, wie es die anderen sind. Ja, sind denn die anderen normal? Sind sie nicht auch im Galuth? Die Propheten wußten auch vom Galuth der Völker. Und auch wir müssen uns fragen: sind die Nationen der Erde glücklicher als die Juden der Thora, die die grenzenlose Kraft besitzt,. Menschen glücklich zu machen? Auch Golusjude zu sein, ist nach Auffassung unserer Weisen und Propheten• das glücklichere Los. Kann es nun einen Sinn haben, ein Golus mit dem anderen zu vertauschen? Nein, für das jüdische. Volk ist nur in der Metageschichte und nicht in der Naturgeschichte der Völker Platz. ' . Diese Erkenntnis teilen jetzt auch schon einsichtige Zionisten, die wissen, daß wir auch in Erez Jisroel . der Hilfe G־ttes bedürfen, Das Mandat hat uns ein Recht verliehen und wir Agudisten wollen nicht ein Tüttelchen davon aufgeben. Aber hinter diesem Rechte steht keine Macht Das Schicksal Jaakows ist im Nationalheim wie in der Gola — ein Rechtsproblem! Das Recht jedoch ist eine zarte uftd schwache Pflanze. Mit G-tt ist die Halfoür-Dekiafätion ein großes Wuftder/ohhe G-tt ein Petzen Papier. Nennt man Diesseitigkeit ״Jezer Hora", so gibt es zweifellos so etwas Wie eihen nationalenJezer Hora. Wie jeder Jezer Hora, hat aber auch dieser die Aufgabe, den Jezer Hatow zu erwecken und erregen, auf daß er sich als stärker erweise. Ja, nach unseren Weisen sehnt sich der Jezer Hora danach, besiegt Zu Werden! Und so gibt es tatsächlich Zionisten, in deren Herzen eine brennende Sehnsucht hach einem nationalen Jezer Hatow lebt. Und darum erwächst für uns die Aufgabe, einen solchen nach Erez Jisroel zu bringen und dort die Herrschaft der Thora zu verkünden. Nicht einer Thora, die nur im Beth Hamidrasch zu Hause ist, sondern einer, die die ganze Kultur des Volkes bildet. In ihrem Geiste sollen unsere Kinder erzogen werden und aus ihr Sollen unsere Arbeiter soziale Gerechtigkeit schöpfen. Welche Schmach, weiche Verirrung ist es, wenn wir, die wir der Welt wahre Kultur geschenkt haben, für unser Land Kultur aus Westeuropa beziehen, wenn die Arbeiter des Volkes, von dem der Gedanke ,der sozialen Gerechtigkeit stammt, sich diesen jetzt von anderen holen? Diese Assimilation auf-Iwrith ist gefährlicher als die in ־ein er fremden Sprache, weil sie sich national gibt! Unsere Propheten haben uns gesagt, daß wir das Heil der Völker in unserem Schoß tragen. Gerade beim Aufbau unseres Landes könnten wir dies am schönsten bewahrheiten, indem wir dieses Land und uns selbst der Herrschaft G־ttes unterstellen, wenh wir zeigen, daß Ihm entgegenreift der jüdische Staat, Ihm entgegengeht die Nation, wenn wir in Erez Jisroel ein Nationalheim der Thora und somit einen Hort des Friedens und Glückes errichten. Helfen Sie uns, dieses Ziel der Aguda zu erreichen! Helfen Sie uns, Arbeiter der Thora, Schulen der Thora zu schaffen! ״Der Morgen kommt trotz der Nacht" — wenn ihr wollt! Das Jüdische Wanderproblem Das jüdische Wänderproblem ist nicht von gestern und vorgestern. Für das ganze Mittelalter und einen großen Teil der Neuzeit war der Jude mit dem Wanderstab eine typische Gestalt. Brotneid, Fürstenlaune und religiöse Unduldsamkeit waren damals für das Schicksal tausender Menschen bestimmend. Im vorigen Jahrhundert, dem der europäischen Gesinnung und Gesittung, ergoß sich der!Strom der jüdischen Auswanderer aus dem Zarenreich nach Amerika. Alljährlich fuhren mehr als hunderttausend Mensehen über das große Wasser, um den Anblick der russisehen Nagaika mit dem der Freiheitsstatue zu vertauschen. Kaum jemals zuvor dürfte aber die jüdische Wanderbewegung so bewußt und zielstrebig gewesen sein wie in der Gegenwart. Es sind dies mehrere Momente, die für die jüdische Wanderung maßgebend sind. Vor allem ist es die Wirtschaf tskriae, die mit besonderer Wucht die soziale Schicht getroffen hat, der allenthalben die große Masse der Juden angehört. Hinzu kommen die deutsche Juden- Politik und die Lage der J u d e n i n Polen, wo sie ökonomisch und rechtlich von Tag zu Tag mehr an die Wand gedrückt, werden.; Zu diesen negativen Faktoren geseilt sich als■ positives Moment der Aufbau im Heiligen Land. Erschwerend und oft auch hemmend für die jüdische Wanderbewegung sind vornehmlich die Absperr un g smaß nähme n der Ueberseestaaten. So hat erst vor kurzem das südafrikanische Parlament Einwanderungsbeschränkungen beschlössen, die sich — wie der Minister- Präsident erklärte — in erster Linie gegen die jüdische Immigration richten. Aehnlich liegen die Dinge in Paläs t i h a, wo die Aufnahmefähigkeit des Landes nach allen möglichen Gesichtspunkten, aber am wenigsten nach jüdisehen, festgestellt ■wird. Sehr komplizierend sind auch die internationalen Transfervorschriften, die dem Auswanderer kaum tragbare Opfer an Gut und Vermögen auferlegen. ' Die großen jüdischen Organisationen und Institutionen, die sich bemühen, diese Schwierigkeiten zu überwinden oder zumindest zu mildern, werden von maßgeben־ den nichtjüdischen Kreisen und auch von mancher Regierungsstelle unterstützt. Denn nicht nur die jüdische, sondern auch die Weltöffentlichkeit hat die eminente Bedeutüng der jüdischen Wanderung erkannt. So hat das Internationale Arbeitsamt bei dem auf seiner jüngsten Tagung gefaßten. Beschluß, eine Auswandererk o n f e r e n z einzuberufen, zweifellos hauptsächlich die jüdische Emigration vor Augen gehabt. Wie dankbar nun die Juden das Interesse an einem ihnen nahegehenden Problem anerkennen, so entschieden müssen sie jeden Versuch einer gewaltsamen Lösung zurückweisen. Der polnischeEvakuierungsplan, der die zwangsweise Auswanderung von Millionen Juden vorsieht, ist eine Zumutung, die sich das polnische Judentum unter gar keinen Umständen bieten lassen kann. Wenn das Land übervölkert ist, so ist es dies nicht wegen der Juden, sondern weil es. einen Bevölkerungsüberschuß aufweist, der sich aus Polen, Ukrainern, Deutschen und Juden zusammensetzt. Das Kriterium der Ueberflüssigkeit von Rügern darf keineswegs im Geburtsschein gegeben sein. Die Tatsachen beweisen, daß die Juden das Hauptkontingent der polnischen Auswanderer stellen. Wie die Dinge liegen,' dürfte dies nicht nur weiterhin so bleiben, sondern sich vielmehr in bedeutendem Maße noch steigern. An diesem Zwang durch die Umstände muß es aber genug sein! Der Zwang durch die Umstände ist stark genug, daß er Millionen Juden auf , die Beine bringen würde, wenn es wirklich!geeignete und aufnahmebereite Auswandererländer gäbe. Madagaskar mit seinem für Europäer ungesunden Klima, und Guyana, wo eben das Bagno aufgelassen wurde und das nun anstatt mit Sträflingen mit •Juden besiedelt werden sollte, muß sich Oberst Beck wohl aus dem Kopf schlagen. Palästina als Land mit völlig unbeschränkt e r Einwanderung müssen sich wieder die Juden vorläufig aus dem Kopf schlagen. Wo also sollen sich nun die Mil- Honen entwurzelter Juden eine neue Heimat suchen? R. N. Coudenhove-Kalergi, der in der Februar־Nummer der Zeitschrift ״Paneuropa" zu dieser Frage Steilung nimmt, meint, es müßte ein Gebiet sein, das groß und dünn bevölkert ist, aber dringend weiße Einwande^er braucht, die die Herrschaft der weißen Rasse aufrecht erhalten sollen. Diese Voraussetzungen sind nach Coudenhove-Kalergi in der Südhälfte Afrikas auf den grojßen^Hochplateaus gegeben, wq — •in Rhodesien, Uganda, Ostafrika, Kenia, Angola usw. — Raum genug ist für viele Millionen Weiße, für eine Einwanderungswelle, die der des 19. Jahrhunderts nach Amerika gleichkäme. In dem Artikel wird die Gründung einer j üdi s ch - af rik anisch e n Kolonialgesellschaft vorgeschlagen, die im engsten Einvernehmen mit den •Regierungen Englands, Frankreichs und der Vereinigten Staaten die Judenfrage in eine positive Linie führen und in die fruchtbare europäische Aufbaupolitik eingliedern soll. Man muß’ dem Verfasser beipflichten, wenn er von der Dringlichkeit des Problems spricht. Denn der europäische Völkerkessel ist tatsächlich überhitzt und der entstehende Druck richtet sich .vornehmlich gegen den Punkt des geringsten Widerstandes: die Juden. Dieser Druck ist bereits so intensiv geworden, daß er die jüdischen Führer über alle ideologischen und politischen Gegensätze hinweg, an den runden* Tisch bringen muß, damit sie für die verelendeten jüdischen Massen einen Ausweg aus der erdrückenden Enge finden. Daß« dabei immer Erez Jisroel in den Vordergrund aller Erörterungen und an die Spitze aller konstruktiven Hilfspläne gestellt werden muß, ist gerade für uns religiöse Juden’mehr als selbstverständlich. bÜ Schnupfen ״״sten und fcnca Itunaen Di© Lage der Juden in Polen. Vor der Abstimmung über das Budget im polnischen Sejm gab der jüdische Deputierte Doktor Sommerstein im Namen des Jüdischen Klubs die Erklärung ab, daß dieser, um gegen die verfassungswidrige Entrechtung und Unterdrückung der Juden zu protestieren, gegen das Budget stimmen werde. Der agudistische Deputierte Minzberg, der dem Jüdischen Klub nicht angehört, erklärte seinerseits, daß er sich der Stimme enthalten werde. Auch er protestierte in bewegten Worten gegen den neuen offiziellen Kurs der Beschränkung der jüdischen Rechte und der wirtschaftlichen Diskriminierung der jüdischen Bürger und rief in den Saal: ״Du freiheitliches und demokratisches Polen, falls du in diesem Saale vertreten bist, erhebe deine mächtige Stimme gegen den finsteren, reaktionären Unterdrückungswillen. Die Juden in Polen, die seit vielen hunderten Jahren in diesem Lande leben und alle Opfer für den Staat bringen, sind gemäß der Verfassung vollberechtigte Bürger, Jede Beschränkung der Rechte der Juden und jede Aktion gegen ihre physische und wirtschaftliche Existenz bricht die Grundlagen der Verfassung dieses Staates!" Unter den gleichzeitig mit dem Budget ange« nommenen Resolutionen befindet sich eine, in der die Regierung auf gef ordert• wird, das S c' h ä c h t g e s e t z in einem Tempo zu realisieren, daß allen Diskussionen und Passivitäten auf diesem Gebiet ein End© gemacht wird. Auf Anfrage von Journalisten im Büro des Obersten Koc, der das neue Regierungslager organisiert, ob man bei Aufnahme von Mitgliedern Unterschiede nach der Religion machen werde, wurde die Antwort erteilt: ״Prinzipiell nicht, aber was die jüdische Religion anbetrifft, müssen wir Unterschiede machen." Auf die zweite Frage, was geschehen werde, wenn eine Organisation, in der auch Juden tätig sind, kollektiv beitreten wolle, wurde geantwortet: ״Auch hier werden Vorbehalte gemacht werden müssen." ... ... . .wocihT.Äl1 HBte /»Woche üH: Der frühere prövisorüsche Öberrabbiner und Leiter der jüdischen Schute in Rom, Br. Aldo Lat t c s, ist vom Verband der jüdischen Gemeinden Italiens zum Oberrabbiner von Tripolis1 an Steile den vor zwei Jahren durch den Gouverneur von Tripolis, Marschall Bätbo, ausgewiesenen Oberrabbiners Dr. Castelbolognesi ernannt worden. In den letzten Tagen wurde wiederum einer großen Reihe von Ausländern die Aufenthaltsbewilligung für Rumänien entzogen. Die Veröffentlichte lange Liste der *Ausgewiesenen enthält in der Hauptsache jüdische N amen. Wie der },Pester Lloyd“ aus Berlin meldet, hat Adolf Hitler dem Gymnasialdirektor Dr. Franz Mezö, einem ungarischen Juden, das Ehrenzeichen II. Klasse für Verdienste um die Olympiade verliehen. % Im holländischen Parlament kam es zum erstenmal zu einer Judendebatte, als der nationalsozialistische Abgeordnete Graaf de Marchant d*Ansembourg erklärte, Juden und Marxisten seien gleich, jüdische Bürger seien nicht hundertprozentige Holländer. Die Zeitungen verurteilen Graafs Bede und weisen darauf hin, daß Juden sich auf alle holländischen Parteien verteilen. Etwa 300 alteingesessene Juden in Bulgarien, die Inhaber türkischer Pässe sind, aber von der jetzigen Türkei als Bürger nicht anerkannt sind, stehen jetzt vor der Gefahr der Ausweisung aus Bulgarien, wo sie als nichtbulgarische Bürger gelten. Die betroffenen Familien sandten eine Petition an den Völkerbund mit der Bitte, ihnen einen legalen Status zu verleihen. Ihre Lage ist verzweifelt. % In die türkis che Verfassung sind neue, abändernde Bestimmungen eingeführt worden, durch die festgestellt wird, daß alle türkischen Staatsbürger ohne Unterschied Religionsfreiheit genießen. Juden, Griechen, Armenier und Angehörige anderer Bekenntnisse werden in Zukunft in allen staatlichen Angelegenheiten den Türken gleichgestellt sein. Nach etwa 3,0jähriger Tätigkeit für die Jüdische Gemeinde Fiume ist der dortige Oberrabbiner Dr. Joseph Franck gestorben. Tn Budapest und F iinfkir chen ist es zu schweren antisemitischen' S tu deutenunruhen gekommen. Der Israelitische Tempelverband in Hamburg sandte durch ein auswanderndes Mitglied eine Sef er Tora nach 1J ohannisburg. . Dort haben sich ehemalige Mitglieder des Tempelverbandes zu einer kleinen Gemeinde zusammengefunden, der mit diesem Sef er, das aus einer aufgelösten deutschen Kleingemeinde stammt, ein Mittelpunkt gegeben wird. Während der Stadtratswahlen in Bac au hielten diecuzistischenSttirmirupps die Bevölkerung unter schärfstem Terror. Kein Jude durfte an der Urne erscheinen. 35 jüdische Läden wurden •zerstört. SO Juden und Jüdinnen wurden ernstlich verletzt, an dem Aufkommen einiger von ihnen wird gezweifelt. Juden wagten nicht, die Straßen zu betreten, aber die ■Cuzisten ״ drangen in die jüdischen Wohnungen ein, hieben auf die Bewohner mit ׳ eisenbeschlagenen Stöcken, der . traditionellen Waffe der Cuzisten, ein. Da die deutsche Regierung bestimmte, daß das den Mitgliedern der litauischen Exkursion zur Pariser Weltausstellung gewährte Kollektivvisum für jüdis c h e Teilnehmer nicht gilt, wurde beschlossen, die Exkursion nicht über Deutschland, sondern zur See über Memel nach einem französischen Hafen zu führen. Der ehemalige englische Ministerpräsident Lloyd George erklärt in einem Aufsatz, der im ״Liberty Magazine“ erschienen ist, die Juden seien ״die ׳bemerkenswerteste Rasse, die jemals auf Erden lebte“. Der Verfasser schreibt weiter, der Jude sei ein wertvoller Bür g er in jedem Lande, das ihm Schutz und gleiche Möglichkeiten wie den übrigen Bürgern gewährt. Der schlesische Wojwodschaftsrat beschloß, das antijüdische Schächtgesetz auch im Gebiet von Oberschlesien einzuführen, obwohl sich Polen in der bekannten Konvention mit Deutschland verpflichtet hat, keinerlei Diskriminierung gegenüber Einwohnern einer Minderheit in Oberschlesien zu unternehmen. Man rechnet damit, daß das Schächtgesetz in Oberschlesien erst nach dem 115. Juli 1931, dem Tage des Aufhörens der Genfer Konvention, betreffend Oberschlesien, eingeführt werden wird. Das Gericht in Lomza verhandelte gegen sieben Personen, die an dem Pogrom in Zambrow teilgenommen haben, wobei neun Juden und zwei Polizisten erheblich verletzt wurden. Das Gericht verurteilte den Pogromführer Stephan Wierzbicki zu ’acht Monaten, drei weitere Angeklagte zu je sechs Monaten, einen zu fünf Monaten Gefängnis, die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. Huligans haben die Synagoge in Wielun bombardiert und 100 Fensterscheiben eingeschlagen. Die Polizei blieb untätig. . Im Jahre 1936 sind in T el - Aviv 3134 Kinder (1942 Jungen und 1192 Mädchen) geboren worden. Im vorangegangenen Jahre betrug die Geburtenziffer 3241. Gestorben sind 1936 in Tel-Aviv (die Vorstädte nicht miteingerechnet) 1131 Personen (109 Männer und 522 Frauen) gegen 162 im Jahre 1935. Der englische Gesundheitsminister Sir King sie y Wood legte in Manchester den Grundstein zu einem Erweiterungsbau für das Schwesternheim des Jüdischen Krankenhauses. Der Minister betonte, wie sehr er sich freue, daß das Krankenhaus bei der Aufnahme von Kranken keine Unterschiede in rassischer Hinsicht macht und daß es yon Menschen einer Gemeinschaft unterhalten werde, die immer in England sehr geschätzt wurde und auch immer für wertvoll erachtet werden wird, Die Rabbiner der jüdischen Kolonien in der Umgebung von Tel-Aviv haben unter dem Vorsitz der Oberrabbiner von Tel-Aviv .eine Protestversammlung gegen die ״in letzter Zeit zur Massenerscheinung gewordenen Fälle von Chillul 3 c h a b b a t“ abgehalten. Die Versammlung hat beschlossen, Protesttelegramme an die Jewish Agzncy, den Keren Bajessod, den Waad Leumi sowie an den Kolonistenverband und an die Histadmt zu senden. H, Grün, Hu Taborstraße 8 b, Tel. R-42«?66־, Atelier für feine Herrengarderobe,

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