Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 23 (1937)
- Issue
- 10 (5.3.1937)
- Date
- 1937-03-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2629891-2630682-2630692--5455-2637798- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Novlnöve vypktftä povoienä riadit pffift 11 Bfktislave Cis. 41572-111-20 V. b. 1־ * --וו»» *״ nmntik *54 ttetv«*»**״»«״*״״״■ .״״ i;ft. M/M2 »3? ' . ־:~ r* .כ׳א אדר ת $& Jahrgang / Nunimtt 1Ö pdgsse Redaktion äitd Administration: Wien, II., Mäkg, j$ä, Telephon A-46-0-15; Tschechoslowakei: Bratislava» Republikplatz 37, Postfach 381 / Erscheint jeden ’ Freitag / Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonnetnentpr eises Ganzjährig: für Oesterreich S 10, Tschechoslowakei K6 80, Jugoslawien Ulnar ISO, das übrige Ausland Schw. Fr. 14. Einzelnummer Ost. Gr. 40;; Zahlungen für ״Jüdische Presse'VWieft, auf folgende Postsparkässenköflti: Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 126.058, Budapest Nr. 60.170, Warschau Nr. 193.316, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. VIII, 4117, Berlin Nr. 122.619; ’ für ״Jüdische Presse“, Bratislava: Prag Nr. 53.386. ORGsn für Die mTeRessen oes ORTHODOHen judeniums Dr. Isaac Breuer in Wien Die!Sehnsucht der Menschen nach einem Sinn des Lebens wächst immer mit der Sinnlosigkeit der Zeit. Was Wunder, wenn die ׳Kinder unserer Tage mit, brennender Begierde auf eine Botschaft warten, die ihnen das Geschehen dieser Welt deutet, auf eine Botschaft, die nicht aus dem Heute und f ür das Heute geboren, sondern׳ die mit Ewigkeitswert ausgestattet ist, auf eine Botschaft, der der Glaube nicht fehlt, damit sich an ihr die vom schwanken Boden der Gegenwart ׳ Getragenen auf richten können, sie ihnen Halt und Sicherheit bieten kann in der Wirrnis einer Zeit, die sich aus sich selbst heraus keinen Sinn mehr zu geben vermag! Und darum sind so viele Menschen, ist besonders so viel Jugend gekommen, um Dr. Isaac Breuer zu .hören, den redegewandten Sprecher der Ag;udas Jbsroel, die heute die alleinige Künderin der ewigen Wahrheit ist, der uralten Botschaft, die morgen ebenso Tatsache sein wird, wie sie es gestern und vorgestern war. Und so hat denn auch Dr. Isaac Breuer —׳ in blendender Diktion und •in formvollendeter Weise — die unwandelbare Gültigkeit: des G־tteswortes auf gezeigt, das durch die Propheten an uns ergangen, das Wunder, daß das,־ was ■sie über Israel und. die , Völker weissagten, sich augenscheinlich erfüllt hat, ein Wunder wohl, aber nichtsdestoweniger zum nüchtern-logischen Schluß zwingend, daß das, was sich noch nicht erfüllt hat, nicht minder Wahrheit sein ׳kann. Daß man aber zu dem, was man als Wahrheit anerkennen',muß, sich auch •bekenne ■und danach‘handle, ist eine menschliche Fogderung,' die sich zur, g-ttliqhen, der Th b'r a, gesellt und die Breuer darum'im Namen der;Aguääs Jisroel im leiden- ^schaftüchen,, Tone׳ .des Mahners. 'unäL •Warners' erhob. Der Eindruck auf die ZÜhörMr^ ■wä^idemgeiri'äß.' DieFreunde ־ .wußten* •und die Gegner, die! zahlreich erschienen waren, ahnten׳ es: was! sie da gehört hatten, war nicht ״Politik*׳,״ das war aus einer. reineren, höheren Sphäre gekommen; wer mit Jahrtausenäen’-rechnet und sich auf die Propheten beruft, der hat unbedingt den politischen Eintagsfliegen mit ihren Deklarationen und Mandaten etwas׳ voraus. ■' sts ' Nach kurzen Eröffnungsworten des Herrn Kommerzialrates iSiegmund B o n d i, der den Präsidenten der Kultusgemeinde, Staatsrat Dr. Priedmann, Vizepräidenten Dr. Ticho, die Vertreter der Adas Jisroel wie verschiedener anderer jüdischer Organisationen und eine!Reihe orthodoxer Rabbiner begrüßen konnte, ergriff Dr,. Isaac Breuer das Wort zu fast ,zweistündigen Ausführungen, •denen ein verständnisvolles Publikum mit angespanntester Aufmerksamkeit folgte. Der Vortragende!knüpfte an den ersten Satz der Megillas Esther an,, dessen Wortlaut nach einem Ausspruch unserer Weisen immer schwere, notvolle Tatsachen und Entwicklungen ankündigt und der darum auch an der Spitze der Chronik •unserer ,Tage stehen könnte. Keine der früheren ‘Generationen hat sich einer 'solchen Trost- ,losigkeit gegenüber befunden wie die ünsrige. Der Weltkrieg ist trotz aller Opfer' nicht imstande gewesen, die Völkerproblematik •zu lösen. Wenn einmal die Kriege wie ein reinigendes Gewitter gewirkt haben׳, entspannend und befreiend, so hat der Weltkrieg die bestehenden Probleme nur zugespitzt. Das düstere Wort Moltkes, daß aie Menschheit alle 50 Jahre eines Krieges bedürfe, um dann 50 Jahre Ruhe zu haben, scheint in •unseren Tagen!Lügen gestraft zu werden. In ganz!besonderem Maße hat diese Entwicklung das jüdische Volk getroffen. Noch nie, seitdem Titus das jüdische Staatswesen zerstört •und die Juden auf die Wanderschaft geschickt und somit das jüdische Problem geschaffen •hat,. war dieses so brennend wie jetzt. Es ist, als dauerte die Galuth den׳ Völkern der Welt zu lange. Ihre Ungeduld ist überall und allenthalben spürbar. Es ist, als dauerte die. Tatsache der jüdischen Zerstreuung nicht schon zweitausend Jahre, sondern als ob der jüdische ׳Staat erst gestern zerstört worden wäre, als ob die Völker keine Zeit ׳gehabt hätten, sich an das jüdische Phänomen zu gewöhnen oder sich damit abzufinden. In diese Zeit fällt nun . die Wirksamkeit der Bal.four-Deklaration. Nach zweitausend Jahren haben die Mächte der Erde ein besonderes Verhältnis zwischen den Juden und Palästina anerkannt., haben׳ sie ihnen, den Juden, besondere Rechte in diesem Lande zu״ gebilligt. Wo immer sonst die Juden1 Gäste sind, in Erez Jisroel sind, sie als Urei n w o h n e r zu betrachten. Nicht als Fremde kommen sie dahin, sondern wie Kiiider, die in ein Elternhaus zurückkehren. Wie abler kehrt das jüdische Volk zurück in* sein Elternhaus? Zweitausend Jahre war Erez Jisroel dem jüdischen Volke treu; öde und verlassen Wie seine Kinder in der Fremde war es all die Jahrhunderte. Nun aber blüht, es auf, gedeiht und wird reich und ist so wieder treu den jetzt, Heimkehrenden. Wie aber sind diese? Viele, viele Jahrhunderte hat das jüdische Volk der Thora die Treue gehalten. In den׳ letzten 150 Jahren aber ist die Treulosigkeit eingerissen. Und jetzt kommen gär Menschen־ in das Land der Treue, die ihrerseits die Treue gebrochen haben, Juden, die nicht mehr Söhne der Thora sind. Ala es noch einen festgefügten jüdischen Staat gab, da haben die Propheten seinen Untergärig vorausgesagt als Strafe für die Treulosigkeit gegen das Gesetz G-ttes. Aber nicht nur über die Juden allein haben sie ge weissagt; auch die übrigen Nationen der Erde werden nicht, können nicht zur Ruhe kommen. Denn die Staaten gleichen nach dem Bild, das die Propheteri von ihnen zeichnen, den Tieren des Waldes. Solange der .‘Staat die Quelle des Rechts ist, kann es kein Recht geben: zwischen Staat , und Staat. Souverän sind auch die wilden Tiere des Waldes, die einander zerfleischen. Nur die Unterwerfung unter einen höheren!•Souverän, die Anerkennung e in e s g -111 i c h.e n Rechtes könnte einzig und allein Beziehungen■ zwisehen den Völkern, r ag e ln, ein Ende machen׳ dem Zustand, der nun schon seit dem Turmbau zu Babel andauert und an' dem auch der technische Fortschritt nichts geändert hat. Beweist die Lage, in der die Menschheit sich jetzt befindet, nicht, , daß das Wort der Pro״׳! pheten währ ist und daß wir im Zeitalter der Erfüllungen leben? Wenn wir; nicht so ,verbildet wären und die Kunst des Sich-Wunderns nicht verlernt ,hätten, als .,was für ein Wunder müßten wir■׳ die Existenz des jüdischen Volkes Präsident-Befreier Masaryk 8ל Jahre alt Bratislava, 3. März. - Die Bevölkerung der Tschechoslowakischen Bepublik schickt sich an, den , 7. März, an dem sich der Geburtstag unseres ersten Staatspräsidenten T. G. Masaryk zum 87. Male jährt, mit aufrichtiger Freude und wahrer Innigkeit zu feiern. Wenn Präsident- Befreier Masaryk, seitdem sein hohes Amt seinem würdigen Schüler Dr. B e n e s übertragen wurde, sich die offiziellen Feiern seines Geburtstages verbeten hat, so kann dies die Bürger des von ihm geschaffenen Staates nur von der formalen Feier *zu Ehren des Staatsmannes abhalten; dem großen Mensehen Masaryk zu huldigen, werden sie sich um so weniger nehmen lassen, als es eine Herzenspflicht nicht nur der Bevölkerung der , Republik, sondern der gesamten gesitteten Menschheit ist, dem Dankgefühl gegen ein gütiges Geschick Ausdruck zu geben, das unser Geschlecht mit einem Manne von solchem Schlage beglückt hat. Denn Wahrheit und Gerechtigkeit sind von Masaryk nicht nur gelehrt, sondern auch in die Tat umgesetzt worden. Und dies nicht nur; in seinem privaten Leben, sondern ■— wo es weit schwieriger war ־— auch in der Politik. Masaryk war es, der bewiesen hat, daß ein Staat auf den Grundlagen der Ethik und der Moral auf gebaut werden kann, daß Ideale auch in einer Verfassung und in ihrer Handhabung zum Ausdruck kommen können. Niemand weiß das besser zu würdigen als die Juden» Darum werden sie am 7, März in ihren Tempeln und Bethäusern für das Wohlergehen des großen Menschenfreundes Masaryk beten, werden sie den himmlischen Segen übep ihn herabflehen, daß er noch lange, lange Jahre in Gesundheit und Frische dem Lande und der Welt erhalten bleibe, belebend and durststillend i Orangen sind saftiger PALÄSTINENSISCHES WACHSTUM nach׳ den letzten zweitausend Jahren ansehen? Ist dies nicht ein größeres Wunder, als irgend eines, das je unseren Vätern im Lande widerfahren ist? Und ist es nicht das größte Wunder überhaupt, daß diese unsere heutige Situation noch lange, ehe das jüdische Volk den Weg in die Galuth angetreten hat, geweissagt wurde? Und so ist auch unsere jetzt völkerrechtlich festgelegte Beziehung zu Erez Jisroel kein Ergebnis von Zufälligkeiten, sondern ebenso wie die ganze Entwicklung unserer Geschichte ira großen׳!Plan G-ttes vorgesehen, ein erster KDauch der Erfüllung. Müßte uns, die wir begnadet' sind, im Zeitalter der Erfüllungen zu leben1, das nicht zurückführen zur Thora, die all das geweissagt hat? Warum aber gibt es dann so viele jüdische Menschen, die das nicht zu schauen vermögen? Zweitausend Jahre des Galuth haben im jüdischen Volk den Hang zur Diesseitigkeit, den Hang zum Materialismus nicht töten können. Und was an Diesseitigkeit noch lebendig war, das ist in unserem Zeitalter in der zionistischen Bewegung gesammelt worden. Es gelangt mit doppelt konzentrierter Kraft in Erez Jisroel!zum Durchbruch. Vor der Royal Commission, da verstanden es auch die zionistiohen Führer, daß die Berufung auf das Mandat allein nicht genüge. Und so nähmen sie; Zuflucht׳ zur jüdischen׳ Geschichte, die älter ist als das Mandat. Es war erschütternd, von ihnen zu hören: das jüdische Volk könne nicht vergessen! Ist denn das auch ׳wahr? Ein großer Teil hat in der. Kunst des Vergessens Großes gezeigt •und die da sprachen, haben selbst ׳Beträchtliches vergessen. Was war es denn, was das ׳jüdische Volk tatsächlieh nicht vergessen!konnte? Als Titus zum zweiten Male den jüdischen ׳Staat zerstörte, warum haben damals die jüdischen Menschen nicht das getan, was unzählige Menschen anderer Völker getan haben? War es die Liebe zum. Lande? Die Liebe zur Rasse, zur Nation? Nein! Die Juden haben diese nicht mehr geliebt als die Angehörigen anderer Nationen. Was das jüdische Volk nicht Der eben er schiene n e informiert Sie über unsere weuen Ho de 11 eund gp nsjigeti Preise