Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 23 (1937)
- Issue
- 10 (5.3.1937)
- Date
- 1937-03-05
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
- Tunis 1× ep/1048155
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Nr. iÖ Sali# 9 ivfiistii mmm Wtater jüdische Todesopfer Der arabische Terror in Palästina hat neuerdings ein erschreckendes Ausmaß angenommen. In den Feldern des Beisan-Gebietes ist der aus Deutschland stammende 2ljährige jüdische Lehrer Chaim Bruk erstochen auf־• gefunden worden. Man fand bei ihm ein blutbeflecktes Notizbuch, in das er mit letzter Kraft die Worte hineingeschrieben hatte: ״Araber haben mich erstochen. Ich sterbe., Grüßet meine Familienangehörigen und meine Freunde.“ Wenige Tage darauf war ein weiteres jüdisches Todesopfer zu verzeichnen. Drei Aaraber klopften am Morgen an der Wohnüngstür des jüdischen Arztes Doktor Josef Lehr an und gaben, als der Arzt öffnete, zwei Schüsse auf ihn ab, die ihn sofort töteten. Die Mörder flüchteten und, obwohl eine Polizeipatrouille Schüsse hinter ihnen abgab, konnten sie entkommen. Wie aus Damaskus gemeldet wird, führt dort der berüchtigte palästinensische arabische Terroristenführer Scheich Abdullah Abu .Tunis unter den jungen Arabern eine Werbeaktion zum Eintritt in die palästinensischen Terroristenbanden durch. Abu-Junis war der engste Mitarbeiter des Terroristenführers Scheich Awdin Al Kassam, der im vergangenen Jahre während einer großen Kampfhandlüng zwischen Terroristen und Polizei zwischen Nablus und Jenin getötet würde. Die Mitglieder dieser Bande hatten U. a. den jüdischen Polizeipräsidenten Rosenfeld ermordet. Abu-Junis floh vor etwa drei Wochen aus Haifa, woraufhin die Polizei seinen Sohn verhaftete. Jetzt..... versucht Abu-Junis, arabische terroristische Banden in Syrien zu organisieren, um an ihrer Spitze in Palästina einzufallen und insbesondere in der Gegend von Haifa Terrorakte durchzuführen. Die arabischen Notabein in Haifa beschlossen in einer Zusammenkunft, eine Propagandaaktion gegen den Terror, der das gesamte Wirtschaftsleben hemmt, in den Moscheen durchzuführen und auch einen öffentliehen Aufruf gegen die Terroraktionen zu erlassen. Steuerliche Entlastung der Fellachen In den letzten Jahren sind die von den Fellachen zu entrichtenden Steuern von der Palästina-Regierung immer weiter gesenkt worden. Während 1921 diese Steuern der Regierung noch einen Ertrag von 450.000 Pfund, das heißt, 25 Prozent ihrer gesamten Einnahmen', abwarfen, sind diese Steuern im vergangenen Jahre auf 100.000 Pfund, das sind 2 Prozent, der Gesamteinnahmen, gesunken. Vor dem Kriege hat der Sandschak Jerusalem allein an die Türkei. jährlich 80.000 Pfund Grundsteuern entrichtet. Neuer Boden aus dem Meere V , Die Stadtverwaltung von Tel-Aviv tritt demnächst an die Verwirklichung des nach seinem Urheber, Ing. Grünblatt, so genannten ״Grünblatt-Planes" heran, der die Trockenlegung eines Meeresstreifens am Strande von Tel-Aviv in einer Länge von 1,5 Kilometer und einer durchschnittlichen Breite von 150 Meter vorsieht. Zum Zwecke der Trockenlegung wird ein Damm errichtet, hinter dem eine 25 Meter breite Promenade angelegt wird. Das trockengelegte Gebiet zwischen der Promenade und dem Herbert-Samuel-Platz wird bebaut, wobei insbesondere an die Errichtung von Hotels, Kaffeehäusern, Klubhäusern,« Ausstellungsgebäuden, Theatern, Kinos, Banken, Lesesälen usw. gedacht wird. In der Mitte des trockengelegten Gebietes Werden ein 14,4 Dunam großer Spielplatz und ein 7 Dunam großer Garten angelegt. Der Spielplatz wird mit. einem Schwimmbassin ausgestattet. Das dem Meere abzugewinnende Gebiet soll insgesamt 345.000 Quadratmeter umfassen. Einführung von Jugendgerichten in Palästina Das palästinensische Amtsblatt veröffentlicht einen Gesetzesvorschlag über die Einführung von Jugendgerichten für 14- bis 18jährige. In dem Gesetz wird nach englischem Muster die vollständige Trennung jugendlicher von erwachsenen Verbrechern im Prozeß- und Strafvollzug vorgesehen. Die Juden in der litauischen Armee In einer Ansprache an Vertreter der Presse berührte der litauische Kriegsminister, General Dirmantas, auch die Rolle der Juden im litauischen Freiheitskampf und erklärte, die Juden haben Schulter an Schulter mit den Litauern heldisch *für die Unabhäfigigkeit Litauens gekämpft, viele Juden seien gefallen, viele andere haben sich in diesen Kämpfen außerordentlich ausgezeichnet. Auch heute im Frieden —׳: fügte der Kriegsminister hinzu — erfüllen die litauischen Juden in vollstem Maße ihre Pflicht gegenüber der Armee. Die jüdischen Soldaten zeichnen sich durch Ausdauer, Zähigkeit und Klugheit aus. Obwohl der kulturelle Standard der jüdischen Rekruten ein bedeutend höherer ist als der der Rekruten anderer Nationalitäten, gibt es keinerlei Antagonismen. Die religiösen Bedürfnisse der jüdischen Soldaten werden durch den Armee-Rabbiner Schnieg befriedigt» Leider ist ein Versorgen aller jüdischen Soldaten mit .ritueller Kost infolge ihrer Verteilung auf verschiedene Regimenter nicht möglieh, dagegen haben die jüdischen Soldaten an jüdischen Feiertagen dienstfrei. Kriegsminister General Dirmantas schloß: D i e׳ B e- Ziehungen zwischen Litauern und Juden sind durch Generationen freundschaftliehe und werden es auch in Zukunft bleiben; diese Freundschaft ist durch gemeinsame Interessen und durch die traditionelle litauische Toleranz diktiert. Die jüdischen Bürger haben Verständnis für die Bedürfnisse der Landes- Verteidigung und nehmen entsprechenden Anteil an der Aufbringung der Mittel für den ־Wehrfonds. Die Erklärung des Kriegsministers hat in litauischen jüdischen Kreisen starken Eindruck gemacht. Purim-Botschaft des Präsidenten Roosevelt. Der Präsident der Vereinigten Staaten, Franklin D. Roosevelt, der aus Anlaß jedes jüdischen Neujahrsfestes eine Glückwunschbotschaft an die Juden der Vereinigten Staaten ergehen läßt, hat in diesem Jahre Im herrlich gelegenen Dubrovnik (Ragusa) Jugoslawien, verbringen Sie einen angenehmen fiög im erstklassig geführten Oril1edox«K6sci1er*llisiaura11t VI- Bieter, Dubrovnik, Mäßige Preise Straße des 12. November 10 0 Für nog rechtzeitige Anmeldung erwünscht 0 auch das Purim-Fest zum Anlaß genommen, um die Juden Amerikas zu begrüßen. Er ließ durch das Radio die folgende Botschaft verbreiten: ״Das Gedenken an die wunderbare Errettung des jüdischen Volkes aus der Gefahr der Vernichtung, mit der es vor so vielen Jahrhunderten ein Haman bedroht hatte, sollte in den Juden von heute den Glauben an die Zukunft stärken; das Bewußtsein des strahlenden Erbes, das ihnen zuteil wurde, möge ihr Selbstbewußtsein erhöhen." Man sieht in dieser Botschaft des Präsidenten Roosevelt eine besondere, auf das große jüdische Unglück in der Gegenwart hindeutende Geste. Viterbo bei den Falaschas. Das italienische Presse- und Propagandamini- Sterium gibt folgendes Communiquä heraus: ״Der Advokat Viterbo, der von dem Verband der jüdischen Gemeinden Italiens und der Regierung beauftragt wurde, mit den Falaschas in Abessinien Kontakt aüfzunehmen, hat in diesen Tagen die Gebiete von Sechelt, Dembea und Delesa besucht. Die Falaschas sind dem neuen Regime dankbar, das sie von den früheren Bedrückungen befreit und ihnen die Freiheit des Kultus und die Möglichkeit einer Besserung ihrer wirtschaftlichen Lage gibt. Die Falaschas ihrerseits sind bereit, ihr. Bestes zu tun für die Intensivierung der landwirtschaftlichen Arbeiten und der handwerklichen Betätigung, der sie sich widmen. Sie erwarten mit vollem Vertrauen und mit Treue, daß ihnen geholfen wird, ihr kulturelles Niveätr und ihre berufliche Ausbildung zu heben. Die Regierung von Amhara (die .italienische Kolonialregierung) hat bereits ein Terrain zur Verfügung gestellt zur Errichtung einer Landwirtschafts- und Handwerkerschule für ׳ die Falaschas der dortigen Gegend." ״Hausmittel" sind nicht zu unterschätzen! Sie beruhen meist auf jahrhundertealten Erfahrungen, und letzten Endes -geht ja auch die Zusammensetzung aller modernen Präparate auf die längsterprobte Wirkung solcher Mittel zurück! Mit Recht wird darum ein guter Franzbranntwein, also der Alpa-Franzbranntwein, hochgeschätzt: als Einreibungs- und Massagemittel, als Desinfektions- und Schmerzberuhigungsmittel leistet er in zahlreichen Fällen ganz außerordentlich wertvolle Dienste! Verlangen Sie Alpa-Franzbranntwein nur in Originalflaschen mit Plombe. Ausgewogenen! Alpa gibt es nicht. 0e$terreichi$che Inveititiomanleihe 1937 Der Bundesminister für Finanzen legt gemäß dem ini Bundesgesetzblatte kundgemachten. Kreditgesetze 1937 eine 47*%ige, binnen 30 Jahren rückzahlbare Anleihe im Nennbeträge von 180 Millionen Schilling zur öffentlichen Zeichnung auf. .. Die Anleihe ist durch 10 Jahre unkündbar. ANLEIHEZWECK Der Reinerlös der Anleihe wird zur Bedeckung der Kosten öffentlicher Arbeiten (Investitionen der Monopole, Bundesbetriebe und Bundesbahnen, Straßen-, Brücken- und Wasserbauten, Landesverteidigung, Beiträge an die Länder und die Stadt Wien zur Förderung der Bautätigkeit) sowie zur Rückzahlung kurzfristiger Bundesschatzscheine verwendet werden, STÜCKELUNG, RÜCKZAHLUNG Es werden Schuldverschreibungen zu 100, 500, 1000 und 5000 Schilling ausgegeben, die auf den Inhaber lauten. Die Rück- Zahlung der Schuldverschreibungen erfolgt durch Verlosung oder frejhändigen Rückkauf nach einem Tügungsplan innerhalb! von 30 Jahren. Verlosungen finden, wenn erforderlich, im Laufe des Monates Jänner, erstmalig im Jahre 1938, statt. Die Anleihe kann, vom 1. März 1947 angefangen, zu jeder Zinsenfälligkeit, mindestens 90 Tage vor dieser, aufgekündigt werden. VERZINSUNG Der Zinsfuß beträgt 4 V•-* % für das Jahr. Die Zinsen werden halbjährlich im nachhinein am 1. März und am 1. September jedes Jahres bezahlt. 1 KOTIERUNG, MÜNDELS!CHERHEIT Die Anleihe wird an der Wiener Börse kotiert werden. Sie ist mündelsicher. STEUER-UND GEBÜHRENBEFREIUNGEN Die Einlösung fälliger Zinsscheine und Schuldverschreibungen geschieht ohne Abzüge abgabenrechtlicher Natur, das heißt ohne Ahzug von Rentensteuer oder sonstigen derzeitigen oder künftigen Steuern oder Gebühren. Bei der Zeichnungist keine Effektenumsatzsteuer zu entrichten, •. ZEICHNUNGSBEDINGUNGEN Die Anleihe wird zum Preise von 90% des Nennwertes zur Zeichnung aufgelegt. Der Preis für die gezeichneten Anleihebeträge ist am Zuteilungstage fällig. Er kann auch in drei Raten bezahlt werden, und zwar sind für je 100 Schüling Nominale der Anleihe 30 Schilling bei Zuteilung, weitere 30 Schilling am 16. April 1937 und der Rest am 14.,Mai 1937 zu entrichten. Für die Zeit vom 1. März 1937 bis zum EinzaÄungstage sind Stückzinsen von 4V2% zu bezahlen, Mit Rücksicht auf den begrenzten Anleihebetrag wird eine Kürzung der gezeichneten Anleihebeträge Vorbehalten. Zeichnungen bis zum Nennbetrag von 1000 Schilling werden vorzugsweise berücksichtigt. Die Zeichnungsfrist beginnt am 1. März 1937 und endet am 15. März 1937. ZEICHNUNGEN WERDEN ENTGEGENGENOMMEN; Bei der Oesterreichischen Nationalbank, der Oesterreichischen Postsparkasse, bei allen in Oesterreich ansässigen Banken und Bankfirmen, beim Dorotheum, bei Sparkassen, Landes-Hypothekenanstalten und Kreditgenossenschaften, bei den Zweigniederlassungen.■der genannten Stellen sowie beisämtlichen Postämtern*