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Jüdische Presse · 1937-02-19 · 8 (19.2.1937) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
8 (19.2.1937)
Date
1937-02-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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m 8 jüdische MU S E8gfe gיי Wachc JK Die jüdische Siedlung Giwat Ada ,$m nördliehen Scharon ist am Dienstag von einer bewaffneten Araberbande angegriffen Worden. Die Bande war mit Militärgewehren ausgerüstet und führte den Angriff von drei Seiten her in geschlossener Formation durch. An der Krakauer Kunstakademie und am Bergbau-institut beschlossen die Nationaldemokraten die Durchsetzung des Numerus nullus für Juden. Die Bingänge zu den Hochschulen werden blockiert, kein Jude wird hineingelassen. Im Frühjahr wird das Höchstmietengesetz in Tel-Aviv ablaufen. Bei einer Erörterung über die Verlängerung wurde im Stadtrat von Tel- Aviv zum Ausdruck gebracht, daß die Höchstmietenregelung überflüssig geworden sei, da sich gegenwärtig die Mieten dadurch regulieren, daß die Nachfrage geringer ist als das Angebot, was schon zu Mietsenkungen geführt hat. %..Vor■ dem Schöffengericht in B euthen fand ein Prozeß gegen einen jüdischen Fleischer wegen verb 0 t s w i dr i g e n Sc hächtens und unerlaubten Fleischversands statt. Der Angeklagte hatte Vieh koscher geschächtet und das Fleisch aus dem oberschlesischen Abstimmungsgebiet in das Reich versandt. Er wurde zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Fünfzig jüdische Flüchtlinge aus B uchara, die vor Verfolgungen nach Afghanistan geflüchtet waren, sind soeben in Palästina eingetroffen. Der Lodzer Staatsanwalt hat gegen zwei nationaldemokratische Führer im Stadtrat wegen aufreizender Zwischenrufe, die sie bei der letzten Sitzung des Stadtrates gemacht haben, Anklage erhoben. Die beiden Stadtverordneten hatten ihrer Freude über die Ermordung Chaim Chelemers, des Sohnes des Vorsitzenden der agudistischen Ortsgruppe in Lodz, dadurch Ausdruck gegeben, daß sie riefen: ״Bravo, wieder einmal ein Jude getötet/" Es verlautet, daß bei der Palästina- Regierung ein politisches Sekretariat geschaffen und nach dem Ausscheiden des bisherigen Chefsekretärs Hall besetzt werden soll. Der jetzt in Genf tagende Verwaltungsrat des Internation alen Arbeitsamtes beschloß, unter Mitwirkung der Regierungen der Mitgliedsstaaten eine Sachverständigenkommission 'einzusetzen, welche die in einzelnen Ländern vorhandenen Einwanderung smö glichkeit en untersuchen soll. Eine /unter dem Vorsitz des Dekans der B ukar ester Advokatenkammer Prof. Istrate Micescu ab gehaltene Sitzung der Kammer nahm eine Resolution an, der gemäß die rumänischen Advokatenkammern keine Juden mehr als Mitglieder au f n ehmen sollen. , In Anwesenheit des Hauptrabbiners von Genua, Dr. Pacifici, wurde in San R emo eine *jüdische Gemeinde, die 100 Seelen zählt, gegründet. Doktor Pacifici gründete auch in der Hafenstadt S p ecia eine jüdische Gemeinde. Die durch den unaufhörlichen Terror und die fortwährenden lieber fälle der nationaldemokratischen Studenten zur Verzweiflung getriebenen jüdischen Hörer an der Universität W il na haben zum Zeichen des Protests gegen die passive Haltung, die die Universitätsbehörden gegenüber den Exzessen an den Tag legen, einen 24stündigen Hungerstreik durchgeführt. ־־ In Palästina werden bereits die ersten Vorbereitungen zum Bau einer zw eit en Erdölleitung der Irak-Petroleum-Gesellschaft getroffen. König Georg VI. von England und die Königin Elisabeth besuchten am Samstag, den IS. Februar, den Ostteil von London, darunter das hauptsächlich von Juden bewohnte Whitechapel. In London glaubt man, daß der König deshalb den Wochenruhetag der Juden zum Bestich wählte, um mehr mit der jüdischen Bevölkerung in einen Kontakt zu kommen. Man sieht in dieser Geste eine Manifestation gegen d,e n Antisemitismus. Der oberste Leiter der deutschen Polizei, Himmler, erklärte, wie aus Berlin gemeldet wird, daß im Jahre 1937 sämtlichen deutschen Emigranten die Staatsbürgerschaft entzogen werden wird. 70 Mitglieder des revisionistischen BrithTr umpeldor drangen in das Jerusalemer Büro der Jewish Agency ein und forderten Zertifikate. Ein Teil der Büroeinrichtung wurde zerstört. Wie die J. T. A. erfährt, wird der kommende Zionistenkongreß voraussichtlich für den 2Jt. September 198ך nach Zürich einberufen werden. Die Exekutive des Weltverbandes der sephardi sch -jüdischen Gemeinden beschloß die Schaffung eines Fonds von einer halben Million Dollar zur Gründüng einer großen Jeschiwa in Jerusalem. Zur Erinnerung an das Krönungsjahr in England hat der jüdische Philanthrop Sir Albert L evy 10.000 Pfund für Wohlfahrtseinrichtungen gestiftet. Der Betrag wird unter 20 Wohlfahrtsinstitutionen aufgeteilt. Sir Albert hat 1929 einen Wohlfahrtsfonds gegründet, dem er Wertpapiere in der Höhe von 250.000 Pfund zugeführt hat. In Völkerbundkreisen haben die Massenaus- Weisungen deutscher Flüchtlinge aus Portugal, hauptsächlich Juden, die sich mit Politik nicht befassen und die in Portugal ein Asyl gegen die Rassenverfolgung, sowie eine Möglichkeit ehrlicher Arbeit gesucht haben, Beunruhigung hervorgerufen. H. Grün, II,, Taborstraße 8 b, Telephon R-42-3-66, Atelier für feine Herrengarderobe. jj Orangen-Jam. 2 Kilogramm Orangen, geschält gewogen, werden in kleine Stückchen zerschnitten und mit der feingeriebenen gelben Schale von 2 bis 3 Orangen vermischt. Man kann die gelbe Schale auch in feine Streifen schneiden und im Wasser weichkochen. (Pie weiße Schale und die Kerne werden weggeworfen.) Man fügt dem Gemisch 2 Kilogramm Zucker hinzu, läßt unter Rühren KLMinuten brausend kochen und gibt dann den Inhalt einer Flasche Qpekta, ä tsch, K 8.50, sowie den Saft von 1 Zitrone dazu. Dann läßt man nochmals auf wallen (4 bis 5 Sekunden) und füllt heiß randvoll in Gläser, die sofort mit angefeuchtetem Zellophan und Gummiring ver schlossen werden, Der siebente Ader Der Todestag unseres großen Lehrers Mosche giit dem pietätvollen Gedenken der im Laufe des Jahres dahingeschiedenen trauen Jünger Mosche Rabbenus, die seine Thora gelehrt und ins "Leben umgesetzt haben. Im vergangenen Jahr hat der Tod reiche Ernte auf dem Gefilde der Thora gehalten. Der schmerzliche Reigen der in die Ewigkeit Abberüfenen wurde durch den Heimgang des großen, unvergeßlichen Rogatschower Gaon, Rabbi Josef Rosen, Dünaburg, eingeleitet, Weiters gingen Von uns die ז ו־צנים, גאוניס וצדיקימ זי״ע Jizchok Eisik Adler, Seredne; J. H, Amsel, Zborow; Selig Bamberger, Hamburg; Ephraim Carlebach, Leipzig-Jerusalem; Abe Feingold, Moskau; Adolf Frankl, Budapest; Nachum Friedmann, Bojaner Rebbe, Czernowitz; Ber Friedmann, (Czortkow) Wien; Benjamin Fuchs, Oradea; Feiwisch Gin des, Grodno; Meier Gottesmann, (Nowosielica) Wien; Israel Hager, Wischnitzer Rebbe; Simon Lebovits, Bratislava; Jehoschua Oscher Rabinowicz, Parissower Rebbe; Jakob Schapiro, Woloszyn; S. Chaim Schor, Bukarest; Jizchok Meir Schwarz, äala; Perez TeUwijoh Stein, Gelnica; Ber Winter, Wien. תנצביה Kampf gegen die Grippel Bester Grippeschutz durch gründliehe Desinfektion der Mund- und Nasenhöhle, der Kehle, sowie aller Atmungsorgane durch Menthol - Franzbranntwein ALPA Gurgeln und spülen Sie oft den Mund mit verdünntem Alpa. Einige Tropfen genügen für ein Wasserglas. Auch das Einatmen des unverdünnten Alpa wirkt ausgezeichnet. Zerstäuben \ Sie Alpa - r j״ Wohn- und Gesellschaftsräumen. Hiedurch gründliche Luftdesinfektion. . Fragen Sie Ihren Arzt! -.-'- Herabsetzung der Koscherfleisch-Quote in Polen um , 50 Prozent Durch eine Verordnung des Landwirtschaftsmini־ steriums ist die Quote des für rituelle Schlachtung freigegebenen Viehs um 50 Prozent gekürzt worden. Begründet wurde diese Maßnahme, damit, daß die hinteren Teile der geschachteten Tiere an Nichtjuden verkauft wurden. Die nichtjüdischen Schlächter hatten gefordert, daß der Verkauf von Fleisch aus jüdischen Läden an . Nichtjuden verhindert werde, da dies den christlichen Fleischhandel zugrunde richte. Durch die Kürzung sollen die jüdischen Fleischer anscheinend gezwungen werden, die hinteren Teile der ‘Schlachttiere durch Entfernen der Adern (Trebern) für den Genuß nach ritueller Vorschrift zulässig zu machen, obwohl nach den Erhebungen des Rabbinats vorläufig die technischen Voraussetzungen hiefür fehlen. ' Die antisemitische Bestie in Polen Die polnischen Droschkenkutscher in Wilna haben die Forderung aufgestellt, daß die jüdischen Droschkenkutscher gelbe Flecke tragen und b esondere Standplätze einnehmen sollen. In Dz.ialoszyn wurde die 22jährige Jüdin Necha Szylit in einem Brunnen ertränkt aufgefunden. Es besteht der Verdacht, da'ß nationaldemokratische Huligans die Mörder waren. In der gleichen Stadt wurden die jungen Juden Hersch Lorenstein und Koppel Ring von Huligans angeschossen, der 50jährige Josef Szumlewicz wurde mit Eisenstäben lebensgefährlich verletzte Das L o d z er Gericht verurteilte den 18jährigen Taddeusz Szaniawski, der die Juden Berkowicz und Zendel ermordet und weitere Juden schwer verletzt hat, zu 12 Jahren Gefängnis. Erfolgreicher Kampf für Kaschruth in Haifa Dank der ebenso energischen wie zielbewußten Tätigkeit der beiden rabbinischen Mitglieder des Waad Hakaschruth, Herrn Rabbiner Findling und Herrn Rabbiner Philippsohn, ist es gelungen, die traurigen Zustände im Kaschruthwesen in ■Haiifa zu bessern. Jüngst fand in der Zentralsynagoge in Haifa eine Massen- Protestversammlung, durch den Waad Hakaschruth, einberufen, statt, Die Nachwirkung dieser Versammlung bestand darin, daß bis auf eine einzige Metzgerei sämtliehe jüdischen Metzger den Verkauf von tirefo Fleisch eingestellt haben. Besuchen Sie nQch vor 0 ן ף י g die einzige Niederlage der Original Oskar Pischinger Spezialitäten Leopold Lederer« Wien II« Gr.Jchiffgasse 16« Tel, A• 40• M 8 Unter Aufsicht des ehrw. Rebh, der Adas Jisroel (Schiffschul) löjSjT Zur Kanzlerrede Die politisch ebenso bedeutsame, wie öratoriseh glänzende Rede, die der Bundeskanzler beim Appell der Vaterländischen Front hielt, hat mit Seltener Offenheit und Klarheit alle österreichischen Probleme aufgerollt. Dennoch waren die Ausführungen des Kanzlers nicht bloß für die im Saale anwesenden Amtswalter der Front bestimmt, sondern an das ganze Volk Oesterreichs gerichtet. Und so nehmen auch die österreichischen Juden die ernsten und die hoffnungsvollen, aber immer schönen Worte, die der Führer dieses Landes gesprochen, zür Kenntnis, auch wo sich diese Worte auf die Pflichten des Einzelnen beziehen. Denn nie haben sich die Juden um die Pflichten gegen Staat und Heimat gedrückt. Immer haben sie sie willig getragen — und bedingungslos. Ja, bedingungslos! Und gerade die Bedingungslosigkeit der jüdischen Pflichterfüllung war oft genug nötig. So oft, als eben die Staätstreue der Juden auf harte Probe gestellt wurde! Ist es doch nur menschlieh — und mehr als Menschliches kann auch von den Juden nicht verlangt werden —, daß, wenn von Pflichten die Rede ist, man nicht bloß an die eigenen, sondern auch an die der Gegenseite denkt. Ist es doch begreiflich, daß die Juden den bürgerlichen Obolus, den sie in barer Münze wie in anderer Form dem Staate zollen, als Anspruchsberechtigung auf eine würdige Stellung in der Gesellschaft betrachten, auf eine Stellung, die Zurücksetzungen weder in politischer noch in wirtschaftlicher Hinsicht und schon gar nicht in Fragen der Ehre zuläßt. Die Ehre von Menschen, das ist das Bild, das von ihnen in den Gemütern der übrigen lebt. Nach diesem Bilde wird ihr Handeln beurteilt und werden sie selbst behandelt. Das Bild des Judentums wird aber in Oesterreich immer wieder von öffentlichen Kotschleuderern verunziert, seine Ehre von böswilligen Schreibern und Schreiern immer wieder besudelt. Verträgt es das Interesse des Staates, daß einer Gruppe von Bürgern der schärfste Sporn zur Pflichterfüllung, der doen die Ehre immer war, genommen wird? Was Juden zu leisten vermögen, wo sie ihre Ehre dreinsetzen, dafür legt die Geschichte Zeugnis ab, davon gibt es tausend Denkmäler auf allen Gebieten des Lebens. Will, kann und darf sich Oesterreich solcher Möglichkeiten begeben? Der Bundeskanzler hat die Feinde von gestern und vorgestern zu ehrlicher Mitarbeit aufgerufen. Um wieviel weniger dürfen da die, die allezeit treu waren, fernbleiben! Nein, Oesterreich kann auf ein zufriedenes und dankbares Judentum ebenso wenig verzichten, wie dieses auf seinen Anteil an einem glücklichen Oesterreich verzichten will. e. g. Passive Bilanz — traurige Ziffern Ständiges Sinken der Zahl der jüdischen Bevölkerung Oesterreichs Aus der Statistik, die die Amtsdirektion des Iaraelitischen Kultusgemeinde Wien soeben veröffentlicht, ergibt sich folgendes Bild der jüdischen Bevölkerungsbewegung in den letzten Jahren: Nach dem Volkszählungsergebnis des Jahres 1923 wohnten in Oesterreich 220.208 Juden, hievon in Wien' ,201.513. Die Zählung im Jahre 1934 weist bei . einer Zahl von 191.481 Juden einen Abgang von 28.727, somit von 13 Prozent, auf. Hievon entfällt auf Wien bei einer Devölkerungszahl von 176.034 ein Abgang von 25.479 Seelen und auf die übrigen Bundesländer bei einer Bevölkerungszahl von 15.447 ein Abgang von 3248. Die Verminderung der jüdischen Bevölkerung beträgt somit innerhalb des Zeitraums von elf Jahren in Wien 12,6 Prozent, in den Bundesländern 17,3 Prozent. Die im Vergleich zur christlichen Bevölkerung unverhältnismäßig hohe Verminderung der jüdischen Bevölkerung ist zum großen Teil auf den gewaltigen Rückgang der jüdischen Geburten zurückzuführen. Während i. J. 1923 die Zahl der jüdischen Geburten noch 2733 betrug, sank sie i. J. 1928 auf 1362, i. J. 1933 auf 900 und i. J. 1936 auf 757. Die geringste Geburtenzahl weist das Jahr 1935 mit 735 auf. Die Sterbefälle in Wien betrugen i. J. 1923 2571, i. J. 1928 2669, i. J. 1933 2689 und i. J. 1936 2751. Das Jahr 1923 weist noch einen geringen ,natürlichen Zuwachs von 162 Juden auf, wogegen seit dem Jahre 1924 ein immer größerer natürlicher Abgang zu vermerken ist. Er betrug i. J. 1924 132, i. J. 1926 1307, i. J. 1933 1789 und i. J. 1936 1994. Der Gesamtabgang innerhalb der jüdischen Bevölkerung unter Berücksichtigung der Geburten und Todesfälle, Eintritte ins Judentum und Austritte •belief sich i. J. 1923 auf 734, i. J. 1928 auf 1968, im J. 1933 auf 2211 und erreichte i. J. 1936 die höchste Ziffer: 2229. Dem starken Geburtenrückgang entspricht auch die Verminderung der Zahl der schulpflichtigen Kinder. Während i. J. 1933 in die erste Volksschulklasse 1330 jüdische Kinder eingeschrieben wurden, sank die Zahl i. J. 1934 auf 1225. i. J. 1935 auf 1210 und i. J. 1936 auf 1100. töfatfrUleW 7. bis 13. März 1937 Technische und Landwirtschaftliche Messe bis 14. Mära BEDEUTENDE FAHRPREISERMÄßIGUNGEN! Messeausweise h S 6.— bei der Wiener Messe-A. G., Wien, VII»» Messepalast, — Eintrittskarten (zum einmaligen Rotunde & S 2.50 oder des Messepalastes ä S 3•—1 bei den Kassen- Schaltern des betreffenden Messehauses. ׳ Was wäre das für eine Ueberraschung, wenn Sie heuer Ihre Purim-Schlachmones von mir arrangieren ließen! Grete Stern, 11״ Hermineogasse 10» A-43-8-42»

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