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Jüdische Presse · 1937-02-05 · 6 (5.2.1937) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
6 (5.2.1937)
Date
1937-02-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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m 6 »cfts 3 ItOlSGfi!/ EftlSSMb £vos >YOClM! 6י xoWoclie 6 Äs verlautet, daß der Kgl. Kommission seitens der syrisch-arabischen Nationalpartei in Keimt ein Memorandum zugegangen ist, welches die Vereint* gung Palästinas mit Syrien vorschlägt. # Seit längerer Zeit reist in Deutschland ein Engländer namens Beamish herum und hält blutrünstige Hetzreden gegen die Juden. Der Danziger Senat erhebt zum Besten der Winter hilfe einen Sprozentigen Zuschlag zur Einkommensteiier. Den Zuschlag müssen selbstverständlich auch die J uden leisten, aus der Winterhilfe wird aber kein Groschen für jüdische Notleidende verwendet. Die palästinensische Presse weist darauf hin, daß dem palästinensischen Schatzamt neue Einnahmen in der Höhe von zehntausenden Pfund dadurch zufließen, daß Kautionen, die von Palästina- Touristen hinterlegt werden mußten, als verfallen erklärt worden sind. Bei diesen Touristen handelt es sich zumeist um Mädchen, die sich während ihres Aufenthaltes im Lande mit palästinensischen Bürgern verheiratet haben. Das Warschauer Organ der National-Radikalen ״A. B. C.“ stellt triumphierend fest, daß infolge des entfalteten Boykotterrors ganze jüdische Städtchen zugrunde gehen. Ein Reisejournalist hat dies festgestellt. Wie offiziell mitgeteilt wird, sind im Monat D ez e mb er 19 3 6 im ganzen 753 jüdische Einwanderer, unter Urnen 85 sogenannte Kapitalisten mit einem Mindestbesitz von je 1000 Pfund, nach Palästina gekommen. Bei Behandlung des Budgets des Landwirtschaftsministeriums in der Budgetkommission des Sejms ergriff die Initiatorin des Schächtgesetzes, Frau Pr y stör, die Gattin des Sejm-Marschalls, das Wort, um ein totales Verbotdes S ch ächten s nach jüdischem Ritus anzukündigen. Der Völkerbundsrat hat den Antrag angenommen,, daß die Ständige' Mandatskommission des Völkerbundes am 31. Mai zu einer außerordentlichen Tagung zusamm'entreten soll, um die Probleme Palästinas zu besprechen. Der Chef der SS, Himmle r, erklärte in einer Rede über die Konzentrationslager, die Personen, die gegenwärtig festgehalten werden, seien Untermenschen, Rädelsführer jeglichen Verbrechens, meist Juden und Halbjuden. Für diese Personen werden sich die Tore der Konzentrationslager niemals öffnen. Deutschland muß von ihnen auf immer befreit bleiben. Die Wilna er S c h n e i d er - S y n a g o g e brannte vollständig nieder. Ein Jude, der die Thorarollen retten wollte, erlitt schwere Brandwunden. Wie aus Bagdad telegraphiert wird, hat die Regierung des Irak den nach Bagdad geflüchteten Führer des Aufstandes der arabischen Terroristen in Palästina, Fau'zi Bey el Kaukadyi, aus Bagdad aus gewiesen und ihm die Weisung gegeben, sich nach Kirkuk im nördlichen Irak zu begeben, wo er als politischer Flüchtling interniert wird. Im polnischen Innenministerium wird gegenwärtig ein Gesetzentwurf ausgearbeitet, wonach der Z uz u g aus der Provinz nach Warschau in Zukunft gewissen Beschränkungen unterliegen soll. Wenn dieses Gesetz angenommen werden würde, so würden davon stark die kleinen jüdischen Existenzen in der Provinz betroffen werden, die dort ihre Erwerbsmöglichkeit verloren haben und. denen als einziger Ausweg eine Niederlassung in Warschau bleibt. ® Die Polizei im südbrasilianischen Staat S ao Paulo verhaftete SO deutsch-jüdische Flüchtlinge, die mit Toziristen-Visen ins Land kamen. Allen Flüchtlingen droht Landesverweisung. Die Intervention jüdischer Führer zu ihren Gunsten blieb bisher erfolglos. Die Palästina-Regierung hat den Arabern in Jaffa, deren Häuser durch das Militär zwecks Schaffung besserer Kommunikationen nieder gerissen wurden, 6000 Pfund als außerordentliche Zahlung zur An- Schaffung von Wohnungseinrichtung auszahlen lassen. 400 Vertreter von 100 galizischen Landsmannschaften in Amerika versammelten sich, um eine Hilfsaktion für die notleidenden Juden in Galizien dnrehzuführen. Es wurde ein Verband galizischer Juden in Amerika gegründet, dem 100 Vereine mit über ' 20,000 Mitgliedern angehören. In J er u salem wurde ein Araber, der eine arabische Händlerin unter Drohungen auf gefordert hatte, keine Ware von Juden mehr zu beziehen, zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Jan B at a, der berühmte tschechoslowakische Schuhindustrielle, ist im Flugzeug mit seinem Mitarbeiterstab in Palästina eingetroffen. Er befindet sich auf seiner bekannten Weltpropagandareise. Bei der letzten Sitzung des Verwaltungsrates der Anglo-Palestine Bank ist beschlossen worden, eine Emission neuer Aktien in der Höhe von 100.000 Pfund zu veranstalten. Japaner und zaristische Weißgardisten organisierten in der Stadt Mandschuria im Staate Mands chukuo eine Demonstration, in der antijüdische Transparente getragen und Rufe ״Tötet die Juden!f( ausgestoßen wurden. Die zehn jüdischen Familien der Stadt verbargen sich in Kellern und auf den Dächern. Jetzt treffen sie Anstalten, die Stadt zu verlassen. Seit einigen Tagen herrscht in Palästina eine ungewöhnliche Kält e, verbunden mit Regen und Schneesturm. In der Umgebung von Häifa sind mehrere in Zelten wohnende Beduinen infolge der ungewohnten Kälte gestorben. In den Straßen von Budapest wurden Plakate angeschlagen, in denen die jüdische Bevölkerung im Namen einer ״Internationalen jüdischen Ligae( auf gefordert wurde, christliche Geschäfte zu meiden. Die polizeiliche Nachforschung hat ergeben, daß diese Plakate im Auftrag einer Gruppe der antisemitischen ״Pfeilkreuzlerft hergestellt und angeschlagen worden waren. Gemäß Dekret des Präsidenten von Estland wurde der Vizepräsident des jüdischen autonomen Verbandes für Estland, Heinrich Gutkin, als eines der zehn vorn Präsidenten zu bestimmenden Mitglieder der Volks- Vertretung Estlands ernannt. H. Grün, II., Taborstraße 8 b, Telephon Ä-42-3-66, Atelier für feine Herrengarderobe. E Spaltpilze im Zionismus Die zionistische Bewegung ist bekanntlich in eine Unmenge von Gruppen und Untergruppen gespalten, die zu ihrer Unterscheidung jetzt schon die Hilfe des Alphabets in Anspruch nehmen müssen. Außerhalb des von ihnen so geschmähten ״Agencyzionismus" stehen die R e v i si o n i s t e n, die —־ •wie man meinen sollte — durch den ausschließlichen Willen des ״Nassl" innerlich geeint sein müßten. Wie man meinen sollte! Denn soeben wird bekannt, daß eine Gruppe in der NZÖ. sich eine Kanone anzuschäffen und sich selbständig zu machen gedenkt. Diesem ״Berit Halochmim" — welch schreckenerregender Name! — ist auch der Revisionismus zu wenig radikal und revolutionär. Er findet — nicht ganz mit Unrecht — daß die Bewegung nichts leiste und ihrer Aufgabe nicht gewachsen sei. Darum geht jetzt von Wien, wo die neue Richtung sich konstituiert hat, die gut wienerische Parole aus: ״Es muß Was g’schehn!" Ueber die organisatorischen und sachlichen Aus- Wirkungen der Spaltung ist bisher nichts Näheres in die Oeffentlichkeit gedrungen. Da beide Fraktionen an der über alles erhabenen Person des ״Nassi“ festhalten, werden wohl die einen Jabo und die anderen T i n s k y zu ihrem Führer erküren, womit allen dreien gedient sein wird. Im übrigen aber wird — wenn dieses Spiel noch ein Weilchen weitergeht — jener französische König, der hei jedem Bürger ein Huhn im Topfe sehen wollte, vom Zionismus bald übertroffen sein, der jeden Zionisten mit einer eigenen Partei im Kopfe beglücken wird. Eine technische Erfindung im Dienste der Sabbatruhe Bekanntlich bereitete bisher die Frage des M e 1 kens derKUhe an Sabbaten und jüdischen Feiertagen fast unüberbrückbare Schwierigkeiten. Nun ist es dem Kölner Rabbiner Dr. Wolf gelungen, einen Apparat zu konstruieren, der am Freitag vor Schabbos-Eingang in Tätigkeit gesetzt werden kann und der dann am Schabbos selbsttätig melkt. Bravo Amsterdam! Die Stadtgemeinde Amsterdam, die für die ärmere Bevölkerung billige Küchen eingerichtet hat, läßt eine davon in jüdisch-ritueller Weise führen, um auch mittellosen Juden ihrer Wohlfahrt teilhaftig werden zu lassen. Die Grippe tritt wieder epidemisch auf! Beugen Sie der Anstekkung rechtzeitig vor. Die Grippe ־ Erreger gelangen in den Körper durch den Mund und die Atmungswege. Benützen Sie deshalb zum Mundausspülen und Gurgeln den Menthol- Franzbranntwein ALPA den Sie in geringer Menge dem Wasser beigebeil. Alpa desinfiziert - Anstekung wird verhindert. Beraten Sie sich mit Ihrem Arzte! VERBAND DER SABBATHFREUNDE ״SCHOMRE SCHABBOS“ Wien, II., IM WlftB 6 - TtL. fl-4«-0•« Stellenvermittlung, Das wichtigste Gebiet unserer Tätigkeit ist die Stellenvermittlung. Sie dient allen. Dem Kaufmann und Gewerbetreibenden vermittelt sie qualifiziertes Personal für das Büro, für (das Bager, für die Werkstätte und für den Außendienst. Der Hausfrau vermittelt sie verläßliches Bauspersönal. Lehrkräfte für jüdische und profane Gegenstände werden durch sie empfohlen׳. Im letzten Jahre haben wir nahezu zweihundert Arbeitslosen Stellungen vermittelt. Diese Zahl zeigt klar die große van uns vollbrachte Leistung. Darum sagen Wir berechtiigt: eine Leistung für alle! Sonntagsruhe an Feiertagsvortagen. Im abgelaufenen Berichtsjahre waren es nur die Pessachifeiertage, die eine Intervention bei der Behörde für die jüdischen Händler mit lebenswichtigen Nahrungsmittein notwendig •gemacht haben. Es war unser Bemühen, die Bewilligung •für den Verschleiß ihrer Waren am Feiertagsvortage, der auf einen Sonntag gefallen war, zu erlangen. Mit Rücksicht darauf, daß dies der Oster-. Sonntag war, hat das •diesbezügliche Ansuchen nur insofern Erfolg gehabt, daß am vorhergehenden Samstagabend ein längeres Offenhalten gestattet wurde. Umwandlung von Heimaufenthalten.!Durch unsere Vereinbarung mit fast allen Kranken'kassen war es auch!in der abgelaufenen Urlaubszeit möglich, ׳allen Angestellten, denen!ein Erholung®- Urlaub an einem Krankenkassenheim bewilligt war, für die aber aus religiösen Gründen •eiin Heimaufenthalt nicht in Frage kommt, zu erwirken, daß ihnen an (Stelle des be- Willigten 1Heimaufenthalte3 ein barer Zuschuß zu einem freien Aufenthalt bewilligt wurde. Diese Einrichtung wurde in sehr vielen Fällen in Anspruch genommen. Auszahlung der Arbeitslosenunterstützung. Den strenggläubigen jüdischen Arbeitslosen, deren Kontroll- oder Auszahlungstag auf einen Säbbath oder jüdischen Feiertag fällt, wird auf Grund unserer .Bescheinigung der •Kontroll- «bzw. Auszahlungstag von den Arbeitslosenämtern auf einen anderen Wochentag verlegt. Kostenlose Rechtsberatung. Unsere Mitglieder!erhalten bei Herrn Rechtsanwalt Dir. Arthur Funk, I., Gonzagagasse 12 (Montag bis Donnerstag von 3 bis 6 ׳Uhr) gegen׳ Vorweisung der Mitgliedskarte kostenlos Rechtsauskünfte jeder Art. Purimfeier der Agudas-Jisroel-Jugendgruppe Mittwoch, den 24. Februar, um 8 Uhr abends findet im Festsaale des Hotel ״Post“ die diesjährige Purimfeier der Agudas-Jisroel-Jugendgruppe statt, deren erlesenes Programm u. a. auch eine aktuelle politische Satire enthält. Karten (für Herren und Damen) rechtzeitig sichern! Agudas-Jisroel-Mädchengruppe Wien. Den diieswöchiigen Sidro-Vortrag hält der Direktor des, Krakauer Beth-Jakab-Siemiinars, Herr J. Orlean, am Schabbos •um halb 11 Uhr vormlittags in der ״Wlienea“. Zum Gedenktag eines Philanthropen. Wir lesen in der Jänner-Folge des M i 11 e i 1 u n g sblattes der jüdischen Aerzte, Wien, folgende Notiz, die sicherlich auch für unsere Leser von hohem Interesse sein •wird: ״In den letzten Tagen jährte sich zum achten Male der Todestag des im Jänner 1929 verstorbenen Wiener Apothekers Mag. Ph. Benno R o t h z׳i e g e 1. Apotheker Rothziegel hinterließ •bekanntlich sein gesamtes Vermögen, u. a. die ihm gehörige Kronprinz-Rudolf- Apotheke in Wien, I., Rudolfsplatz 5, dem Wiener Israelitisch.en Blindeninstitut (Hohe Warte), das von der Wiener Israelitischen Kultusgemainde befürsorgt wird. Der Ertrag der Apotheke und der sonstigen Verlassenschaftswerte kommt dem genannten Blinden- Institut zugute und bildet einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung dieser wichtigen humanitären Anstalt. Des hochherzigen Philanthropen gebührend zu gedenken, ist vornehme Pflicht aller sozial empfindenden Menschen — und besonders der Aerzteschaft."! TSCHECHOSLOWAKEI i Oberrabb. AI. L. Eckstein : Zur bevorstehenden Keren*Haj1sd1uw*Aktion ואתה בן אדם כה אמר ד׳ לאדמת ישראל קץ כא הקץ על ארבע כנפות הארץ, אחה הקץ אליך. דחזקאל ז׳> Ein Weckruf von mächtiger, erschütternder Gewalt tönt durch alle Länder der Gola. Führer des jüdischen Heeres gegen Abfall und Entfremdung stoßen in die Posaune, um die zerstreuten Söhne des jüdischen! Volkes ־um die Fahne der Gesetzestreue zu sammeln, Sie überbringen Botschaft, HÜferufe unserer alten Heimat: ״Der Geist eurer Ahnen, der Geist eurer Newiim, eurer Tanoim und Amoroim, der Geist, der dem Lande seine eigene Prägung gab, wird zum Kampfe herausgefordert.“ Sollen diese Schofartöne, diese Hilferufe, wie ein Schall im Winde verklingen, ohne nachhaltige, bleibende Spuren in unserer Seele zurückzulassen? Sollen sie es nicht vollbringen,! uns loszuketten von unseren Alltagssorgen, aufzuscheuchen aus dem Dämmerschlafe der Untätigkeit, uns emporzureißen zur rettenden Tat, zur helfenden i Arbeit? Erez Jisroel ist der Kampfplatz von Ideen geworden. Es wird gerungen um die. endgültige Richtung, die das geistige Antlitz des Landes formen, mit unumschränkter Gewalt dem Lande und seinen Bewohnern die Wege vorzeichnen soll. Nun soll im Lande des Thora- Volkes die Thora um Asyl recht betteln? Soli die Thora nicht bestimmenden, erzieherischen, menschenbildenden Einfluß besitzen? Ein Schulwerk besteht in Erez Jisroel, Lehranstalten mehren sich dort, die Feinde׳ der Trädit i o n sind, unsere Vergangenheit und ihre Gedankenweit bekämpfen. In den Schulen aber wird die Zukunft, die geistige Entwicklung Erez Jisroel» entschieden werden. Muß das orthodoxe Judentum nicht alles aufbieten, um in Erez Jisroel den alten Thorageist zu neuem Leben zu erwecken, muß es nicht größere, bedeutendere Opfer bringen als bisnun, um das Schulwerk der AgudasJisroelzu erhalten, zu erweitern und auszubauen? Jede Schule der Agudas Jisroel ist ein Stützpunkt im Feldzuge gegen! die verführerischen Forderungen der Neuzeit, gegen Entfremdung und Entartung. In den Schulen der Agudas Jisroel werden von den Säemännern des jüdischen Wissens die Saatkörner des G-ttvertrauens, der Thoraliebe und Traditionstreue in den empfänglichen Boden der Kinderseele gesenkt. In diesen Schulhallen wird ihr Geist erschlossen für die ewigen, unvergängliehen Gedanken unseres Glaubens und unserer Ideenweit, dort werden ihnen die •zur Nachahmung verpflichtenden, unsterblichen Gestalten unserer Vergangenheit vorgeführt. Die Führer des Keren Hajisohuw, der für dieses Schulwerk zu sorgen hat, kommen jetzt zu uns. Sie werden auch hier in die Posaunen stoßen. Bringen wir ihnen Verständnis entgegen, , gliedern wir uns ein in die Kampfreihen des thoratreuen Judentums. Der Keren Hajisehuw hat eine mächtige FUlle von Aufgaben au lösen, Er muß nicht nur dem Schulwerke die zu seinem Bestand und seiner Entwicklung not-

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