Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 23 (1937)
- Issue
- 2 (8.1.1937)
- Date
- 1937-01-08
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite .2 JÜDISCHEי1י־BESSE m i der Thora. Tritt einmal die Aguda, von der Jewish Agency ssibar verursacht, getrennt auf, so bedeutet dies, daß eben niCht nur von ÄlijahSperre und Bodensperre, dem eigentlicien politischen Thema, sondern von den Öeaafflt■ Situation gespnoeftem werden soll. Wie konnte da die Agüda von Gemeinde und Chlnuch und ■Sabbath schweigen? Mit keinem Wort hat im übrigen die Agüda, 2u Gemeinde und Chinuch und Sabbath, Weder in ihrem-Memo* randüm noch iä ihren mündiiehen Darlegungen den Waad Leumi oder eine sonstige jüdische Stelle angegriffen, ihre Angriffe richteten sich gegen die Mandatsregierung, die in allen drei Punkten, ihres Erachtens, gegen das im Mandat ausgesprochene Prinzip der Gewissensfreiheit Verstößen hat, . Was 1m besonderen die Gemeinde frage betrifft, so mutet es einigermaßen seltsam an, wenn gerade die zionistische Presse uns den Vorwurf macht, Sie nicht als inner jüdische Angelegenheit belassen zu haben. Was heißt das eigentlich? Jedermann weiß, daß es nun einmal im Lande Juden gibt, denen ihr Gewissen verbietet, sich der K&easeth Israel aazuschließen. Jedermann weiß, daß es bis jetzt am heftigen Widerspruch des Waad Leumi lag, daß diese Juden keine Gemeinden öffentlich-rechtlichen Charakters mit den Befugnissen solcher bilden können. Warum? Warum sollen dlese-Juden, die der Stimme Ihres Ge- Wissens, dem vor 15 Jahren von fast allen rabbtnischen Autoritäten des Landes ausgesprochenen Gebot folgen, warum sollen -sie deshalb bestraft werden und minderen Rechtes bleiben? Spricht das nicht, von der Thora nicht zu reden, gerade allen westeuropäischen Grundsätzen Hohn, denen der Waad Leumi sich sonst nur allzu gerne anvertraut? Und wenn der Waad Leumi gleichwohl sich der selbstverständliehen Forderung modernen Denkens und Fühlens widersetzt und die Regierung deshalb ihr nicht Genüge tut: da soll die Aguda, vor der Kommission als solche auftretend, sie verschweigen und damit zeigen, daß ihr selber diese Forderung nicht gebenswichtig dünkt, sie als innerjüdische Angelegenheit' erachten und damit beweisen, daß sie abwarten wolle, ■bis es dem Waad Leumi gefalle, sein Ohr der Gerechtigkeit und der Gewissensachtung zu leihen? Nicht die Aguda, sondern der Waad Leumi trägt die Verantwortung dafür, daß der Ruf nach anerkartnten Gemeinden der Thora — in der Gola, wo immer er sich erhob, längst erfüllt — im Lande vor die Kommission getragen werden mußte. . m. Bis tief irl die zionistischen Kreise hinein — der Artikel im ״Haboker“!beweist es — empfandman im Lande das Auftreten der Aguda vor der Kommission als Befreiung von -einer seit Beginn der Tätigk•eit der Kom mission immier mehr wachsenden Beklemmung. Bereits seit Wochen gingen die Verhandlungen׳,!und noch War im Lande der Thora selbst nur der Name der Thora aus keinem berufenen Munde gefallen, noch war das Band mit der Vergangenheit, •unsere Hauptstütze gegenüber den Arabern, von keiner berufenen Hand geknüpft. Wer gleich Weizmann mit der Vergangenheit so gründlich gebrochen hat, vermag wirklich nicht die Brücke zu ihr Und von ihr in die Zukunft zu schlagen. Aus seinem Munde klang es wenig glaubhaft, daß die Geschichte des jüdischen Volkes beweise, es könne nicht vergessen. Warum soll das jüdische Volk das Land nicht vergessen können, wenn es, soweit es an Weizmann liegt, die Thora zu vergessen vermag? Wie kann die geschichtliche Beziehung des jüdischen Volkes zum jüdischen Lande ohne die Thora geklärt werden? Wenn nun einmai vor der Kommission eine allgemeine Rechnungslegung erfolgen sollte: war es richtig, war es klug, war es würdig, in dem Lande, das allen Kulturreligionen heilig ist, die geistigen Dinge zunächst völlig hintanzusetzen? Als die ehrwürdige Gestalt des agudistischen Oberrabbiner» den Saal betrat und der größere Teil des jüdisehen Publikums —־ warum nicht alle? — sich spontan von den Plätzen erhob, da hatten keineswegs nur die Agudisten den Eindruck, daß endlich das jüdische Volk der Geschichte vor der Kommission erscheine, dessen Antlitz G-ttesfurcht und G-tteswissen ■und Leiden und Sehnsucht ein einmaliges Gepräge verliehen haben, das jüdische Volk dler Geschichte sich, zum Mandat bekennen und den arabischen Versuch der Trennung vom Volk der Thora •und Land der Thora im Namen G-ttes zurückweisen werde. | FEUILLETON ■ Ikto wetden m Ummet fwMosstk (Fortsetzung) Als der König allein w;ar, glitt ein zufriedenes, heiteres Lächeln über seine milden Gesichtszüge. König Alfonso war von der Weisheit und Lebensklugheit und ebenso yon der unbedingten Treue seines Finanzverwalters tief durchdrungen. Aber er war ein leidenschaftlicher Freund von Disputationen über religiöse und philosophisehe Gegenstände. Bei solchen Anlässen hatte sich der hochgebildete, weltkluge Don Abarbanel immer als der TJeberlegene gezeigt. König ^Ufonso hätte ein Stück seines Reiches darum gegeben, seinem jüdischen Ratgeber einmal einen Irrtum nachzuweisen. Deshalb bereitete es ihm gar keine Skrupel, dieser Schrulle das. . Lebensglück seines Vetters zu opfern. Von einem Opfer konnte auch in Wirklichkeit kaum die Rede sein. Er wollte ihm eine junge, hübsche O b, s t v e r k ä u f e r i n aussuchen, mit welcher die Honigpaonate seiner Ehe zu verleben i^m keine große Ueber- Windung kosten sollte. Nach deren Verlauf sollte der jungen Frau auch die zum Erscheinen am Hofe nötige Rangerhöhung werden, was spräche dagegen? Er brannte vor Begierde, den Plan sofort auszuführen, um Don Abarbanel möglichst rasch seines Irrtums zu überführen. •■׳D§r König setzte sich an seinen Schreibtisch nieder hnd schrieb einige wenige geilen an den Herzog Fernando von Braganza, des Inhalts: Es sei sein königlicher Wunsch, daß der Herzog öle Ueberbringerin dieser Zeilen heirate und daß weder er noch sie das herzogliche Palais verlasse, bis sie die angetraute Gattin des Herzogs seis Er setzte Namen und Siegel unter die verhängnisvollen Zeilen, legte sie zusammengefaltet in ein Kuvert, versah . es mit Adresse und Siegel, legte Hut und Mantel än und Ühd also geschah es. Zu» erstenmal klangen hebräische Laute ans Öhr der Kommission. Zum erstenmal erfuhf die KölfflWöö, daß nur die Thora das jüdische Geschichtsräteei zu lösen vermag, nur der Thora wegen das jüdische Volk sich selbst und seine Beziehung zum Land behauptet habe« daß mehr' als die Hälfte der Gesetze der Thora außerhalb des Landes nicht erfüllbar sei, und die Thora des Landes so Wenig entraten könne, Wie des Volkes» Zum erstenmal sprach aü6h das Volk der Propheten vor der Kommissföfc, dessen Behnsücht auf Vöikerversöhnuäg und Völkerverständigung gerichtet ist, und das auch heute schon danach strebt, aus dem Heiligen Lande eine Oase der Menschenliebe und der wechselseitigen Menschenachtung zu machen. Zum erstenmal hörte auch die Kommission den Namen G-ttes, der in So wunderbarer Weise das britische Reich zum Vollstrecker seines -geoffenbärten Willens gemacht hat, hörte sie die Mahnung, sich diesem Auftrag nicht zu entziehen, vielmehr im Rahmen des Mandats Alijah und Bodenerwerb keinerlei Beschränkung zu setzen und die Hoffnung des leidgequälten jüdischen, Volks nicht zu enttäuschen. Es war lediglich eine Fortsetzung der Rede des agudistischen Oberrabbiners, wenn die alsdann einsetzenden Fragen und Antworten, entsprechend den bereits zuvor überreichten Memoranden, deren Klarheit und Folgerichtigkeit die Kommission’ zweimal rühmend hervorhob, sich auf die Gemeinden der Thora, den Chinuch der Thora, den Sabbath der Thora und die Arbeiter der Thora erstreckten, Ob denn aUch die agudistischen Arbeiter voll und ganz sich zu den der Kommission Vorgetragenen agudistischen Prinzipien bekennen, lautete eine Frage. Sie konnte eindeutig bejaht werden. Der Tag der Aguda war der Tag der Thora. IV. Die Kommission fragte auch nach der Beziehung der Aguda zum Zionismus. Ob der Gegensatz darauf beruhe, daß der Zionismus weltlich, oder darauf, daß er z u weltlich sei. Mit anderen Worten: ob der Gegensatz in einem Gradunterschied liege oder ein grundsätzlieber sei. Eine klare Frage verlangte eine klare Antwort: Nicht in der Beziehung zur Welt, sondern in der Be- Ziehung zur Thora liegt der Gegensatz. Der Aguda ist Volk ohne Thora nicht denkbar. Versteht man unter Weltlichkeit die Lösung des Bandes, das die Thora als herrschendes Recht mit dem jüdischen Volke verbindet, so gelangt in der Tat der grundsätzliche Gegensatz zwischen Aguda und Zionismus, in dessen Weltlichkeit, in dessen Weigerung, die Herrschaft der Thora anzuerkennen, zum Ausdruck. Die -Kommission fragte auch nach der Beziehung der Aguda zum Misrachi. Ob die Schulen des Misrachi vom Standpunkt der Aguda nicht religiös genug seien. Die Antwort vermied!es, über den religiösen Charakter des misrachischen Schulwerks ein Werturteil abzu- Wie Jan Seit Wochen ist die jüdische Weltöffentlichkeit mit den Vorgängen in Erez Jisroel, wie sie sich in den Verhandlungen vor -der Königlichen Kommission darstellen, beschäftigt. Vielleicht zum ersten Mal, seitdem das Heilige Land im Mittelpunkt der politischen Ereignisse Hegt, rollen die Dinge vor den Augen der Welt Idar ab. Wochenlang wurde über die wirtschaftliche und politische Lage gesprochen, •ohne daß auch nur einer der jüdischen Vertreter die geistigen Zusammenhänge zwischen Judentum und Erez Jisroel mit der historisch unwiderlegbaren Tatsache begründet hätte, daß uns Erez Jisroel als das von G־tt und seinen Propheten verheißene Lanld immer heilig und unveräußerlicher Besitz gewesen ist. Erst -die Aguäa-Delegation unter Führung von Raw Dascjhinsky!hat |diese Zusammenhänge aufgezeigt und sichtbar tiefsten Eindruck bei den Mitgliedern der Königliehen Kommission damit ausgelöst. Aber was nützen das ehrliche Wollen und Streben der orthodoxen Exponenten im Heiligen Lande, wenn die Zionisten in ihrerj. maßlosen Verblendung alles, was von uns geschaffen 'wird, zerstören. Kaum eine verließ das königliche Schloß mit dem Brief in der Tasche. Am äußersten Ende des . geräumigen Platzes vor dem Schloß machte er halt״ Niemand hatte bis dahin den Mann mit dem tief ins Gesicht gedrückten Hut als den König erkannt. Auf dieser Seite des Schloßplatzes war eine große Anzahl Buden, in welchen junge, hübsche Mädchen Melonen, Zitronen, Orangen ,und andere Südfrüchte verkauften. -Der König musterte!einige Minuten die Händlerinnen, dann trat er an. die keckste, durch ihren schlanken Wuchs •und ihre, Schönheit die anderen überragende, heran, kaufte einige Melonen und legte dafür einen Dukaten in die Haiid der glückstrahlenden Verkäuferih. Diese sah dem noblen Käufer in die von dem Hut beschatteten Augen und brach errötet und verworren in die Worte aus: ״Ihr seid es, Majestät?“ Der König legte, zum Zeichen, daß die Angeredete schweigen solle, den Finger auf den Mund und fragte mit leiser Stimme: ' ״Weißt du wohl, wo der Palast des Herzogs von Braganza ist?“ : ' ״Gewiß weiß ich es; er ist unmittelbar hinter der großen Kathedrale.“ , ■•y - ״Ganz recht, mein Kipö. Würdest du mir wohl dieses Briefchen dorthin bringen üpd dafür sorgen, daß es dem Herzog persönlich ülwrreich^rwiTd? Für deinen Weg ־wirst du dort belohnt Werden.“ . ־ ״Ich bin ja schon reichlich belohnt; sofort werde ich meine Früchte in die Bude bringen und diese schließen; in spätestens zehn Minuten bin ich auf dem Wege in den herzoglichen Palast.“ < ״Besten ׳Dank, aber ich verlasse mich darauf,, daß der Brief nichtig hesoygt wi^ö.“ ״Seid unbesorgt, Majestät, Euer Wunsch wird erfüllt.“ ־ י - .. ־ ' Lächelnd drückte der König der Marktschönen die Hand und verschwand so rasch, als er gekommen war. (Fortsetzung folgt.) geben.. Die Antwort lautete, daß eben auch der Murädhi Zionistisch sei. Dies wird füglich ffiemaöd Mireittu köhnefc Die BomffiisiiöÄ fragte schließlioh auch, warum die ägüdistläche Arbeifersehift kerne Hufe yon . den üöüMi- Jfchen Kerahoth annahm. Die Antwort: Mankann den Zionismus nicht bekämpfen, ohne zugleich die zionistischen Gelder abzuiehfien. י Die Vernehmung endete mit der Bestätigung, daß die ägudistische Aitjah mit dazu dienen Solle, den religiösen Habitus des Landes zu heün.; Ohne Zweifel mißt die Kommission den religiösen, ethischen, wie überhaupt kulturellen Dingen im Nationalheim eine größere Bedeutung zu, als die «Jewish Agency vielleicht bisher angenommen hatte. Das achtungsvolle Interesse, d&s die Kommissiött der Aguda entgegenbrachte, der Platz, den sie ihr in der Reihenfolge der Erhebungen einräumte,!beweisen e*. Hervbrgehöben sei hoch, daß die ganze Vernehmung der Aguda auf Grund ihrer Mehioranden erfolgte Und daher die Kenntnis der Memoranden voraiissetzt. Vieles, was in den Memoranden bereits gesagt War, konnte und mußte daher in der mündlichen Verhandlung Unausgesprochen bleiben. Eine Kritik des Auftretens der Aguda ist nur unter Berücksichtigung ihrer Memoranden als eines wesentlieh ergänzenden Tatbestands möglich. ■. Ueber die Araberfrage in konstruktivem Sinne ZU sprechen, bestand keine Veranlassung. Solange die . Araber nicht verhandlungswillig sind, können Vorschlage nicht gemacht werden. V. Das Auftreten der Aguda vor der Kommission, lädt neuerdings der organisierten Weltorthodoxie eine ungeheure Verantwortung auf. Nicht mit Worten, sondern nur durch Taten kann sie dieser Verantwortung gerecht werden. Die Position der Thora im Lande wird stark sein und wird immer stärker werden, wenn die organisierte Weltorthodoxie steh entschließt, für Chinuch und Arbeiterschaft auch nur . einigermaßen zulängliche und regelmäßig fließende Mittel zur Verfügung zu stellen. Es ist kein Zufall, daß die •gründliche Reorganisation des Keren Hajischüw, die Verlegung seiner zentralen Leitung nach Jeruscholajim, ,zeitlich mit dem Auftreten der Aguda vor der Kommission zusammenfällt.־ Eine Weltorthodoxie, die für ihre Prinzipien nicht die schwersten Opfer zu bringen bereit ist, hat kein Recht, sich zur Wortführerin dieser Prinzipien zu machen. Die Aguda ist durch ihr Auftreten vor der ׳ Kommission ins hellste Licht der jüdischen Geschichte gerückt. Sorgen wir dafür, daß dieses Licht ihre Aufbautat für G־tt und seine Thora beleuchte. noch...? Woche, nachdem Raw Duschinsky seine nachhaltig wirkende Rede vor der Königlichen Kommission gehalten hat, erscheint der politische Vertreter der Exekutive der Zionistischen Organisation, Mosche Shertok, und erklärt — befragt von Lord Peel, ob die Juden bereit sind, am Sabbath zu arbeiten — wörtlich das folgende: ״Wir dringen darauf, daß die Juden am Sabbath ruhen; ist dies aber unmöglich, dann sind die Juden bereit, zu arbeiten. Auf jeden Fall ist dies eine Sache, über die verhandelt werden kann.“ Wie soll das historische Recht, das aus der biblischen Verheißung abgeleitet wird, anerkannt werden, wenn offene Leugner der Bibel vor die Königliche Kommission hintreten und das Volk •der Bibel vertreten wollen? Noch beschämender als die Tatsache, daß G-ttesieugner, die sich als solche bekennen, sich zu Vertretern des jüdischen Volkes aufspielen, ist das Treiben der Pseudoreligiösen, des — Misrachi. Der Misrachi, der angeblich an der Unveräußerlichkeit des G־ttesgesetzes festhält, treibt ein so schäbiges Spiel mit diesem Gesetz, daß dem objektiven Beobachter das Blut in den Kopf stigt. Ein Rabbiner — Raw Fischmann —, der den Misrachi in der Exekutive der Zionistischen Organisation vertritt und sich veranlaßt gesehen hat, auf Grund«׳der obenzitierten Erklärung Shertoks (gegen die übrigens die Jerusalemer Aguda eine sehr scharfe Protesterklärung erließ) zurückzutreten, läßt kaum 24 Stunden später die Welt wissen, daß er seinen Rücktritt zurückgezogen hat. Die Spitze der Schamlosigkeit ist die Erklärung, die der Welt-Misrachi dazu veröffentlicht und die ohne Kommentar hier wiedergegeben sei. ,,Die vom Zitonistenkongreß angenommene Ent- Schließung über Sabathruhe und Käschruth ist immer noch nicht ganz verwirklicht worden; der Misrachi wird den Kampf um die Verwirklichung der Resolution weiterfiihreü. Der Misrachi will aber nicht in diesem verantwortungsvollen Kampfe die Lage des Zion;i!sjmju.s kompipzieron. Die KiotalUtiöm soll erhalten bleiben. Deswegen beschloß die; Weltleitunig der Misrachi, daß Rabbi Fishman in die Exekutive der Jewish Agency zurückkehre.“ Dem Misrachi ist eben nicht zu helfen. Er wird protestieren, solange er von Shertoks Gnaden, existieren wird. Denn protestieren hat er gut gelernt und protestieren muß er ewig־, um Seelenfang für den Zionismus zu treiben. Was Wunder, daß Lord Peel, der konservative Mann, angesichts solcher Zwiespältigkeiten auch seinerseits das Recht in Anspruch nimmt, das Mandat, das zumindest keine g-ttliche Offenbarung ist. aus zulegen und zu deuten. Zionisten und ,Misrachisten, die an dem Heiligsten, was das Judentum hat, ihre eigenen Maßstäbe anlegen, haben nicht das Recht, sich in diesem Falle über Lord Peel zu echavtffleren, Wenn wir aber, die wir an der Heiligkeit des G-tteswcrtes wie an der Erfüllungspflicht menschlicher Versprechungen festhalten, unserer Meinung Ausdruck verleihen,, so geht diese Meinung dahin, daß jede Auslegung des Mandats sieh um־ im Rahmen von Treu und Glauben bewegen darf — in Begriffen also, die bei den englischen Lcrds einigermaßen Geltung besitzen»