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Jüdische Presse · 1937-01-01 · 1 (1.1.1937) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
1 (1.1.1937)
Date
1937-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE PRESSE Nr. 1 Sir Horace Rumbold: Es ist für eine Regierung schwer, ein solches System zu handhaben. R’ Bl.: Aber das Mandat sieht Glaubensfreiheit vor. Lord Peel: Wie ist es mit dem Sonntag? Ist er von zweitrangiger Bedeutung? R’ Bl.: Nein. Dr. Isaac Breuer bemerkte hierzu, daß die nichtjüdischen Beamten an ihren Feiertagen von Juden vertreten werden könnten. Sir Horace Rumbold: Das würde doppeltes Personal bedeuten. Dr. Breuer gab zu, daß das Problem der Einhaltung des Sabbaths seine Schwierigkeiten habe, meinte jedoch, daß alle diese Schwierigkeiten sich bei gutem Willen überwinden ließen. Dr. Isaac Breuer Sir Horace Rumbold: Und jetzt möchte ich bezüglieh der E r z i ehungsf ragen einige Aufklärung von Ihnen. Sie. beziehen sich auf die Stelle im Mandat, die jeder Gruppe Schulen in ihrer Sprache zuerkennt. Glauben Sie da, daß für die Araber, die Armenier und auch die Griechen besondere Schulen errichtet werden sollen? Sicherlich sprecht ihr ja dieselbe Sprache wie der Waad Leumi. Dr. Breuer: Es gibt viele orthodoxe Juden, die jiddisch sprechen, und auch Schulen, deren Unterricht in jiddischer Sprache stattfindet. Lord Peel: Wollt ihr, daß eure Kinder in der jiddischen Sprache unterrichtet werden? Dr. Br.: Meiner Ansicht nach hängt diese Frage von der Entwicklung ab. Wir können die Eltern, die ihre Kinder in jiddischer Sprache unterrichten lassen ■wollen, nicht zwingen, das Hebräische vorzuziehen. Es wird noch längere Zeit dauern, bis alle Hebräisch sprechen werden. Einwanderung und Illegalen־ProbIem Sir Laurie Hammond: In Ihrer Eingabe wird behaupfcet, daß vor dem Krieg die Einwanderung unbeschränkt und ein großer Teil des palästinensischen Bodens in jüdischem Besitz war. War dieser Besitz auch auf den Namen der jüdischen Besitzer eingetragen? , Rabbi Blau: Ja. Hammond: Nach unseren Informationen durften Juden nach dem türkischen Gesetz nur dann Boden besitzen, wenn er auf den Namen eines Arabers eingetragen war. R׳ Bl.: Diese Information• ist unrichtig. Es konnten Dr. Isaac Breuer, der erst vorige Woche als einer der Vertreter der Agudas Jisroel von der Kgl. Kommission einvernommen wurde, ist am Mittwoch früh in W i e n eingetroffen. Dr. Breuer beginnt hier seine Rundreise durch die europäischen Länder, die der Reaktivierung der Landesdirektorien des Keren Hajischuw dient. Der bekannte Agudafiihrer hatte die Freundlichkeit, unserem Hauptschriftleiter eine längere Unterredung zu gewähren, in der er sich mit Bezug auf die Kgl. Kommission wie folgt äußerte: Das selbständige Auftreten der Agudas Jisroel vor der Kgl. Kommission ist unter anderm auch auf die Weigerung der Jevvisli Agency zurückzuführen, eine einheitliehe Vertretung zur Wahrung der gemeinsamen Interessen in bezug auf Alijah und Bodenervverb gegenüber der Kommission zu schaffen. Nach der Aguda werden wohl auch der Waad Leumi, wohl auch der Misrachi und wohl auch die Revisionisten vor der Kommission erscheinen. Der Präsident der Jewish Agency, Dr. W e i zmann, ist am 23. Dezember abermals von der Kgl. Kommission in nichtöffentlicher Sitzung vernommen worden. Am 24. Dezember wurde der neu ernannte Oberste Richter Trusted vernommen. Am 28. Dezember erschienen die Rabbiner L e v i und Frank vor der Kommission. Dieser betonte, daß alle .Gruppen und Parteien im jüdischen Volke sich zur jüdischen Religion bekennen; die Differenzen zwischen der ״Knesseth Jisroel“ und der Aguda betreffen bloß das Maß der religiösen Toleranz. (? Red.) Dr. Elias forderte die gleiche finanzielle Unter- Stützung der rabbinischen Gerichte, wie sie die mohammedanischen Sherifgerichte erhalten. Im weiteren Verlauf der Sitzung erschienen vor der Kommission Vertreter der sephardischen Juden, ferner ■ WMTON _■ Uten weiden im Himmel geseMossen (Fortsetzung) ״Also, laß einmal hören“, sprach voll gespannter Er- Wartung der König. ״Eine reiche, römische Matrone fragte einmal einen großen jüdischen Weisen namens Rabbi Jose ben Chalafta: Womit beschäftigt sich eigentlich G-tt, seitdem er die Welt- Schöpfung vollendet und so gar keinen Anlaß zu einer ferneren Tätigkeit hat?“ ״Eine sonderbare Frage“, unterbrach ihn der König. ״Die Frage klingt uns in der Tat sonderbar. Aber sie verliert viel von ihrer Sonderbarkeit, wenn man sich vergegenwärtigt, daß die Fragestellerin eine gebildete Heidin war, die wohl an G-tt als den Schöpfer, aber nicht als Erhalter des ganzen Universums glaubte. Noch weniger war ihr die Wahrheit bekannt, daß das gesamte Universum für den Menschen und für die freie Verwirklichung des Sittengesetzes geschaffen ist, wie sie in der Ent- Wicklung der Menschheit zum Ausdruck kommt. Dieser Wahrheit gab der jüdische Weise drastischen Ausdruck, indem er der Matrone antwortete: ,Seitdem־ G-tt die Welt vollendet hat, stiftet er Ehen.‘ — ,Besseres hat er nicht zu tun?‘ fragte spöttisch die Matrone, ,das kann ich ja auch* ,Ich möchte es bezweifeln‘, entgegnete der Rabbi. Aber die Matrone erklärte, sie werde ihn sofort überzeugen. Sie ließ auf einen Wink ihre sämtlichen Sklaven und Skiavinnen in ihrem Hof versammeln, stellte die einen rechts und die anderen links auf und gebot, daß alle sich Gegenüberstehenden zu heiraten verpflichtet seien. So zogen alle nur türkische Staatsbürger Boden erwerben, also auch Juden, wenn sie türkische Staatsbürger waren. Hammond: Werden Sie uns den Beweis erbringen können, daß damals der Boden auf den Namen der Juden eingetragen war? R' Bl.: Icn bin dessen sicher, daß ich diesen B2weis erbringen werde. Hammond: Und bezüglich der illegalen Ein¬ Wanderung sind Sie wahrscheinlich damit einverstanden, daß viele Juden illegal eingewandert sind? R’ Bl.: Jawohl!, Hammond: Haben Sie Kenntnis davon, daß die Zahl der Scheinehen mit nachfolgender Scheidung 41 Prozent aller jüdischen Ehen und Scheidungen im Lande erreicht hat? Rabbi Blau erwiderte, er wisse hiervon. Die Aguda mache alle Anstrengungen, ■um dieser Gepflogenheit ein Ende zu machen. Er selbst habe erst kürzlich einem Paar die Trauung verweigert, das seinem Eindruck nach eine Scheinehe eingehen wollte. Das Erziehungsproblem Cupland: Ich glaube, daß die Misrachi-Schulen den Anforderungen der Aguda nicht entsprechen? Warum? Rabbi Blau: Weil sie auf nicht genügend religiöser Grundlage aufgebaut sind. Dr. Breuer: Und weil sie außerdem auf der zionistisehen Ideologie basieren, die wir ablehnen. Cupland: In wievielen •Schulen der Aguda ist die Unterrichtssprache Hebräisch? R’ Bl.: In den weitaus meisten. Unsere Gegensätze bestehen nicht in der Sprachenfrage, sondern in ideologischen Differenzen. Forderung nach Arbeit und Boden Dr. Breuer und Herr Schein — die Vertreter der Poale Agudas Jisroel — erhoben sodann die Forderung, daß die Regierung den Juden im allgemeinen mehr Arbeit zuteile •und daß im besonderen die Mitglieder der Agudas Jisroel stärker zu öffentlichen Arbeiten herangezogen werden. Schließlich forderten sie Zuteilung von Boden für die Siedler der Aguda, die von zionistischer Seite keinen Boden erhielten. Rumbold: Ist es ilchtig, daß es Ihr Ziel ist, das religiöse Niveau in Palästina zu heben? Dr. Breuer: Sehr richtig, dies ist unser Ziel! Die weitere Einvernahme der Aguda-Vertreter hat in geschlossener Sitzung stattgefunden. Die Aguda hat vor der Kgl. Kommission in ihrer schriftlichen und mündlichen Erklärung nicht den leisesten Zweifel darüber gelassen, daß sie durchaus auf dem Boden des Mandats steht und jede Rechtsverkürzung mit aller*: Entschiedenheit ablehnt. Insofern hat die Aguda den Beweis erbracht, daß trotz ihrer entschiedenen Ablehnung des Zionismus und seiner Organisation, das Mandat den einheitlichen Willen des ganzen jüdischen Volkes auf sich vereinigt. Darüber hinaus hat die Aguda mit derselben Entschiedenheit auch zum Ausdruck gebracht, daß ihr der Aufbau des jüdischen Nationalheims in Palästina nur in Verbindung mit einer nationalen Heimstätte für die Thora möglich erscheint. Ohne Gemeinden der Thora und ohne einen Chinuch der Thora hat ihr das Nationalheim keine Zukunft. Es war der Aguda Vorbehalten, als erste vor der Kommission das religiös-kulturelle Problem des Nationalheims zu entwickeln. Sie hat offensichtlich bei der Kom- ■ mission ein hohes M a ß von Verständnis ge- [ fiuulen. Elia Berlin und Dr. L u r i e, welcher eine Erhöhung der Subsidien für das jüdische Schulwerk forderte. Die Königl. Kommission gab ein Kommunique heraus, in welchem erklärt wird, daß die Vernehmungen vor der Kommission schon in Kürze abgeschlossen sein werden; Organisationen und Einzelpersonen, die noch Aussagen zu machen wünsehen, mögen sich so bald wie möglich meiden. Das Kommunique wird allgemein als eine letzte Mahnung an die Araber, den Boykott der Komission einzustellen, aufgefaßt. Es verlautet, daß der sephardische Landesrabbiner Palästinas, Jacob M e i r, und der aschkena.si.sche Rabbiner von Tel-Aviv, A m i e 1, sowie Rabbiner U z i e 1 gemäß dem Wunsch der Exekutive der Jewish Agency nicht vor der Kgl. Kommission erscheinen werden. gepaart Arm in Arm ab, sie waren Mann und Frau. ,Siehst du, daß ich das auch kann?‘ fragte die Matrone lachend den Rabbi. Dieser erwiderte ihr, daß er sie nach vierundzwanzig Stunden überzeugen wolle, daß sie trotz alledem eine schlechte Ehestifterin sei. Den anderen Tag gingen die Neuvermählten •an ihre Arbeit, der eine mit einem blauen Auge, die andere mit zerkratztem Gesicht, ein anderer mit verbundenem Kopf, alle aber waren mißmutig und seufzten laut und leise über das Unglück ihrer eheliehen Verbindung. Sie konnten sich so wenig aneinander gewöhnen und vertragen, daß die Matrone die Ehen wieder lösen mußte, wenn sie ihren Leibeignen die frühere heitere Zufriedenheit wiedergeben wollte. ״Diese schön ausgesponnene Geschichte“, entgegnete lächelnd der König, ״bringt mir eine prächtige Idee, deren Ausführung dich hoffentlich von deiner merkwürdigen Ansicht kurieren!wird. Nun sage mir, was glaubst du, hat G-tt dem Herzog Fernando von Braganza eher bestimmt, eine spanische Prinzessin oder eine Obstverkäuferin vom Markte?“ ״Wie könnte ich so vermessen sein, mir auch nur den Anschein zu geben, als wüßte ich, was G-tt bestimmt hat, wo doch ein Mensch nicht einmal die Gesinnung eines anderen Menschen kennt. Hat Ee. Majestät sich bereits vergewissert, daß der Herzog geneigt ist, eine spanische Prinzessin zu heiraten?“ ״Gewiß!“, erwiderte etwas gereizt der König. ״Vor dem ausgesprochenen königlichen Willen treten alle Neigungen und Abneigungen zurück. Der Herzog ist, wie, alle königlichen Prinzen, gebunden an die Frau, welche der König bestimmt, mag sie nun Prinzessin oder Obstverkäuferin sein. Um dich nun von deinem Irrtum zu überzeugen, stehe ich von der Verheiratung des Herzogs mit Vor einer neuen Terror* welle in Palästina Die gesamte hebräische Presse bringt eine Fülle von Nachrichten über Vorbereitungen der Zentralleitung der arabischen Terroristen zu neuen antijüdischen und antienglischen Aktionen großen Maßstabs. Die Zeitungen machen die Regierungen in London und in Jerusalem nachdrücklich auf die drohende Gefahr aufmerksam und fordern sie auf, schleunigst Maßnahmen zu treffen, um eine neue Katastrophe zu Verhüten. Aus den Meldungen, die die Zeitungen von unbedingt glaubwürdiger Seite erhalten zu haben behaupten, ist zu ersehen, daß die Terroristen bei ihren Vorbereitungsarbeiten eine fieberhafte Tätigkeit entfalten. Im übrigen hat sich herausgestellt, daß die Terroristen ihre Mittel nicht nur aus inländischen und ausländischen arabischen Quellen schöpfen und bei manchen fremden Mächten Unterstützung finden, sondern daß ihnen auf indirektem Wege sogar Gelder der Palästina-Regierung zufließen. So wird in den Zeitungen festgestellt, daß die Darlehen, die die Palästina-Regierung arabischen Landwirten gewährt hat, vielfach zum Ankauf von Waffen benützt wurden. Die Regierung hatte für solche landwirtschaftliche Kredite 30.000 Pfund zur Verfügung gestellt. Die für dieses Geld bestellten Waffen sind zum Teil bereits in Palästina eingetroffen. Von den arabischen Terroristenverbänden werden fortlaufend bei arabischen Kaufleuten und Pflanzern große Summen für die Aufstandsbewegung unter Drohungen erpreßt. Wie aus den neuesten Berichten hervorgeht, werden aber nicht nur Araber auf diese Weise besteuert, sondern es hat auch die Irak-Petroleum-Gesellschaft einen ״Schutzzoll“ entrichtet, um sich im Fall eines neuen Ausbruches von Unruhen gegen Beschädigung der Oelleitung zu sichern. Die Presse veröffentlicht ferner umfassende Einzelheiten über die Schulung von Mannschaften für die geplante Aufstandsbewegung. Der Führer der Terrorbanden, Fauzi Bey el Kaukadyi, führt im Irak unter der arabischen Jugend halb offiziell eine ausgedehnte Werbetätigkeit durch. Die Zeitungen fordern die Regierung dringend auf, sich Dingen gegenüber, die jedermann bekannt sind und über die überall gesprochen wird, nicht blind zu stellen. Vorläufig allerdings habe es den Anschein, als ob die Regierung blind wäre. Sie unternehme nichts oder nur sehr wenig. Aus allen Teilen Palästinas werden lebhafte Truppenbewegungen gemeldet. Bei den Abteilungen, die sich von der Anfang Oktober unter dem Oberkommando von Generalleutnant John G. Dill eingetroffenen ersten Division noch im Lande befinden, werden Sicherheits- Vorkehrungen verschiedener Art getroffen. Man erwartet jeden Augenblick, daß für die Truppen strenge Bereitschaft •verkündet wird. In manchen Kreisen rechnet man sogar mit der Möglichkeit des Erlasses von Kriegs- Verordnungen. Die •Palästina-Regierung hat mit der Anwerbung von fünfhundert neuen Polizisten begonnen. Die Verwaltungen der jüdischen Kolonien wurden von der Leitung der Polizei ersucht, ihr Listen von Kandidaten, die in die Polizei eintreten wollen, zu überreichen. Neue Serie arabischer Gewalttaten Auf der Straße Tiberias—Nazareth sind vier von jüdischen Chauffeuren gelenkte Lastwagen von bewaffneten Arabern angehalten worden. Während zwei Autos entkommen konnten, wurden die beiden anderen ausgeplündert. Der Vorsitzende des arabischen Arbeiterverbandes, Michel Mitri, wurde von arabischen Attentätern durch Revolverschüsse verletzt. Zum erstenmal seit der Beendigung des Streiks ist die Chaussee Jerusalem—Tel-Aviv wieder mit Nägeln bestreut worden, in der offenkundigen Absicht, den lebhaften Autoverkehr auf dieser Straße zu stören. In der Nähe des arabischen Dorfes Jezur, dessen Einwohner wiederholt Angriffe auf Juden verübt haben, wurden zwei auf der Straße Jerusalem—Tel-Aviv verkehrende jüdische Autobusse mit Steinen beworfen. Arabische Banditen griffen überraschend das Bahnarbeiterlager in der Nähe von Ras-el-Ein an, verletzten zwei der Arbeiter durch Schüsse und raubten, was ihnen in die Hände fiel. Auf dem Wege von Jericho nach Jerusalem wurde von einem Privatauto der Familie Husseini eine schwerverwundete jüdische Frau aufgelesen, die aussagte, sie sei das Opfer einer bewaffneten Bande, die vorbeifahrende Aütos ׳ ausraubt. Militär wurde an Ort und Stelle entsandt. einer spanischen Prinzessin ab und lasse ihn eine Obst- Verkäuferin heiraten.“ ״Eine Obsthändlerin? Aber diese wäre ja nicht hoffähig, warum sollte Ee. Majestät den Herzog zu einer solchen Verbindung nötigen?“ ״Nur, um dich zu überzeugen; du wirst doch dann nicht länger glauben, daß dem Herzog vom Himmel eine Obstverkäuferin vom Markte zur Frau beschieden war, sondern zugeben müssen, daß das ausschließlich mein Werk ist. Was die Hoffähigkeit betrifft, so hindert mich nichts, der Frau des Herzogs nach einigen Monaten die Titel und Würden zu verleihen, welche ihr den Zugang zum Hofe öffnen. Von dir aber verlange ich, daß du deinen Irrtum einsiehst, daß diese Ehe nicht G-tt gestiftet hat, sondern daß ich der Ehestifer bin.“ Don Abarbanel schwieg. Einen Augenblick trug er sich mit dem Gedanken, seinem königlichen Herren zu antworten, daß eine solch ungewöhnliche Ehe erst recht von G-tt bestimmt sei, auch wenn Se. Majestät die Rolle des Ehevermittlers übernehme. Aber er durfte es jetzt nicht wagen, durch Rede und Gegenrede den König noch mehr in seiner Opposition zu bestärken. Er konnte daher nichts Besseres tun, als jede Gegenrede fürs erste zu unterdrücken. , Der König erhob sich, reichte dem Verwalter seiner Finanzen die Hand und entließ ihn mit den Worten:׳ ״ •Es bleibt also dabei. Du stimmst mir zu, wenn der Herzog eine Obsthändlerin heiratet, so ist G-tt nicht der Stifter dieser Ehe und ich räume dir dagegen ein, daß die Ehe des Herzogs vom Himmel beschlossen׳ ist, falls er irgend eine andere Frau heiratet, die nicht Obsthändlerin ist. Einverstanden?“ Don Abarbanel verneigte sich tief vor seinem Herrn und war in Gnaden entlassen. (Fortsetzung folgt.) Ein Interview mit Dr. Isaac Breuer Die weiteren Arbeiten der Königl. Kommission

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