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Jüdische Presse · 1937-01-01 · 1 (1.1.1937) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
1 (1.1.1937)
Date
1937-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 1 JÜDISCHE PRESS® Seite 3 VOSS Wo 1'111־ xis Woclic 9 Wie die Presse berichtet, haben die nationaldemokratischen (Endek) Textilkaufleute beschlossen, ein ״rein arisches“ Zentral-Textil-Amt zu organisieren, das die polnischen Hausierer mit Textilien auf Kredit beliefern soll, um auf diese Weise die Juden aus dem Hausierhandel mit Textilien zu verdrängen. Amtlich wird bekanntgegeben, daß die E i nnahmen der Stadt Jerusalem aus Steuern im Finanzjahr 193571.048 36ן Pfund, die sonstigen‘ Einnahmen 26.962 Pfund betragen haben. Die Regierung hat zu dem Etat einen Zuschuß von Pfund geleistet. Den Ge- Samteinnahmen von 142.486 Pfund standen Ausgaben in Höhe von 109.872 Pfund gegenüber. 9 Am Goldenen Sonntag kam es in mehreren oberschlesischen Städten zu antisemitisehen Demonstrationen) wobei sich die Demonstranten vor jüdischen Geschäften und besonders vor den jüdischen Warenhäusern sammelten und die Käufer aufforderten, ihre Einkäufe nur bei Ariern zu machen. Gleichzeitig wurden in den Straßen Flugblätter, in denen gegen die Juden gehetzt wird, verteilt. 9 Sämtliche in der Zeit der Unruhen in Palästina ausgehobenen Hilfspolizisten haben die Verständigang erhalten, daß sie mit Schluß des Kalenderjahres aus dem Dienst entlassen werden. 9 Bei einer Arbeiterkundgebung in New York stellten der Direktor des ,Jewish Daily Fonoard“, B. G. Viadeck, der Führer der kanadischen Konfektionsärbeiter, Chaim Greenberg, und andere Redner die Forderung auf, daß den jüdischen Arbeitern der Bekleidungs- Industrie Ar beit s ruhe an Sabbat h tagen gewährt werden soll. 9 Ein in erster Instanz am 21. Oktober unter der Beschuldigung, in der Tel-Aviver Vorstadt Hatikwa den 55jährigen Selig Leivinsohn und den 36jährigen Schlomo Morrisson ermordet zu haben, zum Tode verurteilter Araber ist vom Berufungsgericht in Jerusalem freigesprochen worden. O Mit Rücksicht darauf, daß die bisher getrennten jüdischen Gemeinden von Krakau und Podgorze vereinigt werden sollen, ist die Verwaltung der Jüdischen Gemeinde Krakau aufgelöst worden. Es wurde von der Behörde eine kommissarische Leitung eingesetzt. 9 Wie der Jüdischen Telegraphen-Agentur auf eine Anfrage amtlich mitgeteilt wird, besteht nicht die Absicht, den Oberkommandierenden der britischen Streitkräfte, Generalleutnant J. G. Dill, von seinem gegenwärtigen Posten abzuberufen.. 9 Vor dem Kreisgericht in Lomz a fand ein Prozeß gegen zwölf Endek-Huligans statt, die beschuldigt waren, am 1. September in Zambrow antisemitische Exzesse veranstaltet zu haben. Der Hauptangeklagte wurde zu zehn Monaten, fünf weitere Angeklagte wurden zu je sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Die übrigen wurden freigesprochen. 9 Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, sind die palästinensischen Behörden einer illegalen arabischen Organisation auf die Spur gekommen, die hauptsächlich aus syrischen Arabern besteht und sich ״Palästinensisch-syrische eiserne Front<c nennt. Das Ziel dieses Geheimverbandes ist es, judenfeindliche Ausschreitungen in Palästina vorzubereiten. Beamte der Kriminalabteilung der Palästina-Polizei haben einen Sonderauftrag zur Ueberwachung dieser Terroristenorganisation erhalten. 9 Offiziell wird mitgeteilt, daß im Verlauf des November 938 Juden, unter ihnen 186 mit einem Mindestkapital von je 1000 Pfund, nach Palästina gekommen sind. Gegenüber der Einwanderung im November 1935 bedeutet das ein Minus von 3562 Ein- Wanderern. 9 Auf der Heimfahrt vom Wochenmarkt in Kolno (Kreis Lomza) ist der jüdische Markthändler Chaim Antmann bei dem Dorf Gromadzyn von einer Horde junger Leute überfallen und so lange geschlagen worden, bis er bewußtlos liegen blieb. Er wurde nach Kolno gebracht, wo er nach zwei Stunden an den Folgen der Mißhandlungen verschied. Mehrere Personen wurden unter dem Verdacht der Täterschaft verhaftet. 9 Bei einer Unterredung mit dem Distriktskommissär von Jerusalem hat sich Bürgermeister Dr. Khaldi bereit erklärt, einer etwaigen ־ T ei hi n g J e ms ale ms in zwei getrennte Verwaltungsbezirke nach dem Vorbild der Trennung von Jaffa und Tel-Aviv zuzustimmen, 9 In J e r u salem und in J affa kam es erneu1 zu Z u s am men stoße n zwischen Christen u n d Moslems, wobei mehrere Christen verwundet wurden. Der Haifaer arabische Arbeiterklub erließ eine Proklamation gegen die destruktive Tätigkeit der Banden und für Frieden in ganz Palästina. 9 Einem Bericht der National League for American Citizenship zufolge ist die Einwanderung nach den Vereinigten Staaten so stai'k z u r ü c kgegangen, daß ihr die Auswanderung schon fast gleichkommt. 9 Das arabische Dorf M a g d al in Nord- Palästina wurde wegen destruktiver Tätigkeit seiner Einwohner mit 150 Pfund Kollektivstrafe belegt. 9 Die in Palästina bestehende englische faschistische Organisation, die Sir Oswald M o sie y in London direkt unterstellt ist,begnügt sich nicht mit der faschistischen Propaganda unter den Engländern, sondern sie verbreitet auch unter den Arabern massenhaft antisemitische Hetzschriften teils in englischer, teils in arabischer Sprache, und zwar durch Engländer und Araber. Es wurde festgestellt, daß die Schriften durch Mosleys Faschistenzentrale in London hergestellt worden waren. 9 Der jüdische Friedhof in S a f e d ist von Arabern geschändet worden. Mehrere Grabsteine wurden zertriimmert und Schüsse auf den Friedhof abgegeben. H. Grün, II., Taborstraße 8 b, Telephon Ä-42-3-66, Atelier für feine Herrengarderobe. E Früher nannte man es Influenza, aber die Zeiten haben sich geändert und auch die Influenza ist ״mit der Zeit gegangen“ ■und hat sich zur bösartigen Grippe ausgewachsen! Um so mehr muß ihr — und rechtzeitig! — begegnet werden: der Alpa-Franzbranntwein tropfenweise dem Gurgelwasser zugesetzt, desinfiziert die Mundhöhle und Atmungswege und zu regelmäßigen ]Einreibungen benutzt, belebt und stärkt er den Körper! Fragen Sie Ihren Arzt! Bemerkenswerte ErhlBrun; lies wlnlnlien Mlnlslerprflslilenlen In der Sitzung des polnischen Sejm vom 21. Dej zember hielt der Deputierte Budzynski eine heftige anti- J semitische ■Rede, in der er der Regierung vorwarf, daß 1׳ sie. die Juden begünstige, indem sie ihnen hohe Positionen ״ in polnischen diplomatischen Aemtern und in der Presse jj einräume. Dabei erwähnte er eine Anzahl Namen von ’ Juden in solchen Positionen, die indessen schon lange zum Katholizismus übergetreten sind. Deputierter Minzberg (Aguda) widerlegte die antisemitischen Angriffe des Deputierten Budzynski und richtete an den der Debatte beiwohnenden Premierminister die Frage: ״Gibt es keine Möglichkeit, den antijüdischen Attacken in Polen ein Ende zu machen?“ Es ist unmöglich, führte Deputierter Minzberg weiter aus, daß im Lande Ordnung herrsche, solange solche verwerfliehen antijüdischen Ausbrüche geduldet werden. Das Schächtverbotsgesetz beraubt 20.000 Juden ihrer Existenzgrundlage. Nicht genug, daß man die Juden aus all ihren wirtschaftlichen Positionen verdrängt, werden sie noch als öffentliche Belastung des Landes bezeichnet. Der Premierminister Skladkowski, der das Wort ergriff, erklärte, daß in Polen alle Nationalitäten gleich behandelt werden müssen. In einem von verschiedenen nationalen Minderheiten bewohnten Lande müsse, wenn auch ein gewisses Maß von Antagonismus nicht zu vermeiden sei, doch die Möglichkeit zu gegenseitiger Verständigung geschaffen werden. Beides, Antagonismus sowie Verständigung müssen zum Wohle des Staates ausgenützt werden. Der Premierminister führte gegen die Angriffe des Deputierten Budzynski aus, daß die polnische Regierung jeden Bürger, der zum Nutzen des Staates wirken kann, auf seinen Posten stellt, ohne daß nach seinem Namen oder seiner Abstammung gefragt wird. Zur Rede des Deputierten Minzberg erklärte der Premierminister, daß die Regierung daran interessiert sei, Frieden für jeden, einschließlich der Juden, zu gewährleisten. Diejenigen, die sich an Exzessen beteiligen, können nicht hoffen, straflos auszugehen. Wir bekämpfen die Exzesse durch administrative Maßnahmen sowie durch die Gerichte. Der Premierminister Skladkowski schloß seine Ausführungen mit den Worten: ״Ich spreche aufrichtig und ehrlich. Was ich sagte, sollte von Ihnen als genügend angesehen werden.“ , Wirtschaftshilfe-Aktion für Juden in Polen In Warschau fand eine Sitzung des H i 1 f skomitees der Jüdischen Gemeinde statt, an der auch Vertreter des Joint Distribution Committee teilnahmen. Es wurde das Problem der Verdrängung der jüdischen Kleinhändler aus ihren alten Wirtschafts- Positionen und ihrer Zuführung zu neuen Erwerbszweigen besprochen. Das Komitee plant die Errichtung von Werk- Stätten zur Herstellung verschiedener Artikel, die auch auf ausländischen Märkten abgesetzt werden können, von Milchwirtschaften und anderen Betrieben. Zur Durchführung dieser Aktion ist ein Betrag von 20.000 Zloty erforderlich. Hievon wurden 10.000 Zloty bereits von dem Verband der polnischen Juden in Amerika zur Verfügung gestellt. Jüdische Kinder in Polen hungern In einer auf Anregung der Gesellschaft für Gesundheitsschutz der Juden, Toz, einberufenen Pressekonferenz, an der auch Vertreter der verschiedenen jüdischen Schulorganisationen teilnahmen, wurde ein Bild von der furchtbaren Not entworfen, die unter der jüdisehen Schuljugend herrscht. Es wurde festgestellt, daß aus Dutzenden׳ von Kleinstädten Hilferufe an die zentralen Stellen gerichtet wurden, mit der Aufforderung, die Not der hungernden Kinder zu lindern. Der Generalsekretär der Gesellschaft Toz, Dr. Wuhlman, berichtete, daß in früheren Jahren die Kinderfürsorge dank den Beiträgen, die vom Joint, der Alliance, aber auch von städtischen und Regierungsbehörden für soziale Hilfe geleistet wurden, durch geführt werden konnte. In diesem Jahr aber seien bisher alle Interventionen bei dem Warschauer Zentralkomitee für die Winterhilfe um Bereitstellung von Mitteln für die jüdische Kinderfürsorge erfolglos geblieben. Repräsentanz der Warschauer Gemeinde vor der Auflösung Wie von gut informierter Seite mitgeteilt wird, soll die wochenlange Krise in der Repräsentanz der Warschauer Jüdischen Gemeinde dadurch gelöst werden, daß ein Regierungs kommissär und ein ernannter Beirat mit der Leitung der Gemeindegeschäfte betraut werden. Der Beirat soll hauptsächlich aus Vertretern der jüdischen Wirtschaftsorganisationen, aber auch der Aguda und der Zionisten bestehen. Es werden in diesem Zusammenhang Namen, wie die des früheren Senators Rafael Szereszewski, des Vorsitzenden des Zentralverbandes der jüdischen Kaufleute, Abraham Gepner, und des Senators Jakob Trokenheim, genannt. Eine offizielle Ankündigung der Auflösung der Gemeinderepräsentanz ist bisher noch nicht erfolgt. Die jetzige Repräsentantenversammlung ist am 6. September gewählt worden. Die im nationalen Block zusammengeschlossenen zionistischen Gruppen, der ״Bund" und die Aguda, waren in ihm ungefähr gleichstark vertreten. Die Bildung einer arbeitsfähigen Mehrheit stieß deshalb auf große Schwierigkeiten. Der Vorschlag der Zionisten, eine Konzentrationsleitung unter gleichmäßiger Beteiligung aller drei Gruppen;zu bilden, konnte nicht verwirklicht werden, weil einerseits die Aguda das Zusammengehen mit den areligiösen Vertretern des MBund" ablehnte und andererseits diese unbedingt den Posten des Vorsitzenden für sich beanspruchten. Dr. WaJlach — ein Sieb ziger Der Direktor des orthodoxen Schaare-Zedek- Hospitals in Jerusalem, Sanitätsrat Dr. Wallach, feiert am 20. Tewes seinen 70. Geburtstag. Dr. Wallach, der seit der vor vier Jahrzehnten erfolgten Gründung des Schaare- Zedek-Hospitals die Anstalt leitet, steht bei allen Kreisen der Bevölkerung des Heiligen Landes in hohem Ansehen. Er hat das ISpital trotz der finanziellen Nöte, mit denen es zu kämpfen hat, zu einer Musteranstalt ausgebaut. Der Jubilar wird wegen seiner geradezu sprichwörtlichen Bescheidenheit und Hilfsbereitschaft von allen Menschen unterschiedslos verehrt. Er gehört der Agudas •Jisroel und ihrer Organisation in Erez Jisroel seit deren Gründung in leitender Stellung an. Möge es ihm gegönnt sein, sein ,segensreiches Wirken fortzusetzen עד מאה ועשרים שנה Verlegung des Keren-Hajiscliuw-Direktoriums nach Jerusalem. Am 1. Jänner 1937 wird — wie soeben der geschäftsführende Ausschuß der Agudas Jisroel in einem Zirkularschreiben an sämtliche Landesorganisationen mitteilt — das Direktorium des Keren Hajischuw von London nach Jerusalem verlegt werden. Die Leitung wird Herr Dr. Isaac Breuer im Verein mit den Herren Dr. Falk Schlesinger, Pinchas Lewin und Sirkis sowie. weiteren führenden agudistischen Persönlichkeiten, die den Wirtschaftskreisen Palästinas angehören, übernehmen. Zwecks Bildung von Landesdirektorien in den einzelnen Landesorganisationen der Aguda wird Herr Dr. Isaak Breuer in den nächsten Wochen die einzelnen Länder der Diaspora besuchen. 1נ31]₪םכ3ם0פ&נ( Von der Wiener Israelitischen Kultus־ gemeinde Am 28. Dezember fand die erste Arbeitssitzung des neugewählten Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde Wien statt. Das Niveau der Sitzung entsprach ungefähr der Tonart des jüngsten Wahlkampfes. Es kam zu wüsten persönlichen Beleidigungen und Beschimpfungen, so daß die Sitzung für einige Zeit .unterbrochen werden mußte. Als erster Punkt der Tagesordnung kam der Antrag der ״Union“ zur Behandlung, in die Statuten die Bestimmung aufzunehmen, daß alle Stellen in Gemeindeinstanzen (Präsidium, Vertreterkollegium, Kommissionen .und Kommissionsobmännerstellen) nach dem gleichen Proporz zu verteilen sind, nach welchem sich der Vorstand aus den einzelnen Parteien zusammensetzt. Der Antrag fand in bezug auf Präsidium, Vertreterkollegium und Kommissionen die Majorität und wurde der ׳Statutenkommission zur Erledigung übertragen. Ein hierauf vorgelegter Antrag des Vertreterkollegiums, zur Kultussteuer 1936 einen 20prozentigen Pflicht- Zuschlag einzuheben, gab Anlaß zu einer längeren Debatte. Von seiten der Opposition wurde erklärt, daß ein solcher Beschluß den Bestimmungen des Statuts widerspricht und daß die dem Plenum vorgelegten Ziffern der Gebarung einen solchen Beschluß gar nicht rechtfertigen. Zu einer Abstimmung über diesen Antrag konnte es nicht kommen, weil die Sitzung durch Absentierung der ״Unionisten“ beschlußunfähig wurde. Programmgemäß wurde nun ein Antrag des Misra•' Verhätet und drchisten Dr. Rosenberg verlesen. Er verlangte, der Vorstand möge beschließen, daß künftighin in religiösen Grundsatzfragen das Rabbinat befragt werde. Das Votum des Rabbinats soll •in solchen Fragen allein maßgebend sein. Nach einer Diskussion darüber, was als religiöse Grundsatzfrage zu betrachten sei, die jedoch keine Klarheit hierüber schuf, verlangte Dr. Sokal (linker Zionist) die Ablehnung des Antrages Dr. Rosenbergs. Nach Staatsrat Dr. Friedmann, Dr. Stieglitz und Dr. Plaschkes wies Baurat Kempler darauf hin•, daß gerade die streng orthodoxen Juden das Rabbinat der Kultusgemeinde und dessen Ent- Scheidungen nicht anerkennen. Der Antrag wurde der Statuten- und Kultuskommission überwiesen. Am 29. Dezember fand wieder eine öffentliche Sitzung statt, die den 20prozentigen Zuschlag zur Kultus- Steuer 1936 beschließen sollte. Sie war durch Abwesenheit der Unionisten wieder beschlußunfähig. * Zum Antrag Dr. Rosenberg gibt uns Kultiusvorsteher Kom.-Rat Moriz Leitner folgende Aufklärungen: Ich war verreist und konnte daher an der Sitzung des Kultusgemeindevorstandes, in der der Antrag Dr. Rosenbergs behandelt wurde, nicht teilnehmen. Dem Anträge messe ich keine Bedeutung und keinen praktischen Wert bei. Selbst wenn er vollinhaltlich zum Beschluß erhoben werden sollte, ist von diesem Beschlüsse nicht mehr Erfolg zu erwarten als von den., Resolutionen für die Religiosität, die auf allen Zionistenkongressen immer von neuem über Betreiben der Misrachisten angenommen werden. Die Formulierung ״religiöse Grundsatzfragen“ gibt Anlaß zur Vermutung, daß auch jenen, die den Antrag unterstützten, nicht vorschwebt, in allen religiösen Fragen die Entscheidungen des Rabbinats zu respektieren. Ueberdies dürfte es kaum gelingen, eine klare Definition dafür zu finden, was ״religiöse Grundsatzfragen“, was ״einfache religiöse Fragen“ und was reine Verwaltungsfragen sind. Eis ist anzunehmen, daß der Vorstand die Entscheidung hierüber selbst treffen und nicht dem Rabbinat mit einem Votum decisivum überlassen wird. Sollte das trotzdem der Fall sein, würde das Rabbinat Entscheidungen treffen müssen, die eine grundlegende Umstellung der ganzen Verwaltung der Kultusgemeinde bedingen würden.

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