Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 22 (1936)
- Issue
- 42 (11.12.1936)
- Date
- 1936-12-11
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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tft: 42 D1> ludenvcrfolgiiiigcn : vor dem Makkabäer» Auf stand ־: ״v'-w: InmrnachfölgendenBhisze ao# ü8r--t(ef*)■■. such unternommen werden, einige Talmud- Und Midraschstetten, die aus der Periode der ,,griechischen" Religionsverfolgungen erhalten ,ןsind, Mf ]jenem. Bilde abäustimmeh, welches ־ n.f ■ wir aus den nichitalmudischen Geschichte- : ־ quellen gewinnen. Ich glaube, solcherart ein besseres Verständnis sowohl der betreffenden Talmudsteilen als auch der Geschehnisse jenkr;> Zeit zu erlangen. ■—Der Verfasser. In dem ersten Abschnitt der פרק אבית haben die Verfasser der Mischna anscheinend nur jene vom *Sinai überlieferten Lehrsätze aufgenommen, welche die jewelligen Führer in ihrer Zeit besonders betont und unterstrichen haben, weil sie gerade durch die Geschehnisse ihrer Zeit aktuell und notwendig wurden. Von diesem Gesichtspunkt aus dürften zunächst die Aussprüche des Jose ben Joezer und des Jose ben Jochanan interessant sein. Wir wissen aus Josephus Flavius (״Altertümer") und aus den Makkabäer-Büchern, daß es leider treulose und verräterische Juden waren, die Antiochus zu dem Feldzug gegen ihr Volk veranlaßten. Sie stellten sich ihm zur Verfügung als Führer auf den Schlachtfeldern und als Wegweiser im Kampfe gegen die geistigen Güter des Judentums. So ist es nur zu begreiflieh, daß die ersten ״Greuelverordnungen" die Thora betrafen. Sie verbrannten die heiligen Schriften, wo sie ihrer habhaft werden konnten. Sie verboten bei Todesstrafe Öffentliche Thoravorträge und die Zusammenkünfte der Gelehrten. Unter solchen Verhältnissen gewinnen die Worte des Jose ben Joezer eine besondere Bedeutung: 4 ״Dein Haus sei Zusammenkunftsort der Gelehrten, dränge dich im Staube ihrer Füße und trinke mit Durst ihre Worte.“ Wie wuchtig heben sich nun diese schlichten Worte ab, da sie ln die Kette der historischen Ereignisse eingereiht sind! Die öffentlichen Lehranstalten und Sitzungssäle waren geschlossen, Vorträge und Zusammenkünfte waren nur mehr in Privathäusern, hinter geschlossenen ,, Türen, möglich. Man bedurfte aber vieler solcher Häuser, damit man in kleinen Gruppen verteilt und unauffällig dem Thorastudium obliegen konnte. Daher der allgemeine Aufruf: Dein Haus, s.ei ■Zusammenkunftsort der Gelehrten! Wo ■das Thoräwort so rar und mit Gefahren verbunden war, begreifen wir die brennende Notwendigkeit und die tragische Aktualität des Satzes: . ״Dränge dich zu ihren Füllen und trihke , mit Durst ihre Wort e!" Die verräterischen Sachverständigen des Antiochus wußten genau Bescheid, als sie ihre Zerstörungsarbeit auf den Tempel- und Öpferdienst (עבודה) konzentrierten. Wußten sie es doch aus dem Satze des Simeon Hazadik: ״Auf drei Dingen bestellt die Welt: auf der Thora, dem Tempeldienst und der Mildtätigkeit.“ Simon der Gerechte sah sich hiezu veranlaßt, da in seinem Zeitalter das Heilige Land von Alexander dem Großen erobert wurde. Bekanntlich hatte dieser große Er-, oberer auf seinen Feldzügen überallhin eine große Anzahl griechischer Philosophen, Dichter, Künstler und Priester mitgeführt. Diese hatten die Aufgabe, das eroberte Gebiet auf friedlichem Wege kulturell zu durchdringen. Die Gefahr, daß die heidnisch-griechische Weltanschauung in die breiten Massen des Volkes Eingang finden könnte, war besonders akut. Da sah sich Simeon Hazadik bemüßigt, die Grundlagen der jüdischen Weltanschauung prägnant und doch populär in dem oben angeführten kurzen Satz neu zu formulieren. Der Satz wurde im Volke sehr bald geläufig, sein Sinn grub sich so tief in den Herzen ein, daß das Volk ihn mit Erfolg der griechischen Weltanschauung entgegenstellen und der kulturellen Ueberfremdung entrinnen konnte. Es ist begreiflich, daß es die ruchlosen Berater nebst der Thora auf die Awoda abgesehen hatten. Hier ist nachstehender Midrasch äußeret aufschlußreich: ״Eswar dort ein niederträchtiger משומד, der riet ihnen und sagte: die Juden haben ein Gebot — und das ist die Menorah, wenn sie diesem Gebot nicht nachkommen, gehen sie zugründe... und es steht darüber in ihren Schriften ״ .חן חלק לשבעה וגם לשמונהwer Anteil hat an den sieben Lichtern, die ständig im Heiligtum brennen, und an den acht Tagen des Sukkosfestes, dem kommt kein Geschöpf bei“. Da haben sie alles (geweihte) O e 1 v e r u n r e i n i g t. (ילקוט אליעזר, ערך חנוכה) Es ist bekannt, daß Antiochus später den. gesamten Opferdienst sistieren ließ und die Juden nötigte, Schweine zu opfern. Aus dem zitierten Midrasch ist jedoch ersiehtlieh, daß die ersten Verordnungen die Menorah und den Opferdienst des נ n betrafen. Die charakteristischen Opfer des Sukkosfestes waren die 70״ Stiere“. Gerade diese Opfer genossen bei den früheren mazedonischen und modischen Wie anders ist es heute! Der Anfang des Winters war früher das Ende der schönen Jahreszeit. Heute hat sich der Mensch die Natur für das ganze Jahr zu eigen gemacht. Uni sie richtig zu genießen, muß er festen Schrittes durch Eis und Schnee schreiten können. Dazu gehört vor allem der solide und zuverlässige Sportschuh. Bei Bata findet man diesen für alle Sportarten aus vorzügüchem Leder, wie Dulbox, Juchten usw. Man begreift kaum, wie diese Qualitätsware so preiswert verkauft werden kann. Herrschetn^.|ii^B|sM[^!e^nh|1|ä^ wurden*fcie ä0£h.,fUt das Wohl Idl eben deshalb^dieSn?Stietbpffbesörifiers^ verpönt,, wopfit; Antiochus . höGh^beleiäigenöe^geäteitfe« hvhiite. AUenfaiiÄ hatten sie's* tftMf deiitet diev Verordnung הלק ישראל 'hÄT קלן '»אין ״Schreibet auf das Horn des Stiers, daß ihr keinen Anteil habt .an dem G-tt,e Israels“. So wie sie dem Menoradienst dadurch begegneten, daß sie ״alles Oel verunreinigten״,:*wollten siöCdie Stieropfer durch die Verordnung verhindern,ndäß sie die Eigentümer• nötigten, auf .das. Hörn ihrer $t1^re öbig6 AbSdhwörungsföfmel . einzubrennen und dieselben so für den Öpferdienst uttbrauchbar Zu machen. . . יAusführlicher ist folgender Midrasch: ln derZeit der ruchlosen Grieche,mherrschaft hatten sieden Judenbef 0h lfe n: Jeder, der einen T.Ürriegel in seinem Hause hat, schreibe darauf, daß er k e^ne^|A^nteil hat am G-tte Israels: sofort risSe^n sie d<ie Riegel ab. Sie verordneten ferner: jeder, der einen Stier besitzt, schrei be ärlff dessen Horn usw...., sofort verkauf ten sJie ihre Stiere..." Der erste Teil , des Midrasch scheint wieder eine Verordnung gegen das Thorastudium zu betreffen: Als nämlich zufolge der Weisung des!Jose ben Joezer weiterhin in Privathäusern hinter : Versiegelten Türert Thora gelehrt wurde, kam die VerordnungV ״W e r e i n e n Riegel in seinem Hause besitzt, graviere darauf ein, daß er keinen An t e ifl; hat a m .G-t t e Israel s." Jede verriegelte Tür galt als Verdächtig, wenn nicht die vorgeschriebene Abschwörungfsförihel daran eingeschnitten war. Daraufhin verzichteten, die Juden auf das Verriegeln der Türen ... ׳ rf- \ . •1 .. ,;. . . Jose ben Joezer wurdje als. Märtyrer seiner Lehrsätze gekreuzigt. (Siehe טההח המשפחה)* Seinem Kollegen Jose ben Jpch^aft,hli6Wi1iöMi ande*^jibrig#. alü retten, was zu -ÄttellÄwar-vGfbÖteh, Aw0da unmöglich gemacht.. Von den drei Grundlagen des Judentums kennte?nur mehr die eine, die Mildtätigkeit gepflegt wer* den . J. Da nun die Türen nicht mehr verschlossen werden könnte^, forderteer diA düden ÄUf? aus der Not eine ,1fügend zu machen.und sagte: v . J,.; ״Deine Türen sollen weit offen gehalten und Arme sollen deine. Hausgenossen sein.“ . . t Aus anderen Quellen wissen wir, daß die rituellen Reinigungsbäder ebenfalls verboten wurden und somit ה ד ה המשפחה £' höchst gefährdet war. Deshalb war die Zurückhaltung im gesellschaftlichen Verkehr der beiden Geschlechter noch mehr geboten als sonst. Demnach lehrte er: ״Spreche nicht, viel mit der Frau.“ Der ganze unerträgliche Zustand entlud sich im heiligen Aufstand der Makkabäer. David Bondy. Eine Jüdische Makkabäerfeier Zum Festbankett des Vereines Tiferes Bachurim Makkabii erf e i er! Die jüdischnationale ' Bewegung hat MakkabäerfeiC'rn zur Mode gemacht. Die Erinnerung an die nationale Erhebung, das Andenken an die Heldenkämpfe und die glorreichen י Siege wird gefeiert, wie eben in unserer Zeit Feste gefeiert werden, wie es dem gesellschaftlichen, dem politischen Bedürfnis eiltspricht. Mit der' historischen Treue stimmt es da aber nicht. Dehn nicht die blutigen Siege;'nicht die kriegerischen Erfolge haben die -HasmOnäer-in ־׳Jubel versetzt.: Ihre Freude,‘ ihr Jubel galt־ dem Siege des G ei s 10s, dem Siege der Idee des einigeinzigen G'ttöS über das hellenische ׳Heidentum, dem: Siege*’ dei^ Sinai-Ethik über: den griechisehen Schönheitskult. Und dieser Sieg wurde ganz eigentümlich gefeiert: in den heiligen Hallen zündeten sie ein kleines Licht an, das hinausleuchtete in die Welt, in die unendlichen Jahrtausende!! Dieses Licht, die Thora und ihr Studium erhellten dermjüdischen Volke die Finsternis des tausendjährigen Golusmmd wies .ihm immerden Weg zur inneren Freiheit und zu• geistiger Erhebung; die Thora und Uli׳ Studium werden;auch weiter immer die Schützer und Erhalter des jüdischen Volkes bleiben. Der Verein ״Tiferes Bacliurim“ kann für sich das Verdienst in Anspruch nehmen, hier in Wien, das jahrhundertelang für! Judentum . und Religion eine Wüste war, die Geister erweckt zu haben, daß sie wieder die Bedeutung des Thorastudiums ahnen lernten. Vor kaum drei Jahrzehnten, als der Verein ״Tiferes Bachurim“ auf den Plan trat, war; es *schon ein Erfolg, daß vier bis fünf Kinder dazu bewogenfwerden konnten, eine dfeschivvo aufzusuchen. Der beharrlichen Arbeit dieser Pioniere der Wahrheit und Kämpfer für jüdische Ehre gelang es, wie der Tätigkeitsbericht der .'Ädas Jisroel sagt, ״die jüdische ()Öffentlichkeit erkennen zu lassen, daß die im Geiste der Thora gebildeten Jünglinge .allein imstande sind, neue Lebenskraft der Judenschaft zuzuführen“. Jetzt sind es etwa hundert Bachurim Eine stattliche'Zahl! sagt man. Aber wir dürfen damit nicht zufrieden sein. Noch viel, viel mehr sehnen sich nacirden Quellen des Lebens und bei noch viel mehr jungen Reuten soll das Verlangen nach Thora geweckt werden. Bs gilt, den Weg zu diesem Ziel freizumachen. Es muß 1‘möglich gemacht werden, daß sie alle ohne Sorge und *ohne Hunger ihren Durst nach Wissen der Thora stillen' können. Man muß alles daransetzen, dem Verein ״Tiferes Bachurim“ die Mittel zu verschaffen, daß er imstande‘ ist, nicht nur die bisherigen Pflichten zu erfüllen, sondern auch seine Tätigkeit so auszuweiten, daß wieder über die Wiener Judenschaft ein Meer von Licht, das der1 Thora entströmt, sich ergießt, damit man wieder, wie ehedem, von den Chachme-Wien sprechen kann. Aus der Ag Poale Agudas Jisroel erhält Staatsaufträge Als erstes Ergebnis der Intervention des Aguda- Führers Rabbi Mosche Blau bei den zuständigen Regierungsinstanzen ist dieser Tage an die Poale Agudas Jisroel die Verständigung*herabgelangt, daß ihr ein Teil des Baues der Chaussee Fetach-Tikwah—Sharona um den Betrag von 1200 Pfund übertragen wird. ״Mifal ha־Ha׳zala“ in Polen In Gegenwart der repräsentativsten Führer des orthodoxen Judentums in Polen!wurde in feierlichem Rahmen die Kampagne des orthodoxen Judentums für die Geschädigten der jüngsten Unruhen in Erez Jisroel eröffnet. An Ort und Stelle konnten 40.000 Zloty aufgebracht werden. Orthodoxer Jugend verband in England In London fand ein? Konferenz statt, die sich mit der Zusammenarbeit aller religiösen Jugendverbände, unter Ausschluß aller pplitischen Fragen, beschäftigte, An die Spitze des gegründeten Verbandes sind die Aguda- Das erfordert viel Arbeit, viel Opfer; diese Opfer müssen gebracht werden, sie müssen von a Ilten gebracht werden. Nehmen wir uns den armseligen, sorgenbeladenen Dorfgeher aus der Zeit unserer Väter zum Vorbild. Er, der in harter, drückender Arbeit von Woche zu׳ Woche das schmale Bot Zusammentragen mußte, er war stolz und glücklich, ja, glücklich, an der Erhaltung des jüdischen Volkes;und. an. der;‘Festigung: seiner •Ehre• mitarb&iten zu können; er freute sich, wenn er sein karges Brot mit dem Bochur teilen durfte, um diesem möglich zu machen, daß er ״lerne“. Wir;hier, in ׳ der üppigen,!glänzenden Großstadt, wenn wir uns zum Tische setzen, an , dem•, kein hungriger Bochur Platz nimmt, sollen auch von dem Dorfbruder jüdisch denken lernen und uns der Kinder erinnern, die, fern vom Elternhaus, an den Jeschiwos Hüter und Erneuerer des alten jüdischen Ruhmes sind und. für die Sicherheit unserer Zukunft arbeiten. Senden;!wir ihnen von unserem Mahle Grüße, indem •wir dem ״Tiferes Bachurim“ Beiträge senden, damit er den Bachurim den Tisch deckt. Und der Tisch wird für alle gedeckt sein, wenn die Erkenntnis von dieser Notwendigkeit allgemein sein und beherzigt werden wird und von allen, ohne Unterschied der Herkunft und der Partei. Der Geist der Liebe und des Friedens, der der Thora entströmt, muß alle Gegensätze schwinden machen, alle Unterschiede ausgleichen und alle, woher sie auch kommen, zur gleichen Begeisterung und Arbeit für Thora zusammenführen. Wenn nun zum Feste des Tiferes Bachurim am Chanuka-Abend alle die Freunde und Gönner in gehobener Stimmung sich zusammenflnden, um rückschauend der geleisteten. Arbeit sich zu freuen und freudigen Sinnes zu neuer Pflichterfüllung sich rüsten, mögen sie wohl im Geiste den Glanz jenes Lichtes sehen, das die Hasmonäer angezündet haben, um den Sieg, um die Unbeugsamkeit des Gedankens zu feiern, der vom Sinai der zitternden Menschheit wahres Glück, unzerstörbare Freiheit und ewigen Frieden verkündet hat. Sie feiern ein jüdisches Makkabäerfest. Es gibt kein Zagen vor Gewalt und Macht, vor Trug und Hinterlist, denn ewig wahr bleibt das Prophetenwort : לא בחיל ולא בבה בי אם ברוחי אמר ה׳ Ibri. * Das Festbankett des Tiferes Bachurim findet diesen Mozze Schabbos um 7 Uhr abends im Restaurant ״Wienea“ statt. Alle Freunde und Förderer des Thoralernens sind auch auf diesem Wege zur Teilnahme eingeladen. udas Jisroel Führer Rabbiner Dr, •Munk, Rabbiner Dr. Schönfeld und H. A. Goodman getreten, Lodzer Aguda-Sehule anerkannt Nach einem mehrjährigen Konflikt zwischen der Lodzer Kehillo und der zuständigen Bezirksschulbehörde hat jetzt das Unterrichtsministerium eine Entscheidung zugunsten der Kehillo gefällt. Die Schulbehörde hatte sich geweigert, das Unterrichtsprogramm der Aguda-Schule, welches die religiöse Ausbildung in den Vordergrund stellt, als für Elementarschulen genügend anzuerkennen, obwohl ein zustimmender Erlaß des Ministeriums von früher her vorlag. Polen feiert Beth-Jakob-Jubiläum ln ganz Polen ־finden feierliche Veranstaltungen anläßlich des 20jährigen Jubiläums der Gründung des Beth- Jakob-Schulwerkes statt, Bekanntlich hat die Bewegung, die heute allein in Polen rund 300 Schulen mit mehr als 40,000 Schülerinnen zählt, in einem engen Zimmereben begonnen, in welchem Frau Sarah Schenirer s. A, die ersten Mädchen für das Beth-Jakob-Ideal begeisterte.