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Jüdische Presse · 1936-10-23 · 36 (23.10.1936) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
22 (1936)
Issue
36 (23.10.1936)
Date
1936-10-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 36 **״״ Schulbücher *«! u«« »1>1«״u«rmn m 4» Bücherstube Rath & Co. Wien 11, taborstr. 20a, Tel. ft 46-3C5 Ankauf und Umtausch antiquarischer Bücher au höchsten Preisen Moderne tcihbibiiotrtck / Alle Neuerscneirtungen Monatsgebühr S3.10, keine Öandgebühr, täglicher Umtausch; oder Mörtatsgebühr S 1.60 und 10 0r. Bandgebühr #i*dernns Sortiment und Antiquariat Mebraica und judaica / Die schönsten,Bar*Mlawah*Geschenke vos wiiclie /II Woclic Das Oberrabbinat von Tel-Aviv hat über sechs Kazowim, die einen Prozeß gegen die Stadt־ Verwaltung angestrengt hatten weil diese nichtrituelle Schlachtungen im Stadtgebiete nicht zulassen wollte, den Cherem verhängt. 0 In einem Artikel der )}Polska Sbroj na,(, die als Sprachrohr des polnischen Generalissimus Rydz- S mi gl y gilt, wird an die Juden Polens, insbesondere an die jüdische Presse, der Appell gerichtet, einzusehen, daß die Forderung der polnischen Regierung nach einer internationalen Aktion zugunsten der-. Schaffung von Aus- Wanderungsmöglichkeiten für die Juden Polens berechtigt sei. ■ Der ukrainische Nationalrat hat in Lemberg eine Entschließung gefaßt, in der vor j u denfeindlichen Ausschreitungen in den von Ukrainern bewohnten Gebieten gewarnt wird. Solche Exzesse hätten das ukrainische Volk .in einem sehr ungünstigen Lichte erscheinen lassen. 0 Im März fand in Tunesien eine V olks z ä htung statt. Sie ergab eine Zahl von 59.1185 Juden unter biner Gesamtbevölkerung von 2,608.818. Die meisten Juden wohnen in der Stadt Tunis (82.3811). Der Präsidentschaftskandidat der Republikanisehen Partei in U. S. A., Gouverneur Alfred M. Landon, hat an den Leiter des United Palestine Appeal in New York, Nathan Strauß, ein Schreiben gerichtet, in dem er seine ״Zustimmung zu den hohen Zielen des United Palostine Appeal“ zum Ausdruck bringt. 0 Bei den letzten Angriffen der Nationalsozialisten Danzigs auf Andersdenkende wurden auch 20 Juden in den Straßen vorletzt; einer von ihnen liegt im Sterben. 0 Im Alter von 119 Jahren verstarb in Warschau Frau Sara Esther Mjateika, die ält e st e Jüdin und wahrscheinlich die älteste Frau Polens, 88 Enkel, Urenkel und Ururenkel nahmen an der Bestattung teil. Die Gemeinde widmete der Verstorbenen Oin Ehrengrab. 0 Die national Sozi alistische Presse in Deutschland äußert sich begeistert über Polens Plan, durch Organisierung einer Auswanderung von jährlieh 80.000 Juden aus Polen ״dieses Volk loszuwerden“. 0 Die Palästina-Regierung begann mit dem Bau eines A.ero.dro ms bei Lydda, der der größte im Nahen Osten sein wird. Die Baukosten betragen 250.000 Pfund. O Für Kosten, die durch Inanspruchnahme von jüdischen Aerzten, Zahnärzten, Apotheken, Heilpersonen, Kranken- und Heilanstalten, Entbindungsheimen, Beerdigungsinstituten} Rechtsanwälten usw. entstanden sind, werden gemäß einem Runderlaß des Reichsministers des Innern Notstandsbeihilfen oder Unterstützungen an Behördenangehörige nicht mehr gezahlt. Ferner werden Zeugnisse jüdischer Aerzte in Zukunft zum Nachweis der Diensiunfähigkeit nicht als ausreichend angesehen. 0 Der engl is che Minister für Landesverteidigung, Inskip, wandte sich in einer in Hertfordshire gehaltenen Rede gegen die judenfeindliche Propaganda in England. Welches Recht, fragte der Minister, hat ein Teil der OÖffentlichkeit, der sich als faschistische Körperschaft bezeichnet, mit dem Finger auf einen anderen Teil der Bevölkerung zu weisen, der längst bei uns beheimatet ist? Mosley und seine Freunde, fügte der Minister hinzu, stärken nur den Kommunismus. 0 In der Nacht zu Freitag, 16. Oktober, wurden in der Ortschaft Stawy bei Kiele e die vierköpfige Familie des jüdischen Großkaufmanns Szmulewicz sowie der jüdische Lehrer der Kinder des Kaufmannes ermordet. Die Täter sind verhaftet worden. 0 Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt', ist von dem en glis chen Ministerrat eine Unter- Kommission eingesetzt worden, die über Maßnahmen zur Bekämpfung der judenfeindlichen Propag anda der englischen Faschisten beraten soll. 0 Im ״Oeuvre“ berichtet ein Flüchtling aus Huesca, daß die Aufständischen in Saragossa dreizehn jü di sehe Bürger verhaftet und g emartert und zum Schluß sechs von ihnen erschossen haben. 0 Der Verband der polnischen Juden in Amerika veröffentlicht eine Erklärung, in der die Verhandlungen J abotinsky s mit der polnischen Regierung über jüdische Auswanderung schärfstens verurteilt werden. 0 Die . neugewählte Repräsentanz der Warschauer Jüdischen Gemeinde hat die Wahl eines neuen Gemeindevorstandes vor genommen. Es gehören ihm an: 5 Agudisten, 5 Bundisten, 3 Zionisten, 1 Misrachist, 1 Poalezionist. 0 Mehrere hundert Arbeiter der großen T e xtilf abrik R app aport in Bielit z traten in den Streik, weil die, Fabriksleitung einige jüdische Weber eingestellt hat. Der Streik wurde erst abgebrochen, als die jüdischen Arbeiter ent lassen wurden. 0 Dieser Tage hat den noch im Bau befindlichen Hafen von Tel-Aviv die erste Sendung Jaffa- Orangen verlassen. 0 Die Leitung des American Joint Dis tribution Committee teilt mit, daß sie im Jahre 1985 eine Summe von 208.500 Dollar für Hilf e an aus Deutschland ’geflüchtete Juden vorausgabt hat, * 0 Die anti ja dis chen Unruhen im Irak, hervor gerufen durch panarabische Agitatoren, dauern an und haben weitere jüdische Todesopfer aefordert. ע H, Grün, II״ Taborstraße 8 b, Atelier für feine Herrengarderobe. Telephon ä-48-3-66, מ lüotidi ■rtimnaA-i. Seit« 3 Die Lage Im Heiligen Lande Unter der Bevölkerung Palästinas, die schon an den Frieden m glauben begann, ist neuerdings die;Befürehtung geweckt' Worden, daß wieder Unruhen ausbrechen könnten. Die Proklamierung des Streikendes hat es nicht verhindert, daß die Terrorbanden Angriffe auf zahlreiche jüdische Siedlungen unternommen haben. In englischeh Kreisen erregt es Besorgnis, daß sogar eine britische Militärabteilnug in der Nacht aus dem Hinterhalt beschossen wurde. Einer Meldung aus arabischer Quelle zufolge haben die Terrorbanden dem Obersten Arabischen Ausschuß eine Denkschrift übersandt, in der sie verlangen, daß die Forderungen nach Einstellung der jüdi- Sehen Einwanderung, Verbot des Boden- Verkaufs an Juden und Einsetzung einer arabischen Nationalregierung erfüllt werden. Andernfalls würden sie den Kampf fort- Setzen. Ein weiteres Unruhemoment bildet ein aufregender Zwischenfall, der sich im Norden Tel-Avivs abgespielt hat. Ein mit Arabern besetzter Wagen ist von zwei rasch vorbeifahrenden Zyklisten beschossen worden, wobei einer der Insassen lebensgefährlich und ein anderer leicht verletzt wurde. Der Oberste Arabische Ausschuß hat sich sofort des Falles bemächtigt und nützt ihn zu einer 'Propaganda gegen das jüdische Palästina aus. Ohne daß auch nur die SpUr eines Beweises vorhanden! ist, daß die Attentäter Juden waren, nimmt der Ausschuß diese Version als gegeben an. Er sandte einen feierlichen Protest an den High Öommissiööcr Sir Arthur Wauchope, in welchem äüsgeftihrt wird, daß die Araber sich an das Äbkömffien, betreffend Abbruch des Terrors, halten, die Juden aber nicht. Der Ausschuß sandte auch Protesttelegramnie an das Colonial Office in London und an die großen eäglisehen Zeitungen. Der Ausschuß veröffentlichte ferner einen Aufruf an die arabische Bevölkerung, in welchem diese aufgefordert wird, kaltes Blut zu bewahren und es der Regierung zu überlassen, die Schuldigen ausfindig zu machen und zu bestrafen. Unter der arabischen Bevölkerung in Jaffa Wird im Zusammenhang mit dem Vorfall in Tel-Aviv eine scharfe antijüdische Agitation geführt. Mehrere arabische Geschäfte wurden zum Zeichen des Protestes geschlossen. Eine arabische Abordnung überreichte dem Distriktskommissär ein Protestschreiben. In Tel-Aviv Würden auch etwa 80 Kommunisten verhaftet, die Hälfte von ihnen aber nach dem ersten Verhör freigelassen. Eine Anmaßung der arabischen Könige Die arabischen Herrscher Ibh Saud von Saudien und König Ghazi des Irak beglückwünschten telegraphisch den Obersten Arabischen Ausschuß zur Liquidlerung von Streik und Terror in Palästina und erneuerten dabei das Versprechen, sich auch in der Zukunft um die Interessen der Araber in Palästina zu kümmern.(!) Die Telegramme der Herrscher sind eine Antwort auf die Mitteilung des Ausschusses, daß der Streik beendigt ist. e^e. Milderung des Ausnahmezustandes in Jeru־s Salem Die Bestimmungen des Ausnahmezustandes für Jerusalem sind gemildert worden. Der Straßenverkehr wird jetzt nur noch sieben Stunden täglich, von 9 Uhr abends bis 4 Uhr morgens, gesperrt sein. Auf den Zufahrtstraßen kann der Verkehr bereits um eine halbe Stunde früher, um 3.30 Uhr morgens, aufgenommen werden. Ueber weitere Milderung, bzw. Aufhebung des Ausnahmezustandes in den einzelnen Gebieten werden Beratungen in den Distriktskommissariaten abgehalten, Der neue Einwanderungsschedule Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, hat die Jewish Agency״ for Palestine der Regierung ihre Anträge für den neuen Einwanderungsschedule des Halbjahrs Oktober 1936 bis März 1937' überreicht. Es wurden von der Jewish AgeAcy ungefähr 10.000 Zertifikate angefordert. J₪SB ÖSTERREIC Aus Lackenbach DHEBT Die Beisetzung Adolf Frankls s. Z. 1. Unter ungeheurer Beteiligung der orthodoxen Und anderer Teile des Judentums׳ wurde der Ehrenpräsident der orthodoxen Zentralkanzlei' und Mitglied des Ungarisehe« Oberhauses, Adolf Frankl,, auf dem alten orthodoxen Friedhof an der Csörsz-utca beigesetzt. Etwa hundert Provinzgemeinden waren durch ihre Rabbiner und weltlichen Führer vertreten. Auch der Präsident der tschechoslowakischen orthodoxen Zentralkanzlei, Isidor Pappenheim, Preß bürg, der!Präsident der jugoslawischen orthodoxen Zentralkanzlei, Oberrabbiner Moses Deutsch, und der Präsident der Großwärdeiner orthodoxen Kultusgemeinde, Stephan Ullmann, Waren erschienen׳. Das Ungarische Oberhaus war durch Dr. Samuel Glücksthal, das Kultusministerium durch die Sektiönsräte Graf Stephan Khuen und Johann Prodan vertreten. Der Vorstand der orthodoxen Kultusgemeinde hatte sich ,unter der Führung des Präsidenten Oberregierungsrat Abraham v. Freudiger eingefunden. In Vertretung des Kongreßjudentums erschien der Präsident der Israelitischen Landeskanzlei und der. Pester Israelitischen Kultusgemeinde, Hofrat!Samuel Stern, mit mehreren Herren der Vorstehung und dem! leitenden Oberrabbiner Dr.!Simon Hevesi. Dem Wunsche des Verstorbenen gemäß gestaltete sich die Zeremonie der Bestattung gemäß dem orthodoxen Ritus sehr einfach, Grabreden wurden nicht gehalten. Auf Einladung des Israelitischen Frauenvereines in Lackenbach hielt vergangenen Schabbos die bei Verwandten zu Besuch weilende Schülerin der Wiener Beth- Jakob-Schule, Fräulein Friederike Weiß aus V.-Meder (Slowakei), einen gelungenen Vortrag, für den sie yon den zahlreich erschienenen * Frauen und Mädchen ,hbfzllchbn Beifall erntete. Einladung des Vorstandes der ״Frauenhilfe der Adas Jisroel“. Am 3. November beginnen wieder unsere gewohnten 5-Uhr-Tees in der ״Wienea", II., Obere Donaustraße 91. Wir bitten herzlich um recht zahlreichen Besuch. Agudas-Jisroel-Mädchengruppe. Am Schabbos Parschas Lech-Lecho findet unser Vortrag, wie allwöchentlich, um •*•/2H Uhr vormittags im Lokal ״Wienea“, II., Obere Donaustraße 91, statt. Sabbath-Früh-Minjan im 1. Bezirk. Für die schulpflichtige Jugend wird jeden Schabbos um 1/47 Uhr früh ein Minjan im Bethaus, I., Lazzenhof (Judengasse 8), abgehalten. Auswüchse des Antisemitismus in Rumänien Das Kultusministerium hat angeordnet, daß der jüdische Religionsunterricht nunmehr ausschließlich außerhalb der Gebäude der staatlichen Schulen erteüt werden muß. Eine Begründung dieser sonderbaren Verfügung wurde nicht gegeben. Auf den ersten Blick scheint es, daß antisemitische Tendenzen im Ministerium die Oberhand gewonnen haben. Der neue römisch-katholische Bischof!Siebenbürgens weüte diese Woche in Klausenbürg!und wurde von den verschiedenen Konfessionen begrüßt. Bischof Vorbucher hat die Begrüßung der jüdischen Delegation durch Gegenbesuch beim Ortsrabbiner erwidert. Görzer Oberrabbiner nach Fiume berufen In Fiume, wo seit einigen Jahren eine schön entwickelte, orthodoxe jüdische Gemeinde besteht — an ihrer Spitze steht Herr Berger als Präses —, fand vor kurzem die feierliche Installierung des zum Raw gewählten Oberrabbiners Abraham Schreiber aus Görz, Sohn des Erlauer Raw, statt. Oberrabbiner Abraham Schreiber erfreut sich auch in unseren Kreisen großer Sympathien und hat sich durch Herausgabe des ״Meiri“ einen Namen gemacht. Wir wünschen ihm צלח ורככ! Frau Breindei Klein ע״ה Am 3. Cheschwan starb in Budapest nach längerer Krankheit Frau Breindei ',(Berta) Klein, die Gattin des Herrn Gerson Klein in Triest. Die Verblichene, eine würdige Tochter des bekannten Zadik Rabbi Koppel Blau s. Z. 1. aus Vrbove, war durch besondere Frömmigkeit ausgezeichnet und erfreute sich wegen ihres bescheidenen Wesens, ihrer Herzensgüte und ihrer vielen Gmilus Chasodim allgemeiner Beliebtheit. Das Gute setzt sich immer durch und meist in überraschend kurzer Zeit. Auch die Verwendung von Dr. Oetker’s Backpulver hat sich so rasch eingelebt, daß wir uns' heute eine moderne Küchenführung ohne dieses verläßliche und rascharbeitende Triebmittel gar nicht vorstellen könnten, Mit Dr, Oetker’s Backpulver ״Heller Kopf‘* gibt es gutgelungenes, ׳ nahrhaftes und leichtverdauliches Gebäck. ZUR FEXTTORTE DR. OETKERS BACKPULVER UND l LvunilunzucnerJ Herbstneuheiten in allen Modefarben Schilling 9,89, 18,15 ,״.- Feinster Heerfite 19,-, 83.״, Biber SB«• Ile TABORSTRASSE 39 XIV, fediebauseritraße 39 XVII, Kalvarienberggasse 34

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