Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 22 (1936)
- Issue
- 36 (23.10.1936)
- Date
- 1936-10-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Säte 4 jüdische m Nr. 36 TSCHECH LOWA Der BeMkMrtbllMsctiiile zum GraB! Von Oberrabbiner M. I!.;Eckstein, Sered. 1. Die Orthodoxie unseres Landes ist um eine vielversprechende, von allen Thomtreuen längst herbeigewünschte Institution reicher geworden. Fast zur selben Stünde, in der Wißbegierde, Lerneifer, Sehnsucht nach Veredlung und Befruchtung der Seele Scharen lernbeflissener Bachurim in die Jeschiwos führten, fast zur selben Stunde, in der die heiligen Lehrhallen ihre Tore einladend weit aufreißen, um die Auslese der jüdischen Jugend um die sprudelnden Quellen der Thora zu sammeln, beginnt die ״B e t h- Jakob“-Fortbildungsschule ihre Tätigkeit. Dieser Umstand drängt ungewollt — trotz, der augenfälligen Verschiedenheit und der Unvollkommenheit und Unzulänglichkeit eines Vergleiches — zwischen beiden Institutionen eine Parallele auf, weist hin auf so manches Gleiche in ihren Zielen, auf die Uebereinstimmung ihrer Aufgaben. Beide streben ähnlichen Zielen zu, wenn auch auf verschiedenen Wegen, wenn auch mit ungleichen Methoden. Die Hauptaufgabe der Jeschiwos war und ist es, Erzichungsstätte der .jüdischen Väter zu sein, jüdisehen Jünglingen den Wundergarten der Thora zu erschließen, damit ihr Auge sich sättige an der farbenprächtigen Schönheit, ihre Seele sich labe an den herrlichen Früchten der Thora, damit sie sich stählen in den läuternden Quellen der Lehre, damit sie sich im Arsenal des jüdisehen Wissens wappnen und waffnen für den Kampf des Lebens. Die Bestimmung der Beth-Jaltob-Schule ist es, jüdische Mütter heranzubilden, unsere weibliche Jugend einzuführen in die Schatzkammer des jüdischen Geistes, in die Gedankenwelt unserer Ahnen, damit sie dort lernen, stolz zu sein auf unsere kostbarsten Güter, auf unsere einzigartige Vergangenheit, damit sie sich dort emporranken an den überragenden Gestalten unserer Erzmütter, damit sie aus dem lebendigen Born der Vergangenheit die Ideen schöpfen, mit welchen sie die Häuser der Gegenwart zu durchtränken haben. II. Der Vergleich mit den Jeschiwos ist vielleicht doch zu ׳kühn, wenn man auch von der vitalen Notwendigkeit der Beth-Jakob-Schulen für das gesetzestreue Judentum überzeugt ist. Die Beth-Jakob-Schule' wird niemals an die Bedeutung der Jeschiwos heranreichen, sie kann mit ihnen nicht auf eine Stufe gestellt werden. Die Jeschiwo ist eine Institution, die sich im Laufe der Jahrtausende herausgebildet hat, sie ist so alt wie das Judentum, wie die Thora. Nicht die Gefahr der Entfremdung und Entartung haben die Jeschiwo geschaffen, sie ist die Verkörperung der jüdisehen Eigenart, sie ist der Ausdruck der jüdischen Volksseele. Das Volk des Buches, das Volk des Lichtes kann sie nicht entbehren, sie ist sein organischer Teil, ohne den es dem Tode geweiht ist. Ohne Gefahr der Uebertreibung kann es jedoch gesagt werden: Einige Strahlen von dem Glorienschein, der die Jeschiwos umgibt, fallen auch auf Beth Jakob. Wenn auch diese Institution nicht in der Vergangenheit wurzelt, in den verflossenen Jahrhunderten kein Vorbild hat, wenn sie auch nur ein Kind der heutigen Zeit ist, wenn sie auch von der Furcht vor der Gefahr des Abfalles jüdischer Töchter geboren wurde, ist sie doch die Dienerin des echten, unverfälschten jüdischen Geistes, Bannerträgerin der jüdischen Tradition, der jüdischen Vergangenheit. Beide also, Jeschiwo und Beth Jakob, sind Baumeister der jüdischen Zukunft, beide sind berufen, zu schaffen und zu arbeiten an der Vertiefung und Ausbreitung des religiösen Gedankens, beide sollen ihr Feuer in die Massen hinaustragen, um zu begeistern für die Ideale von einst und ehedem. Die Jeschiwos erziehen jüdische Väter, die Tätigkeit deir Beth-Jakob-Schule soll zur Erziehung der jüdischen Mütter beitragen. Wer wagt es, deshalb ihre Bedeutung zu vermindern? -Möge es der Beth-Jakob-Fortbildungsschule in unserem Land gegönnt sein, die Hoffnungen zu erfüllen, die sie geweckt, die Erwartungen zu verwirklichen, die an ihr Wirken und ihren Bestand geknüpft werden. Möge sich aus ihren Hallen ein Meer von Licht ergießen über unsere Frauenwelt, möge es ihr glücken, einen alt-neuen Mädchentypus zu schaffen, der in der Gegehwarir lebt und nach rückwärts schaut, der sich von der Vergangenheit die Wege vorzeichnen, Anschauungen und Leben formen läßt. IH. Diese Zellen sollen nicht geschlossen werden ohne Appell an die jüdische Oeffentlichkeit, besonders an die jüdische Frauenwelt: Institutionen, die :der Allgemeinheit dienen, müssen das Sorgenkind aller sein. Sie brauchen moralische Förderung, werktätige materielle Unterstützung, wie Pflanzen Licht und Sonne zu ihrer Entwicklung benötigen. Das Schicksal der Beth Jakob liegt darum in der Hand der jüdischen Allgemeinheit. Wird in den breitesten Schichten Verständnis für ihre Ziele aufdämmern, wird das jüdisehe Volk die Opfer bringen, die ihre Erhaltung erheischt, wird sie blühen. Durch Verwirklichung ihrer erhabenen Aufgaben möge sich die Beth-Jakob-Fortbildungsschule den Weg bahnen zum Herzen des gesetzestreuen Judentums auch in unserem Lande, Beth־JakobsFortbildungsschule eröffnet Ein von der Agudas-Jisroel-Landesorganisation initiierter Plan ist mit der Errichtung der Beth-Jakob- Fortbildungsschule in Bratislava Wirklichkeit geworden! Das von der genannten Körperschaft eingesetzte Beth- Jakob-Komitee arbeitete schon seit Monaten und traf die geeigneten Vorbereitungen sowohl in ideeller als in materieller Hinsicht, wobei ihm auch die Leitung der Wiener Beth-Jakob-Anstalt beratend und helfend zur Seite stand. Auf Grund der verschiedenen Verlautbarung^n hat sich eine entsprechende Anzahl von Interessenten gemeldet, so daß die Eröffnung der Schule bereits vor Wochen außer Zweifel stand. Einen )besonderen Erfolg bedeutet die Gewinnung der Dozentin des Wiener Beth- Jakob-Seminars, Fr!. Eva Landsberg, für die Leitung der Schule, die am 20. Oktober (4, Marcheschwan) eröffnet werden konnte. Zu der kleinen Eröffnungsfeier am Dienstag, die nur im engsten ftahlüeö der Schule, die in einem eigenen Heime untergebracht ist, veranstaltet wurde, haben sich außer den Schülerittrieft und ihren Angehörigen das Beth- Jakob-Komitee, die Mitglieder der Schulkommission und mehrere Gäste eingefunden. Herr Max Weiß, als der Verdienstvolle Vorsitzende des Komitees, hielt eine schöne Ansprache an die Schülerinnen, in der er Ziel und Zweck der Beth-Jakob-Schule auseinandersetzte. Dann sprach die Leiterin der Schule, Frl. Landsberg, einige begeisternde Worte. . Wie wir von seiten des Beth-Jakob-Komitees verständigt Werden, können in der Schule noch fünf Schülerinnen Aufnahme finden, vorausgesetzt, daß diese sich noch im Laufe der nächsten Woche zum Unterricht einfinden. Zuschriften sind zu richten an das Beth-Jakob- Komitee, der Agudas Jisroel, Bratislava, Postfach 14U. Das neue Kultusgemeindegesetz Im verfassungsrechtlichen Ausschuß des Abgeordnetenhauses in Prag wurde am vergangenen Donnerstag die Gesetzesnovelle verabschiedet, durch welche die Organisation der jüdischen Religionsgemeinschaft in den böhmisehen und mährisch-schlesischen Ländern ergänzt wird. Die nachfolgenden beiden Resolutionen wurden einstimmig angenommen: 1. Die Regierung wird aufgefordert, darauf zu achten, daß in allen jüdischen Kultusgemeinden׳ der Tschechoslowakei und in allen höheren Organisationsein־ heiten das demokratische' Wahlrecht eingeführt werde. 2. Die Regierung wird aufgefordert, im Sinne des Gesetzes vom 6. Februar 1920 dahinzuwirken, daß ־ es bald zu einer Vereinigung aller jüdischen Kultusgemeinden in Groß-Prag komme. 1S0 harmlos diese Meldung dem Uneingeweihten erscheint, wird jeder denkende orthodoxe Jude wissen,, daß der erwähnte Resolütionsantrag, der vom Abgeordneten der zionistischen ״Jüdischen Partei" Dr. Goldstein stammt, einen Vorstoß im Sinne der zionistischen Devise: ״Erobert die Kultusgemeinden!“ bildet und eine Kampfansage an das seit Jahrhunderten in unseren Kultusgemeinden praktizierte Majoritätswahlsystem — die einzige nach unseren Religionsgesetzen zulässige Wahl- Ordnung — bedeutet. Die jüdische Oeffentlichkeit ist begierig zu erfahren, was der jüdische Abgeordnete unter ״demokratir sehen Wahlordnungen" versteht. Will Herr Dr. Goldstein vielleicht in unseren Kultusgemeinden auch das Frauen- Wahlrecht einführen׳, das, .wie die anderen Wahlrechts- Wünsche der Zionisten, religio ns g e s e tzl i ch entschieden unzulässig ist? Eine zwangsweise Einführung derartiger Wahl- Ordnungen in orthodoxen jüdischen Gemeinden wäre alles, nur nicht ״demokratisch".-.— Ein demokratischer!Staat und dazu sein ״Verfassungsrechtlicher Ausschuß" werden keinesfalls das Odium auf-sich nehmen, die Gewissensfreiheit eines Teiles seiner , nicht gerade schlechtesten Bürger einzuschränken oder , diese gar zu verletzen. Die 9. Assifäs Talmidim Grundsteinlegung zum neuen Bes-Hamidrosch Sonntag, den 18. Oktober, fand in . Galanta die. IX. Zusammenkunft der Chawuras Talmidim ־ statt, die sämtliche Schüler des Galäntaer und früheren Magendorfer Raws, Sr. Ehrw. Herrn Oberrabbiner J. Buchsbäum, in sich faßt. Es waren zu dieser Feier viele Talmidim bereits am Freitag eingetroffen, um den Schabbos in der Nähe ihres geliebten Rebbe zu verbringen. Sonntag vormittags wurde der Grundstein zum neuen Bes-Hamidrosch in Anwesenheit fast aller Mitglieder der Gemeinde, vieler Delegationen der umliegenden. Kehilos und der großen Schar von Schülern gelegt. Nach Rezitation von Thilim durch den Kantor hielt Herr Oberrabbiner Buchsbaum eine große Rede, in welcher er von der Wichtigkeit des Thoralernens und des Handelns im Sinne der Thora Sprach. Nach ihm sprach im Namen der Gemeinde Herr Präses M. Kalisch. Der Mischenner Rebbe, ein Enkel des Szanser Gaon s. Z. I. gab dem zu erbauenden Bes-Hamidrosch seinen Segen.!Um 3 Uhr nachmittags nahm die Zusammenkunft, in feierlichem Rahmen ihren Beginn. Den Glanzpunkt bildete die Droscho des ehrw, Oberrabbiners J. Buchsbaum. Nachdem er seine Schüler ermahnt hatte, das Thoralernen nicht zu vernachlässigen, legte er ihnen ans Herz, Gmilas Chessed zu üben, die ״Tomche Chawerim" tatkräftigst zu unterstützen. Mit •herzlichen Worten dankte', er den Schülern und dem Verein ״Machsike Jeschiwos“ für die Unterstützung seiner Jeschiwo. BEKIZZUR... — Bratislava: Die Agudas -Jisroel-Jugendgruppe veranstaltete, wie immer, am vorigen Schabbos in ihrem Heime im Rahmen einer S’udah schlischis ein Abschiedsfest zu Ehren der in die Jeschiwos ziehenden Bachurim, zu dem sich eine beträchtliche Anzahl von heimischen Jeschiwo־Bachurim eingefunden hatte. Herr Rabb. J. Snyders richtete an Hand schöner und geistvoller Diwre-Thora einen warmen Appell an die Bachurim, auf die großen Aufgaben nicht zu vergessen, die ihrer beim Eintritt’in das werktätige Leben harren. Auf diese Aufgaben׳ müssen sie sich jetzt geistig vorbereiten. — Gelnica: Die Leitung der hiesigen Gemeinde hat den Beschluß gefaßt, die Jeschiwo, die von dem vor kurzem verstorbenen Oberrabbiner gegründet und seit zwei Jahrzehnten geleitet wurde, auch weiterhin aufrecht zu erhalten. Sie betraute mit der Führung den Sohn des gewesenen Rabbiners s. Z. 1״ der auch schon zu Lebzeiten seines Vaters an der Leitung mitgewirkt hat. Die Gemeinde sorgt auch für die Finanzierung der Mensa. (B.) Massiere dich täglich; verkühl‘ dich nie! Das ist einmal ein ׳Schlagsatz, dessen Beherzigung nicht genug empfohlen sein kann. Und # ist so leicht zu befolgen: Bin paar Tropfen des Alpa-F^anzbranntweins in die1 hohle Hand und darin fest den! Körper damit eingerieben; erst ist es angenehm frisch, dann wohlig warm und׳ vor allem: der Körper ist gefeit gegen Verkühlung und Folgekrankheiten! Das sagt auch der Arzt! 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K 1000 definitivem Monatsgehalt und separater Mitgift, gesucht. Unter Chiffre ״Nur Kluge“ an die Bratislavaer Administration dieses Blattes. Bilanzfähiger Buchhalter, der drei Landessprachen mächtig, jüngere, fleissige Kraft, militärfrei, sucht sich zu verändern. Zuschriften unter ״Fleißig" an׳ die Bratislavaer Adm. d.;Bl. Tag thescliwan 1 Oktober | רף יומי משנה יומית Kalendarium זבחים אהלות משנה פרק Freitag 7 23 יט ה ז Samstag 8 24 כ ו " ם׳ לך לך Sonntag 9 25 בא א Montag 10 26 כב ב » Dienstag 11 27 בג ג Mittwoch 12 28 כד ד. " Donnerst. 13 29 בה ה " Freitag 14 30 כו, ו " Samstag 15 31 בו ז » ם׳ וירא, מברבין בדדב (טוף ימן קדוש לבנה גחשון; Donnerstag, den 29. Oktober 18, 8׳ לך לך Gebetzelte n W 1 EN BRATISLAVA Uhr i;Min. Uhr! Min. 5! 30 5 1 30 תפילין בשעת הדחק .. הנחת 8 i 20 8 1 15 סוף זמן קריאת שמע של שתריח , , . , י. י 4 I 45 4 i 40 כשבת,* קבלת שבת קודש (מנחה בעש״ק) , 7 I , 00 7 i 00 השפמה .. 9 i 30 9 \ 30 3 j 30 3 I 30 מנחה ......... , , י 5 j; 35 5 1 30 :}השכמה ..• . בחול 6 1! 15 6! 15 4 | 45 5 j 05 Eigentümer, Herausgeber und Verleger: David Türkl (für eine Arbeitsgemeinschaft), verantwortlicher Redakteur: Karl Richter, beide Wien, II., Im Werd 6. — Druck: Druckerei- und Verlags״ A.-Gh lg. Steinmann, Wien, IX., Universitätsstraße 6/8,