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Jüdische Presse · 1936-09-04 · 32 (4.9.1936) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
22 (1936)
Issue
32 (4.9.1936)
Date
1936-09-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Kf. 32 Seite 2 l6DlSCffl§ P&fi&SE ln Erwartung dar I Die PäläMiä#Regiefn1i*g tfifffc;üetiiti teöhiüsehe Vorbereitungen für die Arbeiten der Königlichen UntersüchunpKöffiiniSsiön. Im Palast-Hotel in Jerusalem wird eine Anzahl Von Äimmern für die Bedürfnisse der KommiSSion hergerichtet * . \ Einer Meldung der arabischen Zeitung ״A Difaa“ zufolge, Wird Von deni -Ländwirtschaftsdepartement der Regierung für die Zwecke der Königlichen Kommission eine genaue Statistik vorbereitet: 1. über die' Zahl der jüdischen und der arabischen Beamten dieses Departements mit Angabe der Bezüge; 2. über die arabischen׳.und jüdischen Pflanzungen, sowie über den in jüdischem und arabischem Besitz befindlichen nutzbaren Boden; 3. Über den Umfangder von Juden bei Arabern durchgeführten Bodenkäufe; .4. über den Ertrag der Zitruspflahzungen. Der Council der englischen Agudas Jisroel tagte in London unter dem Vorsitz des politischen Sekretärs der Weltorganisation Agudas Jisroel, H. A. Goodman. Goodman erklärte, daß' die gegenwärtige Lage in Palästina unds die‘ Gefahr einer Einwanderüngssperre auf der vor kurzem stattgefundenen Tagung der Kenessio Mechirio in' Märienbad eingehend erörtert worden seien. Man sei zu dem Schluß gekommen, daß die Agudas Jisroel im Prinzip bereit sei, mit der Kgl, Kommission für Palästina zu samm enzu ar b ei ten. Zu diesem Zwecke sei Dr. Isaak Breuer beauftragt worden, die Belange der Agudas Jisroel in Gemeinschaft mit der Agudas Jisroel in Jerusalem vor der Kgl, Kommission zu vertreten. Goodman brachte weiter zum Ausdruck, daß es wesentlich sei, einen Modus vivendi zwisehen Juden und Arabern zu finden. In Anbe- •tracht der Schwierigkeiten, die sowohl zionistische als auch arabische Führer mit ihren radikalen Flügeln haben, seien die. Vorschläge von Israel Sieff über eine direkte Verständigung zwischen Juden und Arabern zu begrüßen und einer ernsten Betrachtung wert. Die Agudas Jisroel habe wiederholt den gleichen Standpunkt eingenommen. Londoner Araberdelegation zürückgekehrt Die inoffizielle arabische Delegation, die unter der Führung Jamal el Husseinis in! London für den arabischen Standpunkt Propaganda gemacht hat, ist nach Palästina zurückgekehrt. Hölleninaschinen an Juden in TelsAviv .Dreißig junge Araber aus den vornehmsten ׳Familien des Landes sind nach einer von englischem Militär im Jaffaer Fußballklub durchgeführten Haussuchung verhaftet worden. Eine Anzahl von Bomben, sowie mehrere Höllenmaschinen, die zur Versendung, bestimmt und so eingerichtet waren, daß sie bei Entfernung der Verpakkung explodieren mußten׳, wurden gefunden. Höllenmaschinen gleichen׳ Typs wurden am selben Abend auf der Tel-Aviver Bahnstation durch Kriminalpolizei beschlagnahmt. Die sorgfältig verpackten Maschinen׳ waren an Juden in Tel-Aviv adressiert. Die Polizei hat durch den.׳Rundfunk eine Warnung vor Oeffnung von Paketen unbekannter Herkunft erlassen. Man müsse damit rechnen, daß solche Pakete Höllenmaschinen enthalten. Neue jüdische Unternehmungen Unter dem Namen! ״Orientküstenlinie“ wurde in Tel-Aviv eine neue Schiffahrtsgesellschaft gegründet. Die Eigentümer haben zwei Frachtdampfer angekauft, die die jüdische Flagge führen und ausschließlich mit Juden bemannt sein werden. In ׳Haifa ist die Palestine Fishing Co., Ltd., mit einem Aktienkapital von 5000 Pfund gegründet worden. ,Das Unternehmen soll neben der Fischerei eine Fischindustrie betreiben und den Fischbedarf Palästinas decken. Die Errichtung einer Fischersiedlung in der Haifa-Bucht ist geplant. Ein Aufruf der polnischen Aguda... Die polnische Landesorganisation׳ der Agudas Jisroel veröffentlicht einen Aufruf an die Judenheit, der Royal Commission schonungslose Angriffe geptfdte' englische Administration in Palästina enthält. * ג . Wilde Araberbanden, h§|ßt es in dem Aufruf, mofden friedliche, unschuldig^: Juden und schonen nicht ein* mal Frauen und Kinder. Dir tfeiiige Boden unseres Landes Wird täglich mit jüdischem^lu%getränkt^ jüdisches Hab und Gut wird mit teuflischem Bädiismus vernichtet. Die Regierung hat von Anfänjr an;die Mörder mit; Milde behandelt, der größte Teil Ihrer‘;Beamten hilft im ■Stillen den Terroristen und ׳Saboteuren״ Jetzt heißt äs gar, die Mandatarmacht werde — unbeschadet ihrer bisherigen Zusicherungen — die jüdische’Mnwmiderung ,nach Erez Jisroel einstellen oder zumüidest’stark ^einschrähken׳; dies würde als eine unmißverstlndfiölie‘ ׳Belohnung für Mord und Gewalt gedeutet werden üM die Terroristen׳.zur Fort- Setzung ihrer Vernichtüngsärbeit hur ermutigen? Was haben wir Juden jetzt zu tun? Was sollen wir auf den Notschrei des Jischuw antworten? Die Zionisten rufen zu Protesten, wollen das jüdische .׳Gewissen mit Reden und Protestresolutionen einschläfernd sie reden zu der ״Welt", die doch so tot-taub gegenüber unseren Rufen und so kalt angesichts unseres, vergossenen Blutes ist. Die ■Zionisten haben es Unterlassen, sieh vor ihren Protest- Aktionen mit allen jüdisöhfen :Rifchtungen zu einigen, um in dieser schweren Stiindä‘:äihä ■Einheitsfront des ganzen jüdischen! Volkes zu schaffen.•?׳bas in1 der Agudas'Jisroel organisierte religiöse Judentum Sieht in der neuen Prüfung den Fing, er G-ttes. Nicht äuf Völker und Regierungen dürfen wir uns verlasSenjAsoäderh wir müssen zu ünaerem Vater im Himmel'die Augen erheben, Einwanderungssperre High Commissioner Sir Arthur Wauchope hat eine Delegation der Aguda mit; Öberrabbiner Duschinsky an der Spitze empfangen. Die Jüdische Telegraphen- Agentur erfährt hiezu, daß der High Commissioner — im Gegensatz zu dem ungemein kühlen Empfang, den er jüngst den zionistischen Führern bereitet hat — die agudistische Abordnung in freundschaftlicher Weise aufgenommen und ihr versichert habe, die Rechte dies jiidiao'hein Volkes auf P,al1äättn)a wiürdjen nicht verkürzt werden. In dieser Hinsicht befände er sich in Uebereinstimmung mit dem Kolonienminister Ormsby-Gore. Die Regierung werde auch nicht -rÄNöutjfl908f.FflhfSC(1Bl0n IPI ■» ■ um «km vm. t«i. b-w-5-72 0״d trtt»wdorf, R.-09. Abholung vom «aüSCi ן:.< ־ timammwk₪₪wmwmumzämmmmmm uns an seihe heilige ׳Lehre und an seine Gebote klammem. Gewiß müssen wir auch rufen und protestieren, vorher aber müssen wir die jüdischen Massen auf ihren historisch erprobten Weg zu G-tt zurückführen. Das religiöse Judentum Wird aufgerufen, im Verlauf des ganzen Monats Elul Volksversammlungen abzuhalten, in denen gegen den unaufhörlichenarabischen Terror und die diesen Terror begünstigende Politik der Mandatarmacht -protestiert wird. Der erste -Sonntag des Monats ist als ein Tag der Psalmen und des Gebets in allen Synagogen und Bethäusern zu begehen. ... und der Aguda־Zentrale in Jerusalem In einer Konferenz "der Agudas Jisroel im Heiligen Lande wurde eine Resolution gefaßt, in der an die Kultur- Welt der Appell gerichtet wird, dem bedrängten׳ jüdischen Volk beizustehen und es nicht zuzulassen, daß es des verheißenen Landes beraubt werde.. An die Diaspora wird in der Resolution die Aufforderung gerichtet, dem Jischuw in seinem verzweifelten Kampf beizustehen. Ferner wird dem Bedauern über die Spaltung der jüdischen Einheitsfront Ausdruck gegeben und die Schuld daran der Jewish Agency und dem׳ Waad Leumi zugeschrieben. Schließlich wird zu einer Sammlung für die orthodoxen Juden Palästinas und zur Organisierung einer Kampagne im Ausland zur Verteidigung der jüdischen Rechte im Heiligen Land aufgefordert. — ein Mißverständnis? vor dem Terror zurückweichen. Die zivile Regierung sei stark genug, um das Land zu befrieden. In bezug auf die Frage der Einwanderung sei er nicht in der Lage, irgend!etwas vorausgegangenen Erklärungen hinzuzufügen. Zur gleichen Zeit machte der High Commissioner gewisse Anspielungen über eine Unkenntnis auf jüdischer Seite im Hinblick auf gewisse Behauptungen über Verhandlungen mit den Arabern. (!) Niemand bedaure mehr als er selbst die plötzliche Unruhe, die über das Land gekommen sei. Er sei jedoch nicht in der Lage, den Gewalttaten vollkommen Einhalt zu tun, weil sie den Charakter!eines Guerillakrieges tragen. Einen herzlichen Gruß, die Glückwünsche zum Neuen Jahr, damit den Dank für erwiesene Freundschaft und den Beweis persönlidier Anhänglichkeit und Erkenntlichkeit übermittelt man billig, bequem und in anerkannter Vornehmheit durdi die ״JÜDISCHE PRESSE Ein Einheits f־e Id ■unter den וחתימה טובה nyrp-wuNstHEN laut neh enst ehend em Mus t er kostet S 5.—, bezw. Kc 25.— »s WOLF PAPPENHEIH Wien II, Kl. Pfarrg. 1 Bestellungen sind unter Angabe des zu veröffentlichenden Textes zu richten: Aus der Tscheche_ Slowakei an die ״Jüdische Presse“, Bratislava, Postfach S81, aus Oesterreich und dem sonstigen Ausland an die ״Jüdische Presse“, Wien II, Malzgasse 12a (Tel. A-fyG-O-lS) | FEUILLETON ■ dec lla&U als Qetduetteikee Eine wahre Begebenheit nach Mitteilungen von Babbi Schimon Sofer, Krakau, s. Z. 1. Schluß. Und Rabbi Mosche Sofer begann: ״Als ich noch in meiner Vaterstadt Frankfurt am Main zu Füßen dieses meines einzig großen Lehrers Rabbi Nathan Adler saß und sein Licht auch über meinem Haupte leuchtete, trug sich einmal folgende Begebenheit zu: Eine kleine jüdische Gemeinde im Odenwald war durch gehässige, lügenhafte Anklage in ihrer Existenz bedroht und sollte von Haus und Hof verjagt werden. Das Städtchen gehörte zu den Besitzungen des Fürsten von Dalberg, der zu den treuesten Beschützern der Juden zählte und mit dem auch mein teurer Lehrer persönlich befreundet war. Davon hatte die hart bedrängte Gemeinde Kenntnis, sie hatte deshalb eine Deputation an Rabbi Nathan Adler geschickt, er möge sich für sie bei dem Fürsten verwenden, da sonst der Bestand der Gemeinde und Gut und Blut ihrer Mitglieder aufs äußerste gefährdet seien. Die Deputierten waren in Frankfurt eine halbe Stunde vor Eintritt des Sabbath Chanuka eingetroffen. Der Fürst war zur Zeit nicht in Frankfurt, sondern weilte auf einem seiner Güter in der unmittelbaren Nähe von. Gelnhausen. Sofort nach Ausgang des Sabbath schickte mein Lehrer nach einem Wagen, um die Nacht durchzufahren und Sonntag früh bei dem Fürsten vorzusprechen. Es war aber kein Wagen aufzutreiben, da keiner der zahlreichen Frankfurter Fuhr- Werksbesitzer eine solche Reise bei Nacht wagen wollte. Der Schnee lag nämlich drei bis vier Fuß hoch und die Kälte war grimmig• Mein Lehrer war damals ein alter, schwacher Mann und konnte auf, offenem Schlitten die Reise nicht wagen. Mit einem Wagen mußte man aber riskieren, mitten in der Nacht im ־ Schnee stecken zu .bleiben. Alle Freunde und Bekannten rieten daher von der Reise ab und drangen in den Greis, diese noch bis zpm Tage zu verschieben- Er aber wies alle diese Ratsjjbläge mit der Bemerkung ab, daß man die Erfüllung ejner Mizwa, die sich ihm so unerwartet biete, nicht fainansschieben dürfe und daß er mit jeder Minute, die er unnötigerweise verstreichen lasse, das Verbot übertrete: ״Du sollst nicht stillestehen beim Blute deines Bruders!“ Er schickte mich noch einmal nach einer Kutsche und beauftragte mich, jeden Preis dafür zu versprechen, nur sollte ich nicht ohne Wagen zurückkommen. Das half. . In einer kleinen Stünde war ich mit einem Wagen und zwei starken Pferden da, und nun ging’s fort in die Nacht und in den Schnee hinein. Es war selbstverständlich, daß ich meinen Lehrer begleitete. Bei solchen Gelegenheiten hatte ich die beste Veranlassung, die schier unglaubliche geistige Größe meines Lehrers anzustaunen. Wir lernten zusammen ohne Licht und ohne Buch. Mein Lehrer hatte nicht nur den ganzen Talmud, sondern alle Kommentare wörtlich im Gedächtnis und trug sie im Dunkeln vor, als läse er den Wortlaut vom Blatte ab. So merkten wir gar nicht, was draußen vorging, bis etwa nach drei- bis vierstündiger Fahrt der Wagen plötzlich hielt. Der Kutscher war vom Bock gestiegen, hatte den Kutschenschlag geöffnet und bemerkte ganz lakonisch: ״Ich muß den Herren mitteilen, daß wir nicht weiterkönnen. Der Schnee wird immer tiefer und die Rosse werden immer müder, es geht nicht mehr.“ Ich stieg aus dem Wagen, wir waren im freien Feld, umgeben von einer Schneewüste; jetzt war guter Rat teuer. Mein Lehrer aber sagte dem Kutscher, er solle den Wagen hier ruhig stehen lassen, mit einem Pferde ins nächste Dorf reiten und dort Vorspann holen, er bekomme dafür fünf Gulden extra außer den Vorspannkosten. Das zog. Der Kutscher trabte fort; wir schlossen die Kutsche, steckten uns in unsere Pelze und setzten die Diskussion fort, als ob nichts vorgefallen wäre. Ich war so vertieft in den Gegenstand, der uns bechäftigte, und hatte so alle Geisteskräfte nötig, den* scharfsinnigen Ausführungen meines Lehrers zu folgen, daß ich erst durch das Schellengeklingel des etwa nach drei Stunden zurückkehrenden Kutschers wieder an die Situation erinnert wurde, in der wir uns befanden. Der Kutscher hatte eben frisch eingespannt, als mein Lehrer plötzlich den Wagenschlag■ auf riß und hinaus in den Schnee sprang, In der Eile hatte er die weiten warmen Pelzschuhe im Wagen zurückgelassen und stand nun mit seinen dünnen seidenen Strümpfen im gefrorenen Schnee, nein, er stand nicht, er tanzte und sprang in einer Freude, die ich noch nie an ihm gesehen hatte. Eine Zeitlang sah ich dem zu meinem größten Erstaunen zu, aber begreifen konnte ich’s nicht und noch weniger konnte icb's ertragen, daß der gebrechliche Greis ohne Schuhe im Schnee sich bewegte. Ohne ein Wort zu sagen stieg ich ebenfalls aus und hob meinen Lehrer aus dem Schnee wieder in den Wagen. Er sprang wieder heraus und sagte zu mir: ״Siehst du denn nichts?“ indem er auf die Bespannung des Wagens zeigte. Jetzt erst gewahrte ich,‘ worum es sich handelte. Der Kutscher hatte kein Pferd in dem Dorf auftreiben können und hatte Ochsen gebracht, die er mit den Pferden zusammen vor den Wagen gespannt hatte. ״Lieber Johann“, sagte ich zu dem Kutscher, ״den Vorspann können wir nicht brauchen. Die Bibel verbietet uns Juden, zwei verschiedene Tiergattungen zusammenzuspannen. Ihr müßt in G־ttes Namen noch einmal ins Dorf und zwei Rosse bringen. Euer Weg wird euch aber extra vergütet." ״Tut mir Eure Wege kund, Rabbi“ sagte ich zu meinem Lehrer, als der Kutscher fort war und wir wieder im Wagen saßen. ״Warum habt Ihr Euch so ungewöhnlich gefreut, daß Ihr vor Freude mir nicht einmal den Grund dafür sagtet?“ ״Du frägst noch?“ fragte in seiner Seelengröße erstaunt der Meister. ״Du weißt doch wie sie uns alle in Frankfurt abgeraten haben, heute nacht die Reise zu machen, und wie ich gegen den Willen % aller trotzdem die Reise unternahm. Und nun sieh doch, wie G-tt unsere Mizwa belohnt hat! Wir hätten doch alt und grau werden, hätten noch hundert Jahre in der Frankfurter Judengasse leben können, wo wären wir bei den Bahnen, in welchen sich unser Leben bewegt, je dazu gekommen, dem Verbot im 5. Buch der Thora, Kap. 12, V. 10, zu begegnen und der Vermeidung seiner Uebertretung ein Opfer zu bringen, wie wir es in diesem Augenblick tun? Begreifst du jetzt meine Freude?“ ״Daß mein Lehrer seine damalige Mission glänzend erledigte, brauche ich jetzt nicht zu erzählen“, fuhr Rabbi Mosche Sofer fort. ״Länger als vierzig Jahre liegt dieses Begebnis zurück und niemals war ich in der Lage, es meinem Lehrer nachzutun bis zu dieser Stunde. Wo kommt im gewöhnlichen Leben ein Rabbiner dazu, Geld zu verleihen und so die Gesetze des Zinsverbot es praktisch zu erfüllen? Nun hat der Himmel es wunderbar gefügt, daß ich einmal dem Roschhakohol hundert Gulden leihen und einen so respektablen Zins dafür erlangen konnte, Das fügt sieh bei einem Manne *meines Standes nicht so leicht. Begreift ihr jetzt meine Freude an dem Ringe? Es war ein schwacher Abglanz der Freude, wie sie einst in ähnlicher Lage meinen großen Lehrer verklärte.“

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