Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 22 (1936)
- Issue
- 29 (7.8.1936)
- Date
- 1936-08-07
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite S jüdische pimm Nr. 29 Martyrium zu tragen, das ein Wahrzeichen der jüdischen Berufung ist. Mit der Sonne der Emanzipation haben Sich die Fesseln an G-tt gelockert» Der Liberalismus hat Cin Heilmittel gefunden, daß ärger war als die Krankheit selbst» Dann kam der Z i on i s m u s, der wohl die Assimilation erfolgreich bekämpfen konnte, schließlich aber selbst eine* allerdings nationale, A s s i m i 1 ation geworden ist. So mußte die'Idee der Agudas Jisroel zwangsläufig entstehen. Unser Nationalismus kennt keinen Unter* schied zwischen G-tt und Volk, er stellt vielmehr das Volk und das Land in den Dienst G-ttes. Dürfen wir dulden, donnerte es aus dem Munde Jakob Rosenheims in den vollgefüllten Saal, daß sich ein Falschbild des Judentums entwickelt, daß die Welt uns als ein Wald- und Wiesenvolk ansieht, ohne Ver* gangenheit Und ohne Thora? Aufgabe der Agudas Jisroel ist es, das wahre Gesicht des G-ttesvolkes zu zeigen. Nicht zuletzt wegen dieser Aufgabe wurde das Zentralbüro in den Brennpunkt politischen Geschehens, nach London, verlegt. Ob der großen Pflichten, die unser im Heiligen Lande harren, dürfen wir an die Arbeit in der Gola nicht vergessen. Erez Jisroel kann nur im Geiste der Thora und Ueberlieferung auf gebaut werden. Wenn es uns nicht gelänge, unsere volkspädagogisehen Aufgaben zu lösen, dann hätten wir, G-tt behüte, einen dritten Chorban vorbereitet. Das Schicksal von Erez Jisroel wird in der Gola entschieden. Gegen den ״Jüdischen Weltkongreß“ Der ״Jüdische Weltkongreß“, den zionistische Parteiführer nach Genf einberufen haben, er könnte das jüdische Volk auch dann nicht repräsentieren, wenn noch andere Organisationen als die zionistische, was aber nicht der Fall ist, an ihm sich beteiligen würden, weil ihm die Einheit des G־tteswillens fehlt. Jedoch! Mit der Ablehnung des ״Jüdischen Weltkongresses“ durch die Aguda ist nicht gedient. Es gibt weite Bezirke, die eine Zusammenarbeit zwischen Agudas Jisroel und den anderen Organisationen möglich erscheinen lassen, sobald von uns keine Konzession in religiöser und weltanschaulicher Hinsicht gefordert wird. Daher ist die Aguda seit Jahren für eine Zentralisierung der philanthropischen, sozialen und wirtschaftlichen Arbeiten eingetreten, in der allerdings vergeblich gebliebenen Hoffnung, die Einberufung des zu einer lächerlichen Farce gewordenen, aber sehr gefährlichen ״Jüdischen Weltkongresses“ verhindern zu können. Auswandererfürsorge Was die jüdische Auswanderung betrifft, ist es der Agudas Jisroel gelungen, insbesondere bei der Ica eine Berücksichtigung der religiösen Menschen und der religiösen Interessen durchzusetzen. Die Agudas Jisroel protestiert dagegen, daß man jüdischen Auswanderern wohl wirtschaftliche und technische Berater mit auf den Weg gibt, ihre Seele aber im Stiche läßt. Aehnlich verhält es sich mit dem ״Council for German Jewry“, dem die Erkenntnis fehlt, daß die religiösen Belange so wichtig sind wie das Brot. Wenn es bis heute nicht gelungen ist, der Agudas Jisroel den ihr gebührenden Einfluß auf* die Betreuung der jüdischen Auswanderung zu sichern, so muß dies in der allernächsten Zukunft erreicht werden. Verständigung mit den Arabern Jacob Rosenheim ging nun zur Besprechung der Erez-Jisroe!-Fragen über. Die Agudas Jisroel stimmt nicht in die von vielen Seiten geäußerten Verdächtigungen Englands ein. Sie muß vielmehr, realpolitisch gesehen, anerkennen, daß England als größte moslemische Macht sich in großen Schwierigkeiten befindet. Wohl hätte England dem arabischen Terror viel energischer und somit wirkungsvoller entgegentreten können und müssen, ohne daß dadurch das Befriedungs- ,werk gefährdet worden wäre. Auf die Dauer aber (können die Sicherheit und Ruhe im Heiligen Lande nicht auf die englischen Tanks angewiesen sein. Aus diesem Grunde muß eine friedliche Verständigung mit den Arabern angestrebt werden, wenn es auch klar ist, daß Verhandlungen erst nach Auf hören der noch andauernden Gewaltakte geführt /werden können. Die Agudas Jisroel ist grundsätzlich bereit, in derartigen Fragen mit den anderen jüdischen Organisationen zusammenzuwirken. Der Wille zur Zusammenarbeit muß aber an der Würde des orthodoxen Judentums seine Grenze finden. Aus dieser Erwägung heraus sind wir auch bereit, die für richtig erkannten Wege allein zu gehen und durchzukämpfen. Ohne die jahrhundertealte Arbeit der Orthodoxie für Erez Jisroel wäre nie die Balfour-Erklärung erlassen worden. Die religiösen Juden haben stets und laut den Anspruch des jüdischen Volkes auf das Heilige Land erhoben und noch lange vor den Zionisten mit Selbstaufopferung für den Aufbau des Landes gearbeitet. Kein Wunder, daß wir am Beginn der Entstehung des neuen Jischuw vorerst zögern mußten. Erst die Erkenntnis, daß durch den organisatorischen Zusammenschluß aller g-ttesgläubigen Brüder den Gefahren religiöser Natur wirkungsvoll begegnet ist, konnte einer Erez-Jisroel-Arbeit auf breiterer Basis dio Plattform ebnen. Unter frenetischem Beifall schloß Jacob Rosenheim seine Ausführungen mit dem Bedauern darüber, daß die beiden großen Führer der Agudas Jisroel, Rabbiner Dok- •tvr Pinchas Kohn und Dr. Nathan Birnbaum, der gegenwärtigen Tagung beizuwohnen verhindert sind. Schließlich wurde die Absendung eines H u 1 d igungstelegr am ms an den Präsidenten der tschechoslowakischen Republik, Dr. Edvard ׳BeneS, beschlossen, womit die Eröffnungssitzung beendet war. Die lugendtagung Am Tage vor dem Beginn der Kenessio Mechino, am Montag,, hatten sich die Vertreter der Jugend- Organisationen der Agudas Jisroel zu einer Beratung zusammengefunden, bei welcher alle auf der Tagesordnung der Kenessio Mechino stehenden Fragen einer eingehenden Beratung unterzogen wurden. Die Jugendvertreter beschlossen, für eine stärkere Heranziehung ihrer Vertreter hei der Zusammensetzung der leitenden Instanzen der Raummangelshalber entfallt in der dieswöohigen Nummer die Fortsetzung des Feuilletons. Weltorganisation einzutreten Und eine größere Berücksichtigung der Bedürfnisse der Jugend zu fordern. Die Arbeit ln und für Erez Jisroel soll ausgebaüt und intensiviert werden. Besonderes Augenmerk ist dem Ghinuch- Wesen zuzuwefiüen. Die erste Arbeitssitzung Am Dienstag nachmittag versammelten sich die Mitglieder des ZentralrateS und die anwesenden Delegierten unter dem Vorsitz von Oberrabbiner Aron Lewin zur ersten Arbeitssitzung. Nach Verlesung zahlreicher Begrüßungstelegramme erstattete Präsident Jacob Rosenheim den Beficht def Exekutive, dem wir folgendes entnehmen: Im Mittelpunkt der Arbeiten des abgelaufenen Halbjahres stand die Frage der Einberufung der dritten Kenessio Gedaulo, die für CheschWän 6697 mit dem Tagungsort Jerusalem vorgesehen war. Sie sollte eine große Manifestation des glaubenstreuen Judentums werden. Die gegenwärtige Tagung hat zu beschließen, ob nach den letzten Entwicklungen an der Einberufung nach Jerusalem und an dem gedachten Termin festzuhalten sei. Aus der Mitte des Rabbinisehen Rates wurde durch schriftliche Abstimmung eine 25gliedrige Exekutive gewählt, die dem Waad hapoel zur Seite stehen soll. Die agudistische Presse entwickelt sich be* friedigend. Das Zentralorgan ״Darkenu" kämpft mit großen wirtschaftlichen Sorgen. Der Referent schilderte nun die Lage der Agudas Jisroel in den einzelnen Ländern, um dann zu den Finanz- und politischen Fragen überzugehen. Der ״Jüdische Weltkongreß“ wird von der Aguda abgelehnt. Hingegen strebt die Aguda eine Zentralisierung der philanthropischen Arbeiten an. Während sich in der Zertifikatenfrage eine gewisse Zusammenarbeit mit der J e w i s h Agency vollzog, ist darüber hinaus keine Aenderung in den Beziehungen der Aguda zu dieser Instanz oder zur Zionistischen Organisation eingetreten. Auch die •Frage der Möglichkeit eines Zusammenwirkens von Aguda und Misrachi wird immer wieder aufgerollt, doch gelten selbstverständlich alle bisherigen Beschlüsse, die eine intime Zusammenarbeit verbieten, solange der Misrachi Bestandteil der Zionistischen Organisation ist. Was die inneren politischen und religiösen Angelegenheiten der Landesorganisationen betrifft, erwähnte der Referent den Kampf um die S c h e c h i t a, insbesondere in Polen, und verwies auf die Bestrebungen der O r t h od o x i e in Wien, die Anerkennung einer selbsfändigen orthodoxen Gemeinde zu erlangen. Erez Jisroel Im weiteren Verlauf seines Referats kam Jacob Rosenheim auf Erez Jisroel zu sprechen. Entsprechend den vor Jahresfrist gefaßten Beschlüssen, hat sich die Exekutive mit größter. Energie gegen die Einrichtung < eines Legislative Council gewendet. Gegen die von der Regierung beabsichtigte Einschränkung der Einwanderung und des Bodenerwerbs wurden eine Reihe von Maßnahmen unternommen. Die palästinensische Aguda-Leitung hat sich während der jüngsten schmerzlichen Ereignisse allgemeine Anerkennung erworben durch ihre Mitarbeit in der Abwehr des arabischen Terrors, der Unterstützung der Regierung. durch zweckmäßige Anregung, durch die Aufrechterhaltung des Mutes nach innen und durch praktische Hilfe für die von den Pogromen Getroffenen. Von den Zertifikaten hat die Aguda bisher 6 Prozent zur Verteilung an ihre Mitglieder erhalten, doch muß auch weiterhin auf einen Satz von mindestens 10 Prozent als angemessen hingearbeitet werden. Die Jerusalemer Aguda-Zentrale hat sich um das Schicksal der illegalen Einwanderer bemüht, ohne daß nach dieser Richtung wesentliche Erfolge hätten erzielt werden können. Einzige Jüdische Handelsschule für Knaben und;Mädchen. Abendkurse. Wien, H., Taborstraße 89. Telephon A-45-6-57. Unterricht nach dem normalen Lehrplan der Handelschulen. Erstklassige Lehrkräfte. Aufnahme täglich von 10 bis 12 Uhr vormittags und von 3 bis 5 Uhr nachmittags. Prospekte gratis. Eine erfreuliche Entwicklung nimmt auch die kolonisatorische Tätigkeit. Die Kibbuzim entwickeln sich zufriedenstellend. Als einer der wertvollsten Aktivposten, deren sich Agudas Jisroel auf dem Boden von Erez Jisroel rühmen darf, ist zweifellos die Poale-A. -J. - Organisation zu betrachten, die durch die Uebernahme des Vorsitzes durch Dr. Isaac Breuer eine beträchtliche innere und äußere Stärkung erfahren hat. Die Bestrebungen um die Erlangung der öffentlich-rechtlichen Anerkennung der orthodoxen Gemeinden sind naturgemäß während der jüngsten Unruhen zum Stillstand gelangt. Die finanzielle Lage der religiösen Erziehungsanstalt e n ist eine überaus < betrübliche und es bedarf größter Anstrengungen der einheitlich organisierten gesetzestreuen Judenheit, die Erhaltung und den Ausbau des Schulwerkes durch ein zentrales Organ zu ermöglichen. In der Berichtsperiode hat die Agudas Jisroel, wie immer, eine Reihe von Maßnahmen für die Heilighaltung des Sehabbos unternommen und wiederholt bei Regierungsinstanzen interveniert. Schließlich berichtete der Referent über die Arbeit der Palästina-Zentrale und des Keren H a t h o r a, über die im weiteren Verlauf der Tagung spezielle Berichte erstattet wurden. Soziale Tätigkeit Ausführliche Erörterungen widmete der Redner der sozialen Tätigkeit der Aguda. Im Vordergrund stand die Hilfe fiir die Opfer der arabisehen Unruhen im Heiligen Lande. Die polnische Landesorganisation hat kaufmännische Kooperativkassen, Koscherküchen für Soldaten, Heilstätten, Fachschulen und viele andere philanthropische Institutionen, darunter mehrere. Ambulatorien für*Kranke, errichtet. Die deutsche Landesorganisation hat sich mit SteUenyermitt- 1 u n g und Berufsberatung, mit Kinder- Ferienaktionen und Auswandererbetreuu n g befaßt. Sie hat ferner eine große Zahl von landwirtschaf tlichen und handwerklichen Berufsvorbereitungsstätten geschaffen. Aehnlich liegen die Verhältnisse in den anderen Ländern, wo ebenfalls sehr ersprießliche Arbeit geleistet wurde. Besondere Hervor- Rabbi Feiwisch Gimtes זצ״ל Am vergangenen •Sehabbos Vortags verschied in Wien, wb er Heilung vnn einem schweren Leiden gesucht, Rabbi Feiwisch Gin des im Älter von 87 Jahren» Der Verblichene — ein Schwiegersohn des weltberühmten Gaon Rabbi Simon Skop — hat als Leiter der großen Jeschiwa zu Grodno eine der hervorragendsten Positioneu im Thorawesen eingenommen. Seine Schüler, für die er auch materiell gesorgt hat, gehören zur Elite im jüdisch-religiösen Geistesleben» Er selbst stand an der Spitze der lokalen Agudaorganisation Und hat sich besonders um den Schomre Sehabbos und die Beth- Jakob-Bewegung verdient gemacht. Die Lewajoh fand am Mozze Schabbös unter Massenbeteiligung der Wiener Orthodoxie statt. Tiefempfundene Hespedim hielten Rabbiner Schmerlen und Herr Wassermann, ein Talmid des Dahingegangenen. חנצב׳דו hebung verdient noch das agudistische Hilfswerk für Rußland mit dem Sitz in Wien und der Kriegswaisenfonds, der noch heute drei Waisenhäuser erhält. Keren Haihora und Beth Jakob Im Anschluß an den Tätigkeitsbericht der Exekutive referierte Herr Rabbiner W. S. Jacobson über die Arbeit der Keren-Hathora- und Beth-Jakob-Zentrale. In der Person des großen Führers des Keren Hathora, Rabbi Meier S c 11 a p i r a s. Z. 1., verzeichnete der Referent die doppelte Aufgabe des Keren Hathora, einmal für die geistige Erziehung des einzelnen Indiv i d u u m s Sorge zu tragen — Rabbi Meier Schapira ist der geniale Gründer des Daf Jomi —, und dann: für die Thora-Bedürfnisse der Gesamtheit die Kräfte der Gesamtheit zu mobilisieren. Die Durchführung der zweiten Aufgabe ist deshalb ungeheuer schwierig, weil viele — und gerade die wichtigsten Landes-Direktorien des Keren Hathora — den zentralen Keren- Hathora-Gedanken nicht genügend pflegen und weil andererseits gerade die Länder, in welchen die geistige Keren-Hathora-Arbeit am lebhaftesten betrieben wird, von den eigenen Sorgen bis über den Rand ausgefüllt sind. Von den einzelnen Ländern hob der Referent speziell den deutschen Keren Hathora hervor, der durch seinen rührigen Vorsitzenden P e 1 s, nach Zeichen völligen Verfalls, innerhalb eines Jahres reorganisiert werden und über 34.000 Mark für die Keren-Hathora-Zwecke ausgeben konnte. Eine schöne Entwicklung weist auch der Keren Hathora in der Bukowina auf, welcher im letzten Jahr 260.000 Lei aufbrachte, gegenüber 12.000 Lei im Jahre 1931. Besonders treu erfüllt seine Verpflichtungen Holland, dessen Opferfreudigkeit die Zentrale in den Stand setzte, ihre Arbeiten weiterzuführen. Der eng- 1 i s c h e Keren Hatbora verhandelte mit besonders ׳ großem Erfolg für die Interessen der östlichen Jeschiwos bei den großen Hilfsaktionen des Westens imd konnte den östlichen Lehrstätten zu wiederholtenmalen aus den englischen Zentralsammlungen Beträge sichern, die diese Anstalten in schwerster Stunde ein wenig entlasteten. Dem ehrwürdigen Vorsitzenden des belgischen Keren Hathora, Oberrabbiner Rottenberg, ist die Abhaltung des westeuropäischen Keren-Hathora-Konferenz zu danken, durch die die westeuropäischen Keren-Hathora- Direktorien wertvolle Anregungen erhielten. Die klassisehen Thora-Länder: Polen, Litauen u n d die österreichischen Nachfolgestaaten, entwickelten eine gewaltige Tätigkeit im Interesse des Lernens, sie brachten außerordentlich große Summen, zum großen Teil unter der Flagge des Keren Hathora, für ihre eigenen Thora-Bediirfnisse auf, konnten aber für die Bedürfnisse der Zentrale nichts beisteuern. Die Mitteilungen über die verschiedenen Länder zeigten, daß die Keren-Hathora-Arbeit sich nach Zeiten der Stagnation nunmehr wieder in der Aufwärtsentwicklung befindet, so in Bessarabien, so in Südafrika, so in Skandinavien — der ganz kleine Kreis in Kopenhagen konnte zum Beispiel im Laufe dieses Jahres 2000 dän. K an östliche Lehrstätten abführen. Soll aber der Keren Hathora internationale Bedeutung haben, so muß vor allem der eigene Kreis weit mehr als bisher sich in den Dienst des Thora-Werkes und seiner Organisation stellen. Ueber die Beth -Jakob-Arbeit berichtete der Referent wie folgt: Das Werk ruht in sicherem Grunde! Denn seine Kraft strömt aus den beiden zentralen Lehrinstituten in Krakau und Wien. Und an diesen beiden Stätten wirken Leitung und Dozentenschaft in einer Treue und Hingebung sondergleichen, spüren die Schülerinnen die Verantwortung, das geistige Erbe Deutschländers anzutreten und weiterzutragen. Am ersten Jahrzeitstag Sara Schenirer wurden in Wien zum erstenmal nach Deutschländers Tod Entlassungsprüfungen vorgenommen. Der Direktor unserer Krakauer Anstalt wohnte ihnen bei und äußerte sich über das Ergebnis mit solch ergreifenden Worten, daß uns dies der erste Trost in diesem leidvollen Jahr war. Anfangs 1936 konnte eine dritte Ausbildungs stätte in Rumänien, in Czernowitz, eröffnet werden — Lehrstätte, verbunden mit Internat —, die mit G-ttes Hilfe das Zentrum der rumänischen Beth- Jakob-Bewegung werden wird. Zunächst werden dort 16 Mädchen durch bewährte Lehrkräfte zu Beth-Jakob- Lehrerinnen ausgebildet. Erziehung und Unterricht unterstehen der ständigen Kontrolle unseres rabbinischen Landesrates der Bukowina. Die zentrale Verwaltung von Beth Jakob hat die von außen an sie gebrachte Anregung, der pädagogischen Ausbildung der jüdischen Mädchen im Osten erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken, dankbar auf gegriffen. Sie hat zu diesem Zweck eine Sonderkonferenz nach Krakau im Mai d. J. eiriberufen. Eine Kommission von Sachkundigen untersucht zur Zeit, welche Möglichkeiten in Handwerk und Arbeit vorhanden sind, in welchen sozialpädagogisehen Berufen eine Betätigungsmöglichkeit gegeben ist und inwieweit die bereits bestehenden zentralen Einrichtungen der Orthodoxie — wie z. B. das in Lodz auf den Namen Sara Schenirers gegründete Auhel Soro, eine handwerkliche Ausbildungsstätte für unsere polnischen Töchter — ausgebaut werden können zu umfassenden Stätten handwerklicher und hausfraulicher Erziehung. Die Erhaltung des Werkes im Sinne seiner Begründer legt auf seine gegenwärtigen Betreuer aber auch noch die ׳Sorge (für die Beth-Jakob-Schulen in Erea Jisroel. Dr, Deutschländer s. Z, 1, hatte selbst Erez Jisroel in mehrmonatigem Aufenthalt bereist und die Noc- Wendigkeit der Schaffung eines einheitlichen Beth-Jakob- Schulwerkes dort, nach polnischem Muster und unter