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Jüdische Presse · 1936-08-07 · 29 (7.8.1936) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
22 (1936)
Issue
29 (7.8.1936)
Date
1936-08-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 29 Miih »וו ■ riHi >' 11 iiüliii l6DB6fl)fi PRESSE Seite 3 selbstverständlicher Anpassung■ an die dortigen Gegebenheiten, erkannt und propagiert. Inzwischen ist der Huf nach Schaffung einer palästinensischen Betn-Jakob-Zen■1 traie immer dringender geworden und die allernächste Zukunft schon ׳wird uns mit ihrer Gründung zu beschältigen haben. Im Londoner East ist ein hoffnungsvoller Anfang Zur Gründung einer Beth-Jakob-Schule gemacht worden, der des dringend notwendigen Ausbaues harrt. Ob und in welchem Umfang z. B. in New York ein großes Beth-JakobiSchulwerk errichtet Werden kann, haben unsere dortigen Freunde zu prüfen und zu entscheiden. Derzeit zählt die Beth-Jakob-Bewegung in Bolen 225 Schulen mit 27.009 Schülerinnen, in der Tschechoslowakei 18 Schulen mit 1292 Schülerinnen, in Rumänien 17 Schulen mit 1489 Schülerinnen, in Litauen 16 Schulen mit 2000 Schülerinnen und in Ungar«, (Palästina und Oesterreich 11 Schulen mit 950 Schülerinnen. Hiezu kommen die in den Bnos-Gruppen weiter im Geiste von Beth Jäikob ausgebildeten und erzogenen 8664 Mädchen. Diese etwa 41.500 Mädchen stehen zur Zeit unter unserer direkten Betreuung. ■Neben dieser direkten persönlichen Beeinflussung läuft die literarische: Unser Beth-Jakob-Verlag in Lodz, rührig und verantwortungsbewußt geleitet, hat in den zehn Jahren seines Bestehens 110 Beth-Jakob- Journale, 30 ׳Hefte des Beth-Jakob-Kindergartens, diverse Im weiteren Verlauf der Nachmittagssitzung wurden die Berichte über die agudistische Jugendbewegung erstattet. ■Herr Meier Schwarzman n, Warschau, referierte für die Länder Polen, Oesterreich, Litauen׳, Tschechoslowakei und!Rumänien, Dr. Kalman K a h a n a, Fulda, referierte über Holland, Belgien und ■Deutschland. In Polen zählt die Jugendbewegung 440 Gruppen mit 37.687 Mitgliedern, ferner 220 ״Pirche"-iGruppen‘ mit 7850 Mitgliedern. Die Aguda-Jugend nimmt an allen Arbeiten der Landesorganisation teil und stellt eine Armee von opferwilligen und tatbereiten Menschen dar, über die die Aguda jederzeit verfügen kann׳. In Oesterreich werden etwa 1000 Mitglieder gezählt, die speziell auf dem Gebiete der Jugenderziehung und der sozialen Fürsorge Ersprießliches leisten. Die Jugend steht dort auch in den vordersten Reihen der Kämpfer um die Erlangung 1einer ׳selbständigen orthodoxen! Gemeinde in Wien. Für diese Tätigkeit spricht ihr die gesamte agudistische Jugendbewegung den ■Dank aus, in d'er Hoffnung, daß das in Oesterreich herrschende religiöse Regime den Forderungen der Orthodoxie Verständnis entgegenbringen werde. In! Litauen bestehen trotz aller Schwierigkeiten rund 100 Gruppen mit 8000 eingeschriebenen Mitgliedern, ferner 100 Schülergruppen unter dem Namen ״Owadjoh“ und 20 Mädchengruppen unter dem׳ Namen ״Basjoh“, Das große Programm, das innerhalb der Verhältnismäßig kurzen Dauer erledigt werden sollte, zwang die Kongreßleitung, auch die Nachtstunden für die Beratungen heranzuziehen. So war denn die Dienstag-Nacht den ErezsJisroelsProblemen gewidmet. Der Direktor der Palästina-Zentrale, Herr Doktor Salomon Eh!rmann7 erstattete ein mehr als einständiges, überaus instruktives Referat. Während in Deutschland in den agudistischen Reihen eine mächtige Bewegung für Erez Jisroel entstand, die sich in Mitarbeit und Leistung aller Agudisten des Landes ausdrückte, haben Schulbücher und 15 Hefte Sorgsam aüsgewäbiter Kinderliteratur herausgegeben: die Gesamtprodiiktion betrug in dieser Zeit 684 Druckbogen, der Gesamtvertrieb etwa 40Ö.ÖOÖ Exemplare. Das Beth-J akob-Schulwerk,!wohl das einzige Schulwerk dieses Umfanges, das keinerlei staatliche Suhventionen erhält, leidet unter der schweren Lastseiner Schulden. Insbesondere das Beth-Jakob-Gebäude in Krakau, das wir noch immer nicht vollenden konnten, ist mit einer Hypothek belastet, deren Ablösung aus vielen Gründen außerordentlich wünschenswert ׳wäre. Dazu kommen beträchtliche Schulden des Krakauer Zentralbetriebes und die Verschuldung vieler Beth-Jakob- Schulen Polens, eine Folge der polnischen Wirtschaftsnot, von der unsere Kreise schwer betroffen sind. Das jährliche Minimalbudget für Beth Jakob beträgt 31.170 Dollar. Pädagogisch Wird das große Werk nach dem Tode von Dr. Deutschländer s. Z. 1. nunmehr von einem ״Pädagogischen Beirat“ betreut, dem neben den Leitern und Vertretern der Dozentenschaft der beiden Zenralanstalten in Krakau und Wien anerkannte Pädagogen unseres Kreises angehören. Das polnische Beth-Jakob-Werk, einschließlich Rumäniens, wird durch die polnische Beth-Jakob- Zentrale, deren Geschäfte Senator M. Deutscher führt, verwaltet, Beth Jakob in den Österreichischen Nachfolge- Staaten durch das Kuratorium in Wien, in «welchem Rabbiner Dr. Joel P0 11a׳k besonders aktiv Ist. schließlich 6 Hachschoroh-Stätten. Die litauische Aguda- Jugend gibt auch eine eigene Wochenschau heraus. In der Tshiecho Slowakei sind 70 Gruppen mit 3000 und, 60 Pirche-Gruppen mit 2500 Mitgliedern registriert. Die Leitung der letzteren gibt regelmäßig!eine Kinderzeit- Schrift heraus. Die Tätigkeit der Jugendorganisation erstreckt sich hauptsächlich auf das Gebiet des Chinuch und d!er sozialen Fürsorge (Stellenvermittlung, Winterbekleidungsaktion, ■Erholungsheime). Die rumänische Aguda-Jugend verfügt über 40 Gruppen mit etwa 1200 Mitgliedern, die vornehmlich in der Bukowina erfolgreich ,wirken. -In Holland und ■B 'e 1! g i e n weisen die beiden Jugendorganisationen eine bewundernswerte Zusammenarbeit auf. Es wurden! schriftliche Schiurim für die in Kleinstädten wohnende Jugend( eingerichtet. In Enschede und in Heide befinden sich größere Hachschoroh-Stätten. Ein in Holland zu gründendes ökonomisches Büro soll sich mit der Klärung aller modernen Wirtschaftsfragen vom halachischem Gesichtspunkte ׳befassen. Den Abschluß des Berichtes ■bildete Deutsch- 1 a n d, wo eine Agudas-Jisroel-Jugendorganisation, der Noar Agudati und die ״Esra-Pirche Agudas Jisroel“ bestehen. Hier wird von dier Jugend! unendlich viel geleistet, natürlich wieder in׳ erster Linie auf dem Gebiete der Erziehung und der Berufsvorbereitung der Mitglieder für Palästina. wurden 20 Dunam! Boden! erworben. In G e d e r a umfaßt der Kibbuz 66 Seelen, die sich hauptsächlich von Außenarbeit ernähren. Mitte 1935 hat dort die Palästina-Zentrale aus Mitteln des Keren Hajischuw 58 ■Dunam Boden erworben, auf denen eine Eigenwirtschaft eingerichtet wurde. Schließlich muß speziell auch auf den ׳Kibbuz M a c h a n e Jisroel hingewiesen werden. In der Berichtsperioda konnten auch die Schwierigkeiten, die sich seinerzeit aus dem Kauf von Machane Jisroel ergaben, bereinigt werden. Auch auf dem Gebiete des ■Chinuch sind unter Wahrung des alten Besitzstandes eine Reihe von N e ugrün düngen zu verzeichnen׳. Das agudistische Schtfiwerk Im Heiligen Lande zählt derzeit 22 Lehranstalten. Die Erez-Jisroel-Arbeit in den Ländern außerhalb Deutschlands ist, Wie schon oben gesagt wurde, hinsichtlieh der Aufbringung finanzieller Mittel noch recht schwach. Vielleicht Werden die Reisen, die einige Mitglieder der Palästina-Zentrale jüngst unternommen haben, die Situation in dieser Hinsicht verbessern. Den ■Schluß׳ des auch schriftlich an die Delegierten Verteilten Referats des Herrn Dr. Ehrmann bildete ein instruktiver Arbeitsplan für den Keren Hajischuw in Deutschland. Die Kommissionen Während einer kurzen Unterbrechung, die bis zum Einlangen des nächsten Referenten, des Herrn Dr. Isaak B r e uje r, eintreten mußte, würden die Kommissionen gewählt. Eingesetzt wurden eine Politische Kommission, eine Kommission für Finanz- und Organisationsfragen, eine Keren-Hathora- und eine Erez-Jisroel-Kommission, schließlich eine Kommission für soziale Fragen und Aus- Wanderung. Dr. Isaak Breuer spridit Unter großer Spannung aller Zuhörer betrat nun Dr. Isaak Breuer, der inzwischen zum Präsidenten der Poale Agudas Jisroel im Heiligen Lande gewählte Aguda- Führer, der eben aus ׳Erez Jisroel eingetroffen war, die Rednertribüne, um in einem von■ glühender Liehe zu Erez Jisroel getragenen meisterhaften Referat über die dortige Lage zu berichten. Jede Ideologie, erklärte Dr. Breuer, die sich nicht zu einer Wirklichkeit in Beziehung bringen kann׳, ist keine Ideologie, ebenso wie jede Wirklichkeit ohne Ideologie eine blinde Wirklichkeit darstellt. Die agudistischen Po,alim upd Kibbuzim leiden bittere Not und es ist daher unsere dringendste Pflicht, ihnen zu Hilfe zu eilen. Das religiöse ׳Schulwerk ist unzureichend, es muß ausgebaut und vergrößert werden. Nicht der Zionismus herrscht in Palästina, sondern die Histadruth, die einen: unheimlichen Terror auf dem Gebiete der Arbeits- ■beschaffung ausübt. Um diesem Terror erfolgreicher begegnen zu können, ist ein gemeinsames Vorgehen aller religiösen Arbeiter erforderlich. Dieser ■Leitgedanke hat ihn, Dr. Breuer, veranlaßt, die Bildung einer gemeinsamen Vereinigung zwischen der Poale Agudas Jisroel und dem Hapoel Hamisrachi ins Auge zu fassen. Es ist nicht wahr, daß eine solche Vereinigung,, wie von misrachistischer Seite behauptet wurde, bereits geschaffen worden ist. Die Kenessio Mechino vielmehr hat darüber zu entscheiden, ob die beabsichtigte gemeinsame Vereinigung ins Leben gerufen werden darf oder nicht. Nach dem vorn Misrachi bereits genehmigten Statutenentwurf für die gemeinsame Vereinigung soll sich der Aufgabenkreis auf wirtschaftliche undi Arbeitsbeschaffungsfragen beschränken. Die Leitung soll paritätisch zusammengesetzt werden. ׳Der Misrachi hätte die Pflicht, alle seine Vereinbarungen) mit der Histadruth sofort zu lösen und keine Mitglieder, in seinen Reihen zu dulden, die nachgewiesenermaßen die Religionsgesetze übertreten. Im Falle von Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Leitung der gemeinsamen Vereinigung soll der Rabbinische Rat entscheiden.!Wenn die Kenessio Mechino, erklärte Dr. Breuer, diesem Plan ihre Zustimmung geben sollte, so wäre der Weg frei für eine umfassende erzieherische und milieubildende Tätigkeit der Poale Agudas Jisroel, was zu erreichen von unabweislicher Dringlichkeit ist, wenn einem religiösen Verfall ein Riegel vorgeschoben werden soll. In Erez Jisroel genügt es nicht, die mitgebrachte Gläubigkeit zu erhalten, diese muß vielmehr von Tag zu Tag gesteigert und verinnerlicht werden. Die Arbeit der lugend Die große Naditsitzung die übrigen Landesorganisationen, von denen man glauben sollte, daß sie es noch leichter hätten tun können als Deutschland, der schweren Arbeit nicht die nötige Hilfe!geleistet. Eine rümliche Ausnahme bildet Polen, das während •der letzten Jahre große Beträge für den Keren Hajischuw .aufbrachte. Die Palästina-Zentrale hat ihre Arbeit zum großen Teil mit Hilfe von Einzelsekretariaten geleistet. (Solche ■Büros bestehen in Deutschland in Berlin, Nürnberg, Emden, Darmstadt, Breslau und Königsberg. Im engsten Zusammenhang mit der Palästina- Zentrale wurde anfangs 1934 der Noar Agudati als Chaluzimbund der Agudas Jisroel gegründet. Dieser hat die Aufgabe, die agudistische Jugend geistig zu erfassen und für Erez Jisroel׳ vorzuberelten, die Auswahl der jungen Menschen-für die ׳Hachschoroth zu treffen, für die agudistische Erez-Jisroel-Arbeit zu werben und die Jugend geistig zu führen und zu betreuen. Diesen Aufgaben ist er vollauf gerecht worden. Ein Mädchenseminar in Hambürg ist für die Ausbildung der weiblichen Mitglieder des :Noar Agudati bestimmt. Dr. Ehrmann! berichtete weiter über die in vielen Städten Deutschlands gegründeten Komitees f ür den Aufbau Palästinas auf religiöser Grundläge, in welchen nichtagudistische Persönlichkeiten zur Mitarbeit für den Keren Hajischuw herangezogen wurden. Besonders bemerkenswert sind die im׳ Anschluß daran erfolgreich vorgenommenen Bestrebungen ׳zur Erziehung der Jugend׳ jener nichtagudistischen Kreise für Thorakenntnis und -Anerkenntnis. Ende 1933 fand eine Palästina-Konferenz in ׳Frankfurt statt, die wertvolle Ergebnisse für die weitere Arbeit erbrachte־. Die ׳Propagandatätigkeit mußte bedputend intensiviert werden, was durch Vorträge, Rundschreiben und Broschüren geschah. Neben der schon vor der Berichtsperiode eingeführten Dreiwochen-Aktion und Adar-Aktion wurde im Jahre 1934 zum ersten Maie diese Sekunden-Aktion veranstaltet, die reichen Anklang fand. Neu eingeführt wurde auch die Omer-Aktion. Eine große Zahl von Hachschor ob-Zentren in Deutschland und in den anderen Ländern besorgte die Vorbereitung unserer Olim für die ihrer im Heiligen Lande harrenden Aufgaben. In die Berichtsperiode fällt die Gründung der Agentur der Weltorganisation in Jerua a i e m, die die Vertretung der politischen Interessen der Aguda übernahm. In Tei-Aviv wurde gleichzeitig ein eigenes Informationsbüro errichtet. ׳ Sehr verzweigt war die Tätigkeit der Palästina- Zentrale für die Poale Agudas Jisroel im H:eiligen Lande. ׳Für den Kibbuz Kfar Saba Beginn der Generaldebatte Am Mittwoch vormittag!wurde durch den Vorsitzenden, Oberrabbiner A. Lewin, mit der Verlesung der eingelangten ׳Begrüßungsschreiben die Generaldebatte eröffnet. Herr Rabbiner Dozent Dr. Ehrentreu schlug die Schaffung eines neuen Fonds für Zwecke der Organisation vor. Oberrabbiner Rotten b erg, Antwerpen, nahm Stellung zu dem Plan Dr. Breuers, eine Vereinigung der Poale Agudas Jisroel mit dem Hapoel Hamisrachi zum Zwecke der Lösung wirtschaftlicher Fragen herbeizuführen. Es müßte vorerst die Form gefunden werden, die allen Mißdeutungen vorbeugt und von vorneherein ge- ׳währleistet, daß dadurch die Selbständigkeit der Poale Agudas Jisroel nicht im geringsten gefährdet wird. Stempel-Krakau unterstützte den Plan Doktor Breuers. Großrabbiner Friedman n-Przemysl (Sadagora) meinte, daß Klarheit darüber zu schaffen ist, ob durch die Realisierung des Breuer-Planes dem agudistisehen Arbeiter in wirtschaftlicher Hinsicht auch tatsächlieh geholfen wird. Er beantragte weiter, daß mit Rücksicht auf die in der letzten Zeit sich häufenden Angriffe gegen die Thora und jüdische Ueberlieferung eine energische Abwehrpropaganda einsetzen soll. Rabbi J. M. L e w i n-Warschau berichtete über die allgemeine Tätigkeit der Agudas Jisroel in. Polen. Er schlug vor, daß der Sitz der Exekutive nach Jerusalem verlegt werde, nachdem diese so reorganisiert ■wurde, daß es möglich wird, sämtliche Arbeiten von einer Stelle aus zu leiten und zu überwachen. Zum Plan Dr. Breuers stellte er Fragen informativer Natur. Er ging dann auf die Frage des ״Jüdischen Weltkongresses“ über und beantragte eine Tribüne zu schaffen, von der das wahre Gesicht des wirklich thoratreuen jüdischen Volkes gezeigt wird. Goodmann-London: Die schweren Verhältnisse, in denen sich das jüdische Volk zur Zeit befindet, erlegen uns die Pflicht auf unsere Aufgaben ganz zu erfüllen. Wenn Agudas Jisroel nicht zu früh und nicht zu spät gekommen ist, also in der richtigen Zeit, so muß sie ihre Aufgabe, ihre geschichtliche Aufgabe ganz lösen, Die richtige Konsequenz aus den Ereignissen in! ׳Erez Jisroel kann vielleicht doch am besten der ableiten, der sie nicht am eigenen Leibe zu spüren bekommt. Wir müssen den nach anderen Ländern emigrierenden Brüdern ebenso unsere hilfreiche Hand entgegenhalten, wie den nach Erez Jisroel Ziehenden. In Erez Jisroel müssen wir beweisen, daß nicht die Angehörigen der UI. Internationale den jüdischen Typ darstellen, Wir haben keine Machtaspirationen, wir wehen ein jüdisches Volk, wie es zu sein hat. Ch. J. Eis s־Zürich nimmt ■zum Plan Dr. Breuers Stellung und meint, daß ein Vertrag mit dem Hapoel Hamisrachi, wenn er auch dem Statut der Agudas Jisroel nicht widerspricht, mit dem: Geist der Aguda nicht in ■Ein- ■klang gebracht werden kann. Holländer-Frankfurt a/M. stellte den Antrag, daß jeder Anwesende sich verpflichte, eine gewisse Summe für die Arbeiten der Aguda zur Verfügung zu stellen oder sich eine bestimmte Zeit für agudistische Arbeit bereitzustellen. Dep. D u b i n-Lettland sprach über Finanzfragen. Rabbiner Dr. Klei n-Nürnberg: Es steht außer Zweifel, daß wir für Erez Jisroel mit allen Kräften tätig sein müssen. Die geistige Lage in Erez Jisroel färbt auf die der Golah ab. Wir müssen in Erez Jisroel' ein geistiges Zentrum schaffen. Der Redner beantragte, den Plan Doktor Breuers von der Tagesordnung abzusetzen und dem Rabbinischen״ Rate die Entscheidung zu überlassen. Rabbiner Dr. ׳Lewenstein (׳Zürich) beantragte, den Plan Dr. Breuers der politischen Kommission vorzulegen und dann erst die Debatte zu eröffnen. Deputierter M i n z b e r g (Lodz) sprach über organisatorische Aufgaben und bejahte den Plan Dr. Breuers. Gemeindepräses Mazur (Warschau) wies auf die katastrophale Lage der Judenheit in Polen hin und forderte, daß Maßnahmen gegen die Anfeindungen der Juden getroffen werden. Es sprachen noch der Sadagoraer Rebbe A. J. Friedmann (Wien) und Dr. Sal. Ehrmann, worauf die. Vormittagssitzung geschlossen wurde. Der Nachmittag war für die Beratungen der Kommissionen reserviert. 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