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Jüdische Presse · 1936-06-05 · 20 (5.6.1936) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
22 (1936)
Issue
20 (5.6.1936)
Date
1936-06-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 JÜDISCH*)!»HESSE mm Fortdauer der Unruhen Int Heiligen Lande lä die, nüh Söhöft Seit Wochen anhaltende arabische Aufruhrbewegung brachten die S c h wuo s * Tage eine fcurze'Üht Ar brechung. Bis dahin und seither wurden unausgesetzt aus den verschiedensten Teilen des LaödSs Terrorakte und Scharmützel zWisehen den arabischen Insurgenten und britischem Militär gemeldet. Wo Ruhe herrscht, wird sie nur durch die Gegenwart von Tanks und Maschinengewehren aufrecht“ erhalten. Die Regierung trifft wohl alle erdenklichen Maßnahmen zud Unterdrückung elfer arabischen Schreckensherrschaft, jedoch ohne sichtlichen Erfolg. Angesichts dessen haben sich die Behörden ent“ schlossen, einen Selbstschutz der Juden in Rechobot zu mobilisieren. Ebenso Wurde in den Vor- Städten Jerusalems eine Einwohnermiliz auf“ gestellt. In aller Eile wurde auch eine neuorgahisierte jüdisehe Polizeitrupp e nach Tu 1 karem entsandt, da sich die dortige arabische Polizei im gegenwärtigen Stadium der Unruhen als unzuverlässig erwies. Ueber ein Dutzend arabische Polizis t en wurde in Ketten von Nablus und Tulkarem, wo sie den Weisungen nachzukommen sich geweigert hatten, nach Jerusalem ge brächt. Nach dem Beispiel von Tulkarem haben auch die arabischen Polizisten von Jaffa den Anschluß an den Streik in Aussicht genommen. Die Munizipalität von Jerusalem erklärte alle Verträge mit ärabischen Partnern, die sich am Streik beteiligen, für ü n g ü 11 i g. So wurde auch der Vertrag mit einer arabischen Autobusgesellschaft von den Behörden annulliert und ein Vertrag mit der jüdischen Autobusgesellschaft ״Eged“ zwecks Beförderung von Truppen und Polizei abgeschlossen. Alle Straßen in! Mittel- und Südpalästina stehen faktisch unter Kriegsrecht, ';da':■ durch eine Verordnung das Verkehren von Fahrzeugen einschließlich Autobussen südlich der Linie Tantura-Afuleh-Gescher- Machanajim ohne Passierschein verboten ist. In einem Reglei'ungsltommuniqud wird mitgeteilt, daß das Verbot des Straßenverkehrs ohne besondere Erlaubnis in Mittelund SUdpalästina sich auch auf die• Stadtgebiete, mit Ausnähme von Tel-Aviv, erstreckt. Nach einer Verordnung ist die Polizei ermächtigt, Personen, bei denen dies notwendig erscheint, aus einer Stadt in eine andere ’ zu verbannen. Auch Hausarrest kann polizeilich verhängt werden.:Gemäß dieser Verordnung wurde der bekannte Streikführer Rechtsänwalt Sidky Bey Da jani für ein Jahr nach einem kleinen Ort bei Hebron verbannt. Weiter wurden der Äraberführer Saleh A b d o nach Khan Yunis in. der Wüste ünd der Berichterstatter der arabischen Zeitung ״Ar,,Ahr am“ nach Jericho verschickt. Das in dem gegenwärtigen Streik sehr aktive Mitglied der Näshashibi- Familie^ Fäkhri N a s h a s h i b i, wurde angewiesen, sich ein Jäbr lang täglich dreimal bei der Jerusalemer Polizei zu melden. Wie ferner verlautet, sind vierzig arabische Streikführer auf unbegrenzte Dauer in entfernt liegende Dörfer verbannt worden. . Wie , die J. T. A. meldet, hat der High Commissioner die ara b i s ch e h B Ü r g e r m e i s t e r v o n "J e r us a 1 e'miind H e b r o n ab g e׳s e t z t und an ihrer Stelle jüdische Stellvertreter ernannt. Darauf haben die Stadtgemeinden ,'von Nablus und Hebron bekannt gegeben, daß sie sich dem arabischen Generalstreik offiziell angeschlossen haben. . 'Der arabische Terror •Inzwischen bleiben die Bombenwürfe und Brandstiftungen der Araber weiterhin an der Tagesordnung. Besonders ist es der im Entstehen begriffene Hafen von Tel-Aviv, dem ihre Feindschaft gilt; So wurden gegen den daselbst ankernden Dampfer ״Richard Borchardt“ von arabischen Kähnen aus zwei Bomben geworfen. Der Anschlag wie auch ähnliche Versuche, jüdische Boote in Brand zu stecken, mißlangen. ׳ Die arabischen Terroristen versuchen, die Verbin־ düngen zwischen den englischen Truppenteilen zu zer- Stören und sie in Verwirrung zu bringen. Irf Nablus wurden von der ,,Schwarzen Hand“ Unterzeichnete Aufrufe in englischer Sprache verbreitet, in denen die Soldaten gewarnt 'werden, sich in den Straßen zu zeigen, ״wenn ihnen ihr Leben׳ lieb sei“. In Jerusalem würden die Sicherungsmaßnahmen für die Regierungsgebäude und das Wohnhaus des High- Commissioner Sir Arthur Wauchope erheblich verstärkt. Die Regierung soll die vertrauliche Mitteilung erhalten hüben, daß seitens der arabischen Terroristen Attentate auf den High Commissioner und andere hohe Regierungsbeamte geplant seien. י Am Vormittag des 28. Mai wurde ein britischer Polizist in Jerusalem von Arabern aus dem Hinterhalt erschossen, als er, friedlich vorn Dienst kommend, zur Polizei- ׳Station ging. Aber auch die Zahl der jüdischen und arabischen Toten hat sich neuerdings erhöht. Amtlich wird bekanntgegeben, daß bei den: Unruhen bisher fünfzig Per sonen getötet und 325 verwundet wurden. Unter den Toten befinden sich 26 Juden, 22 Mohammedaner, 1davon zwei arabische Polizisten, ein arabischer und ein europäischer Christ. Verwundet wurden 175 Mohammedaner, 110 Juden und 40 Christen, darunter 23 englische Polizisten, zwei englische Soldaten und acht europäische •Christen. 1200 Personen wurden seit Beginn' der Unruhen verhaftet, von ihnen sind 930 Araber und 250 Juden. 409 Araber und 204 Juden, diese, hauptsächlich wegen Ueberschreitung der Polizeistunde, wurden bestraft. ' Der Tel-Aviver S.-R.-Korrespondent der ״Jüdischen Presse“ hat zu Erkundigungszwecken eine Fahrt durch• Jaffa, ein Hauptzentrum der Streikbewegung, gemacht. Unter Bedeckung durch zwei mit Gewehren bewaffnete Polizisten jagte das zum Schutz gegen Steine •mit' Drahtgittern versehene Auto durch die nienschenleeren Straßen der Stadt. Nur in den Kaffeehäusern waren Gruppen von Arabern, in .Eeiertagsgewändern zu sehen, die!;fü*regt debattierten.* Den' 'Zeitüngsvörkäufern wurden die: Blätter üiis; ,deh Händep gerissep;; Alle Geschäfte waren geschlossen und blqß, vereinzelte Gpmüseyerkäufer und Fischerjupgen boten ihre Waren an. In׳־׳ der King- Georg-Avenue wurde das Autp mehrere Male nßit; Steinen bie#m|e>Uj.; ohne;jedoch Sehadep zu erleiden. *״ ד•::; f: .* und.die'Nazis י Die d e 1! t s p h e K 010 u i ß w i 1 h e. im a in der Nähe׳ Haifa 'hat־' für '־die' streikenden Araber׳־ ׳ini Jaffa, 20 Säcke '•MeW“■zur*Ver^e^ung''gelJ?äcHi־'’־”''”זw,'” Eine Anzahl deutscher Einwohner aus Tanganyika, die fließend arabisch sprechen, wurde, wie verlautet, in Der neue Kolonienminister Der bisherige Öberkommissär für öffentliche Arbeiten, der Konservativev Q r m s b y :G 0 r e, wurde Nachfolger, des vor kurssein zuriiekgetretenen K o 10nienministers Thomas ernannt, Die ErhehnuhgAOt:päiby Gores wird in jüdischen Kreisen , mit Genugtuung aufgfenommen, Man er-; wartet, daß Ormsby Gore nicht zögern wird, die Bailäur-Dekdaratio:n neu zu bekräftigen, Nach allgemeiner Erwartung wird Ormsby Gore eine Politik der starken Hand durchführen und angesichts der 'unruhigen'Läge in Palästina nicht vor "der Erklärung des Kriegsrechtes in Palästina zurückschrecken, wenn dies sich als notwendig erweisen sollte. Jaffa unter{lim. Verdacht verhaftet, bei der Organisierung der gegenwärtigen arabischen ühfüheft ifn Hafen von Jaffa beteiligt Zu sein. Der Verdacht, daß bei den Uh ruhen in Palästina Nazi-Machenschaften im Spiele sind, wird noch dadurch Verstärkt, däß bei den arabischen Rebellen in Nablus, Tulkarem und Jaffa große Mengen in Deutsch“ lanä hergeäteilter Gewehre gefunden wurden. In Tel.Aviv . Am 28. Mai fand im Rahttett der Levante- Messe in Tel-Aviv ein S e.etäg statt, an dem auch die jüdischen Dampfer ״Tel-Aviv״ ,״Atid“ und ״Har Zioh“ teilnehmen sollten. Die Behörden verweigerten jedoch die Erlaubnis zum Ankern in den Gewässern von Tel“Aviv für diese Schiffe mit der Begründung, daß die Benutzung der Anlegestelle nur zum Ausladen, nicht jedoch zu Schaustellungszwecken zulässig sei. Bei der Empire-Day-Peier auf der Levante- Messe hielt der High Commissioner eine Ansprache, in der er die Selbstdisziplin der Juden rühmte, die Grundsätze des Mandates neu bestätigte und erklärte, daß die Regierung sich durch keinerlei Gewalt voh ihrem Wege werde ablenken lassen. ■/■■*־ In Tel-Aviv sind 600 junge Männer, Angehörige aller jüdischen Gruppen, für die Hilfspolizei rekrutiert worden. Sie werden in Alarmbereitschaft gehalten und sollen sofort in Dienst gestellt werden, falls der Schutz einer jüdischen Kolonie vor einem arabischen Angriff notwendig werden sollte. * . Letzte Meldung: Neue jüdische Opfer Am Sonntag, den 31. Mai, mittags, wurde in der Jerusalemer Vorstadt Giwat-Saul der vor einigen Monaten aus Deutschland eingewanderte 45jährige Jude Franz Borchardt von׳ Arabern aus dem Hinterhalt erschossen. Er hinterließ eine Frau und einige Kinder. Die mit Hilfe von Polizeihunden aufgenommene Spurensuche führte nach dem berüchtigten ara.bisehen Mördernest Lifta unweit Jerusalems. Auf dem Wege von Jaffa nach Jerusalem wurden zwei ■jüdische Autobusse von Arabern aus dem Hinterhalt beschossen. Ein jüdischer Student wurde getötet, ein zweiter Reisender und ein Chauffeur wurden leicht verletzt. Der Student ist also das zweite jüdische Todesopfer dieser Woche. Am 2. Juni sind aus Aegypten zwei weitere Bataillone Infanterie nach Palästina in Marsch gesetzt worden, so daß jetzt in Palästina im ganzen fünf Infanterie-Bataillone mit entsprechenden Luftstreitkräften, Tanks und Panzerautoabteilungen zum ־ Einsatz gelangt sind. In־ informierten Kreisen deutet man die neuerliche Verstärkung der Truppeneinheiten dahin, daß die Regierung die Absicht hat; den, Aufruhr möglichst noch in diesem Monat niederzuschlagen. ■•-■.■-־■ Die Stimmung im arabischen Lager bietet immer mehr ein Bild der Zersetzung. Orders und Gegenorders wechseln ab. Allgemein herrscht der, Eindruck vor, daß die arabischen Führer die Kontrolle über die Massen verloren haben. Die Jugendführer versuchen, das •Heft allein in die Hand zu bekommen, während es den älteren Führern ,:vor den: Konsequenzen einer solchen Entwicklung bangt. Der Streikausschuß in Nablus hat ein Manifest veröffentlicht, das sich gegen Gewalt und Angriffe auf die Polizei ausspricht. Man schließt daraus, daß die gemäßigten Elemente sich bemühen, die Bewegung in ein ruhigeres Fahrwasser zu lenken. Andererseits traten — wie das Tschechoslowakische Preß-Büro aus Jerusalem, 1. Juni, mitteilt— sieben arabische Stadtverwaltungen, darunter die von Jaffa, Nablus und Hebron, am J Sonntag in den bereits angekündigten Streik, von dein auch sämtliche städtischen Dienste, wie die Wasserversorgung, die Müllabfuhr usw., betroffen1 werden. Der, High Commissioner Sir Arthur Wauchope, weigerte sich, eine arabische Delegat i o n, die sich bei ihm angemeldet hatte, zu e mpf angen; er ließ den Mitgliedern der Delegation sagen, daß, solange die ,Terroraktionen andauern, er die Zeit für Gespräche nicht für gekommen hält. Sir Arthur Wauchope hielt an der Weigerung fest, auch als der Großmufti von Jerusalem, Haj Amin el Husseini, sich der Delegation anschloß.; Die Tagung der Mandatskommission Am 27. Mai wurde die Tagung der Mandatskommission in Genf durch den italienischen Vorsitzenden der Mandatskommission, Graf A. Theodoli, eröffnet. Als erster Punkt der Tagesordnung erfolgte die Wahl des Vorsitzenden für das Jahr 1936. Graf Theodoli wurde zum Vorsitzenden wiedergewählt. Nachdem die vorgeschlagenen Agenda ohne Debatte angenommen wurden, erfolgte die Schließung der öffentlichen Sitzung. Auf der Tagesordnung stehen die arabischen uhd jüdischen Petitionen, die mit Ausnahme des Memorandums der Jewish Agency alle vom Sommer 1935 datieren. Dieses, das Memorandum der Jewish Agency, gibt auf 47 Druckseiten im Quartformat einen umfassenden Ueberblick über Größe und Verteilung der jüdischen Bevölkerung Palästinas, Einwanderung, landwirtschaftliche Kolonisation, die Entwicklung der Städte und der Industrie, das Erziehungs- und Gesundheitswesen, die öffentlichrechtliche Organisation der palästinensischen Judenheit und das Finanzwesen. Wie ״Times“ berichten, hat auch das Oberste Arabische Komitee beschlossen, ein Telegramm an die Mandatskommission in Genf zu entsenden, in dem die Ursachen der arabischen Unruhen erklärt und die Entschlossenheit der Araber, den Streik fortzuführen, bis ihre Forderungen erfüllt sind, bekanntgegeben werden. vus woclic ,.!ppWÄC||€ Bei eivtömvorh ÜnitedPdi&stine Appeal i» N ew it o r k veräMtalteten Dinner führte Staatesekretär t c k e e in seiner Ansprache 11. a. aus: ,]Präsident Roo sev eit beauftragt mich> Ihnen, die Sie ■ein wesentliches und hochgeschätztes tälement unserer Natiön sind, zu sagen, daß er bet rü bt und beu nruhigt ist über die Rückkehr gewisser Teile der Welt zu den Taten einer Aera, von der alle aufgeklärten Mensehen hofften, daß sie nie wiederkehren werde“ 9 ln der Nacht zum Sonntag, den 2k. Mai, wurden in Lemberg die Juden Chaim Tatenberg und David Brecheisen von unbekannten Huligans überfallen und schwer v e rl etzt. —- In den Städten Mager o w in der Nähe Lembergs haben Huligans das Haus des Juden Chaim Römer an ge zündet. Der Besitzer konnte das nackte Leben retten. 9 Nachdem die Behörde in P jo trkow die Kehilla-V er w alt.un g aufgelöst hat, ernannte sie einen dreizehngliedrigen Beirat, bestehend aus Vertretern der Äguda, Misrachij Zionisten, Kombattanten, unparteiischen Kaufleuten und Handwerkern. Gleichzeitig wurde Dr. Leon S zer es zewski zum Kehilla-Kommissar nominiert, der in Anioesenheit eines Vertreters der Behörde sein Amt übernahm. 9 Bei der Generalversammlung der jüdischen Volksbank in Kaunas wurde der Jahresbericht vorgelegt, dem zu entnehmen ist, daß die Lage der Juden in Litauen, trotz einer Verbesserung der allgemeinen ökonomischen Lage im vergangenen Jahr sich außerordentlich verschlechtert hat. Die Lage der jüdischen Ladeninhaber in der Provinz war katastrophal. Nicht viel besser ergeht es den jüdischen Handwerkem. 9 Sowohl die ״U nion rumänischer J11 d e n“, als auch die Union der jüdischen Gemeindeverbände Rumäniens, der die Verbände Altrumämens, Transsylvaniens, Bessardbiens und der Bukowina angeschlossen sind, und der S e p h a r d i s c h e Gemein dev erb an d haben beschlossen, am ״Jüdischen Weltkongreß“ nicht teilzunehmen. 9 Da der Zutritt zu den städtischen Luft- und Strandbädern in Frankfurt a. M. nur Ariern 'gestattet ist, hat der Frankfurter Oberbürgermeister das Strandbad Niederrad den Mitgliedern der beiden Frankfurter Gemeinden, den jüdischen Schulen und Sportvereinen zur Benutzung freigegeben. Den Benutzern werden pämVliche Vergünstigung,&n (Eriwerbsloseneintrittspreise, Straßenbahnermäßigung usw.) wie bei den übrigen städtisehen Strandbädern gewährt. Die Verwaltung des Bades liegt in Händen städtischer Beamter. % Im englis chen Rundfunk hat Lord Sn eil am Montag abend eine Ansprache gehalten, in der er forderte, daß die Regierung eine neue Erklärung über ihre künftige Palästina-Politik veröffentliche. In dieser Erklärung soll klar zum Ausdruck gebracht werden, daß die Bestimmungen des Mandats aufrechterhalt en und die jüdische Einwd nd erung fortgesetzt werden würde. 9 ■Auf der in E dinbur g h. abgehaltenen Haupt- Versammlung der Kirche von Schottland richtete .einer der bedeutendsten Führer der schottischen Kirche, Dr. James Black, einen bewegten Appell an die Teilnehmer zugunsten seiner ״bedrängten! j ü di sehen Brüder“. Die Versammlung proklamierte einen besonderen Bittag für die bedrängte Judenheit. g Der neue E r z bis cho f v o n Castorin (Griechenland), Mgre. Nikiforo Papasideri, erklärte einer Abordnung der jüdischen Gemeinde, er habe von ■seiner Jugend an herzliche Sympathie f ür die Juden empfunden. ,Jch halte es für meine Pflicht“, sagte der Erzbischof, ״den Juden immer zu helfen, wenn ich die Möglichkeit habe, ihnen einen Dienst zu leisten.“ 9 Anläßlich eines Besuches König Georgs II. von Griechenland in Kor f u, überreichten der Präsident der dortigen jüdischen Gemeinde, Ferro, und der Oberrabbiner Nehama dem König eine auf Pergament geschriebene E r (f\e b esn Kpi t s a d r e s s e der jüdisehen Bevölkerung von Korfu. Der König nahm die Adresse mit Worten herzlichen Dankes entgegen und erklärte, daß er seinen jüdischen Untertanen mit großem W ohl w, ollen gegenüberstehe. 9 Der offizielle ״Reklamefondet for Norsk Medicintran“ in Oslo hat vier Tonnen Medizin-Tr an auf eigene Kosten an jüdische Wo hlfahrtsinsitute (der Ose) in Kaunas und Riga geschickt. 9 Die litauische Regierung hat den bekannten Publizisten, Chefredakteur der ״Jüdischen •Stimme“ in Kaunas, Dr. Rubin st ein, und den jüdisehen Kriegsveteranen Goldberg ins Parlament als Vertreter der jüdischen Minderheit berufen. 9 Wie aus einer Veröffentlichung in der Official Gazette hervorgeht, sind, ungeachtet der schweren Unruhen der letzten sechs Wochen} im Monat April 1936 3 1 9 3 Juden zu dauernder Niederlassung nach Palästina gekommen. Von ihnen gehörten 394 zu der Kategorie der Einwanderer mit einem Mindesteigenkapital von 1000 Pfund. 9 ־ Dienstag, den 2. Juni, begann in Radom de׳f Prozeß gegen die Przytiker Pogromisten, 400 Zeugen sind vor das Gericht geladen. Im Gerichtssaal sind besondere Vorbereitungen getroffen worden; an den \fänden sind Orientierungskarten von P-rzytik und Umgebung angebracht. , 9 Das aus einem katholischen Priester, einem protestantischen Pfarrer und einem Rabbiner bestehende ״Goodwill Trio“, das soeben von einer zweimonatigen Reise durch alle Teile der Vereinigten Stagten nach Philadelphia zurückgekehrt ist, berichtet, daß überall in d&n .Vereinigten. Staaten, mit ■ Ausnahme der pazifischen Küste, wo der Antisemitismus zunimmt, die Beziehungen zwischen J*uden und Christen besser werden. 9 Die Zeitungen melden aus M uk aöev o, daß bei Rabbi L a,zar Spira eine H au s s u c h u n g vorgenommen wurde, nachdem eine Anzeige bei der Polizei eingelaufen war, daß die ausländischen Gäste, die aus* Anlaß des Schwuos-Festes den Rabbi besuchten, ausländische Valuten mitgebracht haben. Die Haussuchung verlief vollkommen resultatlos, H. Grün, II., Taborstraße 8 b, Telephon R-42-3-66, Atelier für feine Herrengarderobe. E

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