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Jüdische Presse · 1936-05-26 · 19 (26.5.1936) · page 6

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Journal
Jüdische Presse
Volume
22 (1936)
Issue
19 (26.5.1936)
Date
1936-05-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 £)ie durch die Tagespresse bekannt gewordene Umbildung der Bundesregierung hat ihre erwartete Wirkung nicht׳ verfehlt. Alle konstruktiven Kreise Oesterreichs begrüßen die Konzentration der vaterländischen Kräfte, die gegen niemandem eine Spitze und nur aufbauende Ziele hat. Es ist bezeichnend für das hohe sittliche Niveau des neuen Oesterreich, daß die ausgeschiedenen Mitglieder der ersten Regierung Schuschnigg an neuen Plätzen mit teühaben an der weiteren Arbeit für Staat und Volk. Für uns Juden ist es besonders begrüßenswert, daß die Leitung der Regierungsgeschäfte weiter in der Hand des Bundeskanzlers Dr. v. Schuschnigg liegt, dessen hohe Menschlichkeit und dessen tiefe religiös«) Ueberzeugung sichere Gewähr gegen jede Ungerechtigkeit bieten. Für uns glaubenstreue und konservative Juden ist darüber hinaus erfreulich an der Veränderung die Ernennung des früheren Staatssekretärs Dr. Hans Pernter zum Bundesminister für Kultus und Unterricht. Bundesminister Dr. Pernter, der selbst überzeugungstreuer Bekenner seiner Religion ist, hat sich immer als konservativer, unerschrockener Kämpfer für die religiöse Erziehung bewährt und als Solcher stets volles Verständnis für die Wünsche des glaubenstreuen Judentums bekundet. V , Der österreichische Justizminister gegen nationalen Chauvinismus und Rassenwahn Im Wiener Konzerthaussaal fand der diesjährige Paneuropa-Tag unter großer Beteiligung offizieller Persönlichkeiten und der Mitglieder der Paneuropäischen! Union statt. Der in Vertretung des Bundeskanzlers v. ,'Schuschnigg erschienene neue Justizminister, Freiherr von Hammerstein- Equord, : hielt einen Vortrag .über die Paneuropa-Probleme und erklärte u. a.: ״Es ist ein :b ö sw i 11 i g e r, g e m e i n g e f ä h r 1 iciher Wahnsinn,;von der ׳besonderen Bestimmung oder Ue Verlegenheit irgendein dreuropäischen Rasse zu sprechen. Jede Nation hat ihre Licht- und Schattenseiten, die durch Boden, Klima und Geschichte bedingt und entstanden sind, jede hat Ursache, auf irgendetwas stolz׳ zu sein, und jede hat Grund genug, demütig und bescheiden zu sein•. Jede nationale Individualität hat ein Anrecht auf kulturelle Autonomie und1 auf die Freiheit ihrer Selbstbestimmung.“ . Hilfsaktion ״Rettet die jüdische Jugend46 Durchschlagender Erfolg der, Schabbos Bamidbor- Aktion .־ . v - Wie wir erfahren, wurde die iSchaihbos-Bamidbor- Aktion des ״Tifer.es Bachur■ im“;• die heuer unter dem Motto ״Rettet die jüdische Jugend!“ eingeleitet •worden, ist, ausnahmslos in allen Gemeinden Oesterreichs, in allen Tempeln und Bethäusern durchgeführt. Zum Teil wird die Aktion auch noch am 2. ■Schwuostage fort- ׳gesetzt. .. ' ,■י' : : .׳■ Das Gelingen der Hilfsaktion beweist, daß das Interesse und Verständnis für Limud Hathöra in den breitesten jüdischen ׳Kreisen G’tt sei Dank noch wach ist und daß v es nur eines geeigneten Anstoßes bedarf, um das schlummernde -Interesse; in Tatkraft und Opferbereit- Schaft umzuwandeln. Es ist nicht uninteressant, daß ,heuer der Erfolg der Aktion selbst in jenen Bethäusern ein ansehnlicher ist, die im vergangenen Jahr überhaupt nicht mitgetan,haben. > Der .Erfolg der ■Schabbos-Bamidbor-Aktion läßt die Hoffnung berechtigt erscheinen, daß es dem ״Tiferes, Bachurim“ gelingen wird) sein Werk zu erhalten und noch weiter auszubauen, ׳ immerJ mehr und mehr jüdischen Kindern den Besuch der Jeschiwos zu ermöglichen. Es wird Aufgabe des Vorstandes des ״Tiferes Bachurim“ sein, allen Mitarbeitern und allen :Spendern in der •geeigneten Weise zu danken und das nun glücklicherweise geweckte Interesse aller jüdischen Kreise für den hehren Gedanken des j.Tiferes Bachurim“ fortzuentwiokeln. Wir vom Standpunkt der jüdischen •Publizistik haben Ereignisse, 'wie es •die jüngste!Schabbos-Bamidbor-Aktion war, bloß zu registrieren und der Genugtuung und Freude aller religiös lebenden und religiös fühlenden jüdischen Menschen Ausdruck zu •geben. Die Einheitlichkeit und Geschlossenheit, mit der diesmal die Schabbos-Bamidbor-Aktion eingeleitet wurde, haben ihre glänzenden Früchte gezeitigt und den Beweis dafür erbracht, daß die Thora —1 und sie allein — es ist, die die Plattform zur Einigung aller jüdischen Kreise abzugeben vermag. Das Schülerfest der Talmud-Thora-Schule Lustige Kindersoharen rückten klassenweise in den großen Festsaal des ״Bayrischen Hof“ am Sonntagvor- ■mittag, ־■um an ihrem, Fest teilzunehmen. Auch Eltern und Interessenten kamen allerdings nicht so zahlreich, wie das wunderschöne jüdische Kinderfest es verdient hätte. Der Knabenchor unter der Leitung des Gesangslehrers Dr. Michael Tennenhaus eröffnete mit einem feierliehen Einmarsch singend das Fest. Besonders das Schlaflied mit dem Sologesang von Zoltan •Schwarz ist aufgefallen. Fasziniert war der ganze Saal von den Darbietungen der herzigen ersten Mädchen-Volksschul-Klasse. Ihre Lehrerin, Frl. Rose Neurath, konnte sich nur schwer den Beifallsstürmen des begeisterten Publikums entziehen. Das Fahnenschwingen der zweiten Knaben-Volksschulklasse unter der Leitung des Herrn Lehrer ErnsLKohn hat außerordentlich eindrucksvoll die patriotischen und religiösen Gefühle, die an der Schule sorgsam •gepflegt werden, zum Ausdruck gebracht. Der Sprechchor der vierten Knaben-Volksschulklasse unter der Leitung des Lehrer Alfred Wesel ■brachte den ,Spruch ״Wir glauben“ zum Vortrag, 11Dann folgten die Ansprachen von Univ.- Querido-Verlag, In den nächsten Wochen erscheinen im Querido - Verlag, Amsterdam, folgende neue Bücher: Vicki B a um: ״Die Karriere der Doris Hart“, Roman; Ernst G1 a e ser: ״Das Unvergängliche“, Er: Zählungen; Sinclair Lewis; ״Das ist bei uns nicht möglieh“, Roman; Karl S t e r n b.e i m: ,,Vorkriegseuropa im Gleichnis meines Lebens“. ׳ JÜDISCHE PRESSE ifflgHlfliSiT mm m 19 Pr6f. Dr. Mix Eisler, der gerade aus Ereä Jisroei zurück* gekehrt ist und das Kinderleben m Erez Jisroel ln außer* drdentheh ansefiaulieher Weise schilderte, Die An* spräche des Herrn Dr. Artur Bogner brachte den Sinn des Läg-B^Ohaer-Festes kindestümlich und klar zum Bewußt* sein des lauschenden Publikums. Dann folgten humoHstisehe Vorträge, unter ihnen die ,;Hochschule“, dargestellt Von Schülerinnen der Schule. Das Fest •wurde mit einen! hübschen Kinderreigett zur außerordentlichen Zufriedenheit aller Anwesenden beschlossen.' Das Schülerfest war als Auftakt zu den Werbewochen für Gewinnung neuer Schüler für die Schule ge* dacht und es ist zu hoffen, daß dies auch in vollem Umfange durch dieses schön gelungene Fest erreicht Wird. Generalversammlung der ״Einheit״ Am 24. Mai d. J fand die 20. ordentliche General* Versammlung des ־ Ausispeisevereins ״Einheit“ unter dem Vorsitz des geschäftsführenden Präsidenten Herrn Gäza Klinger, statt, zu der zahlreiche Körperschaften und Institutionen ihre Vertreter entsandten. Vor Eingang in die Tagesordnung widmet der Vorsitzende den in den * letzten Verwaltungsjahren verschiedenen Mitgliedern des Vorstandes, insbesondere dem langjährigen Obmann, Herrn Moritz Felsenburg s. A., Worte des Gedenkens. Er berichtet, daß er Über Veranlassung des seinerzeit* erkrankt gewesenen Herrn Moritz Felsenburg im Juli 1935 die Leitung der ״Einheit" übernommen habe. Seinen Bemühungen ist es gelungen, sowohl von der Kultusgemeinde, als auch von der Adas Jisroei eine außerordentliche Zuwendung zu erlangen und% der ״Einheit" aus der großen Bedrängnis, in der sie damals war, herauszuhelfen. Er berichtet, daß die ״Einheit“ ein ׳kostenloses Nachtmahl für 70 Personen eingeführt habe und daß sie an •Sabbathen den von der Kultüsgemeinde- Aktion zugewiesenen Personen unentgeltlich ׳Fleisch verabreicht. Die M i 11 e l.s t a n d s k ü c h e, die im• Jahre 1921 gegründet wurde, erwies sich in dieser Zeit der wirtschaftlichen Not, der Proletarisierung des Mittelstandes als eine!besonders wichtige Einrichtung. Es war ■bis vor kurzem die einzige in Wien :bestehende Mittelstandsküche und so kann die ״Einheit“ darauf hinweisen, daß nur sie es war, welche den Mittelständlern Gelegenheit gab, in einem!Saal zu speisen, wo sie sich nur unter ihresgleichen befinden. Aber nicht nur allein ist es die Aufgabe der ״Ein* heit", billiges Essen zu geben, sie mußte mehr denn je ihre unentgeltliche Ausspeisung erweitern, sie konnte und ■kann auch weiter nicht tatenlos Zusehen, Wenn verhungernde Menschen um Essen bitte«. Sie muß heifeöi öb sie. kifiä ode? nicht. Denn: die ״Einheit“ hält an der heiligsten Mensehenpflicht, den Hunger des Nächsten zu stillen, fest. Und geradezu immens hat die Zahl der um Freitisch Bittenden Zugenommen. Die ״Einheit“ hat in der Berichtsperiode 758.237 Portionen gegen Bezahlung und 36.004 Portionen ganz ohne Bezahlung verabreicht. •Nach den Ansprachen der erschienenen Vertreter der Kultüsgemeinde, der Agudas Jisroei usw. fanden die Vorstands w ah i e n mit folgendem Ergebnis statt: Mf. Berger, Prim. Dr. Josef Bondi, Univ.-Prof. Dr. Max Eisler, iHofrät Dr, Siegmund ׳Fuchs, Max Hofbauer, GCza Klinger, Hermann Kuner, Univ.-Prof. Dr. H. Neumann, Ing. Karl Lehr, Kommerzialrat Siegmund Planer, Dr. Wolfgang Polläczek, Börsenrat Popper, Med.-Rat Dr. J. Reiniger, Arch. Ignaz Reiser, Dr. Dagobert Rybaczewsky, Nathan Schiff, Frau Henfiy Schreiber, Michael Sternfeid. Lipe Türkl, Samuel Wechsler, Frau Irene Wechsler, Eduard WidriCh. Die Herren Emil Kritzler, Jakob Fuchs und Isidor Austerlitz ׳wurden als Revisoren gewählt. Adas-Jisroel-Mädchengruppe Den dieswöchigen Schabbos-Vortrag hält Beth- Jakob-Lehrerin Fräulein Lilly Klein, Eisenstadt-Wien, um halb il Uhr vormittags im Lokal der ״Wienea", II., Obere Donaustraße 91. Bei Ermüdung, Niedergeschlagenheif u. Kreuzschmerzen verwende man Franzbranntwein CH;ECHOS KE Dei» 28. Mai ״Eiii guter Tschechoslowake und ein guter Europäer zu sein, bedeutet für mich allein ein guter Mensch zu sein.“ (Beneä.) Dieses Selbstbekenntnis! unseres verehrten Staats- Oberhauptes, dessen 52. •Geburtstag am 28. Mai zu feiern Wir uns anschicken, läßt auf die ganze Lebensanschauüng, auf das ganze politische und kulturelle Wirken dieses bedeutungsvollen Mannes schließen. Dieser Grund- Satz leitete ihn bei allen seinen politischen und diplomatisehen Kämpfen. Stets hat er das eine Ziel vor Augen gehabt, ein guter Tschechoslowake, seinem Volke und seiner Heimat ein •treu ergebener •Diener zu .sein, dabei aber gegen das Europäertum und gegen :die-Menschheit nicht den geringsten Verstoß zu begehen. Das, und nur das bewirkte, daß die vom schlichten Universitätsprofessor Dr. Edoard. B e n e ä gemeinsam• mit dem um vieles älteren Masaryk geschmiedeten Pläne von der Selbständigkeit de!r: tschechoslowakischen Nation Wirklichkeit wurden. Das unbarmherzige Blutvergießen betrachtend, saß Beneä in einem Dachbodenzimmer der Millionenstadt Paris; vereinsamt und studierte die politische und wirtschaftliche Lage .der kriegführenden Mächte. Aber das Endziel seiner Tätigkeit war die Erreichung der ״großen Stunde“, von der Beneä an seine Angehörigen schreibt: ״D a s B e w u ß t s ein der Pflicht, das Bewußtsein, daß die große S tu.nde •gekommen sei, in der jeder, der etwas kann und etwas leisten will, ein Werkzeug der Vorsehung in großen und kleinen Dingen sein könne und sein solle.“ Der geniale Denker Beneä wußte, was die Zeit von jedem einzelnen forderte, und es war ihm gleich, ob er im Interesse der Sache eine große Tat vollbringe, oder eine mindergroße. Es ging '.ihm bloß darum, die Sache um einen Schritt vorwärtszübringen׳. Und dies gelang ihm in verhältnismäßig kurzer Zeit nicht nur dank der bedeutungsvollen Verbindungen, die er sich vermöge seiner großen Bildüng in den Kreisen der bedeutendsten Wissenschaftler und Politiker der alliierten Mächte zu schaffen wußte, sondern mehr notch durch die klare Aufrichtigkeit und die unerschütterliche Wahrheit, die er an den Tag legte. •':< י Und als die tschechoslowakische Nation von den alliierten Mächten im Jahre 1918 als selbständiger Staat anerkannt wurde und der große Vorkämpfer dieser Idee, Masaryk, seinen treuen'^Schüler und eifrigen Mitarbeiter Edoard Beneä über dessen persönlichen politischen Zukunftsabsichten befragte, stand der sonst immer antwortfertige Denker und Diplomat einige Minuten verblüfft von der unerwarteten *Frage seines Meisters da und konnte keine Antwort geben, bis er, von׳ dem. kategorisehen Imperativ seiner unverbrüchlichen Wahrheitsliebe geleitet, etwa, folgende Worte in sichtlicher Verlegenheit hervorbrachte: ״Tc h h'a tte immer nur meine Pflicht getan, der Idee gedient, als Soldat gekämpft. Die schöpferische Kampf- 8 1• beit war stets mein Element, an mehr dachte ich selbst jetzt nicht.“ Diese vielsagende^ Worte des aufopferungsvollen Dieners seiner Nation verdienen, in den Annalen des tschechoslowakischen Geschichtsbuches verewigt und ewig gewürdigt zu werden. Der Schöpfer des Staates denkt ah keinen Lohn, auch dann nicht, wenn schon die ersten Früchte seine!• mühevollen Arbeit zu reifen beginnen! ״Seiet nicht‘wie Diener, die ihren Ijerren des Lohnes wegen dienen.“ Die achtzehnjährige Arbeit unseres Präsidenten an der Spitze des Außenministeriums hat der Tschechoslowakischen Republik nicht nur ihren Bestand auf weite Zukunft gesichert, , ihr nicht nur• Anerkennung und Achtung hei den Weltmächten der, Erde verschafft, sohdern, und. das ist'viel mehr,;Bedeutendes zum friedlichen Zusammenleben aller Völker des Erdenrundes beigetragen:. Beneä wurde öfters von den Großmächten zu Rate gezogen,, auch bei Konflikten, die die Tschecho- Slowakei' weder direkt noch indirekt berührten. Beneä verstand es, immer — und darin äußerte sich am besten sein Friedenswille, auch Jn . der. heimischen Politik — auf beide in Konflikt geratenen Regierungen im Sinne des allgemeinen Weltfriedens einzuwirken. Jetzt, nach siebzehn Jahren, begreifen wir erst recht die prophetischen Worte Masaryks, die er im Jahre 1919 gelegentlich der ersten Heimkehr Beneä’ zu diesem sagte: ״...und j e t,z t •werden Sie erst Arbeit habe n.“ Es war wirklich eine Arbeit. Eine Riesenarbeit ist es, die Interessen des eigenen Landes zu schützen und dabei mit allen nahen und fernen Nachbarn in gutem Einvernehmen, ja in inniger Freundschaft zu leben. ״Unser ganzes Leben, das' Leben des einzelnen Individuums, unser politisches,, soziales, .privatrechtliches, kulturelles und künstlerisches Leben, das Verhältnis der Menschen zueinander, ist heute von demokratischen Ideen durchdrungen." Dieses Leitmotiv überbrückte alle Schwierigkeiten, die sich der nationalen Wiedergeburt des tschechoslowakisehen Staates und seiner Entwicklung in den Weg stellten. Wenn wir heuer am 28. Mai zum erstenmal den׳ Geburtstag\unseres geliebten Präsidenten Edoard Beneä feiern, der neben •Masaryk der größte Staatsmann und Europäer in unserer Republik und weit darüber hinaus ist, so wollen wir auch deren Lehren und Weisungen eingedenk sein und diese uns zur Richtschnur in allen unseren Lebenslagen machen, damit wir in erster Reihe gute Tschechoslowaken und somit auch gute Europäer und gute Menschen sind. Die jüdischen. Bürger unseres Landes werden sich an dem Tage der Geburt des Mannes, dessen Leben, Kampf und Arbeit nur dem Frieden'•galten, vereinigen in einem innigen Gebet zum Schöpfer der Welt, daß er ihm, unserem Präsidenten Edoard Beneä, und unserem greisen Präsident-Befreier Thomas G. Masaryk, viele viele* Jahre der Gesundheit und Frische gewähren möge, damit sie — wie es ihr innigster Wunsch ist — auch weiterhin unsere Republik und deren Geschicke mit ihrer Weisheit leiten und so der ganzen Welt dokumentieren; daß der Friedenswille nicht bloß durch großzüg.ige Reden he kündet werden kann, ,sondern nur durch entscheidende Taten. Diese zuvollh rin gen, d.azu ,verhelfe ihnen der Allmächtige! ׳ .T. M. Mandel, Bratislava. Die Wanderung aus der Tschechoslowakei nach Palästina Einer Statistik des Statistischen Staatsamtes ist zu entnehmen, daß im Jahre 1935 304 Personen — die Durchwanderer nicht eingerechnet — aus der Tschechoslowakei nach P ä 1 ä skiha a u s g ewandert sind/ Während die ‘ gesamte Auswanderung in den letzten Jahren auffallend zurückgegangen ist, hat die Auswanderung nach Palästina zugenommen. Oberkommissar Malcolm in Prag Der vom Völkerbundsrat eingesetzte Oberkom« missar für die deutschen Flüchtlinge, Generalmajor Sir Neill M a 1 c o 1 m, der jetzt auf einer Rundreise durch Europa begriffen ist, um mit den Regierungen über Organisation und Programm der am 2. Juli d. J, zu eröffnende!! interstaatlichen Konferenz der Vertreter der Regierungen zur Erörterung des Problems der *Deutschland-Flüchtlinge zu verhandeln; weilte am Mittwoch, den 20. Mai, in Prag. Er wurde um 12 Uhr vom Außenminister Dr, Krafta, unv Kl Uhr vorn Präsidenten der Republik Dr, Beneä empfangen.

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