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Jüdische Presse · 1936-05-26 · 19 (26.5.1936) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
22 (1936)
Issue
19 (26.5.1936)
Date
1936-05-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
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m 10 4Ü01SCHE PRESSE Seite S 4500 Arbaiterzartiflkata Wie offiziell mitgeteilt wird, hat der High Commissionef, Sir Arthur Watichope, der Exekutive de# Jewish Agency für das Halbjahr April/September 1936 eine Arbeit er- Schedule von insgesamt 45 0 0 Zertifikaten bewilligt. Von dieser Gesamtzahl sind 600 für illegale Einwanderer, die nachträglich die Erlaubnis zu dauerndem Aufenthalt im Lande erhalten sollen, reserviert Worden. 1300 Zertifikate, einschließlich 300 für Verheiratete, sollen Juden aus Deutschland zugeteilt werden. Eür Studenten wurden außer* halb der schedule Zertifikate zur Ver* fügung gestellt. Die Einwanderungssehedule für das Halbjahr Oktober 1936 bis April 1936 belief sich auf 4350 Zertiflkate, von denen 1000 bereits als Vorschuß vor der endgültigen Zuteilung ausgegeben worden waren und 1200 für illegale Einwanderer, die sich, schon im Lande befanden, zurückbehalten wurden. haben. Gestählt durch die Leiden der Jahrhunderte, gegen dife uns der Glaube an die g-ttliche Führung der Welt immunisiert hat, stehen wir ungebrochen, stolz und zti* kunftsfroh in der Welt, die uns bekämpft, weil sie uns beneidet. Wir Wissen, daß der Erfolg des Momentes nicht glücklich macht und sind nicht unglücklich, wenn der andere mächtiger ist. Unsere Welt liegt jenseits irdischer Erfolge und. deshalb kann uns der Verlust materieller Güter nicht unglücklich machen. Diese Erkenntnis schöpfen wir aus der Lehre die einmal die Welt er* schüttert hat und deren Erkenntnis einmal Gemeingut aller werden muß, wenn die Menschen glücklich werden sollen — an dem Tag, an dem sie verkündet wurde. Und deshalb sind wir Jüngsten der jungen Menschen in Agudas Jisroel stolz darauf, anders zu sein als die anderen. Stolz darauf, abseits von dem Getriebe, das sich Leben nennt, uns in emsiger Arbeit vorzubereiten für das Leben als Überzeugungstreue Juden. Wir wissen, daß wir einst berufen sein werden, einer unglücklichen und entseelten Zeit voranzuschreiten mit dem entfalteten Banner der Thora; unsere Brüder zu sammeln im Lager der Glaubenstreuen, die, über der Zeit stehend, restlos glücklich sind. in der Erkenntnis, Diener der reinen g-ttlichen Wahrheit zu sein. Wir nehmen die Mühsal des Lebens leichten Herzens auf uns, weil wir glücklich sind in der Ueberzeugung, einmal Führer der Glücklichen zu sein. .Denn es muß und wird der Tag kommen, an dem die Menschen erkennen werden, daß ״der Starke seiner Kraft, der Weise seiner Weisheit, der Reiche seiner, Güter sich nicht freuen darf und kann", wenn er nicht damit die Ueberzeugung verbindet, daß all das vergänglich ist und bleibend nur die Erkenntnis vom Walten G-ttes,. In diesem Zeichen begehen wir Pirche Agudas Jisroel, Knospen am Baume des Judentums, die kommenden Tage von Kabolas Hathora als Schüler der ewigen unvergänglichenLehre. In das polnische B.-J.-Kuratorium wurden, vorbehaltlich der Bestätigung durch das Präsidium der A. J., die Herren B i a 1 a, Krakau; B e r 1 i n e r, Lodz, Panzer, Krakau, Pappenheim, Wien, und Rogowy, Warschau, kooptiert. Des weiteren fanden, angeregt durch Fräulein BerthaPappenheim, Neu-Isenburg, sozial päd agogische A.ussprachen statt, bei denen die Situation der jüdischen Mädchen Polens, insbesondere der gesetzestreuen, nach allen Seiten beleuchtet und neben der Diskussion der Pappenheimschen Vorschläge eine Fülle wertvollster Anregungen gegeben wurde. Die Verhandlungen fanden ihren Niederschlag in folgender Entschließung: 1. Die,Konferenz stellt fest, daß Handwerk und Arbeit für die weibliche Jugend Polens von lebenswichtiger Bedeutung sind. Die agudistische Judenheit Polens .hat die Pflicht, 3ich sogleich mit allen hiermit im Zusammenhang stehenden Problemen zu befassen. 2. Eine Spezialkommission hat sofort zu untersuchen, inwieweit die Anregungen Fräulein Pappenheims und die weiteren, aus der Versammhing geäußerten Vorschläge, zu verwirklichen sind. Sie hat ihre Aufgabe in enger Fühlung mit Berufsorganisationen und Fachleuten zu lösen. 3. Nach Abschluß ihrer Arbeiten hat die Kommission einer zweiten, von den polnischen Agudainstanzen zu beschickenden : Konferenz Bericht zu erstatten. Diese Konferenz wird alsdann endgültige Beschlüsse fassen. 4, Die Kommission hat die bei uns bestehenden zentralen Einrichtungen für Handwerk und Arbeit — wie z. B. das ״Auhel Soro" in Lodz, die Handelsschule in Warschau —■ zu besuchen, um festzustellen, wieweit bereits Bestehendes mit dem zu Schaffenden organisch verbunden werden kann. Die Kommission besteht aus den Herren Senator M. Deutscher, Krakau, Direktor J. L. Orlean, Krakau, Frydenzon und Berliner, Lodz, und Fryäman und Rogowy, Warschau. Sie hofft, ihre Arbeit innerhalb eines Monats durchführen zu können. Die pädagogische Aussprache, an der sich auch die Dozentinnen des Krakauer Seminars lebhaft beteiligten, beschäftigte sich mit allen aktuellen B.-J.- Problemen. , Die erhöhte Pflege von Loschon Ha ko de sch im Krakauer Seminar, die von vielen Seiten gefordert und vom polnischen Rabbinischen Rat der A. J. gestattet wurde, wurde lebhaft debattiert. Maßnahmen, die diesen ziemlich einhellig geforderten Wünschen Rechnung tragen, wurden beschlossen. ' Um den allseits empfundenen Mangel einer regelmäßigen pädagogischen Inspektion der B.-J.־ Schulen abzuhelfen, wurde beschlossen, in das Budget der B.-J.-Zentrale einen Posten für ein ständiges Schulinspektorat einzustellen.; ׳ Ein von Frydenzon, Lodz, vorgelegtes Exposd über den Umfang der durch den B, - J, - V e r 1 a g, Lodz, herausgegebenen B. - J. ־ L i t e r a t u r, wurde zur Kenntnis genommen, Die K.-H,-Zentrale erklärte sich bereit, diesen Verlag auch materiell zu fördern, sofern ihr Einblick in die Wirtschaftsführung dieses Verlages gegeben wird, Der Stand der Bnosb'ewegung,־ deren Mitglieder sich hauptsächlich aus ehemaligen B.-J.-ScHüIerinnen rekrutieren, wurde diskutiert; die Abhaltung von Führerinnenkursen in Lodz und Krakau, bald nach Schwuos, unter finanzieller Beteiligung der K.-H.-Zentrale, wurde beschlossen. , . . Weitere Verhandlungspunkte waren: der Profanunterricht an den B.-J,-Prof,ahschulen, die finanzielle Sicherung der bestehenden und die Gründung neuer B.-J,- Schulen, Fortbiidungs- und Ferienkurse, י Lehrerinnennachwuchs, Fragen allgemeiner Propaganda, vo!8 wociic.י||3ךי 5 xu Woche Jß&L Der Genbratstabschef der kubanischen Armee, Oberst Futgencio B atista, gewährte dem Führer der kubanischen 8ephärd,im, Ben Segniore, eine Unterredung, bei der er versprach, daß alle antisemiti* sehen Kundgebungen und jede Rassenhaßpropaganda in Kuba unterdrückt werden würden. Der Chief Rabbi des britischen Reiches, Dr. J. H. Hertz, nahm am 13. Mai die religiöse Weihe der S y nagoge auf dem größten Dampfer der Welt ״Queen Mary“, der den Stolz des britischen Handelsmarinewesens bildet, vor. 0 Die N obet.-sti f tun g in Stockholm veröffentlieht eine Zusammenstellung der Nobelpreisträger von 1901 bis 1935, also der ersten 35 Jahre, seitdem der Nobelpreis verteilt wird. Unter den 183 Erwählten, befinden sich 2 0 Nobelpreisträger jüdischer Abstammung. Die Exekutive des American Jewish Committee hat mit allen gegen eine Stimme eine Entschließung gefaßt, in der der schon früher bekanntgegebene ablehnende Standpunkt des Committee in der Frage 'eines ״J ü di sehen Weltkongresses“ neuerlich bekräftigt wird. Im Alter von 75 Jahren, nach 50 Jahren rabbinischer Tätigkeit, von denen 43 auf C zenstoch au entfallen, verstarb der Rabbiner von Czenstochau, Nachum As c h. Er genoß Ansehen in der jüdischen orthodoxen Welt und war Verfasser einer Reihe religiöser Bücher; zuletzt hat er sich im Kampf um die Schechita sehr hervorgetan. T. n. z. b. h. Feldmarschall Lord Alienby, einer der britisehen Heerführer im Weltkrieg und der Eroberer Palästinas, ist am Donnerstag, den 14. Mai, im Alter von 75 Jahren einem Herzschlag erlegen. •Vom 8. bis 11. Juli wird in London die dritte Konferenz für Jüdische soziale Arbeit, im Zusammenhang mit der Dritten Internationalen Konferenz für soziale Arbeit, die vom 12. bis 18. Juli, ebenfalls in London, veranstaltet wird, abgehalten werden, Auf Anordnung des polnischen Feidoberrabbiners Major Steinberg, wird eine , •religiöse S chulu ng der jüdischen Soldaten des polnischen Heeres durchgeführt werden. Vorläufig wird eine Schulungsstunde wöchentlich eingerichtet, in * der Chumesch mit Raschi, Misclma, Scliulchan Aruch usw. gelehrt werden. her Bürgermeister von New York, Fiorello H. La Guardia, Präsident des Verbandes der amenkanischen Bürgersmeister, teilte dem Außenministerium in Washington mit, daß der soeben abgehaltene Kongreß des Verbandes der Stadtverwaltungen der U. S, A. beschlossen hat, an dem nach Berlin einberufenen inter-: niationalen Städtekongreß nicht teilzunehmen. ln der römischen Gr 0 ßen Synagoge fand ein feierlicher Gottesdienst für das neue 11 alienisehe Kais ertum-i und den Kaiser Viktor Emanuel statt, der Vertreter der Armee und! der Regierung bei-׳ wohnten. Die Festrede hielt Oberrabbiner Dr. Lottes, der auch einen Kranz vor der Gedenktafel für, die gefallenen Juden niederlegte. ־ Wie die Leitung der HI AS ICA - Emigration Association (HIC E M) mitteilt, konnten trotz der Schwierigkeiten, mit denen die jüdische Emigrationsbewegung heute. zu kämpfen hat, während der ersten vier Monate dieses Jahres ,2998 Personen durch HICEM weiterbefördert ^werden. Der Bürgermeister von Tel-Aviv, Mair D izengoff, der im 76. Lebensjahre steht und vor einigen Monaten eine sehr schwere Erkrankung durchgemacht hat, ist nun neuerdings ernstlich erkrankt. Sein Zustand gibt zu Besorgnissen Anlaß. ln den Dörfern Kupka, Patriutz u,nd Petriczeni. in der Bukowina ist es zu cuzistis chen Aussehr ei tun g en gekommen. . Bei Ausführung von Grabungsärbeiten auf einem alten Platz in Wiln a wurden Steine gefunden, die jiidisehe Inschriften trugen. Bei näherer Untersuchung stellte sich heraus, daß es sich um das Territorium eines alt en jüdis chen Friedhofs handelt, auf dem Pogrommärtyrer bestattet wurden. Die Steine trugen die Jahreszahl 5517 (1757). Am Sonntag, den 17. Mai, ist der Ehrenpräsident der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency, Nahum S okolow, in seiner Londoner Wohnung einem׳ Herzschlag erle g en. Unter den zahlreichen Kondölenzen befinden sich auch solche der polnischen Regierung und des High Commissioner Wauchope. Die Bibel ist, nach einem Bericht der britisehen Bibelgesellschaft, im letzten Jahr in weitere 13, Sprachen übersetzt worden und ist nun in 705 verschiedenen Sprachevorhanden. Kolonienminister T h o m a s, der, auch für die englische ׳.Palästina - Politik 'verantwortlich war,, hat demissioniert. . Das W ars c hau er R abbin a t hat icegen der" Ereignisse in E r'e'z Jisroel für kommenden Dienstag einen Fasttag proklamiert; in den Synagogen tqerden Psalmen und Gebete um. Abwendung der Gefahr für die Judenheit Palästinas gesprochen werden. Es wird erwartet, daß der polnische Rabbinerverband einen Fasttag für ganz Polen proklamieren wird. Das Zentralkomitee der All i an c e I s r aölit e Universelle in Paris beschloß, jetzt k ei n en P r äsi deuten nach dem ,verstorbenen Prof, Arnold Netter. zu wählen. Das Präsidium setzt sich ivie folgt zusammen: Vizepräsidenten Georges Leven und William Qualid; Schatzmeister Maurice Rueff; Sekretär Philippe Erlanger. Im August 1934 ist das erste ungarische, D o nau - SC e m oto r schi f f auf der Schiffswerft der Ganzschen Waggon- und Schiffsfabrik vom Stapel gelassen worden und in diesen Tagen hat ein zweites . Schiff dieses Typs die Fahrt von Budapest über das Schwarze Meer nach Palästina und Aegypten angetreten, Das Schiff führt 50 Waggon Metallwaren mit sich und wird Zitrusfrüchte sowie Baumwolle aus Palästina mitbringen. / Der Rat der City of London beschloß definitiv, die Einladung zur Teilnahme an dem Internationalen 8 tädtekongreß in Berlin zurück zu weisen. ' H. Grün, II״ Tahorstraße 8 b, Telephon R-42-3-66, Atelier für feine Herrengarderobe, $ Empfanget die Thora I Die Mitteilungsblätter der ״Pirche Agudäs Jisroelct, der Jüngsten der Bewegung, bringen nachstehenden hübschen Schwuos-Aufsatz, der hiemit seinen Weg in i die breitere Oeffeütlichkeit finden soll. Im Festtagskleid des reifenden Frühlings begeht die G-ttesnatur alljährlich den Tag, an dem der heilige Schöpfer der Welt der Formen ihren Inhalt, die Thora, gab. LTnd auch wir jüdischen Menschen streben alljährlich dem Tag entgegen, an dem unser Leben Inhalt erhielt. Wir Jungen der Bewegung der Thora, auch wir im Frühling des Lebens stehend, rüsten zum Festtag der Thora. Und wenn wir diese nicht so machen wollen wie die anderen, die des Lebens Härte abgestumpft hat gegen die hoffnungsvolle Freude kommender Tage, so liegt das nicht nur an unserer Jugend, sondern in erster Reihe an der Eigenart der Freude, der wir entgegenstreben. Draußen tobt eine Welt im Kampfe ums Dasein des einzelnen wie der Völker. Der Aufstieg des einen ist das Verhängnis des anderen und der Sieg der einen Nation die Niederlage der anderen. Ihr Glück ist also begrenzt durch das Kräfteverhältnis, das sich verschiebt. Der heute Mächtige kann morgen einem noch Stärkeren unterliegen. Und so geht das Auf und Nieder des einzelnen wie der Völker seit Menschengedenken und all ihr Streben nach gemeinsamem Glück ist unterhöhlt von der Furcht, besiegt, zu . werden. So vergeudet die Menschheit fruchtlos ihre beste Zeit, ihre edelsten Kräfte und die höchsten Werte. Heute wie ehedem sind die Menschen weit, weit davon entfernt, glücklich zu sein oder sich ihres scheinbaren Glückes freuen zu können. Turmhoch darüber steht das Judentum und im Judentum an der Spitze seine thoratreue Kerntruppe. Uns können der Sieg und die Macht nichts an- Die Krakauer Beth-Jakob-Tagung Vom 4. bis 7. Mai fanden in ״Krakau wichtige Eeth-Jakob-Ko'nferenzen statt, an denen vom G. A., der Agudas Jisroel die Herren'M. Du bin, Riga, Rabbiner Wolf S. Jacobson, Kopenhagen, und Kalman Pappenheim, Wien, teilnahmen. Rabbiner Jacobson, vom polnischen Beth-Jakob-Kuratorium als Nachfolger Dr. Deutschländers s. A. auch in d?r polnischen B.-J.- Zentrale bestätigt, leitete die Sitzungen. Neben den Herren des Krakauer Kuratoriums waren die Herren A. Z. Frydman und A. M. Rogowy,, Warschau, und L. G. Frydenzon und N. J. Berliner, Lodz, als prominente Vertretender polnischen Beth-Jakob-Bewegung anwesend. Zunächst wurden die w i r t s c h a f t 1 i c h e n Fragen des B.-J.-Seminars und der B.-J.-Zentrale vorhandelt. Nach langen Debatten wurde eine Finanzkommission gewählt, die■ ein genaues Budget aufzustellen und auf dessen peinlichste Innehaltung zu wachen hat. der Haft. Sie erzählte ihm alles der Wahrheit .getreu. Allein er glaubte ihr nicht und verdächtigte sie der Sünde mit Nathan, daß sie glaubte, vor Kummer zu vergehen. Viele Tage waren seither vergangen, da sah einmal Rabbi Akiba zum «,Fenster hinaus und erblickte einen Mann, hoch zu Roß} dessen Haupt ■von einem wunderbaren Schein umgeben war, der der Sonne gleich strahlte und leuchtete..Er rief einen Schüler herbei und fragte ihn: ״Wer mag wohl der Mann sein, der hier vorbeireitet?“ ״Das ist N ath an, de r allen F r au en der Stadt nächst eilt“} antioortete der Schüler. ״Seht ihr etwas um sein H au pt?ce fragte der Meister weiter. ״Wir sehen nicht s“, erwiderten die Schüler. Da befahl Rabbi Akiba den Mann zu sich. ״Mein Sohn“, redete er ihn gütig an, ״ein Glorienschein umgibt dein Haupt; daran erkenne ich, daß du einer von denen bist, die des zukünftigen Lebens teilhaftig sind. Sage mir nun, was du getan hast, um es zu erlangen!“ Nathan erzählte alles, was sich mit ihm und Hanna zugetragen hatte. Da bewunderte Rabbi Akiba diesen Mann, der den Trieb in sich nieder gezwungen und mit dem ganzen Herzen Buße getan hatte, und sprach zu ihm: ״Fürwahr, du hast Großes vollbracht׳■..und darum■ läßt der Herr ein L.icht um dein Haupt strahlen; nun es schon hier auf Erden so leuchtet, um wieviel stärker denn in der zukiinf ti g en Welt! Jetzt aber, mein Sohn, höre auf mich, setze dich vor mir nieder und ich will dich in der Schrift unterweisen,“ Und Nathan tatt wie ihm geheißen, und ließ sich vom Meister ins Reich der Thora führen. Und der, der denen, die frommen Herzens und reinen Gemütes sirtd, alles auftut und nichts Verschließt, öffnete auch ihm die Tore der Weisheit, daß er bald in einer Reihe mit Rabbi Akiba saß. An einem Tage geschah es nun, daß der Mann Hannas am Lehrhaus vorbeiging und Nathan zur Rechten Rabbi Akibas sitzen sah. Als man ihm auf seine Frag® alles erzählte, da schenkte er auch den Worten seines Weibes Glauben und es legte sich sein Eifergeist, der ihnen bislang das Leben verbittert fiatte. Er eilte nach Hause, umarmte §ein Weib und küßte es aufs Haupt, ״Vergib miri(, bat er, ״daß ich Böses von dir gedacht. Ich habe heute Nathan an der Seite Rabbi Akibas gesehen und sodann erfahren, was zwischen euch vorgefallen. G-tt lohne dir, was du getan und verzeihe mir, was du gelitten, denn 1Ich hake schweren Kummer im Herzen getragen, bis der Herr in seiner Gnade mir geholfen und die W ah r heit o f fenbart hat“ Emanuel Goldwerth.

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