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Jüdische Presse · 1936-05-26 · 19 (26.5.1936) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
22 (1936)
Issue
19 (26.5.1936)
Date
1936-05-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite % JtlDISCHE' FRESSE m 19 VenthMrHe Situation Im Halligen lande (Eigenbericht der ,,Jüdischen Ffeaie**) ' Die Läge in .Ef&ä Jisroel wird von lag zu *Tag gespannter. Müe Reihe von Ö fff e f n kenn- Zeichnet• den Weg, den der A r ä b i ä c h d•׳ N a t i 0 fi ä 1 e Ausschuß die Verhetzten arabischen Massen führt Am Mittwoch, den 13. Mai, wurden in der Jerusalemer Altstadt der 46jährige Rüben Klapholz, als er aus dem Beth-Hafhidrasch heimkehrte, und der ehemalige Rabbiner Alter Cohen erschossen. Klapholz hinterläßt eine Frau mit sieben unversorgten Kindern, ln beiden ,Fällen konnten die Mörder!unerkannt ent* kommen. Der Samstag darauf forderte weitere jüdische Opfer. Während in dem fast rein jüdischen St&dtteil Sichron Mosche im Herzen der Jerusalemer Heustadt das Publikum in später Abendstunde das dortige Kino verließ, feuerte ein Araber!Schüsse in die Menge ab, worauf er in einem eigens!bereitgehaltenen Taxi die Flucht ergriff. Die Wirkung war furchtbar: Fünf Personen blieben auf dem Pflaster liegen. Drei von ihnen, die aüs Polen stammenden! Juden Alexander Polonski, Isak Janowski und Dr. Zwi Schabchowski waren sofort tot, während zwei, Dr. P1 osser und Israel Askena^si, schwere ,SchußVerletzungen da Vontruge ri. Das Begräbnis dieser drei neuen Toten gestaltete sich zu einer spontanen Kundgebung der Trauer und des Zornes der Jerusalemer Judenheit. Vertreter aller politischen Gruppen des Jischuw, darunter Rabbi Blau im* Namen der Agudas Jisroel, sprachen an den offenen Gräbern. Aber damit war der arabische Blutdurst noch nicht gestillt: Am Dienstag, den 19. Mai, wurde der i 35jährige Feiwel Schnitzer — der Sohn des jüdischen Bürgermeisters der Altstadt — in der Armenierstraße zu Jerusalem erschossen. Am Tage vorher war der österreichische Katholik!Karl Breitlinger in der Prophetenstraße ermordet worden. Der Araber Ismael Nashashibi, der ihn anscheinend für einen Juden gehalten hatte, wurde als der Tat verdächtig verhaftet.' Die!Strei'kagitation ׳hat auch arabische Todes- Opfer gefordert. So wurde unter anderem ein1 in jüdischen Diensten stehender arabischer Wächter bei Moza in der Nähe von Jerusalem von Streikposten erschossen, weil er sich geweigert hatte, die Arbeit niederzülegen. An der Eisenbahnstrecke zwischen Lydda ,und Tel-Aviv wurde die Leiche eines Arabers neben einer explodierten!Bombe gefunden, die wohl dazu dienen sollte, den Bahnkörper zu sprengen, sich aber gegen den Attentäter gewandt hat. Verschärfter Ausnahmszustand In Jerusalem wurde der Aus nah ms, zustand ' verhängt, über dessen Beobachtung die!Behörden!mit äußerster!Strenge wachen. Zahlreiche jüdische Familien haben die Jerusalemer Altstadt verlassen und sind in andere!Stadtteile gezogen. Die Organisierung der Ueber- Siedlung erfolgte durch die Agudas Jisroel, deren . Führer, Rabbi Blau, wiederholt bei den zuständigen Stellen intervenierte. Besonders verdient hat sich Rabbi , Blau, um die Versorgung der jüdischen ,Bevölkerung der Altstadt mit Proviant gemacht, die er, da ihm die angeforderte Polizeiassistenz verweigert wurde, auf eigene Verantwortung unter Lebensgefahr durchführte. Die Fülle der einander jagenden Ereignisse macht es unmöglich, Einzelheiten zu berichten. In allen Teilen des Landes werden Bomben geworfen,!Schüsse abgefeuert, BahnVerbindungen 'gestört, Telegraphendrähte zerschnitten, -Bäume angesägt und entwurzelt, Felder und!Scheunen in Brand gesteckt, und nahezu in allen Fällen ist es unmöglich, die Täter z u fassen. Ueberall herrschen Uns i c h e rheit und äußerst gereizte ,Stimmung, die durch den vom!Streikkomitee am 14. Mai proklamierten Steif er streik (als erste Stadt hat Bethlehem dieser Parole Folge geleistet! keineswegs gemildert Wird. Die Mandatsbehörden müssen sich auf die Sicherung der Hauptverkehrsstraßen, dar Diseöbahniinien und der wich* tigsten Gebäude heschfäfiken. Die Geffentlichkeit Würde durch den Rundfunk darauf aufmerksam gemacht, daß die EisenbahnStrecken durch britisches Militär bewacht sind und daß jeder, der‘sich den Geieisen nähert, dies auf eigene Gefahr tue, da ihm Erschießung drohe. Maßnahmen def ßehöfdett Wie mitgeteilt wird, sind viele hunderte Araber in Haft, wo sie der Aburteilung entgegen* sehen. Ungefähr tausend Hau ran i er sind aus Palästinr. deportiert worden. ״Palestine Gazette“ teilt mit: Wer Dolche er* zeugt, verkauft oder trägt, wird mit drei Jahren Gefängnis oder 100 ׳Pfund bestraft. Wer m öffentliehen Lokalen Messer trägt, erhält ein Jahr Ge* fängnis. An öffentlichen Orten getragene Waffen, einschließlich »Knüppel und Eisenstöcke, sind von der Polizei zu beschlagnahmen. Ein weiteres amtliches Kommunique teilt mit, daß das arabische Dorf Ziff bei Akko mit einer Kollektivstrafe belegt Wurde, weil die Telephondrähte abgeschnitten worden sind. Der Jischuw hilft sich Die Forderungen nach einem Hafen in Tel- Aviv haben dazu .geführt, daß die:Baggerarbeiten zum ersten Wellenbrecher begonnen und schon einige ausländische Dampfer ihre Ladungen, die sie im Jaffaer Hafen nicht löschen konnten, an der Mündung des Flusses Jarkon, wo der Tel-Aviver Hafen erbaut wird, gelöscht haben. Die Warenausladuhgen gingen zwar mit etwas Schwierigkeiten, aber sonst ohne außerordentliche Kosten oder Verluste vor sich. Man glaubt, daß schon in kurzer Zeit die Ausladungen in Tel-Aviv ohne ,Schwierigkeiten vor sich werden gehen können. ׳ Eine Sitzung der Leiter der jüdischen Institutionen in Tel-Aviv hat nach einer Ansprache von Bürgermeister Dizengoff beschlossen, einen 25.000-PfundiFonds zu schaffen, um neue Heime für etwa 600 jüdische Jaffa- Flüchtlinge zu errichten, die in ihre alten Heime nicht zurückkehren können. Die englische Regierung entsendet eine Unter־ suchungskommission In Beantwortung einer Abfrage kündigte Kolonienminister J. H. Thomas am Montag, den 18. Mai, im Unterhaus an, daß die Regierung beschlossen habe, Sr. Majestät dem König, zu empfehlen, eine Königliehe,Kommission zu ernennen, die die Aufgabe haben soll,י die Ursachen der Unruhen in Palästina, Anlaß und Verlauf •der ,bekannten Zwischenfälle sowie die Beschwerden sowohl dev Araber als auch der Juden zu untersuchen. Der Empfang einer arabischen Deleg a t i 0 n in London komme nicht mehr in ,Frage. Sofort nach ׳Bekanntgabe dieser Regierüngserklärung trat der Arabische Nationale Ausschuß zu einer außerordentlichen!Sitzung zusammen, in der diese Erklärung sowie die Tatsache der Erhöhung der Quote der jüdischen Einwand erung Gegenstand einersehr ׳bewegten Debatte waren. Insbesondere war die Frage, ab die Araber mit der Königliehen Untersuchungskommission, falls diese nach Palästina kommt, Zusammenarbeiten sollen oder nicht, hart umstritten.! '!Schließlich faßte der Oberste Nationale Ausschuß den Beschluß, mit der Untersuchungskommission nicht zusammenzuarbeiten, sondern sie zu ignorieren. Ferner wurde der Beschluß gefaßt, eine neue Proklamation an. die Araber‘ zu erlassen, in der diese zur Fortsetzung des Streiks auf gef ordert werden. An! 1, Juni Paläst1f1a־Debatte in der Mandats־ kommission des Völkerbundes Die »Ständige Manda tskomm isräioh des Völkerbundes tritt am 27. Mai zu ihrer ordentlichen Frühjahrstagung zusammen. ,Die Kommission wirdu. a. den Jahresberacht für 1935 der Mandatarmacht ln Palästina prüfet Dieser Bericht — 'ein Buch vnn zirka 300 Druckseiten—: war schon vor den letzten Ereignissen in Palästina gedrückt und beschäftigt sieh daher nur mit den Ereignissen im Berichtsjahr 1935; ,Seine Veröffentlichung wird in den ersten Tagen des nächsten Monats in London erfolgen. Die Palästina-Debatte wird Wahrschein* lieh am 1. Juni beginnen und zwei bis drei Tage dauern. Die Jewish Agency for Palestine hat, wie alljährlieh, der Mandatskommission durch Vermittlung der Man* datarmacht ein Memorandum über die Entwicklung des jüdischen Nationalheims im Jahre 1935 zukommen lassen. Oesterreich auf der Levante־Messe Aluf dem Messegelände von Tel-Aviv fand die feier* liehe Eröffnung der österreichischen Kollektivausstellung durch Generalkonsul Dr. Jorda statt. Außer diesem sprachen hiebei noch namens der austro-paiästinensischen Handelskammer von Tel-Aviv Präsident Pinkas, namens der Messeleitung Konsul Toikowski und der Bürgermeister von Tel-Aviv, Konsul Meir Dizengoff u. a. m, »Seitens der Palästina-Regierung und der Spitzen der englischen Behörden waren zahlreiche Begrüßungskundgebungen eingelangt. Die österreichische Abteilung, die zum ersten! Male eine offizielle Beteiligung der österreichischen Regierung auf der Messe von Tel-Aviv darstellt, ist im selben Pavillon wie vor zwei Jahren untergebracht und enthält Ausstellungen von Klavieren, Radioapparaten, Nähmaschinen, .Personenaufzügen, medizinischen und pharmazeutischen Artikeln, Maschinenglas, Küchengeräten, Knöpfen und!Schnallen, Füllfedern!und!Rasierklingen. Besonderen Anklang ■fand eine repräsentative Ausstellung der österreichischen Fremdenverkehrswerbung. Der tschechoslowakische Pavillon eröffnet Nach einer längeren Verzögerung, die durch den Jaffaer Hafenstreik bedingt war, wurde der tschechoslowakische Pavillon auf der Levante- Messe in Tel-Aviv bei Anwesenheit yon!über 200 Ehrengästen eröffnet. Erschienen waren u. a; der tschechoslowakische Generalkonsul in Jerusalem, Dr. Kadi ec, Konsul Grünwald in Tel-Aviv und Vizekonsul Gläsel in Haifa, ferner Vertreter der Jewish Agency, der!Stadt Tel-Aviv, der Messeleitung und vieler Korporationen und Institutionen des Landes. Der Leiter, des Messepavillons, Ing. Egon!Stein, unterstrich in seiner Eröffnungsrede die sich immer mehr festigenden wirtschaftlichen Beziehungen ,zwischen Palästina und der Tschecho- Slowakei und lud die palästinensische Oeffentlichkeit ztim Besuche der Tschechoslowakei ein. Hierauf begrüßte Generalkonsul Dr. Kadlec die Messe im Namen der tschechoslowakischen Regierung. Im Namen der Stadt Tel-Aviv sprach Direktor Tolkowsky, der auf die Sympathien hinwies, die das jüdische Palästina zu der demokratischen Tschechoslowakei empfindet, die in zwei Männern wie Thomas D. Masaryk und Dr. Edvard Beneä repräsentiert ist. , BAD VOtLAU___ HOTEL-RE STAURANT -- SCHWEIZERHOF «. w _ unter Leitung des Restaurateurs J. AUERBACH Pension von־ S 7.— aufw. — Bereits eröffnet j FEUILLETON U HoÜnut HtU ä&H Q&cttekstUeiit■ Im Traktat Schabbath (56 b) meint Rabbi Josef, er kenne nur einen Menschen, der sich an Büßfertigkeit mit König Joschijahu messen könnte: das sei Ukwan ben Nehemia, das Oberhaupt der Exiljuden, den man Nathan mit dem Glorienschein nenne. Rabbi Josef fügt hinzu, er sei einst hei einem Lehr- Vortrag eingeschlumert, und da wäre Wunderbares um den vor ihm sitzenden Heiligen geschehen. Rabbi Ukwan identifiziert .Raschi (Sanhedriri 31h) — offenbar wegen der Namensähnlichkeit — mit Mar Ukwa, von dem es heißt, ihm wäre ein Schimmer wie dem Sohne der Bitja, Moscheh JFtabbenu, eigen gewesen. Raschi erwähnt hiebei" ohne sie zu nennen, eine Geschichtensammlung, in der sich auch Näheres darüber finden soll. Gemeint ist zweifellos das ״Seif, er ■Hamassijot" des Gaons Nissim ben Jakob ibn Schahin, das dieser zur Zer- ־ Streuung seines durch den Verlust eines Sohnes ' niedergebeugten Schwiegervaters ,Dunasch verfaßt hat. Eine dieser, mit der talmudischen Agadah in innigem Kontakt stehenden Erzählungen hat nun den erwähnten ״Nathan mit dem Glorienschein“ zum Helden. Die erfrischende Naivität ihrer Gestalten und Gestaltung, ihre schöne Schlichtheit und rührende Einfachheit reizen zur Wiedergabe, die hier unverändert und nahezu wortgetreu erfolgen soll. Der Jude Nathan war so reich und mächtig, daß er sich noch nie einen Wunsch hatte versagen müssen, Bis ihn einst die sündhaf te Liebe zu eines anderen Mannes Weib mit wilder, unbezähmbarer Leidenschaft erfaßte. Hannas Mann war bettelarm; aber ebenso schön und tugendhäft war sie, Und je mehr die Begierde Nathans wuchs,■ sank seine vermessene Hoffnung. Da wird ihm so weh, daß er in Krankheit verfiel. Die Aerzte meintep, er könnte nur durch Hanna genesen. Die Qesetkeslehrer jedochsprachen: ״Eher soll er des Tode s sein; als Mn Verbot übertreten!" Und da 'sie nicht einmal gestatteten, daß sie ihn besuche, nahm sein Leiden kein Ende,' v Da wurde eines. Tages der Mann Bannes, der sepie Schulden: nicht V°ü seinen Gläubigem ins \ Gefängnis geioorfen. Hanna spann nun Tag und Nacht, kaufte Brot um ihren Verdienst und brachte es ihrem Marine ins Gefängnis. Als dies einige Tage so gegangen und die Trostlosigkeit seiner Lage sich nicht änderte, ward er kleinmütig und verbittert. Und so sagte er einmal zu seinem Weibe: ״Wer nur eine Seele vom Tode erlöst, dem wird es angerechnet, als hätte er viele am Leben erhalten. Ich bin meines Lebens hier im dem Gefängnis satt und . wilVs nie ht län ge r ertragen. Erbarme dich nun meiner, geh hin zu Nathan, und bitte ihn, dir das nötige Geld zu leihen, damit du mich so vom Tode errettest." ־ Unwillig erwiderte da Hanna: ״Du weißt doch, daß der Mann um meinetwillen krank und dem Sterben nahe ist. Tag für Tag kommen seine Boten mit viele'm Geld zu mir; ich aber weise sie zurück und wiederhole es immer von neuem, daß ihr Herr nie mein Angesicht schauen werde. Soll ich nun zu ihm hingehen tmd Geld von ihm v erl an g en? Wärest du klaren Sinnes, du hättest solches mir nicht zugemutet. Aber du bist in diesen Mauern einfältig geworden und hast den Verstand verlöre n.“ Voll Zornes verließ sie ihn und ließ sich drei Tage lang bei ihm nicht blicken. Dann aber erfaßte sie Mitleid und sie ging ins Gefängnis, wo sie ihren Mann dem Tode nahe fand. ״Der Herr zahle dir heim, was du an mir tust", sprach er. ״Es ist dein Wille, daß ich hier sterbe, damit du nachher des reichen Nathan Weib werdest." ״So gib mir einen Scheidebrief, wenn ich zu ihm hingehen soll; denn als dein Eheweib kann ich’s nicht tun!" ״Nun isfs k l a r, ivie wahr ich gesprochen: D u willst sein Weib werde n!" Da schrie Hanna laut auf, fiel auf ihr Angesicht und rief in maßlosem Schmerz: ״Wer hat denn solches je gehört, wer denn je gesehen! Dieser Mann hier spneht zu mir: ,Geh hin, brich die Ehe und sündig e, nur dßß du mich aus dem Kerker rettest1." Zu Hause dachte Hanna lange über ihre Not nach und über die Not ihres Mannes. Und abermals überkam sie das Mitleid mit ihm. Sie läuterte ihr Herz und betete: ,£ch flehe dich an, 0 G-tt, r.ette mich, von S chma oh und Sünde! Hilf mir, dßß ich rein bleibe!" Und so ging sie in das Haus Nathans. Als seine Kämmerer sie von weitem kommen sahen, eilten sie zum Herrn und meldeten es ihm. ,Jst es wah r, was ihr da sagt?" rief er außer sich. ״Ffir diese Botschaft sei euch die Freiheit geschenkt!" ־ ״ , | Hanna hatte indessen den Hof betreten und eine Dienstmagd lief nun mit diesej' Nachricht vor Nathan. ״Auch dir sei die Freiheit gegeben", sprach er, vom Ueberschwang des Glückes hingerissen. Da hatte er auch schon Hanna erblickt. ,,Was be- ' deutet die Gnade, Herrin, die du mir erweist?" redete er sie ehrerbietig an. ״Was bittest, nein, f 0 r d e r s t du, daß ich’s tue?" ,,Meine Bitte ist, daß du Geld leihest meinem Manne, der im Kerker schmachtet. Es wird dir als eine Wohltat angeschrieben werden!" Da befahl Nathan seinen Knechten, das Geld zu bringen und es Hanna zu geben. Dann sprach er zu ihr: ״Siehe, ich habe deine Bitte erf ü 111. Du aber weißt,• wie sehr ich vor Liebe zu dir krank Inn; tu du . nun auch meinen Willen und laß mich wieder a u /- lebe 11." Da erwiderte Hanna: ״Ich bin unter deinem Dach und in deiner Hand und habe dir also nicht zu widerreden. Aber eines will ich dir sagen: Dies ist die Stunde, wo du ewiges Leben erlangen könntest. Willst du’s um ein Weniges verscherzen? Was ist alles Gut und alle Lust dieser Welt gegen den Lohn einer guten Tat? Verlierst du nicht mehr, als dir der Augenblick bietet, der dich erreichen läßt, was du nie w ü nsehen durftest? Glaube mir, es bleibt dir nichts davon als Reue. Denke an das Leid, das du dem Schöpfer zufügst, und tu nicht, worüber du hernach seufzen müßtest. Siehe, du hast eine kurze W eile vor dir, in der du ein langes Leben Und großen Lohn hienie den und drüben gewinnen könntest. Sonst kann ein Mensch nur durch große Mühe und viele Anstrengung dazu kornmen, daß er dem himmlischen Kenner der Herzen und Seelen gefällig ist; du aber könntest dies im N u erreichen, wenn du meinem, Rat folgtest und den bösen Trieb in dir niederzwängest." Als Nathan , diese Worte vernommen hatte, sehne er ,den Satan in sich an; er erhob sich von seinem Lager, fiel mit dem Angesicht zur Erde, wand sich vor dem Herrn und bat, daß er die Begierde in ihm bä ndi ge und seine Leidenschaft breche, ihn den gerechten und guten Weg führe, ihm die Sünde vergebe und ihn in die Bahn der Buße lenke. , Und G-tt erhörte ihn und ließ sich erbitten und Ruh e kam über Nathan. ״Gesegnet seist du und gesegnet sei deine Rede, die mich vor furchtbarer Sünde bewahrt hat. Du. hast mir geholfen und mich gerettet. Zieh ״in Frieden in dein Hßus zu deinem Manne!" י Nun ging Hanna hin und erlöste ihren Mann aus

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