Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1936-05-26 · 19 (26.5.1936) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
22 (1936)
Issue
19 (26.5.1936)
Date
1936-05-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2629891-2630637-2630656--5265-2637574
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

wünschen unseren Lesern und Freunden שמחת ירט *övtaovö vyplätaö povolene Hädit jtufi * i nmmm m. V.b.b. 4 I 30DI9CH6 PQ0000 2e1ttiü1geft vom Verlege* verfcendet Journal e*p£dl6 pm i’6dite«r Wl£N* BRATISLAVA » 96» MAL 1936 runn ערב שבועות 99» Jahrgang / Nummer 19 Redaktion und Administration; Wien, II., Malzgasse 12 a, Telephon A-46-045; Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 381 / Erscheint jeden Freitag / Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonnementpreisei Ganzjährig: für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei Kd 86, Jugoslawien Dinar 150, das Übrige Ausland Schw. Pr. 14. Einzelnummer Ost. Gr. 40. Zahlungen f. ״Jüdische Presse“, Wien, auf folgende Post* Sparkassenkonti: Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 126.058, Budapest Nr. 50.170, Warschau Nr. 180.409, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. Vin, 4117, Berlin Nr. 122.619. 0RGfln für Die mTeRessen Des 0RTH0D0Hen JUDenTums תורתנו ■ בשעה שקיבלו ישראל את התורה נתקנאו אומות העולם בהן, מה ראו להתקרב יותר מן האומות? סתם פיהן הקב*ד. אמר' להן הביאו לי ספר י ח ו ם י ן שלבם ובו׳.שלא זכו (ישראל) לימול אח ההורה אלא בשביל ה י ו ה פ י ן שלהן. מלקום במדבס Schlagt die B ü c h e r der Geschichte auf und sucht darin, ob dergleichen noch je geschehen! Seit zwei Jahrtausenden, fast die Hälfte der Menschheitsgeschichte schon, lebt ein Volk, ״verloren im Lande Assur und verstoßen ins Land Mizrajim“, z e rstoben und verstreut in alle Winkel' dieser Welt. Mächtige Nationen, an ihrem Heimatb o d e n haftend, sind dahingeschmolzen wie Schnee in der Mittagssonne historischer Gewalten — und Jisroel, dies ״verwehte Blatt“, will nimmer welken und grünt sogar zuweilen, wenn ihm gerade ein Frühling beschieden ist. Schlagt die Bücher der Geschichte auf und forscht darin, ob Aehnliches sich je zugetragen! Seit dreieinhalb Jahrtausenden, mehr als drei Viertel der Menschheitsgeschichte schon, vom ersten Tage seines Daseins an wird ein Volk gehaßt. Mächtige Nationen, die es nicht zu fürchten brauchen, und kleine, denen es nichts zuleide getan, tragen ewige, unversöhnliche Feindschaft gegen Jisroel, die oft genug an seinem Blut sich labte. Schlagt die Bücher der Geschichte auf und frage sie, olb solches je gehört wurde! Jahrtausende hat der Mensch nach Sinn und Inhalt allen Seins, nach Ziel und Zweck allen Werdens vergebens gesucht. Mächtige Nationen mit hoher Kultur verloren sich in spielerischen Nichtigkeiten; ihnen blieb* die Erkenntnis aller Erkenntnisse versagt, die einem — dumpfen Sklavensta mm Vorbehalten war. Jisroels Ohr, in dem noch die Kette klirrte, hörte G -11 e s Stimme,, seinem Auge, das eben noch die Peitsche des Zwingherrn drohen sah, offenbarte sich die A11 m a c h t! Von diesem Augenblick an war Jisroel ewig und — gehaßt! Dieser Augenblick, auf den der Schöpfer und die Schöpfung gew'artet, der vor Beginn allen Anfangs schon vorbereitet war, machte Jisroel zum Fackelträger der Menschheit, stellte es für alle Zeiten in die vorderste Reihe der Völker. Für alle Zeiten — wie dies durch ״die Anwesenheit auch der ungeboren e n Geschlechter“ (Raba, Jisrau) angedeutet wird; in die vorderste Reihe der Völker — was ein merkwürdiger Midrasch in agadische' Form kleidet: ״Als Jisroel die Thora empfangen sollte, da erfüllte Neid die Völker der ,Welt: ,Wodurch verdient Jisrpel diese, Auszeichnung mehr als alle anderen Nationen?* — ,Bringet mir eure Adelsbriefe‘, sprach G-tt, und da Jisroel allein seine edle Abstammung nachweisen konnte, wurde nur ihm die g-tt liehe Offenbarung zuteil.“ (Jalkut, Bamidbor.) Um diesen Adel . und damit seine Auserwähltheit und Berufung zu wahren, muß sich Jisroel rein erhalten. ״Von der Höhe der Felsen schaue ich es“, sprach Bileam, ״ich kenne seinen U r- Sprung und seine Herkunft (Raschi); siehe, es ist ein Volk, das einsam hauset, und unter den Nationen wird es n i c h t g e z ä h 1t.“ זמן מתן Und um diese Einsamkeit wieder zu erzwingen, .säte G-tt die Feindschaft gegen Jisroel unter die Völker. ״Vom Berge Sinai geht der Haß der U m w e 11 a u s.“ (Schab. 89.) Der ewige Amalek hat Weder dem wandernden Nomadenstamm, noch dem seßhaften Volke, noch dem heimatlosen Gast die Hand gereicht; er ballte und ballt sie vielmehr zu sc h 1 a g bereite rFaust, mit der er sich immerfort* J i s r 0 e l f e r n h ä 11. Und wenn dieses während einer |kurzen Atempause auf seinen Adel v e r g i״ß t und somit des g ebotenen Abstandes und der auf er legten Zurückhaltung nicht ״achtet — dann besinnen sich die anderen auf ihren Haß und Jisroel besinnt sich wieder auf seine Thora, die beide doch, Thora und Judenhaß, vom Sinai stammen. ״Als das Volk am Berge stand, erging die g-ttliehe Warnung an es: ,Wenn euch meine Lehre h eilig ist, wird’s euch frommen Wenn ■nicht, so werdet ihr dort zugrunde gehen!“‘•^öchab; 88, Aw. Soro 2.) Dort? jawohl, dort, wo^ihr!ihr den Gehorsam verweigert! Denn auf Grund s ein es Adels ward Jisroel dazu ausersehen, die Thora zu empfangen; wenn es selbst nicht über diesen Adel wacht, dann müssen’s die anderen tun. Dies also ist der geschlossene Kreis in Jisroels Dasein: das jüdisch eVolk gibt der Thora Leben; die Thora ist es, die letzten Endes die Feindschaft der neidischen Welt hervorruft, und diese Feindschaft wieder, sonst zerstörend und vernichtend, wird am jüdischen Volk zum Element der Erhaltung. Schlagt die Bücher der Geschichte auf und. sucht und forscht darin! Fraget sie, ob Jisrödl ohne den Haß der Völker hätte bestehen können; fraget, ob es nicht die — bewußte oder unbewußte — Andersartigkeit ist, dem dieser daseinserhaltende Haß entspricht, die Andersartigkeit, die wieder durch die Schule und Erziehung der Thora bedingt ist. . Wenn ihr aber danach fragt, wie das jüdische Volk zu seiner Thora steht — so laßt die toten Bücher und geht hinaus ins jüdische Leben! Da werden euch die planvollen Zusammenhänge, die vorgesehene Wechselwirkung und der tiefe Sinn der jüdischen Geschichte klar werden. Geht morgen in die feiertäglich geschmückten G-tteshäuser und seht euch einmal an, wie Jisroel das Wiegenfest seiner Thora begeht! Da werdet ihr erkennen;: _ ...... Trotz allem und nach allem, rein und unverdorben ist der Adel noch, der damals am Sinai für uns geworben beim מרומם בקדמא ובתריתא ד־ , צבי ואתרעי סן ומסר לו אורית א Emanuel Geldwerth. Wischnitzer Rebbe זצוה״ל Hart verfährt das Schicksal mit uns: es raubt uns die Besten, ohne uns Ersatz für sie ׳zu gewähren. Am vergangenen Freitag abend hat der Tod seine kalte Hand nach dem Wischnitzer Reb- -ben aüsgestreckt ün'd ihn in das Reich der Ewigkeit geführt. Entsetzt horchen bei dieser Nachricht diejenigen auf, die wissen, wer und was er war und mit hundertfachem Schmerz sagen sie. diesmal das ״Boruch Dajon Emeß“. 76 Jahre ist der Wischnitzer alt geworden. Er war kein Jüngling mehr. An Jahren nicht, wohl aber an Empfindungskraft und innerer Glut! Die blieben jung und frisch, solange er atmete. Wer je sein Gebet miterlebt hat, sein Dahinschmelzen und Auflösen vor Hislahawus, wer je seine Begeisterungsfähigkeit gesehen, wenn es sich um Chisuk Hädas oder Limud Hathora handelte, der ahnt, wieviel Wärme in dem Herzen wohnte, das jetzt zu schlagen auf gehört hat. Wärme! Das war es, was so wunderbar von ihm ausströmte und alle, die in seinen Bannkreis traten, mit magnetischer Gewalt zu ihm hinzog. Er hatte die Gabe,;zum schlichten, einfachen. Mann des Volkes hinabzusteigen, seine kleinen Sorgen ׳zu teilen und ihm schon dadurch allein zu helfen. Und dabei mußte er tief hinabsteigen! Denn er stand auf der Höhe der Thoragelehrsamkeit und war gleich bedeutend durch geistige Größe wie durch STEYR 50 Abholung vom Bause! Perfektionen Neudegger-Fahrschulen Wien VIII. Tel. B-46-5-72 und Inzersdorf, N.-Oe. seelischen Adel. Darum auch sahen seine Chassidim in ihm die drei Säulen der jüdischen Welt verkörpert: Thora, Awoda und Gemilas Chasodim. Aus diesem Dreiklang in seinem Wesen ergab sich seine Stellung izu A g u d a s Jisroel, die ihn voll und ganz zu den Ihren 1zählen durfte; war es doch ein oft ausgesprochener heißer Wunsch des Verblichenen, die Scharen seiner Anhänger in den Reihen der organisierten Orthodoxie zu wissen. Nun ist er uns entrissen! Der ״Wischnitzer“ ist nicht mehr! Aber daß er war und wie er war, dafür gibt es die schönsten Denkmäler :.Seine S ö h n e, die den Weg gehen, den sie ihr Vater geführt, die in seinem Sinne, wirken und durch ihr L e b e n Zeugenschaft für den Toten ^biegen. * Rabbi Israel Hager, der ״Wischnitzer“ s. Z. L, entstammte der rabbinischen Dynastie des großen Kossower. Er war, ,wie dies üblich ist, bis. er zum: Rabbi erkoren wurde, Rabbiner in Vijnita (Wischnitz). Jetzt nimmt diese Stelle sein Sohn R. Elieser ein. ‘ Der ״Wischnitzer“'hat mit viel Erfolg dem in unserer Zeit vielfach vernachlässigten Thorastudium den׳ ersten Platz ' im Chassidismus eingeräumt. ׳Seine besondere Aufmerksamlkeit ließ er daher dem Jeschiwowesen angedeihen, auf welchem Gebiete er auch Hervorragendes geleistet hat. Bei Ausbruch des Weltkrieges übersiedelte der Rabbi nach Großwardein, wo er ein Zentrum orthodoxen. Lebens schuf und nun verschieden ist. Er hinterläßt zahlreiche Söhne und Schwiegersöhne, die alle bedeutende Rabbiner und Rabbis sind. ■ זכר :נחיר! לברכה Neuerte Modelle in Erstklassig in Material und Ausführung, tadelloser Sitz, zu günstigsten Preisen erhältlich bei OthmarSchiff ffl Wien I« Kärntnerring 6 Telephon ||16יי0י43״ ||| Nur kursze Zeit, solange de r Vo rra t re ich U j|||

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.