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Jüdische Presse · 1936-05-15 · 18 (15.5.1936) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
22 (1936)
Issue
18 (15.5.1936)
Date
1936-05-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite i JÜDISCHE PRESSE Kr. 18 zu äeä neuen Ereignissen verlangten, eine Erklärung ab, die u: a, lautete; Die Regierung wird sich durch keinerlei Ün* ruhe öder Drohuiig von ihrer in der Pa 1 äs tinä- Politik eingehaltenen Linie abbringen lassen. Es kann keine Rede davon sein, daß die Re* gierüng die Einwanderung von Juden nach Palästina aus Rücksicht auf den arabischen Streik stoppen Werde. Weiter erklärte der Minister, es herrsche gegen- * wärtig in Palästina im allgemeinen Ruhe, nur vereinzelt komme es 2u Zusammenstößen und zu ungesetzliehen Akten. Die Unruhen seien Motiven der Un- Zufriedenheit unter den Arabern entsprungen. Falls aber die Araber der Einladung der Regierung, eine Delegation nach London zu entsenden, Folge leisten, werden ihre Wünsche von der britischen Regierung aufmerksam geprüft werden. ' * UneUtigkäi wdec den Acabecn ״Times" widmen den Ereignissen in Palästina einen längeren Leitartikel, in welchem mit Nachdruck auf die Erklärung des Kolonienministers J. H. Thomas im Parlament, daß die Regierung keiner Drohung weichen und die . jüdische, Einwanderung unter keinen Umständen'stoppen wird, hingewiesen und u. a. ausgeführt wird: Die Hälfte der arabischen Führer würde gewiß den Streik beendet sehen wollen, aber die andere Hälfte bildet sich immer noch ein, auf die englische Regierung durch eine Art Demonstrierung der Kraft und Einheit unter ׳den Arabern Eindruck zu machen. Die Araber erstreben eine Entscheidung der Regierung, die die weitere Ein- Wanderung von Juden in das Land untersagt. Diese arabischen Manöver sind aber überflüssig, weil die Regierung eine solche Entscheidung nicht treffen kann. Faktisch erstreben die Araber die A‘b- Schaffung der Balf our-Deklaration, aber die Regierung hält nach wie vor an dem den Juden gegebenen Versprechen fest, Sie führt dabei eine Politik, aus der beide Rassen profitieren. Die jüdischen und die arabischen Führer aber gehen weiter in den Fußtapfen ihrer Stammväter Isaak und Ismael; Isaak ist ein arbeitsamer Landwirt, der die Furchen in einem Erdreich zieht, das andere als unfruchtbar verschmähen, während Ismael ein steifnackiger und eigenwilliger Bogenschütze ist. u4id Au&uzUfne-■ &bsiand Die m i 1 i t ä r i s c he n Vorkehrungen in Palästina zur Aufrechterhaltung der Ordnung werden weiter fortgesetzt. Die Regierung hat am Montag, den 11. Mai,, abends, wiederum den Ausnahmezustand in Jaffa verkündet. Am Abend darf sich niemand,in den Straßen von Jaffa mehr sehen lassen. Die Verkündung des Ausnahmezustandes erfolgte nach einer Demonstration der arabischen Jugend, bei der es zu einem Z usammenstoß mit der Polizei kam. Beim Zusammenstoß wurden fünf Schüler verletzt. Aus Aegypten sind die ersten De tachements britischer Truppen in Palästina eingetroffen; sie wurden in Jerusalem, Haifa, Jaffa und Nablus stationiert. Mit der Bahn traf aus Aegypten ein Tankbataillon mit 20 leichten Tanks •ein. Arabische Zeitungen berichten, daß der High Com-, missioner Sir Arthur Wauchope dem Großmufti von Jerusalem, Haj Amin el Husseini, die Kopie eines Tele- . gramms des Kolonialamtes in London vorgelegt | g KLEINES FEUILLETON ■ Aus dem Born des Talmud Jüdische Frauentreue Eine Magd xoar ־beim Wasserschöpfen in den Brunnen gestürzt. Ihre gellenden Hilferufe waren vergebens gewesen und sie hatte schon geglaubt, dem Tode nicht entrinnen zu ־können, als sie jemanden am Brunnenrand erblickte. Mit letzter Kraft bat sie um Beistand. Doch der Mann droben war von ihrer wunderbaren Schönheit berückt und sprach: ״Ich will dich gerne retten, aber für mich! Willst du meine Frau werden?“ ״Bist du ein Jisroel?c< kam es mit schwacher Stimme zurück. Er bejahte und da versprach sie, ihm zu folgen. Als sie sich gegenüberstanden und er dem Zauber ihrer Erscheinung kmim iciderstehen konnte, sagte sie: ״G'tt hat mich erhalten und mir das Leben neu, geschenkt. Ich will es nicht mit einer Sünde beginnen. Komme zu meinen Eltern und halte um mich an, denn auch du gefällst mir.“ Sie erzählte ihm von ihrem Heimatort und ihren Angehörigen, und als er erkannte, daß sie aus ehrbarem Haus sei, sprach er: ״Geh‘ heim und bereite dich für unsere Hochzeit vor. Denn du bist nun meine Braut und ich dein Verlobter. Der Himmel über uns, der Brunne n, aus dem ich dich gerettet, und die Katze, die da vorbeihuscht, seien Zeugen, daß wir einander gehören.“ Doch der Mann xoar leichten Sinnes und vergaß gar bald des Mädchens und des gegebenen Wortes. Er freite eine reiche Braut, heiratete sie und lebte einen guten Tag. Doch als seine Frau eines Kindes genas und er in seiner Vaterfreude am glücklichsten sich wähnte, traf ihn ein furchtbarer Schlag: das Neugeborene starb am Biß einer Katze. Und als er im nächsten Kind, das ihnen G'tt geschenkt, einen Trost gefunden zu haben glaubte, da geschah’s, daß es in einen Brunnen fiel und nur tot zutage gefördert werden konnte. Da erfaßte den Mann bange Angst und er gestand alles seiner Frau. Sie sah einen Fingerzeig G'ttes darin und net ihm, von ihr zu gehen, wohin er gehöve. Und so tat er. Er ließ sich scheiden und zog nach dem Ort, wo seine Braut lebte. Als er die Einwohner nach ihr fragte, wurde ihm der Bescheid, sie sei krank; seitdem sie einst in einen Brunnen gestürzt, sei ihr armer Kopf verdreht, sie wolle keines Mannes Weib werden und gebärde sich toll, wenn jemand sich ihr nähere. Als der Fremde sie aufsuchte, erkannte sie ihn ־nicht und verfiel, sobald sie seine Absichten merkte, in die Art einer hrsinnigen. Doch er begann seine Geschichte #u erzählen: von einem M ä dchen und einem Manne, von einem Brunnen xgnä einer Katze. Da fiel sie ihm, auf jubelnd in höchstem Glück, um den Hals, denn ihr habe, in dem das Colonial Office sich bereit -erklärt, im Falle des Eintreffens einer^ärabisChen Delegation in Lohdon mit dieser auch die Frage der jüdischen Ein- Wanderung und dc‘s SödenvefKaufs an Juden zu besprechen. (? Red.) VI»8 WlPClli? m Woche Aüfeufdet Agudas JUead oh dk Die Landeszentrale der Agudas Jisroel Im Heiligen Lande erließ einen Aufriif an die Gola, den wir nachfolgend in deutscher UebCrSetzung gekürzt wiedergeben: ,*Der jüdische Jischüw in Erez Jisroel hat eine schwere Prüfung überstanden. Flammen des Hasses haben viele jüdische Menschenleben entseelt, jüdische Häuser und jüdischen Besitz vernichtet. Die Feinde des jüdischen Volkes stehen im Begriff, den AufbaU des jüdisehen Helmes zu zerstören und all das ZU Verwüsten, was das jüdische Volk unter Aufopferung und größten Mühen geschaffen hat. Ohne die felgen Ueberfälle und Morde rechtfertigen zu wollen oder über sie hinwegsehen zu können, ist es die Pflicht, zu forschen nach1 dem tieferen Sinn der Vorsehung, um unsere eigenen Wege und unser eigenes Leben danach einzurichten und zu verbessern. : Man muß gestehen, daß das religiöse Judent u m im Heiligen Lande 'Schon lange schwereBesorg- Hisse im Herzen getragCii hat. Während es sich gefreut hat ob des wirtschaftlichen Aufstieges des Landes, vyar es erfüllt von Furcht und Sorge ob der Zukunft dieses Aufbaues, der nicht angepaßt war der heiligen Aufgäbe des jüdischen Volkes im jüdischen Lande. Unsere Thora hat uns erklärt, daß Erez Jisroel nur m i t ihr und durch sie erbaut werden kann und daß jede Arbeit zwecklos ist, wenn nicht der Ewige seinen Segen ihr gegeben hat. Die Schuld liegt äuf dem religiösen Judentum in der ganzen Welt, welches vor mehr als hundert Jahren den Grundstein für den Aufbau des Jischuw gelegt, später aber sich mehr und mehr von der Arbeit zurückgezogen hat. Dieses religiöse Judentum hat durch Teilnahmslosigkeit dazu beigetragen, daß die Rückkehr des jüdischen Volkes in das jüdische Land vornehmlich durch Kinder des jüdischen Volkes geschah, die derThoraund der Ueberlieferung fern stehen und deren Aufbauarbeit daher keine genügend fundierte sein׳ kann, weil sie sich auf die ״eigene Kraft" stützt. Wenn jetzt tiefer Schmerz über uns gekommen ist und die Aufbauarbeit eine •)Erschütterung erfahren hat, so ermahnt uns das zur Pflicht, den bisher begangenen Fehler .gut zu machen und dafür zusorgen, daß das religiöse Judentum sich ganz in den Dienst der Aufbauarbeit des Heiligen *Landes stellt, daß es mit Initiative und Tatkraft seinen Einfluß dahin aus übt, daß Erez.Jisroel auf dem Boden der Thora und der Ueberlieferung aufgebaut werde, damit,es ein unerschütterlieber Aufbau bleibe. Wir wenden׳ uns mit dem Ruf an die thoratreue Judenheit der ganzen Welt: Vereinigt euch im Aufbau des heiligen Landes, stellt alle euch als Olim und Mitarbeiter in den Dienst der heiligen Auf gäbe! Unsere Antwort auf die traurigen Ereignisse der letzten Wochen muß sein: Rückkehr zu den Quellen der Heiligkeit Jisro eis, Ver vielfachung der Kräfte der religiösen Judenheit für den Aufbau von Erez. Jisroel auf dem Boden der Thofa und Ueberlieferung. Landeszentrale der Agudas Jisroel in Erez Jisroel, Jerusalem.“ Benehmen hatte sie nur vorgetäuscht, um dem Zureden und Drängen der Eltern zu entgehen. Sie hatte ausgehan't und gewartet auf den Mann, dem sie ihr Wort gegeben, dem sie sich vor Zeugen verlobt und den die Zeugen auch gemahnt hatten. Nun war er da, und mit ihm ihr Glück, das lange währen und ihr ihre Treue vergelten sollte. Das Le6ense/ement Nachdem Kaiser Hadrian den Aufstand Bar- Kochbas nieder geworfen hatte, erließ er aus Angst vor einem Wiederaufflammen des Widerstandes und um so den Lebensnerv im jüdischen Volkskörper zu treffen, strenge Gesetze gegen die Ausübung der religiösen Vorschriften. Harte Strafen xoxirden für Sabbatheiligung und Kinderbeschneidung verhängt. Doch am meisten verpönt 'war die Pflege der Lehr e; wer das Wort G(ttes verkündete, der hatte das Leben verwirkt. ׳ Die Weisen Israels zogen sich in Höhlen und unterirdische Gewölbe zurück, um das ewige Licht und die heilige Flamme der Thora nicht verlöschen zu lassen, auf daß sie ihren Getreuen in der trostlosen Finsternis des Gohis leuchte und sie erwärme in der bitteren Kälte ihrer Einsamkeit. ,Einer jedoch folgte seinen großen Freunden nicht, R ab bi .Akib a war es, der an der alten Uebung festhielt, dem Volke öffentlich vorzutragen. Täglich sprach er auf dem Marktplatz zu einer gierig lauschenden Menge, um in ihren Hirnen und Herzen das wachziierhälten, was man ihnen rauben wollte. Da stellte ihn eines Tages Pappus, ein Römerfreund, dessen Vater noch Je hu da geheißen: ״Wie kannst du es wagen, des Kaisers Verbot zu mißachten? Wenn du deine Tollheit Mut nennst, so sei dir’s gegönnt; warum aber bringst du so viele andere in' Gefahr?“ Mit feinem Lächeln entgegnete der Rabbi: ״Ich kenne dich als Freund von Geschichten, Pappus! So höre denn, was jüngst geschehen. An des Teiches Rand beobachtete ein lüsterner F xich s das muntere Spiel der Fischlein und dachte sich, wie gut sie ihm munden würden. ,Fis chleixi‘, lockte er, ,ist euch nicht kalt im Wass er? Ihr werdet daran noch zugrunde gehen! Auch lauert dort.ein Hai. Fliehet doch die Gefahren und kommt ans :Land! Hier strahlt die Sonne, hier gibt es keime Haie, isPs so wohl, daß ihr dann gar nicht mehr ins garstige Naß zurückwöllt.e *Ach‘, et'- widerten die kleinen Fisehchen, ,das Wasser ist unser Element!' Wenn wir da bedroht sind, um wieviel mehr in einer un g e wohnt en, fremden Welt? Wir bleiben, wo wir hingehören; hier sind wir am sichersten, troz aller Gefahren!( Mein lieber Pappus, die Thora ist unser Lebenselement! Wenn wir mit ihr nicht geborgen sind, dann ohne.sie erst recht nicht, Es gibt keine größere Gefahr, als ihrem Schutz zu entbehren“ E. G. ln Warschau ist eine neue politische Partei, unter dem Famen ״Gesellschafttich-politis ches Lager Warta“ registriert worden. Der Gründer der Partei ist der Herausgeber der antijüdischen Zeitung ״Warta“. Die Palästina-Regierung ordnete die Ltquidatio n der P at äSt in a * A bi eilun g der Wiener Lebensversichemngsgesellschaft ״Phönix“ an und ernannte einen Kommissär zur Durchführung der Liquidierung. Ende Juni dieses Jahres soll in Wien der zweite Weltkong re ß der jüdischen Frontkämpfer statt finden. An ihm werden Abordnungen jüdischer Frontkämpfer aus England, Frankreich, Italien, Polen, Ungarn, Bulgarien, der Tschechoslowakei, den Vereinigten Staaten, Litauen, Lettland, Südafrika und Australien teilnehmen, Am 7. und am 8. Mai wurden in Warschau mehr als hundert Mitglieder der ille g ale n O r g anisation des National-radikalen Lagers (Nara) verhaftet. Auf der Weichselbrücke in Warschau überfielen nationaldemokratische Studenten jüdische Passänten und verletzten fünf von ihnen erheblich. In Wilna haben Huligans die Synagoge in der Zajenczi-Gasse mit Steinen bombardiert und die Fensterscheiben eingeschlagen. Im Stadtpark von Kiele e wurden die jüdisehen Spaziergänger von einer Gruppe Huligans überfallen und barbarisch mißhandelt. Der Generalsekretär der Isreälitischen Allianz in Wie n, Räbb. Dr. Kaminka, feierte dieser Tage seinen 7 0. Geburtstag. Er war aus diesem Anlaß Gegenstand herzlicher Gratulationen seitens seiner zahlreichen Freunde, Das Organ der französischen Liga zur Bekämpfung des Antisemitismus ״Droit de, vivre“ teilt mit, daß eine Reihe Deputierter des neuen Parlaments auf Anregung der Liga sich entschlossen hat, dem Parlament ein G es et z p r o j e kt zu unterbreiten, demgemäß jede an tis e mi tische oder rassistische Propaganda in Frankreich unter Strafe g e stellt wird. 9 In einer Versammlung des polnischen Rabbiner Verbundes wurde die Lage nach Einführung des Schächtgesetzes erörtert. In der palästinensischen Presse wird berichtet, daß binnen kurzem eine Untersuchung der bei Jerxisalem gelegenen Höhle Zidkiahus auf Metall- und insbesondere auf Kupfer vor kommen statt finden soll. Ein Kapitalist aus Südafrika soll von der Mandatsregieneng das Schurfrecht hierfür erhalten haben. In Wilna haben Studenten, die antisemitische Aufrufe der nationaldemokratischen Partei verbreiteten, mehrere jüdische Passanten niedergeschlagen. % In Kiele e verbreitete die antisemitische Zeitung ״Dziennik Narodovi“ das Gerücht, daß Juden einen Handelsschüler uberfällen hätten. Daraufhin sammelte sich eine Menge Huligans im jüdischen Viertel an, viele Juden wurden überfallen und zum Teil erheblich verletzt. Polizei säuberte das jüdische Viertel, verhaftete aber dabei etwa 80 Juden. Zu Freuds 80. Geburtstag 'gibt das Wilnaer Jiddische Wissenschaftliche Institut die ״Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse“ in jiddischer Ueber- Setzung von Dr. Max Weinreich heraus. In Wien wxirde in den Räumen des Bundes jüdischer Frontsoldaten eine Axisstellung von Bildern eröffnet, die der jüdische Frontsoldat Alexander Klein aus Temesvar in. Rumänien gemalt hat'. Klein hat im Kriege beide Hände verloren und malt mit seinem rechten Fuß. Siebzehn Jahre hat er gebraucht, um diese Fertigkeit zu erreichen. % Die durch ' dAe Einführung der Devise nbewirt schaftung in Polen veranlaßten Abhebungen bei der polnisch-pälästinensischexi Bank, der Polska Kasa Opieki in Tel-Aviv und Haifa, sollen etwa eine halbe Million Dollar betragen. Die Vexduste, die durch den Kursrückgang des Zloty für die Juden in Palästina entstaxidexi sind, werden von der palästinensischen Tagespresse auf 600.000 Dollar beziffert. Am Sonntag, den 10, Mai, sandte der Prager Rundfxmk eine Reportage E. F. Samaxis vom Jüdischen Friedho f. Dabei gelangten Motive von hebräischen Texten und die hebräischen Elegien des Rabbi Abigdor Kara zur Wiedergabe. Das Städtchen Z am o sc bei Lublin ist von , einer furchtbaren Brandkatastrophe heimgesucht worden; etwa 70 von Juden bewohxite' Holzhäuser in drei Straßenzügen brannten völlig nieder, rund 2000 Menschen sind obdachlos und in größter Not. Der Rat der Volkskommissare der Sowjet u nion, (Sownarkom) genehmigte in seiner ■soeben abgehältenexi Sitzung den Axifbauplan des jüdisehen autonomen Landes B ir 0 - Bids ch an für das Jahr 1936 xmd bewilligte aus staatlichen Mitteln für das laufende Jahr ein Budget von 76,088.000 Rubel. Der Stadtrat von Memel, der seit einiger zeit von Nazis beherrscht wird, hat sämtliche städtisehen Subventionen für jü dis che religiöse und soziale Institutionen Memels aus dem Budget gestrichen. Im ״Ulmer Tagblatt“ wird eine Bekanntmächxmg der Kriminal polizei in Ulm veröffentlicht, in der es heißt, daß in der Nacht vom 15. zum 16. April im alten jüdischen Friedhof in der Frauenstraße in Ulm etwa 15 Grabsteine gewaltsam von den Sockeln geworfen und beschädigt worden sind, Das S o fioter Blatt ,&or a“ veröffentlicht einen Artikel seines Chefredakteurs, der in Palästina die Wirtschaftsverhältnisse studiert. In dem Artikel wird ausgeführt, daß die aus Deutschland ausgewanderten jüdischen Chemiker das Geheimnis der Erzexigung von Anilin f arb en kennen, und daß man demnächst in Palästina mit der Erzeug un g dieser F arb e n beginnen werde. (? Red.) v Die ägyptische Regierung ernannte den Vorsitzenden der J üdis chen Gemeinde von Kairo, Kat ani Pascha, zum Mitglied des ägyptische 71 Senats. H. Grün, II., Taborstraße 8 b, Telephon R-42-3-66, Atelier für feine Herrengarderobe, E

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