Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 22 (1936)
- Issue
- 18 (15.5.1936)
- Date
- 1936-05-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ih*to0v§ poyolanö mdlt pm t a*. mn*mm V, b. b. 3QDIGCH6 PR6SGG X-tizi£äitätai. '**tt vom Vetfegef versendet 4 *** .*? Jsfk na W/fN•״.. IS. MAI 1936 .ב״גאיירתת 22. Jahrgang / Nummer 18 Redaktion and Administration: ,Wien, IL, Malz* gasse 12 a, Telephon A-46-0-15; Tschechoslowakei: Bratislava» Postfach 381 / Erscheint jeden Freitag / Redaktionsschluß.* Mittwoch Mittag Abonnementpreise: Ganzjährig: für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei Kö 80, Jugoslawien Dinar 160, das übrige Ausland Schw. Fr. 14. Einzelnummer Ost. Gr. 40• Zahlungen f. ״Jüdische Fresse", Wien, auf folgende Post» sparkassenkonti: Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 126.058, Budapest Nr. 50.170, Warschau Nr. 190.409, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. VIH, 4117, Berlin Nr. 122.619. ORGsn für Die imeRessen Des ORTHODosen JUDenTums die £a#e m twz pstad (Eigenbericht der ״Jüdischen Presse“) Die Regierung hat sich entschlossen, nunmehr mit aller Energie gegen den arabischen Terror vorzugehen. Mehrere Führer der Streikbewegung wurden verhaftet und vor den Richter gestellt. Das Urteil wird demnächst bekanntgegeben werden. Der Verkehr in ganz Palästina nimmt allmählich normale Formen an. Auch der Verkehr zwischen Jaffa und Tel-Aviv mit jüdischen Autobussen wurde wieder aufgenommen. Die Juden aber betreten Jaffa nur in dringenden Fällen und auch dann gehen sie nicht weiter als bis zum Hause der Anglo-Palestine Bank, weil die Lage in Jaffa noch nicht so ist, daß Zwischenfälle als ausgeschlossen gelten könnten. Dagegen sind in den Straßen von Tel-Aviv zahlreiche Araber zu sehen, die in keiner Weise belästigt werden. Die erste Hälfte der vorigen Woche wurden täglich aus verschiedenen Teilen des Landes Brandstiftungen gemeldet. Der Schaden, der dadurch entstanden ist, ist ungeheuer. Zahlreiche arabische Dörfer wurden mit Kollektivstrafen belegt, weil angenommen wird, daß Bewohner derselben an Brandstiftungen, Waldfrevel und Bombardierung vorbeifahrender Autos teilgenommen haben. Viele Araber sind bei verschiedenen ungesetzlichen Handlungen ertappt und verhaftet worden. Die Regierung hat, einer jüdischen Forderung nachgebend, das Gericht in Jaffa nach T e|- Avkv ve r־ legt. Das Gericht führt seine “Verhandlungen in hebräischer Sprache. H Inzwischen wird׳ von ‘ arabischer Seite weiter versucht, die Generalstreikbewegung über die von ihr bisher erfaßten Kreise hinaus auszudehnen. Der Großmufti selbst versucht, alle Patriarchen in Palästina zu überreden, sich dem Streik anzuschließen. Wie es heißt, soll der römische Patriarch Barlassiano, der bereits bisher wegen seiner antijüdischen Haltung bekannt war, den Plan des Großmufti unterstützen. Der arabische ״Nationale Kriegsrat“ sandte nach Syrien und Aegypten Abordnungen, die den Auftrag haben, zu verhindern, daß Lebensmittel nach Tel-Aviv verschifft werden. Dennoch herrschte in den letzten Tagen als Folge des Einschreitens der Behörden nahezu ungestörte Ruhe. Das ftdiscUe?,atastina weUd tick Nach dem bereits gemeldeten Schritt der A g u d a s Jisroel haben nunmehr auch die jüdischen Mitglieder des Stadtrates von Jerusalem ein offizielles Schreiben an den Distriktskommissär von Jerusalem, J. E. F. Campbell, gesandt, in welchem sie darauf hinweisen, daß der Bürger- Richtigstellung Der einleitende Teil unseres vor wöchigen Leitartikels mußte infolge im letzten Augenblick aufgetretener technischer Schwierigkeiten gekürzt und umgestellt werden; dadurch ist ein überaus peinlicher, sinnentstellender Fehler entstanden. Wir legen Wert darauf, diesen riphtigzustellen, weil bei den in der Eile .vorgenommenen Kürzungen die Einleitung des Artikels gerade ins Gegenteil des ursprünglichen Sinnes verwandelt wurde. Der richtige Sinn der verstümmelten Sätze war eine kräftige Polemik gegen die modernistische Geschichtsauffassung, die so gern Rabbi Akiba und seine Schüler als Helden mit der Waffe in der Hand, Rabbi Akiba selbst förmlich als den geistigen Inspirator der Aufstandsbewegung hinsteüt. Demgegenüber kann und muß auf Grund der einwandfreien jüdisehen Quellen festgestellt werden, daß zunächst, was die Schülerschaft von Rabbi Akiba betrifft, diese nicht auf dem Schlachtfeld, sondern infolge verheerender E p i d emien dezimiert wurde. Was Rabbi Akiba selbst anbelangt, stand er wohl eine Zeitlang im Banne von Bar Kochba und sympathisierte mit seiner Bewegung, bald aber erkannte er, daß nur das Streben und Weben in der jüdischen Lehre die einzige Existenzgrundlage des jüdischen Volkes sein 'kann. Nach dieser Einleitung setzt sich richtigerweise der vorwöchige Artikel mit dem Satz fort; ״Der innere Kern des großen Gedankens Rabbi Akibas hat aber bis zum heutigen Tage seine Geltung bewahrt“ usw. meister von־ Jerusalem, Dr. K h a 1 d i, durch seine Zugehörigkeit zum arabischen Streikausschuß die gebotene Neutralität verletzt. Die Regierung wird aufgefordert, Khaldi seines Amtes als Bürgermeister zu enthe b en, falls er nicht. aus dem Streikausschuß austreten wolle. Dieser Forderung hat sich auch der ,Waad Leumi angeschlossen. י Die Stadtverwaltung von Tel-Aviv und die hebräisehe Presse fordern immer energischer von der Regierung, daß sie Anstalten treffe, daß die jüdische Stadt Tel-Aviv und ihr Hinterland mit einer jüdischen Bevölkerung von 200.000 Seelen vollkommen von dem arabischen Jaffa unabhängig werden, nachdem die Jaffaer Araber deutlich kundgetan haben, daß ihnen an einem friedlichen Zusammenleben mit den jüdischen Mitbürgern nichts gelegen sei. Vor allem wird die beschleunigte Schaffung eines eigenen Hafend in Tel-Aviv gefordert. Die Errichtung. einer provisorischen Ausladungsstation an der Mündung des Jarkon, wozu die Pläne bereits fertiggestellt sind, wird energisch betrieben. Die Stadt Tel-Aviv hat sich bereit erklärt, die Kosten des Baues zu tragen. Die Stadtverwaltung wird in dieser Angelegenheit im Verlaufe der Woche mit dem High Commissioner Sir Arthur: Wauchope eine Beratung abhalten. Auf Grund einer behördlichen Verfügung sind die Waffen- und Munitionslager in der Scharon- Ebene und im Emek Jesreel, e n t s i e g e 11 und die .Waffen unter;, den,.jüdischen^Siedlern ,.verteilt worden. Auch die in den an Jaffa grenzenden Vorstädten von Tel- Aviv wohnenden Juden sind mit Waffen zu ihrem Selbstschutz ausgerüstet worden. Zehn neue Polizei- Stationen wurden in der Scharon-Ebene eingerichtet. MaucUape warnt die aca&iscUen FüUcec Amtlich wird mitgeteilt, daß der Oberkommissär am Donnerstag, den 7. Mai, vormittags, die Mitglieder des Obersten Arabischen Rates empfangen und sich an sie mit folgenden Wort gewandt habe: ״Ich habe •Sie zu mir gebeten, da ich der Ueberzeugung bin, daß es sich um ein sehr wichtiges Zusammentreffen handelt, und ich zweifle nicht daran, daß Sie mit allem Emst meine Worte aufnehmen werden. Ich benutze diese Gelegenheit, um Ihnen mitzuteilen, daß das von Ihnen überreichte Memorandum Fragen der Grund- Politik behandelt; demgemäß habe ich das Memorandum dem Staatssekretär übergeben. Gestern ist mir• ein Aufruf gezeigt worden, der von Hassan Zadki Deajani und Salakh A'bdu als Vorsitzendem und Vizevorsitzendem des Chauffeurstreikkomitees unterzeichnet ist. In diesem Aufruf wird dazu aufgefordert, sich der Steuerzahlung zu enthalten, und die Notwendigkeit eines Streiks sämtlicher Regierungsb e a m t en ausgesprochen. Die Regierung hat gegen die beiden, die den Aufruf Unterzeichneten, Schritte unternommen. Ich bin überzeugt, daß keiner von Ihnen sich diesem Aufruf und einer gesetzwidrigen Handlung anschließen wird.. Ich fordere deshalb, daß Sie unverzüglich der Bevölkerung be* kannt geben, daß Sie sifeh weder diesem Aufruf an schließen, noch sich irgendwie in ungesetzliche Aktionen einlassen werd e n. Es ist mir bekannt geworden, daß der Oberste Arabische Rat beabsichtigt, verschiedene Städte zu besuchen. Ich nehme diese Gelegenheit wahr, um Ihnen zu sagen, daß ich den Zusammentritt öffentlicher Versammlungen, die dazu angetan sind, Demonstrationen und Unruhen heraufzubeschwören und Menschenopfer zu ver- Ursachen, nicht zulassen werde. Es ist Ihnen doch bekannt, daß der Kolonialminister sich damit einverstanden erklärt hat, Ihre Delegation in London zu empfangen, und ich habe Ihnen immer geraten, sich diese Linie als Riehtschnür für Ihre Aktionen zu wählen. Ich möchte nicht verfehlen, auf die Folgen hinzuweisen, die eintreten könnten,, falls sich der arabische Rat illegalen Aktionen anschließt. Sie laufen dann Gefahr, die Gelegenheit zu verlieren, Ihre Wünsche unter günstigen Bedingungen vorzutragen. Meine innerste Ueberzeugung ist, daß der Streik nichts als Verstimmung mit sich bringt und daß keinerlei. Vorteile aus ihm erwachsen werden. Sie wissen genau, daß die Regierung von dem Wege, den sie für richtig findet, auch unter dem Drucke eines Streiks, nicht abgehen wird. Die nächste Ausgabe der ,Jüdischen Presse“ erscheint als Schwuos-Nummer am Erew Sch wuos, Dienstag, den 26• Hai 1936. Redaktionschluß: Freitag, den 22. Mai, für Inserate: Sonntag, den 24. Mai, mittags. Ihr Entschluß, alle־ Maßnahmen, zu ergreifen, um ungesetzliche Handlungen zu ersticken, ist unumstößlich. Ich fordere von Ihnen deshalb, der auf Ihnen als Mitglieder des Obersten Arabischen Rates lastenden Verantwortlichkeit zu gedenken und sich jeder ungesetzlichen Handlung, die zu Mord, Brandstiftung oder irgend einer anderen Form eines Aufstandes führt, zu widersetzen und clie Regierung bei ihren Maßnahmen, die sie zur Wiederherstellung der ,Ordnung im ganzen Lande ergreift oder ergreifen wird, zu unterstützen. Der einzig richtige Weg war und ist noch heute, eine Delegation nach London zu senden. Statt dessen haben Sie es vorgezogen, einen Streik zu unterstützen, der in keiner Weise dazu angetan ist, Sie zu stärken, und der nur Ihrem Volke Leiden verursacht. Ich fördere von Ihnen als den verantwortlichen Führern,- von dem .zuletzt besprocheneh Weg Abstand zu nehmen und den *zuerst erwähnten statt dessen einzuschlägen. Ich bin überzeugt, daß Sie das heute Gesagte mit dem richtigen Ernst in Erwägung ziehen werden.“ Um 5 Uhr nachmittags erschienen die Parteiführer abermals beim Oberkommissär. Diesmal fand die Besprechung in Gegenwart des Chef Sekretärs und höherer Regierungsbeamten' statt. Die Parteiführer erklärten, daß sie nicht bereit seien, dem Wunsche des Oberkommissärs naehzukommen. Es entstand eine längere Debatte . 1 zu einer weiteren. Sitzung zusammengetreten, die bis in die späten Nachtstunden andauerte . und folgende Be- Schlüsse faßte: 1. Fortsetzung des Streiks bis zur Erfüllung der arabischen Forderungen nach 1Sperrung der jüdischen Ali ja und nationaler Selbständigkeit. ä 2. Warnung an die Regierung; wenn bis zum 15. Mai die arabischen Forderungen nicht erfüllt werden, wird der Steuerstreik ausgerufen werden'. Das £cUa in )a$a Die scharfe Warnung des Oberkommissärs an die arabischen Führer kam wie ein Donnerschlag aus heiterem Himmel. Es werden ununterbrochen Diskussionen abgehalten und gestern kam es bereits zu einem ernsten Streite zwischen christlichen und mohammedanischen Arabern im Ajali-Viertel in Jaffa. Es werden Stimmen laut, die den Abbruch des Streiks fordern. Die Streikbrecher vermehren sich von Tag zu Tag. Aufcu# <zutn■ Austritt aus des ÜMssetU liseoet Die Zentrale der Agudas Jisroel in Jerusalem• verbreitet einen Aufruf, in welchem sie zum Austritt aus der Knesseth Jisroel auffordert. Gleichzeitig wird ein Aufruf mit gleichem Inhalt von Großrabbiner Duschinski veröffentlicht. Keine Aeftdeeung, dee CinwandemntysftolUik Der Minister für die Kolonien, J. H. Thomas, gab in der Sitzung des Unterhauses am Dienstag, den 6. Mai, als Antwort auf Fragen einiger Abgeordneten, die von der Regierung eine parstellung der jetzigen Lage in Palästina und der Haltung der Regierung PERÜCKEN OthmarSchiff Neueste Modelle in Erstklassig in Material und Ausführung, tadelloser Sitz, zu günstigsten Preisen erhältlich bei Wien l, Kärntnerring 6 Telephon U-43-0-16 Nur k u,rz e Z e i t,- solange der Vorrat reichtl