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Jüdische Presse · 1936-05-08 · 17 (8.5.1936) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
22 (1936)
Issue
17 (8.5.1936)
Date
1936-05-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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JÜDISCHE m rt ÄS sammelten Gäste. Er ging' im weiteren Verlauf seiner Rede auf die B e d e u t u n g d e r M e s s e für Tel-Aviv und für den Nahen Grient ein und wies in diesem Zusammenhang auf die umstände hin, unter denen die Levätttemesäe im gegenwärtigen Augenblick eröffnet werde. Er gab seinem Bedauern Über die Vorfälle in den letzten Wochen Ausdruck Uttd beZeichhete die Messe als ein Symbol nicht ZU brethenden jüdiisehen Aufbau willens. Ger High Commissioner, der zuerst vom Publikum ohne irgend welche Kundgebungen empfangen Würde, sprach sein Bedauern über die kürziichen Ereigüisse in Palästina aus und sagte, er sei der Ueber- Zeugung, daß diese Ereignisse die normale Wirtschaft- ÜChe Entwicklung des Landes nicht stören würden. Zum Schluß seiner Ansprache erhielt High Commissioner Arthur Wauchope einigen Beifall. Die Versammlung hörte sodann folgende Bev grüßungsWörte des Kolonienministers J. H. Thomas, die durch Radio von London aus verbreitet wurden und bei der Eröffnungsveranstaltung klar vernommen werden konnten 5 . ׳׳ ״Es ist mir ein wirkliches Vergnügen, an der Eröffnungszeremonie der Internationalen Levantemesse, die wieder einmal nach einem Zeitraum von zwei Jahren in Tel-Aviv Ihre Tore den Märkten des Nahen und Mittleren Ostens öffnet, teilzunehmen. Das Wachstum Ihrer bedeutenden Stadt ist auf* sehenerregend rasch vor sich gegangen und die Entwicklüng der Levantemesse selbst kaum weniger. Sie begann im Jahre 1925 als eine kleine Ausstellung Örtlicher Er- Zeugnisse. Innerhalb des kurzen Zeitraumes von neun Jahren hat sie sich dank härter Arbeit, Enthusiasmus und den konstruktiven Plänen der für sie Verantwortlichen zu einer Einrichtung entwickelt, auf die jede große Stadt in der Welt eigentlich stolz sein könnte. Im Jahre 1934 waren über 2000 ausstellende Firmen aus 32 Ländern zugegen; es gab 600.000 Besucher; die Zahl der Aussteller und der Besucher hatte siCh gegenüber der nun zwei Jahre vorher abgehaltenen Messe verdoppelt. Natürlicherweise haben die unglücklichen Ereignisse der letzten zwei Wochen einen tiefen Schatten auf diese Veranstaltung geworfen. Aber ich bin überzeugt ' davon, daß diese traurigen Ereignisse die Organisatoren der Levantemesse nicht davon abhalten werden, im Verlaufe der Messe wieder den bemerkenswerten Erfolg zu erreichen, der ihnen vor zwei Jahren beschieden gewesen ‘ ist. Im 4Aufträge Seiner Majestät Regierung im Vereinigten Königreich wünsche ich der Levantemesse einen großen und denkwürdigen Erfolg. Mein sehr herzlicher Willkömmensgruß gilt den Ausstellern, aus welchem Lande . sie auch immer kommen mögen.“ Hiemit war die III. Levantemesse eröffnet.!> Am Freitag abends wurde die Ausstellung bei Ein-; treten der S a b b a t h r u h e geschlossen und am Samstag . . abends wieder, eröffnet. Am Sonntag, den 3. Mai, wurde ' eine Reihe ausländischer Pavillons feierlich eröffnet. ' ‘ Viele Ausstellungen außerpalästinensischer Erzeug- 1 nisse mußten verschoben werden, bis die durch den, ׳ Streik der arabischen Arbeiter im Hafen von Jaffa liegengebliebenen Waren nach Tel-Aviv gebracht werden können. Am 10. Mai, dem Lag-b’omer-Fest, wird die landwirtschuf fliehe Ausstellung eröffnet werden. Die Stadt Tel- Äfft Ist fällen Bewegung» die Stimmung ist im aligemeinen eine gute und höfrÄUügsfölte. Das griechische Wirtschäftäministerium hat in letzter Stunde vor Eröffnung der t#fantemesse bekanntgegeben, daß Griechenland offiziell Sich an der Messe nicht beteiligen Werde. Als Grund hiefür Wird' die in Palästina herrschende Unsicherheit angegeben. Wamiii» Herr Minister? Kolonialminister Thomas lehnt den Plan einer jüdischarabischen Round-Table-Konferenz ab In der Sitzung des britischen Unterhauses richtete der Konservative Hall-Caine an den Kolonienminister die Frage, ob die Regierung es nicht für ratsam hatte, die Anwesenheit der arabischen׳ Palästina-Delegation in London dazu auszunutzen, um eine Roünd-Table- Konferenz arabischer und jüdischer Führer in London zu arrangieren. Die gleiche Frage stellte der jüdische Konservative Marcus Samuel. Auf beide Fragen erwiderte der Kolonienminister .T. H. Thomas, die Regierung habe die arabischen Führer nach London geladen, um ihnen Gelegenheit zu geben, ihre Sache der Regierung darzulegen. Man wird es verstehen, daß die Regierung vor der Anhörung der arabischen Delegation nicht in der Lage sei, eine Erkiärung in dieser Sache abzugeben. Ferner führte der Kolonienminister aus, die arabisehen Parteien in Palästina haben den High Commis- Sioner dahin informiert, daß sie die Abreise der Deleghtion nach London in d i e s e m Augenblick als nicht im öffentlichen Interesse stehend erachten. Wenn Raucher der Ver-• färbung der Zähne vorbeugen wollen, dann hilft nur die regelmäßige, tägliehe Pflege mit ODOL- Zahnpasta. Kleine Tube S 90.-ל Große Tube S 1.40 An unsere Leser und Freunde/? Einem schon seit Jahren vielfach aus dem Leserkreise geäußerten Wunsche Rechnung tragend, haben wir uns entschlossen, eine Reiseberatungsstelle einzurichten, die allen Lesern der ״Jüdischen Presse“ kostenlos zur Verfügung stehen wird, insbesondere zur Beratung in allen die Kur- und Urlaubsaufenthalte betreffenden Fragen. Wir hoffen, mit dieser Einrichtung wieder einen Schritt vorwärts in der Richtung des Dienstes am Kunden, die wir vor Jahren einschlugen, getan zu haben, und laden unsere gesch. Leser ein, die Dienste unserer Reiseberatungsstelle nach Bedarf in Anspruch zu nehmen. ' Die Reiseberatungsstelle wird über, das für die Beantwortung aller einschlägigen Fragen erforderliche Unterlagenmaterial verfügen.! Anfragen sind schriftlich unter Beischluß von Rückporto zu richten an: ״Jüdische Presse“, Abteilung Reiseberatung, Wien, II., Malzgasse 13a, oder Bratislava, Postfach 381. Die Beantwortung wird unverbindlich entweder in der Rubrik ״Wir antworten...“ unserer Zeitung oder brieflich erfolgen. | Verlag ״Jüdische Presse“ Neue Terrorwelle in Polen Die Welle der Judenverfolgungen in Polen, die in der allerletzten Zeit etwas abgeebbt war, scheint nun wieder ansteigen zu wollen. In Q,| w o c k bei Warschau haben nationaldemokratische Huligans in der Nacht ein Haus a n g e z ü ndet, in dem zwölf jüdische Familien wohnen. Das Haus ■ brannte vollkommen nieder, die jüdischen Einwohner ' blieben ohne Obdach und verloren ihre gesamte Habe. Um die Rettungsaktion zu erschweren, hatten die Täter Türen und Fenster der einzelnen Wohnungen mit Draht vergittert. Wie durch ein Wunder sind alle Einwohner mit dem Leben davongekommen. Zwölf Nationalradikale (Nara) wurden als der Brandstiftung ■ verdächtig verhaftet. Auch der Kurort Zakopane in der Hohen Tatra ' war in der letzten Zeit Schauplatz antijüdischer Angriffe. . An der eben erst erbauten und noch nicht eingeweihten Synagoge wurden Fenster und Türen eingeschlagen. In der Stadt Minsk-Maz wurde um 12 Uhr nachts eine Gruppe mit dem Zug aus Warschau eingetroffener Juden von etwa 20 Huligans überfallen und mit Eisenstäben und Messern bearbeitet. Drei Juden wurden mit lebensgefährlichen Stichwunden in das Hospital ein- geliefert, einer •von ihnen starb nach einer vorgenom* ״ menen Operation. ,, In B r o d y, Qstgaüzien, drangen in d§r Nacht, unerkannt gebliebene Huligans in die Wohnung des ange- «ebenen Juden Isidor Oftersetzer ein, schossen ihn, seine Frau und seinen Sohn nieder. Geraubt wurde nichts. •Oftersetzer e r 1 a g seinen Wunden.,; In W a w e r, zwischen Warschau und Qtwftck, wurfden ■die jüdischen Einwohner durch Huligans Überfällen. Der Kauf mann jJakftb V » g e 1 m a n n wurde durch Revol- Vorschüsse lebensgefährlich verletzt. : In Karczew gab es wiederholt antijüdische Un- ^uhen, ׳ Mehrere jüdische Einwohner wurden durch Huli- ■gans schwer mißhandelt, Be! autijüdischen Exzessen im Warschauer Stadt- * teil Ss5mulft׳wizno, so genannt nach dem jüdisch-polnischen Patrioten Szmuel Zbitkower, am 1. Mai wurde der Jude Simcha Silber st ein schwer und eine Reihe anderer Juden leicht verletzt. Der ״Robotnik“ berichtet, daß in Warschau eine Zentrale deutscher Nazipropaganda errichtet wurde. Rabbi Jakob, Schapiro זצ״ל Im Alter von 62 Jahren verstarb in Warschau Rabbi Jakob Schapiro, der in der orthodoxen Welt hochangesehene Leiter der berühmten Jeschiwa von Woloszyn, Sohn des alten Woloszyner Rosch-Jeschiwa Rabbi Raphael Schapiro und Enkel des Gaons Rabbi Chajim Woloszyner s. Z. 1. Der Verstorbene galt als einer der größten Talmud- Gelehrten der heutigen Zeit. Er hintefließ zahlreiche talmudische Werke. Unter seinen, Tausenden Schülern bekleiden mehrere Rabbinerämter in verschiedenen Teilen der Welt, Die Bestattung fand iri Woloszyn bei Anwesenheit zahlreicher Rabbiner aus Nah und Fern statt. חנצב־ה Phönix und Aguda In einer Aufmachung, die gewisse dem Kunschaksehen Freiheitsbund erwünschte Eindrücke erwecken soll, wird in dessen Mitteilungsblatt ein ״geheimer Bericht der internationalen jüdischen Welt- Organisation , A g u d a s J i s r o e 1' “ veröffentlicht, der als Pendant zu der vom Freiheitsbund im Zusammenhang mit der Phönix-Affäre geführten antisemitisehen Kampagne dienen soll. Die Agudazentrale hat darauf den ״Mitteilungen*‘ eine E n t g e g n u n g zugehen lassen, in der die Bemerkungen zu einer angeblichen Sitzverlegung berichtigt werden und festgestellt wird, daß die Beziehungen Phönix—Aguda in einem allgemein üblichen Begünstigungsvertrag bestehen, der jeder berufenen Instanz zur Einsicht offenliegt und der der Qrganisation die landläufige UmsatzproVision von 1 Promille (eins vom Tausend) . von allen durch die Landesorganisationen getätigten ■' Geschäfte sichert. von woclic zu Woclic # Die Pläne zur Gründung einer jüdischen tändwir 8 chitf ttichen Schule in W öthynien stehen vor der Verwirklichung. Dia, Schule, die über Morgen Land verfügt, *wird Sich ln Lud mit befinden und 60 Schüler aufnehmen können. # Eine Abordnung der jüdischen Hilf skomitees für die polnischen Juden sprach beim polnischen Generalkonsul in New York vor und übergab ihm ein Memorandum, in dem gegen die antijüdischen Vorkommnisse in Polen pröte- Stiert 1wird. # Das Würzburger Bürgermeisteramt hat durch Riesentafeln angeordnet: ,jf aut kr anke n und Juden ist der!Zutritt zu den städtischen Flußbädern nicht gestattet!“ # Die französische Regierung studiert augenblicklich einen Plan der Ueberführung von ungefähr $00 Familien saarländischer Flüchtlihg e aus Frankreich nach Südamerika und stellt dem Nansen*Amt in Genf hierfür gewisse Geldmittel in Aussicht. - Die litauische Regierung veröffentlicht eine Erklärung, in der gesagt wird, daß sie die Vereintgung der Rabbiner Litauens, die A gudas Harabonim, nicht als 0 f f i ziell e jüdische Körpers c h a f t a n e r k e n n e nt sondern nur als eine Berufs- Organisation betrachten könne. Die Regierung plane dagegen die Einsetzung eines jüdischen Konsistoriums mit einem Oberrabbiner ah der Spitze. Im eben eingesetzten polnischen Devisenaus s chu ß wurde die Frage der Kapitalistenaus Wanderung nach Palästina zur Sprache gebracht. Eine Entscheidung über dieses Problem ist bisher noch nicht bekannt geworden. Wie es heißt, soll sie positiv aus fallen. , . Joint Distribution Committee teilt mit, daß infolge der ungeheuren Lasten, die Joint hinsichtlich der Juden in Deutschland, Polen und anderen Ländern auf sich genommen hat, er in diesem Jahr keine Gelder für Palästina zur Verfügung stellen kann. % Im Alter von 88 Jahren verstarb in J erusalem Rabbi Aba Jakob Hakohen Borochow, eine hervorragende rabbinische Autorität und Schüler des berühmten Schiklower Rabbi Joschua Leib Diskin, Rabbi Borochow war Leiter der Jeschiwo von W olkowijsk bei Grodno, die von 2300 Talmud-Hochschülern besucht war. Er verfaßte mehrere rabbinische Werke. T. n. z. b. H. Die Exekutive der Union orthodoxer Rabbiner der Vereinigten. Staaten und Kanadas nahm einen Beschluß an, der Einladung zur Teilnahme an dem Jüdischen Weltkongreß, der in der ersten Augusthälfte in Genf abgehälten werden soll, nicht Folge zu leisten, da der Kongreß eine Gefahr für die Juden werden könne. Die Führer der rumänischen antisemitischterroristischen Organisation ״Eiserne Gard e“, Corneliu C o dreanu und Mihail Stelescu, wurden v e rhaftet und nach Galatz eskortiert. ״Daily Telegraph“ veröffentlicht ein Interview mit dem Bürgermeister von Jerusalem, Dr. Khaldi, in dem dieser mitteilt, sein Appell zur Aufbringung von einer Million Pfund bezwecke die E r ha ltun g der Heiligen Stadt, d. h. der Altstadt innerhalb der von König David errichteten Mauern. ״Daily Telegraph“ unterstützt den Plan und erklärt, Jerusalem werde von drei großen Religionen verehrt, deren Angehänge für die Aufbringung des notwendigen Geldes gewiß sorgen werden. Unter anderem wird geplant, den Oelberg wieder mit Oelbäumen zu bepflanzen. 9 Das Mitglied des amerikanischen Kong r e s s e sy Samuel Dickstein, hat in Enthüllungen über neue Nazi-Umtriebe in Amerika mitgeteilt, die Untersuchung habe festgestellt, daß die Hitler-RS gier un g bisher schätzungsweise 32 Mil- Honen Dollar für antijüdische Propaganda in den Vereinigten Staaten von Amerika ausgegeben hat. Außenminister Anthony Eden teilte im Unterhaus mit, daß der N e g u s von Abessinien, Hatte Seiassie, den Wunsch ausgedrückt habe, sich mit seiner Familie nach Palästina zu begeben und in Jerusalem Auf enthalt zu nehmen. Die britische Regierung habe es für ihre P flicht gehalten, die Reise des Negus und seiner Begleitung nach Jerusalem zu erleichtern. . % Eine interessante Entdeckung, wurde in einer Kirche in Toledo gemacht. Der aus dem 12. Jahrhundert stammende Bau war ursprünglich eine S y nago ge und wurde im Jahre 1^05 in eine Kirche umgewandelt. Der Architekt Moya hat jetzt die alten Grundrisse ’der Synagoge entdeckt. Der städtische Schulreferent von N ii r nher g gab in einer Tagung der Ratsherren bekannt, daß auf Anregung der Gauleitung der N. S. 'D. A. P. von dem Kunstmaler Kunz Weidlich ein Porträt des Schweizer Landesleiters der N. S. D. A. P., Wilhelm Gustloff, geschaffen wurde. Von diesem Gemälde sollen 2000 Reproduktionen mit der Unterschrift ״Wilhelm Gustloff, ermordet von einem Jude n“, in den 2000 Klassenzimmern der Nürnberger Schulen aufgehängt werden. H. Grün, II., Taborstraße 8 b, Telephon R-42-3-66 Atelier für feine Herrengarderobe. e \J0meUw1 und dauecUaft Mode fTasoiis , . ..... S 9.80, 13,— Aus feinem Haarfiiz . , . , S 16.—, 30.— Nutria»unsereHutspeziaUtät . . . ,S 36— Borsaliuo, Antica Gasa .S 30— II, TA BORST RASSE 39 XiV,SECHSHAUSER8TRASSE34 XVII, KALVARIENBERGGASSE93

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