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Jüdische Presse · 1936-04-24 · 15 (24.4.1936) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
22 (1936)
Issue
15 (24.4.1936)
Date
1936-04-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 ,«,*.ח-.—li-^arfrwaui^rtrirni— 1Vi JÜDISOHEPRESSE Iitflüiilii Nf. iS Nachklänge zur Schächtfrage Von feabbinerjosef A d 1 e r, Schäßtrafg. Oie Verhandlungen im polnischen Sejm und in der Verwaltungskommission über die Schächtfrage boten so viel des Interessanten» daß man auch heute, obschon Wochen seither verstrichen sind, noch imttief gezwungen Ist» sich mit diesem ominösen Gegenstände und mit; den anläßlich seiner Pertraktierung gemachten Erfahrungen retrospektiv zu befassen. ln erster .Linie hat sich jedem ehrlichen, recht« schaffen denkenden Menschen tief in die Seele gebrannt der Schmerz darüber» daß eine Angelegenheit, die das Schmerzenskind von Millionen von Menschen ist, mit einer unglaublichen Oberflächlichkeit» mit einem sträfliehen Leichtsinn, mit einer, himmelschreienden Verlogenheit geführt werden konnte, ohne, das. Aufbäumen des Weltgewissens, ohne einen flammenden Widerspruch der wahrheitsliebenden Menschheit, ohne den energischen Protest der geschändeten Gerechtigkeit fürchten zu müssen. Man durfte da ganz dreist die lügenhaft tönende Phrase ins Parlament schleudern, daß Polen nicht ferner ״das einzige Kulturland bleiben dürfe, in dem die lm jüdisch-rituellen Schächten geübte׳ ,Tierquälerei‘ noch geduldet werde“, wo doch in Wirklichkeit bekanntermaßen in allen Kulturländern das Schächten nach jüdischem Gesetze und Brauche gestattet ist. Das Schächten ist überhaupt nur in drei Staaten verboten: in Finnland, in der Schweiz und in Deutschland. Wer nun von den polnischen Politikern hätte den sehnsüchtigen Wunsch, sein Vaterland, das auf eine rühmreiche Vergangenheit zurückblickt und einer großartigen Zukunft mit enormen Entwicklungsmöglichkeiten ontgegensieht, auf das Niveau Finnlands hinabzudrücken? Ich nehme an, daß also nicht das Beispiel dieses kleinen, bedeutungslosen Ländchens den Ansporn gegeben hat zur Einbringung des Projektes, das so vielen Mitbürgern so — wörtlich genommen — tief ins Fleisch schneidet. . Auch das Muster der Schweiz hat den Antrieb zur Unterbringung des berüchtigten Gesetzentwurfes nicht gegeben, denn seit der Einführung des Schacht- Verbotes in der Schweiz sind Jahrzehnte verstrichen, und kein Kulturstaat ahmte den schweizerischen Vorgang nach, dann der Fortschritt der Veterinären Wissenschaft hat es sonnenklar bewiesen — jedem, der Augen zu sehen und Vernunft zu urteilen hat —, daß die jüdische Schlachtmethode die humanste ist. Die freie, aber zwischen ihren Gebirgsketten eingeschlossene Schweiz von anno dazumal, als das Schächten untersagt wurde, handelte ‘in gutem Glauben. Ihre Gesetzgebung sicherte allen auf ihrem Gebiete wohnhaften Menschen, welcher Basse, Zunge und Konfession sie auch seien, gleiches Recht im. privaten .und öffentlichen .!״eben. Ihre Legislative und Exekutive ließ diesen allen — gleichen, ausreichenden Schutz gegen Unrecht und Unbill angedeihen, von welcher Seite ׳ sie auch* immer kommen mochten. In einem solchen Staate der Rechtsgleich־ hi e if und des Rechtsschu tz es .konnte man füglich auch an die weitestgehende Lösung des Tierschutzprobleims herantreten. Da war die bona fides als Leitgedanke der Urheber und Beschließer der ganzen Welt klar und erregte auch keine besondere Emotion, denn• es handelte sich da nur um einen physiologischen Irrtum, der um so verständlicher und verzeihlicher schien, weil er beim damaligen primitiven Stand des Veterinärtums leicht erklärlich und möglich war. Diese Vorbedingungen treffen aber in Polen nicht zu. Dort ist man noch weit entfernt von der rückhaltlosen und einheitlichen Sicherung des Rechtsschutzes, den Menschen gegenüber, dort ist noch Gut und Blut am Papier gleichberechtigter Bürger Freibeute ,bestialischer Gefühle von Yolksbetörern und pöbelhaft rohen, betrogenen Betrügern, der verhetzten, urteilslösen Massen. *Dort, wo noch der elementare Schütz der unschuldig leidenden Menschen fehlt, die ungestraft zur Zielscheibe aller gemeinen Instinkte, zum ständigen Angriffsobjekte’ gemacht werden können, dort ist es sicherlich keine Forderung des Zeitgeistes, den ״Tierschutz“ auf ideale Höhe zu heben, am allerwenigsten in einer Zeit; deren höchste Wissenschaftler einstimmig anerkennen, daß die jüdische Schächtvveise keine Tierquälerei bedeute und keinesfalls den Einspruch und den Schutz der Tiergesetz-: gebung erfordere. Es ist also klar, daß die Anregung zur Aufrollung der Schächtfrage in Polen — deutschen Ursprungs ist. Der Ursprung und die Triebfeder liegt daher nicht auf dem Gebiete der Kultur und des Fort■! s c h r i 11 e s, denn im ' Deutschland, das noch im Zeichen der Kultur'lind Zivilisation stand, dabhte man natürlich nicht daran, ein Postulat der jüdischen Religion zu stigmatisieren und zu zerbrechen. Erst im Dritten Reiche, das in Lüge gezeugt, in Laster geboren und in Frevel erhalten wird, 'winde mit einem Federstriche die humanste Tötungsart der Tiere, die jüdische Schächtart, verboten, aus infernalem H.aß gegen die Juden, denen man das Leben so sauer und unerträglich wie nur. möglich machen wollte. Wie zura Beweise gestattete man die übliche, nichtjüdische Tötungsmethode des Geflügels in den nicht jüdi scheu Haushaltungen, verbot aber die fachmännisch in kürzester Zeit in einwandfreier Technik durchgeführte Schüchtung des Geflügels nach jüdischem Ritus. Man schüttete die ganze Lauge des teuflischen Hasses über die Juden aus, weil sie ״Bolschewiken“ seien, und erließ eine Verfügung, die ein Grundgesetz der jüdisehen Religion, das mächtigste Bollwerk gegen den Bolschewismus, vernichtet und die Bekenner dieser Reiigion, die zähesten, erprobtesten und zuverlässigsten Aufrechterhalter gesitteter Weltordnung, ins Innerste trifft. Aus dieser unlauteren Quelle des Hasses und der Lüge ist die Frage des jüdisch-rituellen Schächtens auf den Sejmtisch gebracht worden. Weil Haß und Lüge dem Anträge Paten gestanden, darum durfte sich die AntragsteUerin zur Begründung ihres Projektes der erschreckenden Umvahrlieit bedienen, daß Polen ״der letzte Kultur- Staat“ sei, in dem der ״Barbarismus des Schächtens“ noch toleriert werde. Doppelt niederschmetternd wirkt dieser bewußt lügenhafte Ausspruch aus dem Munde einer Frau, die doch von Natur aus ein ausgebildeteres Gefühl für Gerechtigkeit und Menschenliebe, Religionsachtung und Wahrheitssinu haben müßte. Ein trauriges Zeichen des Verfalles ist es, daß eine Frau so widernatürlich die Fürsprecherin eines Gesetzes sein soll, die unmenschliche Härte, rücksichtslose Grausamkeit, drückende Not und Entbehrung über den zehnten Teil der Landesbevöikerung heraufbeschwörenwoUte.! >. Und ein zweiter, sehr betrübender Umstand war im Laufe der Verhandlungen die Tatsache, daß neben der Pfäü Prystor noch ein!katholischer Geistlicher es war» der seinen Einfluß und seine Beredsamkeit, sein Amt tittd seine Würde aufbot, uni das Volk, das der Welt den Glauben gegeben, vor das Dilemma z!1 stellen, entweder einen Fundamentalsatz seines Glaubens zu übertreten, oder sieh eine untragbare- Entsagung auf zu erlegen, un* faßbar ist es, daß ein Priester solchem Unterfangen Handlangerdienste leisten konnte: Ungeheuerlich, daß Frau und Priester sich vereinigen»׳ tim, ihrem Berufe und ihrer Lebensbestimmung entgegen, Leid Und Elend in hunderttausende Häuser zu tragen; Das Wäre wahrscheinlich anmöglich gewesen ohne die vorhergegangene, blindwütende, mit allen Mitteln der modernen Propaganda betriebenen Kampagne des tiefgründigen, unauslöschlichen Hasses, der insbesondere in den letzten drei Jahren in Ungeheurem Ausmaße gegen die Juden und alles Jüdische tobt. Angesichts dieses niederschlagenden Faktums wäre es schon an der Zeit, daß auch die Gutmeinenden, die Vertreter des5reine 11 Menschentums, sich aufraffen zur Verbreitung und Wiedereinsetzung des verkrümmten und getretenen Rechtes. Es wäre eine schöne Geste der. führenden Schweizer Staatsmänner, wenn sie, den Irrtum ihrer Vorfahren gutmachend, das Schächtverbot außer Kraft setzten, mit der Begründung, daß die Wahrheit, die Gerechtigkeit und der Humanismus, deren Prinzipien die Konstituante der Schweiz bilden, es unter den heutigen Verhältnissen gebieterisch erfordern, daß den Juden die Ausübung einer religiösen Pflicht gestattet werde, die ihnen einst in der Schweiz aus Unkenntnis des wahren Sachverhaltes unmöglich gemacht wurde. Da die veraltete und schon überholte Stellungnähme eines kulturell hochstehenden, von Freiheit, Gerechtigkeit und Wahrheitsliebe beseelten Staates nun von Haß und Feindseligkeit als Parole und zum Ausgangspunkte der Knebelung der Gewissensfreiheit, zur Aus- Der Misrachi protestiert .... Der Misrachi ist bös! Diesmal nicht auf die Agudas Jisroel, sondern auf seine langjährigen Weggenossen. ‘ Er sieht sich betrogen und hintergangen und zum Dank für die hingebende Missionstätigkeit, die er für die Zionistische Organisation im glaubenstreuen Judentum betrieben hat, unsterblicher Lächerlichkeit preisgegeben. ״V e r r a t“ hat man noch vor kurzem den Selbständigkeitswillen der O r t׳h ,0 d ox i e genannt, ״M e s s iroh“,'die Erkenntnis, daß ein Kampf um und für die Religion innerhalb der •;Zionistischen Organisation ein Kampf gegen Windmühlen sei. Als ihr, der Zionistischen Organisation, aber die Jabotinsky-Bewegung gerade aus gesteigertem Nationalismus den Rücken kehrte, da mußte das ״Verrat“- und ״Messiroh"-Geschrei verstummen, auch wo es sibh um S e 1 b s t ä n d i g k e i t sbestrebungen aus religiösen Motiven handelte. Es konnte also gar ,nicht mehr ein ungeheuerliches Verbrechen sein, wenn man'neben Herzl auch Mosche R-a bb enus gedachte, wönn man neben dem Baseler Programm sich auch,auf die Thauro berief. So besann sich denn der Misrachi auf seine Grundsätze und da überdies das sich eben konstituierende K 0 n k u r r e n z u n t e rn e h hie n Jabotinskys bei ,dessen Unberechenbarkeit auch auf die Re 1 ig ibn alSjpolitisches Zugmittel verfallen konnte, konnte der Misrachi auf dem ׳Luzerner Kongreß den seit Jahrzehnten erwarteten und erhofften Augenblick erleben, der all sein, tapferes Kämpfen und geduldiges Leiden krönte: daß nämlich beschlossen wurde, die R e 1 i g i o nag es et z e 'z ionistisch-offiziell b 1 o ß f •ü r n o c'h s e chs lii on a te undnicht länger zu suspendieren. . Damit war der jüdischen Welt ׳bewiesen, wie unrecht die Aguda mit ihren und wie recht der Misrachi mit seinen Methoden hätte. Der Misrachi ruhte' sich nun auf seinen Lorbeeren aus; er ging in die z i o n i s t i s c h e Exekutive, nahm Posten und Zertifikate und — schwieg. Die Zionistische Organisation andererseits nahm das mit den sechs Monaten sehr g e n a ü; in ihren Institutionen wurden Macho laus A'ssur aus über den Appetit genossen, wurde Chillul Schabbos mit Selbstaufopferung betrieben und in manch linker Kwuzah sogar am Jom- Ki'p p u rtgearbeitet.! Weniger genau nahm •man es mit den Verpflichtungen nach Ablauf, der'sechs Monate! Was iii Luzern n o t w e n d i g gewesen, War im Heiligen Lande überflüssig; Kaschruth lind Sabbathruhe können die zionistisehen Parteien nur־ auf Kohgressen ‘•brauchen, aber nicht im praktischen Lebdn ... Dapiit war wieder etwas ׳b e wi e s e n, allerdings nicht im Sinne des Misrachi. Und darum hat er sich ermannt und sich zu einem Pro testschritt entschlossen. Die Leitung des Weltmisrachi hat ihren Vertreter in der Exekutive der Jewish Agency, Rabbi Fis hm an, angewiesen, diese an die religiösen Resolutionen den XIX. Kongresses zu erinnern. ■Zum gleichen Zweck fordern der Präsident des Weltmisrachi; Rabbi Zew Gold, und Rabbi Meir Berlin die Einberufung des zionistischen Aktionskomitees. Die Wirkung dieser Ankündigung ist ungeheuer! Den Trefes-Essem in Erez Jisroel bleibt der Bissen im Munde stecken und den: Meehalele Schabbos fällt das Werkzeug aus der Hand. Denn Rabbi Fishman wird bestimmt erinnern und das Aktionskomitee vielleicht zusammentreten und sich mit der Angelegenheit befassen. Der Misrachi aber wird wieder einmal die jüdische Religion gerettet haben und für dieses Verdienst Sitze in der Exekutive, Posten, Zertifikate und manches andere behalten und!beanspruchen dürfen. Seit tausend Jahren schon wird der Myrrhe-Extrakt, der sich gegen Lockerung der Zähne und Blutung des Zahnfleisches besonders wirksam erwiesen hat, verwendet. QDOL-Mundwasser enthält neben dem ODOL- Antiseptikum, den Myrrhe-Extrakt. Tun Sie etwas für Ihren Körper! Letzten Endes ist er Ihr größtes Kapital, denn nait Ihren Händen, Ihrem Kopf, schaffen Sie Arbeit und Verdienst! Es gibt doch so einfache, billige Mittel, kräftig und widerstandsfähig zu bleiben! Regelmäßige Einreibungen mit Alpa-Franzbranntwein zum Beispiel, sorgen dafür, daß Ihr Körper (und damit auch Ihr Geist) allen Anstrengungen gewachsen ist! Diese kleine Pflege sind Sie Ihrem Körper schuldig. Alpa wird aus reinem Weingeist erzeugt! mmgemng öder Unterernährung jüdischer Männer. Wel« ***• *M/V üftterwühiiöig des Bestandes jüdi* jitid Institutionen, m Aeehtitii^ der jüdischen, also der Religion aller Religionen, gemacht der Spitze der Hiimanität tind Zivilisatloii marschierende Schweiz, die schon den anderen Grundpfeiler des Antisemitismus, die ״Protokolle der Weisen Zlohs“ bloßgestelit und gestürzt hat, mm auch dem haßgeborehen Schächtverbot den Anschein der Wahrheit und eines idealen Zuges nehmen, indem sie feierlich die Schächtweise der Juden wieder.-.gesetzlich einführen läßt und so sich von jeder Gesinnuhgs« und Gedankengemeinschaft iossagt von jenen Völkern des Neuheidentums, die sich mit Berufung auf die Schweiz, m ׳der Maske des ״Tierschutzes“, die unvorstellbarsten Menschenqüälereien begehen. fite, wäre Sache der weltumspannenden, jüdischen Organisationen, in diesem Sinne hei den leitenden Kreisen der Schweiz vorstellig zu werden. Vielleicht macht die Weltzentrale der Agudas Jisroel den ersten Schritt zu diesem Akte, der ein Kidusch-Haschem großen Formatg werden könnte. Ifo&teUm und dauecUaft Mode Fagons.S 9.80, 12.— Aus feinem Haarfilz . . . . S20 ,—.16־.— Nutria, unsere Hutspezialität . . . . S 26.— Borsalino, Antica Casa.S 30.— II, TABORSTRASSE 39 X1V, SECHSHAUSERSTRASSE 34 XV1I.KALVARIENBERGGASSE93 Arabische Führer nach. London eingeladen. Der High Commissioner Sir Arthur Wauchope empfing eine Delegation arabischer Parteiführer und übermittelte ihr eine Einladung des Colonial Office, eine arabische Deputation von sechs Mitgliedern nach London zu senden, um direkte Verhandlungen im Zusammenhang mit dem geplanten Legislative Co'uncil zu führen. Der High Commissioner informierte weiterhin die arabischen Führer darüber, daß die Frage der Land Verkäufe und Einwanderung ebenfalls Gegenstand der Unterhandlungen sein werde. Die arabischen Führer nahmen die Einladung an und bäten, daß auch ein christlicher Araber die Delegation begleiten könne. j Mordpläne rumänischer Antisemiten. Dem ״Prager Tagblatt“ wird aus Bukarest gemeldet: ' ׳ ־; Ein ehemaliger Kommandänt der Eisernen Garde hat in einem offenen Brief mitgeteilt, daß der General a. D. Zizi Cant äcuzino, ein Führer der Eisernen Garde, ihn zur Ermordung des Großindustriellen Max Ausschnitt dingen wollte. Ein anderer Legionär hat als Augenzeuge dieses Handels . den Attentatsplan •bestätigt. Die Eiserne Garde ist nach der Ermordung Ducas von den Behörden aufgelöst worden. Sie fristet seither ein unterirdisches Dasein, das oberirdisch durch die, neue Organisation ״Alles fürs Land“ getarnt ist. Der aus der Organisation ausgetretene Legionär Beiza erklärt, daß der Industrielle Orghidan dem General Cantacuzino telephonierte, er würde 20.000 Lei schicken, den Preis auf den Kopf des Industriellen Ausschnitt,• •der g e s c h äft- 1 i־cher Konkurrent (!) und im Wahlkampf Gegenkandidat Orghidans war. Daraufhin habe der General zuerst einem Legionär Niki Constantinescu, dann dem Beza den Vorschlag gemacht, Ausschnitt zu beseitigen; beide lehnten ab. Ein dritter Legionär, an den sich der General wandte, tat so, als nehme er den Auftrag des Führers an, weigerte sich aber später, den ״Befehl“ auszuführen. - General Cantacuzino wurde zum Untersuchungsrichter gebeten. In der Kammer steht eine Interpellation bevor. Der Prozeß gegen die Pogromisten von Przytik. Anfang Mai wird in Radom der Prozeß gegen 55 Teilnehmer am Pogrom in Przytik,!zu dem etwa 100 Zeugen geladen sind, beginnen. Unter Ankläge wird auch eine Anzahl Juden gestellt, die ׳ beschuldigt werden, Revolverschüsse abgegeben, zu haben. Durch die. gleichzeitige Anklage. gegen die Juden sollen diese wohl mitverantwortlich für die Pogromereignisse gemacht werden. Gegen diese Beschuldigungen haben eine Anzahl jüdischer Anwälte viele Zeugen angemeldet. Etwa ein Dutzend Ehdek-Anwälte ist für die Vertoidigung der Pogromisten mobilisiert worden. . y Eine katholische Stimme zur Judenfrage. In der Osternummer der kirchlichen Zeitschrift ״Die Erfüll ung“, die sich der besonderen Protektion des Kardinals Innitzer erfreut, wendet sich der Paulaner- Priester Johannes Oesterreicher auf das entschiedenste gegen das von Staatsrat Kunschak kürzlich vorgeschlagene Minderheitenrecht für die österreichisehen Juden» das so, viel wie einen Numerus clausus in allen Berufen des öffentlichen Lebens zur Folge hätte. Man kann in der Stellungnahme dieser Zeitschrift die Meinung der höchsten kirchlichen Autoritäten erblicken, Die Nummer der Zeitschrift wird durch ein Handschreiben des Pariser Kardinalerzbischofs Jean Verdier eingeleitet. In diesem heißt es: ״Wir fordern, daß die christliche Liebe sich auf alle Menschen ohne Unterschied der Rasse und der Religion erstrecke und die christliche Kultur in ihrer allumfassenden Humanität gegen die gefährlichen Anmaßungen des Rassen־ w a h n e s verteidigt wird.“ -י - ■■ ׳---־־V- •-־. : -- Der schöne Mal kündet sednep Einzug an. Spazier־ gänge und Ausflüge werden unternommen. ■Sie wollen doch gewiß mithalten. Bequemes ׳Schuhwerk ist Vorbedingung angenehmer Spaziergänge. Beeilen Sie sich, dies zu besorgen und freuen Sie sich im herrlichen Mai mit Ihrem schönen Bata-Schuh!

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