Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 22 (1936)
- Issue
- 15 (24.4.1936)
- Date
- 1936-04-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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jf09fnm* ffölfttii* potoms ti&dit jmt * nSyüüt t üft» “““ 4151S4H**« V.b,te PR6SS6 Zeitungen vom Veriege* vem«det Journal exp6dI6 pai־ Pöditetf ׳ * ■־׳ Wim^AmAVA #14. APRIL m6 ב, אייר תרצץ 22. Jahrgang f Nummer 1B Redaktion and Administration: Wieh, II., Mälzgaase 12' ä»; Teiephon A-46-Ö-15; f seheehoslowakei i Bratislava, Postfach 381 / Erscheint jeden Freitag / Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonnementpreise: Ganzjährigt für Oesterreich S 16, (Tschechoslowakei K6 80, Jugoslawien Dinar 160. das übrige Ausland Schw. Fr. 14. Einzelnummer öst. Gr. 40. Zahlungen f. ״jüdische Presse“, Wien, auf folgende Post- Sparkassenkonti: Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 126.058, Budapest Nr. 5Q.170, Warschau Nr. 190.409, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. VHE, 4117, Berlin Nr. 122.619. 0RGnn für Die imeRessen Des 0RTH0D0Hen juoenTums Schwere Unruhen in Erez Jisroel Noch sind die Wunden nicht vernarbt, die die Vorfälle: vom Aw des Jahres 5689 in unsere Herzen geschlagen haben, 'da wieder!Hiobsbotschaften an unser Ohr gelangen. In dem Augenblick, da diese Zeilen in Druck gehen, ist ein klares Bild über die Ursachen und die Folgen der jüngsten Unruhen im Heiligen Lande noch׳ nicht vorhanden. Was aber wohl als feststehende Tat- Sache bezeichnet, werden kann, ist, daß auch diese Unruhen Früchte jener bösen' Saat sind, die das nazistisehe Deutschland durch dunkle Ehrenmänner in allen Ländern streut, daß auch im Lande der Verheißung mit deutschem Gelde von deutschen Emissären die tierischen Instinkte arabischer Massen gegen die Juden gehetzt wurden. Erez Jisroel hat in den jüngsten Monaten eine, durch den italienisch-abessinischen Konflikt hervorgerufene Krise durchgemacht, von der das Land sich jetzt langsam ,zu erholen begann., In dieser schweren Periode wirken die Ereignisse um so schmerzlicher, als leider die Befürchtung nicht von der Hand zu weisen ist, daß die Fortschritte^im Aufbau und in der Entwicklung des Landes einen neuerschweigend um das Grab herui formierte sich ein Teil der Me Zug, der sich auf die Große dem Wege zur Synagoge er Zuzug, zionistische Fit 1 und viele weinten. Danach ige zu einem geschlossenen lynagoge zu bewegte. Auf liehen die Demonstranten gg en uUd Stands ten wurden' miitgetragen. Vor der Synagoge hielt ein junger SalondMer Jude eine exaltierte Ansprache an die Menge. Diese schenkte jedoch dem Redner keine Beachtung ,und setzte den Weg! zur!Stadthalle fort. Vom Balkon der Stadthalle hielten der Vizebürgermeister Rokeach und der Stadtverordnete Dov Hos Ansprachen an die Menge und förderten diese auf, dn Ruhe auseinanderzugehen. I Ein Teil der Demonstranten leistete den Anordnungen der Redner Folge und; .ging auseinander, ein anderer Teil setzte die Demonstrationen fort. Ein großer Polizeitrupp stellte sich ihnen in den Weg und forderte sie auf, sich zu zerstreuen. Als die Polizei mit Knütteln gegen die Menge!vorging,!wurde ein Steinbombardement gegen die Polizisten eröffnet. Die Polizei gab eine Salve auf die Demonstranten ab, die außerordentlich schwere Folgen hatte. Rund1 d r e i ß d g Personen erlitten mehr oder weniger schwere Verletzungen. Der Kampfr dauerte eine volle Stunde. Die Erregung erreichte ihren Höhepunkt, als bekannt wurde, d:aß ein zweites .Opfer des arabischen Ueberfalles auf die. jüdische Gruppe bei; Tulkärem, Z wi •Tannenb e r g, seinen Verletzungen e r 1׳ egen sei. liehen-Stillstand״ erfahren-könntenr. v: .: ״ England hat die feierliche und heilige Verpflichtung übernommen,’ den Aufbau einer jüdischen Heimstätte in Erez Jisroel zu ermöglichen. England ist in erster Linie verpflichtet, für die Ruhe u n d O r dnung im Lande zu sorgen und die Sicherheit des Lebens und des Eigentums seiner Einwohner!zu gewährleisten. Hat England dieser Pflicht in der letzten Zeit Genüge getan? Wir halben alle Ursache, daran zu zweifeln. Es war ein offenes Geheimnis, daß es seit langem in den arabischen Kreisen gärt und daß mit dem Ausbruch von Feindseligkeiten j״egen •die Juden zu rechnen wäre. Die Mandatarmacht hat die erforderliehen Sicherheitsvorkehrungen nicht getroffen. England hat vielmehr durch das Legislative Council-Projekt, durch die Einbände• rungsbeSchränkungen und durch das neue Bodenverkaufsgesetz dien arabischen Angriffsgeist gegen die Juden begünstigt' Vielleicht werden die traürigen Ereignisse auch eine ׳gute Folge mit sich bringen. Vielleicht werden sie jene überhitzten zionistischen Wirrköpfe zu der Erkenntnis bringen, daß die Hoffnung auf die eigene Kraft und! die Hoffnung auf menschliche Versprechung gen, das jüdische Volk aus dem Golus zu führen, trü- RuheämSchabbos Als der Freitag-A-bend hereinbrach, herrschte in Te 1 - A■vi׳-v Ruhe. Ebenso im Verlauf des ganzen Sabbath. Hingegen' machten sich in der Tel-Aviv unmittelbar benachbarten ׳Stadt Jaffa imVerlauf des Samstag Zeichen einer!gefährlichen Unruhe bemerkbar. Agitatoren hetzten die arabische Bevölkerung gegen die Juden auf, indem sie auf ■die jüdischen Demonstrationen in Tel-Aviv hin wiesen! und diese außerordentlich übertrieben schilderten. Am Sonntag, erreichte die Erregung unter der arabischen Bevölkerung Jaffas ihren Höhepiuikt, als, bekannt wurde, daß in der Nacht von Donnerstag auf Freitag zwei Unbekannte in eine abgelegene arabische Werkstätte zwischen den jüdischen Kolonien Raänana und Kfar Saba eindrangen und die dort anwesenden zwei Araber niederschossen. Obwohl bestimmte Anhaltspunkte dafür vorhanden sind, daß der Mord /durch a r ä b i s ch e Schmuggler verübt (wurde, die an einem der Erschossenen Rache nehmen wollten, weil er sie :bei der Polizei denunziert hatte, wobei der zweite erschossene Araber als zufälliges Opfer fiel, forderten' arabische Agitatoren die Menge auf, Rache •an den Juden zu■ nehmen. Im Verlauf des S o n n t a g zogen größere Trupps Araber von Jaffa in die Richtung Tel-Aviv. Auf dem Wege dahin griffen sie mehrere Juden und auch dip sich ihnen entgegenstellende. Polizei heftig an; es kam zu einigen sehr gefährlichen Zusammenstößen, wobei zehn Juden getötet undi etwa vierzig verletzt wurden; zwei Araber wurden! durch Polizisten getötet, man zählte auch eine Reihe verletzter Araber. gerisah. ist. In tiefer Trauer ob der Opfer an jüdischem Leben und Gut, die in die Märtyrergeschichte des Judentums ^Eingang gefunden haben, beten wir zum Allmächtigen, daß er sein auserwähltes Volk zu den Quellen, seiner Lehre heimfüiire und es aus seiner schweren Bedrängnis erlöse. # Der Beginn der Unruhen Chronologisch haben sich die Ereignisse wie folgt abgewickelt: Mitte der vergangenen Woche wurde in der Nähe der arabischen Stadt Nablus, bei Tulkärem, eine jüdische Reisegesellschaft von arabisehen Banditen überfallen, wobei der junge, aus Saloniki eingewanderte Jude Israel Chazan getötet und zwei andere Juden schwer verletzt wurden. Am Freitag fand die Bestattung Ohazans in Tel-Aviv unter Teilnahme von tausenden Juden statt. Die Polizei hatte angeordnet, daß keine Grabreden gehalten werden sollen, es wurde deswegen am offenen Grabe n\\r das iKaddisch- Gebet gesprochen. Die jüdischen Trauernden standen Belagerungszustand ... Noch am Sonntag hatte die Regierung für den Distrikt Jaffa-Tel-Aviv den Bela ge r ungs zu stand erklärt. Zwischen 7 Uhr abends und 5 Uhr morgens ist das Betreten der Straßen ganz und gar verboten. Gruppenansammlurigen sind auch während des Tages verboten. Die Straße zwischen Jerusalem und Jaffa—Tel-Aviv wurde für jeden Verkehr gesperrt. Außer Polizei wurde auch Militär zur Aufrechterhaltung der Ordnung eingesetzt. Nachdem die Nacht von Sonntag auf Montag und der frühe Vormittag •des Montag: ruhig verlaufen waren, ist es neuerdings zu einem Angriff größerer Gruppen Jaffaer Araber auf Einwohner von Tel-Aviv gekojnmen. Obwohl die Angreifer nicht sehr weit Vordringen konnten, war doch der Zusammenstoß ein sehr schwerer. Neuerdings büßten fünf, Juden das Leben ein und 31 wurdenmehr oder weniger erheblich verletzt. Von. den angreifenden Arabern wurden zwei getötet und 32 verletz^ ( Wie der J. T. A. durch Uebersee-Telephon aus Jerusalem .mitgeteilt wird, herrschte, am Dienstag ti ber a U Ru h e. Amtücherseits wird mitgeteilt, daß die Situation ׳als geb es se r t anzusehen sei. . Pflegen Sie Ihre Zähne mit ODOL- Zahnpasta und Sie erhalten sich gesunde Zähne bis ins hohe Alter. Kleine Tube S —.90 Große Tube S 1.40 19 Tote Amtlich wird die Zahl ׳der Opfer der Ausschrei tungen in Jaffa und zwischen Jaffa und Tel-Aviv mit insgesamt 1 9 Toten und 130 V er 1 etzten —;,Juden und Araber — angegeben: " - ■ ״׳־ ׳ Das von jemenitischen Juden bewohnte vorstädtische Viertel von Tel-Aviv, ״Neveh Schalom“, das meist aus Holzhäuschen besteht, wurde mehrmals in Brand ■gesteckt und soll vollkommen zerstört sein. Nach einer Meldung der ״United •Press“ schossen in P et ach Tikw a Araber aus dem ■Hinterhalt auf eine vorübergehende jüdische Familie. Das ■Famülienöberhaupt Lewinsohn wurde getötet, zwei1 Famdlienmitglieder wurden schwer •verletzt. Die Araber in Hebron haben amen Streik proklamiert. Die Arabar in Haifa hielten eine Massen- Versammlung ab, in der der Beschluß gefaßt wurde, am Mittwoch den Gener a 1 streik für unbestimmte Zeit zu proklamieren. Meldungen, die •aus verschiedenen Teilen״ des Landes eintreff en,. besagen, daß die Araber durch die neuen Angriffe das Ziel verfolgen, einerseits ■die . Regieruhg zur Einstellung der, Einwanderung von Juden zu zwingen, andererseits die Juden von der Einwanderung nach Palästina abzuschrecke n. In Nablus und in Tulkärem veranstalteten die Araber Massendemonstrationen und gaben die Parole: Aufhebung der Einwai^erungserlaubnis für Juden aus. Der Hauptredner war der Führer des Arabischen Blödes Akram-el-Zueiter, der. .•den Terror als den einzigen Weg bezedchnete, die ־Einstellung der jüdischen Einwanderung zu erzwingen. , , Ruhe .wiederhergestellt Nach Redaktionsschluß erhalten, wir ein von Mittwoch früh datiertes Telegramm unseres verantwörtlichen Schriftleiters, Herrn Karl Richter, der sich eben auf. einer Erez-Jisroel-Reise befindet; Danach hat die'Lage eine weitgehende Entspannung erfahren; im ganzen Lande herrscht voll-! kommene Ruhe. Agudah-Führer beim High Commissioner Der High Commissioner Sir Arthur Wauchope empfing den Gerer'Rebbe, Rabbi Alter, den orthodoxen ,Oberrabbiner von Jerusalem, Rabbi D« u s c h i n s k i, und den Agudah-Führer Rabbi Blau, die ihn ersuchten, in der. Frage der Ei n w a n d e r u n g die akute jüdische Not in fast der ganzen Welt zu berücksichtigen. Der High Commissioner beglückwünschte den Gerer Rebbe zu seinem Beschluß, nach Palästina zi! überriödeln. •Der Chefsekretär der Palästina-Regierung, John Hathorn Hall, empfing den Oberrabbiner von Tel-Aviv, Rabbi Amiel, ferner Rabbi Usiel und Rabbi Bläu, die ihn um L e g a i i s i e r u n g a 11 e? v e r h ö i r % t ö t e p 11,1 e - g a 1 e n. B i n w a n d e r e r ersuchten. EJs yeHäutet, daß Hall in äieger Frage E n t g e g e n k 0 m men gezeigt hat. Neueste Modelle in Erstklassig in;Material und Ausführung, tadelloser Sitz, zu günstigsten Preisen erhältlich bei 'Wie!! 1» KärntnerrMig 6 Telephon 11-4316״0י N u r k u r z e Z e i t, solange derxVorrat reicht!