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Jüdische Presse · 1936-03-20 · 12 (20.3.1936) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
22 (1936)
Issue
12 (20.3.1936)
Date
1936-03-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 14 in Fuchs זצ״ל Wahrend einer Veranstaltung der Agudas Jisroel Ist Oradea Ist amSonntag derGroßtvardeiner Raw, Oberrabbiner Benjamin Fuchs s. % 1. einem Hera•* schlag erlegen. Die Lew&joh fand am Montag unter großer Beteiligung statt. Wir lassfen eine Würdigung der Persönlichkeit des Niftor in unserer nächsten Nummer folgen.!תנצב׳ד. Aus detn £aude det Vetkei$mt^ Von unserem Korrespondenten Die Nachrichten von der beabsichtigten Einführung eines Schächtverbotes in Polen haben im ganzen Heiligen Lande unaussprechliche Erschütterung und Schmerz ausgelöst. Für den vergangenen Dienstag hatte Oberrabbiner Duschinsky einen Bet-Tag angeordnet, an dem sich die gesamte Judenheit von Jerusalem bei der \ Kosel Maarowi versammelte. Die Agudas Jisroel ver- . anstaltete eine große Versammlung, die die telegraphische { Absendung einer Resolution an den polnischen Premier beschloß. Nicht weniger tief war der Eindruck, den die Nachrieht von der Petiroh des Rogatschower Gaon s. Z. 1. hervorrief. Wohl war der verblichene Zaddik nie in Erez Jisroel gewesen, doch ist er aber den Talmide Chachomim im Lande aus seinen Werken und Respons^n gegenwärtig. Sie werden ihm ein ewiges Andenken bewahren. Die Landesorganisation der Agudas Jisroel in Erez Jisroel hat eine Keren ־ Hajischuw - Sammela k t i o n eingeleitet, die am Purim einsetzte. Die eingelangten Berichte zeigen das große Verständnis, das allseits dem religiösen Aufbau des Heiligen Landes entgegengebracht wird. Vergangene Woche ist Dr. Isaac Breuer zu ständigem Aufenthalt in Erez Jisroel eingelangt. An seine Uebersiedlung knüpft sich die Hoffnung, daß durch seine Mitarbeit die agudistischen Organisationen im Lande einen weiteren Aufschwung erfahren werden. ( In der letzten Sitzung des Tel-Aviver S!tadtrates wurde auf Antrag des Bürgermeisters Dizengofr beschlossen, eine Straße nach dem •verstorbenen Tel- Aviver Oberrabbiner Ahronsohn zu benennen. Die orthodoxe Gemeinde von Jerusalem, der Waad hoir Aschkenazy, entwickelt sich überaus befriedigend. In den letzten Monaten sind einige hundert Mitglieder aus dem Kreise der zuletzt eingewanderten Olim der Gemeinde beigetreten. Ueber Einladung der Herren Dr. Falk Schlesinger und Schlomo Treivis fand eine Besprechung der neuen Mitglieder statt, die sich mit dem Ausbau der Gemeinde und ihrer Institutionen befaßte. Menachem Glikman-Porusch. Pogrom m Przytik Die etwa 700 jüdischen Familien der Stadt Przytik im Distrikt Radom machen seit einer langen'Reihe von Monaten ein Martyrium durch, wie es auch in der Geschichte: der jüdischen Martyriologie selten ist. Seinen Höhepunkt erreichte dieser latente Pogrom am Dienstag, den 10. März, in einem akuten Pogrom, hei dem jüdisches Blut in Mengen floß und zwei Juden ihr Lehen lassen mußten. An diesem Tage sammelten sich die nationaldemokratischen Agitatoren und der von ihnen aufgehetzte Teil der polnischen Bevölkerung zu einem Generalangriff auf die Juden. Die Huligans drangen in die jüdischen Wohnungen ein, zerschlugen die Fenster und Türen und demolierten die Inneneinrichtung. In den Läden wurden die Waren geplündert. In den Straßen und in den Läden und Wohnungen angetroffene Juden wurden auf das brutalste mißhandelt. Das Ehepaar Mink o w s k i wurde getötet, sein 16jähriger Sohn Gabriel blutig mißhandelt. Elf weitere Juden erlitten schwere, viele andere weniger schwere Verletzungen. Einige von ihnen erhielten gefährliche Schußverletzungen. Die ganze Stadt bildet ein Bild der Verwüstung. Aus Radom und K i e 1 c e trafen große P o 1 izeitrupps ein und stellten die Ordnung wieder her. Die jüdischen Aerzte in Radom organisierten eine Noc- Ambulanz in Przytik, um den Opfern der Exzesse die erste Hilfe zu leisten. Die jüdische Gemeinde von Radom entsandte mehrere Autos, um die schwerverletzten Opfer ins Radomer jüdische Hospital zu überführen. Den in jiddischer und in polnischer Sprache erscheinenden jüdischen Tageszeitungen Polens wurde verboten, etwas über den Pogrom von Przytik zu bringen. Sie dürfen nur eine kurze Mitteilung der Polnischen-Telegraphen-Agentur (P. A. T.) abdrucken. Die Bestattung des ermordeten Josef Minkowski fand laut Anordnung der Behörden in später Nachtstunde statt, damit kein Aufsehen erregt wird. Trotzdem hat sich die gesamte jüdische Bevölkerung von Przytik am Grabe versammelt. Trauerreden durften nicht gehalten werden. Die Bestattung seiner Gattin fand in Radom statt. Die Behörden hatten die Ueberführung der Leiche nach Przytik zwecks gleichzeitiger Bestattung mit ihrem Gatten verboten. Die Polizei konfiszierte die von der jüdischen Gemeinde herausgegebene Beerdigungsanzeige. Das ist das Frühjahr* Wie man sich anzieht, macht man’s falsch* Zieht man sich leicht an, friert’s, zieht man sich warm an, ist’s heiß: auf jeden Fall aber kriegt man einen Schnupfen, wenn man sieh nicht durch regelmäßige Einreibungen mit dem ״Alpa“-Franzbranntwein abhärtet und schützt. ,,Alpa“-Einreibungen regulieren den Blutkreislauf, härten den Körper ab und bannen die typische Frühlingsmüdigkeit! Fragen Sie Ihren Arzt, er wird Ihnen sicher zu ״Alpa“ raten! Endlich ein Frühling für Herren.‘ Mit den Herren hat es der Frühling heuer gut gemeint. Die Frühlingsschwalben haben schöne, neue Schuhfassonen zu Bata gebracht. Das Frühlingswetter, die Frühlingsstimmung verlangen auch besonders schönes, leichtes und verläßliches Schuhwerk. Herren wählen nicht gern lange, Bei Bata wählt der anspruchsvolle Herr auf den ersten Blick den Schuh, 4en er sich wünscht. Elegant, fest und billig sind unsere neuen Herrenmodelle. Kommen Sie, bitte, zu uns und überzeugen Sie sich. 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Mit Recht spricht die ״Wahrheit" von einem Versuch zur ״Gleichschaltung der jüdisehen Presse“. Da haben wir die Sache schon anders gemacht. Wir haben Herrn Dr. Löwenherz noch ehe er in seinem Machtrausch uns brüskieren konnte die Veröffentlichungen aus eigenem abgelehnt, mit dem Hinweis darauf, daß uns der Inhalt derselben mit unserer religiösen Auffassung unvereinbar erscheint. Herr Doktor Löwenherz hat jedenfalls alle Er- Wartungen gerechtfertigt. Sowohl die seiner Parteifreunde als auch die seiner Gegner, die sich über die unerhört brutale und brüske Art dieses Herrn im reinen wa*:en. Daß allerdings diese Schamlosigkeit so ra sch sich deklarieren wird, ist auch für die, die Dr. Löwenherz richtig eingeschätzt haben, eine Ueberraschung. Zionistische Berichterstattung Ein Gaon von unvergleichlicher Größe hat in Wien seine reine Seele ausgehaucht. Tausende und, aber Tausende Menschen haben in einer noch nie dagewesenen Erschütterung an dem Ereignis teilgenommen. Millionen Juden der Welt haben erschütternd! empfunden, daß ein unersetzlicher Verlust das jüdische Volk betroffen hat. Davon nimmt die jüdisch sein wollende zionistische Presse in Wien in zwei Zeilen Kenntnis. Gewiß, die Größe des Verlustes ahnen diese Herren nicht und der Größe des Heimgegangenen können und werden sie nie gerecht werden. Aber vom rein journalistischen Standpunkt ■aus hätte man annehmen dürfen, daß sie das Ereignis in seinen äußeren Dimensionen würdigen werden. Nichts davon! Anders allerdings die zionistische Presse in Pole n. Sie kann nicht umhin, von dem' Petiroh des Gaon entsprechend Kenntnis zu nehmen. Sie läßt es sich aber nicht entgehen, auch diesen Anlaß wahrzunehmen, um einen ebenso dummen wie dreisten Seitenhieb gegen die Aguda zu führen. Dem ״Hajnt" zufolge wurde der Gaon nicht nach Warschau überführt, weil ״der dortige agudistische Gemeindepräsident die Kosten nicht Vorschußweise beistellen wollte“, Ueberflüssig •zu sagen, daß das ganze in das Reich der Fabel verwiesen gehört. Riehtig ist, daß die Warschauer Kehilloh, die noch vor einiger Zeit die Berufung des verstorbenen Zaddik zum Oberrabbiner von Warschau erwogen hatte, sich bereits am Todestage fernmündlich bereit erklärt hatte, im Falle der Ueberführung nach Warschau sämtliche Kosten zu tragen. -M.ftircmrarminr AUAS JISKOFL-SCHIFFSCHUL Wien, n., Gr. SchUtgasse 8 (Kanzlei: Gr. Schiffgas.se X) Kundmachung! Im Einvernehmen mit dem Rabbinat der Adas Jisroel (Schiffschul), hat der Vorstand sich veranlaßt gesehen, Herrn Bela Fischer die Haschgachah über seinen Betrieb (Fleisch verschleiß und Geflügelhandlung), VI., Schmalzhofgasse 19, zu entziehen. Das Rabbinat der Adas Jisroel (Schiffschul) übernimmt, für die rituelle Verläßlichkeit der in diesem Betrieb zum Verschleiß gebrachten Waren keinerlei Verantwortung. Wien, am 28. Adar (17. März) 5696. DER VORSTAND. Agndas-Jisroel-Ortsgruppe /. £,. Ottern Direktor des Beth-Jakob-Seminars in Krakau, spricht am Mozze Schabbos, den 21. d. M., um halb 9 Uhr abends im Vortragssaal der Jugendgruppe, II., Floßgasse 1, in einer von der Agudas-Jisroel-Ortsgruppe und vom Keren Hathora veranstalteten Versammlung über ״Prbbleme der Jugenderziehung“. Erez-Jisroel-Zentrale der Agudas Jisroel Herr Hermann Bondi hält am Sonntag, den 22. d. M., um viertel 8 Uhr abends im großen Saale der Agudas-Jisroel-iJugendgruppe, II., Floßgasse 1, einen Vortrag über: ״Erez Jisroel und seine Probleme. — Ein Reisebericht.“ Mit Lichtbildervorführung. Das zweite Großverhören in der Jessode Hatjhora Nach dem großen Erfolg des ersten Großverhörens bedarf es wohl nicht vieler Worte, um alle Freunde und Talmide Chachomim zu dem diesen Schabbos um J/>3 Nhr stattfindenden zweiten Großverhören (Perek hamafkid:) der nächstfolgenden Klasse einzuladen. Jeder, dem die geistige Entwicklung der jüdischen Jugend am Herzen liegt, komme und höre! . ״Mekor Chajim“, Wien, II., Große Schiffgasse 1 Schabbos, 11 Uhr vormittags: Rabbiner S. Baumgarten: Sidrohvortrag, Dinim; Uhr nachmittags: S'udoh schlischis. Sonntag, 1^12 Uhr vormittags: Awrohom Feigelstock: Mögen Awrohom; */.7 Uhr abends: Vortragszyklus: Jüdische Geistesheroen. 1. Vortrag Rabbiner S, Neuwirth: Raschi. Montag, 8 bis 9 Uhr abends: Rabbiner S. Baumgarten: Mischnajos. Dienstag, 8 bis 9 Uhr abends: Moritz Spitzer: Hagadah schel Pessach. Mittwoch, 8 bis 9 Uhr abends: Rabbiner Moses Blech: Ejn Jaakow. Donnerstag, 8 bis 9 Uhr abends: Sekretär M. Spitzer: Chumisch Raschi, Dinim. — Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. Gäste herzlichst willkommen. Iwrith Am Schabbos Parschas Sochaur fand in einem alten orthodoxen Bethaus in Wien eine Barmizwoh statt. Der Bar-Mizwoh trug selbst den Maftir- Abschnitt aus der Thora vor. Die Art, in der er es besorgte, muß heftigsten Protest hervorrufen. Der hoffnungsvolle Sprößling seiner stark blauweiß gefärbten Eltern trug nämlich die Parschoh in Iwrith (Miwtah sfardith) vor, eine Aussprache, die in diesem Bethause nie gepflegt und nie geübt wurde. Daß die zionistischen Eindringlinge mit ihren revolutionären Methoden vor nichts Halt machen, ist ja bekannt, aber daß sie auch die Weihe und die Tradition des G-tteshauses nicht achten, ist etwas, was nicht stillschweigend hingenommen werden darf. Zumindest die zur Wahrung der ׳Tradition Berufenen sollten es sich nicht nehmen lassen, die־jungen Stürmer in die Schranken zu weisen. Selbst Rabbiner Kuk hat entschieden, daß auch in Erez Jisroel niemand das Recht hat, die sefardische Aussprache dort einzuführen, wo seit jeher aschkenasisch gebetet wurde. ׳ Generalversammlung des ״Tiferes Bachurim“. Am Sonntag, den 15, d־. M., fand die diesjährige Generalversammlung des Vereins ״Tiferes Bachurim“ statt. Es wurden in dankbarer Anerkennung die besonderen Leistungen hervorgehoben, die dem ״Tiferes Bachurim“ zu seinem Aufschwung verholten haben. In den Vorstand wurden gewählt die Herren: Salomon Schreiber, Josef Schick, David Breuer, Moritz Steinhof, Herrn. Herzog, Ernst Spitzer, Nathan Adler, Herrn. Feldheim, Pinkas Grünhut, Emil Stroh, Leo Glück, Salomon Aschkenasy, Hermann Bondi, Emanuel Hol-!ander, J. Heschel, Isaak Seidmann, Josef Leitner, Heinrieh Freund, Benjamin Fischmann, Rudolf Sputz, Paul Richter und Moritz Weldler. Agudas-Jisroel-Mätlcheu gruppe, Wien, Herr I. L. Orlean, Direktor des Beth-Jakob-Seminars in Krakau, hält Schabbos Parschas Wajakhel-Pekudo, um halb 11 Uhr vormittags im Lokal der ״W i e n e a“, II., Obere Donau- Straße 91, einen y ortrag. Um zahlreiches und unbedingt pünktliches Erscheinen wird gebeten.

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