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Jüdische Presse · 1936-03-20 · 12 (20.3.1936) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
22 (1936)
Issue
12 (20.3.1936)
Date
1936-03-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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I Seite 4 # JÜDISCHE PRESSE nt. 12 Pttrinifeie* de* Wiener Agt1das*Jisr0eI«Jtige11dg*ttppe Afn 15. und 16. März 1936 veranstaltete die Agudas-Jisroel-Jügendgruppe, heuer etwas Vetspätet, ihre traditionellen JPurimveranstaltungen. Der Arrangeur der Abende, Herr Emil Adler, wies in seiner Begrüßungsansprache auf den traurigen Umstand, dem Ableben des Rogatschower Gaon ä. Z. 1. hin, der die Ursache der Verlegung der Veranstaltung war. Eingeleitet wurde der Abend durch die geistvolle Conference des Herrn Hans Spitzer, der sich auch im Laufe des Abends in einem Sketch und in Soloszenen die Sympathien des Publikums erwarb. Seinen Vorträgen folgte der C h o r der Pirche Agudas Jisroel unter Leitung von Ernst N e u f e 1 d, der in höchster musikalischer Voll* endung ein von Herrn Hermann Eischer einstudiertes Gesangstück äum Vortrag brachte. In einer darauffolgenden Duoszene brillierten Alexander Langsam und Hans Mühl stock, während Herr Öberkantor ״Taube mit gewohnter Meisterschaft einige Gesangstücke zum besten gab. Auch der kleine Zöltati Schwarz sang sich fhit seinen Volksliedern in die Herzen der Anwesenden. Es folgte ein Sketch, ,,Der Wiener Dienstmann“, und zum Abschluß die Vorführung des Theaterstückes ״Der Kranke Onkel" unter Mitwirkung von Fritz Friedberg, Mano Fried, Alfred Rohn, Alexander Langsam, Max Mühlstock, Herbert Samek, Naftali Ungar. Der große Beifall am Schlüsse der Vorführung lohnte das gute Spiel der Mitwirkenden und 2eigte, daß die Leitung der Jügendgruppe in der Zusammenstellung des Programms wieder einmal das Richtige getroffen hat. e. t. CHECHO E33 SEE Licht Im Chaos der Zuckerfrage Zufolge der in verschiedenen Zeitungen veröffentlichten Angriffe gegen den Sc hei- Pessach- Zucker, insbesondere nach der offensichtlichen Verleumdung der in Mukacevo erscheinenden ״Jüdischen Z eitun g“, die in Nummer 10 ״Beweise?' zu erbringen versucht, daß die Herstellung des Schel-Pessach-Zuckers mit solchen Zusätzen verbunden ist, bei denen ein C h1 s chas ch C h o me z besteht, wurden wir von vielen Seiten angefragt, ob und inwiefern die AusfUhrungen des obgenannten Blattes der Wahrheit entsprechen. Wir haben uns daraufhin mit sachkundigen und zuvorlässigen Persönlichkeiten in Verbindung gesetzt und sind in der Lage, folgendes zu berichtigen: 1. Es ist eine Lächerlichkeit, zu behaupten, daß Zucker mit Hinzunahme einer Essenz hergestellt wird, zumal das bekannte ״Ultramarin" ein trockenes Pulver ist und keinerlei Essenz enthält. Jedenfalls kann ״Ultramarin" nicht als ״Ultramarin e s s e n z" bezeichnet werden, wie es das obgenannte Blatt tut. 2. Die Behauptung, daß in ״Ultramarin" ein A1 k oho!l gemengt wird, ist unwahr. Dies bezeugt eine Bescheinigung der Chemischen Untersuchungsanst'alt der Stadt Bratisla'va, an die wir uns um Information gewendet haben. Der Oberchemiker der Stadt Bratislava gab seiner Verwunderung darüber Ausdruck, daß so ein Irrtum überhaupt in der Oeffentlichkeit Verbreitung finden kann. 3. Die Zitate aus dem Sefer ״T sc hu wo Meahawo" sind einfach erlogen. Das obgenannte Blatt zitiert eine Tschuwo des erwähnten Sefers unter ״Kapitel 129", wo es folgend heißen soll: ״Zucker, welchei• mit Indigo oder Ultramarin hergestellt wird, darf am Pessach nicht gegessen werden“. In, der betreffenden Tschuwo wird aber in Wirklichkeit das Wort ״Ultramarin“ überhaupt nicht erwähnt, dort heißt es bloß, ״Zucker von ,Indigo* hergestellt, ist chomez und darf am Pessach nicht gegessen werden." Daß ״Indigo" chomez ist, ist jedem klar. Es wird übrigens heute überhaupt nicht mehr zur Herstellung des Zuckers verwendet. Das Wort ״Ultramarin“ hat, somit jener Artikelschreiber in die ״zitierte“ Tschuwo einfach eingeschmuggelt und somit eine Halocho gefälscht! Daß ״Indigo" mit Uultramarin nichts gemein hat, geht aus dem Gutachten des Oberchemikers der Stadt Bratislava deutlich hervor. , 4. Ebenso sind die Zitate aus den anderen Sforim tendenziös. Denn der Artikelschreiber bringt zwar die pilpulartig auftauchenden Bedenken des betreffenden .Verfassers gegen eine derartige Herstellung von Pessachwaren, nicht aber dessen unzweideutigen Schluß, wonach keinerlei Chj’schasch chomez besteht. 5. Daß die Zentralkanzlei in Siebenbürgen den Schel-Pessach-Zucker ,,ultramarinfrei•• erzeugen läßt, entspricht wohl der Wahrheit. Aber dies nicht deshalb, weil etwa das ״Ultramarin“ nicht einwand־ frei wäre, sondern — wie der Präsident der orthodoxen Kanzlei von Siebenbürgen ausdrücklich schreibt — aus folgendem Grunde: ״Bis zu diesem Jahr wurde sowohl unter meiner Leitung als auch unter Leitung des verewigten Bistrycer Rawj’s zur Herstellung des Schel-Pessach-Zuckers das bekannt einwandfreie Bleichmittel ,Ultramarin* benutzt. So war es auch von jeher: dieses Jahr sind wir aus verschiedenen Gründen zu einer anderen Fabrik übergangen, deren Erzeugnisse nicht für ,Ultramarin* sondern für ,Indanthrenblau‘ eingestellt waren. Ueber ,Ultramarin* besteht kein Zweifei, daß es zur Herstellung des Pessachzuckers — so wie es unsere Vorfahren begutachtet haben — verwendet werden kann." Soweit unsere Informationen. Der geehrte Leser wird nun mit Leichtigkeit herausfinden, worum es dem betreffenden Artikelschreiber gegangen ist. Wir wollten mit unseren heutigen Ausführungen Klarheit in aer Sache schaffen und glauben, unsere Aufgabe vollkommen erfüllt zu haben. imm BEKIZZUR... — Nitra: Die Agudas-Jisroel-Ortsgruppe ״Agudas Chawerim“ veranstaltete anläßlich der achtzehnten Jahreswende ihres Bestandes unter zahlreicher Beteiligung einen Sijum auf Mes׳ Schabbos. Der Vortragende, Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner Simon Sehr e ib er, Novd Mesto n. Vähom, trug den Schluß der Mes׳ vor und hielt einen ausgezeichneten, mit Mussar und Drusch durchtränkten Hadron. Es hielten noch Ansprachen die Herren: Joel Neuwalder, Josef Königsberg, Chaim Weiß, Pinches Stark und Emanuel D i r n f e 1 a. Dem agilen Gabboi Herrn Wilhelm Weiß und seiner Gattin, die vieles zum Gelingen der Veranstaltung beitrugen, sei auch auf diesem Wege herzlichst gedankt. — Die Agudas-Jisroel-Jugendgruppe veranstaltete gemeinsam mit den Schülern der hiesigen Jeschiwoh einen auch materiell gutgelungenen Purim- Abend zugunsten der Jeschiwoh-Mensa. — Die orth. isr. Kultusgemeinde richtete diese Woche eine neue Betstätte im Mittelpunkt der Stadt ein. Die Einweihung fand ohne festliche Formalitäten statt. Es wäre wünschenswert, daß die Gemeindeleitung auch für eine entsprechende Frauenhalle Sorge trägt.' — Am Bes hachajim der orth. isr. Kultusgemeinde liegen einige hier verstorbene russische Gefangene begraben, die bisnun keine Mazewos erhielten. Es wäre mehr als angezeigt, diesen ״unbekannten Soldaten" ein wenn auch nur schlichtes ewiges Andenken zu errichten. Die Leitung der Chewra Kadischa gedenkt, eine Aktion zu diesem Zweck einzuleiten. — Senica: Am vergangenen Schabbos weilte hier Herr N. Simonoviö aus Erez Jisroel als Gast seines Bruders in unserer Mitte. Der Aufforderung unseres Hern Oberrabbiners und der Gemeindeleitung Folge leistend, hielt er einen Vortrag über Erez Jisroel, der großen Beifall und Anerkennung fand. — Jeläava: Die hiesige Gemeindeleitung hat den Beschluß gefaßt, den vakant gewordenen Rabbiner- Posten mit einem den Anforderungen entsprechenden Kandidaten zu b e s etz e n. — Kosice: Die erste J a h r z e i t f e i e r nach dem' heimgegangenen Großen in Jisroel, dem Radomyschler G a o n s. Z. 1., wurde im Beisein vieler prominenter Baale Batim und Gäste in pietätvoller Weise abgehalten. Der Schwiegersohn des Verstorbenen, Herr Rabbiner Heilp e r n, hielt einen ergreifenden Hesped, in welchem er die Anwesenden anspornte, den noch ungedruckten Schriften des großen Toten zur Ausgabe zu verhelfen und das Andenken dieses Geistesheroen in Ehren zu halten. Im Namen der Chewra ״Mefizd Thoras Maharsch“ sprachen die Herren Hartstein und Wiesenberg, ferner die Herren Rabbiner J. S. Klein und Schickler. Der Enkel des Heimgegangenen, Elchonen Heilpem, hielt einen scharfsinnigen Halocho- und Agodo-Vortrag, der tiefen Eindruck auf die Zuhörer machte. Herr Ascher Kärolyi hielt ebenfalls einen fesselnden Pilpul-Vortrag.. Nachher begann die S’udo schel Mizwo, die erst in den späten Nachtstunden endete. — Chust: Der innere Zwist hat sich gerächt: Die Gemeinde ist in Konkurs geraten. Die Behörden waren gezwungen, einen Masseverwalter zU bestellen. Es wird gespannt auf die versprochene Hilfe seitens der Zentralkanzlei von P. K. R. gewartet, die bekanntlich eine Sanierungsaktion für in Verschuldung geratenen Gemeinden in P. IK. R). einzuleiten versprochen hat. — Gelnica: Die hiesige Chewra Kadischa der aut. orth. isr. Kultusgemeinde hielt am 7. Adar ihre jährliehe Generalversammlung, verbunden mit einer Chewra-S’udo, ab. Bei dieser Gelegenheit wurde die bisherige Leitung mit dem bisherigen Präses Herrn Isidor Breuer und Herrn Hermann Sandel wiedergewählt. Bei der ׳S’udo ergriff auch Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner F. Stein das Wort. Personalnachrldnten. Frau Malko Gelber ץ־ן^ In Bratislava verschied vor einigen Tagen in gesegnetem Alter Frau Malko Gelber s. A., eine Tochter des sei. Dajon von Alt-Ofen. Die Heimgegangene war das Musterbild einer jüdischen Mutter, die stets ihre Kinder im Geist der Thora erzog. Bekannt als Wohltäterin an armen, unterstützungsbedürftigen Bachurim, zeichnete sie sich besonders als Helferin der Kranken aus. Sie besuchte alle Spitäler, um den leidenden Kranken einen helfenden Arm zu bieten. An ihrer Bahre sprach ihr Schwiegersohn, Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner Josua .Schill, Pezinok, ergreifende Worte ob des herben Verlustes der Familie. — חנצב־ה ׳ . — Am 5. d. M. verschied in Senica die Witwe des verewigten Oberrabbiners L. Marmorstein, Frau Charlotte Marmorstein, im Alter von 73 Jahren. Die Verblichene entstammte einer wohlbekannten, angesehenen Familie und verkörperte während ihres — an g-ttgefälligen Werken so reichen — Lebens die Tradition der Familie in edelster Weise. Die Kehillo Senica hat mit ihrem Hinscheiden eine wahrhaft fromme Frau verloren. Bei der Lewajoh, die •tagsdarauf unter großer Beteiligung stattfand, hielt Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner A. Weiß einen Hesped, in welchem er in beredten Worten die besonderen Charakterzüge und die große Frömmigkeit der Heimgegangenen schilderte.חנצב• ה Mit atdwetUH... M. M., Linz; Wir empfehlen folgende Kinderpensionate, bzw. Ferienheime: Agudas-Jisroel-Jugendgruppe, Wien, II., Obere Donaustraße 69, Lehrer J. Eisenberg, II., Große Pfarrgasse 8, Frau Lola Schiff, II., Krummbaumgasse 1. — Die Fülle des Materials hat uns gezwungen, zahlreiche wertvolle Beiträge und Nachrichten, die uns für diese Nummer zugekommen sind, aus Kaummangel zurückzustellen• Die geschätzten Mitarbeiter und Einsender wollen es entschuldigen, ״JÜDISCHE PRESSE“ Kleine Familie sucht fromme Haushälterin, die in der freien Zeit aych im Geschäft zu verwenden ist. Zuschriften unter ״Provinz‘״ an die Wiener Administration dieses Blattes. Ibolya Bieter Markus Weisz Zenta Wien Verlobte Gratulation am 2 8. März Rudka Steiner Julius Tauber Nitra öurany Verlobte Juwelen Uhren, Oold* und SUberwaren, ins* besondere ®כלי קור, Sederschüsael, Menoras, Leuchterund Bestecke in großer Auswahl, auch Gelegenheitskäufe, stets vorrätig Moritz Warkany II, TaborttraBe 14 Die besten Hochzeiten und Festlichkeiten arrangiert billig und elegant NABEL, Ulen II, Praterstr. 33 Unter Aufsicht des Rabbinats der Adas-Jisroel-Schiffschul StatySmokovecl Pension Schreiber Alt-kMs Streng orth. כשף Ich gebe hiemit höfl. bekannt, daß ich in Alt-Schmeks den Neubau ״Villa Müller“ übernommen habe. Anmeldungen für die Pessachfeiertage sind zehn Tage vorher erwünscht. Ganzjährig geöffnet. Post und Telegramme bis 1. April nach Tatra Lomnice, Tel. 28, nachher Pension Schreiber, Stary Smokovec, Tel. 43. Passender junger Mann,ת״ח für meine Schwester, staatlich geprüfte Lehrerin, Mitte 20, streng orthodox, mit großem prof. u. jüd. Wissen u. Barvermögen, gesucht. Zuschriften unter ״Nr. 600“ sind an die Bratislavaer Administration dieses Blattes zu richten. כשר של פסח Einzige כשר Konditorei in Wien. Bäckerei- und Schokoladewaren של פסח unter ganzjähriger strenger Aufsicht der Adas Jisroel (S c h i f f s c h u 1), Wien. Abraham Leib Pomeranz, Wien, II., Herminengasse IS (en gros), Tel. A-41-7-78, Filiale und Detail: II., Floßgasse 7 Tue du ScUwcuz junges, strebsames, frommes Mädchen in kleinen Haushalt (zwei Kinder) gesucht. Eilofferten an die Bratislavaer Administration dieses Blattes unter Chiffre 643״“. EHEPAAR, streng orthodox, mit reicher Erfahrung als Restaurateure, sucht für die Sommersaison Anstellung in einem größeren Kurort, die Frau als Köchin und der Mann als Aufträger oder dergleichen. Gute rabbinische Referenzen. Zuschriften unter ״Restaurateur“ an die Bratislavaer Administration dieses Blattes. Perfekt deutsch und slowakisch sprechendes, intelligentes, RELIGIÖSES FRÄULEIN wird zu kleinen Kindern GESUCHT. Zuschriften unter ״Familienanschluß" an die Bratislavaer Administration dieses Blattes. Tag Adar 1 Nissan 1 März 1 דף יומי משנה יומיח Kalendarium כלים פרק |משנה סנהדרין Freitag 26 20 עג ד יא Samstag 27 21 עד ה » ויקהל-פקודי, ם׳ החדש, מבח״ח Sonntag 28 22 עה ו מ Montag 29 23 עו ז » ערב ראש חדש, יויס קטן Dienstag 1 2( עז ח ראש חדש Mittwoch 2 25 עח ט מ Oonnerst. 3 26 עט א יב Fieitag 4 27 פ כ » Samstan 5 28 פא נ » פ׳ ויקרא Gebetzeiten 8׳ ויקחל-9קודי W 1 E N BRATISLAVA Uhr Min. Uhr Min. 4 50 4 55 הנחת חפלין בשעת הדחק 8 05 8 08 סוף זמן קריאת שמע של שחרית , , . . 6 00 5 55 בשבת; קבלת שבת (מנחה בעש׳ק> . . . 6 45 7 15 השכמה .. 9 30 9 30 3 30 3 30 מנחה.. , 6 50 6 45 מעריב במש״ק. 6 15 6 30 כחול: שהריח . 6 00 6 25 מגהה ומעריב ......... 5 30 יוס כפור קטן .... .... Eigentümer, Herausgeber und Verleger: David Türkl (für eine Arbeitsgemeinschaft), verantwortlicher Redakteur: Karl Richter, beide Wien, II.• Malzgasse 12 a. — Druck; Druckerei- und Verlags-A,-G. Ig. Steinmann, Wien, IX״ Universitätsstraße 6/8, '#

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