Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 22 (1936)
- Issue
- 4 (24.1.1936)
- Date
- 1936-01-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE PRESSE Nr. 4 (Siehe auch ״Von Woche zu Woche“.) Rund um den Legislative Council. — Erregung über die neueil Einwanderungsbeschränkungen. — Novellierung des Sabbatftruhegeset7.es. — ״Chug de' Haan.“ — Landeskonferenz des ״Chug Chasam Sofer‘‘. — Agudistische Inspektionsbesuche. Von unserem Korrespondenten. Vergangenen Dienstag fand eine Sitzung des LandesvorStandes der Agudas Jisroel im Heiligen Lande statt. Rabbi Mosche Blau berichtete eingehend über die ganze Vorgeschichte der geplanten Ein* führung des Gesetzgebenden Rates, über die Konferenzen, die mit dem High Commissioner und mit den Vertretern der übrigen jüdischen Richtungen geführt wurden sowie über den Briefwechsel mit dem High Commissioner, betreffend die Kompetenzen des Gesetzgebenden Rates im Einklang mit dem Mandat. Die Nachrichten über die neuen E i n- Wanderungsbeschränkungen haben im gcsamten jüdischen Jischuw Erregung hervorgerufen. Wenn auch die jüdischen Zeitungen die einschränkenden Bestimmungen fast ohne Kommentar wiedergeben, so besteht doch in den breiten Massen lebhaftes Befremden ob dieser Regieningsmaßnahmen und die Furcht einer bedeutenden Verschärfung der allgemeinen Lage. Man behauptet, daß auch in den Regierungskreisen keine Einmütigkeit Über die Zweckmäßigkeit der neuen Maßnahmen bestehen soll, und angeblich soll kein geringerer als der Leiter des Einwanderungsdepartements, Chef- Sekretär Mills, selbst ein Gegner der neuen Ein- Wanderungsbeschränkungen sein. Nach mehrwöchigen Verhandlungen wurde endlich der der Agudas Jisroel zuzuweisende Anteil an der Zertifikätenschedule bestimmt. Trotz der energischen Forderung der Agudas Jisroel auf eine perzentuelle Vergrößerung des Anteils wollten die Zionisten diesem gerechten Verlangen nicht nachgebeu, mit Rücksicht darauf, daß die laufende Schedule von der Regierung sehr knapp bemessen wurde. Die Agudas Jisroel wird wohl weiter auf ihr Recht drängen und schließlich dafür sorgen müssen, daß sie die Zertifikate direkt von der Regierung zur selbständigen Verwaltung erhält. Wie schon vor kurzer Zeit berichtet wurde, fordert die orthodoxe Judenheit von Jerusalem eine N o v e 1lierung des Sabbathru hegesetze s. Die Sperrstunde soll im Einklang mit den religiösen Vorschriften über den Sabbatheingang für eine mit der Tages- und Nachtlänge wechselnde Stunde des Freitags festgelegt werden. Ein solches Gesetz müßte vorerst von der Regierung als den Mandatsbestimmungen nicht widersprechend erklärt und dann vom Jerusalemer Gemeinderat beschlossen werden. Vergangene Woche stattete nun Rabbi Mosche Blau dem Bürgermeister von Jerusalem, Dr. Kaldi, und seinem Vertreter, Herrn Daniel Auster, einen Besuch ab, um diese Forderung der religiösen Juden zu vertreten. Der Bürgermeister zeigte sich sehr interessiert und versprach, sich für eine Erfüllung dieser Wünsche einzusetzen. Ein erfreuliche Neugründung hat die Agudas Jisroel des heiligen Landes aufzuweisen. Dieser Tage wurde in Haifa ein ״ChugdeHaan“ zum Andenken an den Führer der religiösen Judenheit in Erez Jisroel, Professor de Haan s. Z. 1., der bekanntlich einem Meuchelmord politischer Gegner zum Opfer gefallen ist, geschaffen. Dem Chug gehören Einwanderer aus Deutschland und Polen an, die zum bevorstehenden 10. Todestag des unvergeßlichen Führers ein Gedenkbuch herauszugeben beabsichtigen. Am vergangenen Sonntag wurde in Tel-Aviv die Landeskonferenz aller Gruppen des ״Chug Chasam Sofer“ eröffnet, an dem hunderte Chawerim und prominente Gäste teilnahmen. Nach der Eröffnungsansprache‘des Herrn Naftali Fränkel sprachen die Herren Licht aus Preäov, Sekretär S. Z. Moses und Rabbi Mosche Blau. Anschließend fand in den Räumen der Poale Agudas Jisroel ein herrlich verlaufener Sijum statt. In die Leitung des Chug Chasam Sofer wurden ge- Wählt die Herren Naftali Fränkel, G. J. König, S. Z. Moses, S. E. Stern und A. Rohn. Geber Einladung der Gruppen stattete Rabbi Jonathan Morowitz in Vertretung der Aguda-Welt- Organisation zahlreichen Gruppen inspek tionsbesuche ab, aus welchem Anlaß schöne Feiern und 2usammenkünfte stättfändett, die einen nachhaltigen Eindruck bei allen Chawerim hinterließen. Menachem Glikman-Porusch. Die Araber zum ״Gesetzgebenden Rat46 Die Mehrheit der arabischen Parteien hat in den Antworten an den High Commissioner eine positive Haltung in der Frage des Leg islative Council eingenommen, aber Erhöhung der Autorität und Ausdehnung der Kompetenzen des Council auf Fragen der Einwanderung und des Bodenkaufes sowie das Recht verlangt, Botschaften ah die Bevölkerung d£s Landes zu erlassen. Oesterreich auf der Levantemesse in Tel-Aviv. Die Wiener Handelskammer teilt mit: Der Export Oesterreichs nach Palästina hat sich in den letzten Jahren alljährlich verdoppelt. Palästina ist als Markt für Oesterreich auch deswegen von Bedeutung, weil in Palästina keine Einfuhr- und DevisenbeschränkUngen!bestehen. In der Zeit vom 30. April bis 30. Mai 1936 findet in Tel-Aviv die 7. Internationale Levante- Messe statt. Im Hinblick auf die vorerwähnte Bedeutung des palästinensischen Marktes für Oesterreich haben sich die österreichische Regierung und die Wirtschaftliehen Spitzenkörperschaften entschlossen, auf der diesjährigen Levante-Messe in Tel-Aviv in einer außerordentlieh günstig gelegenen Ausstellungshalle eine g eschlossen e österreichische Abteilung zu organisieren. Beträchtliche Ermäßigungen für den Fracht- und Personenverkehr sind sowohl auf den Bahnen als auch auf den Schiffahrtslinien in Aussicht gestellt worden. Die antisemitische Unruheweile in Polen In dem in der Nähe von Czenstochau gelegenen Städtchen Truskolas wurde am vergangenen Sabbathabend eine Bombe in das Innere der S y n- 8. g o g e' geschleudert, die Wände und Dach der ,Synagoge an mehreren Stellen sprengte und die gesamte Inneneinrichtung vernichtete. Glücklicherweise erfolgte die Explosion nach der Sabbatabendandacht, als die Synagoge bereits von den Andächtigen verlassen war. In dem Dorfe Wolyszucowski, unweit S z y d 1 o w i c e, wurden die Frau und drei Kinder eines jüdischen Kaufmannes durch eine achtköpfige Bande ermordet. Auf Grund von Beschreibungen wurden mehrere Bauern aus der Umgebung als der Tat verdächtig verhaftet. Vor dem Kreisgericht in Lublin hatte sich der Antisemit Josef Bronysz wegen Teilnahme an der Ermordung des 60jährigen jüdischen Lehrers Chajim | Szyborski zu verantworten, wurde aber Wegen Mangel an Beweisen freigesprochen, Die jüdische Bevölkerung der Stadt 2 d u n s k a Woia hätte im Zusämmenhähg mit der Auffindung der Leichen dreier christlicher Jungen in einer Sandgrübe einen schrecklichen Tag durchleben müssen. Antisemitische Agitatoren hetzten die Bevölkerung der Stadt und der umliegenden Ortschaften gegen die Juden auf, indem sie erklärten, es handle sich um. Opfer eines jüdischen Ritualmordes. Eine aus Warschau und Lodz herübergekömmene Kommission, die die Sektion der Leichen vornahm, stellte einwandfrei fest, daß die Jungen während des Spiels in der Sandgrube von Sandmassen verschüttet wurden, wobei der Tod durch Ersticken eintrat. Die verstärkte Ortspolizei hatte Mühe, die gegen die Juden erregte Menge aufzuklären und sie von Exzessen zurückzuhalten. Völkerbundsrat berät Uber das Flüchtlingsproblem. Der Völkerbundsrat hat am 20. Jänner das Problem der Flüchtlinge aus Deutschland in Beratung gezogen. Den Bericht hierüber erstattete der Delegierte Ecuadors. An den Bericht knüpfte sich eine Debatte, der vor allem auch der Bericht der Kommission für den Flüchtlingsschutz und die Vorschläge des zurückgetretenen Oberkommissärs James G. MacDonatd zugrunde lagen. In dem Über diese erste Sitzung des Völkerbundsrates herausgegebenen offiziellen Kommunique wird erklärt, daß über das Flüchtlingsproblem noch in den nächsten Sitzungen beraten werden wird, und daß die Delegierten aufgefordert wurden, die Bemerkungen ihrer Regierungen vorzubereiten. Wahlsieg des Antisemitenhäuptlings Cuza. In Suczavä fand soeben eine Ersatzwahl für ein im rumänischen Senat freigewordenes Mandat statt. Die Anhänger des antisemitischen Kandidaten Professor A. Z. C u z a entwickelten einen ungeheuren Terror, und es kam, wie mitgeteilt, zu schweren antisemitisehen Ausschreitungen und zu einem Steinbom bardement auf die Synagoge und mehrere jüdische Häuser. Der Antisemit Cuza wurde mit 6271 Stimmen g ewählt, während der liberale Kandidat mit 1865 und der Nationalzaranist mit 2781 Stimmen in der Minderheit blieben. Der Ausgang der Wahl hat um so symptomatischere Bedeutung, als bei Senatswahlen nur die über vierzig Jahre alten Wähler abstimmen; unter der Jugend ist der Anhang Cuzas noch unvergleichlich größer. Polen hilft seinen ehemaligen Bürgern Auf Weisung der Warschauer Regierung hin stellt jetzt das polnische Konsulat in Berlin polnische Pässe an solche Juden ehemaliger polnischer Staatszugehörigkeit aus, die unter der Weimarer Republik die deutsche Staatsbürgerschaft erlangten und -dann unter dem Hitler-Regime ausgebürgert wurden oder die aus einem anderen Grunde staatenlos geworden sind. Diese Maßnahme, die auf Grund der Amnestie in Polen erfolgt ist, bringt mehreren tausend aus Polen stammenden Juden in Deutschland.,eine außer- | ordentliche Erleichterung. AUS DEN RESTBEST3KNDEN unserer heurigen Prämienaktion geben wir an Abonnenten wertvolle Bücher zu unseren außergewöhnlich niedrigen SELBSTKOSTENPREISEN ab. Wir bitten unsere geehrten Leser, die von der Möglichkeit so seltener Gelegenheitskäufe Gebrauch machen wollen, Ihre Bestellung ehestens aufzugeben. Verfügbar sind noch einige Exemplare ״Salomo der Falascha“ von S. Schachnowitz, ״Heimkehr ins Judentum“ von Rabbiner Simon Schwab, Raschis Pentateuch-Kommentar in deutscher Uebersetzung von Rabb. Dr. Selig Bamberger und Hagada schel Pessach mit deutscher Uebersetzung von Dr. Lehmann. Bestellungen werden in der Reihenfolge des Einlangens erledigt. Verwaltung ״Jüdische Presse“ | FEUILLETON ■ Die Vxoqet ״Barnch $cUeantac//-CUewc(te Von Prof. Dr' S. H, Lieben Dem jüdischen Denken, das nach dem Ausspruch der Pirke Owos die ganze Um- ■und Mitwelt nur als etwas Nebensächliches behandelt, als eine Vorhalle, die der Vorbereitung für das eigentliche Gebäude dient, in dem man erst seinen richtigen Lebenszweck erfüllen kann und soll, für Ol am habo also, für die künftige Weit, diesem jüdischen Denken entspricht eine Reihe gesellschaftlicher und sozialer Einrichtungen innerhalb der alten Judengemeinden. Es gab wohl keine Versicherungsanstalten, die dem einzelnen Altersrente oder Invaliditätsversorgung zusicherten; das schien nicht das Wichtigste, denn Jo al hqlechem lewado jichje", denn nicht ob und wegen des Brotes allein lebt der Mensch; aber eine Sicherung für die künftige Welt, die wollte jeder Jude haben, man wollte sich, wenn man keine Söhne hatte, einen Kaddisch sichern, oder einen Kaddisch über all die Generationen hinaus. Und dieses Bestreben, etwas für seine Neschomo zu tun, ist bis in unsere Tage eine mächtige Triebfeder, die soziale Gebilde hervorbringt, die diesem Bestreben entgegenkommen. Und wie dieses Ziel nicht materiell, sondern rein ideell ist, so können auch die Mittel zu seiner Erreichung nicht rein materiell sein. Der Reiche, der sich für sein Geld alle irdischen Genüsse kaufen konnte, der konnte wohl auch mit Geld und Stiftungen sein Andenken der Nachwelt erhalten, aber O l a m h a b 0 kaufen konnte er daynit nicht, da reicht die Kaufkraft des Geldes nicht heran. Olam habo erwerben kann man nur durch persönliehe Leistungen, wenn man im Dienste von Thora, Awodah und Gemilas Chassodim seine ganze Person ei«* setzt. Und so sehen wir in allen großen jüdischen Gemeinden neben den Institutionen, die diesen drei Grundpfeilern des Judentums kat exochen dienen: Synagoge, Bethhamid? rosch, Jeschhvoh und Oh&wra Kadiseha, allenthalben und besonders in Prag Vereinigungen entstehen, die es sieh angelegen seih lassen, Kranke persönlich zu pflegen (Bikur Cholim Chewra), Hungernde persönlich su speisen (Mechalke Tarnegolim), Trauernde zu trösten (Menachem Awelim Chewra). Es entstehen in den einzelnen Synagogen Vereinigungen zum Mischna-Studitim; zum Studium des Lewusch usw., und die Vereinigungen, die der eigentlichen Awodah dienen, die sind ja von vornherein in den Rahmen der einzelnen Synagogen hineinverwiesen. Es gibt Chewros zur Abhaltung von Jom kippur koton — solange dies noch nicht Gemeingut geworden war —, eine Chewra zur allwöchentlichen Abhaltung von Chazzos und in jeder Synagoge Chewros der Mesamre Thillim, derer, die taglieh vor dem Gebete Psalmen rezitieren, der schomrim laboker, die im Winter täglich vor dem Morgengebete einen eigenen Frühg-ttesdienst abhielten, und endlich der Mesamre Barn eh scheoma r, derer, die am Sabbath und an Feiertagen das Barnch scheomar vom Almemor aus nach eigenen Melodien im Chor sangen. Alle diese Chewros — zumindest soweit sie sich auf die Erweiterung und Hebung des G-ttesdienstes beziehen -— haben außer in der inneren Befriedigung, die sie ihren Mitgliedern schaffen, auch noch darin eine mächtige?׳ An- Ziehungskraft, daß sie ihren Mitgliedern im Falle des Ablebens, Kaddisch, Abhaltung der Jahr Zeiten usw. usw. sichern. Ueber Baruch Scheomar-Chewros sind uns nicht viel Nachrichten überliefert.1 2) Ich finde sie zum erstenmal erwähnt auf einem Grabsteintorso auf unserem alten Bes hachajim, wo jemandem — der Name fehlt —, der im Jahre 898 (1688) gestorben ist, nachgerühmt wird, daß er einer der ״Mesamre baruch scheomar“ in der Altschul (heute Tempel in der DuSni) war. Die große Hofsynagoge hatte Paramente, die von der Baruch scheomar-Chewro dieser Synägoge in den Jqhren 16)t8, 1105, 1780 gewidmet W’Uräen.-) ln der Meislsclml hat sich noch eine nicht ganz eindeutige Baruch-scheomar-Tafel erhalten.3) Namen von Mitgliedern der Barnch, scheomar Chewros in der Altי schul, Altneuschul, Hochschul, Klaus,■ Neuschul, Pinkasschul, Zigeinerschul überliefern uns die Inschriften des alten Bes-hachajim aus den Jahren 1600 bis 1780, allerdings sind es ziemlich wenige, bei denen die Grabinschrift *) Zuerst hat Uber diese Institution Rabb. Doktor Ah Deutsch in seinem ״Die Zigeiner-, Großenhof- und Neusynagoge“ geschrieben. S, 19, 2) Deutsch a. a. Q. S. 47, 50, 53. a) Deutsch a. a. O. S. 19. betont, daß sie Mesamre Baruch scheomar waren, so daß es fast den Anschein hat, daß nur wenige der Ehre gexoürdigt wurden, in diese Chewros anf genommen zu werden. Ueber Wirksamkeit 'und Organisation der Baruch scheomar Chewros sind wir dank dem Umstande, daß die Statuten der Baruch scheomar-Chewra der Klaussynagoge in der Fassung von 1868 von der Behörde 186)) genehmigt wurden, einigermaßen orientiert 1), allerdings ist diese Fassung schon stark vom ״Zeitgeist“ nivelliert. Im fol- •genden sei das Wichtigste mit geteilt: Jeden Sabbat oder Feiertag haben abwechselnd nach der Sitzreihe sechs männliche, über 18 Jahre alte Mitglieder beim Morgeng-ttesdienst von Jigdal, spätestens von Boruch scheomar anwesend zu sein und Baruch scheomar zu sin g e n. Dafür werden ihnen im Bedarfsfälle im Krankheitsfälle Unterstützungen gezahlt, beim Leichenbegängnis eines Mitglieds ein Wagen beigestellt und vier Mitglieder zur Begleitung bestimmt, das ganze Trauerjahr Mischnajas gelernt, Kaddisch gesagt, die Jahrzeit und die Haskara abgehalten. Wenn ein Mitglied Owel wird, so werden drei Leute zu Minjan geschickt; eventuell eine Geldünter- Stützung gegeben. Am Simchas Thorä erhält jedes Mitglied eine Hawdoloh, feiert ein Mitglied eine Hochzeit, Bris- Miloh oder Bar Mizwoh, so wird an dem betreffenden Sabbat der Keßer Thora der Baruch scheomar Qhewra verwendet. Das Einkaufsgeld war nach dem Eintrittsälter gestaffelt zwischen 1 und 6 fl; der jährliche Beitrag 68 Kr. Zu den Rechten der Mitglieder gehörte —. außer dem allsabbatlichen Baruch-Scheomar-Singen — daß an allen Feiertagen ein würdiges Mitglied Peßuke desimro vortrug, am Kolnidre das Rezitieren der Schire Jiohud, und das Recht, am Schabbos BerescMs aufgemfen zu werden. Der Erlös des Mizwos-Verkauf es an diesem Sabbat gehörte zum Teil der Barnch scheomar-Chewra, * Wenn sich auch von diesen alten Chewros fast nur die äußere Form erhalten hat, so wird es doch vielleicht wieder möglich sein, in diese alte Form auch wieder den ursprünglichen Geist einzufüllen zur Belebung nicht nur der Chewros selbst, sondern der ganzen jüdischen Gemeinde. ־*) Die Statuten wurden dann anfangs der Acht■ zigerjahre in Druck gelegt.