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Jüdische Presse · 1935-12-20 · 49 (20.12.1935) · page 8

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Journal
Jüdische Presse
Volume
21 (1935)
Issue
49 (20.12.1935)
Date
1935-12-20
Page
– (sequence 8)
Language
German
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JÜDISCHE PRESSE ■1..״ ■■■Vv, ,... ■ ■ Arelfgittse Mehrheit in Tel«Aw1w Knapp vor Blattschluß wIM uns das Ergebnis der am .Sonntag abgehaltenen Wahlen in d 1 e Tel- Avivef Gemeinde bekannt: Von den abgegebenen 21.677 Stimmen erhielt die ,.Htstadfttth« 8709, die Vefeittigte Liste 8651 und die מ i t e n g 011■* V a 11 e i 200t. Der Rest der. Stimmen entfiel auf Splitterparteien. Von den zu vergebenden 15 Mandaten entfallen 6 auf die Marxisten, ß auf die Vereinigte Liste, eines auf; die Partei Dizengoffs und eines auf die Partei der Portschriftlichen Zionisten (Dr. Rosenblüth). Wem das; 16. Mandat zufallen wird, steht im Augenblick noch; nicht fest. Die sechs Mandate der Vereinigt entdste verteilen sich wie folgt; Rokeach 1, Schabsew 1, Revisionisten 1,. Hausbesitzer 2 Und Misrachi 1. Alles, in allem: Eine irreligiöse, hauptsächlich marxistische Majorität, der nicht einmal eine, ernste religiöse Minorität als Kontrolle zur Seite steht.; Das ist Und soll natürlich kein Grund für eine Depression sein, sondern ein Ansporn, die Anstrengungen für den religiösen Aufbau von Erez disroe! zu; vervielfachen, Die antisemitischen Unruhen in Polen ) Die antisemitischen Exzesse in Warschau, und in verschiedenen Städten Polens haben auch in der; vergangenen Woche nicht auf gehört, in Warschau! kam es am 10. Dezember zu Ueberfällen nationaldemokratischer auf jüdische Studenten. Ein 70jähriger Jude » wurde schwer mißhandelt und in hoffnungslosem Zustand | ins Spital gebracht. | Die Lage in Katto witz und Umgegend verj schlimmert sich, die jüdische Bevölkerung lebt in Panik. ־ Eine Abordnung angesehener Kattowitzer jüdischer Bürger begab sich nach Warschau, um von der Regierung ,׳ Schutzmaßnahmen zu fordern. Außer gegen die Katto-J witzer Synagoge und das jüdische Gemeindehaus wurden I Bombenanschläge auch gegen mehrere jüdische Häuser; verübt. In Hrobaczow wurde der jüdische Kaufmann j Laub durch eine in sein Geschäft geschleuderte Petarde erheblich verletzt, sein Geschäft wurde zerstört. 473 LESER haben schon in den ersten acht Tagen nach der Aus- Schreibung unseres Prämicnangebotes ihre Wahl getroffen. TJ n,d Sie? - ■ ( ״JÜDISCHE PRESSE“ Eröffnung des Heimes des ״Mjekor Chajim“ Wie die ״Jüdische Presse“ in ihrer letzten Ausgäbe berichtet hat, fand am vergangenen Schabbos in Wien die Eröffnung des Heimes des neugegründeten Vereines ״Mekor Chajim“ statt. Das schmucke Lokal konnte die überaus zahlreichen Zuhörer, die gekommen waren,’ um die 'Eröffnungsrede des ehrwürdigen• Ober-! rabbiners Fürst‘ zu hören;, kaum fassen., Oberrabbiner Fürst legte in kurzen, prägnanten Sätzen den' ihm vorschwebenden Aufgabenkreis des Vereines dar und forderte in zündender 4Rede die Anwesenden auf, hin- gebungsvoll •an der Verwirklichung der ,gesteckten hohen Ziele mitzuarbeiten, damit der gewählte, schöne, aber kühne Name gerechtfertigt wird. Am Mozze Schabbos vereinigten sich die Mitglieder zu einem frohen Bankett, das durch den Ob- BEKIZZUR.. —׳ Bratislava. Anläßlich des am ־Mittwoch,•. den 15. Kislew, wiederkehrenden J a h r z e i t t'׳ a' g e s des ,S'chewet Sofer s. Z, 1 giäb Se,. Ehrw. Herr Oberrabbiner A. Schreiber eine S u das M elawo Malko für die Bachurim, zu welcher auch viele!Schüler des großen Zaddik s. Z. 1. geladen waren. Oberrafbbiner Schreiber hielt eine inhaltsreiche Ansprache, in• welcher er die Talmidim aneiferte, sich dem •Studium der Thora völlig zu 1widmen. Im ׳Namen der Talmidim des Schewet •Soifert s. Z. 1. sprach Herr J. B. ■F i s c h 0 f f schöne Thora- Worte. Am Jahrzeittage selbst fand׳ sich eine große Schar Talmidim und Verehrer des großen!Meisters, mit Sr. Ehrw,. Herrn Oberrabiner Schreiber und dem ehrw. Rabbinat an der •Spitze,, beim Grabe des unvergänglichen Lehrers ein, um dort in andächtiger Weise Gebete für das Gemeinwohl des jüdischen Volkes zu verrichten. Auch dort hielt Herr Oberrabbiner Schreiber eine großangelegte Rede. — Dieser! Tage (fand die Neuwahl der G a b b o i an der beiden* traditionellen C li e •w r bis der’ Jeschiwo horomo in Bratislava, der ״!Chewro Charifus“ und ״Chewro Magidus" statt. Das Wahlergebnis war folgendes: Chewro Charifus: J. Mermelstein, Seöovce, Selig Weiß, Nitra, und S. B. Wolf, Päpa. Ohewro Magidus: M. Haberfeld, Topolöamy, N. Eichel, Budapest, 1M. Gottesmann, Nagylöta. Die beiden Chewros stehen wie bisher auf der Höhe ihrer Aufgäbe, indem sie für die geistige Entwicklung und •Selbstbildumg der Bachurim im jüdischen Sinne Sorge •tragen, — Die Lim ud-Sektion der Agudas - Jisr o e 1 - Jugendgruppe veranstaltete einen S i j u m auf Mes. Sanhedrin, Dieser •Schiur wird allabendlich, von Herrn A. S. Ungar geleitet und ist vornehmlich für Anlänger bestimmt. Herr Ungar beendete die. Mesecbto, worauf die Schiurteilnehmer K. Weiß, A., Frommer und N. Farkas in schönen Worten für die. Mühewaltung des Vortragenden, der ihnen nicht bloß ׳Lehrer im ׳Lehrsaal, sondern auch Wegweiser im alltäglichen Leben ist, hefzlichsten Dank aussprachen. Herr A. Z. Kohn sprach so־׳ dann über die Wichtigkeit des alltäglichen Lernens unter Chawerim. Anwesend wären auch die Herren •Rabbiner S. Straßer und1 Jakob Snyders. mahn, Herrn Philip F e i ä h e i m, in eindrucksvoller Riede iiägeteitet WüMe, Während der Mahlzeit sprach Herr Rabbiner Salomen Bapmgartett wunderschöne Diwre Thora, in denen er seiner Freude über die geiüngene Gründung Ausdruck verlieh und zur weiteren unentwegten Tätigkeit anspomte. Die beiden Kantoren i&ühstädt und Taube erfreuten die Anwesenden durch ihre gelungenen Vorträge. Den ordentlichen Lehrbetrieb eröffnete Herr Rabbitter Dr Jöel P o 11 a k durch einen meisterhaften Vortrag über ״Jüdische Kindererziehung“ am Söhntag nachmittags. Der Redner gab ein anschauliches Bild von den Erziehüttgsfaktören in der Großstadt, die erst durch ein harmonisches Zusammenwirken das jüdische .Weltbild des Kindes formen. Der Vortrag des erfahrenen Schulmannes soll demnächst durch einen weiteren Vortrag ergänzt Werden, der den Zuhörern Gelegenheit geben soll, sich über die Fragen des Erziehungs- Wesens auszusprechen. Alles in allem kann heute schon gesagt werden, daß der Auftakt des jungen Vereines ein gelungener war und daß seine Arbeit eine längst empfundene Lücke im Wiener Kehilialeben ausfüllt. Fätiy (פיגעלע) Leitner ע״דן♦ Nach Blattschluß ereilt uns die erschütternde Nachricht von dem Ableben der Frau Fany Leitner geb. B i n e t h, die Witwe nach dem ihr vor 13 Jahren in den Tod vorausgegangenen R. Awrohom Elieser Leitner s. Ar Ein schönes jüdisches Haus, das seinesgleichen in unserer Zeit zu suchen hat, hat damit auf gehört, zu sein. Awrohom Leitner und seine nunmehr heimgegangene Gattin kamen aus Mattersdorf nach Wien und führten hier ihr Haus ganz im Geiste der Familien- und Kehila-Tradition. Fany Leitner selbst war eine Frau von antiker Größe, die wie ein Denkmal aus einer besseren, längst erschwungenen Vergangenheit in unsere armselige Zeit hineinragte. Von Natur aus mit einer geradlinigen Lebensklugheit ausgestattet, war sie von bezwingender Liebenswürdigkeit jedermann gegenüber und von einer Herzensgüte, die nur noch von ihrer vorbildliphen Frömmigkeit überstrahlt wurde. Diese Frömmigkeit, die tief in ihrem Wesen lag, war das wohlgehütete Vermächtnis ihrer großen Ahnen, deren Stammbaum bis auf den Landesraw Rabbi Moredchai Bineth s. Z. 1. zurückgeht. Die Heimgegangene hatte zehn Kindern das Leben ge- [ schenkt, die sie in aufopferungsvoller Liebe und hingebungsvoller mütterlicher Fürsorge zu aufrechten Jehuäim großgezogen und diese Kinder stehen, wo immer sie leben, in den vordersten Reihen der Kämpfer für das unverfälschte Judentum. In den 77 Jahren ihres Lebens hat Fany Leitner Zeiten gehabt, in denen auch die Sorgen , des Alltags an sie heranreichten1׳, nie aber verließ sie ihr in ihrer tiefen Frömmigkeit begründeter Frohsinn und G-ttvertrauen. Ihr Heimgang' wird denn auch nicht nur von der . großen Zahl ihrer Kinder, Enkel und Urenkel, Freunden und Bekannten, sondern von der Wiener Orthodoxie und darüber hinaus, von weiten Kreisen der Wiener Juden- Schaft •beklagt. Die Wertschätzung, deren sich die Verhlichene erfreute, fand ihren sichtbaren Ausdruck in der. tBeeiligung. bei der am Donnerstag abends stattgehabten L e w a j o h. Oberrabbiner Fürst zeichnete in kurzen, eindringlichen Worten das Lebensbild dieser echt jüdisehen Frau, die an der Seite ihres Gatten ein Musterhaus in der Kehila geschaffen hatte. Namens der Familie - sprach erschütternde Worte des Abschiedes der älteste Sohn und prominente Führer der Wiener Orthodoxie, ,Kommerzialrat Moritz Leitner, der nicht nur die treue ..'und liebende Mutter beweinte, sondern auch die Frau, * , die; durch ihr Leben ein leuchtendes Vorbild allen, gab, die ihr; , im Leben irgendwie nähestanden. Es sprachen noch Herr Emanuel Hönigsber und der Schwiegersohn, Herr Papa aus Vac in Ungarn. Am späten Abend fand die Ueberführung nach' Mattersburg statt, wo Freitag früh die KewuralTan der Seite ihres Gatten erfolgte. Möge G-tt. die schwergeprüfte Familie auf richten und Trost finden׳ lassen in der Arbeit für die Ideale, für die die Heimgegangene gelebt, hat. תנצב*ה, — Dunajska Streda: Hier hielt der rühmlichst bekannte Redner, Raiw S c h o r r aus Warschau, während der vorigen Woche vier Vorträge,. Bei allen Vorträgen standen die Zuhörer• Kopf an Kopf, um keines der henrliehen Worte des Meisters der Redekunst zu überhören. Die darauf' eingeleitete Sammelaktion zugunsten der ״Mesiwta“ in Warschau war denn auch von gutem Erfolg begleitet. Von hier aus besuchte Raw Schorr auch die Orte Meder und Komarno, wo er mit großer Ehre und Gastfreundlichkeit aufgenommen wurde. Raw Schorr wird auch die anderen Orte der Slowakei besuchen. — Filakeve; Am Mozze Schabbos vergangener Woche wurden hier die Wahlen in die Gemeindeleitung abgehalten, welche folgendes Resultat ergaben: Präses: Alexander Lederer, Vizepräses Julius Großmama, Kassier: Ferdinand Weiß; Repräsentanz: Isidor iBlumienthal, Eugen Haupt,!Gabor Grünbaum, Leopold ,Lötwy, Armin Sucicki und Josef Großmann. (—ä—.) Sered: Bei der pJm 15. d. M. stattgehabten W ah l der Chewr a־K adi sch a - Leitung wurden folgende Herren in den Vereinsaussehuß gewählt: Ferdinand Braun, Alfred Friedländer, G<Sza Friedländer, Michael Glück, Simon Guttman, Alex. Krakauer, Ignaz Müller, Daniel Rakovsky, Ignaz Schwarz, Isidor Schwarz. Gerson Stadler, •Simon Weinberger, Adolf Wetzler, Bernhard Wohlgemuth, Leopold Groß. — Praha: Der Verein ״,Vereinigung gese tzestreu er jüdische r Akad1e!miker“(V.J.A.) hat nach den ■Sammerf&rien die Arbeit im Wintersemester wieder auf genommen. Dienstag!, den 5. November, fand eine Sitzung der aktiven und inaktiven Mitglieder statt. Der verlesene Tätigkeitsbericht!war recht •befriedigend und auch jetzt im Wintersemester ist die Arbeit in vollem Gang. Es finden ׳ wöchentlich drei Lehrkurse statt, an •welchen alle aktiven Mitglieder teilnehmen•, es sindi dies ein Tainaud-Kurs. ein Tnach-Kurs und ein Hebräischer Sprachkurs. Alle zwei bis drei Wochen findet ein wissenschaf tüoher Vortrag statt. Im vergangenen Semester haben iz. •B, folgende Herren gesprochen: Prof. Dr. Eugen Iäelben, Dri Berthöld Jeiteles, ׳Rabbiner Hugo Stranbky, Bür'diese® Semester sind folgende Vorträge vorgemerkt: ,;Unser Kampf für die Scheöhita“, Dr. ined. S, Lieben;! ״Emigration als ׳Lebensform“, Dr. Jakob Ratz, Frankfurt ä. M.-Londdn; ״Simcha schei Mizwoh“, Prof. Dr. Eugen Liehen, und ein ,,Reisebericht aus Erez Jisröel" Cattd. med. Viktor Einhorn. Es ist noch das soziale Amt des V. J. A. Zu erwähnen, das!Zunächst mit bescheidenen Mitteln in arbeiten!beginnt. Es ist hier eine Gemeinschaft im Werden, die dem einzelnen jungen Akademiker in seiner religiösen •Lebensführung einen Rückhalt Zu geben imistande ist, und das dürfte in Praha als ein recht erfreuliches Novum angesehen werden. Hoch ist unser V. J. A. im Ausbau begriffen. Wir hoffen,. daß. sich . immer wieder, Menschen finden werden, ’d^d sich der Bedeutung der Aufgabe bewußt bleiben. (R. R•) Personalnachrichten Lehrer Wilhelm Gero ע״ףן Donnerstag, den 16. Rislev (12. Dezember), verbreitete sich in der Gemeinde Bratislava die erschütternde Trauerkunde vom Hinscheiden des allbeliebten Lehrers an der orth. isr. Volksschule, Herrn Wilhelm Gero s. A. Er erlag im 49. Lebensjahr unerwartet und ohne vorher krank gewesen zu sein einem Herzschlag. Inmitten seines treuen Schaffens riß ihn der unerforschliche Wille des Schöpfers aus dem- Rreise seiner Rollegen, aus der Schar seiner Schüler und aus einem Leben, das reich war an Seelengüte und •treuer Hingabe an alles Jüdische und Menschliche. Ein rechtlicher, gerader Mann, voll ernster Pflichterfüllung und mit einem lauteren Charakter ist mit ihm dahittgegangeh. Von seiner!großen Beliebtheit und Wertschätzung!zeugte die große •Beteiligung an seinem Leichenbegängnis trotz def* späten Nachmittagsstunde des Sabattrüsttages חגצב׳ה. Wr. — In der ungarischen Hauptstadt sind bedenkliche Symptome eines wirtschaftlichen Antisemitismus aufgetaucht. Die ״Turul"-Organisation der Hochschüler hat eine Broschüre veröffentlicht, welche den Titel ״Schlage nicht den Juden!“ trägt und gegen die Hochschulkrawalle, aber für den wirtschaftlichen Boykott der Juden eintritt.!Sie verlangt, daß die Juden auch in d6n pfivatwirtSchaftlichen Unternehmungeil bloß nach ihrem Prozentsatz vertreten sein sollen. Der Antisemit Karl Wolff dürfte heuer unbehelligt Plakate anbringen, welche. unter den Symbolen des Weihnachtsfestes die Bevölkerung ermahnen, jetzt und immerdar nur bei christlichen Kaufleuten zu kaufen. -s- Der legitimistische Abgeordnete Ludwig von Makray, ein katholischer Geistlicher, erklärte einem Redakteur des ״Egyenlösäg“, die ungarischen Juden seien ein integrierender Teil der ungarischen Nation. Er sprach sich in wärmsten Worten über die kulturellen und zivilisatorischen ׳Leistlingen der Juden aus. Zum Schluß sagte von Makray, die katholische Kirche habe die Juden stets gegen Angriffe verteidigt, und dies werde sie auch weiterhin tun. Die Kirche ׳kann es nicht dulden, daß ein Geist die Herrschaft über die Welt erlange, der im Gegensatz zu den.' reinen und erhabenen Gedanken steht, die die Kirche von Menschen und Menschentum hege ... — Die aut. orth; isr. ,Kultusgemeinde in Großwa:■ dein (Oradea) hat einen Preßprozeß weg;en Verleumdung gegen den Redakteur des misrachistischen Wochenblattes ״N€pünk“, Alexander Wasserstrom, angestrengt. Der Genannte hat jahrelang einen währet! Vernichtungsfeldzug gegen die Leiter der Gemeinde geführt, hat sie und sogar ihre verstorbenen Eltern auf das brutalste angegiffen. Nun schlug — ■wie sich eine < in Großwardein erscheinende nichtjüdische Tageszeitung aus< drückt — das Gericht dem ״Revolverhelden aus Te: as“ die Waffe aus der Hand. Wasserstrom hat eine Ehrmerklärung den •Klägern gegeben, worin es u. a. heißt: Er habe aüf Grund falscher Informationen übelwollender Männer tendenziöse Unwahrheiten veröffentlicht. Er bitte ergebenst um Entschuldigung und übernehme sämtliche Prozeßkosten. — Wie der orthodoxe ״Hoemesz“ ergänzena mitteilt, hat sich Herr Wasserstrom auch verpflichtet, bis zum Jahre 1938 keine Angriffe gegen die Gemeindeleitung zu veröffentlichen,' des weiteren, den Oberrabbiner Joel Teitelbaum in!Sätmar von seinen grundlosen und haßerfüllten Angriffen zu verschonen. Zur Sicherstellung hat er zu treuer Hand einen Wechsel auf 50.000 Lei erlegt. — Der Minister für nationale Arbeit, Dr. Valerius Roman, hat einen Entwurf zur Regelung der ' Hand e 1 s- und G e w e r b e lc o n z e 's s i o n e n ausgearbeitet. Er plant, diese von ״entsprechender Vorbereitung“, von Sprach- und Qualifikationsprüfungen abhängig zu machen. Die Interessentenvertretungen nehmen scharf gegen den •Plan •Stellung, hinter dem die rumänischen Juden eine neue Geseroh wittern. — Wie ,bekannt, hat der cuzistische Abgeordnete R o •b u bei der Installation des Czernowitzer Metropoliten den Bukarester Oberrabbin er Dr, N i e m e r o wer insultiert. Der Metropolit hat wegen dieses Vorfalles sein Bedauern zum Ausdruck gebracht und Robu die Teilnahme an den Sitzungen des Konsistoriums, dessen Mitglied er ist, solange untersagt, bis er dem verletzten Oberrabbiner Genugtuung gibt. Robu ist aber trotz dieses Verbotes und ohne eine Einladung erhalten zu haben, bei der Sitzung erschienen. Der Metropolit hat darauf persönlich die Staatsanwaltschaft angerufen und die Entfernung Robus verfügt. , — Die bessarabischen Juden haben beschlossen, sich unmittelbar an den König zu wenden und von ihm die Bändigung der antisemitischen Bewegung zu erbitten. —י Großes Aufsehen erregt es, daß Außenminister Ti t ul es cu .den (bekannten antisemitischen Führer und lärmenden Völkerbundgegner Prof. C u z a zum Mittagm a h l geladen und mit ihm, dessen Partei vor nicht langer Zeit den Minister als Judensöldling gebrandmarkt hat, eingehende Verhandlungen pflog. — Der wachsende Antisemitismus im Lande hat die verschiedenen jüdisch-politischen Parteien zu einer engeren Zusammenarbeit veranlaßt. Als erstes 'Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist eine gemeinsame Vorsprache beim Ministerpräsidenten Tatarescu zu verzeichnen. Sowohl der Ministerpräsident wie der Minister des Innern haben der Deputation zugesagt, daß sie mit allen Mitteln die Ruhe des Bandes und die Rechte aller Bür ger wahr en w er den. TSCH WAK

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