Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 21 (1935)
- Issue
- 46 (29.11.1935)
- Date
- 1935-11-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 46 JÜDISCHE presse Seitö 3 Hungersnot unter den Juden Bessarabiens. in Vier Distrikten Stidbessarabiens ist eine Hun- ' gersnöt äusgebrochen, von der insbesondere auch die dort lebenden jüdischen Landwirte und Kleingewerbetreiben־ den auf dem flachen Lande erfaßt worden sind. Zehntausende jüdische Kamillen entbehren des täglichen Brots. Der Kälteeinbruch der letzten Tage hat die Not vefschärft. Die jüdischen Gemeinden und Organisationen Altrumäniens und der Bukowina haben Hilfsaktionen eingeleitet. ln der bessarabischen Hauptstadt KischineW fand ein von der Jüdischen Gemeinde dieser Stadt einbefufener Kongreß der jüdischen Gemeinden Bessarabiens statt, an dem fast 150 Delegierte aus allen Teilen der Provinz teilnahmen. Dem Kongreß ging ein G-ttesdienst in der Haupt* Synagoge voran, bei dem Oberrabbiner Zirelsohn eine ergreifende Ansprache hielt. Der Kongreß stand unter der Leitung des Vorsitzenden der Kischinewer Jüdischen Gemeinde, Adv. Carol Steinberg. Der Verband der jüdischen Gemeinden Altrumäniens war auf dem Kongreß durch den Generalsekretär der Union rumänischer Juden, M. Zelter-Sarateanu, die jüdische Gemeinde Czernowitz durch ihren Vizepräsidenten Oscar Deutsch vertreten. Die Delegierten der jüdischen Gemeinden Südbessarabiens schilderten die in ihren Gemeinden herrschende Not, die verschärft wird durch eine hemmungslose antisemitische .Propaganda. Es wurde beschlossen, eine Hilfsaktion für die notleidenden Bezirke zu organisieren und von den zentralen Stellen Maßnahmen gegen die judenfeindliche Propaganda zu fordern. Ferner wurde die Gründung eines Verbandes der jüdisehen Gemeinden Bessarabiens beschlossen. vos woclic zw Woclic ln ganz Palästina haben am ersten Jahrestag des Todes Baron Edmond de Rothschilds Gedenkfeiern stattgefunden, in denen die entscheidende Bedeutung der kolonisatorischen Tätigkeit des Verstorbenen für den modernen Wiederaufbau gewürdigt wurde. Am 18. November 1wurden die Sanktionen Palästinas gegen Italien in Kraft gesetzt. Die Sanktionen beziehen sich auf das Verbot der Ein- und Ausfuhr ■von Kriegsmaterial, der Gewährung von Krediten an Italien und der Einfuhr italienischer Waren. Paläs t in a- Reisen auf der italienischen Linie werden n i cht betroffen. In J er u salem bildete sich eine Initiativgruppe zur Schaffung einer Handelshochschule. In einer Pressekonferenz wurde mitgeteilt, daß sich bei der Gruppe bereits 120 junge Leute gemeldet haben, die eine Handelshochschule besuchen wollen. (ft Königin Wilhelmine von Holland sandte der Amsterdamer Aschkenasischen Gemeinde, die jetzt das Jubiläum ihres 800jährigen Bestehens begeht, ein in herzlichen Worten abgefaßtes Glückwunschteleg r amm. Die spanisohe Medizinische.Akademie, wählte den Wiener Universitätsprofessor Dr. Moritz Oppenheim, einen Bruder des Präsidenten der ״Union österreichischer Juden“ Regierungsrat Dr. Hermann Oppenheim, zum Ehrenmitglied. O Der Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht hat angeordnet, daß die amtlich bestellten jüdischen Kursmakler an allen deutschen Börsen mit Wirkung vom 22. d. M. aus ihrem Amt ausscheiden, da öffentliche Aemter nur von Reichsbürgern bekleidet werden dürfen. Die Tätigkeit der jüdischen B e stich er bleibt unberührt. Durch ein Dekret, welches die Zahl ausländischer wandernder Kaufleute beschränkt, dabei vorschreibt, daß jeder tim ein Handelspatent einzukommen hat, wobei dieses ohne Begründung verweigert werden kann, sind 2300 jüdische Hausierer in B elgie-n in ihrer Existenz bedroht. Die letzte Nummer der Berliner ,Jüdischen Rundschau“ ist behördlich beschlagnahmt worden. Das ,israelitische Familienblatt“, welches für drei Monate verboten gewesen war, hat nun, nach Ablauf der Verbotsfrist, wieder zu erscheinen begonnen. Nach dem Pariser ״M atin“ sollen deutsche Juden, die jetzt in Paris leben, die Absicht haben, in Paris eine jüdische Universität zu gründen. In den ersten zehn Monaten des Jahres 1935 erreichte die tschechoslowakische Ausfuhr nach Palästina einen Wert von 57,500.000 tsch. K. Die Verhältnisziffer zwischen der Ausfuhr der Tschechoslowakei nach Palästina und der Einfuhr aus Palästina ist nach wie vor 8 :1. 138 führende protestantische Geistliche A m erikas veröffentlichen eine Kundgebung, in der gegen die Verfolgung der Jud&n in Deutschland protestiert und das Fernbleiben der Vereinigten Staaten von der Berliner Olympiade gefordert wird. Der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung von N ew York, Bemard S. Deutsch, bis vor kurzem Präsident des American J ewish C ongress, erlag im Alter von 51 Jahren einem Herzschlag. Der von Dr. Max Naumann geführte ״V e rband nationaldeutscher Jude n“ ist behördlich a u f ge löst worden. Der Verband hatte das nationalsozialistische Programm mit Einschränkung des Juden- Punktes (״deutschbewußte?‘ Juden sollten ״Reichsbürger“ sein können) akzeptiert. Dr. Naumann wurde verhaftet/ Mit 81 gegen 78 Stimmen hat die brasilianische Abgeordnetenkammer einen Antrag angenommen, in dem die Regierung aufgefordert wird, den faschistisch-antisemitischen Verband der ״Integralisten“ zu verbieten. % In Olszani (Wojwodschaft Wilna) sind durch eine Brandkatastrophe 9fy hauptsächlich von Juden bewohnte Häuser mit dem ganzen Inventar vernichtef worden. 500 Menschen sind ohne Obdach geblieben, der Schaden beträgt über 200.000 Zloty. Im Städtchen Ko Ino sind, mehrere von Juden bewohnte ■ Häuser abgebrannt. Wie aus zuverlässiger Quelle mitgeteilt wird, sind in den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres etwa 11 Millionen Pfund nach Palästina ein geflössen. Bemerkenswert ist, daß zwei Drittel dieses Kapitals ans den Ländern Osteuropas stammen, während der Kapitaltransfer am Deutschland im Wege der Haawarah stark zurückgeg angen ist. H, Grün, II׳, Taborstraße 8 b, Telephon R-43-3-fi Melier für feine Herrengarderobe. H Zwei Führer der litauischen Agudah gestorben. An einem und demselben Tage verstarben ifi Kaunas zwei Führer der litauischen Agudah, nämlich der Vorsitzende des litauischen Rabbinerverbandes Rabbi Abraham Rubin s. Z. 1., zuletzt Rabbiner ih Wlikomir und unter dem Namen ״Reb Leibale" sehr populär, und der Gründer und Führer der litauischen Agudah, Rabbi Schimeon Merkel s. Z. 1., der sich um das religiöse Erziehungswesen sehr verdient gemacht hat, In litauischen orthodoxen Kreisen herrscht tiefe Trauer. — Tm kommenden Februar finden die Wahlen in die Fester neologe isr, Kultusgemeinde statt. Sie pflegen sonst kein größeres Aufsehen zu erregen, denn von den 60.000 Steuerzahlern, gehen hochstens 1500 zur Urne. Diesmal will aber die zionistische Agitation das Interesse für die Gemeindeangelegenheiten wecken. Ob mit Erfolg — ist sehr fraglich. Erstens klingt das Programm der Zionistischen Volkspartei sehr kläglieh, zweitens antwortet auf ihre Forderung der Inkompatibilität die offizielle Presse mit dem höhnischen Hinweis auf Wien, wo die zionistische Gemeindeleitung auf diesem Gebiete sich manches Schwerwiegende zuschulden kommen ließ und läßt.. — Graf Georg Apponyi, der Sohn des weitbekannten ungarischen Diplomaten Albert v. Apponyi, äußerte sich gegenüber dem Berichterstatter des ״Egenlöseg" u. a. folgendermaßen über die Judenfrage: Es gibt eine Judenfrage, aber sie ist bloß eine wirtschaftliche und keinesfalls eine konfessionelle oder rassische Frage. Man hat die Juden gezwungen, die. wirtschaftliche Laufbahn zu betreten, wo sie dann in riesigem Ausmaß dem Fortschritt des Vaterlandes Dienste geleistet haben. Nun macht man aber den Juden Vorwürfe, weil sie einzelne Wirt- Schaftspositionen besetzt halten. Es ist klar, daß man die Juden hiefiir nicht verantwortlich machen kann, und man darf nicht eine demagogische Agitation gegen diesen ausgezeichneten und wertvollen Teil der Bevölkerung entfalten. — Der jüdische Historiker Alex. Büchler behauptet, daß eine Art ״Mizwah-Tänzel" auch in der ungarischen Vergangenheit üblich war. Er zitiert als Beweis die zeitgenössische Beschreibung der Hochzeit von Gabriel Bethlen, des Fürsten von Siebenbürgen, mit Kathalin von Brandenburg im Jahre 1626: Nach dem Bräutigam tanzte der Gesandte des römischen Kaisers mit der Braut, und zwar da er ein geistlicher Herr war, auf folgende Weise: Die eine Spitze eines schönen Sacktuches hielt der geistliche Herr in der Hand, die andere die Braut, und so tanzten sie. Die Fremdenrazzia in Kisvarda Abgeordneter Dr. Böla Fabian interpellierte den Innenminister Kozma in Angelegenheit der Fremdenrazzia von Kisvarda, wo bedauerliche Zwischenfälle vorgekommen seien. Die Interpellation hat folgende Vorgeschichte: Am Mittwoch, den 6. November, führten acht bis zehn Männer mit der Legitimation der Fremäenkontroll- Sektion des Ministeriums des Innern unter Assistenz von Gendarmerie und Polizei eine Razzia in den Straßen der Stadt durch, wobei es zu mehrfachen Ueberschreitungen der Amtsgewalt gekommen sein soll. Bei der Razzia wurde Franzbranntwein ALPA erhält den Körper gesund und widerstandsfähig kein einziger Fremder (man suchte scheinbar nach Galt- Ziern) in Kisvarda vorgefunden. Einige Tage später Überfielen unverantwortliche Elemente in den Abendstunden mehrere aus dem Tempel kommende Juden und verprügelten sie. Der Kaufmann Heinrich Markovics soll infolge der ihm zugefügten Mißhandlungen auf einem Auge erblindet sein. In einer Sitzung im Gemeindehause erklärte Obernotär P r e s 21 e r, daß das Verfahren gegen die schuldigen Polizeiorgane wegen Mißbrauchs der Amtsgewalt eingeleitet worden sei. Der Präsident der Orthodoxen Gemeinde von Kisvarda, Josef Kain, berichtete im ״Egyenlösög", daß auf der Straße alle Bart und ״Pajes״ tragenden Individuen eingefangen und mit bewaffneten Gendarmen ins Gemeindehaus eskortiert wurden, Außerdem wurden in allen jüdischen Wohnungen Haussuchungen veranstaltet. Sogar die Söhne des Oberrabbiners, der Ersatzmitglied der ungarländischen Orthodoxie im Oberhaus ist, wurden stellig gemacht. AUs der staatlich genehmigten Talmud-Thora-Schule wurden achtzig sieben bis zwölf Jahre alte Knaben gleichfalls mit ״Bajonett auf!" ins Gemeindehaus gebracht, wo sie stundenlang warten mußten, bis die Legitimationen beendet waren. In seiner Erwiderung erklärte Minister Kozma, daß die Landesbehörden zur Ueberwachung der Ausländer in mehreren Städten, so auch in Kisvarda, Razzien veranstaltet haben, durch welche der Zuzug von Ostjuden verhindert werden soll. Wegen der Grenzziehung des Trianon-Friedens kann in dieser Gegend selbst mit dem größten Aufgebot von Gendarmen keine wirksame Kontrolle ausgeübt werden, deshalb mußte zum Mittel der Razzia gegriffen werden. Der Minister erklärte, er hätte bereits verfügt, daß hiebei die Behelligung ungarischer Staatsbürger tunlichst vermieden wird. Was die Talmudschulen betrifft, sei festgestellt worden, daß diese ausländische Schüler aufnehmen, die polizeilich nicht entsrechend angemeldet waren. Die Legitimierung ist deshalb in den Schulräumen durchgeführt worden. 3K3BQH33BDBGK Vereinsnachrichten. Frauenhilfe der Adas Jisroel Wir eröffnen die heurige Saison unserer Teeabende und laden hiemit die p. t. Mitglieder unseres Vereines zur ersten Veranstaltung in der ״Wienea" — 8. Dezember, 5 Uhr — herzlichst ein. Gäste gerne gesehen. Der Vorstand. Agudas - Jisroel - Mädchengruppe, Wien. Schabbos Parschas Tauldaus spricht Fr. Dozentin Eva Landsb e r g .halb 11 Uhr vormittags in der ״Wienea". Dienstag den 8. Dezember d. J., um 8 Uhr abends beginnt Se. Ehrw. Herr Rabbiner A. Weiß (Storchenschul) in der Mädchengruppe eine Vortragsreihe über ״Psalmen“. Personalnachricht. Todesfall. Hochbetagt verschied מושיק ם׳ היי שרה Herr Inspektor Lazar Wiesner s. Z. 1. Wer das Glück hat, sich zu seinen Schülern zählen zu dürfen, weiß, welch«! Verlust wir durch seinen Heimgang erleiden. Als Lehrer und als Mensch war er einen! weiten Kreise ein leuchtendes Vorbild. Seine tiefgründige Gelehrsamkeit, sein bescheidenes und gerades Wesen, erwarben ihm die Achtung aller, die ihn kannten, und sichern ihm ein ehrendes Andenken. חנצב״ה. Ein Schüler. Barmizwah - Feier. Vorigen Samstag fand in Wiener-Neustadt die Barmizwah-Feier des Erwin Mandl, Sohnes des Vprsteherstellvertreters Samuel Mandl, statt. Der Barmizwah wurde beim G-ttesdienst zur Thora gerüfen und es war in Wiener-Neustadt das erstemal, daß ein Barmizwah den Abschnitt aus der Thora selbst vorgelesen hat. Bei der Festlichkeit am Nachmittag begrüßte Herr Mandl die Festgäste und riehtete an seinen Sohn zu Herzen gehende Worte der Ermahnung, auch fürderhin seiner Erziehung entsprechend ein thoratreuer und religiöser Jude zu bleiben. Kultus- Vorsteher Herr Hugo Reininger gratulierte namens des Kultusvorstandes und schilderte die Glaubenstreue der Familie Mandl, die er als Säule und Stütze der Orthodoxie in der Gemeinde bezeichnete. Eine geistreiche Rede hielt sodann Se. Ehrw. Oberrabbiner Professor Dr. Weiß. Es sprachen noch der Onkel des Barmizwah, Herr Max Mandl, und Sekretär LöWy, der den Barmizwah so erfolgreich zu seinem Ehrentage vorbereitet hatte. Zum Delegiertentag Das Präsidium der Agudas-Jisroei-Jugendorganisation in der Slowakei und P. K. R. hat ihre vierte Landeskonferenz für den 25. und 26. Dezember nach Preöov einberufen. An der Tagung werden voraussichtlich prominente agudistische Persönlichkeiten des In- und Auslandes teilnehmen. Mehr als zwei Jahre sind seit dem jüngsten Delegiertentag verflossen. Bei der nun bevorstehenden Tagung soll nicht nur über Erfolge, Errungenschaften und Leistungen berichtet werden, vielmehr wollen wir einen Moment hält machen, über die künftigen Arbeiten zu beraten, um dann mit neuen Kräften, mit gestärkten Energien, mit doppeltem Fleiß und Eifer weiter zu arbeiten. Und wie der Wanderer der Landstraße die Ruhezeit beim Grenzstein mit der Auabesserung seiner dürftigen Habseligkeiten ausfülit, so wollen auch wir. daß diese Tagung dazu dienen möge, unaere, auf dem langen, unermüdlich gegangenen Wege dürftig gewordene Ausstattung auszubessern und zu ergänzen. Im Laufe der Zeit haben sich die Verhältnisse geändert und der Delegiertentag steht vor neuen Aufgaben, Aufgaben, die weit mehr Arbeit, mehr Yerant- Wörtlichkeit und mehr gieibewufytbeit erfordern. Besonders wird sich der Delegiertentag mit Problemen befassen müssen, denen bisher bei den verschiedenen Zusammenkünften wenig oder fast gar kein Interesse entgegengebracht wurde. Penn es ist uns allen klar, der bevorstehende Delegiertentag darf!ms nicht nur als Propagandamittel dienen, um der Welt eine großzügige Manifestation der Aguda-Idee zu zeigen, um der Qeffentlichkeit unsere Entwicklung und unseren Aufstieg m heweisen, vielmehr muß uns der Delegiertentag ein bedeutender Arbeitstag werden, wo wir die unser harrenden großen Aufgaben beraten wollen, um diese vollständig leisten zu können. Vor allem gilt es heute, die positiven Kräfte der orthodoxen Jugend, die sich einmütig zum Programm der Agudas Jisroel bekennen, die Jugend, die ihren sehnlichsten Wunsch darin erblickt, am monumentalen jüdisehen Weltwerk ״Agudas Jisroel״ mitwirken, mitbauen zu dürfen, 'organisatorisch zu erfassen, um jedem die Möglichkeit zu geben, seine Kräfte in den Dienst des Klall zu stellen. Denn diese Jugend weiß, da§ sie sich selbst erbauen, ihr eigenes Heim errichten, ihre eigene ZUkunft sichern muß. \ ' Selbst jene Kreise,, die früher die Bedeutung unserer Organisation nicht richtig gewürdigt haben, sind heute — wenn auch etwas spät, aber doch nicht zu spät —י zur Einsicht gelangt, daß ״Agudas Jisroel״ von solcher großen Notwendigkeit ist, daß sich kein jüdischer Mensch, dem unsere Ideale heilig sind, in dessen Herzen sich noch ein Resteben Aräwüsgefühl regt, in dessen Innern noch ein Flämmchen glimmert, der bedeutungsvollen Arbeit für Agudas Jisroel entziehen darf. An jedes Ohr drang der Ruf unserer Großen, niemand darf sich diesem Ruf verschließen. Die Jugend, die sich schon seit Wochen zu dieser Tagung mit innerer, aus dem tiefsten Heizen kommender Freude vorbereitet, bedarf keiner Aufforderung zur Arbeit; man muß ihr nicht mehr die Notwendigkeit der Arbeit plausibel machen, sie kennt ihre Aufgaben und Pflichten. Es sind ja alte Glieder unserer Organisation,