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Jüdische Presse · 1935-11-15 · 44 (15.11.1935) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
21 (1935)
Issue
44 (15.11.1935)
Date
1935-11-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 44 Seite ׳§ Vor derdrittett Keoessio Gedatilo? Ärn vergaftgeneft Moze Schabbos hielt der Direktor der Keren-Hathora-Eentrale, Rabbiner W. S. Jakobsohn, im großen Saale der Wiener Aguda-Jugendgrüppe vor einer zahlreichen Zuhörerschaft einen Vortrag. Der Referent ging von dem Titel des ihm gestellten Tniemas aus: ״Vörיder dritten Kenessio Gedaulo!“ Er sagte, daß er über dieses Thema nicht sprechen Könne, sondern nur Über das Thema: ״Vor der dritten Kenessio Gedaulo?“, und daß für ihn der Unterschied zwischen Ausrufungszeichen und Fragezeichen von symbolischer Bedeutung sei. Ein Symbol dafür, daß wir, im größten wie im Kleinsten, Uns als Agudisten der peinlichsten Genauigkeit zu befleißigen haben; im Lernen, in der Lebensführung, in Wort wie in Schrift. Diese Feststellung gab dem Referenten Veranlassüng, den Begriff ״jüdische Persönlichkeit", wie Agudas Jisroel ihn fordert, herauszuarbeiten und im Anschluß daran das Wesen ״agudistischer Hachschoro" zu erörtern. Die anderen sprechen von ״Hachschara“ und denKen an , ״EreZ“, sie denKen nur an den Boden und an eine Vorbereitung, die die materielle, die physische Ertüchtigung des Chaluz erstrebt. Wir wollen eine Hachschoro, die den Menschen, den ganzen Menschen umfaßt: Körper, Seele und Geist! Darum ist die Voraussetzung für unsere Hachschoro die Jeschiwoh. Ihr Besuch ist auch für unsere deutschen Chaluzim zwingende Voraussetzung. Heute gibt es auch in den westlichen Ländern für den strebenden Agudisten Kein Jeschiwoh -Problem, sondern nur eine Jeschiwoh -Tatsache. Dieser überall obligatorische Jeschiwöh-Besuch rücke das viel erörterte Thora-in-Derech-Erez-Problem in einen neuen Gesichtswinkel. Bei der Auseinandersetzung um die Fragen, die mit diesem Stichwort im Zusammenhang ■stehen, handle es sich in der Tat um ein Problem, dessen Lösung insbesondere für Erez Jisroel allein ־und ausschließlich unseren rabbinischen Großen Vorbehalten bleiben muß. In seinen weiteren Ausführungen erörterte der Referent die unter den Schlagwörtern ״Poalim und Zeirim", ״Mauschew und Kibbuz“, ״Stadt und Land“ ‘lebendigen palästinensischen Probleme, das Verhältnis unserer orthodoxen Poalim zur ״Histadruth“ und legte ‘dar, daß alle diese dringendsten Gegenwartsfragen gebieterisch die schnellste Ergänzung des rabbinischen Rates und die Reaktivierung des G. A. der Agudas Jisroel erheischen. Die Möglichkeit der Veranstaltung der dritten;Kenessio Gedaulo in Jeruscholajim gab dem Referenten ' Anlaß, im zweiten Teil seiner Ausführungen die Erez- Jisroel-Situation der Agudas Jisroel im einzelnen zu erörtern. Die physische, die wirtschaftliche, die geistige und die sittliche Existenz wurde nach einem von Jakob. Rosenheim vor Jahren aufgestellten Schema geprüft: Alles drängt zur Erfüllung der ״Mizwas Jeschiwas Erez Jisroel“ und der ״Mizwas Jischuw Erez Jisroel“. Besonders starK unterstrich der Referent die Wich- •tigkeit des alten Jischuw, der die heilige Aufgabe des Stammes Lewi in alten Zeiten versehe: ״G-tt ist ihr Erbbesitz.“ ,Am Schluß seiner Ausführungen ließ der Referent;־.vor den Hörern nochmals plastisch die Persönlichkeit Leo Deutschländers s. Z. 1.,' des treuen Freundes der Wiener Jugendgruppe, erstehen und forderte die Anwesenden •auf, Deutschländers Gedächtnis nur dadurch zu ehren, daß sie sein Werk weiter mittragfen. Der Präsident der• Jugendgruppe, Jakob Teitelbäum, dankte dem Redner für seine überaus interessan- . ten Ausführungen, die von den Zuhörern mit stürmischem Beifall belöhnt wurden• Kundgebung gegen Verletzung der Säbbathfuhe in Warschau. Am letzten Sabbath fand im Nalewki-Vieftel in Warschau eine Kundgebung gegen das Öffenhalten jüdischer' Geschäfte statt. Nach dem Gottesdienst in den verschiedenen Betsälen und chassidischen ״Klausen“ formierten sich die Teilnehmer Zu einem großen Zug, an dessen Spitze Rabbiner schritten. Vor jedem offenen jüdisehen Geschäft wurde halt gemacht, und die Rabbiner ersuchten die Inhaber, künftig ihre Geschäfte am Sabbath geschlossen zu halten, während die Menge auf der Straße das Ergebnis des in den meisten Fällen erfolgreichen Einschreitens abwartete. In dem rein jüdischen Naiewki- Viertel war die Sabbathruhe von den Geschäftsleuten bis in die letzte Zeit allgemein beobachtet worden. Zuletzt aber kam es auch im Naiewki-Viertel Vor, daß vereinzelt jüdische Geschäfte an Sabbathtagen offen gehalten wurden. Jüdische Auswanderung aus Sowjetrußland nach Amerika Ueber die, jüdische Auswanderung aus Sowjetrußland nach Amerika hat der Leiter der Hias-Abteilung in. Riga der Jüdischen Telegraphen-Agentur folgende Mitteilungen gemacht: In den 15 Jahren der Hias-Arbeit in Riga sind rund 7 0.0 0 0 Juden aus Sowjetrußland über Riga ausgewandert, und zwar hauptsächlich nach Amerika. Diese Auswanderung vollzog sich vor allem bis zum Jahre 1923, in dem die Ein- Wanderung nach Amerika wesentlich eingeschränkt wurde. Seither kann die jüdische Auswanderung aus Sowjetrußland auch mit Rücksicht darauf, daß für einen russisehen Auslandspaß eine Gebühr von 500 Dollar entrichtet werden muß, nur noch in geringem Umfange vor sich gehen; immerhin waren auch noch im letzten Jahre von insgesamt 400 jüdischen Arrierika-Wanderern 100 Juden aus Sowjetrußland. Mehrere jüdische Auswanderer aus Sowjetrußland sind in Riga ״gestrandet“, weil sie kein amerikanisches Visum erhalten konnten. Unter ihnen befindet sich eine Anzahl von Rabbinern. Einige von ihnen haben Aussicht, die Einwanderungserlaubnis nach Palästina zu erhalten. Huldigungstelegramm der Juden Griechenlands an .Georg II. Im Namen der jüdischen Bevölkerung Griechenlands hat der jüdische Abgeordnete im griechischen •Pariament Daniel A11 a 1 o u f folgendes Huldigungstelegramm an König Georg II. nach London gesandt: Mit von Freude Franzbrannfwein zum Gurgeln und Mundausspülen. ־ Grippeschutz! AUPA ACHTUNG Für eine orthodoxe Gemeinde in Czernowitz Die Czernowitzer Jüdische Kultusgemeinde besteht, ähnlich wie die Wiener ׳ Gemeinde, in ihrer Mehrheit aus areligiösen —: nationalen und nichtnationalen — Juden. Die. •Zionisten treiben auch hier' ihre Politik und •',mißbrauchen die Gemeinde für ihre Parteizwecke. Die orthödox4h Juden sind völlig machtlos und könnten bisher in. der־ Gemeinde für religiöse Belange nichts erreichen. Nun ,wollen die Zionisten die durch das.Ableben des verewigten יCzernowitzer Raw, Rabbi Benzion Katz s. Z. 1., vakant gewordene Rabbinerstelle nach dem Vorbild ihrer Wiener Gesinnungsgenossen unter der Hand mit einer ihnen sehr nahestehenden Persönlichkeit besetzen, trotzdem sich um;diese Stelle mehrere weltbekannte rabbinische Autoritäten 1beworben haben. Diese Absicht hat unter .den religiösen Juden einen Proteststurm' hervorgerufen. Das in Czerno- Witz erscheinende ״jüdische Wort“ beschäftigt sich •in seiner letzten Ausgabe im Zusammenhang mit der Rabbinerfrage über das Verhältnis der orthodoxen Juden;zur Kultusgemeinde und schreibt u. a.: ״Wir sehen, daß im Rahmen der Czernowitzer Kultusgemeinde ein Aufschwung des religiösen Lebens nicht erwartet werden kann. Auch die letzten Hoffnungen sind geschwunden.; Vielleicht treffen sich nun; doch in unserer Stadt einige beherzte g-ttesfürchtige Männer, die die Initiative ergreifen, um in diesem Meer von •Assimilation und Freisinn eine heilige Insel zu schaffen? In zwölfter Stunde rufen wir: Orthodoxe Juden, nehmt euer Los in eure eigenen Hände! Lasset nicht alles zugrunde gehen! Nehmt euch ein Beispiel von anderen orthodoxen Gemeinden! Nehmt euch ein Beispiel von der Adas: Jisroel in Wien, die durch ihre, trotz der Hindernisse der areligiösen Wiener Ge? meinde, unter Opfern errichteten eigenen Anstalten berühmt wurde! Die Gründung einer selbständigen orthodoxen Gemeinde, in der reiner Thorageist herrscht und in der sich die religiösen Juden nach ihrer religiösen Ueberzeugung ausleben können, ist das einzige Mittei, um ein Wiederaufleben und einen Aufschwung des religiösen Leben? in unserer Stadt ,herbeizufUhren!“ ׳ f '■ :׳ :, ׳: ■׳ f . ״ ־ ׳. . Das Jüdische Buch1 — schreibt: uns ein Freund unseres Blfrtte?;ist s$t 1mdenkiiehen': Zeiten cm! wichtiger Faktor in :der Erziehung. Es., istaus׳ diesem Gründe überall dorfc geschätzt, wg man: auf planmäßige׳ .und ’ zielb?Fpßte:.:gutpüdMe;?Erziehpng Wert legt;•׳, ■ ־ •? \\ . * v •׳' 1In der ,heutigen Zeit der;־piaamäßigem Oberfläöhlieh» ketten erseheint es darum doppelt zweckmäßig, darauf hinzuweisen, daß der jüdische, besonders aber der junge jüdische Mensch hur ׳Bücher; wirklich gutjüdischen Inhalts lesen soll. •Denn zweifellos paßt sich jeder Leser eines Buches dem Inhalte desselben in gewissen Gedanken- ,gängen an. Man läßt sich, vorerst unbewußt, durch den spannenden Inhalt eines Buches in eine :Sphäre hineinziehen, welche dem •Leser manchmal ganz fremd ist. Und wenn man sich auch nicht gleich mit den Gedanken- und Ideehgängen des Autors identifizieren kann, gelangt man doch später zu dem irrigen Schluß, daß der Autor die Dinge besser versteht als irgend ein frommer Jude. Aus diesen und vielen anderen Erwägungen erscheint es darum zweckmäßig, nur die Geistesprodukte der tadellos und makellos, dastehenden jüdisehen Schrif tsteller zu leaen. Der so oft vorgebrachte Einwand, ein frommer Jude, welcher talmudisches mit weltlichem Wissen vereinigt, könne kein guter :Schriftsteller sein, ist durchaus irrig! Man könnte eine große Namensliste orthodoxer Schriftsteller aufzählen, die nicht nur auf dem Gebiete der Wissenschaft, sondern auch durch belletristische Literatur sich einen •Namen errungen haben. Jüdische Menschen, deren Bestreben es sein soll, ihre •Erkenntnisse und ihr Empfinden für das traditionelle, unverfälscht-jüdische Familienleben und für den dadurch entstehenden Familiensinn auszuprägen, sollten ihre Hände, ihr jüdisches Herz und Gemüt keineswegs mit dem Kitsch jener moderner Bücher verunreinigen, welche die ,,moderne Jugend“ mit so großer Begierde liest! Jüdische Menschen, denen ihr eigenes sittliches, moralisches und geistiges Wohl am Herzen liegt, dürfen, wenn sie wirkliche, überzeugungstreue jüdische Menschen werden, sein und bleiben wollen, keinen einzigen jeher nervenaufpeitschenden Schundromane lesen, welche man bis heute in so vielen jüdischen Häusern finden kann! ״Jüdischer Weltkongreß" doch wieder nicht! Das ״Exekutivkomitee des Jüdischen Weltkongresses" lanciert immer wieder in der jüdischen Presse Meldungen über die bevorstehende Abhaltung eines ״Jüdisehen Weltkongresses״," trotzdem die ablehnende Haltung der meisten großen jüdischen Organisationen bekannt ist. Die ״Jüdische Presse“ zitierte erst vorige Woche eine J, T, A.-Meldung, daß der ״Jüdische ,Weltkongreß“ ״noch vor Ende 193ß‘Mstattünden sollet Nun kommt wieder eifi4 mal ein Dementi vom sogenahnten ״Exekutivkomitee“, daß der ״Weltkongreß“ noch nicht einberufen wurde und haß das Datum seines Zusammentrittes noch fraglich sei. Es wäre nun doch vielleicht schon an der Zeit, daß die Herren vom ״Exekutivkomitee“ das Fiasko der׳ Idee eines ״Jüdischen Weltkongresses“ eingestehen. * und Begeisterung erfülltem Merzen hat die jüdische Bei völkerung ihre Stimme für die Wiedererrichtung der Monarchie in unserem geliebten Vaterland unter der ruhmreichen Herrschaft Eurer Majestät abgegeben. Ich bitte Eure Majestät, den Ausdruck unserer tiefgefühlten Ergebenheit und Treue mit dem aufrichtigen Wunsch nach Glück und Gedeihen des Vaterlandes unter der Leitung Eurer Majestät entgegenzunehmen. Regierungsverordnung gegen antisemitische Propaganda in Rumänien, Der Innenminister erließ eine Verordnung an alle Polizeibehörden, in der diese im Hinblick auf die jüngsten antisemitischen Exzesse ermächtigt werden, drakonisehe Maßnahmen gegen Personen zu ergreifen, die die öffentliche Ordnung zu stören versuchen. Die Polizeibehörden werden aufgefordert, alle jenen Elemente, die eine Propaganda gegen eine bestimmte Nation oder Konfession führen und zu Haß gegen bestimmte BevÖlkerungsteile aus rassischen und religiösen Motiven auffordern, strengstens zu überwachen. Das Tragen von Parteiuniformen und Parteiabzeichen ist verboten. Wegen verbotenen Schächtens verurteilt Das ״Nassauische Volksblatt“ in Wiesbaden berichtet über eine Verhandlung vor dem Wiesbadener Amtsgericht, in der ein jüdischer Viehhändler aus Schierstein angeklagt worden war, am 30. August ein Kalb trotz des strengen Verbptes g eschächtet zu haben. Als dieser Vorfall damals bekannt geworden sei, sei es zu einer begreiflichen Erregung in Schierstein gekommen, die dazu geführt habe, daß die jüdischen Geschäftsleute, bezw. Metzger, in Schutzhaft genommen werden mußten. Der Angeklagte wurde damals wegen Verdunkelungsgefahr in Haft genommen. In der Verhandlung leugnete er die ihm zur Last gelegte strafbare Handlung. Durch die Beweisaufnahme sei er aber der ״Tat" für überführt zu erachten. Er wurde zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten unter Anrechnung von einem Monat Untersuchungshaft verurteilt. Die Juden nun auch in den Gemeinden rechtlos. Die ״Berliner Börsenzeitung“ weist auf die Rück- Wirkungen hin, die das Reichsbürgergesetz auf das Gemeindebürgerrecht im Sinne des § 19 . der Deutschen Gemeindeordnung hat. Die Deutsche Gemeinde- Ordnung hat für die Gemeinden Bereits eine Scheidu n g zwischen Einwohnern und Bürgern gebracht, von denen nur die Bürger das Recht und die Pflicht zur ehrenamtlichen Mitarbeit haben. Dieser Scheidung entspricht, wie. das Blatt bemerkt, jetzt die vom Reichsbürgergesetz durchgeführte Trennung zwischen Staatsangehörigen und Reichsbürgern. Die Reichsbürger sind die alleinigen Träger der vollen politischen Rechte nach Maßgabe der Gesetze. ' v Kurzes Allerlei aus dem heiligen Lande In Nahalal wurde der Bau von 3 5 neuen Häusern in Angriff genommen. Die Baukosten betragen pro Haus 220 bis 250 Pfund. Zu den Arbeiten werden ortsansässige jüdische Arbeiter herangezogen. Die Gesellschaft ״N i r“ hat ihren Tätigkeitsbericht für das erste Halbjahr 1935 veröffentlicht. Ihm ist zu entnehmen, daß die Gesellschaft in diesem Zeitraum Darlehen zu verschiedenen Zwecken (Hausbau, Wasser- Versorgung u. dgl.) in der Gesamthöhe von 147.000 Pfun'd gewährt hat. Im letzten Schuljahr wurden die städtischen Schulen in Tel - A v i v von 8187 Kindern, 4082 Knäben und 4105 Mädchen, besucht. Von April 1934 bis April 1935 wurden im Tel-Aviver Hadassah-Krankenhaus 5786 Kranke, aufgenommen, 5369 wurden als geheilt entlassen, 357 sind gestorben. Das Personal der Firma Othmar Schilf, Wien, gestattet sich, ihrem , verehrten Chef, , ■ Herrn Kommerzialrat Othmar Schiff, zu dem morgen stattfindenden 25 jährigen Geschäftsjubiläum die herzlichsten Glückwünsche zu entbieten Das Personal der Firma, ■ Othmar Schiff, Wien I, Kärntnerring 6 Agudas-Jisroel-Mädchengruppe, Wien. Schabbosvortrag V>11 Uhr vormittags, ״Wienea“, II., Obere Donaustraße 91. Vortrag Montag, 8 Uhr abends, im Lokale, II., Malzgasse 16. Vortragende: Unser Vorstandsmitglied Beth-Jakob-Lehrerin Frl. Malka Tänzer. TSCHECHOSLOWAKEI. Das neue Tierschutzgesetz in der C. S. R. und die Schechitah Die Regierung der Tschechoslowakei hat im ßenat ein Tierschutzgesetz eingebracht, dessen Paragraph 8 dahin lautet, daß sich ״derjenige strafbar macht, der bei der Tötung eines Tieres ihm überflüssige Qualen zufügt, insbesondere derjenige, der ohne vorherige Betäubung Schlachtvieh zum gewerbsmäßigen Fleischverkauf tötet“. Zu diesem Punkt 8 werden ,durch Regierungsver- Ordnung Ausnahmen für die ״Tötung von Tieren nach religiösen Vorschriften“ erlassen. Demnach fällt die Schechita nicht; unter das neue Tierschutzgesetz. Bekanntlich vertreten die größten ärztlichen Autoritäten der Welt die Meinung, daß die Schächtung nicht eine inhumane Tötungsart ist: Die jüdische Gemeinde Prag gründet eine Darlehenskasse. In der letzten Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde Prag unterbreitete der Gemeindepräsident Dr. Reiner den Plan der Gründung einer Darlehens- Kasse beim Sozialfürsorgeamt der Gemeinde, die Kreditwürdigen Personen Darlehen au geringen Zinssätzen gewähren, soll,, Hierzu, ist ein Kapital von Kö 400.000 er-,׳. forderlich. Dieses Kapital soll bei zwei jüdischen Banken deponiert werden. Diese Banken würden vom Sozialfürsorgeamt empfohlenen Personen Darlehen gewähren und hierüei da? Risiko selbst tragen so daß da? Soziasfür« sorgeanit 'mit einem Risiko nicht belastet bleiben würde. Die Bänken übernehme» gegenüber d?*» Sozialfürsorge«, amt die Garantie für das bei ihnen erliegende.! Kapital. Sie berechnen den Darlehensnehmern IV4, bis 2 ProzentEipsen, die zur Deckung eventueller Verluste, Regiekosten usw. dienen׳; :׳

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