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Jüdische Presse · 1935-11-01 · 42 (1.11.1935) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
21 (1935)
Issue
42 (1.11.1935)
Date
1935-11-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 42 JÜDlSCflE PRESSE Seite 3 wocnc Hefa 2 יי Wo di c ÜK, ". Wie das Jaffaer ZitrusSyndikat 6ekan nt gibt, hat die neue Ectportsaison am 1. Oktober mit der Verschiffung Von 6000 Eisten Grapefruit begönnen. $ Eine Abordnung des lit äuis ctien Mabb ine r v er b an des besuchte den Minister des Innern General Tschaplikas und gab ihm Bericht über die a nti jüdischen Aus sc hre itungen in Tetschi, tco in jüdischen Häusern und in der Jeschiwoh die Fensterscheiben eingeschtagen und jüdische Einwohher ange* griffen wurden. <§ Einer Meldung der arabischen Tageszeitung ״F etesti n" zufolge, wurden in Libanon 21 jüdische junge Leute bei dem Versuch, die palästinensische Grenze ohne Erlaubnis zu überschreiten, verhaftet. Die Pal äst ina -Regierung hat ein Gesuch der Stadtverwaltung von Haifa, ihr einen Zuschuß von 26,000 Pfund zwecks Herstellung des Gleichgewichts im städtischen Haushalt zu gewähren, abgelehnt. In einer in Jerusalem abgehaltenen Zusammenkunft jüdischer Industrieller wurde mitgeteilt, ׳ daß schätzungsweise die Handels- Unterbilanz P aläst ina 8 in den letzten zwölf Jahren 7 1,0 0 0.0 0 0 Pfund betragen hat. Der Ministerpräsident und Königliche Regent von Griechenland, General Kondylis, hat in Athen eine Abordnung der Juden Griechenlands empfangen und ihr gegenüber erklärt, er sei des Glaubens, daß die Juden zur Aristokratie der Menschheit g eh ören. Die jüdische Gemeinde T et s c hi in Litauen hat sich im Hinblick auf die in dieser Stadt und ihrer Umgebung getriebene bedrohliche antisemitische Propaganda an ,den Bischof Staugaitis mit der Bitte gewandt, von den Kanzeln zur Einstellung der judenfeindlichen Hetze auf fordern zu lassen. Der Bischof hat sich bereit erklärt, einen entsprechenden Aufruf zu veröffentlichen. Nach den letzten Feststellungen leben jetzt in den Kolonien P alästinas 4512 aus Deutschland eingewanderte Juden, einige hundert deutsche Juden leben ferner in den Kibbuzim. % Die durch die internationalen Ereignisse bedin gte Stockung im Baugewerbe in Palästin a beginnt bereits nach zu las se n. Man erwartet die Wiederaufnahme der vollen Bautätigkeit und eine Verstärkung der öffentlichen Arbeiten nach Klärung der internationalen Lage. . Die arabische Tageszeitung ״Felestin“ gibt der Meinung , Ausdruck, daß es im Fall weiterer internationaler Verwicklungen zur Einsetzung eines Militärregimes in Palästina kommen werde. Die Meldung ist mit größter Skepsis aufzunehmen. Die arabische Presse hat ihren antijüdischen kriegerischen Ton etwas gemild e r t, nachdem die ■Regierung die Zeitungen, insbesondere die ״A,Difaa“, ernstlich gewarnt hatte, die im Zusammenhang mit der Jaffaer Munitionsschmuggelaffäre getriebene judenfeindliche Hetze fortzusetzen. Die Palästina- Re gier un g hat der Stadt Tel--Awiw 700 Dunam Boden am rechten Ufer des Jarkon in Pacht gegeben. Auf diesem Gebiet sollen V olks wohnung en für die jüdische Bevölkerung errichtet werden. Eine größere Gruppe Studenten, die an dem C u■ zist e.nkoh g r.eß in C ze rn owitz teilgenommen haben, versuchte auf der Rückkehr vom Kongreß einen Pogrom auf die jüdische Bevölkerung von Br inceva, Kreis Dalti in Bessarabien, zu veranstalten. In den erstell vier Monaten 1985 wurden für J!öS.518 Pfund Maschinen nach Palästina eingeführt, gegenüber 292.267 Pfund in dem entsprechenden Zeitraum des letzten Jahres. Im Finanzdepartement der Palästina-Regierung xvird zurzeit der Plan einer 5 Ö 0.0 0 0 - P f und- A nleihe für die Stadt J er us alem bearbeitet. Der von der. Regierung ernannte Lodz er Stadt rat hat die von der nationaldemokratischen Mehrheit des aufgelösten früheren Stadtrats beschlossene Arierbestimmung für die Verleihung der städtisehen Preise für Kunst, Wissenschaft und Literatur a u fgehoben. Auf dem alten jüdischen Friedhof im IS. Wietier Bezirk (Währing) wurden am 25.0ktober elf Gräber von unbekannten Tätern v e rxv ü stet. Da die Täter auf die Gräber Hakenkreuze gexvorfen hatten, glaubt man, daß es sich um Nationals ozi ali st e n< handelt. Wie dem Verein der Kleinhändler in Lodz mitgeteilt wurde, ist es in Loszno (Distrikt Posen) zu Ausschreitungen gegen. eine Gruppe jüdischer Marktfahrer gekommen, Die Palästina-Regierung wird demnächst drei Krankenhäuser als Isolierstationen für Malariakranke in Jerusalem, Ramie und Jaffa errichten. Das Einbürgerungsamt der Gemeinde von Tel- Awiw hat im abgelaufenen Jahr die Ein bür ger u n g s f orm alit ät e n für 1905 Personen erledigt. Ueber 10,000 Personen haben im Laufe des Jahres Inf ermationen über Einbürgerungsfragen eingeholt. Jüdische Persönlichkeiten und Organisationen in Paris haben beim Innenminister und dem Polizeipräfekten Beschwerde gegen sich wiederholende Angriffe der antisemitischen Organisation ״Solidarite Francaise“ auf Juden in . Pariser jüdischen Wohnvierteln erhoben. Den Beschwerdeführenden wurde mit geteilt, daß die Polizei strengste Maßnahmen gegen eine Wiederholung der antisemitischen Ausschreitungen getroffen hat. Wie die Zentrale des Au sw ander er hilf s- Verbandes HICEId der j,?. 4, mitteilt, wurde in Montevideo von den jüdischen Organisationen U r u g u a y s ein ,Jlilfskomitee für die Opfer, des Antisemitismus“ gegründet. Das Komitee hat sich die Auf* gäbe gestellb den Weh ־Uruguay kommenden Juden aus Mittel? und Osteuropa beizustehen, , r . % Grün, IX., Taborstraße 8 b, Telephon R-42-3-96, Atelier für feine Herrengarderobe. E wm₪mmsK Neues von der Wiener Kultusgemeinde tili!Club der jüdisöh-üätionälen Kültusvokteher. wurde einstimmig beschlossen, den Vizepräsidenten Doktor Löwenherz zu bitten, seine Stelle als Kultusvorsteher niederzulegen, um sich um die AmtsdirektorStelle zu bewerben. Dr. Löwenherz will diesem Ersuchen stattgeben. Oberbaurat Stricker hat sich gütigst bereit erklärt, in diesem Falle die vakant werdende Stelle des Vizepräsidenten zu" übernehmen. Die Gerüchte, daß die JÜdischnationalen auch schön Beschlüsse hinsichtlich ihrer Parteigenossen Dr. Klabe r und Dr. Landäü gefaßt haben, eilen — wie Wir erfahren — den Tatsachen voraus. Staatssekretär Dr« Pernter im Burgenland. Staatssekretär Dr. Pernter weilte vergangenen Mittwoch im Burgenland. Am Empfang in Matte rsbürg beteiligte sich mit den Vertretern der Lokalbehörden der Präsident der orthodox-israelitischen Landeszentralkanzlei für das Burgenland, Oberrabbiner Samuel Ehrenfeld aus Mättersburg, der den Staatssekretär im Namen der orthodoxen Judenschaft des Burgenlandes begrüßte. Agudas Jisroel Mädchengruppe Wien. Schabbos Parschas Noach spricht unäer Vorstandsmitglied, Beth-Jakob-Lehrerin Frl. Rosa Schechter, um 11 Uhr vormittags im Lokal, II., Malzgasse 16. Montag, von 8 bis, 9 Uhr abends, beginnt ein Vortragszyklus des Herrn Rabbiners Wolf S. Jacobson über ״Agudah und ihre Ziele“. Die Erez Jisroel Arbeitsgemeinschaft beginnt Mittwoöh, den 6. November, um halb 8 Uhr abends mit ihrer Tätigkeit. Herr Dr. Bogner spricht am Mozze Schabbos, den 2. November, um 7 Uhr abends über ״J ü d i s c h e G eschichte" in der Beth Jakobschule, H., Obere Donaustraße 12. Alle anderen Kurse bleiben wie im versendeten Programm festgesetzt und werden wiedeer in unserem vorjährigen Lokal, 11., Ma l'zgasse 16, abgehalten. Loschon-Hakodesch-Kurs. Die Erez Jisroel Zentrale der Agudas Jisroel für Oesterreich veranstaltet auch heuer einen Loschon-Hakodesch-Kurs, der von dem bekannten Pädagogen, Herrn Aberbaah, geleitet wird. Außerdem werden auch Loschon-Hakodesch-Sprechabende stattfinden, die zur Perfektuierung der bereits erworbenen Kenntnisse beitragen sollen. Die Interessenten werden KAFFEE HAG ׳jSpHSiN• KAFFEE b/ßp GESUNDER BOHNENKAFFEE GARANTIERT COFFE1NFREI ersucht, sich am Mozze Schabbos, den 2. November, um halb 8 Uhr abends, zu einer Besprechung im Büro der Erez Jisroel Zentrale, II., Malzgasse 12a, einzufinden.. TSCHECHOSLOWAKEI Winterbekleidungsaktion der Agudas-Jisroel-Jugendorganisation Es fröstelt! Der Winter' hält bald seinen eisigen Einzug. Jeder trachtet danach,' seinen Bedarf an'warmen Kleidungsstücken und Heizmaterial zu decken. Jeder trachtet, einer Erkältung vorzubeugen, jeder ist um seine Gesundheit und um die Gesundheit seiner Angehörigen besorgt. . Auch wir — das gesamte Judentum — haben Angehörige, Brüder und Schwestern, die noch ,unversorgt sind, die der ganzen Härte des herannahenden Winters schütz- und hilflos ausgesetzt sind. Unsere jüdisehen Brüder in Podkarpatskä ßusieiden Not. Aber viel entsetzlicher und viel grausamer wirkt sich diese Not zur Zeit des Winters aus. Bekanntlich ist der Wiinter in dem vom Karpathengebirge umgebenen Notstandsgebiet bedeutend strenger und andauernder als in den anderen Teilen der Republik. Mit bangem Herzen und gebrochenem Gemüt sehen unsere Brüder dem kommenden Wiinter entgegen. Kein warmes Kleid, kein warmer Herd, keine warme Speise. Diese Not zu lindern, hat sich die Agudas- J is r o ei-J uge n doltfgan isatii on öe?.t Jahrtien zur Aufgabe gestellt. Dank der bereitwilligen Unterstützung der breiten Oeffpntlichkeit ist es ihr auch gelungen, diesem Elend teilweise zu steuern, indem sie die bewährte Winterbekleidungsaktion alljährlich einleitet' und durchführt. Im Vorjahr ist es ihr gelungen, nahezu 5000 verschiedene Kleidungsstücke nach 18 Ortschaften in Podkarpatskä Rus zu senden, wo diese von ihren Vertrauensmännern ׳ an Bedürftige gewisseuhaft verteilt wurden׳. Auch heuer warten schon viele, viele notleidende jüdische Menschen auf die Wohltat ihrer bemittelten Brüder. In abgerissenen Kleidern, halb nackt, stehen sie und warten, bis der erste Transport ankommt, um das leidende Bein in ein warmes Kleid hüllen zu können. Jüdische Brüder und Schwestern allerorts! Wir kennen das jüdische Herz, wir müssen es nicht erst auf rütteln. Wir wissen, daß Sie geben wollen. Halten Sie in Ihrem Hause Umschau, Sie werden sicherlich einige für Sie entbehrliche Kleidungsstücke finden, die dem leidenden Bruder helfen können! Sammein Sie diese und geben Sie sie bei dför Leitung der dortigen Agjudas-Jisroel- Jugendgruppe ab! Ist in Ihrem Orte keine solche vorhanden, veranlassen Sie, bitte, daß alle Spenden von Ihrem Orte an einer Stelle gesammelt werden, und verständigen Sie hievon gefi. die Zentralstelle: Agudas- Jisroel-Jugendorganisation, Bratislava, Postfach 14 0. Es werden angenommen; alle Arten von Herren- und Damenwäsche, wie auch Herren- und Damenkleider, Fußbekleidungsartikel, Bettwäsche und Decken. Ist es Ihnen nicht möglich, in natura diese Aktion zu unterstützen, so senden Sie, bitte, eine Ablöse auf das Postscheckkonto Praha 5346, Jede kleinste Spende wird dankend quittiert und beim Abschluß der Aktion ausgewiesen, Wer r»sch gibt — gibt doppelt! Der 28, Oktober überall. Es ist unmöglich, allen bei uns eingeiaufenen׳ Berichten üper die abgehaltenen Staatsfeiern am 28. Oktoher Raum zu geben. ׳- - In allen Gemeinden hat ein cffizieiief G-ttesdieust stattgefunden, wobei die Vertreter verschiedener; Behörden und Körperschaften anwesend waren. In den meisten Gemeinden hielt der Örtsrabbiner eine Ansprache, in welcher im allgemeinen auf die heilige Pflicht, dem Staate gegenüber Treue und Anhänglichkeit zu bekunden, hingewiesen wurde. Ueberall verlief die Feierlichkeit mit besonderer Andacht und großen Huldigungskundgebungen für den Präsidenten T. G. Masaryk. Ablehnung eines jüdischen Richters unstatthaft. Vor dem Kreisgericht Mährisch-Ostrau fand eine Verhandlung gegen den verantwortlichen Redakteur des ״Moravsköslezsky FaSista“, Knizek, statt, der vom Advokaten Dr. Richter verteidigt würde. Gleich zu Beginn der Verhandlung erhob Dr. Richter Einwendungen gegen den Vorsitzenden OGR. Kämpf mit der Begründung, daß dieser als jüdischer Richter iu dieser' An-' gelegenheit — es handelte sich um eine Beschlagnahme eines antisemitischen Artikels — befangen sei. Gerichtsrat Kämpf unterbrach sofort die Verhandlung und unterbreitete den Fall dem Präsidium des Kreisgerichtes. Vize- Präsident Dr. Tesar entschied, daß die Ablehnung eines Richters we'gen seiner Konfession unstatthaft sei. Der Vorsitz in der Verhandlung gegen Knizek wurde daher abermals, Kämpf übertragen. Milchaktion an den Schulen in Bratislava. Der Bratislavaer allgem. Bank und ihres Generaldirektors, des Herrn Adalbert Forbath, Verdienst ist es, daß an den hiesigen Volksschulen schon seit acht Jahren die M i 1 c h a ktion ihre segensreiche Tätigkeit ausübt. Auch im Schuljahre 1935/36 versorgt die genannte Bank 500 arme Kinder, hauptsächlich Kinder der Arbeitslosen, die täglich seit dem 29. Oktober in der Pausa , warme Milch erhalten. BEKIZZUR.. —■ Bratislava: Am Mozze Schabbos Bereschis veranstältete die hiesige Agudas Jisroel Jugendgruppe im Rahmen einer Melawo demalko ein A bschiedsfest zu Ehren der in die auswärtigen Jeschiwos reisenden Bachurim. Bei Beteiligung aller lernenden Bachurim und vielen Gästen begrüßte Präse3 Max Weiß die Erschienenen. Im Laufe seiner Ansprache betonte der Redner besonders die Wichtigkeit des Limud Hathora und versprach im Namen der Leitung, auch weiterhin für das Fortkommen der lernenden Jugend besorgt zu sein. Herr׳ Rabbiner Jakob Snyders appellierte mit schönen Thora- Worten an die Jugendlichen, daß sie auch im praktischen Leben sich als traditionströue jüdische Menschen be- Währen sollen. Es folgten die Ansprachen der Herren Ghaim Müller, Srauel Unsdorfer und A,, Z. Kohn. Im Aufträge des Vorstandes beantragte Herr J. Salzer, daß alle Bachurim während des kommenden Sman’s Mischnajos Bowo Kamo, Bowo Mezio und Bowo ׳Bassro auswendig lernen mögen. — Michalovce: Hier haben sich zirka 200 Gemeindemitglieder versammelt, um g'egen den Vorstand z u p> 01 e s t i e r e n, weil der seit Jahren durch das Hinscheiden des verewigten Oberrabbiners Ehrenfeld vakant gewordene Oberrabbinerposten noch immer, nicht!besetzt ist. In der Protestkundgebung wurde angeführt, daß das Fehlen eines geistigen Führers sowohl den allgemeinen Stand der jüdischen Moral und die Hebung des Thorageistes als auch das äußere Prestige der Gemeinde sehr ungünstig beeinflußt hat. Es ist erforderlich, daß eine rabbinische Autorität über die Erhaltung und Entwich- Jung der wichtigsten Gemeindeinstitutionen wache. Dieser Protest blieb nicht ohne Erfolg, denn Gemeindepräses Dr» Brügler versicherte im Namen des Vorstandes, daß dieser ehestens zur Regelung der Rabbinerfrage schreiten wird» J. B. ™ Senica!^ Wie alljährlich fand auch heuer am Schmini Azeres die Neuwahl der Chewra-Ka-

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