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Jüdische Presse · 1935-09-13 · 36 (13.9.1935) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
21 (1935)
Issue
36 (13.9.1935)
Date
1935-09-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 itWSCBE HttSSB Nr. 36 Wer die nervenerregenden Wirkungen coffeinhältiger Getränke ausschallen will, trinke den Vorzugliehen, «offeinfreien, echten Bohnenkaffee: Rabb. Wolf S. Jacobson: Ich werbe für Deutschländers Erbe Wenn die berufenen Instanzen mir den Auftrag gegeben haben, das große Erbe, das Dr. Leo Deutschländer s. 2. 1. uns hinterlassen hat, vorläufig zu verwalten, und wenn das Entgegenkommen derer, in deren Amt und Sold ich stehe, mir dies ermöglichen will, dann müssen alle, die einem großen Mann über das Grab hinaus die Treue halten wollen — die Treue seiner unvergängliehen Leistung und dadurch allein seiner imsterblichen Seele — sich vor allem darüber klar werden, worin dieses Erbe besteht, Dies soll ganz sachlich geschildert werden, unsere Liebe und Trauer soll ganz zurücktreten hinter der Pflicht! Auch der nur oberflächliche Beobachter weiß, daß Schmuei Deutschländer ein ungewöhnlich vielseitiger Mann war, wenngleich er vielleicht nicht weiß, es gar nicht wissen kann, daß diese Vielseitigkeit sich paarte mit einer ganz seltenen Konzentriertheit auf die Aufgäbe, deren Bewältigung gerade vor ihm lag. Die schöpferische Genialität war begleitet von nüchterner Sachlichkeit. Und darum ist es einem Menschen unmöglich, selbst lückenhaft das zu leisten, was e r vollendet gab. ־ Dr. Deutschländer, der Lehrer, ist völlig unersetzbar, er nahm diese Kunst mit ins Grab. Und dennoch ist seine Leistung unverloren: seine Schüler — die Lehrerinnen von Beth Jakob —, sie seien darum zuerst aufgerufen, sie, die seines gesegneten Geistes einen Hauch spüren durften, daß sie in allen Anstalten von Beth Jakob nach seiner Methode weiter unterrichten, das bedeutet: den Stoff beseelen und neben der Ausdeutung von Details vor allem die große Linie herausarbeiten, die er mit instinktiver Sicherheit zu finden wußte. ־ Ein wichtiges Hilfsmittel werden ihnen dabei die Aufzeichnungen sein, die sie im Anschluß an jede Unterrichtsstunde machten. Und sie werden hiemit gebeten, eine Abschrift dieser' ihrer Aufzeichnungen schnellstens an die Wiener’Zentrale von Beth Jakob (Leopoldsgasse 26) zu senden, daß diese Unterlagen mdtverwertet , werden können, wenn jetzt einige, von der Gattin ׳Dr. Deutschländers bereits; benannte, vertraute Schüler ■ jdayangehen, den Nachlaß Dr. Deutschländers, des;Tiina.Qhforsc.hers, zu sichten und zu sichern. (Ueber ,die Mittel, zur Drucklegung wird noch weiter »gesprochen;Werden!) ••:y » Alle wissen; daß das Werk Von' Beth Jakob p ä dagogisch auf einer von Sachkennern oft gerühmten Höhe steht, zu der hin Dr. Deutschländer es geführt. Ich bin mir bewußt, daß ich auf diesem Gebiet weder ein Großes noch ein Geringes zu leisten imstande bin. Darum kann für alle ernst Besorgten die beglückende Tatsache registriert werden, daß an den zentralen Ausbildungsstätten in Krakau und Wien Persönlichkeiten als Leiter und Lehrer wirken, die, noch zusammen mit׳ Dr. Deutschländer gewirkt haben, die darum in seinem Geist das Werk weiterführen wollen und werden. Darüber ' hinaus haben sich die Menschen, Welche dem Pädagogen und Lehrer Deutschländer Zeit seiner Arbeit am allernächsten standen: Oberrabbiner Carlebach in Altona und, Judith Grünfeld-Rosenbaum in London bereit erklärt, alle ihre •Freizeit für Beth Jakob zu widmen, aus Liebe, zum Werk und zu seinem Schöpfer! "•7,'Daß Dr. Deutschländers Platz auf Kathedern und an all den Stellen verwaist bleiben wird, wo er die Kulturtat des jüdischen Ostens den Menschen des europäischen Westens njihezubringen suchte — in seiner besonderen Weise, weil in ihm die Emunas Chachomim um so iniger blühte, desto mehr er jüdische Weisheit und Wissen mit weltlichem Geistesgut vergleichen konnte —, das wissen wir und damit müssen wir uns abfinden! » Schöpferisch war Dr. Deutschländer aber nicht nur im Geistigen, sondern ebenso im Organisatorischen und Wirtschaftlichen! Wir stellen fest: Er hat für den KerenHathora einen Rahmen geschaffen, der imstande gewesen wäre, den Keren Hathora wahrhaft zu einem wichtigen, zu einem entscheidenden Finanzinstrument für die thoralernende Judenheit zu gestalten, wenn die Judenheit, ja, wenn nur die gesetzestreue Judenheit etwas weitsichtiger, etwas ׳großherziger, etwas selbstloser gewesen wäre. Hier soll nicht angeklagt, hier soll nur konstatiert werden! Wir stellen fest: Mit unendlicher Zähigkeit, mit einem Aufwand von Geist und Körper ohnegleichen, hat Dr. Deutschländer für Beth Jakob überall Hilfslcomitees und Stützpunkte geschaffen; viele stellten sich in den Dienst der großen Sache, Frauen zumal, viele versagten sich aber da, wo die . Seele nicht wach ist, ist man ja schnell mit dem Wenn und Aber bei der Hand! Wir stellen fest: Mit einer Umsicht und Zielstrebiglceit, die des geborenen Kaufmannes würdig war, hat Dr. Deutschländer es verstanden, eine große Versicherungsgesellschaft — den ״Ph ö n i x“ — für unsere Organisation und für die Gründungen der Agudas Jisr'oe 1 zu interessieren: viele halfen, daß durch die Begünstigungsverträge, die Dr, Deutschländer im Interesse der Agudo mit dem' ״Phönix“ geschlossen hatte, der Agudas Jisroel Gelder zuflossen, indem sie ihre diesbezüglichen Geschäfte durch, diese an uns interessierte Gesellschaft schlossen! Viele aber lehnten naserümpfend diese Verquickung von Organisation und Geschäft ab, vergaßen nur leider, ihrerseits der Organisation auch nur einen Groschen zuzuwenden, sie ließen es beim Nasenrümpfen, das war moralisch und — billig! Den Helfern war Dr. Deutschländer innig dankbar; unter denen, die abseits stäHideu in gleichgültiger Kühle oder parteigebundenem Vorurteil litt sein warmes Herz furchtbar! Wir wollen Deutschländers Erbe vor dem Verfall schützen! Darum rufen wir auf: alle am Limud Hathora interessierten Menschen in aller Welt, daß sie sich den örtlichen Keren-Hathora-Instanzen freiwillig und freudig zur unbegrenzten Mitarbeit zur Verfügung stellen; es dürfte keinen jüdischen Kreis geben, der nicht im Oweljahre unseres Deutschländers seitte Keren-Hathora-Verwaltung reorganisiert oder gründet,— alle um die orthodoxe Mädchenerziehung Besorgten, daß sie den Beth- Jakob- Komitees ihres Ortes sich anschließen, als Spender und Werber, daß’ sie treu und selbstlos mithelfen, aus Dank gegen Dr. Deutschländer, aus Verantwortung gegenüber Beth Jakob, — alle, die wissen, daß Thora ohne Mehl eine Unmöglichkeit ist, daß sie im eigenen Betriebe von dem Abkommen'Gebrauch machen, daß Doktor Deutschländer für uns .mit der erwähnten V e rsicherungsgesell schaft geschlossen hat, oder daß sie andere darauf hinw'eisen. — Alle sind aufgerufen und k e i n Einwand gilt: nicht, daß die örtlichen Aufgaben vordringlich seien, nicht, daß das eigene Land alle Kräfte absorbiere, nicht, daß ein Versicherungsgeschäft nichts mit heiligem Gemeinschaftsanliegen zu tun habe; ״von ihm soll man lernen — und ebenso tun“! Schmuei Deutschländer s. Z. 1. schützte niemals die andere Aufgabe vor,;wenn man ihn zu der einen berief, er kannte kein persönliches Interesse, kannte auch nicht engherzigen Landesegoismus, er nützte alle erlaubten Mittel und gab so ein Vorbild, dem jeder nachstreben soll,, der sich, so wie er, vom Ernst der Zeit und unserer Lage erschüttert weiß. Und wer einsam wohnt, der wende sich an unsere Zentrale in Wien, daß sie ״ihn einordne in unser großes Ganzes und ihm die. Arbeit anweise,. denn' wir brauchen jeden Helfer; 'wie wir jei^n"'Groschen brauchen! Und alle, aller Deutschländers Schüler, Deutschländers Freunde, Deutschländers Verehrer, sie werden hiermit aufgerufen zu einer einmaligen, großen Kralt entfaltung: Jn der . Schmuel Deutschländer-Gedächtnisstiftung sollen sich alle vereinen, die dankbar sein wollen dem Manne, der sich der Sache opferte. Wir wollen seinem Namen und Gedächtnis hier ein Denkmal setzen in seinem Sinne; woflen; e ine ewige Stiftung schaffen, in der die Liebe zu Leo Deutschländer lebt, aus der die Liebe zu Leo Deutschländer noch in fernen Zeiten kündet! Die Tausende der Reichen, die kleinen Beträge der Unbemittelten, sie wollen und werden sich hier zu einem Ziele verbinden; einem edlen Mann in der Weise zu danken, wie er allein von Dank wissen wollte; Dank, der die heilige Sache fördert! 1 Die Wiener Zentrale' wird über die Landes- und Ortskomitees sich an jeden einzelnen wenden: im Namen und im Sinne von Leo Deutschländer bitten und erwarten wir, daß niemand seine Leistung' verweigert! Denn Deutschländer gab mehr: er gab sein Leben! ״Euch, ihr Männer, rufe ich, und meine Stimme spricht zu den Menschen!“ ״Ihr Töchter des Vertrauens, höret auf meine Rede!“ , Männer und Frauen! In diesen Tagen da die Schlauschim um Leo Deutschländer zu Ende gehen, haltet euch nochmals ganz nahe und deutlich sein Bild vor Augen, seht ihn in seiner Leistung und in dem Glanz seiner großartigen Wirksamkeit und dann tut das feste Gelübde, mit uns zusammen die Arbeit Schmuel Deutschländers fortzusetzen nach seinem Wunsch, nach dem letzten Verlangen seiner Seele: ״Erhaltet das Werk!" Zum Neujahrsfeste vergessen kluge Hausfrauen nie Dr. Oetkers bewährte Erzeugnisse zu besorgen. Dr. Oetkers Backpulver und Vanillinzucker sind verläßlich koscher, wofür das Rabbinatsattest bürgt. Sie können daher in jedem jüdischen!Hause ohne Bedenken verwendet werden. Dazu kommt noch die unübertroffene Qualität der Oetker- Waren, Verläßliche Rezepte enthält das' Kochbuch ״R“, welches ׳Sie gratis bei Ihrem Kaufmann erhalten. Fabriksmarke ist der bekannte ״Helle Kopf“. Sind Sie geistig oder körperlich ermüdet? Massieren Sie Ihren Körper! Dies geschieht am erfolgreichsten mit unverdünntem ׳Franzbranntwein Alpa. Eine solche Massage verbessert den Blutkreislauf, stärkt die Muskeln und erfrischt die Nerven. Beraten Sie sich mit Ihrem Arzte über die Art der Massage. sind sehr häufig nervöser Natur. ögäVoi wollte FJjgfe x יו Wo iit € JÜÜ, Das palästinensische Regierungsdepartement für öffentliche Arbeiten hat mit der Errichtung eines.Postg ebäudes in der jüdischen Kolonie N ahalal begönnen. Die Kosten des Neubaus betragen 1000 Pfund. Bei den Arbeiten sind nur Araber beschäftigt. Auf eine Denunziation, antisemitischer Weißgardisten, die in Mands chukuo eine gewisse Rolle spielen> hat die Geheimpolizei eine Durchsuchung der Großen Synagoge von O harbin angeördnet. Ein ganzes Detachement uniformierter und nichtuniformierter Polizei umstellte die Synagoge und durchsuchte sie nach verdächtigem Material. Die• Durchsuchung verlief selbstverständlich ergebnislos. Wie offiziell mitgeteilt wird, sind im Monat J uli d. J. in P alästina 5163 Juden, davon 6^9 in der Klasse der sogenannten Kapitalisten, mit einem Mindestkapital von je 1000 Pfund, in Palästina e i ng ew ändert. . Die Direktion der arabischen Tabakf a br tk ,dH aspero“ hat mit der Leitung des Syndikats der jüdischen Tabakpflanzer in Rosch Pin ah einen Vertrag auf Lieferung von 20.000 Kilogramm Tabak abgeschlossen. , Mehr als 8 0 0 Juden, die früher an der ostchinesischen Eisenbahn beschäftigt waren, haben nach Uebergabe dieser Bahn an die Regierung von Manschukito C har bin verlassen., Der Berichterstatter des Völkerbundes für Mandats fragen, Außenminister Dr. Eduard B enesch, erstattete dem Rat einen Bericht über die Junisitzung der Ständigen Mandatskommission. Er betonte u. a. die harmonische Zusammenarbeit der beiden Bevölkerungsteile in den Gemeindeverwaltungen in Palästina. Wegen des Abessinien-Konfliktes, der alle anderen Punkte in den Hintergrund rückte, fand der Bericht wenig Beachtung. Anschließend an den Zionistenkongreß in Luzern fand auch eine Tagung des ״Kornitees der jiidisehen D eie g atio\nen“ statt, dessen Vorsitzender der amerikanische zionistische Reformrabbiner Wise ist. Die Tagung hat beschlossen, die Vorarbeiten für die Einberufung eines ׳#Jüdischen Weltkongresses“ weiter zu forcieren: Die seit Jahren propagierte. Idee eines ״Jüdischen Weltkongresses“} der bei’eits wiederholt verschoben wurde, ist diso noch immer nicht auf gegeben worden. 1 Die hebräische Tageszeitung ״Davar“ hat eine Mitteilung aus Kabul, der Hauptstadt von Afghanistan, erhalten, derzufolge die Regierung die Austreibung s ämtlioher Juden aus Kabul nach dem fernen Dorf Farah angeordnet hat. Die Judenschäft von Kabul befindet sich in einer verzweifelten Lage; in dein von.600 Afghanen bewohnten Farah ist für sie wedert Wohnraum, noch irgendeine Existenzmöglichkeit vorhanden. H. Grün, II., Taborstraße 8 b, Telephon R-42-3-66, Atelier für feine Herrengarderobe. " E Zu Rosch-Haschonoh ראש השנה übermitteln Sie allen Ihren Verwandten, Freunden, Kunden,. Gästen und Bekannten die Neujahrswümche כתיבה וחתימ׳ה טובה durch die ״JÜDISCHE PRESSE“ Die Einschaltung laut nebenstehendem Muster kostet S 5.- bzw. Kc25.- Wolf Pappenheim Wien II, Kl. Pfarrg. 1 Auf Wunsch wird an angegebene Adressen das Blatt kostenlos versendet. / Bestellungen sind zu richten: Aus der Tschecho- Slowakei an die ״Jüdische Presse“, Bratislava, Eälhof, Postfach 881. / Aus Oesterreich und dem sonstigen Ausland an die ״Jüdische Presse“, Wien, H., Malzgasse 13 a (Tel. A-46-0-15). 4» ’ ' ־/ £eez-fiseQel-2entcale■ dec Agudas Jiscad Wien, II., Malzgasse 12a, Tel. A-46-0-15 / Bratislava, Edihof, Postfach 14fr

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