Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 21 (1935)
- Issue
- 33 (23.8.1935)
- Date
- 1935-08-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 jüdische presse Nr. 33 es keinen Slnn hat, die Diskussion ins Unendliche zu vor• breiten, weil man — wie es sieih diesmal getagt bat — nie wissen kann, wo die Sache endet» Nun aber, da die Diskussion schon ans den Ufern getreten ist, wollen auch wir den Versuch machen, unseren Standpunkt zn den angeschnittenen Fragen zu beziehen, um dadurch mit bei» zuhelfen, einer Flut einen Damm entgegenzusetzen, die unendliche Verheerungen anrichtet. Daß .uns der deutsche ÄntisChiitismus als die verabscheuungswürdigste Form des Kampfes gegen Mensehen erscheint, ist selbstverständlich. Daß diese Mensehen unsere Kruder sind, kann unseren Abscheu nicht steigern, sondern gesellt ihm nur noch das Gefühl tähmenden Schmerzes.'׳ Aber wie ehrliche Brüder, wenn sie einen der Ihldgen in der Gewalt besinnungsloser Menscheu, die der Vernunft unzugänglich und zu allem fähig siind^ nichfts tun werden, was das Schicksal des gefangenen Bruders erschweren könnte, so stehen wir auf dem Standpunkt, daß es unverantwortlich wäre, die Dinge in Deutschland von außenher zu verschärfen. Wir werden unseren Brüdern Trost und Mut zusprechen, wir werden ihnen nahelegen, ihre Fehler zu revidieren, und wir werden zugleich bemüht sein, in gleich gewissenhafter Weise alles zu verhindern, was zu ähnlichen Ausschreitungen auch anderswo führen könnte. Nur von dieser Warte aus gesehen, wird es begreiflich erscheinen, daß wir von dem Tage an, an dem die geistige Elite des katholischen Oesterreich erkannte, daß inf Deutschland Juden geschlagen und die Bel igioif im allgemeinen gemeint wird, bemüht waren, däe Frage auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, der Beligioni heißt. Wir waren glücklich darüber, daß unser Standpunkt, der nicht sehr populär, aber dafür um so gehaltvoller ist, Verständnis fand. Verständnis jedoch nur bei den Führern und nicht bei den Massen — und das gilt leider gleichermaßen für die jüdischen wie für die nichtjUdischen. Gen nau so, wie die nichtjUdischen Massen noch immer nicht begriffen haben — es ist schwer, Massen .geistig in die entgegengesetzte Richtung ihres jahrzehntelangen Marsohes in Bewegung zu bringen —, daß das Judentum, nur wenn es abwegig wird, ein politisches oder Wirtschaftliches Problem ist, in seinem wahren Wesen jedoch als religiöse Einheit für die anderen unmöglich zu einem Kampfobjekt werden kann, genau so haben die jüdischen Massen noch nicht begriffen, daß 90 Prozent von all dem, was uns heute so Nazi-Terror Der Berliner ״Judenkenner", der mit Streichers ״Stürmer“ in der Judenhetze konkurriert, stellte die Forderung auf, daß man Juden in Deutschland als G e i s e 1 n gefangennehmen solle, um auf diese Weise einen Druck auf das Ausland auszuüben!, daß antideutsche Kundgebungen und Aktionen unterbleiben. Die Meldungen, daß S c h a c h t s Bemühungen bei Hitler Wegen Aenderung des scharf antisemitischen Kurses, der für Deutschland schlechte Folgen hat, vollkommen erfolglos waren, werden vom Berliner Korrespondenten des ״Daily Telegraph“ bestätigt. Hitler, so meldet der Korrespondent, zeigte sich für Schachts Argumente ,vollkommen unzugänglich und erklärte, er stimme rückhaltlos mit Streicher darin überein, daß ״die Juden. Deutschlands Unglück“ seien. Nach dem Muster von Stettin haben SA.-Formationen, unterstützt von Nationalsozialisten in Zivil, in der Stadt Lübeck eine tumultuöse Demonstration gegen ein jüdisches Warenhaus durchgeführt und seine Schließung erzwungen. 60 arische Angestellte wurdendadurch brotlos. ־ Die ״Westfälische Landeszeitung" in Dortmund wendet sich dagegen, daß sich vor gewissen jüdischen Konfektionshäusern die Volksmenge geradezu gestaut habe, während deutsche Läden leer gewesen seien. Deshalb habe ׳sie sich entschlossen, verschiedentlich Käufer im Bilde festzuhalten, die gerade einen Judenladen verlassen hätten. schmerzlich berührt, lins erspart geblieben! wäre, wenn das tVcltjndentttm sich lind seiner Aufgabe treu geblieben wäre. Was würde uns, was Würde das Judentum die ganze Rassenschutztheorie stören, wenn nicht, wie die jetzt ver- Öffentlichte Ehestatistik der Stadt Mannheim vom Jahre 1931 zum Erschaudern aller Rechtdenkenden zeigt, 40 Prozent aller jüdischen Ehen Mischehen gewesen wären. Es ist gewiß hart, wenn Menschen zurückgestoßen werden, aber wer Uber dieGegenwart hinweg historisch zu denken versteht, muß ein Gefühl dafür bekommen, daß hier der Entwicklung irgend wie Einhalt geboten werden müßte. Und deshalb stehen wir auf dem Standpunkt, daß es hoch an der Zeit ist, unsere Stellung zu den Wirtsvölkern zu revidieren, die wohlmeinenden unter ihnen zu fördern und zur Entfaltung zu briingen, was gleichermaßen unserer historischen Mission nützlich und kluge Gegenwartsarbeit wäre. Diese Revision unserer eigenen Beziehungen muß schonungs- und rückhaltlos geschehen nnd darf nicht vor kleinen Wehleidigketten haltmachen. Wir leben in einer furchtbar harten Zeit und je härter wir mit uns selbst sind, desto widerstandsfähiger sind wir gegen die Härten der anderen. Der Kampf in unseren eigenen Reihen muß mit eiserner Energie geführt werden, damit es endlich auf hört, ein Parteigeschäft zu sein, in jüdischer Gesinnung zu machen. Klarheit über das Judentum gibt es nur, wenn es als religiöse Gemeinschaft aiifgefaßt, verstanden und erkannt wird. Ob me anderen dann wollen oder nicht, werden sic anerkennen müssen, daß das Judentum als religiöse Gemeinschaft eine Potenz ist, die genommen werden muß, wie sie ist. Das ist das Ziel unseres Kampfes, über die Jahrhunderte hinweg, auch heute, bis ans Ende, in dem wir Anerkennung finden werden: nicht als eine Wirtschaftliehe und nicht als eine politische, sondern als eine sittliche Und eine geistige Kraft, die allen nützen und niemandem schaden kann. ohne Ende. In Dortmund hat der Oberbürgermeister den Juden das Versetzen von Gegenständen im städtischen Leihamt sowie die Teilnahme an Versteigerungen untersagt. Von Juden angekaufte Pfandscheine dürfen nicht eingelöst oder erneuert werden. Auch wer im Auftrag von Juden an Versteigerungen teilnimmt, muß ausgeschlossen werden. Am Donnerstag, den 15. August, abends, trat Julius Streicher zum ersten Male öffentlich vor einer Berliner Zuhörerschaft auf. Er sprach zweieinhalb Stunden, und der Erfolg war, daß nach der Versammlung die Teilnehmer unter Ausrufung antisemitischer Parolen in Lastautos und zu Fuß durch Berlin zogen, ein Geschäftslokal demolierten und nichtarisch aussehende Personen verprügelten. Man. nimmt an, daß die Mißhandelten keine Juden waren, denn man hält es für ausgeschlossen, daß Juden' die von der Gemeinde ausgegebene Parole, an diesem Abend in ihren Wohnungen zu bleiben, nicht beachtet hätten. Das Martyrium der Juden des Saarland es hat begonnen, lange bevor das Jahr zu Ende ist, für das ihnen laut Beschluß der Dreier-Kommission in Rom die menschliche und bürgerliche Unantastbarkeit garantiert wurde. In Saarbrücken ist zum ersten Male ein jü disch es Ge schäf t׳ p o 1 •iz׳e■i 1 i ch g.es ch■ loss e n worden. Der Geschäftsinhaber ist wegen angeblichen ״unsittlichen Verhaltens“ verhaftet worden. LVfrFk. vos WO UMzu Wocltc ' Die scklf f 8y08etlighaft täiltr* kmdigi %n; ■‘tiäß iht, Rie8en*lMxiiiidänipfer (88.000 fünften) 'UM; 3. September nachts von tfedpel ausläuft und bereits dm 6. September früh in Haifa eintrifft; hiermit ist die, kürisesie Verbindung!stoischen Europa und Pcää8tindh0tge$telti» 0 l)ie von Arnold Bernstein geleitete ״Pates tin e Skipping Company“ hat einen neuen Dampfer erworben, der noch viel größer als die ״TebAviv“ ist und der zweimal monatlich!zwischen Triest und Haifa kursieren wird. 0 Vor dem Kreisgericht in Plock fand die Ver- Handlung gegen elf Mitglieder eines Arbeitslagers statt, die am 9. Juni d. J. in dem Städtchen Radciong judenfeindliche Auss chreitung en hervorgerufen, die Fensterscheiben jüdischer Däuser!zertrümmert, ein jüdb sches Geschäft geplündert und der einschreitenden Polizei Widerstand geleistet hatten. Von den Angeklagten wurde einer zu zehn, sechs zu sechs Monaten und einer zu einem Monat Gefängnis verurteilt; zwei wurden freigesprochen. 0 Nach einer Offiziellen Mitteilung der Paläs tin.a-Regierung betrug anfangs August der Geldumlauf (Banknoten und Scheidemünzen) in Palästina insgesamt 5,561.223 Pfund. Zur gleichen Zeit beliefen sich die Reserven der Palästina-Regierung auf Grund des stetig wachsenden Budgetüberschusses auf 5,789.489 Pfund. Damit sind die Reserven um etwa 180.000 Pfund höher als der gesamte Geldumlauf. 0 ״Exchange Telegraph^ meldet aus Ankara, daß in der Türkei eine neue antisemitische W eile eingesetzt hat. In zahlreichen Plakaten wird die Bevölkerung der Städte gegen die Juden anfgehetzt. In Jalata mußte die Polizei antijüdischen Exzessen ein Ende machen. 0 Wie das Kongreßbüro des XIX. Zionistenkongresses bekannt gibt, nehmen an dem Kongreß 480 Delegierte teil. 5 7 Prozent der D eiegierten gehören der Arbeiterfraktion an. In der Nähe von P et ach Tikwah entstehen zwei neue Sie diu n g en, in denen 200 deutschjüdische Familien als selbst arbeitende unabhängige Landwirte seßhaft gemacht werden sollen. 0 Eine Bande von etwa 40 bewaffneten C uzist en hat eine Versammlung der Czemowitzer Zionisten-Revisionisten üb e r f allen. Es entstand ein ungeheurer Tumult. Die Versammlung mußte abgebrochen werden. - 0 Die Berliner Behörden haben das Verbot des Erscheinens des ״Israelitischen F amilienblattes“ und der im Philo-Verlag erscheinenden, dem Zentralverein nahestehenden jüdischrimssenschaftUchen Monatsschrift ״D er Morgen“ ausgesprochen. . 0 An der Nordgrenze Palästinas xourden soeben wiederum etwa 50 Juden, in der Mehrzahl Frauen und Kinder, bei dem Versuch, die Grenze nach Palästina illegal zu überschreiten, verhaftet und in das Gefängnis von Haifa gebracht. Der Prozeß gegen sie wird im beschleunigten Verfahren schon demnächst stattfinden. 0 ״Moming Poste< bringt ein Interview ihres australischen Korrespondenten mit dem Ministerpräsideuten Australiens, Lyons, der erklärte, die wirtschaf tli che Lage Australiens bessere sich immer mehr, so .daß die Regierung ernstlich erwäge, schon in kurzer Zeit neue Bürger ins Land aufzunehmen. Genaue Pläne werden schon in nächster Zeit ausgearbeitet werden. 0 Professor Umberto Cassuto, der Inhaber der Lehrkanzel für hebräische Sprache an der Universität Rom, hat ein aus dem fünfzehnten Jahrhundert stammendes bisher unbekanntes B ildnis des Ra mb am entdeckt. H. Grün, II., Taborstraße 8 b, Telephon R-42-3-66, Atelier für feine Herrengarderobe. " E Seit Menschengedenken wird Myrrhe-Extrakt gegen Lockerung der Zähne und Blutung des Zahnfleisches wirksam verwendet. Odol-Mundwasser enthält außer dem Odol-Antiseptikum den Myrrhe- Extrakt. litte ftUöuiziscUe HöMQstociUet (13 ix. Isabel ruhte nicht und rastete nicht. Es war still und einsam um sie geworden. Zwar war bald ein Nachschub von Baalspriestern aus Sidon eingetroffen, aber Isabel gewöhnte sich schwer an die neuen Gesichter; selbst Dido vermißte sie. Dazu kam, daß. die Staatsmittel in einem größeren Umfang zu den Vorbereitungen für einen allem Anschein nach unvermeidlich gewordenen Krieg gegen Aram herangezogen wurden, und so war Isabel nicht mehr in der Lage, die Priester der Götzen so reichlich zu bedenken wie bisher. Auch die Gaben aus dem Volke flössen spärlich. Seit dem Karmeltage gingen die Prophetenjünger wieder offen im ganzen Lande umher und lehrten und mahnten. Der einzige Trost Isabels in diesen Tagen waren die Briefe Ataljahs. So schrieb sie unter anderen Mitteilungen einmal: Unser Mathan arbeitet vorzüglich. Warte nur einmal, bis ich die Zügel in die Hand bekomme. Ich sage Dir, dann wird auf den Tag von Karmel ein Tag von Jerusalem Antwort geben, und sie wird blutig sein. Zu all dem kam noch häuslicher' Schatten. Als Achab in der späten Abendstunde sein Weib in der entfesselten Leidenschaft an der Wegkreuzung vor Jesreel sah, wich die Bezauberung von ihm und die Macht Isabels ־war gebrochen. Achab wurde kühl zu Isabel. Zwar gelang es ihr manchesmal, wieder ihren Einfluß zu gewinnen, indem sie mütterliche Fürsorge an den Tag legte, doch jene blinde,, anbetende Liebe, mit der Achab einst wWenlQS ihr m Gebote, stand, war gewichen. Mit. verhaltenem Grimm führte sie ihm Astarothmädchen als Gefährtinnen zu,, die mehr oder weniger in ihrer Hoffäbigkeit vou ihr abhirigen uad so ihr die Möglichkeiten etaeä41'׳ütteib&rem Eiwfluäses gaben. Isabel war kleinlich geworden, mußte es selbst in der Ausübung ihres an und für sich großzügig angelegten Vergelfungeplanes werden.;.flenn Achab hatte eine Art Parität eingeführt ״ Er duldete die Wirtschaft der Baalsdiener, gewährte aber auch den Jüngern Elijahus freie Duldung. Man erzählte sich sogar, daß einer dieser Jünger, ein gewisser Michajahu, sehr häufig insgeheim® von Achab aufgesucht wurde, obwohl dieser Michajahu ihm furchtlos die derbste Wahrheit sagte. Die Aufpasser Isabels berichteten ihr, daß diese Prophetenschüler bei Naboth aus und ein gingen. Sie beobachtete sogar eines Tages von ihrem Fenster aus, wie Naboth diese seine Gäste in dem Weingarten, der an des Königs Palast stieß, festlich bewirtete. Das war ihr denn doch zu stark. So sehr׳ also war die Furcht vor ihr gesunken, daß man es wagte, offen vor ihren Augen mit ihren Todfeinden zu verkehren. Das mußte anders werden. In das kleinliche Rachegefühl Isabels mischte sich aber doclji wieder bei dieser Gelegenheit ein großer Zug. Sie hatte gehört, daß dieser Naboth nicht bloß im religiösen Leben, sondern auch in allen anderen Lebensbeziehungen ein lediglich auf Tradition eingestellter Mensch war. Ganz Jesreel sprach von der Vorliebe Naboths für den von seinen Vätern ererbten Weingarten. Dieses Kleben am Alten mußte mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden. Bald sollte sich die Gelegenheit bieten. 1 ״Nicht wahr, Isabel, unser neuer Winterpalast ist schön?“ sagte Achab eines Abends. ״O ja, er ist schön. Aber weißt du, ich meine, man könnte den Besitz etwas abrunden. Da schiebt sich in die Südecke unseres Gartens ein fremdes Grundstück; ich ־ gläube, es gehört dem Naboth. Ich glaube, er ist dein Freund, denn ich erinnere mich dunkel, kan jenen Unglückstagen von Karmel war er an deiner Seite, wenigstens bei der Rückkehr,... I3r wird dir wohl nichts abschlagen können. Biete ihm eine ansehnliche Summe, da wird ׳er wohl (nicht widerstehen können.“ ״Hast wirklich recht; bist ja doch ein kluges Geschöpf.“ Und Achab versuchte eine Liebkosung. Aber lsabel wandte sich ab. ״Aber ich verspreche dir, ich will dir vieles verzeihen, wenn wir erst in der Laube, die wir uns | mitten in dem׳ Grundstück, das heute, noch dem Naboth gehört, hauen wollen, traulich miteinander plaudern können. Nicht wahr, schon morgen wird es uns gehören?“ Und wieder einmal wartete gespannt Isabel auf die Rückkehr ihres Gemahls. Sie sah ihn verärgert heimkehren und wartete eine geraume Stunde, bis sie sich zu ihm begab. ״Nun, was ist denn, mein lieber Achab? Warum so verdrossen?“ Und leise streichelte sie seine Hand, als er ihr von der* stolzen Weigerung Naboths erzählte. ״Ich dulde das nicht! So lass׳ ich dich nicht hehandeln! Lass׳ deinen Kummer meinen Kummer sein. Ueberlasse mir die Angelegenheit. Ich verschaffe dir diesen Weingarten Naboths. Komm, lieber Achab, sei wieder vergnügt und vertraue auf deine Isabel.“ Am späten Nachmittag stürzte Isabel triumphierend in Achabs Gemach. ״Auf, König Israels, gehe hinüber und ergreife Besitz von des unseligen Naboths Weingarten. Ich habe schon lange gewußt, daß er dein Freund nicht ist. Er hat dich gelästert, die Vergeltung hat ihn ereilt. Sein Hab und Gut ist dem König verfallen. Gehe und ergreife den Besitz, der nun dein ist.“ Voll eitlen Vergnügens erging sich Achab eilends im Weingarten Naboths. Da drang mit furchtbarer Tiefe eine gewaltige Stimme an sein Ohr: ״Hast gemordet und willst wohl erben...?“ Elijahu stand vor ihm. Achab verschlug es zuerst das Wort. Dann kochte es in ihm empor, dann sprach Isabel aus ihm. ״Hast mich endlich wieder einmal‘ gefunden, du, mein Todfeind.“ ״Ja, ich habe dich gesucht und gefunden, du feiler Knecht eines feilen Weibes. So untreu, wie du warst, war noch keiner. Gehe, geh und sage dieser Isabel, es wird dich treffen, dich und diese Isabel! Gehe!“ Durch diesen tiefen Ernst ward Achab innerlich frei. Zum ersten Male fand er den Weg zur ernsten Reue. . Als Isabel erschrocken zu ihm eilen wollte, wies er ihr die Türe. (Fortsetzung folgt.) f