Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 21 (1935)
- Issue
- 33 (23.8.1935)
- Date
- 1935-08-23
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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MIÜÜKB Nr. 33 Zum Eirifeiben und Massieren Ffont» AI■ PA Segen die N. Z. 0. Von seiten der Propagatoren und Führer der ״N euen Zionistischen O r g anisation" wurde und wird zum Teil noch, vielfach in bewußter Verdrehung der Tat- Sachen, in der Oeffentlichkeit behauptet, daß die Agudas Jisroel der N״ Z. O. nahestehe oder sich ihr gar ״angeschlossen“ habe. TJm diesem Mißbrauch, begangen in der irreführenden Absicht, Stimmen aus dem Kreise der* religiösen Judenheit für die N. Z. O. zu gewinnen, ein Ende zu bereiten, hat das Zentralkomitee der Agudas i Jisroel in Polen eine Erklärung veröffentlicht, welche wir auszugsweise wieder geben: Das Zentralkomitee der Agudas Jisroel in Polen Mit es für seine Pflicht, klar und in eindeutiger Schärfe vor der ganzen orthodoxen jüdischen Oeffentlichkeit zu ׳erklären, daß die Stellung der Agudas Jisroel, ihres Rabbinischen Rates und aller ihrer übrigen Organe gegenüber der Neuen Zionistischen Organisation eine genau so absolut negative und gegnerische ist, wie ihre Stellung der alten zionistischen Organisation gegenüber. .!Kein Mitglied der Agudas Jisroel darf der Neuen Zionistischen Organisation angehören, ebenso wie dies seit jeher für die alte zionistische Organisation gilt. Die orthodoxe Judenheit steht auf dem unverrückbaren Standpunkt, daß jede Organisation innerhalb des jüdischen Volkes auf der Thora und dem jüdischen Glauben basieren und deren Souveränität ausnahmslos und unnachsichtlich anerkennen muß. Alle Organisationen, die diese Grundlagen nicht anerkennen, führen schließlieh zu einem C h i 11 u 1-H a d a s, der die jüdische Jugend dem Thoraglauben entfremdet. Darüber darf man sich auch durch fadenscheinige Erklärungen über eine angeb־ ■liehe ״religiöse׳ Toleranz“ oder dergleichen nicht hinwegtäuschen lassen. Es ist selbstverständlich, daß die N. Z. O., die sich nicht auf die oben erwähnte absolute Thorabasis gestellt hat, deren Führer von einer religiösen jüdischen Lebensweise nichts ahnen lassen und deren militaristische Ideologie weit entfernt ist von unserer religiösen Weltanschauung, nicht nur nicht die Zustimmung der Orthodoxie finden, sondern auf ihre s t ä 0־ k ste Gegnersc haftstoßenmuß. Jedes Mitglied der Agudas Jisroel, welches der N. Z. O. beitritt, schließt sich selbst und automatisch aus der Agudas Jisroel aus, weil es sich durch seinen Beitritt zur N. Z. O. in einen Gegensatz zu den agudistischen Grundprinzipien, welche die Grundprinzipien des Judentums überhaupt sind, stellt. Für religiöse Juden gibt es nur eine Organisation, deren Ziel es ist, alle Fragen im Geiste der Thora und der Ueberlieferung zu lösen, die unabhängige Organisa- Hon der Orthodoxie Agudas Jisroel, welche durch die größten Thoraautoritäten gegründet wurde und an deren Spitze die größten Gaonim und Zaddikim unserer Zeit stehen. Wahlpräludien in Polen. Das neue polnische Wahlgesetz, nach dem heuer zum ersten! Mal die Sejm-Wahlen! in!,ölen statt« finden sollen״ hat die äParteikonStellationen; in Polen wesentlich' verschoben. Die Wählvorschläge gehen diesmal nicht von den Parteien aus, sondern von einer gemischt zusammengesetzten Kommission, die die Kandidaturen erstellt. In Warschau ist nun in dieser Kommission die Kandidatur des orthodoxen Vertreters, Oberrabbiner Aron Lewin aus Rzeszow, durch den Verrat eines bisherigen Kampfgenossen fallen ■gelassen worden. Zwischen dem Vertreter der jüdischen Gewerbetreibenden Wislitzky und den orthodoxen Vertretern War ein Gegenseitigkeitsabkommen geschlossen worden, das von agudistischer Seite natürlich eingehalten wurde, während Wislitzky wortbrüchig wurde. Die Agudas Jisroel in Polen hat parteiamtlich zu der Lage wohl noch, nicht endgültig ׳Stellung genommen, doch läßt sich heute schon feststellen, daß hier sich wieder einmal das Prinzip der absoluten und vollkommenen Selbständigkeit bewährt hat. Dort, wo die Orthodoxie auf ihre eigene Kraft gestellt arbeitet, sind ihr jene Erfolge beschieden, die ihr zukommen, dort, wo sie mit Unterstützung anderer arbeiten muß, hat sie immer den kürzeren gezogen. Die Lage in Polen erfordert es, daß diesmal ein Exempel statuiert wird und daß selbst ■um den Preis der indirekten Begünstigung einer nicht jüdischen Kandidatur» der der Erfolg ohnedies׳ gesdehert erscheint, Wislitzky zu ׳Fa,11 gebracht wird. Das darf um so eher riskiert werden, als unter normalen Umständen das Mandat M i 11 ■z b e r g s in Lodz, wohl als des einzigen Orthodoxen im neuen Sejm, als gesichert angesehen werden kann. Wir werden über den weiteren Verlauf der Dinge berichten. Westeuropäische Aguda-Tagung Auf Initiative der belgischen Landesorganisation der Agudas Jisroel in Antwerpen fand am Sonntag und Montag eine gut besuchte Konferenz der we3teuropäischen Landesorga n i sationen der Agudas Jisroel statt. Etwa sechzig Delegierte und führend״ Mitglieder der Aguda aus Belgien, England, Frankreich, Holland, ■Schweiz und Deutschland waren erschienen und ein zahlreiches Publikum nahm an den meist öffentlichen Verhandlungen teil. Das Präsidium bildeten die Herren Oberrabbiner Rottenberg, Antwerpen, Lewenstein, Zürich, Hirsch, Zwolle, Babbinowitz-Sunderland, Dr. Nathan Birnbaum, J, Rothschüd, Antwerpen, Dr. ■Ehrmann, Frankfurt a. M., Jacob Rosenheim, Frankfurt a. M. Das praktische Ergebnis der Tagung ist die Bildüng einer Arbeitsgemeinschaft der westeuropäischen Landesorganisation e n' (Belgien, England, Holland, Frankreich, Schweiz, Skandinavien) für die Zwecke der Organisation, Propaganda, Keren-Hathora- und Keren-Hajischuw-Arbeit, sowie gegenseitiger Unterstützung mit dem Sitze in London unter dem Präsidium von Mr. Harry Goodman. Die Mittel zur Berufung eines hauptamtlich tätigen Generalsekretära wurden zur Verfügung gestellt. Dem Sekretariat Die Trauerkenessioh nadi Dr* Sdimuel Deutsdiländer זצ״ל Im überfüllten Saale des Hotels ״Bayrischer Hof“ fand am Montag, den 19. d. M., die große Trauerkundgebung des orthodoxen Wien nach dem imvergeßlichen Schmuei Deutschländer s. Z. 1. statt, die durch den mehr als einstündigen. Hesped des vorläufigen Nachfolgers des Verewigten, Rabb. Wolf S. Jacobson, ihr besonderes Gepräge erhielt. Es war ein eigenartiges Bild, die Kopf an Kopf gedrängte Zuhörerschaft, die gekommen war, noch einmal fefierlich-ßtumm von einem großen Toten Abschied zu nehmen, der doch nicht gestorben ist — denn seine Neschomoh lebt. Sein Geist und das, was er geschaffen hat, lebt und wird nie mehr verlöschen... ♦ Tischo-b’Aw-Stimmung! Ein Godaul in Jisroel ist hinweggegangen, und obwohl man sich nach jüdischem Din nicht fassungslos dem Schmerze hingeben darf, fühlt jeder die tiefe, bittere Leere, die uns nach dem Hinscheiden Schmuei Deutschländers umfängt. Ein kleines Minjan betet schlicht Maariw. Dann betritt Rabb. W. S. Jacobson die Tribüne. Heute rauscht kein Beifall um das Erscheinen des jüdischen Gelehrten, eine Trauergemeinde harrt seines Hesped . . . Medizinalrat Dr. Reiniger spricht zur Einleitung ,kurze Trostesworte von echter jüdischer Frömmigkeit. Dann erhebt sich der noch jugendliche Rabbiner, der das Erbe Schmuei Deutschländers vorläufig fortführen wird. Der dumpfe Druck über der Versammlung weicht Sekundenlang einem Gefühl elektrischer Spannung. Rabb. Jacobson beginnt seine Rede mit dem Tharohverbot von Gedidoh und Korchoh. Seine lichtvollen Trostworte siegen über die Düsternis der Verzweiflung: ״Damit ihr wisset, wie G’tt euch lieb hat, dürft ihr keine Korchoh machen!“ * In bewegten Worten schildert der Redner den Lebenslauf des Niftar. Es ist förmlich ein plastischer Bilderstreifen, der, aus seinen Worten sichtbare Gestalt gewinnend, an uns vorbeizieht: Schmuei Deutschländer, der Sohn eines ungarischen Talmid Chochom, Schmuei Deutschländer, der, frühzeitig verwaist, bereits mit 15 Jahren unterrichtet, mit 18 Jahren Erzieher von Menschen ist, Schmuei Deutschländer in Berlin, in Polen, in Litauen, in — Wien, Schmuei Deutschländer, der unerraüdliche Helfer, Bahner und Tröster, der gigantische Wegbereiter für die Thauroh — und der gütige, bescheidene Mensch: Schmuei Deutschländer . , , Die Gemoroh erzählt: Rabbi Chanina und Rabbi Chija stritten miteinander um die Größe ihres S’chus; Da sagte R. Chanina: ״Wenn die Thauroh vergessen werden sollte, mein Scharfsinn würde sie retten.“ Hierauf entgegnete R. Chija: ״Ich aber habe Chumoschim zum Lernen verteilt.“ S o konnte wohl Schmuei Deutschländer von sich sprechen. * Der Redner erinnert sodann mit einer Stimme, die zeitweilig von Tränen gebrochen wird, an dag Wirken Schmuei Deutschländers in Litauen: Große Gedolim saßen dort Tag und Nacht bei T’nach und Gemoroh, aber die Jugend weilte ferne von ihnen, ferne von der Thauroh. Da hat Deutschländer mit bewundernswerter Energie das Banner der Thauroh hochgerissen, hat dafür gesorgt, daß ein neues Daur von G’ttesdienern in Litauen wachgeworden ist.!Sein höchstes, unvergängliches' Wirken entfaltete Schmuei Deutschländer jedoch, als er dem Rufe der Agudah, den Keren Hathauroh zu schaffen und zu leiten, Folge schenkte. Dann: ״Beth Jaakauw“! Diese Schöpfung ist zu seinen Lebzeiten bereits Geschichte geworden. Dr. Leo Deutschländer s. Z. 1. hat eine ungeheure Doppelleistung vollbracht: er hat den Geist seines Volkes, die Thauroh, in Keren Hathauroh, in Beth Jaakow, in T'hillimschiurim gestärkt, er hat den Körper der Agudas Jisroel wirtschaftlich gekräftigt. Sein Andenken wie das Andenken der verdienstvollsten jüdischen Frau um Beth Jaakow, Soroh Schenirer, s. A., wird niemals je vergessen werden. * Am Schlüsse erwähnt Rabb. Jacobson die beiden letzten Wünsche, die der Niftar vor seinem Tode geäußert hat: ,,!Sarget, daß ■ich •neben einem Frommen zu liegen komme.“ (Dieser Wunsch ist erfüllt worden, Deutschländers Kewer liegt neben dem des Czortkower Rebben s. Z. 1.) Und dann: das kurze, schmerzende Wort, das der Hinscheidende, kurz bevor er diese Welt verließ, sprach: ״Rettet mein Werk!“ Dieses letzte Wort des großen Verewigten darf nictyt verhallen, Ein ungeheures jüdisches Werk ist verwaist — Beth Jaakow, Keren Hathauroh, Agudas Jisroel — für' den einen Großen in Jisroel müssen Zehntausende, Hunderttausende in die Bresche springen und ihre schwachen Kräfte aufbieten. ״Dies soll die Ehre und das Andenken des Niftar sein!“ * Mit leiser, inniger Stimme verrichtet O b e rkantor Braun das Totengebet. Medizinalrat Dr. Reiniger ergreift noch einmal das Wort, Er gelobt, daß das Werk Dr. Deutschländers mit allen Kräften fortgeführt werden wird. Dies ist auch der große, feierliche Gedanke der Versammelten: Pas Werk Schmuel Deutsch■׳ länders darf nicht verwaisen, wird nicht verwaisen. Dazu gebe uns Haschern die Kraft und den ungebrochenen Willen . . .! ׳! } Ofchmar R. Schwarz. Sdte.S wird ein Jügendamt ahgegliedert, das den vöfi.der zahlreichr Anwesende« Jugend geäußerten Anregungen Rechnung tragen soll. Der Sonntag war einer freimütigen Aussprache unter den Delegierten Über alle aktuellen, agudistischen Fragen im •Anschluß an einen Bericht der ©aekütiye gewidmet. Montag referierten in öffentlichen Sitzungen Oberrabbiner Rotten berg und Rabbiner Rabb in 0« Witz über Keren-Hathora* und Bes*Jääkäuw*Aügeiegen*• heiten, nachdem schon zu Beginn der Tagung der Präsident und nach ihm namens der .Exekutive Jacob Rosenheim des am Trauertage des jüdischen Volkes in die Ewigkeit eingegangenen, allbeliebten Schöpfers und Leiters des agudistischen Chinüch, Dr. Leo Deutschländers. Z. 1., in erschütternden Worten gedacht hatten. Die ganze Tagung stand unter dem Eindrücke dieses furchtbaren Schlages. Beifallsstürme entfesselten die Referate Harry Goodmans über die Grundprinzipien der agudistischen Organisation und der anderthalbstündige geistvolle Erez-Jisrod-Bericht Dr. Ehrmanns. Von Jubel begrüßt richtete Dr. Nathan Birnbaum trotz sichtbarer Schwäche nach kaum überstandener Krankheit eindrucksvolle Worte der Ermahnung an die Jugend, während Direktor Rabbinowitz aus Jerusalem hebräisch und deutsch Überaus gründlich Und originell das Thema der'Kultur- und Erziehungsprobleme Erez Jisroel!behandelte. Die;Erez-tfisroel-Debatte konnte erst Montag Abend 10 Uhr für die Dauer einer Nacht- Sitzung einsetzen. Aus Erez Jisroel. (Siehe auch ״Von Woche zu Woche“.) Empörender Chilul-Schabbos. — Misrachistische ״Wahlerfolge“. — Rabbi Blau im Eimvanderungsdepartement. — Orthodoxe Siedlungen. Von unserem Korrespondenten. Bekanntlich wurden vor einiger Zeit in Rechob o t h in einer Kolonie der Poale Agudas Jisroel 70 orthodoxe Familien aus der Gegend von Mar amu res- Sighet angesiedelt. Am vergangenen ׳Schabbos bot sich ihnen die schmerzliche und traurige Gelegenheit, ihr Messiros-hanefesch für Schmiras (Schabbos zu beweisen. ״ In der Kolonie waren zionistische Arbeiter, am Schabbos vormittag mit einem Auto vorgefahren, während die Siedler beim Gebete, versammelt waren. Furchtbare Erregung bemächtigte sich, ihrer. Sie verließen korporativ das Bes-Haknesses und, als alles gütliche Zureden ergebnislos blieb, verfielen sie in den schmerzlichen Schrei ״Schabbos, Schabbos!“. In allen orthodoxen Kreisen des Landes hat der öffentliche GhilulMSohabbos Empörung, hervorgerufen. Das Ergebnis der Wahlen zum Zionistenkongreß im Heiligen Lande ist wohl im großen und ganzen bekannt. Und doch müssen folgende ■Ziffern besonders hervorgehoben werden: Der ״Misrachi“ hat in Safed 2, ׳in Petach-Tiikwah׳ ganze 52 und in Tiberias gar keine Stimmen ■erhalten׳. Man fragt sich, wie lange der Misrachi noch den Mut haben wird, sich als ״Vertreter der religiösen Judenheit“ aufzuspielen. Am vergangenen Donnerstag stattete Rabbi Mosche Blau dem Ein wand er ungsdep artement der Regierung einen Besuch ab, um wegen der angesuchten Einwanderungsbewilligungen für Rabbiner zu intervenieren. Bei dieser Gelegenheit wurde auch über die Erleichterung anderer Einwanderungsbeschränkungen verhandelt. Die Poale Agudas Jisroel in Tel-Aviv teilt mit, daß die Parzellen in der Kolonie ״Ramath Jiszchok" bereits zur Gänze 1 verkauft sind und daß petzt schon weiterer Boden erworben wurde, um den geschlossenen orthodoxen Jischuw möglichst vergrößern zu können. Menachem Glikman-Porusch. Touristen dürfen in Palästina vorübergehend beschäftigt sein. Das O österreichische! Wandemagsamt teilt mit: Personen, die sich auf Grund eines von der zuständigen britischen Vertretungsbehörde erteilten Einreise-Sichtvermerks als Reisende (Touristen) nach Palästina begeben, können nunmehr während der Dau'er des ihnen gesetzlich gestatteten Auf enthaltes in Palästina, vorübergehend beschäftigt werden. Reisende, welche, wünschen, für eine vorübergehende Zeit während ihres gesetzlich gestatteten Aufenthaltes* in Palästina eine Beschäftigung anzunehmen, haben ihren künftigen Arbeitgeber zu veranlassen, ein Gesuch um Erteilung der Beschäftigungsbewilligung für sie bei dem ״Assistant Comissioner“ ־ für Einwanderung jenes Distrikts einzubringen, in welchem der Arbeitgeber seinen ständigen Wohnsitz hat. Steigerung des Verkehrs in Haifa. Die Entwicklung von Haifa hat eine bedeutende Steigerung des Verkehrs in und zu der Stadt gebracht. Täglich treffen in Haifa 200 Autobusse aus anderen Städten des Landes ein. Der Stadtrat hat sich daher veranlaßt gesehen, die Errichtung von zwei Autobusstationen mit einem Kostenaufwand von 8000 Pfund zu. beschließen. Ferner wurde der Bau mehrerer Straßen auf dem Karmel und in HadarHakarmel beschlossen. Für diesen Zweck wurde ein Betrag von 3000 Pfund ausgeworfen. Einen Teil der Kosten trägt die Regierung. Niederlassung persischer Marranen in Palästina. In letzter Zeit begegnet man in Jerusalem häufig Einwanderern eines neuen Typs: persischen Juden, die in ihrer Heimat Mesched, d^r Hauptstadt von Chorosan, jahrzehntelang als Scheinmöhammedaner leben mußten. Vor hundert Jahren waren die Vorfahren dieser Juden unter Todesandrohung zur Annähme des Islam gezwungen worden. Der größte Teil der Uebergetretenen blieb jedoch dem angestammten Glauben und den althergebrachten jüdischen Lebensformen im Geheimen treu. In Mesched leben heute noch etwa 500 Familien solcher Krypto-Juden. Diese ganze Gemeinde wartet auf die Möglichkeit, nach Palästina auszuwandern. Etwa 50 Familien ist es bisher unter großen Schwierigkeiten gelungen, ins Land zu kommen• Manche von ihnen sind ziemlich wohlhabend. Alle aus Persien nach Palästina eingewanderten Marranen haben sich in das jüdische Leben des Lahdes gut eingefügt. Mehrere Häuser in Jerusalem gehören aus . Persien eingewanderten Krypto■׳Juden, die nach und nach öffentlich zum Judentum zurückkehren׳ Derzeit leben in Jerusalem rund 800Q persische Juden, in Tiberias, Safed, Haifa, Tel-Aviv und den Kolo» nien weitere 3000.