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Jüdische Presse · 1935-08-16 · 32 (16.8.1935) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
21 (1935)
Issue
32 (16.8.1935)
Date
1935-08-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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mm 2 JÜDISCHE PRESSE Nr. 32 wollen׳, dann sollen nicht jene drei schicksalsschweren Reichen *ף« eine Bhrase sein, über die wir dann bald, der eino nach Tagen und der andere nach Wochen oder nach Monaten^ in den Egoismus unseres Alltags hineingleiten. Dann sollen diese drei Zeichen zu einem unerschütterlichen Versprechen werden:־ חפר צ1ילן■ לברכת Das Andenken dieses Mannes ist gesegnet, wenn wir dieses זכר wachhalten) in seinem Werke, wenn wir uns zusammenschließen, wir, alle seine Freunde, alle Treuen in Israel, in dem festen, unverbrüchlichen Vorsatz, durch Erhaltung des Werkes den Schöpfer des Werkes unsterblich zu machen. Das letzte Wort, da® Leo Deutschländer eine Stunde vor seinem Tode eintem vertrauten Freunde Sagte, war*. ״Sorgen Sie, daß das Werk erhalten bleibt.“ ״Es ist eine Mizwoh, die Worte eines Toten zu erfüllen.“ Es ist eine Mizwoh, das Werk eines Toten zu erhalten! ״Die Worte des Sterbenden sind wie eine Schrift, sind wie etwas, das jedem der liebenden zur Vollstreckung in die Hand gegeben ist.“ Wir alle Wollen sein letztes Wort erfüllen). Die Trauer um ihn ן kann! nur ein Trost heilen: Leo Deutschländers Werk lebt. W. S. J. D/c Lewajoh. Mit Blitzeseile verbreitete sich die erschütternde Todesnachricht im jüdischen Wien und im Ausland, das telegraphisch benachrichtigt wurde. Die ״Jüdische Presse“ ließ sofort Sonderabdrucke der Vorwöchigen Meldung in den Bethäusem affichieren. Um 3/.!IO Uhr nachts wurde ,der Verblichene vom Sanatorium in die Räumlichkeiten der Keren-Hathora- Zentrale, der Stätte seiner segensreichen Wirksamkeit, überführt. Hier schon fand sich trotz der späten Nachtstunde und obwohl der Fasttag kaum vorbei war, eine große Zahl von Freunden des Niftar, führenden Personlichkeiten der Wiener Orthodoxie, ein, die in tiefbewegtem Zug dem Wagen, am Dr.-Krüger-Heim" vorbei, dessen sämtliche Fenster beleuchtet waren, folgten. Mitglieder der Agudas-Jisroel-Jugendgruppe bezogen die Ehrenwache. Die Lewajoh selbst war für Freitag, 11 Uhr vormittags, angesetzt. Aber lange vorher schon sah man aus allen Richtungen die Menschen herbeiströmen. Der Verkehr mußte aus der Leopoldsgasse abgelenkt werden. Kopf an Kopf standen inzwischen oben diejenigen, die Einlaß fanden, und lauschten mit Tränen in den Augen den ergreifenden Hespedim. Herr Wolf Pappenheim würdigte die Verdienste des Niftar um die Agudas Jisroel im allgemeinen, um den Keren Hathora und um das Beth-Jakob-Schulwerk im besonderen. Nach ihm sprach Rabbinatsassessor Schlomo Baum garten ergreifende Abschiedsworte in Vertretung des ehrw. Herrn Oberrabbiner Fürst. Erschütternd wirkte das letzte Lebewohl, das Herr Rabb. Moses Blech mit tränenerstickter Stimme in tiefster Wehmut dem Verblichenen gab. Namens des Vorstandes der Adas Jisroel nahm Herr Komm.-Rat Siegmund B o n d i vom Niftar Abschied, indem er sein bezwingendes, stets liebenswürdiges und hilfsbereites Wesen schilderte. Herr Schabse Schönf e 1 d würdigte den väterlichen Vorgesetzten, der mehr als das ein opferbereiter Freund war, für־ alle persönliehen Sorgen des Alltags Rat und Hilfe wußte, und dem seine Mitarbeiter ein ewiges, treues Angedenken bewahren werden. Von einer unübersehbaren Menschenmenge gefolgt, nahm nun der Wagen mit der Mitoh seinen Weg über die Leopoldsgasse, Krummbaumgasse, an der Schiff schul vorbei, wo Halt gemacht wurde und Herr Isak Thumim namens des Vorstandes des Badner Waisenhauses der Agudas Jisroel dem Niftar für seine Mitarbeit dankte, und Oberen Donaustraße bis zur Salztorbrücke. Auch am Bes-Hachajim fanden sich ungezählte Freunde und Verehrer des Verblichenen, Delegationen verschiedener Körperschaften und Vereinigungen ein, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Hier sprach als erster Herr Rabb. Dr. Joel Pol- 1 a k, der jahrelang ein Wegbegleiter des Niftar war, mit ihm bei der Errichtung und Leitung des Wiener Beth- Jakob-Lehrerinnenseminars zusammenarbeitete und sich zum'Kreis seiner intimsten Freunde zählte. Meisterhaft ließ er das Bild des unvergeßlichen Toten Wiedererstehen, seine aufopferungsvolle Hingabe an sein Lebenswerk, seihe grandiosen Erfolge uhd — trötz alledem — seihe bescheidene Zurückgezogenheit und sein liebevolles Sich- Mnfühien in f dl# .Nöte uhd Bedürfnisse seiner ״Kinder^ Denn Eindef: ifani die zeMtäüsenäeü BetfrJakob•‘ Lehrerinnen Vtiöd -Schülerinnen in aller Welt, die seinen Namen hinaü&tra^en werden und einen lebenden, jüdisches Leben Spendenden* Gedenkstein bilden. Ergreifend •waren die Abschiedä^rle, die Herr Rabb. M. Flesch namens *der Stumpersehüb deren Mitglied Dr. Deutschländer war, hielt. Dann •Sprachen höch Herr öberrabbiher Dr. C a r 1 eb a c h-Baden '&■ 1$., :Herr Heinrich E i s e m a n n-Frank* furt a. M. inf'^eMönlichen Auf trag, des Präsidenten der Agudas-Jisr0eb׳WdilorgaäiSätioni Jakob Rosenheim, der aüs äußeren Gründen an der Reise nach Wien verhindert war, im Namen der Exekutive der Agudas Jisföel und im Namen der Familie. Schließlich hielt ein Vertreter der Bne-Brith dem Bruder einen warmgefühlten Nachruf. Die Sonne brannte heiß 111•döä Rücken, während die Orthodoxie Wien®, mit ihr־ däs ׳ganze jüdische Volk, einen Großen in Jisroel :zu Grabe trug. Unvergeßlich wird Schinuel Deutschländer allen jenen bleiben, die ihn am Werken und Wirken ׳bewundern konnten, unvergeßlich jenen, die von den Früchten seiner Arbeit direkt oder indirekt genossen haben — und wer hat. es;;nicht. *. Schlag auf Schlag hat das jüdische Volk in den letzten ׳zwei Jahren getroffen. Speziell das Betlh JakobJSchulwerk ist riuh nach dem Heimgang von Frau Sarah Schenierer s. A. und Dr. Deutschländer s. Z. 1. doppelt verwaist. Gebe uns ׳Haschern die Kraft — da® war auch der Tenor aller Hespedim! — das große Werk fortzuführen. Gebe er der trauern־• den Witwe, die sich selbst ׳große Verdienste um die Lebensarbeit ihres Gatten erworben hat, und der der Kindersegen versagt geblieben ist, seinen Trost. ...כל בית ישראל יבכו את השריפה... ומחה ד׳ דמעה חנצב״ה ׳•■־• * Trauer in aller Weltי Die Trauer um den Heimgang des unvergeßlichen Führers fand in unzähligen Beileidsdepeschen und -briefen ihren Ausdruck. Im Rahmen der Aguda-Gruppen in aller Herren Ländern wurden während der ganzen Woche Trauerkundgebungen veranstaltet und Mischnajos zur Beendigung innerhalb der Schloschim verteilt. Auch die allgemeine Tagespresse gab von dem Ableben Doktor Deutschländers Kunde. In Wien versammelte sich am Sonntag der Vorstand der österreichischen Landesorganisation der Agudas Jisroel zu einer Trauersitzung, bei der der Vorsitzende, Herr Wolf Pappenheim, den herben Verlust, den die Weltorthodoxie erlitten hat, in ergreifenden Worten schilderte. Dienstag abends fand im Dr, Krüger-Heim, dessen Vizepräsident Dr. Deutschländer war, eine Trauerfeier statt, zu welcher ein vornehmes Publikum, darunter führende Persönlichkeiten des jüdischen Wien, sich ein- 1Wenn Raucher der Ver- ן färbung der Zähne vorbeugen wollen, dann hilft , nur die regelmäßige, tägliehe •Pflege mit ' O D O L- Z a h n p a s t a. Kleine Tube S —.90 Größe Tube S 1.40 (ine ttkäkisustke HiUttystatlUet 12) Isebel hatte mühsam ihre Fassung wiedergewonnen. In ihrem Gemach loderte im Kamin wohlriechendes Holz in züngelnden. Flammen. Sie lud Achab ein, Platz zu nehmen, wollte eben die goldgefaßte Lampe entzünden, da sprach Achab: ״Die Leuchte des Feuers genügt.“ Dann begann er zu erzählen, was Elijahu zum Volke und was er zu den Priestern des Baal gesprochen, wie er vom Volke klare Stellungnahme heischte und von den Priestern des Baal und der Astaroth eine Probe auf ihr Können. Dann fuhr er fort: ״Mit einem Male sah ich, wie Chiel ,sich aus meiner Nähe fortstahl. Ein junger Priester des Baal war gekommen und flüsterte ihm etwas ins Ohr, Dann sah ich ihn mitten zwischen den Priestern und sie schienen eifrigst auf ihn einzureden. Sie schienen etwas Großes von ihm zu verlangen. Dann begannen sie unter wilden Tänzen mit den üblichen Selbstverwundüngen, und bildeten ihrer 950 einen dichten Ring um den Altar, den sie erbauten und dann uratanzten. Immer größer schien ihr Erstaunen, immer größer ihre Verlegenheit zu wachsen. Dann sah ich, wie das Volk allmählich auf die Seite Elijahus trat. Ich war Zeuge des ahnungsvollen Schweigens, das ihn umgab, als er zu beten begann. Ich war gepackt von diesem Gegensatz, hier diese andachtsvolle, feierliche Stille, drüben he•׳ täubend anschwellender Lärm hei den verzweifelt in rasenden Tanzsprüngen sich bewegenden, fast heulenden Priestern des Baal. Da sah ich es wie einen Blitz vom Himmel fahren, sah das Opfer sich in rauschender, zischender' Flamme verzehren, sah das Volk zu Boden .fallen und jauchzend rufen: ,Der Ewige ist G-tt!‘ Aufrecht verklärt stand Elijahu. Er schien mit sich zu kämpfen. Dann rief er: ,Führet des Baal und der Astaroth Priester an den Bach Kison.‘ Also geschah es, keiner kam wieder.“ ״Und du, Achab, dii König von Israel, hast es geduldet? Doch weiter.“ t Verstimmt fuhr Achab fort: ״Was weiter? Ein Teil des Volkes blieb zurück, um den Altar des Baal umzustürzen. Da fand sich etwas Furchtbares. In der Höhlung" unter dem Deckstein des Altars sah man zusammengekauert Ohiel, einen halbverkohlten Feuerbrand in der Hand. Um seinen Fuß eine kleine Kobra, die züngelnd an ihrem Opfer sich emporwand.“ Ein lauter Schrei, zerriß das Gemach. Isebel war zu Boden gesunken. Als Achab sich zu ihr neigte, hauchte sie: ״Erzähle weiter.“ ״Was willst du noch hören? Daß die Pfaffen den armen Chiel übertölpelt und ihn bewogen hatten, auf ein gegebenes Zeichen van unten Feuer an das Opfer zu legen?“ ״Weiter!“ ״Nun ja, dann trat Elijahu zu mir, gebot mir zu essen, bevor der Regen käme, hieß mich einen bereitgehaltenen'Wagen besteigen und lief vor mir einher, als wäre er mein Diener... ״Was? Dieser Mann, das war dieser Elijahu? Oh, hätte ich es geahnt! Denn• das eine sage ich dir. Möget ihr alle zittern, ich, Isebel, ich, die Tochter Ethbaals, ich mit meinem Kenaansblut, ich fürchte diesen Elijahu nicht, Ich nehme den Kampf mit ihm auf. Jawohl, Chiel wird gerächt. Möge sein Feuer vom Himmel kommen, unseres glimmt aus der Erde. Ich werde Chiel rächen. Lass* ihm sagen, ich werde ihn dahin senden, wohin er des Baal und der Astaroth Diener gesendet hat.“ Die Glut im Kamin *erlosch, Es war spät geworden. Draußen rauschte der Regen nieder. Von der Ferne er- ׳klang Klagegesang der Angehörigen Chieis und der Priesterfamilien. Stumm trennten sich Achab und Isebel. (Fortsetzung folgt.) gefunden hat. Nach einleitenden Worten der Präsidentin, Frau Dr. Hermlne Krüger, sprach Frau Dozentin Eva Landsberg•;Worte? den Gedenkens,. In ergreifenden Worten dankte eüig Schülerin ÜeS Oherkurses, Frl. Binter, dem vefhiieheneft Lehrer und Meinten. Dann würdigten noch Herr Rähhinerf W; S. Jacobnon, Kopenhagen, und der Direktor , der Lehmrinnenanstält, Rabb. Dr. Pollak, in groBängeiegteiijHenpedini den Niftar, nein Werk und sein Wollen. Die eindrühksvofle Trauerfeief fand durch ein Kel-mole-rochaitfüm den Herrn Oberkantorn Braun einen würdigen Abschluß, v ' ■ ':,\v * _ . Die Zentrale und ■die österr* Landes« und Jugendorganisation der Agudas Jisroel, die IC er e n H a t h 0 r a־ und ß e t h J a kob־ Zentrale rufen die jüdische Bevölkerung zur Teilnahme äri der großen TRAUERFEIER auf, welche am M o n t a g um 8 Uhr abends im ״Bayr.ischen Hof“ stattfinden wird. Den Hesped wird Herr Rabb. W. S. J a c o b« son, Kopenhagen, halten. * Die Nachfolge nach Dr, Deutschländer. Wie wir knapp vor Redaktionsschluß aus zuverlässiger Quelle erfahren, ist es gelungen, Herrn Rabbiner W. S. Jacobson aus Kopenhagen, einen der intimsten Freunde und langjährigen Mitarbeiter des Niftar, der früher den Keren Hathora in Deutschland geleitet hat, zu bewegen, das Erbe Dr. Deutschländers^ sein Lebenswerk: den Keren Häthora und Beth Jakob, vorläufig interlmistisch zu verwalten. Wenn auch noch die endgültige Entscheidung seitens der zuständigen Zentralinstanzen der Agudas- Jisroel-Weltorganisation aussteht, so darf doch damit gerechnet werden, daß Herr Rabbiner W. S. Jacobson, der auf eine arbeits- und erfolgreiche Tätigkeit zum Wolüe der gesamten jüdischen Orthodoxie zurückblicken kann und den Ruf eines hervoragenden Redners, Organisators und Pädagogen genießt, bald zur Gänze als Nachfolger Dr. Deutschländers in das Amt eines Direktors der Keren- Hathora- und Beth Jakob-Zentrale einziehen wird. Wir entbieten Herrn Rabb. Jacobson, den unsere Leser auch als treuen Mitarbeiter der ״Jüdischen Presse“ kennen, unsere Grüße und wünschen ihm jetzt schon צלח ורכב t Nie vergessen! Von Univ.-Prof• Dr. Max Eisler. Der Mann mit dem schmalen, blassen, dennoch durchglühten Humanistenkopf — nicht unähnlich Philipp Melanchthon —, er ist wahrhaftig ein Pionier jüdisener Kultur gewesen. Er stand zwischen Ost und West. Denn in seinem Weltbild vereinigte sich die Welt der Bibel — U rsprung und Beweggrund aller seiner Gedanken und Handlungen — mit der Welt Goethes, beide zusammengeführt nicht durch das flache, wendige Interesse des Aestheten, sondern durch eine eigentümliche Kraft, die den forschenden Geist nur als Wegbereiter gebrauchte, die letzten, entscheidenden Kenntnisse aber dem Gefühl überließ. Diese seltsam eindringende Kraft des Gefühls, die nicht früher haltmachte, als bis sie bei der Harmonie der verschiedenen Welten angelangt war, kennzeichnete den ganzen Mann, sein universales Wissen und seine Tat. Er setzte vor den Glauben den Begriff, aber hinter den Glauben setzte er die Liebe — die Krone auch der Gläubigkeit. Alles an ihm war beseelt, und wirkte darum so lebendig und beseelend auch auf die anderen. Das wissen seine Freunde. Das wissen seine Mitarbeiter beim Keren Hathora, beim Keren Hajlschuw und bei der Rußlandhilfe. Das wissen vor allem die vielen tausende Mädchen des Beth Jakob, Nutznießer jenes großen Schulwerkes, durch das er bis in ferne Generationen wirken und fortleben wird. Organisatorische Begabung, pädagogisches Geschick und ungewöhnliche Bildung können in einem kurzen Lehen so weite und fruchtbare Wirkungen nicht vollbringen. Dazu braucht es Edelsinn und Innigkeit und die völlige, immer bereite Hingabe des Charakters. Unter schwierigen Umständen hat er sich bewährt. Da waren die materiellen Verhältnisse. Für seinen Teil begnügte er sich mit dem Wenigsten und hatte noch prstaunlich viel für Notleidende übrig. Aber die Einrichtungen, denen er Vorstand, wollten versorgt sein. Er hat es — trotz ihres stetigen Wachstums — zustande gebracht, fast aus dem Nichts, freilich auch ohne Schonung seines zarten Körpers. Nicht minder schwierig war seine geistige Situation in Wien. Denn seit dem Einbruch einer robusten ״jüdischen“ Politik in unsere Kultur gelten ihre alten, ewigen Werte nur wenig, müssen Männer seines Formats ani Rand sich bewegen, um die Mitte freizulassen für die begünstigte Halbheit. Aber am ärgsten traf ihn, wie jeden von seiner sozial empttndenden Art, der Mangel an Wohlwollen bei den Machthabern unserer Gemeinschaft. Verständnis kann man nicht von jedermann verlangen, aber ohne Wohlwollen ist eine Gemeinschaft undenkbar. Niemals will ich die Stunde vergessen, in der er mit mir vor den befugten Sachwaltern dasaß, um sie zu einem kleinen, fast nur formalen Entgegenkommen für seine reinen, blühenden Unternehmungen zu bestimmen. Nicht vergessen will ich, welcher feindseligen Kälte seine kleine Bitte, erhoben im selbstlosen Dienst •unserer Kultur, begegnete und wie gedemütigt er die Stube verließ. Seither hat der feurig-stille Mann ein resigniertes Wesen angenommen. Trotzdem versuchte er bis zuletzt die Versöhnung — freilich eine Versöhnung auf dem Boden der Ueberzeugungen, in deren Tiefe er ja <xm harmonischen Punkt gefühlt hat. Und das bleibt für uns sein Vermächtnis: Die Männer, die das Wohlwollen nicht kennen, hart zu bekämpfen, aber mit den Wohlwollenden den harmonischen, Punkt unserer Ueberzeugungen zu suchen, im selbstlosen Dienst an der Kultur unserer heiligen Gemeinschaft. Seit tausend Jahren schon wird der Myrrhe- Extrakt, der sich gegen Lockerung der Zähne und Blutung des Zahnfleischees besonders wirksam erwiesen hat, verwendet. Odol-Mundwasser enthält neben dem Odol-Antiseptikum den Myrrhe-Extrakt.

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