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Jüdische Presse · 1935-08-16 · 32 (16.8.1935) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
21 (1935)
Issue
32 (16.8.1935)
Date
1935-08-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr, 32 ,MHHSOfflSPBE9SB Gegen Schlafstörungen kann man nur tfann etwas ausfichfart# wenn man * die hett* und nefvenerregende Wirkung des Coffeins aussehalfeh Kaffee Hag ist feinster! echter Bohnenkaffee! aber coffein׳ frei und vollkommen unschädlich# Darum stetss KAFFEE fäK jede* ehJp (jxoAcfai1. ' SPARK^»ÄiÜNÖXlJERSRINIE ALLGEMEINE RENTEN ANSTALT I. GRABEN 20 vos Woche zw Woclie e In Bad Carmen Sy Iva (Rumänien) hat eine Polizei- und Gendarmerieabteitung ein• Lager der national-christlichen Jugend (Vereinigte Cuza- und Goga-Partei) aufgelöst, weil die Insassen die jüdischen Gäste belästigten und eine Anzahl von ihnen sogar zum Verlassen des Badeortes gezwungen haben. O Wie der J. T. A. mit geteilt wird, wird demnächst eine Gesellschaft in T el- Awiw eine Leuchtg as f abrik errichten. Das Gas soll aus Mineralöl erzeugt werden. # Von der neuen Chaussee J a f f a—G aza wurde die erste fünf Kilometer lange Teilstrecke fertigg e s t eilt. Die Bauarbeiten werden fortgesetzt. Die Arbeiten an der Chaussee Afule—B eis an, sollen demnächst au*f genommen werden. e Aus zuverlässiger Quelle wird mitgeteilt, daß die Parteiführung der NSDAP, den Monat August durch geheime Order als Monat der Judenverfolgung bestimmt hat, und zwar zur Vorbereitung der Durchführung der vom Parteitag in Nürnberg im September zu beschließenden Judenentrechtungsgesetze. , # Die Regierung Palästinas hat sich offiziell an die Regierung Aegyptens mit dem Ersuchen gewandt, gerechtere Grundlagen im Wirt.Schaftsaustausch zwischen beiden Ländern eintreten zu lassen. 0 Unter Hinweis auf die enorme Verbreitung des ״S türme r“ und der ״Protokolle<< unter den amerikanischen Deutschen beantragte S. Dickstein im Kongreß der U. S. A., daß der Post untersagt sein soll, Nazi-Literatur zu befördern. In politischen Kreisen erwartet man die Annahme der Dickstein-Bill. % In Kirjath Anawim bei Jerusalem wurde der Gmndstein für ein neues lan dw irtschaftliches Institut gelegt,, das sich der Schädlingsbekämpfung widmen soll. # Seit dem 1. August steht das neugegründete pal äst ine ns is che Seepolizeikorps im Dienst. Dieser Polizeiabteilung gehören 28 Polizisten, darunter zwei Juden, an. # Der'■ Jaffaer Distriktsrät für Städtebau hat seine grundsätzliche Zustimmung zur Durchführung des sogenannten ״Grünblatt-Planes" gegeben, durch den eine Erweiterung des Stadtgebietes von Tel- Awiw nach der Seeseite hin ermöglicht werden soll. In dem Plan ist die Trockenlegung eines Meeresstreifens an der Küste bei Tel-Awiw in eineinhalb Kilometer Länge und 120 Meter Breite vorgesehen. # Am 7. September tritt in London eine Kon- Jerenz polnischer Juden aus verschiedenen Ländem zusammen, um über Mittel zur materiellen und moralischen Hilfe für die Juden in Polen zu beraten und eine dauernde Hilfsinstitution zu schaffen. # Die Regierung Palästinas erzielte im Mai d. J. einen Budget über schuß von einer halben Million Pfund. e Der Großrabbiner von Marokko, Raphael Encaouä de Sale, istiim 89. Lebensjahr in seinem Amtssitz in Raba gestormen. e Das hauptsächlich von Juden bewohnte Städtchen Sztszerzew in Polen, 15 Kilometer von L ask entfernt, wurde am vergangenen Freitag ein Raub der Flammen, 105 Häuser, darunter 90 jüdische, verbrannten, fast 800 jüdische Familien blieben ohne Obdach. Der Schaden wird auf mehr als eine Million Zloty beziffert, # Die polnische Regierung hat gegen den Willen der nationaldemokratischen antisemitischen Stadtratsmehrheit von Bromberg die Annahme eines für die dortigen jü-di* chen Armen bestimmten Legats von einer halben Million Dollar, das von einer in Amerika verstorbenen Bromberger Jüdin hinterlasßen wurde, b e- *tätigt. H. Grün, II., Taborstraße 8 b, Telephon R-42-3-66, Atelier für feine Herrengaraerobe, E Ans Eress Jisroel. (Siehe auch »Von Woche zu Woche".) Verhandlungen mit Wand Leumi unterbrechen. Konstituierung des Vorstandes der Poale Agudas Jisroel. — Zeire A. J. in Jerusalem. — Zionistische Störungsversuche — Rabbi Schlomo Aron Wertheimer s. Z. 1. Von unserem Korrespondenten. Die zwischen den Vertretern der Agudas Jisroe 1 und den des Waad Leumi unter dem Vorsitz eines Regierungsbeamtett geführten Verhandlungen haben durch die Abreise einiger Beteiligten vom Waad •Leumi eine Unterbrechung erfahren, Die Landeskonferenz der Poale Agudas Jisroel hat einen־ arbeitswilligen und Opferbereiten Vorstand von 36 Mitgliedern gewählt, der von dem festen Willen beseelt ist, im Einvernehmen mit den anderen agudistischen Instanzen auf bauende Arbeit zu leisten. Am vergangenen Sonntag fand nun die kon■ stituierende Sitzüng der neugewählten Leitung statt. Die Leitung wählte eine neungliedrige Exekutive (und 4 Ersatzmänner) und ein dreigliedriges Präsidium (mit 2 Ersatzmännern), denen auch Herr G. J. König aus Bratislava angehört. ־ Die Zeire Agudas Jisroel in Jerusalem macht letztens fieberhafte Anstrengungen für einen weiteren Ausbau der Organisation und die ׳Heranziehung der weitesten Kreise der religiösen Jugend. So ist z. B. die Vereinigung ״Thora we* Jiroh“ korporativ der Z. A. J. beigetroten. Am 28. Tamus fand nun in den Räumen der orthodoxen Gemeinde ein öffentliches Meeitling statt, das einen überaus zahlreichen Besuch aufweisen konnte. Rabbi Elija Zlotnik eröffnete die Versammlung. Er forderte den engeren Zusammenschluß der Gleichgesinnten und die Erhaltung und den Ausbau der Unabhängigkeit der Orthodoxie. Während der darauffolgenden meisterhaften Ansprache des Herrn Zwi Heller unternahmen zionistische Jugendliche Störungsversuche, denen Polizei ein Ende bereiten mußte. Rabbi Katzenellenbogen setzte sich mit dem Zionismus und dem Misrachi ״auseinander, die eine große Gefahr für das glaubenstreue Judentum bilden, und trat für eine ״Haschlomoh azmis" unserer Jugendlichen ein. Zum Schluß sprachen die Herren Amrom Blau und R. Hilel Schlesinger. Vom der Landesorganisation der Agudas Jisroel in L i ta u e n ist ersucht worden, zur bevorstehenden Landes- ,konferenz einen Delegierten zu entsenden. Die Expositur der Weltorganisation hat beschlossen, Herrn Benjamin M ün z zu delegieren,,der sich auch schon auf dem Wege nach Chuz-10׳ Orez befindet;־ ־ ־ Jerusalem trug eines seiner wertvollsten Mitglieder zu Grabe. Der bekannte Gaon, Rabbi Schlomo Aron Wertheimer s. Z. 1. schloß; im Alter yon 69 Jahren Die Judenhetze für immer die Augen. Der Niftor hatte nicht weniger als 29 Bücher verfaßt und erwarb sich große Verdienste durch die erstmalige Veröffentlichung von Handschriften des Rambam aus einer ägyptischen Bibliothek. ,הנוג3*ד Mepachem Glikman-Porusch, Bas Schicksal der ״Illegalen“. Die Palästina-Regierung hat beschlossen, ln Zukunft illegale Einwanderer — einerlei, ob es sich um Orientalen, Europäer oder Amerikaner handelt — im Gegensatz zu der bisherigem Praxis nicht mehr gegen eine Geldbürgschaft aus der Haft zu entlassen. Eine Ausnahme soll nur in Fällen gemacht werden, in denen die Jewish Agency sich damit einverstanden erklärt, daß die illegal Eingewanderten in die kommende, der Jewish Agency bewilligten Arbeiterschedule eingerechnet werden. Die palästinensische Industrie und das japanische Dumping. Unter dem Eindruck der vor kurzem erfolgten Schließung einer großen jüdischen Seidettfabrik in Ramath Gan hat die Regierung zwei Beamte des FinanZdepartements mit der Prüfung der Lage in der Seiden- Industrie beauftragt. In Wirtschaftskreisen wird betont, daß die weitere Existenz dieses und anderer Industriezweige Palästinas nur durch einschneidende Maßnahmen gegen den Dumpingimport gesichert werden könne. Auch ein 20prozentiger Wertzoll stelle gegenüber der japanischen Konkurrenz, die auf der Grundläge eines Arbeitslohnes von 7 Schilling für die 60-Stunden-Woche produziert, keinen ausreichenden Schutz dar. Schwerer Konflikt zwischen jüdischen Arbeitern im Emek Sebulun. Ein schwerer Zusammenstoß zwischen Arbeitern der Histadruth und solchen des Hamachschir im Emek Sebulun hat unter der jüdischen Bevölkerung Palästinas Aufsehen erregt. Als die Traktorarbeiten einer Kolonne des Hapoel Hamisrachi im Emek Sebulun bei Haifa dem Arbeiter-Kooperativ Hamachschir übergeben wurden, protestierte die Haifaer Histadruth dagegen. Es kam zu einem Zusammenstoß, Wobei Mosche Bomstein vom Hamachschir so schwer verletzt wurde, daß er ins Hadassah-Krnkenhaus gebracht werden mußte. Fünf Mitglieder ddr Histadruth wurden verhafte!t. Um* das Verfahren nicht hinauszuzögern, lehnte die Polizei ihre Freilassung gegen Kaution ab. Während ״Haarez“ die Schuld an dem Zusammenstoß der• Haif aer Histadruth zuschiebt, erklärt ״Davär'V die Gruppe Hamachschir bestehe aus unorganisierten Arbeitern, die der Histadruth durch Lohndrückerei ״in den Rücken fallen4‘. im Hitler-Reich. Die furchtbare Hetze gegen die Juaen in Deutschland, Verfolgungen, Austreibungen, Demütigungen und Verbote aller Art, die mit dem Pogrom am Kurfürstendamm in verstärkter Schärfe eingesetzt haben, finden im ganzen Reiche Tag für Tag ihre ungehemmte Fortsetzung. Der Monat August ist — wie Wir an anderer Stelle melden — zu einem Monat verstärkter Judenhetze proklamiert worden. Die folgende kleine Auslese von Meldungen, aus unzähligen dieser Art herausgegriffen, soll vor allem unsere Glaubensgenossen zu inni'gem Gebet für das Wohl unserer gepeinigten Brüder und Schwestern vereinigen und darüber hinaus das Gewissen der gesamten gesitteten Kultur weit wachrufen. Die gesamte jüdische Bevölkerung der Stadt Riedersdorf bei Berlin wurde durch Verordnung gezwungen, innerhalb 24 Stunden die Stadt zu verlassen. Dieser Verordnung ging eine beispiellose Terrora k t i o n voraus. Etwa 100 SA.-Leute griffen zu nächtlicher Stunde die von Juden bewohnten Häuser an und riefen im Sprechchor imunterbrochen: ״Hinaus mit den Juden!“ Die SA.-Leute waren aus Berlin und aus benachbarten Orten gekommen. Die Ortsbevölkerung, mit dem Bürgermeister an der Spitze, versuchte, bei den Eindringlingen zugunsten der Juden zu intervenieren, aber ohne Erfolg. Nicht einmal eine angemessene Frist zur Ordnung der dringendsten Angelegenheiten wurde der jüdischen Bevölkerung gelassen. Aus mehreren anderen Provinzorten; fern von Berlin, werden Austreibungen der jüdischen Bevölkerung gemeldet. Wo die Austreibung nicht offiziell ausgesprochen wird, leiden die Juden unter einem solchen Terror, daß sie ihre Zuflucht in anderen Orten suchen müssen. In einer außerordentlich schweren Lage befinden sich die Juden in einer Anzahl kleinerer Gemeinden in Bayern, da ihnen die Zuflucht.in die Großstädte abgeschnitten ist. Aus Parchim in Mecklenburg, wo die gesamte, ■34 Seelen zählende jüdische Bevölkerung in Haftgenommen worden war, wird gemeldet, daß die jüdischen Häftlinge freigelassen wurden; die Kaufleute unter ihnen mußten sich aber verpflichten, ihre Geschäfte nicht wieder zu öffnen. In Berlin wurden nunmehr sämtliche, Juden gehörenden Eisdielen behördlich geschlossen. Eine Ausnahme wurde bei denjenigen Eisdielen gemacht, deren Inhaber jüdische Ausländer sind. Wie der ״Völkische Beobocht&r“ meldet, hat , Innenminister Gauleiter Adolf Wagner an die Stadt Bad Tölz folgendes Telegramm gerichtet: ״Ich beglückwünsche die Stadt Bad Tölz zu dem Entschluß, an Juden keine Kurkarten mehr auszugeben. Ich freue mich, daß die Stadt Bad Tölz durch diese Tat künftig sich von Juden rein hält, und wünsche, daß das ganze bayerische Oberland diesem Beispiel folgen möge,“ Aus Tilsit wird gemeldet, daß in dieser Woche seitens der dortigen Stadtverwaltung eine Versammlung der Bäckermeister der Stadt Tilsit einberufen! wurde. Auf dieser Versammlung wurde den Tilsiter Bäckern eine Entschließung zur Unterschrift vorgelegt, wonach sich alle Tilsiter Bäcker verpflichten, an keinen Juden Brot zu verkaufen. Alle, bis auf zwei Bäcker, gingen die ihnen vorgelegte Verpflichtung ein. Die zwei übrigen Bäcker erklärten, die Verpflichtung aus rein menschlichen Gründen nicht eingehen zu können. Des weiteren haben sich alle Friseure in Tilsit verpflichtet, für die Zukunft keine Juden mehr zu rasieren. Ebenso gingen die Tilsiter Hausbesitzer eine Verpflichtung ein, an keinen Juden mehr eine Wohnung, zu vermieten. In der Tat haben denn auch alle Hausbesitzer der Stadt den Juden, die in ihren Häusern Wohnungen innehaben, diese Wohnungen g e kündigt* Der ״Hilfsverein der deutschen Juden“ teilt mit, daß sein Name von nun an lautet: ״Hilfsverein der Juden in Deutschland". Diese Namensänderung hat der ״Hilfsverein der deutschen .luden“ auf behördliche Weisung vollziehen müssen, da die Bezeichnung ״deutscher Jude“ nunmehr Verboten ist. Jahrmarktspogrom in Danzig Der über Danzig gut informierte ״Kur jer Warsza.wski“ brachte vor einigen Tagen sensationell wirkende Mitteilungen über Vorbereitungen der Nationalsozialisten in,Danzig zu einem Judenpogrom, der siclv unter der Losung ״Zurück zum Reich!“ abspielen sollte. Die SA.-Leute rissen während des alljährlich stattfindenden Jahrmarktes die Verkaüfsstände der jüdischen Kaufleute nieder und mißhandelten einige jüdische Kaufleute schwer, Die Danziger Polizei setzte zwar diesem Treiben ein Ende und verhaftete einige Exzedenten, setzte sie aber bald wieder auf freien Fuß mit der Begründung, daß sie keine strafbaren Handlungen begangen hätten. Infolge dieser antijüdischen Kundgebungen haben die auswärtigen jüdischen Kauf leute ihre Verkaufsstände liquidiert und die, Stadt verlassen. Das Zentrum der Ueberfälle bildete der Rummelplatz beim Luna-Park. Dort überfielen etwa 40 Nazis die jüdischen Kauf leute, die dort Waren ausstellten, zerstörten die Kojen, warfen die Waren durcheinander und raubten einen großen Teil derselben. Die jüdischen Kaufleute wurde schwer mißhandelt, so daß 20 von ihnen erheblich verletzt wurden und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußten. Die Verletzten und durch Plünderung geschädigten Kaufleute reichten beim Gericht Kluge, gegen die Anführen des Pogroms ein, die hohe Posten in der Dunziger Nazi-Partei bekleiden. Da mehrere der Geschädigten polnische Staatsbürger sind, hat sich das polnische Generalkonsulat der Klage abgeschlossen,

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