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Jüdische Presse · 1935-08-09 · 31 (9.8.1935) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
21 (1935)
Issue
31 (9.8.1935)
Date
1935-08-09
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
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iDDisn färsä! ADAS JISROEL (SCHIFFSCHUL> Wii/1 H> Größe Schitfaasse 8 Die Dienststunden int Geflügelschächthause (11, Große Schiffgasse KJ) sind: ain Montag von "I bis 1/211 tJhr; am Dienstag von 1/2t bis 1/all Uhr; am Mittwoch von 1/2t bis 1/2Ü Uhr; am Donnerstag von t bisV2i2 nnd von 4 bis t Ühr; am'Freitag von 1/2t bis 11 tJhr. Die Gebühr für die Vornahme der Schichtung eines Huhnes ist mit 6 Groschen festgesetzt. Es wird aufmerksam gemacht, daß die rituellen Fragen wegen Zulässigkeit von Geflügel vom Babbinat der Adas Jisroel nur dann erledigt werden, wenn die Schichtung vom Schächter der Adas Jisroel vorgenommen wurde. DER VORSTAND. v«s Worin: z•» Woche Vergangenen Freitag fand in •Warschau unter Teilnahme von vielen tausenden Juden und Nichtjuden das Begräbnis der in der Vorwoche bei einem Hauseinsturz getöteten sechs Juden statt. Unter Führung der Kultusgemeinde wurde eine Hilfsaktion für die Hinterbliebenen und für die Verwundeten eingeleitet. % Der als Nachfolger des verstorbenen Oberrabbiners von Rom, Dr. Sacerdoti, berufene Oberrabbiner von Alexandrien, Professor Preto, hat die Berufung abgelehnt. Der Vorsteher des eidgenössischen politischen Departements, Bundesrat Mott a, hielt am schweizerischen Nationalfeiertag eine Ansprache, in der er gegen den Rassenhaß und für Brüderlichkeit eintrat. Zwei Araber, die Brüder Muslekh, hatten sidh vor dem J er nsalemer Gericht unter der Anklage des Mordes an dem jüdischen Landwirt Blonder in Afuleh zu verantworten. Die Araber wurden von der Mordanklage freigesprochen. Als aussichtsreichster Kandidat für die ehrenamtliche Stelle des Völkerbundkommissärs für Flü chtlin g s s chut z, die im Zusammenhang mit dem Vorschlag der norwegischen Regierung zur Schaffung eines zentralen Hilfswerkes für Flüchtlinge, unter den Auspizien des Völkerbundes geschaffen wird, erscheint der Norweger Professor Hansen. Als zweiter Kandidat wird der Genfer Rechtsanwalt Adrien Lachenal genannt. ׳ Fünf illegale jüdische Einwanderer aus Rußland, die im Jerusalemer Gefängnis nntergebracht sind, obwohl das Gericht , ihre Freilassung angeordnet hat, sind in den Hungerstreik getreten, in dem sie seit fünf Tagen verharren. Mit dem italienischen Dampfer soeben, direkt aus New York, über 90 6 sehe P a s s a g i e r e, 180 Einwanderer, ■risten, in Haifa gelandet. 0 Die Palästina-Regierung hat den Bau eines zehnstockigen Hauses in Jerusalem zur Unterbringung der jetzt in Mietwohnungen verstreut liegenden Regierungsämter beschlossen. 0 In der Plenarsitzung des Verbandes der R abbin e r dejr V er einigten Staufen und Kanadas wurde beschlossen, an den Präsidenten Roosevelt einen Appell um Schutz der verfolgten Juden in Deutschland zu richten, 0 Wie von der Palästina-Regierung offiziell mitgeteilt wird, hat Japan im Verlauf des Monats März nach Palästina Waren im Werte von 82.477 Pfund eingeführt und im gleichen Monat aus Palästina Waren im Werte von nur 1 Pfund bezogen. % In Paris wurde ein gemeinschaftliches Komitee jüdischer Organisationen gebildet, das zum Ziele hat, eine Aktion auf breiter Basis gegen die Verfolgung der' J u den in Deutschland durchzuführen. Das von der Palästina-Regierung unlängst geschaffene Flug amt schreitet nun an die Verwirklichung eines großartigen Planes des Ausbaues des .Flugwesens in Palästina. Es werden zwei neue Flughälfen, der eine in Lydda, der zweite bei Haifa, erbaut. H. Grün, II., Taborstraße 8 b, Telephon' R-42-3-66, Atelier für feine Herrengarderobe. E ״R o m a“ sind am erikanider Rest Tou- Jük jeden. eJtip QhascRea . . 9 SPARK ייי* Präsident Roosevelt nimmt an der Besorgnis der Juden voll und ganz teil. Auf Anregung des Präsidenten Roosevelt übergab das Stabe Department.der tlS. A. der Presse den folgenden Test des Antwortbriefes des State Department an die amerikanischen jüdischen Organisationen, die gegen die erneuten anti jüdischen Unruhen in Deutschland protestierten: ״Das Staatsdepartement versteht Ihre Bes o r g n i s Volt und ganz, die Sie Über die Erfahrungen der Gruppen hegen, die nach hier vorgelegten Berichten in Deutschland Leiden zu erdulden haben. Die Idee der religiösen Freiheit und der Gewissensfreiheit für alle stellte einen der hervorragendsten Grundsätze unserer eigenen Zivilisation und unseres politischen Glaubensbekenntnisses dar. Da dies so ist, wird das amerikanische Volk Immer der Erhaltung dieser Gedanken sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in anderen Ländern sympathisch gegenüberstehen.“ Litauische Rabbiner beim Präsidenten Smetona. Eine Abordnung des Verbandes litaüischer Rabbiner besuchte den Präsidenten der Republik Smetona und teilte ihm mit, daß die verstärkte antisemitische Agitation und der Prozeß der Ausstoßung der Juden aus allen Ökonomischen Positionen die jüdische Bevölkerung Litauens mit schwerer Sorge erfüllt. Die Abordnung informierte den Präsidenten über die schwere wirtschaftliche Lage der Juden Litauens. Der Präsident empfing die Abordnung freundlich und versprach, sich mit allen ihm vorgebrachten Fragen zu befassen. Brasilianische Gastfreundschaft Die Regierung des brasilianischen Staates S a o Paulo veröffentlicht ein Dekret, laut welchem eine größere Einwanderung zwecks Kolonisierung des Landes erlaubt wird. In dem Dekret wird gesagt, daß die soeben verkündete neue Verfassung der Regierung den rassischen und religiösen Frieden garantiert. Gleichzeitig wird jedoch bekannt, daß die von Deutschland genährte antisemitische Propaganda verstärkt werden soll. 101 Integralisten (Mitglieder der antisemitischen faschistischen Organisation Brasiliens), von denen die meisten Deutsche sind, haben sich, nach Deutschland. begeben, um die nationalsozialistischen Methoden zu studieren, um sie später in Brasilien anwenden zu können. Mucio Carneiro Leon vom ״Journal de Brazil“ und Vaz de Barros vom ״Estado Sao Paulo“ sind auf Einladung des : Nazi-Hauptquartiers in Berlin mit dem ״Graf Zeppelin“! nach Deutschland abgereist, um dort ein Programm der Nazi-Werbearbeit in den südamerikanischen Ländern auszuarbeiten. Zum Schutz -der jüdischen Frauen Wir möchten hierdurch die Aufmerksamkeit der Leser auf die ״Warnungen an jüdische Frauen und Mädchen“ lenken, die der Verein zur Verbesserung der gesetzlichen Stellung der Jüdinnen herausgegeben hat. Die ״Warnungen“ gruppieren sich in folgende Rubriken: Eintragung in das amtliche Eheregister — Erfüllung Staatlicher Vorschriften — Jüdische Trauung — Scheidung und Wiederverheiratung. Da dieses Material ebnsowohl durch die Autoritäten der Agudas Jisroel, wie das Londoner Beth Din .und viele andere bedeutende Autoritäten gut befunden wurde, wird es als äußerst wertvoll für junge Juden und Jüdinnen erachtet werden müssen. Interessenten/ werden gebeten, Exemplare anzufordem, die ihnen. kostenlos zugehen durch Miß Hands, Verein zur Verbesserung der gesetzlichen Stellung der' Jüdinnen, 57, Portsdown Road, London, W. 0, England. ALLGEMEINE RENTEN ANSTALT I. GRABEN 20 Die Hilfsaktion iür die Jeschiwos. Erster Spendenausweis. Im!Rahmen der großen allgemeinen Rettungsaktion des! ״Tiferes ßachurim“ für die notleidenden Bachurim in Oesterreich wurde in fast allen Kurorten und Sommerfrischen unter großer Beteiligung ein.!Sammeltag veranstaltet. Als erster Erfolg ist die ׳Sammlung am ׳Semmering in der bekannten ׳Pension Hirsch zu verzeichnen. Allen Mitarbeitern und Spendern sei herzlichst gedankt im Namen der vielen, unter größter Entbehrung lernenden tBachurim. Wir veröfentliehen heute das erste Spenden- Verzeichnis, das im. Laufe der Aktion seine fortlaufäde Ergänzung finden wird: Hirsch (Semmering) S 5.—, Isi Bänder (Wien) IQ.—. N. N. 10.—, Hermann Appel 5.—, Simon Appel 4.—, Edelstein 3״—,!Saul Haber 3.—, Wolf 2.—, Simon Hlukes 2.—, ׳N. N. (Leeds) 3.—, ׳N. N. (London) 3.—, L. Friedmann (Oradea) 2.—, iFeher (Budapest)« 1;—, Olkanitzer (Wien) 1.—, Halpern (Zürich) 2.—, Steigmann (Wien) 2—, Rosenfeld (Györ), 1.—, Dr. Löwinger (Budapest) 3.—, Hirschler (Budapest) 4.—, Gerstenfeld (Budapest) 5.—, Dr. Julius Berger (!Budapest)! 5J—, Stahler (Bratislava) Kö 50.—, Boris Bernstein (Kowno) S 5,—, Schaum (׳Haifa) 5.—, Otto Orlik (iZagreb)i 5.—, Mor. Winnert (Budapest) 3.—, E. Schwarz (Kiskörös) 5.1—, Krochmal 1.—, Schaum je S 1.— für Keren Hathora und Waisenhaus der A. J. Der Vorstand des ״Tiferes .Bachurim“. WalfoekfuHd ift?xA&stim 12 Kilometer von Herzliah entfernt, wurde ein großer Walfisch an den Strand gespült. Etwas Derartiges hat sich in den letzten Jahrhunderten nicht ereignet, denn in keiner der zahlreichen Reisebeschreibun gen Palästinas, die in den letzten Jahrhunderten gedruckt wurden, findet sich irgend eine Erwähnung — sei es von Augenzeugen, sei es auch nur auf Grund Hörensagens —ל die darauf schließen läßt, daß eines dieser riesigen Säugetiere, die im Norden des Atlantischen und des Stillen Ozeans zu Hause sind, in der Nähe Palästinas auf getaucht wäre. Auch in Europa nähert sich der Walfisch nie dem Ufer, Die englische Chronik berichtet es als ein großes Wunder, daß im Jahre 1769 das Meer einen großen Walfisch an das Ufer des Firth of Förth spulte, dessen Länge 16,20 Meter betrug, Der jetzige Fund also ist der erstaunlichste und wichtigste in der Tierwelt Palästinas. Die Hebräische Universität hat das Skelett dieses Fiesen ihrem zoologischen Museum einverleibt. Golden sinkt die Sonne nieder, Schaffensmüde sinkt die Hand; Und der Menschengeist ist wieder Dir, o Vater, zugewandt. Was am Tage wir errungen, Mat uns Segen nur gebracht, Wenn es war von dem durchdrungen, Was den wahren Menschen macht! Wenn wir heut* im Schaffen fehlten, Nimm das Wollen für die Tat; Wiihschen, die uns heiß beseelten, Spende deine Mild’ und Gnad’/ Segne uns*re Schlummerstunden, Lenke gütig unsem Geist, . Daß er mög’ zum Heil gesunden, Morgen sich als gut erweist! Leo Leuner. Mädchen auf Urlaub . . . Zum ersten Mal hat heuer auch die A gu d a s- Jisroel-M ädchengrüppe in Wien ein Ferienheim für die Mitglieder in Forchtenau errichtet. Und gleich dem׳ Sommerheim der Jugendgruppe, das nun schon einige Jahre geführt wird, hat auoh dieses g lä nzende Er f olg e in physischer und erzieherischer Hinsicht gezeitigt..: Die nachfolgenden Zeilen, die uns aus einem Privatschreiben zur Verfügung gestellt werden, sollen dies beweisen. ״ :.•. . Wie im Fluge vergehen die zwei Stunden Eisenbahnfahrt der Südbahnstrecke entlang. Vorbei an Wiesen und Feldern, Gärten und Wäldern. Beinahe plötzlieh ertönt der Ruf des Schaffners: ,M a 11 e r s b u rg!‘ Also heißt es aussteigen! Der Autobus wartet schon ungeduldig. Kaum eingestiegen, werde ich um mein Ziel gefragt. ,Mädchengruppe‘ genügt dem Chauffeur als Antwort. In zehn Minuten hielt der Wagen. Ich konnte mich kaum besinnen, als mich von hoch oben, aus einer laubumschmückten Veranda, eine jubelnde Mädchenschar begrüßte. ... Wunderschön — herrlich! ist alles zu wenig ausgedrückt. Rings umgeben von dichten Wäldern, nur linker Hand Gärten und Felder. Eine würzige, erquickende Luft. Wir liegen ja 650 Meter hoch. Schloß Forchtenstein steht ganz nahe vor uns. . . . Die Mittagssonne brannte heiß, als der Gong zu Tisch ertönte. Mit frischem Appetit fanden wir uns bald ein und alles schmeckte uns wirklich ausgezeichnet. Ist auch kein Wunder, nachdem Vizemama Frau Berger für unser leibliches Wohl sorgt. Nach Tisch sind zwei Ruhestunden obligat. Die Jause wird auf die Wiese hinausgeschickt und erst beim Nachtmahl treffen wir uns wieder bei Tisch, der so gemütlich wie zp Hause ist . , . So fliehen die Stunden unter Scherzen, und Lachen. Für unser geistiges'Wohl wurde auch gesorgt. Wir haben eine Menge guter jüdischer Bücher mit, deren wir uns fleißig bedienen. Auch sehr schöne Ausflüge haben wir gemacht ....׳־» . . . Ich möchte Dir noch gerne einen Freitagabend schildern: Eine mit blütenweißem Tischtuch bedeckte Tafel, an der die Mädchen sitzen, deren Gesichtem man die Scbabbosstimmung ansieht. Die glänzenden Schabbosleuchter heben sich von der Nachtstille ab, Man hört nur das Plätschern des klar fließenden Gebirgsbaches und die —י Mädchenschar Smiros singen, daß das Echo im Walde widerballt. Es war wirklich riesig feierlich. . , . Am Schabbos wird Perek gelesen und nachmittags bei Fräulein Frieda Steinhof die Sidroh gelernt, mit wunderschönen Erklärungen von Bamherger s. Z, 1. Unser Interesse daran zeigte sich deutlich an der anschließenden Diskussion, , . . So vergehen, herrliche Tage, für die wir der rührigen Leitung des Ferienheims unendlich Dank wissen. Und nur eines macht uns Sorge: daß dieses prächtige Idyll zu bald ein Ende finden muß und wir alle wieder in die Stadt zurückkehren müssen “

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