Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 21 (1935)
- Issue
- 28 (19.7.1935)
- Date
- 1935-07-19
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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m 28 IüÖISCHK ffiMS Mte 3 Am Erez Jisroel. ־ ־׳ : Landeskonferenz der Agudas Jisroel. — Petach Tikwah subventioniert die religiösen Institutionen.! — Noch ein• mal Endehungssteuer. — Oer Völkerbund an die Aguda. — Agudistische Bauernsiedlung. Die Vorbereitungen, die ׳allenthalben für die Lan■» deskonferenz der agudistischen Organisationen in Erez Jisroel getroffen ־werden, erregen lebhafte Aufmerksamkeit. Neben der Landeskonferenz werden die Bhos, die Poalim und die Zeirim eigene Konferenzen abhalten. Dieser Tage wurde das Budget der Geme in de in Petach-Tikwah veröffentlicht, aus dem hervorgeht, daß insgesamt 150 Pfund für agudistisehe Lehrinstitutionen ausgeworfen wurden. Der Bewilligung dieses Betrages sind langwierige Bemühungen vorausgegangen und es mußte die Intervention der Palästina-Regierung in Anspruch genommen werden, um diese Subventionierung religiöser Anstalten durchzüsetzen. Die ״Jüdische Presse“ hat bereits über die geplante Einführung einer Erziehungssteuer und Über den begründeten Widerspruch, der sich in den orthodoxen Kreisen geltend macht, berichtet. Jüngst hatte sich auch der Jerusalemer Stadtrat mit dieser Frage zu befassen. Die agudistischen iStadträte setzten ihren• Standpunkt auseinander und konnten dadurch erreichen, daß der Stadtrat die Vorlage einer Kommission׳ überwiesen hat, der der agudistische Stadtrat Eden angehört und die einen Weg für eine Befriedigung der agudistischen Forderungen finden soll. Inzwischen nehmen die Verbandlangen über die Einführung der Erziehungssteuer zwischen der Agudas Jisroel und der Regierung ihren Fortgang. Von der Mandatskommission des Völk e r b u n d e s ist bei der Agudas Jisroel ein Schreiben eingelangt, in welchem mitgeteilt wird, daß der Völkerbund ,über die in Schwebe befindlichen Verhandlungen zwischen der Palästina-Regierung, der Agudas Jisroel und dem Waad Leumi informiert wurde und daß die Mandats-, kommission deshalb beschlossen habe, die Behandlung der־ diesbezüglichen Petition der Agudas Jisroel aufzuschieben. Aus dem Brief zeigt sich die Anteilnahme und׳ das Interesse des Völkerbundes für die bedeutsame Frage, in der auch die Palästina-Regierung mit größter Vorsicht und unter ständigem Kontakt mit dem Londoner Colonial Office vorgeht. Die erste Gruppe agudis tisch er Bauern aus Rumänien landete dieser Tage unter Führung von Rabbi J. D. Isaksohn. Die Gruppe siedelte sich in Rechowoth an, wo sie allgemeines Aufsehen erregte. Es ist dies gerade ein Menschenschlag, der für die Agudas Jisroel von größter Bedeutung ist und schon der Umstand, daß alle ihre streng-traditionelle jüdische Bekleidung ׳behalten haben, ist geeignet, eine Festigung in den Reihen unserer orthodoxen Bodenbesitzer herbeizuführen und den Beweis für die Arbeitstüchtigkeit und den Arbeitswillen unserer Menschen zu erbringen. Menachem Glikman-Porusch. * Am 5. Tamus wurde eine mehrtägige Sitzung des Landesvorstandes des Agudas Jisroel beendet,‘ an der Delegierte aller Gruppen teilgenommen hatten. Der erweiterte Landesvorstand hat u. a. folgende Beschlüsse gefaßt: 1. In allen Orten sind agudistische Grupp e n zu gründen und die bestehenden auszubauen. Bis Ende des Jahres soll ein großzügiges Organisations- Programm bereits beendet sein. Von jedem Mitglied ist eine Parteisteuer einzuheben. 2. Der Landesvorstand anerkennt die große B edeutung der Poali m-, Z e i •r i m- und Benos■ Gruppen. In Würdigung der großen Opfer, die insbesondere die Poalim durch ihre Zugehörigkeit zur Agudas Jisroel auf sich nehmen, erwartet er eine einheitliche und friedfertige Zusammen arbeit aller agudistischen Gruppen1. 3. Der Landesvorstand sieht in der massenhaften Zuwanderung religiöser Elemente die einzige Gewähr für den thoratreuen Aufbau des Heiligen Landes. Er fordert daher eine stärkere Berücksichtigung der agudistischen Bewerber bei der Zuteilung von Zertifikaten und beauftragt das Präsidium, die diesbezüglichen!winnEi [Mxhei1 Verhandlungen zu führen und bei der Regierung wegen Aufhebung der Einschränkungen für die Einwanderung von religiösen Funktionären vorstellig zu werden. Der Landesvorstand ersucht die agudistischen Landesorganisationen in Chuz-lo'Orez, darauf bedacht zu sein, daß nur solchen Bewerbern die Alijah nach Erez Jisroel ermöglicht Werde, deren bisheriger Lebenswandel eine Garantie dafür bietet, daß sie sich auch im Heiligen Lande im Rahmen der Agudas Jisroel betätigen werden, 4. Der Landesvorstand gibt seinem Schmerz Über die katastrophale Situation der religiösen Lehranstalten Ausdruck und fordert die religiöse Judenheit aller Länder auf, für die Erhaltung der religiösen Institutionen beizutragen. Der Landesvorstand beschließt die Errichtung eines zentralen Chinuch- Amtes, dem Vertreter aller religiösen Lehranstalten angehören sollen. 5. Der Landesvorstand vertritt unverrückbar die Notwendigkeit unabhängiger orthodoxer Gemeinden und beschließt, sich bezüglich der weiteren Taktik mit einer Anfrage an den Rabbinischen Rat der Agudas Jisroel zu wenden. 6. Der Landesvorstand begrüßt den Beschluß der palästinensischen Expositur der Weltorganisation Agudas Jisroel, eine großzügige Sammelaktion für den Keren Hajischuwim Heiligen Lande durchzuführen und appelliert an alle Gesinnungsgenossen, die Aktion tatkräftigst zu fördern. 7. In der Erkenntnis, daß für Millionen Juden Erez Jisroel der einzige Hoffnungsschimmer bedeutet, fordert der Landesvorstand von der englischen Regierung, daß sie die Tore des Landes für die verfolg ten Juden öffne. Der Landesvorstand hält eine Verwurzelung des jüdischen Volkes mit Grund und Boden für erforderlich und verlangt von der Palästina-Verwaltung, daß Staatsländereien für jüdische An- Siedlung zur Verfügung gestellt werden. Der Ländesvorstand tritt für ein gegenseitig verständnisvolles Zusammenleben zwischen Juden und Nichtjuden in Erez Jisroel ein und er wendet sich an alle einflußreichen Persönlichkeiten — Juden und Araber — mit dem Ersuchen, zum Segen aller ihren Einfluß nach dieser Richtung hin geltend zu machen. 8. Der Landesvorstand ist der Ansicht, daß die geplante Schaffung eines Gesetzgebenden Rates (Legislative Council) zu schweren Besorgnissen für den jüdischen Jischuw Anlaß gibt, insolange die erstrebte friedliche Zusammenarbeit zwischen Juden und Arabern nicht erzielt ist und insolange die Araber nicht erkannt haben, daß die jüdische Aufbauarbeit auch ihnen zum Vorteil gereicht. Die Palästina-Regierung wird daher ersucht, von ihren diesbezüglichen Plänen vorläufig Abstand zu nehmen. 9. Der Landesvorstand spricht der agudistisehen Delegation, und insbesondere dem Mitglied der Exekutive, Rabbi I. M. Lewin, die vor Pessach im Heiligen Lande geweilt und gewirkt haben, seinen tiefstgefühlten Dank aus •und gibt seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß nimm ehrdie Arbeit für- und in Erez Jisroel in den Vordergrund agudistis eher Betätigung gestellt wurde. Er legt diese Arbeit zugleich allen agudistischen Gruppen als heilige Pflicht auf. 10. Der Landesvorstand protestiert leidenschaftlichst gegen die fortgesetzten Chillule-Scha'bb o s und Chili ule-Hadas im Heiligen Lande ■und fordert Abwehr durch intensive religiöse Aufbauarbeit. Dieser Protest richtet sich insbesondere gegen die Chillule-Hadas auf dem Boden des ״Keren Kajemeth“ und ״Keren Hajessod“ und gegen die Rabbiner, die die Judenheit durch ihre Unterschrift unter den Aufrufen dieser Fonds | irreführen. 11. Der Landesvorstand tritt für baldige Einberuf ung der dritten Kenessio Gedaulo" ein und ladet den Geschäftsführenden Ausschuß der Weltzentrale ein, Jeruscholajim als Tagungsort für die K. G. zu wählen. Die Landeskonferenz der Poale Agudas Jisroel in Polen. Wie die ״Jüdische Presse“ bereits berichtete, hat vorige Woche in Lodz die dritte Landeskonferenz der orthodoxen Arbeiterorganisation in Polen ״Poale Agudas Jisroel“ stattgefunden. Die Konferenz, die am Sonntag eröffnet wurde, dauerte drei Tage und wurde mit einer 13 Stunden langen Schlußsitzung, die nur mit kleinen Pausen unterbrochen wurde, am Mittwoch morgens beendet. Entgegen der von der gesamten zionistischen Presse in Polen während der Konferenztage gebrachten Sensationsmeldungen über angebliche Spaltungen innerhalb der Poale Agudas Jisroel gab der Vertreter der übrigens sehr schwachen Opposition unter den Beifall sämtlicher Delegierten die feierliche Erklärung ab, daß diese für ihre Bestrebungen auf jeden Fall nur innerhalb der offiziellen Poale Agudas Jisroel und innerhalb der agudistischen Gesamtorganisation kämpfen werde. Der Rahmen der agudistischen Organisation dürfe auf keinen Fall gesprengt und die zentralen Instanzen der Aguda müssen unbedingt anerkannt werden, wenn auch die Opposition in Detailfragen anderer Meinung ist. Die Schlußsitzung stand wieder unter den Eindruck einer großen Rede Dr. Isaac Breuer’s. Auch bei teueren Marillen billige Marillenmarmelade. Die heurige Marillenernte hat im Frühjahr unter dem plötzlich einsetzenden Frost sehr gelitten. Es gibt nur wenig Marillen auf den Märkten und diese nur zu sehr teueren Preisen. Und gerade die Marillen sind es, aus denen jede Hausfrau Marmelade bereitet. Womit sollten wir denn im Winter unsere Palatschinken, Buchteln oder Kipferln füllen? Auch bei den heurigen hohen Marillenpreiseii kann die Hausfrau billige Marmelade herstellen, nur muß sie dies eben mit ״Opekta“ tun. Nach der Opekta-Einkochmethode verkocht man jetzt in den 10 Minuten nur so viel Frucht, resp. Fruchtsaft, als durch das Opekta, dem natürlichen Gelierstoff des Apfels, wieder ersetzt wird. Aus 2 XA kg Marillen und 2y9 kg Zucker bekommt man tatsächlich 5 kg Marmelade- Rezept: 2Yi kg Marillen (entkernt gewogen) werden durch die Fleischmaschine gedreht, mit %% kg Zucker vermischt und zum Kochen gebracht. Nach 10 Minuten brausend Kochen wird der Saft von 2 Zitronen und 1 Flasche Opekta eingerührt, nochmals auf wallen lassen und sofort heiß in Gläser gefüllt. .(Gläser auf ein nasses Tuch stellen, damit sie nicht springen.) ^keumafiselie * Schmerzen, lindert Wolchowitzer Ravv übe* ״Unsere Erez-Jlsrbei-Arbeit“. Am Dienstag, den 16. d,, hielt der soeben aus Erez Jisroel zurückgekehrte Wolchowitzer Raw, der den Wiener Agudisten als hervorragender Redner bekannt ist» im überfüllten Saale der Agudas-Jisroel-Jugendgruppe einen meisterhaften Vortrag Über seine Erez-Jisroel-Eindrücke und über die Aufgaben der Aguda in und für Erez Jisroel. Der Wolchowitzer Raw, der sämtliche agudistisehen Kibbuzim besucht hat, gab ein ergreifendes Bild von den wunderbaren Leistungen unserer Chaluzim von der vollendeten Hingabe an das große Werk, von der tiefen, echt jüdischen Verbundenheit, die dort herrscht. In Machne, Jisroel, in Kfar Saba, in Gedera, in Kfar Ata und in den anderen Kibuzzim überall aufrechte jüdische Menschen, durchdrungen vom hohen Ideal der agudistisehen Erez-Jisroel-Arbeit. Die Leistungen sind Überaus gute und können die Konkurrenz mit den bestgeführten Kolonien aufnehmen. Ueberall sind unsere Pioniere, als Schmiede, Chauffeure, ja es gibt überhaupt keinen Beruf, in welchem wir nicht Gesinnungsfreunde, die schon durch die Kleidung als Agudisten erkennbar sind, finden. Als wichtigste Aufgabe bezeichnet der Redner, daß die nach Erez Jisroel strebenden jungen Leute und Familien am Lande angesiedelt werden, weil die Landwirtschaft ein Element darstellt, das jeder Krise trotzt und ganz besonders die Möglichkeit zu echt jüdischem Familien- und Gemeinschaftsleben gibt, In klarer Weise legte der Redner, oft durch Beifall unterbrochen, den Versammelten die Wichtigkeit der agudistischen Arbeit in Erez Jisroel dar, forderte zur intensivsten Mitarbeit und Förderung des Erez-Jisroel-Fonds, des ״Keren Hajischuw", auf. ״Drel-Wochen-Aktlon“ des' Keren-Hajischuw. Wie alljährlich so wird auch heuer der Keren- Hajischuw eine ״Drei-Wochen-Aktion“ durchführen. Infolge der Urlaubszeit wird diese Aktion hauptsächlich in der Provinz und in den Kurorten durchgeführt. Die Erez- Jisroel-Zenträle wird einige Kommissionsmitglieder in die Kurorte und Provinzstädte delegieren, die die Aktion an Ort und Stelle leiten werden. Die Mitglieder und Freunde der Agudas Jisroel, die sich in Kurorten oder in Provinz- Städten befinden, werden ersucht, die Aktion tatkräftig zu unterstützen. Sijuin der Schaß-Chewra Wr.-Neustadt. Durch das intensive und von zahlreichen Mitgliedern besuchte Vorlernen des allbeliebten Oberrabbiners von Wiener Neustadt, Sr. Ehrw. Herrn Prof. Dr. Hillel Weiß, ist es der dortigen Schass-Chewra gelungen, wieder einen Sijum, diesmal auf Mesechtas Brochos, zu veranstalten. Sr. Ehrw. Herr Oberrabbiner Dr. Weiß hielt einen herrlichen Hadron. Bei der anschließenden Mahlzeit sprachen ferner die Herren: Kultusvorsteherstellvertreter S. Mandl, Siegmund Löwy, M. Schulhof, Lazar Müller, Max Mandl, Sekretär Heinrich Löwy (Wiener Neustadt) und Blumenfeld (Neunkirchen); Für den gesanglichen Teil sorgten die Oberkantoren von Wiener Neustadt un'd Neunkirchen. Ferienheim der A.-J.-Mädchengruppe. Die herrliche Lage des Heimes in Forchtenau und die gebotene vorzügliche Verpflegung haben einige unserer Mitglieder veranlaßt, auch den ganzen Monat August im Ferienheime zu verbleiben. Das Heim wird daher auch im August geöffnet sein. Anmeldungen bei Fräulein Kaufmann, n., Große Schiffgasse 18, Tel. A-48-7-97, Montag, Dienstag und Donnerstag von 12 bis 2 Uhr mittags. ___ Die Leitung. Aus Ungarn Vor etwa einem Jahre halben zwei Bäckermeister in der Provinzstadt Györ ׳unter der Bezeichnung ״Vltamina“ ein m azz e s ähn 1 i qh es Gebäck in Vertrieb gebracht, das geeignet war, die jüdischen Käufer irrezuführen. Die erste Anzeige erstattete die Kultusgemeinde von Alt-Ofen, dann die Gemeinde Györ. Die Angelegenheit kam vor das Handels- und Kultusanänisterium. . Nunmehr hat der Minister des Innern jetzt rechtskräftig dahin entschieden׳, daß die Betreffenden zü bestrafen und ihr Erzeugnis zu konfiszieren sei. In der Begründung des Urteils wird hervorgehoben, daß das Vi'taminprodukt' mit der Absicht in Verkehr, gebracht wurde, die gesetzlichen Bestimmungen zu Umgehen, die den israelitischen Gemeinden das Monopolrecht auf die Herstellung und den Vertrieb von Osterbrot sichern. . כשר Hotel Bellevue כשי Pövlsdiadi am Wörthersee Vornehmes Haus unter streng ritueller Leitung. Herrl. Lage, direkt am See, Schöne, sonnige Zimmer mit Fließwasser. Vorzügliche internationale Küche Volle Pension Vor-und Nachsaison . . . . S 9.— Hauptsaison ... . ..... S 12.— Seebad und Garage frei. Geöffnet von Mai bis _Oktober. Verlangen Sie Prospekte! _ Autoprüfung erleichtert. Der Schrecken der Auto- Prüfungskandidaten ist die technische Theorie. Den Laien, insbesnodere den Damen, fällt es schwer, die üblichen Zeichnungen und Bilder zu verstehen, Um diese Lern- Schwierigkeit zu beheben, hat die Schulleitung der renomraierten Neudegger Fahrschulen im Lehrsaale ein am Stand mit Kraftstrom angetriebenes Lehrchassis. 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