Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 21 (1935)
- Issue
- 28 (19.7.1935)
- Date
- 1935-07-19
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite4 Nr. 28 Das Gebot der Stunde. Alle Welt iät darin einig, daß auf die jüdische Mädchenerziehung in der Gegenwart Viel grüßerer Wert gelegt werden muß, als es bis nun der Fall war. Sogar die rückständigsten orthodoxen Gemeinden erhöhen die Menge des im Religionsunterricht zu lernenden Stoffes, es werden M ädchengruppen geschaffen, Beth- Jakob-Schulen werden errichtet. Ueberall, wohin Wir schauen, ist eine intensivere Tätigkeit auf dem Gebiete der jüdischen Mädchenerziehung bemerkbar. Selbstredend stecken alle diese Versuche noch in den Kinderschuhen, sie haben noch keinen einheitlichen Rahmen, es gibt noch kein System und die Führung in den einzelnen Ortschaften haben gutwillige, oft begeisterte Laien in Händen, denen Erziehung-, Schul- und Unterrichtswesen Völlig fremde Begriffe sind. Nur allmählich wird sich von all dieser Betätigung das wirklich Wertvolle herauskristallisieren. Man wird vielleicht am eigenen Schaden, vielleicht am Schaden anderer klug werden, lernen, wie alles zu geschehen hat, um wirkliche Leistungen zu vollbringen. Doch die Hauptsache ist vorläufig, daß Bewegung, Leben, Kampf und Streben herrsche in dem Aufbau des zukünftigen orthodoxen Mädchenerziehungswerkes, nicht aber Stillstand, Gleichgültigkeit und Kaltblütigkeit. Jawohl, eine noch nie dagewesene Kaltblütigkeit gehört dazu und eine frevelhafte Gleichgültigkeit ist es, das orth. Mädchenerziehungswerk seinem Schicksal zu überlassen. Stillschweigend und tatenlos zu- Zusehen, wie Kinder streng religiöser Eltern, gegen deren Willen, in Kreisen verkehren, wo sie allmählich für das religiöse Judentum und oft sogar für die gesittete Menschheit verlorengehen. Das heißt Stillstand, auch wenn wir hie und da lesen, daß sich da und dort eine BethrJakob- Schule gegründet hat, denn diese Privataktionen zeitigen wenig Erfolg und wenn schon, dann nur auf eine ganz kurze Zeit, solange die erste Begeisterung andauert. Aber etwas Dauerndes, etwas Anhaltendes vermag die Privatinitiative — und wenn sie auch von den edelsten Motiven begleitet und von stärkstem Iedalismus beseelt ist — nicht zu schaffen. Richtiger wäre es allenfalls, wenn eine Zentrale für die orthodoxe Mädchenerziehung sogleich geschaffen würde. Bei ein wenig einheitlicher Arbeit sämtlicher jüdischen Gemeinden des Landes — ohne hiebei die lokalen Prinzipien aufgeben zu müssen — wäre es ein Leichtes, die vielen lokalen Versuche von einer Zentrale zu dirigieren. Diese Zentrale sollte in jeder Ortschaft ihre Vertrauensleute haben, die ihr über die lokalen Verhältnisse auf diesem Gebiete berichten würde. Die Zentrale hätte sodann die Aufgabe einen einheitlichen Rahmen zu schaffen, Lehr- und Arbeitspläne für sämtliehe Schulen auszuarbeiten, organisatorische und pädagogische Wege zu suchen und zu finden, um den j Religionsunterricht in den Dienst des Erziehungswerkes i zu stellen, Lehrmaterial statt den heutigen unmöglichen j Schulbüchern zu verschaffen, Zeitschriften für Kinder j und erwachsene Mädchen zu gründen, ihnen eine lehr- 1 reiche Lektüre zu hieten und sie dadurch von dem Wühlen in Schundbüchern und -Zeitschriften abzubringen. Die Kontrolle des Lehrganges durch Fachleute in den einj zelnen Schulen des Landes wäre dann auch mehr keine Utopie. Religionsschulen für schulpflichtige Mädchen und , Selbstbildungs- und Arbeitsgemeinschaften für schulent- ) wachseine Mädchen könnten im Handumdrehen Wirklich-; keit werden, Richtlinien der Zentrale hätten schon dafür! Sorge getragen. Und das Ziel, für das der höchste Einsatz; an Geld und Arbeit nicht zu hoch wäre, ist j die Zurückführung des jüdischen Mädchens zur ן Familie, die Erziehung echt jüdischer Mütter für I unsere jüdische Jugend. Die Einwände, die heutige Krise, die gelten da nicht. Denn wenn wir nur die Slowakei allein nehmen, so j leben hier schätzungsweise 20.000 jüdische Mädchen | — בלעיה— und wenn nur für jedes Kind eine Krone pro j Monat gezahlt wird, würde schon ein nennenswerter Betrag erstehen, mittels welchem man auch größere j Leistungen vollbringen könnte, als die hier in aller Kürze skizziert sind. Häufig hört man auch die Worte der Eltern ״ja, mein Kind ist brav, ich gebe genug acht, ich habe kein Interesse־ für diese Neueinrichtungen, uns hat man auch sehr jüdisch erzogen und ohne Beth-Jakob-Schulen“. Oh, wie sehr rächt sich diese Anschauung, wie sehr haben es .leider schon manche Eltern bereut und möchten gerne umsatteln, aber es ist zu Spät, Sie haben sich Selbst das Vertrauen zu ihren Kindern Verscherzt und ihre Autorität und jedweden Einfluß verloren. Die Kinder genießen gegenwärtig ihre Ferien. Auch manche Eltern haben sich von den Alltagsstrapazen ausgespannt und verbringen in der Sommerfrische ihren Urlaub. Lehrer und Lehrerinnen haben nach einer zehnmonatigen anstrengenden und verantwortungsvollen Arbeit ihre Tätigkeit eingestellt. Vielleicht finden sich ernstdenkende Männer, die die gegenwärtige Lage untersuchen würden, vielleicht finden sich Eltern, denen die jüdische Erziehung ihrer Kinder noch heilig ist, vielleicht finden sich noch Menschen, die unschuldige Kinder vor dem Strom der Areliglosltät, vor den Fluten der Unmoral retten wollen. Vielleicht finden sich schließlich weitblickende Augen, die die herannahende Gefahr klar sehen und demgemäß Abhilfe Und Vorsorge treffen wollen. Vielleicht... BEKIZZUR ♦ ♦ ♦ — Bratislava: Am vergangenen Schabos veranstaltete der Verein I.sr. Kinderwaisenhaus seine Bar-MiZwoh-Feier der beiden Zöglinge Schönherger und Schwartz, in Anwesenheit von Rabbiner S. B. Schreiber in Vertretung des ehrw. Herrn Oberrabbiner, von Vertretern des Gemeindevorstahdes und zahlreichen Gönnern und Freunden dieses edlen Instituts. Herr Izso Knopf, Vizepräses des Vereines, begrüßte die Erschienenen und betonte, wie sehr es der Leitung daran gelegen ist, die Zöglinge im orthodoxen Sinne zu braven, nützlichen Gliedern der Menschheit zu erziehen. Sodann wandte sich der Redner an die Kinder. Hierauf hielten die beiden Knaben herrliche Ansprachen, in welchen sie dem Vorstand für das Wohlwollen und dafür dankten, daß sie ihnen zur Zeit ihrer größten Not Beistand und Hilfe leisteten. Herr Rabbiner S. iB. Schreiber gab in einer formvollendeten und begeisterten Ansprache im Namen des ehrw. Herrn Oberrabbiners seiner Zufriedenheit Ausdruck, daß in dieser Anstalt, dessen Gründer der große Chasam Sofer s. Z. 1. war, auch weiterhin echt jüdischer Geist lebt und gepflegt wird. Herr Kommerzienrat Siegmund Fomheim, ein eifriger Förderer des Vereines, betonte in einer längeren Ansprache, wie wichtig es ist, daß die Jugend im Sinne und Geiste der traditionellen Ueberlieferung erzogen wird. Zu den Kindern gewendet riehtete Redner einige herzliche Glückwunschworte und überreichte ihnen — wie bei jeder solchen Gelegenheit — ein schönes und wertvolles Geschenk. Vizepräses Herr Izso ,Knopf dankte ׳nochmals für das zahlreiche Erscheinen der Gäste und bat, dem edlen Werke mehr Aufmerksamkeit und Interesse zuzuwenden. KAFFEE HAG Jak jede»1 eK3p GhJbSe&e*1. . m SPARKÄÄWÖ ALTERSRENTE — Praha: Im Rahmen des Vereines Sinai“ hielt vor kurzem Herr Franz F i s c h o f einen gediegenen Vortrag über seine Erlebnisse und Eindrücke während seiner Erez-Jisroel-Reise, welche er als Begleiter des Nitraer Raws unternommen hat. Seine geistreichen, von wahrer Liebe zu Erez Jisroel beseelten Ausführungen, fanden bei der zahlreich erschienenen Zuhörerschaft reichen Beifall, der um so williger gespendet wurde, als alle Anwesenden, ganz; abgesehen von ihrer politischen Einstellung, von dem wirklich vorzüglichen Vortrag begeistert waren. — Dunajska Streda: Herr Rabbiner A. K a t z hielt hier ein Referat über seine Erez-Jisroel-Reise, von welcher er erst vor kurzem zurückgekehrt ist. Der Redner begeisterte die zahlreichen Zuhörer, die seinen geistreichen Worten mit Interesse lauschten, und führte unter anderem aus, daß die Agudas Jisroel, vorausgesetzt, daß ihr das gehörige Verständnis seitens der Gesamtheit entgegengebracht wird, die Bestrebungen, aher auch die Möglichkeiten dazu hat, in Erez Jisroel wieder die Souveränität der Thora herzustellen. Der Redner schilderte die .imensen Leistungen der Agudas Jisroel auf dem Gebiete des religionstreuen Erziehungswerkes in Erez Jisroel und bat, dieses reichlichst zu unterstützen und zu fördern. — öiz: Hier ist dieser Tage der berühmte Rabbi Schotaum Elieser Halberstam, Sohn des rühmlichst bekannten Zanser Goans, Rabbi Chaim Halberstam s. Z. 1., auf einige Wochen zur Kur eingetroffen. Schon in den ersten Tagen seines Hierseins ist ein regerer Verkehr durch den Besuch seiner zahlreichen Anhänger und Verehrer bemerkbar. G e b e t z e i t e n פ׳ פנחס Personalnachrichten. Grabsteinstellung Jakob S. Schön s. A., Uhersky Brod. Am 9. Tamus, dem ersten Jahrzeitstag nach dem unvergeßlichen Führer der Broder Orthodoxie, Reb Jaakow Schön, versammelten sich viele Verehrer in früher Morgenstunde bei seiner Grabstätte, wo zugleich der Grabstein auf gestellt wurde. Als erster sprach für die Familie sein Sohn Ignatz Schön, Brünn, der in ergreifenden Worten das Erdendasein seines verewigten Vaters schilderte und auch weiterhin in seinem Sinne zu wirken gelobte. Der Schwiegersohn des Verewigten Herr Leopold Mayer, Wien, schilderte in rührenden Worten die unverfälschte Frömmigkeit, Lauterkeit und den hohen geistigen Führerblick des Verewigten. Es sprachen ferner Herr Dajan Reb Jizchak Zwi Gelb, namens der orthodoxen Gemeinde Herr Ignatz Beck, Herr Kultusrat Artur Bock und Herr Filip Glück, ein Liebling des Verblichenen, der die Gemeinde zur Einigkeit ermahnte. Mit einem ״el mole rachamim“ und dem ״Rabbonim-Kadisch“ schloß die Grabsteinstellung, die J3ei allen Beteiligten tiefsten Eindruck zurückließ. Möge die Gemeinde Uhersky Brod weiterhin von jedem harten Schicksalsschlage bewahrt bleiben. תנצביה (F. G.) Wie ״neugeboren4‘ fühlt man sich nach einer!eichten Einreibung mit Alpa-Franzbranntwein, Regelmäßige Massagen mit Alpa machen den Körper widerstandsfähig, erfrischen bei Ermüdung, reinigen die Hautoberfläche und regen den Blutkreislauf an. Eigentümer, Herausgeber und Verleger: David Türk! (für eine Arbeitsgemeinschaft), Wien, H., Malzgasse 12 a. —Verantwortlicher Redakteur :Karl Richter.Wien.n., Franz- Hochedlinger-Gasse 2. Druck: Druckerei- und Verlags- A.-G. Ig. Steinmann, Wien, IX., Universitätsstraße 6—8. Hadassah Rosenfetd Hachum Joel Holpern Növe Zamky Wien—Tel Awiw Verlobte Anläßlich der Verlobung des Herrn Hedhum. UafyetH, Wien mit Frl. HadäsSah Rosenfeld aus Nove Zamky gratulieren berzbebst das Büropersonal und die Vertreter des B.-T.-B.-Verlages. *♦♦♦♦♦♦♦♦»•♦«•»♦♦♦mm♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦#♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦*♦ ADOLF GftÜNWALD UND FRAU Wien, IT., Obere Dortaustraße 61, laden alle Verwandten, Freunde und Bekannten zur נו טצוה ihres sohmes יוסף (JOSEF) welche אייה Samstag ט׳ מטות מסעו den 27) נדו תמה. Juli) im Erholungsheim Eisenberg in Aue am Semmering, um 7 Uhr früh stattfindet. Droschoh um lA 5 Uhr nachmittags. juwelen Uhren, Gold- und Silberwaren, Ina- LI ftiifijf fflfflltrffNil besondere כרי קודש, Scderschüssel, Menoras, 1111111« WHFltUlly Leuchter und Bestecke in großer Auswahl, auch Gelegenheltskäufe, stets vorrätig II» TabOfStfaB• 14 Mildes Klima, sandiger Strand, besonders für Kinder geeignet. Auskunft erteilt: Leopold Schischa, Wien, II., Krummbaumgasse 1, Siegmund Stern, Wien, II., Taborstraße 62a, Emanuel Hoffmann. Wien, VI., Liniengasse 34, Direktor Buxbaum, Bratislava, Zochova 4, Max Lövy, Bratislava, Uhorska 44, Sändor Faskusz, Luäeneö. PENSION VILMOS KOHN BALATONSZEMES. Wollen Sie für wenig Geld Herrliches genießen? Dann kommen <Sie an den wunderschönen Rasiere dich ohne Messer mit dem gesch. Rasierpulver Langerln Es ist ärztlich begutachtet und unschädlich. 1 Paket, zirka ein halbes Kilogramm, S 1.40. — Zu haben bei Philipp Langer, Friseur, II, Franz-Hochedlinger-Gasse 25 KONKURS. Bei der Gemeinde in Vyöapy-Opatovce wird ein guter ישיבה בחור mit angenehmer Stimme gesucht, der fähig ist, שוחט ובודק בעל קורא וושט ספקנר zu sein. Genannter muß auch Religionsunterricht in deutscher Sprache versehen. Dieser Posten ist mit der Heirat der Tochter — eine יפית — unseres Kultusbeamten verbunden. Offerte an S. Adler, Präses, Preselany-Vyöapy, p. Lovääovce. In vornehmen jüdischen Familien gut eingeführter SCHADCHEN empfiehlt sich. Arnold Weiß, Bratislava, Schützengasse 17. 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Uhr Min. 3 00 3 00 הנחת חפלין בשעת הדחק ....... 7 13 7 08 סוף זמן קריאת שמע של שחרית .... 7 30 7 40 □שכת! קכלח שכח קודש (מנחה כעש׳ק) , 6 15 6 15 השכמת ......... .... 8 30 9 30 שחרית . .. 4 00 4 CO מנחה .. 8 40 8 30 מעריב במהנשיק. 5 15 בחול ן השכמה. . , . , . . , . ♦ . 6 00 6 60 שחרית i . י . ,י...... 7 30 7 4Q מנתח; י * » ... . . י .