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Jüdische Presse · 1935-06-06 · 22 (6.6.1935) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
21 (1935)
Issue
22 (6.6.1935)
Date
1935-06-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 JtimSCHF/PRESSE Nf,22 Ein baachtenswarter Erfolg. Die ״Reichspost“ zu unserem vorwochigen Eeitartikel Wir haben uns in unserer vorwöchigen Ausgabe mit den ״Feriensorge ft“ beschäftigt, die mit Eintritt der warmen Jahreszeit an den Großstadtmanschen herantreten. Wir haben auf die Gefahren hingewiesen, die sich aus der bisherigen Art der Führung der diversen Jugendferienhilfswerke ergaben, Gefahren füt* die religiöse Erziehung und Ertüchtigürtg unserer Jugend, und wir haben schließlich, diktiert Von der ernsten Sorge um die religiöse Zu* kunft unserer Kinder, insbesondere hinsichtlich der Ferienlager, die der Staat für die Hochschüler zu errichten im Begriff ist, die Forderungen auf gestellt: 1״, Daß die jüdische Jugend wie bisher bei allen Ferienaktionen nicht benachteiligt wird. 2. Daß die Errichtung von Lagern, Heimen und Ferienkolonien derart gesondert erfolge, daß die Juden sich* ihrer religiösen Üeberzeugung^ und Erziehung entsprechend ausleben können und damit dem religiösen gleichermaßen wie dem Staatswohl in vollendeter Form gedient sei.“ Wir freuen uns, feststellen zu könen, daß unsere Ausführungen nicht nur in allen jüdischen Kreisen lebhaftes Echo, sondern auch in der ״R e i c h s p o s t“, dem Regierungsorgan, ihren Niederschlag gefunden haben. Die ״Reichspost", vom 5. Juni d. J. zitiert nach einer kurzen Wiedergabe unseres Artikels unsere beiden Forderungen; um dann :zu4erklären: ,*Forderung und Begründung sind durchaus einleuchtend. Es ist anzunehmen, daß die zuständigen Faktoren im Rahmen der Möglichkeit den vorgebrachten Wunsch berücksichtigen, der dem Geist der;Verfassung ents'pricht und das Foriemverk zu erleichtern geeignet ist, weil die Erfüllung auch den christlichen Bekenntnissen gerecht wird.“ Unsere Forderung nach Befriedigung religiösen jüdischen Bedürfnisse innerhalb der zu errichtenden Sommerlager wird somit ihre Erfüllung finden und wir sind stolz darauf, diesen bedeutenden Erfolg auf unser Konto buchen zu können. Der religiöse Geist hat Sich gefunden. Und in diesem Siiine können und müssen denn auch wir den Schlußpassus der ״Reichspost“ nachdrücklich züstimmend und anerkennend hervorheben: ״Auch hier i9t Gelegenheit geboten, der großen Welt, die nur allzugern auch den übelsten Ausstreuungen Uber Oesterreich Glauben schenkt, an einem sinnfälligen Beispiel zu zeigen, wie bereit willig der autoritäre christliche Staat Oesterreich begründeten Wünschen anderer Religionsgemein schäften Re chnungträg t.“ Prof. Dr. Lugmayer für die konfessionelle jüdische Schule. Der Volksbilä.ttngsref erent der.Stadt Wien, Prof. Dr. Lugmayer, erklärte in einem dem Vertreter der Jüdischen: Telegraphen-Agentur gegebenen Interview u. a.: , v Ich sehe im Judentum eine religiöse Gemeinschaft, die wahrscheinlich so lange existieren wird, wie die christlichen Gemeinschaften existieren werden. Die Assimilation ist ein viel zu langwieriger Prozeß und im großen und ganzen nur eine Randerscheinung, die den Kern des Volkes nicht erfaßt. Die Zukunft deif Juden sehe ich, im Gegenteil, in einer religiösen Vertiefung, die auch zu einem friedlicheren geistigen Zusammenleben von Juden und Christen führen kann׳. Ich bin auch für einen Ausbau der‘ jüdischen Kulturautonomie. Es müßte ein vollständiges autonomes jüdisches Schulwesen geschaffen werden, das von den Juden selbständig verwaltet werden soll, wie überhaupt sämtliche kulturellen Agenda des Judentums von den Juden der | selbst versehen werden sollen. Für den Sabbath! Zwei Aufrufe des Vorstandes der Adas-Jisroel-Schiffschul, die jetzt aus Anlaß der. 8chul einsehreibungen ei'lassen wurden, werden die größte Beachtung der Wiener Judenheit auf sich lenken. In flammenden Worten wird in ihnen auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Heiligkeit des Schabbos schon in die Herzen der jungen Kinder zu pflanzen. Nachfolgend ihr Wortlaut: , Die Kräftigung und Festigung des jüdischen Bewußtseins bei der Jugend war niemals dring- Mcher als gerade jetzt.;Es gibt kein Mittel, das diesem Zwecke besser dienlich wäre als die E i n h a 11 u n g des Sabbath-Gesetzes. Aus diesem Grunde beehrt sich der gefertigte Vorstand, ׳die Eltern; ־der־״ Kinder; die die öffentlichen Schulen!besuchen, auf die . g e s e ,t z 1 i c h .e n B e- 'Stimmungen aufmerksam zu machen, nach welchen die jüdischen Schüler der Volks-, Haupt- und Mittelschulen von der Teilnahme am Schreib-, Zeichen- und . Handarbeitsunterricht an Samstagen und jüdischen Feiertagen befreit sind und daß bei Verfassung des Stundenplanes auf diese Tatsache tunlichst Rücksicht zu nehmen ist. (K. U. M.־ Erl. vom 21, Jänner 1876, Z. 1208, und K.- U. M.־Erl. vom 19. Februar 1876, Z. 1683, Stadtschulrat Wien, Erl. vom 13. Juni 1930,. Z. 2316.) Die Eltern werden aufmerksam gemacht, möglichst schon bei der E i n s c h r e i,b u n g ihrer Kinder die diesbezüglichen Wünsche Ibekanntzugeben. Diesen Wünschen wurde bisher immer entsprochen; wenn in einem oder anderem Falle sich Schwierigkeiten; ergeben, ist der Vorstand der Adas Jisroel (Schiffschul), Wien, II., Große Schiffgasse 1, gerne bereit, helfend oder beratend einzugreifen. Wir feiern Schewuoth, den Gedenktag der Gesetzgebung, den Empfang der Thora, aus der uns mit besonderem Nachdruck der Ruf heraustönt: ״Gedenke den Sabbath zu heiligen, den allwöchentliehen Gedenktag' der Erschaffung der Welt.“ Wer den Sabbath entweiht, ist — nach dem Ausspruche des Rambam, dessen Andenken in diesem Jahr gefeiert wurde dem Götzendiener gleich zu achten. Diese Lehre־ mögen die Eltern beherzigen, denen die jüdische Erziehung' ihrer’ Kinder; am .Herzen, liegt.! F r ü h z e i t i g müsseü cdie •Kinder gelehrt werden,’ den Sabbath heilige'h und 'damit das Bekenntnis der Treue' ablegen, den Gedanken, daß G-tt Schöpfer und Erhalter der'Welt ist. Unsere Bestrebungen, den Kindern den Sabbath für den Dienst G-ttes freizumachen, hatten bis nun׳ leider hoch keinen Erfolg. Wir müssen •uns daher־ vorläufig wenigstens mit den Errungenschäften• begnügen, die •Vor 60 Jahren unsere Väter s. A., die damalige Leitung der Schiff schul, erreicht und deren Kräftigung wir vor mehr als zwei Jahrzehnten erlangt haben, daß die Kinder in der Schule weder unmittelbar noch mittelbar zu einer Verletzung des Sabbathgesetzes gezwungen werden können. In diesen Tagen erfolgt-die Einschreibung unserer Kinder für das nächste Schuljahr. Alle Eltern mögen — zumal in der gegenwärtigen Zeit — ohne Ausnahme von ihrem Rechte Gebrauch machen und fordern, daß ihre Kinder im Sinne der gesetzlichen Bestimmungen von der Teilna'hme am Schreiben, Zeichnen, Handarbeiten etc. am. Samstag befreit werden. *׳• Schon imden frohen Kindertagen sollen die jüdischen Kinder lernen, den Sabbath zu heiligen, den Sabbath ehren, damit das Propheten wort sich erfülle: ״Dann wirst du durch G-tt Heil und Wonne finden, Er erhebt dich auf die Höhe der Erde, Er läßt; genießen das Erbe Jakob, deines Vaters, denn der Mund des Ewigen hat es verheißen.“ Kritik und Betrachtung. וווווווווווו!!וווווווווווווו1וווווווו1וו1ו1ווווווו1וווווווווווווווווווווו1וו So denkt das Ausland , Der orthodoxe ״H o e m e s z“ in Turda (Siebenbürgen, Neurumänien) beschäftigt sich an leitender Stelle mit den-; Lehren der S tat ist i k der Wiener Juden. Das genannte Blatt schreibt u. a.: Wien war Ausgangspunkt der sogenannten ״jüdischen Renaissance" und hat uns , ,das Geschenk. des jüdischen .Nationalismus beschert; Aus dieser Stadt ist der Zionismus auf Eroberungen losgezogen, hier war lange Zeit hindurch sein Sitz, von hier wurde zuerst verkündet, daß das Judentum als Religion •ein ״veralteter" ■ Begriff sei, der nur der Assimilation diene, und daß daher die einzige Arznei gegen Assimilation der Uebergang auf das Völkische sei. Nun geht es mit der Wiener jüdischen Gemeinde mit Riesenschritten abwärts und das Lager der Schiffschul, der Orthodoxie überhaupt, wird derb angegriffen, weil es nicht mitsterben will, weil es sich nicht in das gemeinsame Grab begraben lassen will. Die Schiff schul wird angeklagt, die Einheit des Judentums angegriffen zu haben, weil sie leben will, das Leben durch Selbständigkeit sich und ihren Kindern sichern möchte. Vergaloppiert? Der ״Tiferes Bachurim“ proklamierte den Schabbos Parschas ßamidbor zu einem Opfertag für die Jeschiwoh-Bachurim. Braucht hervorgehoben zu werden, daß das Werk dieses Vereines, das weit erhaben über alle Parteien steht, in allen Kreisen lebhafteste und opferfreudige Unterstützung fand, daß selbst der Qberrabbiner der Wiener ׳Kultusgemeinde Dr. (Feuchtwang und Raw Baba d den bezüglichen Aufruf Unterzeichneten? Ja, es braucht! Denn, es fand sich ein ״R a b b i n e r“, der in einer Manie, alles,״was von orthodoxer Seite stammt, bekämpfen zu müssen (um für.sich das ״Blaue Band“ in zionistischer Liebedienerei zu gewinnen;, die Durchführung der Aktion des ״Tiferes Bachurim“ in seiner!Schul zu verhindern versuchte. Sollten wir seinen Namen nennen? Es ist der ״orthodoxe“ Rabbiner, der Theleman-Schul, ein Mitglied des offiziellen -,JRabbinats der Wiener Kultusgemeinde. Schade, daß ihm diesmal selbst seine engsten Kollegen nicht folgen konnten. Aber vielleicht wird sich wegen einer Gehaltserhöhung etwas machen lassen... Heilendes Fußballspiel. Die J. T. A. meldet aus Jerusalem: Der aschkenasische Oberrabbiner für Palästina, Kook, hat im Zusammenhang mit den Angriffen agudistischer Jugend gegen' die Mitglieder des Warschauer Rabbinats, die‘einen Aufruf für den ״Keren Kajemeth(( unterzeichnet haben, einen Appell an die jüdische Orthodoxie in Polen gesandt, in dem er erklärt, die Arbeit für den ״Jüdischen Nationalfonds“ sei die ״größte Mizwah“ und die Rabbiner seien dazu berufen, die Arbeit für die Auslösung des Bodens m Erez Israel zu fördern. Diese Meldung erinnert uns an eine Episode, die von unserem unvergeßlichen Führer, dem Lu bl in er Raw s, Z, 1., nacherzählt wird. In einer Unterredung mit dem Lubliner Raw s. Z.l. äußerte sich einmal Raw Kook, daß die spo r 11 i c h e B e t ä t i g u n g der jüdisehen Jugend im heiligen ״Lande, eine heilige A n g e- 1 e g e n h e i t und’ der Verrichtung von Tehüiim-Gebeten g 1 e i c h z u h a 11 e n sei, . Schlagfertig.. entgegnete ihm Rabbi Meir Schapira s./ Z. 1., ob er, denn auch, wenn er ■erkranken sollte, für seine Wiedergenesung Fußballspielen statt Tehillim sagen lassen werde. Die efsfe Pärtchäs Bärniaböi'-Äfeiio» in ) ' (hüMi•'.־_״' ' ׳• Zum ersten Male hat . Sich |äiäMie gelamte Judenheit Wiehä und zum Teile auch der BrovinZi di# Iftteresse für Thoralernen hat. zusammetigefüttdeft, um eine Bettungsakt i o li für dieseh hehren Zwecke zu unternehmen und sämtliche Erträgnisse aus Alfjos und Nedorim dem ״T i f e t e s B a c h u t i m“, dem VefeMe, Zur Unter- Stützung bedürftiger Bachiirim, zu widmen.' Und nehmen wir es vorweg: Es war dieser, unter dem Schlagworte: ״Parschas-Bamidbor-Aktlon" rasch populär gewordenen Aktion e i n Erfolg beschieden. Fast sämtliche Bethäuser, Klausen und Privatminjonim hatten auf den Ruf des Komitees, dem sich Rabbiner und Rebbes wärmstens angeschlossen hatte!), gehört, und im Rahmen des Möglichen ihr Scherflein beigetragen. Durch die Kürze der Zeit ist ein abschließendes Bild noch nicht möglich. Herzlichsten Dank auch auf diesem Wege allen, die sich interessenlos in den Dienst dieser heiligen Sache gestellt haben und die mitgeholfen haben, daß junge jüdische Menschen in den Jeschiwos am Borne der Thora lernen können und so die Gewähr bieten, daß die jüdische Zukunft erfüllt Und getragen sein wird vom Geiste der Thora. Ferienheim der Agudas-Jisroei- Jugendgruppe« Es ist uns gelungen, unser Ferienheim heuer in Spital am Semmering in einer komfortablen, mit Batl uncl elektrischer Beleuchtung ausgestatteten Villa zu errichten und dadurch unseren Mitgliedern Erholung während der Urlaubs- und Ferienzeit in einer der schönsten Gegenden Oesterreichs zu vermitteln. Die Eröffnung des Heimes wird am 23. Juni erfolgen. Anmeldungen und Auskünfte allabendlich von 8 bis halb 10 Uhr in unserem Büro, H., Floßgasse 1. Rechtzeitige Anmeldung ist unbedingt erforderlich. DIE LEITUNG. Mitteilungen der Erez-Jisroel-Kommission der Agudas- Jisroel-Jugendgruppe, Wien. Keren-Hajischmv-Aktion. Die Erez-Jisroel-Kommission hat beschlossen!, eine Keren-Hajischuw-Aktion durchzuführen und durch Anlegung vieler Keren-Hajischuw־ Büchsen und Rosch-Chodeschspenden eine feste Grundlage für den Keren-Hajischuw in Wien zu schaffen. Wir ersuchen unsere Mitglieder und Freunde, an dieser Aktion tatkräftig mitzuarbeiten. '' ’ . *, Agudas-Jisroel-Mädchengruppe, Wien. Am Schwuos entfällt der Schabbosvortrag. . . . . Aguda־Landeskönferenz in Jugoslawien. Die Agudas-Jisroel-Landesorganisation Jugoslawien veranstaltet kommenden Sonntag-Montag eine Pegischah in Senta, zu der auch auf diesem Wege nochmals alle Freunde Und Mitglieder aller jugoslawischen Aguda- Gruppen herzhehst eingeladen sind. 4 “ i füK jedejuexsp Qxascfon.... SPARK LTERSRENTE ALLGEMEINE RENTEN ANSTALT I. GRABEN 20 SUCHE über die Sommermonate intelligentes Kinderfräulein Englisch bevorzugt. Ignaz Mayer, Budapest, Wekerle Sändor utca 13, VERTRETER tüchtig und verläßlich, werden gesucht im Radio« Elektrohaus Hager! Wien XX, Staudingergasse 14 Telephon A-43-4-25 a Autopannen unterwegs, Eine gute und gediegene Fahrschuiausbildung hat nicht nur die Vorbereitung zur Lenkerprüfung zum Ziele, sondern die. Vermittlung •von Fach- und Fahrkenntnissen, die den,Schüler zum sicher e n Fahrer machen, Mit diesen bewährten Prinzipien unterrichten die renommierten N e u d e g g e r A u t omobil- und Motorrad-Fahrschulen, Wien, VIII״ Neudeggerfasse 18 (Ecke Lerchenfelderstraße 18), Tel. B-46-5-72, und Inzersdo'rf (Nieder- Österreich). In der Neudeggergasse 18 k$na auch ganztägig das mit Kraftstrom betriebene, am' Stand im Lehrsaal laufende Lebrautoraobil jederzeit besichtigt werden,

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