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Jüdische Presse · 1935-05-31 · 21 (31.5.1935) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
21 (1935)
Issue
21 (31.5.1935)
Date
1935-05-31
Page
– (sequence 3)
Language
German
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*fr. 21 v VdrdKimaelirKlitoiii Jüdische Volks- und Hauptschule für Knaben und Mädchen, mit Oeffentlichkeitsrecht, ״Talmud- Thora“, Wien, II., Malzgasse 16, Tel. A-47-6-43. Ein- Schreibungen täglich in der Schuikanalei von 8 bis 1 Ühr vorm, jüdische Eltern! schickt eure Kinder in die religiöse jüdische Schule!!! Kür Minderbemittelte •weitgehendste Ermäßigung. Agudas Jisroel Mädchengruppe Wien, ׳Schabbos Parschas Bamidbor spricht Herr Univ.-Prof. Dr. Max Bis!er im Lokale der ״Wienea“, H., Obere Dohaustraße Kr. 91, um halb ,11 Ühr vormittags. Sljum-Haschass bei Großrabbiner Aschkenasy. Wie alljährlich, fand auch heuer am Lag beomer einSijum bei Herrn Großrabbiner Hersch Aschkenasy statt, dem sich eine reichliche S’udas-Mizwoh anschloß. Personalnachrichten. Todesfall: Wieder ist eine jener Heldinnen des jüdisehen Lebens, die in unserer Zeit immer seltener werden, den Weg alles Irdischen gegangen. Am Mittwoch, den 22. Mai, ist Frau Rachel Lea (Lina) Koppel im Altef von 78 Jahren gestorben. Aus dem burgenländischen Kehillo-Milieu stammend, war Frau Koppel ein unvergleichlicher Typus einer wahrhaft jüdischen Frau, gut "Und liebenswürdig zu4 jedermann, heiter und hilfsbereit zu' jeder Zeit. Ihr Gatte,R. Josef Zwi Koppel s. A., ist ihr um Jahrzehnte in den Tod vorausgegangen. Mit dem Mut des wahrhaft frommen Menschen nahm die Verblichene das Los auf sich und führte das Haus so weiter, daß es zu einem der ersten in der heimischen Orthodoxie wurde. Vierzehn Kindern. schenkte diese Heldin das Leben, von denen .sie nur sieben, überlebte. Und wie ihr ganzes ,Leben Gläubigkeit aüsstrahlte, so erlebte die oft schwergeprüfte Frau ihren Lebensabend in voller geistiger und körperlicher Frische in Wien im Kreise ihrer Kinder, deren Häuser, wie, das ihres ältesten Schwiegersohnes, unseres Kom.-Rat Moritz Leitner, zu den ersten' in Wien gehören. חנצביה Für sehr würdige, aber bedürftige Familie wird um .;Spende eines Kinder-Sport-Wagens gebeten. Wir bitten den edlen Spender, der Wiener Redaktion bekanntzugeben, wo der Wagen abgeholt werden kann. TSCHECHOSLOWAKEI■ Eine jüdische Zentralkanzlei in Prag. Blättermeldungen zufolge sollen die sozialdemokrafischen Abgeordneten demnächst an die Regierung mit dem Antrag herantreten, die beiden in Bratislava be¬;stehenden jüdischen Zentralkanzleien (die der orthodoxen und der Jeäurun'-Gemeinden) nach Frag zu verlegen.. Bratislava, Kosice und Uähorod sollen bloß Exposituren bekommen. Diesem Antrag sollen angeblich zwei Motive' zugrunde 'liegen; Der erste lautet :nach dem Wortlaut einer Tageszeitung so: ,,Man ist offenbar der Ansicht, daß sich die Juden in der ׳Slowakei und in Karpathorußland den gegebenen Verhältnissen noch nicht ganz angepaßt haben, sondern, daß sie trotz aller schlimmen Erfahrungen der letzten Jahre, vielfach mit den nationalen Minderheiten sympaf hisiereh.“ Als zweites Motiv gilt angeblich der Um. stand, daß ״die Juden in der Slowakei und P. K. R. in ihren religiösen Anschauungen und in ihrer ganzen •Lebensweise ,streng ’konservativ sind.“ Wir halten diese an sich höchst sensationelle Mel- ,düng für ein Phantasiegebilde und glauben kaum, daß die Sozialdemokraten gerade mit einem solchen Schritt ihre neue Parlamentstätigkeit!beginnen werden, zumal da sie eben erst heilig erklärten, daß ihre Partei mit der Religion der Juden überhaupt nichts zu tun haben will. Auf das erste ״Leitmotiv“ des angeblichen ״An- ־träges“ einzugehen, erscheint uns überflüssig, weil die positive, staatsaufbauende Einstellung und Tätigkeit der, Juden in unserer Republik genügend bekannt ist und sich erst bei den jüngsten Wahlen deutlich manifestiert hat. Sollte aber wider Erwarten die Frage der Auflösung der orth. Zentralkanzlei doch im Parlament aufs Tapet gebracht werden, dann wird — so wollen wir hoffen — die offizielle Orthodoxie' gewiß rechtzeitig die entsprechenden Schritte unternehmen, um dies zu verhüten. Wenn die obenerwähnten Zeitungsmeldungen etwas Wahres an sich haben sollten, dann haben bekannt gefährliehe ״Freunde“ der Orthodoxie die Hände im Spiel! —Pt•—• Von den agudistischen ״Machtlos44. Wie wir bereits berichtet haben, unterhält die Agudas-Jisroel-Jugendorganisation in der Tschechoslowakei ln dieser Saison 4 ״Machne. Olim“, landwirtschaftliche Hachschorostätten, mit rund 50 Teilnehmern, und zwar in Lei bei Komarno, Dunajska Streda (Vilmoshäza), Mala Veska und Dubove. Um den ständigen Kontakt mit den einzelnen Machnos aufrechtzuerhalten, hat die Leitung der Jugendorganisation Abordnungen in die Machnos entsendet, um diese zu inspizieren. Herr Rabbiner Jakob Snyders in Vertretung der Chinuch-Zentrale besuchte gemeinsam mit Herrn M. Kohn, Habura, den Vertreter der ostlowakischen Erez-Jisroel- Kommission, die Machne in Lei. Dort weilte bereits Herr Gerson König in Vertretung der Zentrale. Nach einer genauen Untersuchung der Verhältnisse und einer eingehenden Unterredung mit allen Olim, fuhren die Inspizienten nach Dun. Streda, wo sich auch die Herren E. Koth, Bratislava, Bock, Nitra, A. Porges, Topolöany, J. O. Fischer, Bratislava, Kovats und Deutsch, Galanta und Israel Czik, P. K. R., einfanden. Herr Bock, Vorsitzender der westslowakischen Erez-Jisroel-Kommission, eröffnete in Anwesenheit zahlreicher Chawerim aus Galanta und Umgebung die ״Machne“ mit einer kurzen Ansprache. Herr Rabbiner Snyders schilderte in schwungvollen Worten die Aufgaben und Pflichten der Hachscharisten. Herr Gerson König, gewesener Sekretär der Jugendorganisation, ergriff die Gelegenhiet, um vor seiner bevorstehenden Erez- Jisroei-Reise von seinen Chawerim Abschied zu nehmen. Im Anschluß an die feierliche Eröffnung der ,.Machne“ fand eine Sitzung der westslowakischen Erez- Jisroel-Kommission statt, bei welcher bezüglich der bevorstehenden Zertifikatenverteilung und Keren-Hajischuw- .Sammlung wichtige Beschlüsse gefaßt wurden. 222 Hole! Bellevue 222 Portsdiadi am Wörthersee Vornehmes Haus unter streng ritueller Leitung. Herrl. Lage, direkt am See. Schöne, sonnige Zimmer mit Fließwasser. Vorzügliche internationale Küche. Volle Pension: Vor• und Nachsaison . . . .$ - Hauptsaison ... .... $ 1t. Seebad und Gärage frei. Geöffnet von Mai bis Oktober — Verlangen Sie Prospekte! Semestereröffimng an der Bratislavaer Jeschiwoh. Sonntag, den 23. Ijar, fand unter starker Beteiligting prominenter Baale-Batim und aller Bachurim die Semestereröffnung an der Bratislavaer Jeschiwoh statt. Sr. Ehrw. Herr Oberrabbiner Akiba Schreiber riehtete in seiner mit herrlichen Diwre Thora gewürzten Eröffnungsrede einen Appell an alle Anwesenden, namentlieh aber an die Bachurim, auf ihren Posten auszuharren und der allgemeinen jüdischen Geistesnot wenigstens durch emsiges Lernen und Vertiefen in dem unerschöpfliehen Born des jüdischen Wissens, entgegenzutreten. Oberrabbiner ׳Schreiber dankte den Herren, die sich in der Mensaverwaltung segensreich bemühen und spornte auch die anderen Zuhörer an, an dieser edlen Tat Anteil zu nehmen: ' ■ Tags darauf fand die Wahl der Chewra-Charifus- Gaboim statt, bei welcher folgende Herren gewählt wurden: Jizchok Leb Schreiber, der jüngste So!hn des ehrw. Herrn Oberrabbiners, Mordechaj Gewürz, Töt (Ungarn), Jecheskel Meremelstein, Seöovce. A^uda-Meeting in Dunajska Streda. Die Agudas-Jisroel-Jugendgruppe in Dun. Streda veranstaltete am Sonntag, den 16. Ijar, im Beth- Hamidrosch ein gutgelungenes Meeting. In den dichtgefüllten Beth-Hamidrosch begrüßte der Präses der 'Jugendgruppe, Herr J. Fürst, die. zahlreich erschienenen Agudo-Freunde. Herr Rabbiner Jakob Snyders, Bratislava, sprach mit flammenden Worten über die Verein!- gung gesetzestreuer Juden* in Agudas Jisroel und schilderte seine Erez-Jisroel-Eindrücke. Hierauf ergriff Herr Awrohom Porges das Wort zu einem inhaltsreichen Vortrag über ״Die Pflichten und Aufgaben des gesetzestreuen Judentums“. Der Redner befaßte sich mit dem jüdischen Volksbegriff und wies darauf hin, wie dieser heute von den verschiedenen Strömungen bewußt verfälscht .und ,entstellt wird.. Er legte die historische Bedeutung der Agudas Jisroel, ihre Arbeit in der Gegenwart und die Probleme, die sie in der. nächsten Zukunft zu bewältigen hat, dar, um .mit dem;Appell an das Publikum zu schließen, an den jeweiligen Erez-Jisroel-Arbeiten der Agudas-Jisroel-Jugendorganisation regen Anteil zu nehmen. J U G OS LA W I E N HOTEL- PENSION OLYMP IC ׳ ׳Streng.orth. IV^Wiener Küche. Am Ufer des Sees an der Häüptällee, mit allem Komfoit, . ' , flleßende&kaltes’U. warmes Wasser. Aufenthalt in den'prachtvollen jülisch.en Alpen. Prospekt auf Wunsch -•'י יי ־ BLED BEKIZZUR . . . \ — Prag. Die J ii d i s c h e Partei hat bei den Wahlen zur Landesvertretung der Slowakei am 26. Mai 36.430 Stimmen auf ihre Liste vereinigt. Da sie die Wahlquote n i c h t erreicht hat, hat sie ihr bei den Wahlen i. J. 1928 mit einer Stimmenzahl von 45.239 e'rrungene's Mandat an die Agrarier a b g e b e n müssen. — Bratislava: Wie alljährlich hat auch heuer die ChewraKadischa am 17. Ijar eine Festversammlung im alten jüdischen Spital veranstaltet. Bei Teilnahme vieler Mitglieder hielt Sr. Ehrw. Herr Oberrabbiner Akiba Schreiber einen wohldurchdachten und scharfsinnigen Pilpul in der zu diesem Anlasse ausgeschriebenen Sugjo und eine herrliche Mussardroscho, die auf alle Zuhörer tiefen Eindruck machte. — Medzilaborce: Die. U n'e i n i g k eite n, die im Schoße der hiesigen Gemeinde vor einiger Zeit entstanden sind, haben die orth. Zentralkarizlei in Bratislava veranlaßt, Herrn Michael S o m m e r, Michalovce, ein Mitglied des Landesausschusses, zum Regierungskommissär der hiesigen Gemeinde zu bestellen. Genanntem ist es bereits gelungen, den Streit zu schlichten und den .Frieden in der Gemeinde wieder herzustellen. Mit der Erledigung der laufenden Agenden wurden; seitens dos Regierungskommissärs folgende Herren betraut: M. Klaußner, M. Schönfeld,• S. Groß mann, A. Feigenbaum, S. Rubin, H. Holpert und L. Mendlovits. Die unparteiische Geschäftsführung des Regierungskommissärs bürgt für. einen baldigen sicheren Frieden in der Gemeinde und läßt , eine Wiedergenesung des wirtschaftlichen Gebarens der Gemeinde erhoffen. — Hummene: Auch hier drohten unverantwortliche;Elemente, durch Stiftung von nutzlosem Zank und Hader die Gemeinde in ihren Grundlagen zu erschüttern. Doch gelang es rasch, dadurch Abhilfe zu schaffen, daß Herr Arpad Klein aus öop mit den Untersuchungsarbeiten betraut wurde. Seine kurze aber segensreiche Tätigkeit hat erwirkt, daß die Uneinigkeiten bereits überdrückt sind und eine Neuwahl der Gemeindeleitung für den 2. Juni ausgeschrieben wurde. Personalnachrldnten. Die Frau des RadomySler Gaons ע׳ה. Noch sind die Wunden ob des herben Verlustes nicht vernarbt, noch sind die heftigen Schmerzen ob des Hinscheidens dieses großen Maqnes nicht gelindert, noch stehen wir unter dem Eindruck der großen Trauer nach הרב הגאון חצדיק די שמואל אכדקיק ראדאמישלא זציל und schon trifft uns eine niederschmetternde Botschaft. Die Frau des RadomySler Gaons s. Z. 1. ist plötzlich aus unserer Mitte entrissen worden und ist ihrem Manne ins bessere Jenseits gefolgt. Was diese Esches-Chajil für ihren Mann bedeutete, was für unermüdliche Dienste sie wäh« rend der langjährigen Krankheit ihres Mannes in voller Hingebung und Aufopferung, mit Aufwand aller ihrer Kräfte leistete, kann das ganze Kaschauer Judentum bezeugen, Die Dahingeschiedene wurde auch denaentsprechend von allen Kreisen geehrt und geschätzt. Aber nicht nur ihrem schwerkranken Manne gegenüber war sie opferbereit, sie war auch für die breite Oeffentlichkeit zu . jeder Wohltat stets bereit. An der Lewajo beteiligte sich die ganze Judenschaft von Koäice. Ein Sohn der Verblichenen, der aus Polen herbeieilte, und ihr Schwiegersohn, Rabbiner Heilpern, hielten tiefergreifende Trauerreden, in welchen sie die Mildtätigkeit und die erhabenen Charakterzüge der Heimgegangenen schilderten חנצב ה (S. B.) Bar-Mizwoh: Am vergangenen Schabos feierte He fr Jacob Joel Braun die Bar-Mizwoh seines Sohnes Schlomoh. In Anwesenheit des ehrw. Herrn Oberrabbiner und der Mitglieder des Bes-Din sowie zahlreicher Gäste hielt der junge Bar-Mizwoh einen Pilpul- und Magidus- Vortrag, der die Zuhörer in Staunen versetzte. Mit einer Sicherheit und Selbständigkeit, die nur geübten Rednern zu eigen ist, entledigte er sich seiner Rolle. (Wir wünschen herzlichst Masel-Tow! Die Red.) Todesfall: In Koäice verschied dieser Tage eine wahrhaft edle und fromme Frau, die Wwe. M. Salze r, im 85. Lebensjahr. Die Verblichene hat Zeit ihres Lebens ein einfaches und bescheidenes Lehen geführt, hatte stets Sinn und Verständnis für Wohltätigkeit und übte viel Gutes an Hilfsbedürftige. Da sie kinderlos war, hat’ sie noch bei ihrem Leben ihr Vermögen den orth. Institutionen verschenkt und fristete ihr Dasein nur von spärliehen Zinsen. Bei der Lewajoh, an welcher sich ein Großteil der Gemeindemitglieder beteiligte, würdigte Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner Saul Brach die Dahingeschiedene mit einem großzügigen Nachruf, in welchem er ihre seltenen Charakterzüge und ihre einzigartige Bereitwilligkeit zu helfen schilderte. Seitens der Gemeinde sprach Herr Gemeindesekretär L. Wiesenberg Worte des Dankes für die edlen Taten der.Heimgegangenen. ,חנצב׳ך (•g •g,)' Aus Ungarn — In der unter Vorsitz des Präsidenten Oberregierungsrates Abraham Freudiger von Obuda — der bekanntlich im vorigen Monat mit Stimmeneinhelligkeit nunmehr zum achten Male zum Präsidenten der autonomen orthodoxen ׳Kultusgemeinde wiedergewählt worden war — abgehaltenen Ausschüßsitzung wurden gewählt: Zum ersten Vizepräsidenten Gäza Deutsch, zum zweiten Vizepräsidenten Samuel Schreiber, zum Vorsteher der Wirtschaftsangelegenheiten .Samuel Kahan-Frankl; ׳ der zugleich Präsident der orthodoxen Landeskanzlei ist, zum Vorsteher in Kultusangelegenheiten Josef Schlesinger, zum Vorsteher für Unterrichtswesen׳ ■ Markus Klein und zum Vorsteher für Finanzen Adolf Schlesinger. — Der Superior des _Jesulten-Ordens,\ip ,,Ungarn, Pater Böla B a n g h a, hält derzeit in Budapest eine Serie von Vorträgen für Juden und getaufte Juden, in weichen er nachweisen will, daß die Lehre der Trinität bereits Im Alten Testament zu finden ,wäre. Die jüdische Presse in Ungarn beschäftigt sich eingehend •mit diesen sehr mißlungenen Missionsversuchen und; weist; dem׳ Pater seine Irrungen nach. Der orthodoxe ״Z s i d ö Ü j s ä g■“ erinnert bei diesem Anlaß an eine Rede des Herrenhausmitgliedes Abraham Frankl, der in Vertretung der orthodoxen Juden Ungarns im Parlament für eine gemeinsame Front der positiv Gläubigen gegen Atheisten ,und Heiden eingetreten ist, und stellt fest, daß die Aeußerungen des Paters, der übrigens auch im deutschen Sprachgebiet durch seine Abhandlung ״Katholizismus und Judentum“ (erschienen 1934 beim Reinhold-Verlag in Wien) bekannt ist, nicht geeignet sind, dies Ziel der Verwirklichung näherzubringen. — Die sozialdemokratische Abgeordnete, Frau Anna Käthly, erwähnte in einer Parlamentsrede den numerus clausus.: Die Reform-Jugend, eine Gruppe der Regierungspartei, brach in stürmische' Eljen-Rufe aus. Einige riefen dazwischen, daß sie ׳ für.die Verschärfung des numerus clausus sind und erklärten, man handle sehr richtig, wenn man Juden die Privat-Docentur nicht verleiht. — Der neue Handelsminister der Regierung Gömbös, den man auch sonst antijüdischer Tendenzen verdächtigt, hat ״den Ausbau und die. Vervollständigung“ der Sonntagsruhe in sein Programm aufgenommen. ,Diese Erklärung hat berechtigte Beunruhigung in der orthodox-jüdischen Kaufmannschaft h'ervorgerufen und man ist bestrebt, durch Intervention der jüdisch-religiösen Zentralbehörden und durch Aufklärungsarbeit in den .Wirtschaftlichen Interessenvertretungen den Handelsminister eines Besseren zu belehren. — Die Budapester aut. orthodoxe israelitische Kultusgemeinde hat ein Mitglied, das sich Chillul-Schabbos zuschulden kommen ließ, aus ihrer Mitte ausgeschlossen. Zu diesem Schritt hat sie ihr neues Statut berechtigt,, däs verfügt, daß die Gemeinde nicht nur die Aufnahme, £9»־ dern auch das Verbleiben eines Mitgliedes im Verband der Gemeinde untersagen kann, falls es den Sabbath ehiweiht. — Die ungarischen Zionisten veranstalteten itn Goldmarksaal der Pester isr. (neologen) Kultusgemeinde eine Herzl-Feier, zu der sie auch die Gemeindeleitung eingeladen haben und ihr die.Sitze der ersten Bankreihe reservierten. Die Gemeindeleitung ist;aber demonstrativ f e r n g e b 1 i e b e n. Trotzdem sprach das Begrüßungstelegramm Ussischkins von einer von der isr. Kultusgemeinde veranstalteten Herzl-Feier. Es scheint, daß die Budapester Zionisten das Erscheinen der Kultusgemeindeleitung und sogar ihre aktive Teilnahme an der Feierlichkeit dem Ausland versprochen haben. Der Hauptredner der Feier war der Wiener Zionistenführer Dr. Qskar Gr.ünbama, der sich augenscheinlich sehr darüber empörte, daß die Führer der neologen Gemeinde die Feier ignoriert haben. Es ist bezeichnend, daß anläßlich des Besuches von Pr. Grünbaum ״Zsidö Szemle“ einen ausführlichen Artikel über die Selbständigkeitsbestrebungen der Wiener Schiffschul veröffentlicht. Der Artikel trägt den. Titel: ״Pie österreichiscbe Regierung fürdie jgweL teiiung der Wiener Kultusgemeinde?“ Es ‘ schemti ’daß Pr. Grünbaum einiges aus der Schule gesehwätzt hat.

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