Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 21 (1935)
- Issue
- 16 (17.4.1935)
- Date
- 1935-04-17
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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sagt der Rambam in einem Schreiben; sie braucht und kann nicht bewiesen werden, denn Beweis reicht an sie nicht heran ... ״Offenbarung und Philosophie sind zwei verschiedene Welten“ Im ״More“ beweigt er sich ausschließlich in der Welt der Philosophie, die eben eines der Gesichter darstellt unter den) 70״ Antlitzeii der Thora“. Sein Standpunkt ist: eine richtige wissenschaftliche Erkenntnis kann der Offenbarung oder einer Ueberlieferung nicht widersprechen. Wo dies der Fall'zu sein scheint, ist entweder die betreffende philosophische Erkenntnis falsch (wie z. B. die Aristolische These von der Ewigkeit der Materie, die von ihm verworfen wird, weil sie der Thora widerspricht und sachlich nicht beweisbar ist), oder die betreffende Bibelstelle, resp. die Worte unserer Weisen sind mißdeutet worden. Von diesem Gesichtspunkt aus bearbeitet er nahezu alle metaphysischen Probleme mit einer Ueberlegenhieit und Meisterschaft, die nicht seinesgleichen! hat. Während sein halachisches Hauptwerk in der Hauptsache nur sachliche Kritik erfuhr und seine dominierende Stellung im großen ganzen unumstritten behaupten konnte, war der ״M o r e“ bald nach seinem Erscheinen! Gegenstand einer persönliehen Haßkampagne, die viel Unglück über unser Volk heraufbeschwor. Doch gelang es unseren Wejsen jener Zeit unter Führung des רל״ק und vornehmlich des רמב־ז (Rabbi Mosche ben Nachman)״ durch ihr Machtwort die Achtung vor diesem Meisterwerk in der jüdischen Geistes weit wieder herzustellen. Die glühende Bewunderung des רמב׳ן für den Rambam, welche in seinen Briefen zum Ausdruck kommt, ist auch von den Überschwenglichsten Rambam-Auf- Sätzen unserer Tage nicht zu überlbieten. Allerdings schreibt der רמב*ן an die rabbinischen Führer Frankreichs: ״Wenn ihr schon ein Verbot bezüglich des Studiums des ,More‘ aussprechen wollt, so sollt ihr dies im Sinne des Verfassers selbst tun, der in seiner Einleitung sagt: ״Ich beschwöre beim G־tfce Israels jedermann, der in meinem Buche liest . . . niemandem etwas weiterzugeben, was nicht einer unserer Weisen vor mir auch schon gesagt hätte( . . .״ In diesem Sinne hat der W i 1 n a e r Gaon entschieden, als man ihm die Absicht mitteilte, in seinem Beshamidrosch den ״More" zu lernen!: ״Ich erlaube nicht, daß man in meinem Beshamidrosch den ״More“ lernt — doch wäre ich glücklich, im Paradies in derselben Abteilung wie der Rambam zu sein". Man begreift auch 'die scharfe Bemerkung in seinen Glossen zum Schulchan Aruch: der Rambam hätte sich ״mit der verfluchten Philosophie“ eingelassen — Wenn man ,bedenkt, daß in der Zeit des Gaons die kläglichen Dekadenten der ״Aufklärung“ dadurch Gelegenheit hatten', sich fälschlicherweise auf das hehre Beispiel des Rambam zu berufen, dessen heilige Intentionen sie nie begriffen haben. * Der Rambam war nicht nur ein ״Führer“ seiner in geistige Not geratenen Brüder, er war auch ihr Beschützer in sozialer und politischer Bedrückung. Als Leibarzt des Sultans und der ״Mächtigen der Erde“ war er ihr Fürsprecher und rettete besonders die arg bedrängten und verfolgten Juden Jemens. Ihre Dankbarkeit war so groß, daß sie seinen Namen in das Kaddisch-Gebet einfügten בחייכון וביומבון ובחיי ממא משח בר מיימון eine Ehrung, der seinerzeit nur die ריש גלותא teilhaftig wurden. Er weilte während seiner Wanderjahre auch in Erez Jisroel. Dort wurden er und sein Vater mit großen Ehren empfangen!. Es wird berichtet, ein ״Alter“ aus Jerusalem hätte ihn dort in die Geheimnisse der Kabbalah eingeführt. Auch diese Erzählung wird vielfach anigezweifelt, doch haben wir da® Eimpfinden), daß im Kern die Legende auch hier (der Wahrheit Ausdruck verleiht, in dem sicheren Gefühl: einem ״Rambam“ konnten auch die letzten Geheimnisse der Offenbarung nicht verborgen bleiben ... Daß er in seinen Werken! davon nicht spricht, beweist nichts. Vertritt er doch die Ansicht der Halachah, man dürfe diese Dinge nicht veröffentlichen. Sie gehören in das Gebiet der Offenbarung und von dieser sagt er im ״More“: ״Es gibt Erkenntnisse, deren man nur in seltenen Augenblicken teilhaftig wird. Sie leuchten wie ein Blitz in unsere Seele, man erschaut Dinge, die man normalerweise nicht begriffen hätte . . . Versucht man aber, dem Erschauten Ausdruck zu verleihen, vermag man’s nicht, es sei denn in rätselhaften Worten und dunklen Gleichnissen . . “ Dies deckt sich aber im großen! und ganzen mit der Definition des סור, die wir dem Rabbi Zadok hakohen s. Z. 1. aus Lublin verdanken: סור ist eine Erkenntnis, die in logischen Worten nicht dargestellt werden kann; gelingt jedoch eine Darstellung — dann hat es aufgehört סוד zu sein. - * Will man sich einen Begriff von der übermenschlichen Arbeitsleistung machen, die der Rambam noch im späten Alter, als gebrechlicher Greis, vollbrachte, muß man bloß sein Schreiben an den1 Ueb ersetz er des ״More“, Rabbi Samuel ibn Tibon, lesen, der ihm seinen Besuch ankündigte: . . doch rate ich dir, dich keiner Gefahr (der Reise) auszusetzen, denn durch deinen Besuch wirst du nichts anderes erreichen können, als mich zu begrüßen . . . es besteht jedoch keine Hoffnung, daß du dich mit mir im gelehrten Gespräch zurückziehen wirst können, auch nur eine Stunde des tags oder nachts . . . mach dir keine Hoffnung ... In kurzem ist meine Arbeitseinteilung folgende: Ich wohne in der Stadt Mizraim, der Sultan in Alkahire — zwischen beiden Orten sind etwa viertausend Ellen . . . Täglich bei Sonnenaufgang reite ich hinaus, den Sultan zu besuchen. Dort habe ich einen schweren Dienst ... Ist Unpäßlichkeit oder Krankheit bei einem seiner Kinder oder Frauen, bin ich genötigt, den ganzen Tag im Königspalast zu verbringen . . . Wenn aber nichts dazwischen kommt, komme ich frühestens zu Mittag nach Hause, tot vor Hunger und Durst steige ich vom Reittier ab ... da finde ich schon alle Räume überfüllt von Menschen, Nichtjuden und Juden, Angesehene und Volk, Würdenträger und Richter, Freunde und Feinde, kunterbunt. Sie wissen, wann ich heimzukommen pflege und warten. Ich wasche meine Hände und eile zu ihnen, indem ich ihnen freundlich zurede, mich zu entschuldigen und nur noch so lange zu warten, bis ich eine Kleinigkeit gegessen habe. Und schon eile ich in die Ordination, verschreibe Rezepte, Diäten und Verhaltungsmaßregeln . . . Die Menge wird nicht kleiner, das Kommen und Gehen hört nicht auf, bis spät in die Nacht, oft wird es zwei Stunden nach Mitternacht oder noch später. Ich rede ihnen zu, fastend, und spreche mit ihnen, schon am Rücken liegend vor unsäglicher Müdigkeit, und es ist späte Nacht, ich bin am Ende meiner Kräfte und kann kaum mehr sprechen. So komme ich nicht dazu, mit einem meiner jüdisehen Freunde mich zu unterhalten . . . außer am Schabbos. Da kommt nahezu die ganze Gemeinde nach dem Morgengebet, ich gebe dem Zibbur Anleitungen, was sie die ganze Woche tun sollen und so geht es bis Mittag. Sie gehen nach Hause, ein Großteil kommt jedoch nach dem Minchagebet wieder zurück. Und so geht es bis Maariw . . . Das ist in großen Zügen meine Tageseinteilung. Aber ich habe dir auch nicht einen Teil dessen erzählt, xvas du mit deinen eigenen Augen sehen toirst, bis du mit G-ttes Hilfe kommst, wenn du die Ußbersetzung und Erläutemng meines Werkes beendet hast . . .“ ■x Als der Rambam mit 70 Jahren das Zeitliche segnete, führte man seine Gebeine nach dem Heiligen Lande, wo er in Tib erias die letzte Ruhe fand. Unterwegs — so wird berichtet — wurden die Träger seines Sarges von räuberischen Beduinen überfallen. Zu Tode erschrocken zerstoben sie in alle Windrichtungen . . . Als die Räuber sich dem zurückgelassenen Sarge näherten, vermochten sie nicht, ihn! vom Fleck zu rühren. Dies erschütterte auch die rauhen Wüstensöhne und sie riefen reuig die Verängstigten zurück: ״Kommt doch und traget euren ״Heiligen“ ruhig weiter! . . .“ Auch diese Erzählung hat einen tiefen symbolischen Sinn. Sie will besagen: Nie werden frevierische Hände an dem Rambam und seinem Werk rütteln können — er gehört der Ewigkeit an. Weiters ermahnt sie uns: Nie wieder sollt ihr euch schrecken lassen, furchtlos sollt ihr die ״heilige Lade“ seiner Werke weitertragen in eurem Herzen und in eurer Erinnerung bis ans Ende der Tage . . . Zunächst aber wollen wir den ״Rambam“ und von ihm lernen — eine gesunde Skepsis den freien Wissenschaften entgegenzustel'len und einen unerschütterlichen Glauben an Thora und Ueberlieferung zu entwickeln. David Bondy Das jüdische Volk ein ״Volk“? l/öft O&ewcM. Tal, UkecUb. Es ist nun einmal so, daß man Worte aus dem Hebräischen und aus der jüdischen Gedankenwelt nicht nur so einfach in eine andere Sprache übersetzen kann. Man tut es natürlich doch. Aber dann geht’s wie immer, wenn man etwas tut, was man nicht kann: die Sache geht schief. Und so ist es auch mit der Uebersetzung ״Volk“ für גוי und עם, besonders wenn diese Worte sich auf Israel beziehen. Denn alle die Eigenschaften, durch welche ein Volk ein ״Volk“ ist, fehlen dem jüdischen ״Volk“. •K Erstens da® gemeinsame Land! Fünf unddreißig Jahrhunderte existiert Israel. Und wieviele davon hat es zusammen in dem gemeinsamen Lande gelebt? Noch nicht die Hälfte! Etwa sechzehn bis fünfzehn! Und das ist noch sehr reichlich gerechnet. Nein, das Land ist unser Volksmerkmal nicht. H־ Weiter: die gemeinsame Sprache. Gewiß, gewiß, man hat nie eine verkehrtere Charakteristik des Hebräischen gegeben, als da man es eine ״tote Sprache“ nannte! Das Hebräische war nie gestorben und ist nie tot gewesen und wird nie sterben! In den Herzen und auf den Zungen und in den Gesängen und in den Schriften und Briefen Hunderttausender hat es immer und immer gelebt! Aber gemeinsame Sprache? Nein! es hat immer Herzen und Zungen und Gesänge und Schriften und Briefe andener Hunderttausender Kinder Israels gegeben, auf welchen und in welchen das Hebräische nicht gelebt hat! Und nun denke ich nicht an die Falaschas z. B., die vom Hebräischen nichts wissen, oder an die Marannen oder die chinesischen Juden. Nein, ich denke an die!vielen, vielen Kinder des jüdischen ״Volkes“, in vielen Jahrhunderten seiner Existenz, die vom Hebräischen wenig oder fast nichts wußten; von den Tagen an, wo man die ׳ קידושא דסדראund das קדיש auf Aramäisch einführen ■mußte, bis auf unsere Tage. Ich denke an die vielen, vielen Kinder ides jüdischen ״Volkes“, Männer und Frauen, die inmitten all der großen und kleinen jüdischen Gemeinschaften lebten und leben! Und auch außerdem —!gemeinsame Sprache als Sprache des ״Volkes“, wie das Englisch die der Engländer, das Russisch die ■der Russen, war das .Hebräische nicht! Auch all diejenigen, bei denen das Hebräisch lebte, sprachen es im gewöhnlichen Leben nicht. Schon ' während des Wohnens im Heiligen Lande sprach das Volk Aramäisch; schon sehr rasch nach der Rückkehr aus Babel. Und!die babylonischen Juden sprachen das babylonische Aramäisch und die alexandrinlsohen Griechisch. Und nach Churiban Habbajis? In!Babylonien babylonisch-aramäisch, in Spanien spanisch, in Persien persisch, in den arabischen Ländern arabisch usw usw. Und zum Schluß? Das alte Deutsch aus dem Mittelalter heißt sogar ״Jüdisch"!! und das spricht man in New York und in Jerusalem, in Moskau und in London! Das Merkmal der Sprache hat dem jüdischen ״Volke“ dreiundzwanzig Jahrhunderte von den ifünfunddreißig seiner Existenz gefehlt. * Wjeiter: die gemeinsame! einheitliche A b s fc a m m u n g. Das stimmt ja überhaupt nicht! Und deshalb könnte es stimmen. Aber eben darum stimmt es nun wieder nicht! Warum es überhaupt nicht stimmt? Weil es einfach kein Volk gibt, dessen Söhne und Töchter eine gemeinsame einheitliche Abstammung haben! Alles ist Mischung, Einströmung fremden Blutes, Gruppenverschiebung in früherer oder späterer Zeit, mit Mischung als unausbleibliche Folge, Einschlag und Kette verschiedener Art durcheinander — immer wieder. Es gibt kein Volk, das von ein paar Ehepaaren oder einer kleinen einheitlichen Gruppe Ehepaaren atastammt. Die Ureltern eines jeden Volkes kommen von fast allen Zonen der Erde her! Und deshalb könnte es stimmen. Denn mit dem jüdischen ״Volk“ ist es genau so! Abraham und Sara waren Babylonier. Und, wenn man will, Isak und Rebekka, Jakob und Rachel und Lea auch. Aber die Sklavinnen Bilha und Silpa? Das werden schon Syrerinnen gewesen sein. Und die Frauen der Söhne Jakobs? Joseph hatte eine Frau aus der hohen ägyptisehen Aristokratie. Der Schaul, Simons Sohn, hatte eine Kanaanitische zur Mutter; was Raschi (Gen. 46, 10) dazu sagt, ist eine אנדתא (aus ב*ר)• Hatten die anderen Söhne auch alle Frauen aus der Verwandtengruppe in Haran? In Aegypten — wieviel ägyptisches Blut ist weiter dazugekommen, abgesehen von dem ערב דב? Und im Heiligen Lande erst? Im Lapidarstil erzählt das Richterbuch (3, 6) von der Mischung in den Richterjahrhunderten — eine ganze Menge fremden Blutes kommt da hinein. Wieviele?116ס^־מרא בר רח (Jeb. 45 b usw.;, von all den Nachbarvölkern — besonders gerade den Philistern, die ״Arier" waren — ausgehend, werden nicht in diesen Jahrhunderten und fast allen kommenden Jahrhunderten vorgekommen sein?! Und die גרים und עבדי שלמה unter Salomo, und die Kinder der Griechen aus des Mazedoniers Heer, und der Römer aus Pompe jus’ und Vespasianus’ Heer — die es im Heiligen Lande natürlich getrieben haben, wie Soldaten aus alter und neuer Zeit es immer im fremden Lande treiben — und die נרי צ לק überhaupt, die während der Zeit des zweiten Tempels, ohne Proselytenmacherei unsererseits, eine solche Gruppe gewesen sind, daß sie in der שמנח עשרה eine besondere Erwähnung bekommen — die alle sind einfach im jüdischen Volke auf gegangen. Die mongolischen Chasaren sind zum Judentum übergetreten — nach der Aufhebung ihres Reiches sind sie nach vielen Seiten geflüchtet und mit der jüdischen Umgebung verschmolzen. Ehen mit christlichen Frauen, die zum Judentum übertreten, sind manchenorts in manchen Zeiten ganz gewöhnlich; in Rußland sind viele גרים gewesen, ganze Gruppen manch- 1 mal — bis in die jüngsten Zeiten.-Wir sind nicht I ״rassenrein“. Aber eben darum stimmt es nun wieder nicht. Denn es ist ein rein negatives Merkmal; oder besser: Das Nichtdasein eines Merkmals. Und daß ein Merkmal nicht an einer Sache ist, hat diese Sache mit allem möglichen in der Welt gemeinsam; und es besagt nichts! Also stimmt es nicht. * Weiter: Die gemeinsame Geschichte. Völker werden nur durch die gemeinsame Geschichte ihrer Kinder gemacht! Und durch nichts sonst. Menschen, die von allen Seiten zusammengekommen sind — Teile von Völkerstämmen, die durch Verträge zusammengefügt sind — durcheinandergewürfelte Mensehen und Menschengruppen — erst wenn sie kürzere oder längere Zeit durch dieselbe Geschichte gegangen sind, dasselbe getragen und geschaffen haben, sind sie zu einem Volke geworden. Und wir? Wo ist unsere gemeinsame Geschichte? Die existiert nicht! Hat der türkische Jude dieselbe wie der französisehe? Der amerikanische wie der jemitische? Man stelle den Juden aus Marokko neben den aus den Niederlanden, den aus Italien neben den aus Surinam, den aus Deutsch- Thorawissen ist dem!Wasser ähnlich. So wie das Wasser auf der Anhöhe nicht ver־־ bleibt, sondern in die Tiefe abfließt, so ver־־ trägt auch das Thorawissen nicht den Hochs mütigen. Mischne Thora, Hilchos Talmud Thora. land neben den aus Abessynien — und man suche einmal nach gemeinsamer Geschichte! Und!es war immer so! Man gehe nur den Jahrhunderten entlang in die Vergangenheit zurück! Man sehe nach Spanien, Persien, Arabien, Palästina, Rom usw., usw. Ueberall hatten die Juden eine andere Geschichte! Und vor Ohunban Habbajis!war es genau so! In Babylonien anders als in Palästina, in Aegypten! anders als in Kleinasien, in Parthien anders als in Syrien. Ganz begreiflicherweise findet es seine Ursache in der Zerstreutheit über viele Länder. Die Juden haben immer die Geschichte der Länder, deren) Bürger sie waren, ganz und voll mitgelebt. Aber sogar auch vor dem! Schon in den Tagen der Schoftim, gleich nach dem Tode Josuas, Eleasars und der Aeltesten, gab’s für die Kinder Israels keine gemeinsame Geschichte. Nach Elis Tode kam sie auf eine kurze Zeit. Aber als Salomo gestorben war, war es definitiv vorbei! Zwei Teile Israels mit vollständig anderen Erlebnissen erst; dann der eine Teil weggeführt, der andere noch im Lande. Und die Teile dieses anderen! Teiles haben immer wieder verschiedene Schicksale! Eine gemeinsame Geschichte existiert für uns nicht! *