Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 21 (1935)
- Issue
- 10 (8.3.1935)
- Date
- 1935-03-08
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 10 JBPBOOT PRESS« Satte 3 , Sarah Schanirar עה. lü einer Zeit der KrisM und Erschütterungen* deren Wucht sich täglich steigert* hat die jüdisch-religiöse Frauenwelt wähl den schwersten Öchlag erlitten* der Sie treffen konnte, Im Alter von 50 Jahren hat ein unerbittliches Schicksal ihr Sarah S6henirer genommen und nicht nur Beth Jakob, ihre Schöpfung und ihr Lebenswerk, sondern Beth Jisroel יבגו אה השיגה אשף שדף ה׳ Schwer fäüt es uns allen und am schwersten ihren engeren Mitarbeitern, in einer Stünde, da die Wunde noch brennt, ein Bild ihrer Persönlichkeit zu entwerfen, ein Bild, das ihr Wesen treu zeichnet und ihrem inneren Wesen gerecht wird. Diese so tief fromme jüdische Frau, die es sich Versagt hat, ein Bild ihrer äußeren Erscheinung geben zu lassen, duldete niemals ein Lob ihrer Taten, die — heute erkennt man es mehr und mehr — historische Bedeutung gewonnen haben. Und so darf man von ihr rühmen בגל מקום שאהד, מוצא גבורתו wo wahre Größe, ist. auch wahre Bescheidenheit. Kaum fünfzehn Jahre sind es her, daß sie ihr Werk begann. Ihre eigene bescheidene Wohnstätte weihte sie dem ersten Unterricht, um endlich eine Bresche zu schlagen in der Verwilderung der weiblichen Jugend. Wie sich diese zarte Pflanze im Laufe von fünfzehn Jahren entwickelt hat, klingt Wie ein Traum. Aus den bescheidenen Lehrkursen, die sie allein leitete, hat sich ein gigantisches Werk entwickelt, und der Name ״Beth Jakob“ steht geachtet in der ganzen Welt da. An den Ufern der Weichsel erhebt sich heute ein monumentales Gebäude, wo viele Hunderte von׳ Lehrerinnen gelernt und versucht haben, ein Abbild ihrer Lehrerin in die Seelen von mehr als fünfzigtausend jüdischen Mädchen zu pflanzen. Worin liegt das Geheimnis solcher Erfolge? Wir können nur eine Antwort auf diese Frage geben. Begründet ist solcher Erfolg in der Hingabe der ganzen Persönlichkeit an das Werk. Sarah Schenirer hat jedes Opfer für ihr Werk gebracht, sie kannte keine Ruhe des Tages und der Nacht, sie scheute keine Anstrengung und keinen Widerstand, um jüdische Mädchen zum Dienst an zu erziehen. Die Feder versagt, um von dieser Hingabe eine Ahnung an Fernstehende zu vermitteln. Täglicher Unterricht, täglich Hunderte von Briefen, da- :zwischen Besuch vieler hunderter Schulen und ein persön- .licher G-ttesdienst von früh bis spät, der nicht einmal hier angedeutet werden soll. 'Wenige Minuten vor Einbruch des letzten heiligen .שבת den sie sonst Jahrzehnte hindurch mit den Kindern in unvergleichlicher Inbrunst verbrachte, bat sie mit schwacher Stimme, man möge ihr die Sabbathlichter an das Bett bringen, doch die körperliche Kraft versagte und diese ■ Seele entschwand in die Höhen des Himmels, von wo sie das große Werk, das sie begonnen, mit ihrer Für- .spräche weiter begleiten und schützen wird. ,תנצב־ד. D. Aus •den Kreisen der Wiener Agudas- Jisroel - Mädchen gruppe erhalten wir folgende, der Würdigung von Sarah Schenirer gewidmeten Zeilen: Das zu frühe Hinscheiden unserer großen, Vorbild? liehen Führerin und Lehrerin, Frau Sarah Schenirer, hat bei uns allen großen Schmerz und tiefes Mitgefühl ausgelöst. Gerade wir jüdischen Mädchen, die voll Verehrung und Hochschätzung an Frau Schenirer gehangen sind, empfinden den großen Verlust besonders schmerzhaft. Wir wissen, mit welcher Aufopferung Frau Schenirer für uns jüdische Mädchen gearbeitet hat und was für Übermenschliehe Kraft ihr die Liebe zu Haschern und zu Seiner Thora gegeben hat. Sie (besaß die große Fähigkeit, ihren Schülererinnen nicht nur Lehrerin, sondern wahre Freundin und leuchtendes Vorbild einer Esches Chajil zu sein. Leider weilte Frau' Schenirer s. A. nur kurze Zeit bei uns in Wien. Aber selbst während ihrer schweren Krankheit zeigte sie warmes Interesse für unsere Mädchengrüppe. Wir wollen ihr Andenken stets heilig? :halten und in ihrem Sinne in unserer Mädchengruppei arbeiten. So wird uns Frau Schenirer immer richtunggebend sein und ihr geistiges Vermächtnis bei uns fortleben. Die Leiterin der Wiener Beth-J akob-Lehrennnenbildungsanstalt widmet der verblichenen Fühererin s. A, folgende Abschiedsworte: עבדו אח ה* בשמחה waren die letzten Worte, die Frau Schenirer : unseren Beth?Jakob-Schülerinnen bei ihrem Abschied von Wien ,zurief. Dieses Wort können wir als Motto des Lebens dieser Frau angeben. ׳ Beth Jakob, die gesamte orthodoxe Frauenwelt, die tausenden ״Bnos“ und Beth-Jakob-Kinder trauern um die Beth-Jakob-״Mutter“. Selten ist es einer jüdischen Frau gelungen, ihr Lebenswerk so verbreitet, so mit Erfolg gekrönt zu sehen, ,wie es Sarah Schenirer erreicht hat. Wem es vergönnt war, diese so ״berühmte“ Frau kennenzulemen. der war überrascht und überwätligt von ihrer ... Agudas-Jisroel-Jugendgruppe, Wien, II., Obere Donaustraße 69, Eingang Floßgasse 1 | Einladung נ־ה zu dem am Sonntag, den 10. März, 6. Adar H״ um 1 7 Uhr abends im großen Saale der Agudas-Jisroel- | Jugendgruppe, II., Floßgasse 1, aus Anlaß des zweiten Jahrzeittages nach Rabbi Josef Baumgarten זצ*ל stattfindenden סיום הש״ם . Gäste! willkommen! Der Vorstand» rt11m»uiww11tw1u1»iuw1»11i»111i11111u11111n1111n111)1»11111111111nnni111mmu11m»1mm111111mm11»n1muuu Das Nahen des purirafestes macht 4er Hausfrau bei der jetzt herrschenden Geldknappheit große Sorgen, Es soll gespart werden und doch muß gebacken werden, damit dem mit diesem Feste verbundenen Brauche von משלוח מנות Portion-Sendungen entsprochen werden״ kann. Für wenig Geld muß also schönes und wohlschmeckendes Back? werk hergesteilt werden• Willkommen sind deshalb in jedem Haushalte die bewährten, mit dem Rabbinatsattest versehenen Dr. Oetkers Backhilfsmittel, das., verläßliche Backpulver ״Backin“ und der ausgiebige Oetker?Vanillinzucker. Mit diesen משר -Präparaten kann jede Hausfrau das Backwerk leicht, rasch und billig herstellen. Rezept? büchlein mit ausprobierten Backvorschriften erhalten Sie bei allen Kaufleuten oder über Wunsch franko und kosten? los von der Nährmittelfabrik Dr. A. Oetker, Brünn. Anspruchslosigkeit und Bescheidenheit, Bis tief in die Nacht sah man Sarah Schenirer über Bücher«, Wie Sie lernend unermüdlich las, um imhier neue Anregungen für ihre Vorträge und Schriften ZU finden. . Nun ist Sarah Schenirer s. A. von uns gegangen . . . Aber ihr Werk lebt weiter und wird ihr ein unvergeßliches Andenken bewahren. Eva Landsberg. ♦ Die BethsjakobsLehreriimenbildüngsanstalt* die Wiener Beth־־Jakob*Schule und die Agudas* Jisroel*Mädchengruppe veranstalten gemeinsam am M o z 2 e ־־ S c h a b b o s, den 9, März, um 8 Uhr abends im D r. * K r ü g e r * H e i m, Wien, II., Malzgasse 7, eine Gedenkfeier für Frau Sarah Schenirer 4ע״ה Gedenkrede: Frl. Eva Landsberg. Vorlesung aus Frau Schenirers Schriften. Schlußwort: Dr. Leo Deutschländer. □□SIIBQQBIIDDHEiMlQ Von unserem Korrespondenten. Der High Commissioner von Palästina, Sir Arthur Wauchope, stattete vorige Woche dem orthodoxen Jerusalemer Diskin-Waisenhaus in Begleitung zahlreicher hoher Beamter einen Besuch ab. Der hohe Gast wurde von dem Leiter des Waisenhauses, dem Mitglied der Jerusalemer Stadtverwaltung, Samuel Eden, Rabbi Mosche Blau und den übrigen Leitungsmitgliedern empfangen. Der High Commissioner sprach sich außerordentlich lobend über dieses größte palästinensische Waisenhaus aus. In dem Besuchbuch hinterließ er ebenfalls schriftlich den Ausdruck seiner besonderen Zufriedenheit und Bewunderung für die Leitung des Waisen-, hauses., Die Chillule Schabbos in Tel-Awiw haben nun doch eine energische Abwehrbewegung durch die orthodoxen und halborthodoxen Juden der Stadt hervorgerufen. Vergangene Woche fand eine große V e r- Sammlung statt, bei der die Rabbiner Kuk, Usiel und Meier-Berlin sowie Herr Rokach, der Vizebürgermeister von Tel-Awiw, sich für die Schmiras -Schabbos einsetzten. Der als Gast in Jerusalem weilende Oberrabbiner von Nitra, -S. D. Ungar, und der Generalsekretär der tschechoslowakischen Agudas Jisroel, Herr Jakob Joel Braun, statteten in Begleitung des Herrn Rabbiner Jonathan Ho rowitz vorige Woche dem tschechoslowakischen G ene ralikonsul in Jerusalem einen Besuch ab. Der Generalkonsul, der seine Gäste sehr freundlich empfing, ließ sich in eine' eingehende Unterhaltung ein und verfolgte mit großem Interesse die Ausführungen über die Lage der•׳ Juden in der Tschecho- Slowakei und ihr Verhältnis zum Staat. Jedes Schiff, das in Erez Jisroel .landet, führt hohe Persönlichkeiten an Bord, die, von Sehnsucht nach dem heiligen Lande getrieben, hier zu vorübergehendem Aufenthalt eintreffen. In den letzten Tagen sind hier Rabbiner K a h a n e m a n n aus Poniwesch und der Bojaner Rebbe aus Leipzig eingetroffen. Der als Nachfolger von Rabbi Mosche Kliers s. Z. 1. zum Oberrabbiner von Liberias gewählte Rabbi Oseher Werner ist dieser Tage aus Amerika eingetroffen, um nunmehr sein Amt anzutreten. '' Die Einwanderung von Arabern aus dem Hauran beginnt einen ungeahnten Umfang anzunehmen. Die wenigen Araber, die zuerst aus dem Elendsgebiet Hauran •kamen, ziehen unzählige andere nach sich, und wenn die Schätzungen der allgemeinen Presse richtig sind, dann sind ׳bereits heute in Petach Tikwah, Neß- Ziona, Rish’on-le-Zion und Chederah nicht weniger als etwa 6000 neu eingewanderte Araber, zumeist aus dem Hauran, beschäftigt. In Haifa allein, wo der neue Häfen einer täglich steigenden Arbeiterzahl Beschäftigung gibt, sollen bereits annähernd 3000 Araber in Arbeit stehen. Der jüdischen Bevölkerung bemächtigt sich eine, lebhafte Empörung darüber, daß diese arabische Einwanderung unkontrolliert und unbegrenzt zugelassen wird, während die Einwanderung von Juden in einem nicht zu rechtfertigenden Ausmaße eingeengt un,d beschränkt wird. Erez Jisroel bietet noch unzähligen Arbeitshänden, Raum. Die Aufnahmsfähigkeit des Landes wächst mit jeder Einwanderung und Kapitalseinfuhr■ der Juden. Man fragt sich also: Weshalb wird die jüdische Einwanderung, der allein das wirtschaf tliche, Auf blühen des Landes, zu verdanken ist, in solchem Maße eingeschränkt? Weshalb werden die sogenannten ״illegalen“ jüdischen Einwanderer gesucht, verfolgt und in den Kerker gesetzt, während gleichzeitig der arabischen Einwanderung freier Raum gegeben wird? Menachem Gli km an-!Po rusch, Jerusalem. Aguda-Delegafion in Evez Jisroel eingefrotfem Die Aguda-Delegation, die vorige Woche unter Führung von Rabbi I. M. Lewin die Reise nach Erez Jisroel angetreten hat, ist, laut einer telegraphischen Meldung, nach guter Sereise in Jaffa, eingetroffen. Die Delegation wurde in Jaffa von einer großen Zahl orthodoxer Juden, darunter Abordnungen aus Tel-Awiw, Jerusalem, Haifa, Petach-Tikwah, Bne-Brak und anderen. Orten, mit Begeisterung empfangen. Die offiziellen Vertreter der religiösen . Körperschaf ten hielten kürze Begrüßungsreden, denen Rabbi Lewin erwiderte, Er erklärte» daß die Delegation mehrere Wochen im heiligen Lande bleiben werde und eine Lösung für verschiedene, "akute Probleme der Orthodoxie suchen werde. In Jerusalem wurde zu Ehren der Delegation eine, feierliche Begrüßung veranstaltet. Die• Presse der verschiedenen .Schattierungen behandelt eingehend das Eintreffen der t^legatipn. Eine englisch?jüdische Tageszeitung erscheint in London seit kurzem unter dem.׳Titel “The Jewish Daily Post*?. Das: Blatt widmet sein Hauptinteresse und den größten Teil seines Inhalts jüdischen Fragen und ׳Nach?, richten. Es hat sich zum Zweck der erschöpfenden Informierung über alle jüdischen Ereignisse in allen Welt-: teilen einen eigenen telegraphischen Nachrichtendienst aufgebaut. Redakteur der Zeitung ist A. Puniansky, früherer langjähriger Direktor der Jüdischen .Telegraphen? Agentur.!: . . P;E|R1Sj01NjAjL1N|A|CjH RLC H T:EjNj j Rabbi Scholum Mandl Awin aus Riga TUU Am Dienstag voriger Woche verschied in Riga im After von 68 Jahren Rabbi Scholum Meüdl A W i n s. Z. 1. Der Verewigte war seit vierzig Jahren Raw in Riga Ütid Zählte zu den hervorragendsten rabbinischeh Größen der ganzen Gegend. Rabbi Awin, der ein SchWiegersohn des früheren Rigaer Raw, Rabbi Mosche Scha■* pira s. Z. 1.* war, ist nicht nur durch seihe bedeutende Gelehrsamkeit bekannt gewesen* er war auch wegen seiner fast Sprichwörtlichen Güte und Bescheidenheit bei der ge» samten jüdischen Bevölkerung sehr beliebt. Dies käm auch bei der am Mittwoch atattgefundenen Lewajoh zum Ausdruck, an der viele tausende Juden und die Rabbinen der lettländischen Kehilos teilnahmen. Während der imposante Trauerzug die Straßen passierte, waren sämtliche jüdischen Geschäfte der Stadt geschlossen. Rabbi M. M. Sak, der Oberrabbiner von Riga, hielt dem verewigten Raw einen ergreifenden Hesped. הנצג׳ה. Rabbi Ar je Leib Halberstam aus Neu־Sandez. זצ״ל Im Alter von 85 Jahren ist vergangene Woche Rabbi Ar je Leib Halberstam s. Z. 1., der langjährige Raw von Neu-Sandez, verschieden. Der Verblichene war in der rabbinischen Weit als Godau! bekannt. Er betätigte sich insbesondere für den Kolel in Erez Jisroel. An der Lewajoh beteiligten sich sämtliche Juden der Stadt und Umgebung. Hespedim wurden zufolge eines nachdrücklichen Wunsches des verewigten Raw nicht gehalten. ,חנצביה Als Nachfolger fungiert bereits seit einiger Zeit der älteste Sohn des Verstorbenen, Rabbi Seew Mordche Halberstam, dessen Familie, die berühmte Sandezer rebböische Dynastie, nunmehr bereits seit vier Generationen das Rabbinativon Neu- Sandez ausfüllt. '״•" " ► li V| EjRl Ej 11N1S1N1 A]־Cl H |Rli־|ClH [T{EfNfr4| Frauenhilfe der Adaß Jisroel. Der Vorstand veranstaltet den üblichen 5-Uhr-Tee Dienstag, den 12. d., ,im Lokal der ״Wienea“ und beehrt sich, die p.t. Mitglieder zu demselben hiemit höflichst einzuladen. Gäste sehr will•: kommen. Agudas - Jisroel - Mädchengruppe. Der ddeswöchige . Vortrag findet, wie gewöhnlich, am Schabbos vormittags im Lokale der Wienea, II., Obere Donaustraße 91, statt. Vortragende: Dozentin Frl. Eva Landsberg. Schiur in der Schiffschul-Kanzlei. Im Rahmen des Schiurs am Schabbos spricht diese Woche Herr Sekretär M. Spitzer über Megillas Esther. Beginn 11 Uhr in der Schiffschul-Kanzlei. •; ׳ Chevvra Itadischa, Wien, I. 1 Der Vorstand der Chewra Kadischa veranstaltet Montag, den 11. März; halb 7 Uhr abends (Vorabend des 7. Adar), im Gemeinde» tempel, II., Tempelgasse 3, eine Gedächtnisfeier für die im abgelaufenen Jahre verstorbenen Vereinsmitglieder. Die Gedenkrede hält Oberrabbiner Dr. Taglicht. Tschechoslowakei^ Die große ]Not iu P. L R. Eine Anregung. Wir veröffentlichen die nachfolgende Anregung mit dem Bemerken, daß uns ■j e d e r Vorschlag in der Richtung einer Linderung der Not unter den Juden von P.K.R: jedenfalls einer ernsten Erwägung seitens der zuständigen Distanzen und Persönlichkeiten wert erscheint. Die Redaktion. . Der agile Oberrabbiner von Cuz, Rabbiner Leo Fürst, hat in der ״Jüdischen Presse“ einen warmen. Aufruf an die Oeffentlichkeit ergehen lassen, zur Linderung des jüdischen Elends in P. K. R. beizutragen. Es ist unleugbar, daß die wirtschaftliche Not, von ׳ welcher die ganze Welt heimgesucht ist, nirgends so großes Elend hervorgerufen hat, wie in P.K.R. Dringende und gründliche Hilfe wäre geboten, doch wie bringt man diese zuwege? Bekanntlich kommen täglich die Leute von P. K. R. in die Westslowakei und nehmen die Gemeinden und die Einzelnen in Anspruch. Man strengt sich an, man . übt Wohltätigkeit, doch das Elend ist damit bestenfalls hur momentan erleichtert. Diese Art Wohltätigkeit hat auch noch andere Schattenseiten: Ein großer Teil der Unterstützung geht in Bahn- und andere Spesen der Stützesuchenden auf und die Leute gewöhnen sich zu einem arbeitslosen Leben, dort, wo sich Arbeit bietet, verweigern sie die Leistung, nachdem sie ohne Arbeit — mehr zusammenbringen. . ׳» •11׳,f Beinahe alle Gemeinden nehmen nun in ihr Budget einen namhaften Betrag zur Unterstützung!der fremden Armen auf .Es wäre daher vorteilhaft, diese Unterstützung im ganzen Lande zu z e n t r a lisieren und pro du ktiv zu gestalten, nämlich: Arbe itsm ö gli chk eite.n zu schaffen. In den Karpathen sind viele Wälder, auch solche, welche dem Staate gehören. Mit dein dort befindlichen Holze könnte man verschiedene ׳Industrien beleben. Brenn- und Bauholz, Bretter und andere Industriehölzer produzieren. Alle Gemeinden sollten also ihre , Armenunterstützungsgelder an eine Zentralkassa ab? führen, welche das skizzierte Unternehmen zu finanzieren und zu leiten hätte. Die Armen werden in Evidenz gehalten und im Wege der Heimatsbehörde kontrolliert. Die Arbeitsfähigen bekommen nur Arbeitslohn, Alte und Arbeitsunfähige — Unterstützung. Es ist dies selbstverständlich noch kein fester Plan, bloß eine Idee, wie die Frage der Unterstützung der not? leidenden Juden in P.K. R. gelöst werden könnte. Aller Anfang ist schwer. Wenn sich beherzte, fühlende Mensehen fänden, welche die Angelegenheit in die Hand nehmen möchten, die Unterstützung der Behörden, Qemeinden und aller gutherzigen Menschenwürde gewiß nicht ausbleiben. Herman Lövy, Nov<5 Zämky, : In einer an uns gelangten Zuschrift des ehrw. Herrn Rabbiner Jakob Rosenberg aus Taöovo wird ebenfalls auf die große Not der Juden in ■P. K. R. hingewiesen und auf die Dringlichkeit einer raschen Hilfe? leistung aufmerksam gemacht. Rabbiner Rosenberg schlägt ebenfalls vor, durch Schaffung von Hausindu?. Strien und sonstige Beschäftigung das Problem einer, gesunden Lösung näherzubringen. Der neue Gouverneur, vcm P, K, R, kennt keine nationalen, Rassen* und konfessionellen Unter* ■ ־ ׳■־ schiede, Der neu© Gouverneur yon P, K, R.t Hrabar, der am 1, März das.Eidgeiöbnie in die Hände des Präsidenten ״ Prager Tagespresse, in der er u, a. sagte!